Glaube an sich
Hallo,
welche Frage mich schon immer beschäftigt: Wo doch alle Religionen behaupten, sie selber wären die Wahrheit, dann gibt es doch gar keine Wahrheit an sich. Ich meine, wenn ich mit dem Buddhismus oder Islam oder anderen Religionen glücklich lebe, wieso sagen die dann alle, dass ich dann aber später geleutert werde, weil ich an was falsches geglaubt habe. Woher nehmen die verschiedenen Religionen ihren Anspruch die einzig wahre und richtige zu sein?
Grüsse gehen raus...
Veröffentlicht von: @geoHallo,
Ich meine, wenn ich mit dem Buddhismus oder Islam oder anderen Religionen glücklich lebe, wieso sagen die dann alle, dass ich dann aber später geleutert werde, weil ich an was falsches geglaubt habe.
Nachtrag: ich denke, im Grunde meinen die Leute mit Läuterung die Läuterung von destruktiven Einflüssen des jeweiligen Glaubens. Auch im Christentum gibt es ja Strömungen die solche destruktiven Gedanken verteilen, z.B. wenn bestimmte Gruppen andauernd mit der ewigen Verdamnis drohen. Da passiert es leicht, dass ein Gläubiger das gesamte Christentum abschüttelt und sich einer anderen Religion zuwendet. Oder anders herum, jemand der ein buddhistischer Mönch ist und Angst hat, als Hund wieder auf die Welt zu kommen, weil er nicht keusch war, kann es als Befreiung erleben, wenn er zum Christentum konvertiert.
@mariposa22 Nichts desto trotz stimmt aber das alles nicht... denn es gibt kein Paradies, Himmel, Chakra und an was da sonst noch alles geglaubt wird. Wieso soll ich also vor was Angst haben, das es für mich garnicht gibt. Und nicht nur für mich, denn dies alles gibt es ja überhaupt nicht. Ich vergleiche das so: Sollte ein Goldbarren vor mir liegen, dann ist das so. Sollte ich mir meinen Arm gebrochen haben, dann ist das so. Was aber sein könnte oder ich glaube an irgendwas, dann ist das nicht so. Ob es mir gefällt oder nicht.
Dass es kein "Paradies" und keinen "Himmel" gibt, dem stimme ich zu. Das sind Worte, die eine treue Kopie dessen sind, was man hier im irdischen Leben erleben kann - nur eben um Dimensionen besser. Als geografische Bezeichnung für eine Wirklichkeit außerhalb unserer sind sie absurd.
Aber wenn man sie so versteht, dass sie zum einen die menschliche Sehnsucht nach einem "Paradies" oder "Himmel" zum Ausdruck bringen und in diesem übertragenen Sinn auch die Hoffnung oder den Glauben daran, dass es so sein wird, ist das eine andere Sache.
Zum einen gibt es ganz einfach diese Sehnsucht, seit die Menschen von den Bäumen gekommen sind und gemerkt haben, dass das Leben arg tödlich ist. Zum anderen denke ich durchaus, dass es in diesem Sinne etwas wie einen Himmel gibt - nur eben nicht als eine Art göttlichen Staat, der irgendwo ein geografisches Areal hat.
@queequeg Also sowas wie Zion z.B. "Siehe, der Himmel ist schon mitten unter euch" soll Jesus mal gesagt haben. Nur gilt das eben im strengen Sinn wieder nur für die hier zuständige oder relevante Gruppe (Zielgruppe). Ich kann eben mit diesen ganzen Gespinsten nichts mehr anfangen. Entweder man verständigt sich hier in der modernen Welt oder man schweigt.
Appellplatz
Nun, das ist ja einer der Gründe dafür, warum man von mir viel von dem erfahren kann, was ich nicht glaube, aber kaum etwas von dem, was ich glaube. Es würde sowieso niemand wirklich verstehen und nichts mit anfangen können.
Unlängst noch hat mich jemand engagiert dazu eingeladen, den Arum Gottes zu betreten, wie er in siehst und versteht. Der Mensch konnte schlicht und einfach nicht nachvollziehen, dass ich da ja längst schon drin bin, nur eben mit anderen Bildern als er.
Es erklärt nicht wirklich etwas, aber ist vielleicht ein Beispiel, wie es verstanden werden kann: Der französische Journalist, der beim Appel auf dem Hof eines KZ - der für jeden jede Sekunde den Tod bedeuten kann - freut sich über ein Gänseblümchen, das zwischen den Steinen hervorkommt, und über sein Leben. Dieser Mann, das denke ich, war im Himmel - mitten auf dem Appellplatz
@queequeg Das ist schön. Ich meinte das auch mit meiner Vorstellung, dass mein Paradies eine grüne Wiese sein soll. Diesen Glauben hatten auch schon die alten Ägypter mit ihrem Schilfmeer oder die alten Griechen mit ihrem (jetzt fällt mir doch glatt der Name daztu nicht ein). Dies kann man doch gleichsetzen mit Eden oder Zion oder eben auch einem Gänseblümchen, das den menschlichen Grausamkeiten trotzt. Also die Hoffnung der Menschen auf eine gerechtere Welt. Wenn man sich von den Schrecken der Welt distanzieren kann anstatt sich einfangen zu lassen, dann ist man schonmal auf einem richtigen Weg (Erbsünde usw.), mMn.
Erbsünde
Das ist der Kern- und Angelpunkt der christlichen Religion überhaupt. Oder besser gesagt, nicht "Erbsünde", wie es vor allem in der kath. Kirche verstanden wird, aber der "Sündenfall, der die Erbsünde ja begründet haben soll.
Ich halte die Genesis für einen Mythos und dementsprechend auch die Geschichte des Sündenfalls, den es in der Realität nie gegeben hat. Damit entfällt die ganze "Sündentheologie" i.S. einer Auflehnung gegen Gott oder eines Ungehorsams ihm gegenüber komplett. Dann gibt es natürlich auch keinen Grund dafür, den Menschen zu bestrafen.
Veröffentlicht von: @geo.. denn es gibt kein Paradies, Himmel, Chakra und an was da sonst noch alles geglaubt wird. Wieso soll ich also vor was Angst haben, das es für mich garnicht gibt. Und nicht nur für mich, denn dies alles gibt es ja überhaupt nicht. Ich vergleiche das so: Sollte ein Goldbarren vor mir liegen, dann ist das so. Sollte ich mir meinen Arm gebrochen haben, dann ist das so. Was aber sein könnte oder ich glaube an irgendwas, dann ist das nicht so. Ob es mir gefällt oder nicht.
Hi Geo,
das ist doch gut. Du lässt dir nicht so leicht etwas vormachen und bewahrst dir deinen kritischen gesunden Menschenverstand. Aber bitte vergiss nicht, dass es viele Dinge gibt, von denen du überhaupt nichts weißt bzw. nie erfahren hast.
Deine Frage zielte aber daraufhin ab, warum viele Menschen von einem Glauben abwenden und einem anderen zuwenden. Viele Menschen lassen sich eben leicht manipulieren und steigern sich dann solange in eine fixe Idee hinein bis sie seelischen Schaden erleiden.
Veröffentlicht von: @lucan-7Darauf, dass Gott vobeikommt, dir einen Tritt in den Hintern gibt und dir sagt: "Da geht's lang!" kannst du vermutlich lange warten...
Ich tue mich eben schwer mit Allmächtigen, die es dann nicht mal schaffen, mir etwas aufzutragen. Ist Gott allmächtig, auch wenn seine Allmächtigkeit niemals einsetzt? Ist irgendwie ein Paradoxon.
Ich tue mich eben schwer mit Allmächtigen, die es dann nicht mal schaffen, mir etwas aufzutragen. Ist Gott allmächtig, auch wenn seine Allmächtigkeit niemals einsetzt? Ist irgendwie ein Paradoxon.
Ein Paradoxon ist es sowieso.
Allerdings stellt sich auch die Frage, warum ein Gott, auch wenn er allmächtig ist, denn genau so handeln sollte, wie du dir das vorstellst oder gerne hättest...
Veröffentlicht von: @deborah71Wenn jemand in Not ist, dann kommt oft wunder-bare Hilfe unverhofft, überraschend im Moment und man kann sie erkennen. Und Gott bekommt die Ehre dafür.
Wie wäre es, wenn der "Zufall" oder das "Glück" die Ehre dafür bekäme?
@deborah71 Ich versuch's mal: Bevor ich meine 1. Aufgabe von Gott bekomme, bekomme ich anstatt dessen wieder einen Darwin-Award. Was weis ich, wieviele Darwin-Awards ich schon habe, hab' sie nicht gezählt.
Veröffentlicht von: @lucan-7wie du dir das vorstellst oder gerne hättest...
Ich will ja nicht mit von der Partie sein. Er soll seine (mich) Schachfigur ziehen und gut is. Meine Mündigkeit hindert mich nur daran, den Willen Gottes zu tun. Natürlich werde ich jeglichen Auftrag auch hinterfragen. Aber Gott sollte letztendlich immer die Oberhand behalten, nicht ich. Wie er mich mal hernimmt oder mich hernehmen mag, kann ich ihm ja nicht vorschreiben.
Veröffentlicht von: @mariposa22erleiden.
nehmen. Leid ist keine Option. Die sagen uns immer, wir müssen alles erleiden. Ist Liebe leiden? Leider predigen sie immer so: Erleide das maximale, dann wirst du in den maximalen Himmel kommen, den Perfekten, den einzigen zwischen den Himmeln und der Erden. Da ich perfekt lebe, habe ich ja schon den Himmel auf Erden: Und siehe da, das Himmelreich ist schon da. Aber welches? Welche Dogmen werden letztendlich siegen? Ich darf da mal eins favourisieren: Ich kann die Herrlichkeit des Herrn nicht schauen, sie ist zu gewaltig. Will ich auch garnicht. Ich will nur geleitet werden, mehr nicht. Als Gottes Werkzeug sollte man sich nicht immer nur auf sich besinnen, sondern ab und zu mal auch auf den Willen Gottes. Ob ich da jetzt als Werkzeug auch tot bin, interessiert mich nicht. Leben, Tod oder sonst was, interessiert mich nicht. Wie kann es so schwer sein zu verstehen, dass nicht andauernd eine Erfolgsbestätigung passiert. Trotzdem sind alle "Menschen" darauf aus. Ich wünschte, Gott würde mich wenigstens als eine Sau sehen, die zufrieden aus ihrem Trog frisst.