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Glaube an sich

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Geo
 Geo
Themenstarter
Beiträge : 48

Hallo,

welche Frage mich schon immer beschäftigt: Wo doch alle Religionen behaupten, sie selber wären die Wahrheit, dann gibt es doch gar keine Wahrheit an sich. Ich meine, wenn ich mit dem Buddhismus oder Islam oder anderen Religionen glücklich lebe, wieso sagen die dann alle, dass ich dann aber später geleutert werde, weil ich an was falsches geglaubt habe. Woher nehmen die verschiedenen Religionen ihren Anspruch die einzig wahre und richtige zu sein?

Grüsse gehen raus...

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Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 2 Wochen

Beiträge : 26
Veröffentlicht von: @geo

Hallo,

 Ich meine, wenn ich mit dem Buddhismus oder Islam oder anderen Religionen glücklich lebe, wieso sagen die dann alle, dass ich dann aber später geleutert werde, weil ich an was falsches geglaubt habe.

Nachtrag: ich denke, im Grunde meinen die Leute mit Läuterung die Läuterung von destruktiven Einflüssen des jeweiligen Glaubens. Auch im Christentum gibt es ja Strömungen die solche destruktiven Gedanken verteilen, z.B. wenn bestimmte Gruppen andauernd mit der ewigen Verdamnis drohen. Da passiert es leicht, dass ein Gläubiger das gesamte Christentum abschüttelt und sich einer anderen Religion zuwendet. Oder anders herum, jemand der ein buddhistischer Mönch ist und Angst hat, als Hund wieder auf die Welt zu kommen, weil er nicht keusch war, kann es als Befreiung erleben, wenn er zum Christentum konvertiert. 

mariposa22 antworten
Geo
 Geo
(@geo)
Beigetreten : Vor 2 Wochen

Beiträge : 48

@mariposa22 Nichts desto trotz stimmt aber das alles nicht... denn es gibt kein Paradies, Himmel, Chakra und an was da sonst noch alles geglaubt wird. Wieso soll ich also vor was Angst haben, das es für mich garnicht gibt. Und nicht nur für mich, denn dies alles gibt es ja überhaupt nicht. Ich vergleiche das so: Sollte ein Goldbarren vor mir liegen, dann ist das so. Sollte ich mir meinen Arm gebrochen haben, dann ist das so. Was aber sein könnte oder ich glaube an irgendwas, dann ist das nicht so. Ob es mir gefällt oder nicht.

geo antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137

@geo 

Dass es kein "Paradies" und keinen "Himmel" gibt, dem stimme ich zu. Das sind Worte, die eine treue Kopie dessen sind, was man hier im irdischen Leben erleben kann - nur eben um Dimensionen besser. Als geografische Bezeichnung für eine Wirklichkeit außerhalb unserer sind sie absurd.

Aber wenn man sie so versteht, dass sie zum einen die menschliche Sehnsucht nach einem "Paradies" oder "Himmel" zum Ausdruck bringen und in diesem übertragenen Sinn auch die Hoffnung oder den Glauben daran, dass es so sein wird, ist das eine andere Sache.

Zum einen gibt es ganz einfach diese Sehnsucht, seit die Menschen von den Bäumen gekommen sind und gemerkt haben, dass das Leben arg tödlich ist. Zum anderen denke ich durchaus, dass es in diesem Sinne etwas wie einen Himmel gibt - nur eben nicht als eine Art göttlichen Staat, der irgendwo ein geografisches Areal hat.

queequeg antworten
Geo
 Geo
(@geo)
Beigetreten : Vor 2 Wochen

Beiträge : 48

@queequeg Also sowas wie Zion z.B. "Siehe, der Himmel ist schon mitten unter euch" soll Jesus mal gesagt haben. Nur gilt das eben im strengen Sinn wieder nur für die hier zuständige oder relevante Gruppe (Zielgruppe). Ich kann eben mit diesen ganzen Gespinsten nichts mehr anfangen. Entweder man verständigt sich hier in der modernen Welt oder man schweigt.

geo antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137

@geo 

Appellplatz

Nun, das ist ja einer der Gründe dafür, warum man von mir viel von dem erfahren kann, was ich nicht glaube, aber kaum etwas von dem, was ich glaube. Es würde sowieso niemand wirklich verstehen und nichts mit anfangen können.

Unlängst noch hat mich jemand engagiert dazu eingeladen, den Arum Gottes zu betreten, wie er in siehst und versteht. Der Mensch konnte schlicht und einfach nicht nachvollziehen, dass ich da ja längst schon drin bin, nur eben mit anderen Bildern als er.

Es erklärt nicht wirklich etwas, aber ist vielleicht ein Beispiel, wie es verstanden werden kann: Der französische Journalist, der beim Appel auf dem Hof eines KZ - der für jeden jede Sekunde den Tod bedeuten kann - freut sich über ein Gänseblümchen, das zwischen den Steinen hervorkommt, und über sein Leben. Dieser Mann, das denke ich, war im Himmel - mitten auf dem Appellplatz

queequeg antworten
Geo
 Geo
(@geo)
Beigetreten : Vor 2 Wochen

Beiträge : 48

@queequeg Das ist schön. Ich meinte das auch mit meiner Vorstellung, dass mein Paradies eine grüne Wiese sein soll. Diesen Glauben hatten auch schon die alten Ägypter mit ihrem Schilfmeer oder die alten Griechen mit ihrem (jetzt fällt mir doch glatt der Name daztu nicht ein). Dies kann man doch gleichsetzen mit Eden oder Zion oder eben auch einem Gänseblümchen, das den menschlichen Grausamkeiten trotzt. Also die Hoffnung der Menschen auf eine gerechtere Welt. Wenn man sich von den Schrecken der Welt distanzieren kann anstatt sich einfangen zu lassen, dann ist man schonmal auf einem richtigen Weg (Erbsünde usw.), mMn.

geo antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137

@geo 

Erbsünde

Das ist der Kern- und Angelpunkt der christlichen Religion überhaupt. Oder besser gesagt, nicht "Erbsünde", wie es vor allem in der kath. Kirche verstanden wird, aber der "Sündenfall, der die Erbsünde ja begründet haben soll.

Ich halte die Genesis für einen Mythos und dementsprechend auch die Geschichte des Sündenfalls, den es in der Realität nie gegeben hat. Damit entfällt die ganze "Sündentheologie" i.S. einer Auflehnung gegen Gott oder eines Ungehorsams ihm gegenüber komplett. Dann gibt es natürlich auch keinen Grund dafür, den Menschen zu bestrafen.

queequeg antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 2 Wochen

Beiträge : 26
Veröffentlicht von: @geo

.. denn es gibt kein Paradies, Himmel, Chakra und an was da sonst noch alles geglaubt wird. Wieso soll ich also vor was Angst haben, das es für mich garnicht gibt. Und nicht nur für mich, denn dies alles gibt es ja überhaupt nicht. Ich vergleiche das so: Sollte ein Goldbarren vor mir liegen, dann ist das so. Sollte ich mir meinen Arm gebrochen haben, dann ist das so. Was aber sein könnte oder ich glaube an irgendwas, dann ist das nicht so. Ob es mir gefällt oder nicht.

Hi Geo,

das ist doch gut. Du lässt dir nicht so leicht etwas vormachen und bewahrst dir deinen kritischen gesunden Menschenverstand. Aber bitte vergiss nicht, dass es viele Dinge gibt, von denen du überhaupt nichts weißt bzw. nie erfahren hast. 

Deine Frage zielte aber daraufhin ab, warum viele Menschen von einem Glauben abwenden und einem anderen zuwenden. Viele Menschen lassen sich eben leicht manipulieren und steigern sich dann solange in eine fixe Idee hinein bis sie seelischen Schaden erleiden.

mariposa22 antworten
Lucan-7
Beiträge : 15627

@geo 

Wo doch alle Religionen behaupten, sie selber wären die Wahrheit, dann gibt es doch gar keine Wahrheit an sich.

Diese Aussage verstehe ich nicht... die "Wahrheit an sich" (Was immer das auch sein soll...) ist doch völlig unabhängig davon, was irgendwelche Leute glauben oder behaupten.

Woher nehmen die verschiedenen Religionen ihren Anspruch die einzig wahre und richtige zu sein?

Aus dem Glauben. Die Frage müsste eigentlich lauten, weshalb die Gläubigen so überzeugt von ihrem Glauben sind... ein wichtiger Punkt ist da sicher die ständige gegenseitige Bestätigung in der Gemeinschaft mit anderen Gläubigen. Ein anderer Punkt ist die Sichtweise durch eine ganz bestimmte "Glaubens-Brille", das heisst, alles wird so interpretiert, dass es zum eigenen Glauben passt und diesen bestätigt.

Über die Wahrheit des Glaubensinhaltes sagt das nichts aus... und in der Tat kann man nur feststellen, dass nicht alle Religionen der Welt gleichzeitig wahr sein können.

Aber das ist für den Anhänger einer bestimmten Religion ja ohne Belang - für diesen sind es immer die "anderen" Religionen, die falsch sein müssen, so dass das eigene Weltbild durch andere Religionen nicht gefährdet wird.

 

lucan-7 antworten
4 Antworten
Geo
 Geo
(@geo)
Beigetreten : Vor 2 Wochen

Beiträge : 48

@lucan-7 

Vielen Dank für Deine Antwort. D.h. ich kann sozusagen eine Religion haben (z.B. Evang.-Luth.) aber trotzdem an keine "Überzeugung" glauben. Es wird quasi hier zwischen Religion und Glaube unterschieden. MfG

geo antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15627

@geo 

Vielen Dank für Deine Antwort. D.h. ich kann sozusagen eine Religion haben (z.B. Evang.-Luth.) aber trotzdem an keine "Überzeugung" glauben.

Ich bin nicht ganz sicher wie du das meinst... ich bin ja selber auch noch Mitglied der evangelischen Kirche, aber ich glaube nicht und sehe mich als Atheist. Insofern würde ich auch nicht sagen, dass ich eine "Religion habe". Aber das kann natürlich schnell missverständlich werden und jeder versteht hier was Anderes.

Es wird quasi hier zwischen Religion und Glaube unterschieden.

Diese Unterscheidung halte ich für irreführend. Es gibt ja diese Modeerscheinung unter manchen Christen, die eigene Überzeugung als "Glauben" und andere Überzeugungen als "Religion" zu bezeichnen, um zu unterstreichen dass der eigene Glaube "wahr" ist und die übrigen Religionen "falsch".

Da aber die anderen Religionsgemeinschaften genau so denken ist eine solche Unterscheidung nicht praktikabel und letztlich nur Propaganda in eigener Sache.

 

lucan-7 antworten
billy-shears
(@billy-shears)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 1513

@lucan-7 

und in der Tat kann man nur feststellen, dass nicht alle Religionen der Welt gleichzeitig wahr sein können.

Wie kann man das feststellen? 

Um ein Gegenbeispiel zu nennen, in Sure 5 bezeichnet der Koran Thora und Evangelium als wahr.

billy-shears antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15627

@billy-shears 

Wie kann man das feststellen?

Um ein Gegenbeispiel zu nennen, in Sure 5 bezeichnet der Koran Thora und Evangelium als wahr.

Ich denke alle Religionen haben irgendwo Gemeinsamkeiten... aber als Ganzes können sie nicht gleichzeitig wahr sein.

 

lucan-7 antworten


billy-shears
Beiträge : 1513

@geo

Veröffentlicht von: @geo

Woher nehmen die verschiedenen Religionen ihren Anspruch die einzig wahre und richtige zu sein?

Von den drei abrahamitischen Religionen kann ich zumindest sagen: Nicht von ihrer jeweiligen Heiligen Schrift.

billy-shears antworten
1 Antwort
Geo
 Geo
(@geo)
Beigetreten : Vor 2 Wochen

Beiträge : 48

@billy-shears das stimmt wohl, denn niemand hält sich heutzutage an diese Schriften.

geo antworten
Queequeg
Beiträge : 3137

@geo 

Religionen sind ja nicht der Anfang der Geschichte, sondern in gewisser Weise ihr Ende.

Am Anfang stand in der Menschheit aller sich dann entwickelnden Kulturen die Angst vor den Bedingungen des Daseins - insbesondere Leid und Tod - und vor diesem Hintergrund die Angst davor sinnlos zu sein.

Um dem zu entkommen, wurden dann die Himmel und die Götter ersonnen mit deren Himmel so ziemlich jede Angst besänftigt werden konnte.

Tja, wenn man dann das gefunden hat, was einen über jeden Unbill der Existenz weg hilft und der Existenz noch einen hohen Sinn verleiht, lässt man sich das natürlich nicht nehmen. Am Ende kommen dann eben Religionen heraus, die sich gegenseitig bekämpfen müssen.

queequeg antworten
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Geo
 Geo
(@geo)
Beigetreten : Vor 2 Wochen

Beiträge : 48

@queequeg Und genauso ist es heute! Darum habe ich meinen eigenen Glauben entwickelt: Wenn ich gestorben bin, dann wache ich auf einer Wiese auf. Was ich dann alles noch entdecken oder erfahren werde kann ich in diesem Leben noch nicht wissen...

geo antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3137

@geo 

Quantenphysik

So in etwa meine ich es auch. Man kann nur einen eigenen Glauben haben und keinen, der von wem auch immer vorformuliert ist.

Und wie Du sagst, man kann durchaus an etwas glauben, was über die gegenwärtige Existenz hinausgeht, aber nicht wirklich etwas dazu sagen. Ich vergleiche das mit der Beschreibung der physischen Wirklichkeit, die wir kennen.

Die klassische Physik hatte über Jahrtausende hinweg diese Wirklichkeit gut beschrieben, so dass man sich in ihr zurechtfand. Vor allem konnte sie die Dinge nachvollziehbar beschreiben.

Die Quantenphysik ist aber grundsätzlich anders, sie ist nicht so einfach beschreibbar, eigentlich nur mit mathematischen Formeln, die aber dem Alltagsverständnis überhaupt nichts sagen. Aber wenn man versucht, die Quantenphänomene mit der Begrifflichkeit der klassischen Physik zu beschreiben, scheitert man.

So sehe ich es in den dogmatisierten Aussagen der Religionen: Die gebrauchen sozusagen das Vokabular der klassischen Welt, um damit die Quantenwelt zu beschreiben und verwickeln sich notgedrungen immer mehr in Widersprüche.

queequeg antworten


bepe0905
Beiträge : 1147

@geo 

Eigentlich ist die Frage gar nicht so schwer zu beantworten: 
Alle Religionen werden hier durch Menschen vertreten und von Menschen verkündigt. 
Ein Mensch wird nur dann von seinem Glauben weitergeben, wenn er selbst auch wirklich davon überzeugt ist. 
Und grundsätzlich ist wohl jeder Mensch davon überzeugt, dass das, woran er glaubt, auch wirklich und wahr und echt ist.
Also verkünden die meisten gläubigen Menschen ihren Glauben als den (einzig) richtigen und wahren, ansonsten stünden sie ja im Widerspruch zu sich selbst. 

Es ist also nicht der "Anspruch der Religionen", die einzige wahre und richtige zu sein,
sondern es ist der Anspruch ihrer Vertreter und Anhänger. 

bepe0905 antworten
1 Antwort
Geo
 Geo
(@geo)
Beigetreten : Vor 2 Wochen

Beiträge : 48

@bepe0905 Der Anspruch ist der der jeweiligen Gemeinschaft, also dann doch auch der der jeweiligen Religion. Denn diese oder jene Religion ist ja nichts anderes als eine Übereinkunft oder auch Gemeinsamkeit der Anhänger dieser oder solcher Gruppen. Also mir kommt es jedenfalls dann so vor, dass hier ein Stück weit der gesunde Menschenverstand fehlt. Aber so schlimm ist es ja bei uns ins Deutschland nicht, da unser Gesetz über die Religionen oder auch Glaubensgemeinschaften steht (in Deutschland gibt es Glaubensfreiheit aber irgendein Glaube kann nicht herrschen). Ich frage mich deshalb: Wie kann es heutzutage immer noch Menschen geben, die ihren Glauben über alle anderen Gesetze stellen? Verstehen die noch nicht, dass es Regeln für das Zusammenleben von verschiedenen Religionen gibt (geben muss)? Wieso lassen die Regierungen solche Unverständigen an ihren Dogmen festhalten? Geht hier dieser Anspruch einer Glaubensfreiheit nicht zu weit?

geo antworten
Geo
 Geo
Themenstarter
Beiträge : 48

Äh Tippfehler: "ins Deutschland" sollte "im Deutschland" heisen.

geo antworten
1 Antwort
Channuschka-Mod
Moderator
(@channuschka-mod)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 139

@geo Ich hoffe "im Deutschland" ist auch ein Tippfehler und sollte "in Deutschland" heißen 😀

channuschka-mod antworten


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