Abtreibung? Ja oder...
 
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Abtreibung? Ja oder nein?

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Kristinchristin
Themenstarter
Beiträge : 20

Wie steht ihr zum Thema Abtreibung? Seid ihr Befürworter oder strikt dagegen? Ich würde gerne mal ein paar Meinungen hören, mal schauen, was andere Christen darüber denken 🙂

Ich persönlich bin gegen Abtreibung, weil ich daran glaube, dass jedes Leben von Gott gewollt und wertvoll ist. Die Bibel zeigt, dass das Leben nicht erst nach der Geburt beginnt, sondern bereits im Mutterleib von Gott geformt und geplant wird. Dazu passt Psalm 139 „Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleib. [...] Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben.“ Für mich ist das ein  Hinweis darauf, dass jedes ungeborene Kind von Gott gesehen und geliebt wird.

Auch Jeremia 1:55 unterstützt meine Ansicht, wo Gott sagt: „Ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich erkannt, und ehe du geboren wurdest, habe ich dich geheiligt.“ Diese Worte zeigen mir, dass Gott für jedes Leben einen Plan hat – auch für die, die noch nicht geboren sind. Abtreibung bedeutet für mich, diesen göttlichen Plan zu zerstören und ein Leben zu beenden, das genauso wertvoll ist wie jedes andere.

Außerdem stehe ich zu dem Gebot aus 2. Mose 20 „Du sollst nicht töten.“ Für mich gilt dieses Gebot uneingeschränkt, auch für das ungeborene Leben. Deshalb sehe ich Abtreibung auch als eine Form von Mord, denn es handelt sich um das gezielte Beenden eines menschlichen Lebens. Jedes Kind, ob geboren oder ungeboren, hat das Recht zu leben, zu wachsen und die Zukunft zu erleben, die Gott für es vorbereitet hat.

Ich finde es außerdem total erschreckend, dass Abtreibung weltweit die häufigste Todesursache ist. Deshalb bin ich auch in der Öffentlichkeit dagegen, um für die zu kämpfen, die es selber nicht tun können – für die, die keine Stimme haben (Sprüche 31 „Öffne deinen Mund für die Stummen, für das Recht aller Schwachen! Öffne deinen Mund, richte gerecht und verteidige den Elenden und Armen!“)

Für mich ist das Leben ein Geschenk Gottes, das es zu schätzen und zu schützen gilt. Ein ungeborenes Kind ist kein Problem, das gelöst werden muss, sondern ein Mensch mit Würde, Wert und einer Zukunft. Deshalb lehne ich Abtreibung ab und glaube, dass wir als Gesellschaft Wege finden müssen, Frauen in schwierigen Situationen zu unterstützen, ohne das Leben ihrer Kinder zu gefährden.

 

So, das war meine Meinung zum Thema Abtreibung, für mich ist das Thema total wichtig, ich hab oft das Gefühl, dass Gott mich erwählt hat, um dafür zu kämpfen. Aber ich stoße so unglaublich oft auf harte Kritik, hab alle Freunde verloren, großteils auch wegen diesem Punkt. Deshalb würde mich interessieren, wie andere Christen dazu stehen. Gibt es positive Aspekte, die ich übersehen habe? Dinge, die ich dann doch zu kritisch sehe?

Danke schonmal für eure Antworten🫶🏼

 

Antwort
213 Antworten
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Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 30188
Veröffentlicht von: @kristinchristin

Wie steht ihr zum Thema Abtreibung? Seid ihr Befürworter oder strikt dagegen? Ich würde gerne mal ein paar Meinungen hören, mal schauen, was andere Christen darüber denken 🙂

 

 

Ganz einfach, wenn eine Frau abtreiben will, dann lasst die um Himmels willen abtreiben.
Jeder Frau gehört ihr Bauch selber und nicht irgendwelchen christlichen Fundamentalisten.
Sonst landen wir ganz schnell in einem christlichen Faschismus.
Jesus Selber hat nie ein Wort für oder gegen Abtreibung verloren.

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Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

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@fizzibitz 

Jesus Selber hat nie ein Wort für oder gegen Abtreibung verloren.

🙄 echt ein super Argument…

ga2 antworten
Millie49
(@millie49)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 356

@ga2 Ja, wie auch...

millie49 antworten
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(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 30188

@ga2

Es ist sicher eine Super Sache sich für den Schutz des Lebens einzusetzen,  keine Frage.

Aber was regelmäßig zu wütenden Gegenprotesten führt ist ja nicht, dass diese Leute der Gegendemonstranten gerne Leben vernichten wollen sondern dass sie sich darüber aufregen, dass andere Leute Gott spielen und bestimmen wollen was mit ihrem Bauch passiert.
Ihr werdet sein wie Gott......sagte schon die Schlange im Paradies....und könnt selber bestimmen, was gut und böse ist...
Das ist zu Recht furchterregend, wenn jemand Gott spielen will, nicht von ungefähr hat der Begriff  "Gottesstaat" eine negative Bedeutung, wer möchte schon in einem Gottesstaat leben?

Auch der Gott der Bibel ist keiner, der jedem wohl und keinem weh will, schon in der Sintflut hat Er ohne Gnade die gesamte Weltbevölkerung außer einer Handvoll wieder ausgerottet.

Und warum sind wohl alle großen menschenverachtenden Despoten gegen und nicht für Abtreibung?
Es gibt dutzende von plausiblen Gründen für eine Abtreibung. Abtreibung ist menschlicher als schon geborenes Leben zu töten. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern an die Zeit als ich in der Fruchtblase  im Mutterleib geschwommen bin, hätte da jemand meine Nabelschnur durchgetrennt, dann wäre ich halt heute hier eben nicht am posten. Aber als ich drei Jahre alt war, hatte ich mir (durch eigene kindliche Ungeschicktheit) eine Verbrennung dritten Grades zugezogen, da kann ich mich ganz genau dran erinnern.  Die Narbe ist  bis heute sichtbar  tut aber Gottseidank nicht mehr weh.

Also die Moral von der Geschicht:...Leute, bevor ihr das ungeborene Leben schützen wollt, schützt doch besser erst mal das schon geborene Leben.
Was ist mit den Folteropfern von Assad, die zu Tode gefoltert wurden, wer hat die denn geschützt?
Was ist mit den Leuten aus Nordkorea, die ohne jegliche militärische Ausbildung als "Kanonenfutter"  in den Kampf gegen die Ukraine geschickt werden,  wer schützt die denn?
Das wäre doch mal eine lohnenswerte christliche und menschliche Aufgabe, oder?

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Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814
Veröffentlicht von: @fizzibitz

...Leute, bevor ihr das ungeborene Leben schützen wollt, schützt doch besser erst mal das schon geborene Leben.

Auch wenn ich hier evtl. als Abtreibungsbefürworter rüberkomme (was ich eigentlich gar nicht bin - ich hab nur Verständnis, falls jemand sich zu diesem Eingriff entscheidet; das ist ein großer Unterschied) - genau das denk ich auch immer. 

chai antworten
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Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 30188
Veröffentlicht von: @chai
Veröffentlicht von: @fizzibitz

...Leute, bevor ihr das ungeborene Leben schützen wollt, schützt doch besser erst mal das schon geborene Leben.

Auch wenn ich hier evtl. als Abtreibungsbefürworter rüberkomme (was ich eigentlich gar nicht bin - ich hab nur Verständnis, falls jemand sich zu diesem Eingriff entscheidet; das ist ein großer Unterschied) - genau das denk ich auch immer. 

Dazu habe ich neulich noch was Interessantes zufällig beim googeln entdeckt......

Angeblich sollte Hitler im Bauch seiner Mutter abgetrieben werden,  aber der Arzt riet dann doch Hitlers Mutter davon ab......damals sind halt noch viele Mütter durch  Abtreibung gestorben......
Wie viel Leid und Elend und wie viele Tote  wären dadurch für Deutschland und Russland und noch vielen anderen Ländern uns erspart geblieben....?
So viel zumThema, das Abtreibung was ganz Böses und verabscheuungswürdiges sei und unschuldige  Menschenleben kosten würde...

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Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@fizzibitz Angeblich sollte Hitler im Bauch seiner Mutter abgetrieben werden, aber der Arzt riet dann doch Hitlers Mutter davon ab...

Wer gibt das an? Sorry, aber das hört sich für mich nach einer frei erfundenen Anekdote an, die den "Vorteil" hat, dass sie sich nicht überprüfen lässt. Meine Pro-Selbstbestimmungsrecht-Einstellung möchte ich nicht durch solche Argumente "gestärkt" wissen. Immer, wenn in solchen Debatten eine Seite mit irgendwelchen Nazi/Hitler-Argumenten um die Ecke kommt, schwächt sie in meinen Augen ihre eigene argumentatorische Basis eher. Insbesondere, wenn diese Argumente auf reinem Hörensagen beruhen, von dem man noch nicht mal nachweisen kann, wo und von wem man's gehört habe.

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@jack-black 

Meine Pro-Selbstbestimmungsrecht-Einstellung möchte ich nicht durch solche Argumente "gestärkt" wissen.

Zumal es eh Blödsinn ist... klar, jede Abtreibung bedeutet einen potentiellen Mörder weniger. Aber auch einen potentiellen Lebensretter.

Wer weiss, vielleicht wurde ja ausgerechnet der Mann abgetrieben, der Hitler hätte verhindern können...

Solche Überlegungen sind faszinierend für was-wäre-wenn Szenarien und Kinofilme mit Zeitmaschinen. Als Argument für oder gegen Abtreibung taugen sie hingegen nicht.

lucan-7 antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814

@lucan-7 Genau - wäre Person X nicht da, wäre sie halt nicht da. 
Egal, welche Funktion sie hätte erfüllen können, wenn sie da wäre.

chai antworten
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(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 30188
Veröffentlicht von: @jack-black

@fizzibitz Angeblich sollte Hitler im Bauch seiner Mutter abgetrieben werden, aber der Arzt riet dann doch Hitlers Mutter davon ab...

Wer gibt das an? Sorry, aber das hört sich für mich nach einer frei erfundenen Anekdote an, die den "Vorteil" hat, dass sie sich nicht überprüfen lässt.

Findet man ganz leicht im Google, kann ich natürlich auch nicht auf den Wahrheitsgehalt hin überprüfen.
Aber es ging ja auch darum...............was wäre denn, wenn Hitler tatsächlich schon  im Mutterleib abgetrieben worden wäre? Wäre das denn sooooo schlecht für Deutschland gewesen?

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Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@fizzibitz was wäre denn, wenn Hitler tatsächlich schon im Mutterleib abgetrieben worden wäre? Wäre das denn sooooo schlecht für Deutschland gewesen?

Das ist halt bloße Spekulation. Was, wenn an seiner Stelle dann ein schlauerer Massenmörder an die Macht gekommen wäre, der nicht zwei Kriegsfronten gleichzeitig aufgemacht hätte? Schlimmer geht immer.

Solche "was wäre wenn"-Szenarien sind - Lucan wies schon drauf hin - etwas für Kinofilme mit Zeitmaschinen. Beziehungsweise: es gibt in der Literatur einen Roman von Stephen King, der ein ähnliches Thema behandelt: diesmal soll nicht Hitler abgetrieben, sondern das Attentat auf JFK verhindert werden. Sehr unterhaltsam übrigens, mein Lieblings-King. 🙂

Jedenfalls nochmal: Als Beitrag in einer Diskussion über das Pro und Contra von Abtreibungsverboten/Rechten bringen solche Gedanken inhaltlich nicht weiter; man sollte hingegen stets darauf achten, dass allein die Erwähnung von Hitler oder den Nazis tendenziell die Gefahr nährt, dass Diskussionen emotionalisiert aus dem Ruder laufen.

jack-black antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5441

@jack-black 

Dazu fällt mir dieser "Werbespot" ein 🙂

channuschka antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4579

@channuschka Der ist gut. 😆

tatokala antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814

@tatokala Ich kriegs nicht geöffnet.

chai antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@channuschka Die Lage des Opfers wirkt verdächtig! 😀

jack-black antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4579

@jack-black Gut, daß du drauf hinweist!

Ich dachte einfach nur: tot, na und...

😀

tatokala antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 5779

@deleted_profil Das halte ich für ein Gerücht,  in Österreich-Ungarn war Abtreibung sicher verboten.

genau genomen ist sie es in Bundesrepublik Deutschland immer noch, nur gibt es Wege dafür nicht bestraft zu werden. Ich finde es nicht richtig wenn Frauen gezwungen werden Kinder groß zu ziehen die sie nicht lieben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Frau nach einer Vergewaltigung ein Kind austragen muss.

Was hat man in Deutschland gemacht, bevor es diese Regelungen gab. Da sind ganze Busse in die Niederlande gefahren. In der DDR durfte die Frau selbst entscheiden.

Ich denke es gibt Gründe in denen ich eine Abtreibung für falsch halte und Gründe warum es legale Abtreibungen geben sollte.

Wir wollen doch nicht wieder Frauen die sich Treppen runter stürzen, oder durch Kleiderbügel verbluten die eingeführt werden.  

Kamala Harris wollte keine Abtreibungen. Sie wollte eine legale Möglichkeit für einen Schwangerschaftsabbruch unter sauberen und sicheren Bedingungen.

 

jigal antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814
Veröffentlicht von: @jigal

Kamala Harris wollte keine Abtreibungen.
Sie wollte eine legale Möglichkeit für einen Schwangerschaftsabbruch unter sauberen und sicheren Bedingungen. 

Und das ist auch richtig so.
 

chai antworten
Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1590

@fizzibitz 

Zum Beitrag

Sehr leidenschaftliches Plädoyer. Woher kommt das? Dachte früher selbst ähnlich.

Ihr werdet sein wie Gott......sagte schon die Schlange im Paradies....und könnt selber bestimmen, was gut und böse ist...

Woher hast du denn das mit dem bestimmen? 
Ich lese in meiner Bibel immer noch „erkennen“.

Ich wüsste ansonsten nicht, wo es hier im Thread darum geht, etwas zu verbieten oder jemanden zu zwingen?

ga2 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@ga2 Woher hast du denn das mit dem bestimmen?
Ich lese in meiner Bibel immer noch „erkennen“.

Nun wird über das Thema aber nicht im luftleeren theologischen Raum diskutiert, sondern es ist eins der zentralen Punkte einer bestimmten politischen Positionierung. Dafür können zwar die hier Beteiligten DiskutantInnen nichts, aber es zu ignorieren geht in die Richtung: "Da stelle wa uns ma janz dumm..."

In den USA kann man, wenn jemand besonders vehement mit der Bibel gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frauen über ihren eigenen Körper argumentiert, mit einer recht guten Wahrscheinlichkeit darauf tippen, dass diese Person auch vehement das Recht auf privaten Waffenbesitz im Sinne des 2. Verfassungszusatzes pocht. Und wenn man Geld darauf verwetten soll, ist es eine recht sichere Wette, diese Person als Trumpwähler einzustufen, bzw. eben als "konservativen" Wähler der Republikaner.

Gibt es da eine inhaltlich zwingend logische Verbindung zwischen Waffenbesitz-Befürwortung und Frauenrechten-Ablehnung? Sicherlich nicht. Und doch korrelieren diese beiden Ansichten in den Köpfen. Warum? Weil die Abtreibungs-Diskussion von den konservativen Think-Tanks über Jahrzehnte hin zum verläßlichen Streit-Thema sozusagen im Diskurs verankert wurde, nachdem die "Rassenfrage", an der sich früher die politische Identität der religiösen Rechten festmachte, sich als nicht mehr so tragfähig herausstellte: Mit Rassismus (der dann gern eben auch mit Bibelzitaten als religiös fundiert dargestellt wurde) war ab den 70er Jahren kein politischer Blumentopf zu gewinnen und so fand man in der Abtreibungsfrage ein verlässlicheres Themenfeld, um sich selbst als die Guten, die politischen Gegner als die Bösen hinzustellen.

Einmal wieder verweise ich auf Annika Brockschmidt und ihr Buch "Amerikas Gotteskrieger: Wie die Religiöse Rechte die Demokratie gefährdet", worin sie diese Entwicklung in den USA seit Mitte des letzten Jahrhunderts akribisch nachzeichnet.

Es ist also in der Praxis so, dass diejenigen, die einen Präsidenten gewählt haben, der schon vor seiner Inauguration (anders kann man das ja kaum noch nennen... 😉 ) Nachbarstaaten (Panama, Grönland...) mit Krieg droht und verlangt, dass alle Nato-Staaten 5% ihres Bruttoinlandproduks für's Militär ausgeben sollen, dies auch deswegen mit "gutem Gewissen" taten, weil die religiöse Rechte mit der Abtreibungsfrage eine Art emotionalen Trigger-Punkt etabliert hat, auf den sie bloß zu drücken braucht, um die weltanschauliche Selbstgerechtigkeit ihrer Wählerklientel schön hoch zu pushen. Botschaft: "Wir sind diejenigen, welche die wehrlosen kleinen süßen Kinder verteidigen, wer den politischen Gegner wählt, wählt Mörder!"

Nochmals: Ich will niemandem, der/die hier im Thread mitdiskutiert, unterstellen, so zu ticken. Aber viele, viele Millionen Christen haben in den USA gezeigt, dass sie genau so ticken und dass sie sich am religiösen Nasenring willig durch die politische Manege führen lassen. Und in der Politik geht es stets um's Bestimmen, nicht um's Erkennen.

jack-black antworten
Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1590

@jack-black 

Bist du am Umsatz von Frau Brockschmitts Buch beteiligt? 

ga2 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@ga2 Bist du am Umsatz von Frau Brockschmitts Buch beteiligt? 

Was denkst Du denn?

jack-black antworten
Watolf
 Watolf
(@watolf)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 2

@deleted_profile 

Lebensschutz auf jeden Fall.

Menschen die gefoltert werden müssen unterstützt werden. 

ABER, der Vergleich ist sehr schwach. 

Hey Leute, wieso Vergewaltigungen verhindern, verhindert doch besser Morde…

Sowohl das Eine als auch das Andere muss verhindert werden!!!!

Was für ein Argument um jemanden zu töten. 

Klar wird der ungeborene Mensch nichts sagen, er ist ja tot! Und nur jemand der überlebt hat kann reden.

watolf antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 5779

@watolf  Ich sehe einen Schwangerschaftsabbruch nicht als Mord an. Ich finde die Indikationslösung in Deutschland richtig und die kirchlichen Beratungsstellen zeigen auch Wege auf, die Entscheidung trifft aber immer noch die werdende Mutter.

jigal antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6387

@deleted_profile 

Und warum sind wohl alle großen menschenverachtenden Despoten gegen und nicht für Abtreibung?

Woher hast du den Schmarren, die CCP und ihre Despoten waren wegen ihrer Einkind-Politik grosse Befürworter der Abtreibung. 

Das grosse Problem mit der Abtreibung, ist nicht die Abtreibung selber, sondern die Beliebigkeit mit der es geschieht. 

arcangel antworten
Brunofragtjesu
(@brunofragtjesu)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 28

@fizzibitz Ein Kommentar dazu: Die Abtreibungs Debatte scheint heute wirklich weitaus populistischer zu sein, als jemals zuvor in der Geschichte. Tatsächlich hat Jesus nie ein Wort über Abtreibung verloren, geschweige den prolife Mord - Proteste veranstaltet. Aber die Gesetzes Kommentatoren der Zeit und auch andere Rechtstexte äußerten sich zur Abtreibung. Dazu folgendes Zitat: 

"Ein Kind zu töten im Mutterleib ist nicht Mord, aber eine bußpflichtige (finable) Handlung/Tat."(keine Schwerststrafe)Exodus XXI, 22; Mekhilta Nezikin § 8; B. Kama 49a. Ztiert von infra n. 355

In Attica, war es zivil, aber keine kriminelle Aktion. Unter den Römern, schien dieses Delikt (partus abactico oder abortus procuratio), ursprünglich vom Gesetz unbemerkt gewesen zu sein. Unter den Imperatoren/Kaisern, jedoch, wurde eine Frau die Abtreibung herbeigeführt hat mit Exil bestraft und die, die den Trank gaben wurden zu Minen verdammt oder  auf eine Insel verbannt(Smith 47a) (aus "The criminal jurisprudence of the ancient Hebrews; compiled from the Talmud and other Rabbinical writings, and compared with Roman and English penal jurisprudence" - Mendelssohn Samuel 1850-1922)

Auch interessant ist die Vorstellung wann ein Kind ein lebendes Wesen ist von Talmud (1) und Common Law (2)

(1) §38 Homozid ist straftätig wenn alle bedingungen von der Talmud erfordert und aufgezählt (§13 sq.), angemessen ausgehandelt wurden und nichts von dem rechtfertigbaren, entschuldbaren oder verantwortbaren Umstanden das Delikt abmildern. Daher, wenn jemand willentlich und böswillig ein menschliches Wesen tötet, Mann oder Frau, jung oder alt (damit ist sogar ein neu geborenes Kind gemeint, gegeben es wurde am Ende der vollen, natürlichen Zeit geboren. Das vorzeitig Geborene wurde im talmudischen Gesetz nicht als lebendes Wesen angesehen, bis nach dem 13 Tag seines Lebens) [...] es ist Mord (Nidda 44b, sq.: Yer. Yebamoth XI. §9. p. 12b; Maimon. H. Rozeah II, 6)

(2) Darin weicht die Talmud vom gemeinen Gesetz ab nach dem "ein Kind, wenn lebendig geboren, durch Auswirkung des Trankes oder Wunden empfangen im Mutterleib, stirbt, es nach der besseren Meinung ermordert zu sein scheint, insofern es verwaltet oder verabreicht wurde. (Blackstone IV, 198)

brunofragtjesu antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1626

@brunofragtjes

 

Die Katholische Kirche hat kein Sola Scriptura, das ist eine Erfindung Martin Luthers.

Aus Katholischer Sicht ist Recht eindeutig sich gegen Abtreibungen zu Positionieren.

kappa antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 30188
Veröffentlicht von: @fizzibitz

Jesus Selber hat nie ein Wort für oder gegen Abtreibung verloren.

Ja, das war vielleicht gar kein Thema, oder war enthalten im:" du sollst nicht töten."

Wer kein Kind will, kann ja verhüten und wer zu doof dazu ist, da ist eine Abtreibung vielleicht besser, es gibt bereits so viele unglückliche Kinder.

Aber ich hab keine Meinung mehr dazu, da es mich nicht mehr betrifft, bin ja zu alt um Kinder zu bekommen.

Es wäre schön, wenn Menschen vorher mehr nachdenken würden und es keine Abtreibungen gäbe.

deleted_profile antworten
Kappa
 Kappa
Beiträge : 1626

@kristinchristin hi,

 

Ich bin auch dagegen. Zum einen ist es die Lehre meiner Kirche, zum anderen Denke ich mir;

- Die Befürworter verdrehen die Sichtweise bzw Perspektive. Die Mehrzahl der Fälle sind keine Vergewaltigungen. Mit dem Sex hat man eine gewisse Verantwortung. Es wird vom Zeitgeist nur als pures Lusterleben betrachtet, als ob ich eine Achterbahn fahre. Das bekomme ich mit der Bibel nicht zusammen. Liebe und Verantwortung steht dem Gegenüber, wie manche Kräfte in Deutschland zu den ungeborenen Kindern stehen.

-Es scheint eher die Prämisse zu stehen das ein Kind einer junger Frau das Leben pauschal verdirbt. Das ist doch PERVERS. Ein Kind ist Objektiv mehr Wert als "Party" am Samstag oder "Karriere"(die oft genug auch Quälerei ist- wer hat schon DEN Traumjob?)

Der Staat sollte doch eher dafür sorge tragen das es junge Paare oder Mütter so einfach wie möglich haben. 

Luft ist eigentlich genug. An die "- 400.000" Kinder im Jahr die also nicht geboren werden pro Jahr in Deutschland seit über 50 Jahren, da müssten (eigentlich....) genug Ressourcen übrig sein um junge Menschen voll zu unterstützen.

Es kann auch nicht im Sinne sein zuzuschauen wie unser Staat demografisch vor die Hunde geht. Dafür noch Steuergeld ausgeben?? Pervers.

Grundsätzlich ist auch die Festlegung innerhalb der Schwangerschaft ab wann es denn nun offiziell ein "Mensch" ist, die ich nicht mitgehen kann. Die Spannweite ist von der Zeugung bis zur Geburt ( Ein Menschenrechtsverständnis im Hitler- Stalin Style, das empfinde ich dabei. Wenn Kinder lebensfähig sind, das es dort überhaupt eine Debatte gibt). Das Festzulegen ist für uns Menschen doch Willkürlich.

Um sicher zu gehen, zumindest wenn ich das von "Gläubiger Sicht" aus betrachte, das man hier keine Grenze überschreitet die wir als Menschen nicht dürfen, muss man ganz darauf Verzichten. Weil man sich nie sicher sein könnte, das Gebot Gottes übertreten zu haben.

Im Zweifelsfall - zugunsten des Babys 

 

kappa antworten
16 Antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814

@kappa Wie viele junge Frauen kennst Du, deren Leben primär aus Karriere oder Party besteht?

chai antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 1778

@kappa 

Ja, es ist pervers, dass das Leben eines Menschen den Lifestyle-Präferenzen der Schwangeren untergeordnet wird.

johnnyd antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4579

@johnnyd Allerdings sind die meisten Fälle von Abtreibungen, Frauen - durchaus in festen Beziehungen - die schon mehrere Kinder haben.

Das hier:

dass das Leben eines Menschen den Lifestyle-Präferenzen der Schwangeren untergeordnet wird.

hat demgegenüber statistisch gesehen nur nachrangige Bedeutung. 

Wird aber trotzdem immer als Argument vorangetragen.

Darauf wurde aber in derartigen Diskussionen auch immer hingewiesen.

Aber man kann es sich natürlich einfach machen.

 

lg Tatokala

 

 

tatokala antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 1778

@tatokala 

Eben. Der Lifestyle der Schwangeren dient bizarrerweise als Rechtfertigung ein anderes menschliches Leben zu töten.

johnnyd antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4579

@johnnyd 

Vielleicht solltest du nochmal lesen, was ich gerade geschrieben habe.

tatokala antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814

@johnnyd Ich wäre sehr dafür, zwischen 'Lifestyle' und 'Lebensumständen' zu unterscheiden. 

Das was @rosanne in ihrem Beitrag beschreibt, sind Lebensumstände, die weit über Party und Karriere hinausgehen. 

chai antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 1778

@chai 

Was unterscheidest du damit und warum?

Rosanne hat richtig entschieden. 

johnnyd antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814
Veröffentlicht von: @johnnyd

@chai 

Was unterscheidest du damit und warum?

Rosanne hat richtig entschieden. 

'Lifestyle' hat für mich was von 'ein Kind passt halt einfach nicht ins Konzept' (das was @Kappa anspricht, wenn er von Karriere und Party am Wochenende schreibt) 
'Lebensumstände' sind manchmal einfach bitter - der kranke Mann, die bereits vorhandenen Kinder, eigene Krankheit ...

Und @Rosanne hätte auch richtig entschieden, wenn sie das Kind nicht bekommen hätte. 
So eine Entscheidung trifft man nicht leichtfertig. 

chai antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814

Und nochwas: 
Der Gott, von dem wir hier ab und zu reden, weiß ganz genau um die Beweggründe und inneren Kämpfe, die einer entsprechenden Entscheidung vorausgehen - völlig egal wie diese letztendlich ausfällt. 

chai antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 1778

@chai 

ok, Lebensumstände klingt für mich nach einer Verantwortungsdiffusion von Lifestyle.

 

So eine Entscheidung trifft man nicht leichtfertig. 

Doch, das ist ja gerade das Thema, dass Abtreibung als nachträgliche Verhütungsmethode eingesetzt wird, siehe Qeequeg und Kappa.

johnnyd antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814
Veröffentlicht von: @johnnyd

@chai 

ok, Lebensumstände klingt für mich nach einer Verantwortungsdiffusion von Lifestyle.

Was willst Du damit sagen?

So eine Entscheidung trifft man nicht leichtfertig. 

Doch, das ist ja gerade das Thema, dass Abtreibung als nachträgliche Verhütungsmethode eingesetzt wird, siehe Qeequeg und Kappa.

Mag sein, dass es das auch gibt. 
Es ist aber auch zu bedenken, dass Queequec es mit kranken Menschen zu tun hatte und Kappa da ein bissel einseitig informiert ist. 

chai antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 1778

@chai 

Ich versuche nachzuvollziehen, woher du diese Unterscheidung nimmst. Ist es dann eher deine subjektive Einteilung in gute Gründe (Lebensumstände) und schlechte Gründe (Lifestyle)? Was macht sie denn dann zu guten/schlechten Gründen? Du hast doch offenbar irgendwelche Prämissen.

johnnyd antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814

@johnnyd Hm. 
Die Diskussion ging davon aus, dass ein Kind nicht zum (von Kappa aufgebrachten Begriff) 'Lifestyle' (Party, Karriere etc.) passt. Das klingt schon recht oberflächlich und gedankenlos. Und damit tut man auch vielen jungen Frauen unrecht.  
Bei 'Lebensumständen' rede ich von (aus meiner Sicht) schwerwiegenderen Dingen wie z.B. Krankheit eines Eltern- oder Geschwisterteils, Gefahr einer Schädigung des Embryos durch Medikamente, evtl. noch kombiniert mit einem höheren Alter der Eltern - das sind Dinge, die durchaus zu bedenken sind.

chai antworten
Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1590

@tatokala 

Allerdings sind die meisten Fälle von Abtreibungen, Frauen - durchaus in festen Beziehungen - die schon mehrere Kinder haben.

Das habe ich so beim Suchen nur zT bestätigt gefunden.

Das mit den festen Beziehungen stimmt wohl, wobei man „feste Beziehung“ vielleicht auch definieren müsste. Ohne verheiratet zu sein und in jungen Jahren, definiert man „feste Beziehung“ vielleicht noch etwas anders. 58 der Frauen, die abgetrieben hatten, waren ledig. 

Es hatten weniger als die Hälfte aller Frauen vor ihrer Abtreibung bereits Kinder (42 Prozent).
70% der Frauen waren in der Altersgruppe 18-34 Jahre.
Stand 2023/2024.

ga2 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@kappa Ein Kind ist Objektiv mehr Wert als (...)

Es gibt keine objektiven Werte.

 

Die Befürworter verdrehen die Sichtweise bzw Perspektive.

Die Befürworter des Selbstbestimmungsrechts der Frauen haben - wie Du ja auch - ihre jeweils eigene Perspektive. Wieder: Perspektiven sind niemals objektiv, weil sie immer von dem abhängen, der sie einnimmt.

Das ist doch PERVERS.

Was pervers sei, d.h. widernatürlich, spielt in der Umwelt, die wir Menschen uns geschaffen haben, auch nur noch insofern eine Rolle, als mit der Bezeichnung "pervers" immer die Position bezeichnet wird, die man selbst nicht vertritt. Der Begriff wird rein pejorativ gebraucht. Dass Du's in Großbuchstaben schreibst, also gemäß den Usancen des Internets schreist, belegt dies.

Der Staat sollte doch eher dafür sorge tragen das es junge Paare oder Mütter so einfach wie möglich haben.

Der Staat sollte für alles mögliche Sorge tragen und schön wäre es, wenn alle seine Bürger es "so einfach wie möglich" hätten. Insbesondere sollte er indes seine Bürger davor beschützen, dass andere, mit anderen Wertmaßstäben, ihnen in ihre privaten, ihre eigenen Körper betreffenden Entscheidungen hineinregieren.

Es kann auch nicht im Sinne sein zuzuschauen wie unser Staat demografisch vor die Hunde geht.

Sag ich ja: wir brauchen mehr Einwanderung, nicht weniger! 🙂 Aber was hat das mit dem Abtreibungs-Thema zu tun? 🤔 

jack-black antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814
Irgendwie stupft mich dieser Beitrag, obwohl 'objektiv' natürlich korrekt. 
 
Veröffentlicht von: @kappa

Es scheint eher die Prämisse zu stehen das ein Kind einer junger Frau das Leben pauschal verdirbt. Das ist doch PERVERS.
Ein Kind ist Objektiv mehr Wert als "Party" am Samstag oder "Karriere" (die oft genug auch Quälerei ist- wer hat schon DEN Traumjob?)

Dazu hab ich mich ja schon geäußert. Nicht jeder jungen Frau geht's nur um Karriere oder Party. 
Und es ist nicht so, dass ein Kind das Leben einer jungen Frau pauschal 'verdirbt', aber man muss zugeben, dass es ganz schön kompliziert werden kann. 
Und ja, deswegen kann man verhüten. 
Kaum eine junge Frau lässt sich zum Kinderkriegen überreden, damit der Staat nicht 'demografisch vor die Hunde geht'. 
Manche denken sich eher, dass sie das alles einem evtl. entstehenden Kind nicht antun wollen. Kann ich gut verstehen. 

Der Staat sollte doch eher dafür sorge tragen das es junge Paare oder Mütter so einfach wie möglich haben. 

Dem Staat fällt dann aber nix anderes ein als Außer-Haus-Betreuung von Kindern. 

Und dann kommt noch was dazu - Du redest hier nur von jungen Frauen, die (aus Deiner Sicht) keine Lust zum Kinderkriegen haben. (Was ich, wie schon erwähnt, auch verstehen kann)

Aber es gibt eben auch genug andere Frauen. Wie z.B. @rosanne
Oder Frauen mit Krankheit in der Familie, die mit den aktuell anstehenden Aufgaben voll und ganz ausgelastet (oder gar überfordert) sind. 
Ein Beispiel: Da ist ein Partner krank und bekommt starke Medikamente, unter denen eine Schwangerschaft verhindert werden sollte. 
Aus irgendwelchen Gründen (unregelmäßiger Zyklus z.B.) besteht aber trotzdem die Furcht, dass was passiert sein könnte. 
Und plötzlich denkt man dann doch darüber nach, was man im Fall der Fälle tun würde. ...

Um sicher zu gehen, zumindest wenn ich das von "Gläubiger Sicht" aus betrachte, das man hier keine Grenze überschreitet die wir als Menschen nicht dürfen, muss man ganz darauf Verzichten. 

Nun ja - manchmal kommt halt dann doch was dazwischen ...

 

Und nochmal - ich bin im Prinzip kein Befürworter der Abtreibung.
Ich bin nur der Meinung, dass Schwarz-Weiß-Denken (wie so oft) den Betroffenen nicht hilft. 

chai antworten


Stern
 Stern
Beiträge : 3214

@kristinchristin 

Für mich persönlich ist Abtreibung nicht mit meinem Glauben vereinbar. Aber: das ist etwas persönliches, ich finde nicht, dass man das pauschalisieren kann. Niemand sollte die Gründe verurteilen, die eine Frau dazu bringen, ein Baby abzutreiben. Keiner von uns kann das wirklich beurteilen, was da passiert. Ich kann beratend zur Seite stehen -  verurteilen, nein. Ich kann nur für mich beschliessen, dass ich das aus dem Respekt für das Leben heraus nicht kann oder will. Aber ich kann nicht erwarten, dass alle so denken wie ich.

stern antworten
Queequeg
Beiträge : 7591
Veröffentlicht von: @stern

Ich kann nur für mich beschliessen, dass ich das aus dem Respekt für das Leben heraus nicht kann oder will. Aber ich kann nicht erwarten, dass alle so denken wie ich.

Gut geschrieben.

queequeg antworten


Rosanne
Beiträge : 126

Als ich mit knapp 20 Jahren in einem Ferienlager eine äusserst attraktive, junge Frau kennenlernte, die schon bald mit mindestens zwei der Feriengäste auf den Heuboden landete, war ich schockiert. Das es so etwas gab…. Ich versuchte in der Woche vorsichtig mit ihr zu sprechen, was schliesslich gelang. Als sie mir in Vertrauen erzählte, dass sie bereits vier Abtreibungen hinter sich hatte, war der Schock komplett. Ich habe ihr meine Meinung gesagt und mir vorgenommen, nie, nie eine Abtreibung zu befürworten.

Da wusste ich noch nicht, dass ich viele Jahre später selber für die Entscheidung stehen würde.

Ja, in dieser interessanten Diskussion fehlt nämlich ein wichtiger, ganz anderer Aspekt. 

Mein erstes Kind: alle vorgeburtliche Untersuchungen tipptopp, geboren wurde ein kerngesunder Bub.

Mein zweites Kind: nach der ersten vorgeburtlichen Untersuchung reiste ich ganz zuversichtlich in die Ferien. Oh, eine Nachricht auf dem Beantworter: „Können Sie heute Nachmittag in die Praxis vorbeikommen? Es ist etwas nicht gut mit dem Baby in Ihrem Bauch“.

Nicht nur die Ferien waren damit anders als vorher. Mein ganzes Leben ist seither nicht mehr wie vorher.

Ich habe sehr lange gehadert. Mit Gott gesprochen. Ich hätte am Schluss dafür aber auch dagegen entscheiden können. Mit beidem hätte ich wohl leben können. Mein Ehemann war eher für die möglichst frühe Abtreibung.

Und ja, ich habe das Kind schliesslich behalten, geboren, durch Abklärungen, Therapien, Einschulungs- und Ausbildungsversuche, und viele Abweisungen geschleppt. Habe meine Karriere dafür aufgegeben, weil der geschätzte Ehemann nicht bereit war, hierfür auch nur ein paar Prozent seiner kostbaren Arbeitszeit zu opfern. Wir haben unseren Wohnort dem Kind zuliebe verlassen, weil ein Teil der Nachbarschaft (nicht nur Kinder) das Mobbing nicht sein lassen konnten. Mittlerweile hat das Kind das Erwachsenenalter erreicht, braucht aber sein Leben lang eine Beistandschaft. Noch sind wir das als Eltern, irgendwann werden das „Fremde“ übernehmen müssen.

Ja, Leute, einfach damit ihr wisst, dass es nicht immer so einfach ist, wie es aussieht.

Von wegen Lifestyle…. 

 

rosanne antworten
1 Antwort
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814

@rosanne Danke für diese persönliche Stellungnahme.

 

chai antworten
Queequeg
Beiträge : 7591
Veröffentlicht von: @chai

Und nochmal - ich bin im Prinzip kein Befürworter der Abtreibung.
Ich bin nur der Meinung, dass Schwarz-Weiß-Denken (wie so oft) den Betroffenen nicht hilft. 

Eine meiner Patientinnen, hatte eine hebephrene Psychose mit allen möglichen Chaotismen in ihrem Lebensalltag. Das äußerte sich vor allem in Beziehungen zu Männern. Wenn sich jemand nur halbwegs nett und freundlich zu ihr verhielt, war sie schneller in seinem Bett als der gucken konnte. Sie hatte immer die Hoffnung, dass sie die Liebe des Mannes aus ihrem Misere holen könnte. Aber keiner dieser Männer liebte sie wirklich.

Sie wurde zweimal schwanger und brauchte von mir ein Attest, dass schon die Schwangerschaft eine nicht tolerierbare Belastung darstellte. Ich habe ihr diese Atteste gegeben. 

queequeg antworten
7 Antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 1778

@queequeg 

Das ist schlimm. Sowohl das Verhalten der Schwangeren als auch dein Verhalten.

johnnyd antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@johnnyd 

Das ist schlimm. Sowohl das Verhalten der Schwangeren als auch dein Verhalten.

Ganz zu schweigen vom Verhalten jener, die leichtfertig verurteilen.

 

 

 

lucan-7 antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 1778

@lucan-7 

Du dichtest wieder. Es geht nicht um verurteilen und nicht um leichtfertig verurteilen.

Es geht darum, dass ein menschliches Leben vernichtet wird und man dafür keine Gründe nennt, die man gegenüber einem Erwachsenen gelten lassen würde - wieso dann bei einer viel schutzbedürftigeren Person.

Es ist eine andere Frage, wie man das Verhalten sanktioniert.

johnnyd antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@johnnyd 

Es geht darum, dass ein menschliches Leben vernichtet wird und man dafür keine Gründe nennt, die man gegenüber einem Erwachsenen gelten lassen würde - wieso dann bei einer viel schutzbedürftigeren Person.

Es wurde begründet. Wie schwer diese Begründung tatsächlich wiegt ist für Aussenstehende gar nicht zu beurteilen, so lange wir nicht mehr Details haben. Da sollte man mit Verurteilungen besser etwas zurückhaltend bleiben.

Und nur der Vollständigkeit halber: Ich bin selber grundsätzlich gegen Abtreibungen, weil dadurch ein vollständiges menschliches Leben verhindert wird - und das halte ich für ziemlich schwerwiegend. Und ich denke auch nicht, dass es hier allein um die schwangere Frau geht, es geht eben auch um einen anderen, potentiellen Menschen.

Auf der anderen Seite gibt es keine objektive Methode festzustellen, wann genau ein menschliches Leben beginnt. Auch die Bibel schweigt sich dazu aus. 

Persönlich bin ich ja nach wie vor der Meinung, dass 4. Mose 5, 22 eine Abtreibung schildert... auch wenn die Stelle nicht eindeutig ist und gerne anders interpretiert wird.

lucan-7 antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 1778

@lucan-7 

Klar ist das zu beurteilen. Besonders, wenn eine Seite besonders schutzbedürftig ist und überhaupt nicht gehört wird.

Wann menschliches Leben beginnt ist eine spannende Frage und sicher auch ein Stück weit willkürlich. Man kann bestimmte körperliche Entwicklungen (Herz, Hirn, Lunge) als Grenze nehmen oder erst die Geburtswehen, die vollendete Geburt oder gar erst die Annahme des Kindes durch die Mutter oder den Vater (der Mutter oder des Kindes) oder zB die Beschneidung oder Taufe (also eine religiöse/öffentliche Bekanntgabe); jedenfalls einen einigermaßen klaren Zeitpunkt.
Ich halte es für sehr überzeugend, dafür die eigene DNA und Zellteilung zu nehmen. Denn bei körperlichen Entwicklungen kommt man sehr in die Bredouille, wenn man über bestimmte Erkrankungen und Komapatienten spricht und um die Geburt herum finde ich das offensichtlich zu spät.

Ja, die Bibelstelle halte ich auch im Ergebnis für die Darstellung einer ärztlich-religiösen Abtreibung, allerdings noch vermischt mit einer offiziellen Vaterschaftsfeststellung und damit Unterhaltspflicht.
Abtreibung ist darin den Ehemännern vorbehalten, allerdings keine Privatangelegenheit, die man selbst vornimmt. Und diese offizielle Vaterschaftsfeststellung verbietet das Zurückhalten der Versorgung von Mutter und Kind aufgrund ausgedachter Gründe (Fremdgehen). Ich schätze sogar, dass man nachgeburtlich dann nicht mehr geltend machen konnte, dass die Schwangere fremdgegangen sei (Präklusionswirkung).

johnnyd antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@johnnyd 

Wann menschliches Leben beginnt ist eine spannende Frage und sicher auch ein Stück weit willkürlich. Man kann bestimmte körperliche Entwicklungen (Herz, Hirn, Lunge) als Grenze nehmen oder erst die Geburtswehen, die vollendete Geburt oder gar erst die Annahme des Kindes durch die Mutter oder den Vater (der Mutter oder des Kindes) oder zB die Beschneidung oder Taufe (also eine religiöse/öffentliche Bekanntgabe); jedenfalls einen einigermaßen klaren Zeitpunkt.

Wie du schon schreibst: Jede Festlegung ist hier willkürlich. Man kann den Herzschlag als Basis nehmen, oder "bewusstes Empfinden", Zellteilung oder sonstwas.

Deshalb versuche ich hier anders zu argumentieren: Abtreibung bedeutet, dass einem werdenden Menschen das Leben vorenthalten wird - unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt sie vorgenommen wird. Deshalb lehne ich sie auch ab.

Dennoch sehe ich auch gerechtfertigte Ausnahmen, und ich denke auch nicht, dass sich Abtreibung mit Mord gleichsetzen lässt. Entscheidend ist, dass eine Gesellschaft danach streben sollte, dass Frauen möglichst wenig Gründe für eine Abtreibung haben. Es geht also um Versorgungssicherheit, keine Stigmatisierung alleinerziehender Mütter, Unterstützung im Beruf, medizinische Versorgung, Möglichkeiten der Adoption und dergleichen. Da gibt es immer eine Menge Verbesserungsbedarf.

Wenn es aber trotz allem Gründe für eine Abtreibung gibt... dann ist das eben so. Das sollte dann auch nicht kriminalisiert werden.

lucan-7 antworten
Jella
 Jella
(@jella)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 13

@queequeg in ein solches Leben können sich die wenigsten hinein denken. 

Ich hatte einmal eine Bekannte mit einer komplizierten psychiatrischen Diagnose. Zu dieser der Zeit hatte ich ein relativ geräumiges Haus, hatte bereits Kinder zu meinen eigenen aufgenommen und habe ihr angeboten, sie könnte zunächst bei mir wohnen damit sie die Schwangerschaft gut übersteht. Und dann kann das Kind für immer bei mir bleiben. 

Sie hat abgelehnt. Und sie konnte es begründen. Mir würde sie es ja zutrauen dass ihr Kind bei mir glücklich ist. Aber was wäre, wenn mir etwas zustößt? Wie würde das Jugendamt weiter entscheiden? Sie würde schon vor Panik nicht lebend durch die Schwangerschaft kommen. Dabei war sie durchaus gläubig. Sie meinte, sie gibt das Kind lieber in Gottes Geborgenheit zurück. Dort ist es in Sicherheit!

Ich habe sie dann bei allem rund um den Abbruch begleitet, und ich habe es gerne für sie getan.

 

jella antworten


Arcangel
Beiträge : 6387

@kristinchristin 

Und wie passen solche Stellen wie diese hier in das Bild

5.Mose 28,15 Wenn du aber nicht auf die Stimme des HERRN, deines Gottes, hörst und nicht alle seine Gebote und Satzungen, die ich dir heute gebe, hältst und nicht danach handelst, dann werden all diese Flüche über dich kommen und dich erreichen: 16 Verflucht bist du in der Stadt, und verflucht bist du auf dem Feld. 17 Verflucht ist dein Korb und dein Backtrog. 18 Verflucht ist die Frucht deines Leibes und die Frucht deines Bodens, der Nachwuchs deiner Rinder und der Zuwachs deiner Schafe. 19 Verflucht bist du, wenn du kommst, und verflucht bist du, wenn du gehst.

Im Prinzip ist ja jeder der nicht auf Gott hört verflucht und das schon im Mutterleib. 

Römer 3,10 Da ist kein Gerechter, auch nicht einer, 11 da ist keiner, der Verstand hätte, da ist keiner, der Gott suchte. 12 Alle sind sie vom Weg abgekommen, allesamt taugen sie nichts; da ist keiner, der sich in Güte übte, keiner, auch nicht einer. 13 Ein offenes Grab ist ihr Schlund, mit ihrer Zunge verbreiten sie Lug und Trug, Natterngift bergen ihre Lippen. 14 Ihr Mund ist voller Fluch und Bitterkeit, 15 rasch sind ihre Füsse bereit, Blut zu vergiessen, 16 Verwüstung und Elend säumen ihre Wege, 17 und den Weg des Friedens kennen sie nicht. 18 Gottesfurcht gilt nichts in ihren Augen. 19 Wir wissen aber: Was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die mit dem Gesetz leben, damit jeder Mund gestopft werde und alle Welt schuldig sei vor Gott.

Wie passen diese Stellen deiner Meinung nach zusammen? Gerade in Beziehung zur Abtreibung. 

arcangel antworten
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