Grausame Religionsansichten
Jeder weiß vom Erdbeben in Afghanistan.
Die Taliban verbietet, verschüttete Frauen zu retten und zu versorgen. Begründung: Frauen dürfen nicht berührt werden.
Ich bin innerlich echt gequält. Frauen und Mädchen verrecken qualvoll, weil deren *pieeep* Religion wichtiger ist.
Kenne ich ja leider auch aus dem alten Germanian. Hexenverbrennungen
USA, christliche Rassentrennung.
Religion zerstört jedwede Ethik.... (nicht häufig....aber genug)
Religion zerstört jedwede Ethik.... (nicht häufig....aber genug)
Jemand hat es mal so zusammengefasst:
Gute Menschen tun Gutes. Böse Menschen tun Böses.
Damit gute Menschen Böses tun, braucht es Ideologie.
@meriadoc Nicht nur damals.
(Vorausgesetzt, es gibt überhaupt böse und gute Menschen. Aber das ist eine andere Diskussion... )
(Vorausgesetzt, es gibt überhaupt böse und gute Menschen. Aber das ist eine andere Diskussion... )
da erübrigt sich meine Frage weiter unten. Wenn es diese Einteilung nicht gibt, stellt sich dann die Frage, welche Relevanz die von dir zitierte Aussage hat.
@arcangel Wenn es diese Einteilung nicht gibt, stellt sich dann die Frage, welche Relevanz die von dir zitierte Aussage hat.
Na, diese Einteilung gibt es ja. Derjenige, den ich zitierte (und nein, ich kann da die Quelle nicht nennen, den Aphorismus habe ich schon öfter in verschiedenen Zusammenhängen gelesen, meist steht da statt Ideologie sogar Religion, ich habe also hier m.A.n. sinngemäß, nicht wörtlich zitiert) hat sie gemacht. Inwiefern die Distinktion zwischen guten und bösen Menschen sinnvoll, bzw. das von mir gebrachte Zitat nun relevant sei, kannst Du ja vielleicht selbst beurteilen. Ich könnte dazu hier jetzt eine ellenlange Abhandlung schreiben, aber den Aufwand mag ich mir gerade nicht aufbürden. Meine Antwort wandte sich ja zuerst an Meriadoc, und der konnte offenbar was damit anfangen. Reicht mir gerade. 🙂
Gute Menschen tun Gutes. Böse Menschen tun Böses.
Interessant du teilst also die Welt in Gute Menschen und Böse Menschen ein. Was bist denn du? Gehörst du zu den Guten?
@meriadoc Frauen und Mädchen verrecken qualvoll, weil deren *pieeep* Religion wichtiger ist.
Da muss man vielleicht noch etwas genauer hinschauen. Es könnte sein, dass es so ist, wie Du schreibst. Es könnte aber auch sein, dass aufgrund der mangelnden Rettungskapazitäten für jedes Mädchen, das nicht gerettet wird, ein Junge gerettet werden kann. Dass also die Rettungskapazitäten darüber bestimmen, wie viele Menschen absolut aus den Trümmern gerettet werden, nicht die Religion. Die Religion (und die übliche patriarchale Denke, die ideologieübergreifend in vielen Teilen der Welt herrscht) sorgt dann also nur dafür, dass bei der Frage "wer von denen, die wir unmöglich alle retten können, wird denn bevorzugt gerettet?" mehr Männer und Jungen als Frauen und Mädchen gerettet werden. Die Religion hilft dann womöglich nur dabei, diese Priorisierung als irgendwie "vor Gott gerechtfertig" denken, also das eigene Gewissen beruhigen zu können.
Das ethische Problem, dass es immer Kapazitätsgrenzen gibt beim Helfen in existentiellen Gefahrensituationen - das hatten wir hier in Deutschland auch während der Corona-Krise mal ausführlicher diskutiert: Wenn die Notaufnahmen überquellen - welcher Notfall wird dann zuerst behandelt und welche Patienten sterben, bis sie "an der Reihe" sind?
Und am Ende dieser Gedankenkette steht? Es werden aus der "Religionsgründen" die Jungen gerettet (weil die nämlich mehr wert sind) und die Mädchen und Frauen sterben.
Und du darfst die Motivation hinter dem Beitrag, die Wut, die Traurigkeit auch sehen und mal eher darauf eingehen ...
@neubaugoere Und am Ende dieser Gedankenkette steht?
Falls Dich das wirklich interessiert: Ich habe es gerade in meiner Antwort an Chai ausführlich dargestellt.
Und du darfst die Motivation hinter dem Beitrag, die Wut, die Traurigkeit auch sehen und mal eher darauf eingehen ...
Danke für die Erlaubnis. 🙂
Was genau unterscheidet deine Darstellung der Wertung ob Mann oder Frau gerettet werden von dem Klartext von Meriadoc?
Mir wird echt schlecht ob der Verbrämung durch viele Worte.
@deborah71 Mir wird echt schlecht ob der Verbrämung durch viele Worte.
Tut mir leid.
@jack-black Es wird so oder so religiös begründet.
Nimm an, da sind zwei Personen verschüttet - Mann und Frau, Junge und Mädchen.
Und beim einen wird gebuddelt und die andere lässt man liegen.
Eine Lösung könnte sein, dass Frauen von weiblichen Rettungskräften geborgen werden, aber wo kriegt man die her?
Veröffentlicht von: @deborah71THW Deutschland hat weibliche Rettungskräfte und weibliche Hundeführerinnen.
Bundeswehr Ärztinnen und Sanitäterinnen
Vielleicht auch noch weibliche Rettungshunde?
Falls das auch wichtig sein sollte.
Das Bebengebiet ist ein sehr armes "Stück Land" ... Ich hoffe, dass die weltweiten Rettungshelfer sich auf den Weg machen ...
Lasst uns für die Opfer beten und für die, die dieser Religion anhängen, auf dass sie anderes erfahren.
@chai Es wird so oder so religiös begründet.
Ja.
Eine Lösung könnte sein, dass Frauen von weiblichen Rettungskräften geborgen werden, aber wo kriegt man die her?
Gute rhethorische Frage. Man kann diese Frage erweitern, um zu dem Punkt zu kommen, um den es mir ging: Wo kriegt man genug Rettungskräfte her, um alle zu retten?
In Afghanistan gibt es keine Frauen in den Rettungskräften, und, da widerspreche ich der Zielrichtung Deiner rhethorischen Frage überhaupt nicht: das liegt daran, dass aus ideologischen Gründen (hier ist die Ideologie der Islam) Frauen nicht mal die Möglichkeit offen steht, in solchen Bereichen zu arbeiten.
Und ja: selbstverständlich ist das scheiße! Es sollte nicht so sein.
Und nun kann man sagen: die böse Religion Islam sorgt dafür, dass es keine Frauen in den afghanischen Rettungskräften gibt, die ja verschüttete Frauen/Mädchen berühren und also retten dürften. Und man kann auch sagen: die böse Religion Islam sorgt dafür, dass überhaupt diese dämliche Idee, man dürfe Frauen nicht berühren, als göttliches Gebot verstanden wird. Und man kann sagen: selbst falls nicht alle Menschen aufgrund der mangelnden Hilfekapazitäten gerettet werden könnten, würde ohne den Islam wenigstens nicht auf Grundlage der Geschlechtszugehörigkeit selektiert, sondern (hoffentlich) aufgrund besserer Kriterien: Welchen Opfern ist am schnellsten und effektivsten zu helfen, wo können mit den zur Verfügung stehenden Mittel die meisten Opfer gerettet werden, welche Opfer haben nach der Rettung die meisten Überlebenschancen... Und so weiter und so fort.
Das ist alles richtig und als jemand, der den Islam für eine üble Ideologie hält, bin ich der Letzte, der ihn hier verteidigen wollte.
Allerdings gebe ich zu bedenken, dass Wut und Empörung bei der Analyse von Problemen selten hilfreiche Ratgeber sind, insbesondere, wenn man, so voller Wut und Empörung, sich gern sofort auf der moralisch korrekten Seite wähnt.
Man mag mir nun gern whataboutism vorwerfen, ich erweitere den Blick dennoch mal ein klein wenig, weil wir hier im Forum Ethik und nicht im Forum Islambashing sind und also mich das grundsätzlichere ethische Problem interessiert:
Wenn wir sagen: "Unabhängig von einer beliebigen Gruppenzugehörigkeit muss Menschen in Not gleich engagiert geholfen werden!", und wenn wir es daher für einen moralischen Skandal halten, dass man aus ideologischen Gründen die einen rettet und die anderen verrecken lässt: Was ist dann mit der Definanzierung von USAID, also Hilfsorganisationen durch das US-Regime, die nach Schätzungen zu vielen Millionen Todesopfern (14 Mio. war die letzte Zahl, die ich in dem Zusammenhang las) führen wird? Was ist mit unserer Politik, die ebenfalls den Entwicklungsetat schrumpfen lässt, während woanders Sondervermögen in dreistelliger Milliarden-Höhe für militärische Aufrüstung zur Verfügung gestellt werden?
Wir als deutsche Gesellschaft, wir als "Werte-Westen" schauen zu, wie anderswo die Leute verrecken und unsere Gewissensberuhigung darüber, wie selektiv solidarisch wir mit den verschiedenen Hilfsbedürftigen sind, mag auf den ersten Blick weniger klar ideologisch sein als die der Taliban. Aber dort, wo sie überhaupt existiert, und nicht einfach Ingoranz und Bequemlichkeit uns davon abhalten, dort zu helfen, wo ohne Hilfe gestorben würde, ist unsere Gewissensberuhigung beim näheren Hinsehen eben doch auch ideologisch. Beispielsweise, indem wir "Leistungsgerechtigkeit" über "Verteilungsgerechtigkeit" setzen. Wie es unsere christlichen Regierungsparteien halt so zum ethischen Mantra machen.
In Afghanistan sorgt die ideologische Moral der Herrschenden (Männer) dafür, dass die Interessen ihrer Gruppe (Männer) den Interessen der Ohnmächtigen (Frauen) vorangestellt werden. Hier sorgt die ideologische Moral der Herrschenden genauso dafür dass ihre Interessen den Interessen der Ohnmächtigen vorangestellt werden. Denke an unsere Asyl-/Migrationsdiskussionen.
Bei uns ist die herrschende Ideologie der zunehmend nationalistische Neoliberalismus/Finanzkapitalismus und also werden die Interessen des Großkapitals bedient und die Interessen der Armutsflüchtlinge nicht: bei letzteren nimmt man insgeheim beruhigt zur Kenntnis, wenn sie im Mittelmeer ersaufen und dadurch andere Arme davon abschrecken, aus ihren höllischen Lebensbedingungen zu fliehen.
In beiden Fällen ist eine verlogene Ideologie ausschlaggebend. Dort der Islam, hier ein nationalistischer Kapitalismus mit einem Narrativ, als sei es tatsächlich im Interesse "der" Deutschen, wenn sich Superreiche ein doppeltes goldenes Näschen daran verdienen, weil der Iwan kurz vor der Haustür stünde und als würde es den "Sozialstaat retten", wenn diejenigen, die in der Autoproduktion freigesetzt werden, nun in der Waffenproduktion das "Wirtschaftswachstum" ankurbeln.
Dass die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen gemäß der islamischen Moral ethischer Müll ist, braucht meiner Ansicht nach gar nicht weiter diskutiert zu werden. Selbstverständlich ist das ethischer Müll! Aber wenn hier von uns aus, die wir wie die Maden im Speck leben, während in anderen Teilen der Welt (und übrigens zumehmend auch in den unteren Schichten unserer Gesellschaft) bewirkt wird, dass Leute existentiell leiden, denen man helfen könnte, wenn man seine Ressourcen etwas verteilungsgerechter einsetzen würde - das halte ich für bedenkenswerter und daher weise ich darauf immer dann hin, wenn mir das Zeigen auf die bösen Anderen dort drüben allzu wohlfeil erscheint.
@jack-black Für Taliban sind Frauen schlicht und einfach nichts wert. Da unterscheidet sie sich nicht von der Hamas.
Frauen zu schlagen ist auch ganz normal, gibt es auf youtube genügend dazu zu finden wie sich Hamas angegriffen fühlen, wenn man die Meinung vertritt Frauen hätten auch Rechte.
@jack-black Ja wenn man Triage machen würde kann das Geschlecht kein Kriterium sein.
@meriadoc Möglicherweise gibt es tatsächlich Frauen dort, die lieber verschüttet und unberührt bleiben, als gerettet zu werden und danach ein Leben in Schande zu erwarten? Bei uns heißt es ja andersrum "Frauen und Kinder zuerst" und die Männer bleiben auf der Strecke. Andere Länder, andere Sitten.
@plueschmors
Möglich. Ist es an uns, zu urteilen, zu entscheiden, zu richten? Nein, es ist an uns, zu helfen, zu beten ...
Veröffentlicht von: @neubaugoere@plueschmors
Möglich. Ist es an uns, zu urteilen, zu entscheiden, zu richten? Nein, es ist an uns, zu helfen, zu beten ...
Aber die Hilfe muss ja auch gewollt und angenommen werden.
Davon weiß ich noch nichts. Wird sie denn konkret abgelehnt?
@plueschmors
Nicht nur auf Knie rutschend beten, Täter sein.
Aber in diesem Fall hilft beides nicht mehr viel.
Doch... Gebet kann bewirken, dass Gott die Herzen der Entscheider bewegt, weibliche Hilfskräfte ins Land zu lassen.
Tacheles: Wenn du diese Angelegenheit gepostet hast, um deine gefühlte Empörung und Hilflosigkeit zu verteilen und Unglauben zu zelebrieren, .... nun ja ....taugt genauso wenig wie die frauenfeindliche Religion.
Veröffentlicht von: @deborah71Tacheles: Wenn du diese Angelegenheit gepostet hast, um deine gefühlte Empörung und Hilflosigkeit zu verteilen und Unglauben zu zelebrieren, .... nun ja ....taugt genauso wenig wie die frauenfeindliche Religion.
Vielleicht einfach, um dem Unverständnis Ausdruck zu verleihen?
Gebet als untauglich in die Tonne zu schreiben hat schon ein Gschmäckle. Zumal Gebet den Arm Gottes bewegen kann, die Menschen in Einsatz zu bringen, die vor Ort helfen können. Es gelten immer noch die 3G: Gebet, Geben, Gehen ... und keine Person muss alles alleine machen.
Veröffentlicht von: @deborah71Gebet als untauglich in die Tonne zu schreiben hat schon ein Gschmäckle.
Wurde das denn getan? Ich lese hier einfach Resignation.
Möglicherweise gibt es Menschen (Männer und Frauen), die helfen wollen und vielleicht auch können.
Aber das mit der Einsicht ist halt auch wichtig.
Nicht nur auf Knie rutschend beten, Täter sein.
Aber in diesem Fall hilft beides nicht mehr viel.
Es wird ganz konkret gelistet, was nötig ist.
Da das Erdbeben in der Nacht zum 1. September war, ist da einiges schon angelaufen.
@deborah71 Ich hatte es gelesen.
Für mich stand der Aspekt der Resignation vor der evtl. etwas fragwürdigen Formulierung.
Hmmmhjaaaah, wäre es nicht irre, wenn der ER bei denen...den Talibanisten... erscheinen würde.
Einige Wochen dort bleibt.....
DAS wäre Erweckung.
Áber ganz ehrlich: Ich bete seit Jahren nicht mehr. Nur sporadisch....wenn mich was Überfordert......wie es alle so tun.
Alles andere habe ich aufgegeben.
Ist anderes Thema
Áber ganz ehrlich: Ich bete seit Jahren nicht mehr. Nur sporadisch....wenn mich was Überfordert......wie es alle so tun.
Es gibt sehr viele Beter und Fürbitter...die regelmäßig und zielorientiert beten. Sie geben nicht auf, auch wenn manche Ergebnisse nicht sofort zu sehen sind.
Natürlich wird auch bei Überforderung gebetet, aber eben nicht nur.
Gib dir eine Chance, mehr mit Gott zu erleben und sehen zu können, wo ER am Wirken ist. Wer sollte denn sonst in unmöglich erscheinenden Situationen helfen können? Satan wird es ganz sicher nicht.
Veröffentlicht von: @meriadocÁber ganz ehrlich: Ich bete seit Jahren nicht mehr. Nur sporadisch....wenn mich was Überfordert......wie es alle so tun.
Ja, das tun viele. Leider. Sich immer erst dann an Gott wenden, wenn sie selbst am Ende sind. Statt ihn einfach vorher zu befragen und die Dinge mit ihm anzugehen. Ist viel einfacher und nicht so nervenaufreibend.
Und nein, es tun eben nicht "alle" so. Hier darfst du durchaus differenzieren: "alle, die du kennst und/oder vielleicht um dich hast".
Ich kenne auch hier auf jesus.de einige Menschen, die dies nicht so tun. Bitte durchdenke doch deine Worte, bevor du deine "Pauschalkeule" schwingst. Danke.
Ja, ist leider so.
Zu viele "Enttäuschungen" können einem echt Mürbe machen. Da gibt es sogar ein Zitat in der Bibel, ich weiß nicht wo.
USA, christliche Rassentrennung.
Nicht zu vergessen die grossen Rassentrennungen im atheistischen Deutschland der 30 und 40, die gezielte rassische Unterdrückung unter den ebenfalls atheistischen Bolschewiken, die nicht slawische Völker, gezielt dezimierten. Oder die doch so durch Religiosität hervorstechenden Roten Khmere, oder die RAF in Deutschland waren ja auch ganz fromme, und Ernesto Guevara, hat sich auch durch seine tiefst religiöse Überzeugung hervorgehoben.
@arcangel Nicht zu vergessen die grossen Rassentrennungen (...)
Nein, die sollte man alle nicht vergessen. Gerade jetzt aber haben mit der letzten Entscheidung des Supreme Court das aktuellste Beispiel von Rassismus. Der von der kompakten Mehrheit der evangelikalen Christen an die Macht gewählte Präsident (ich wiederhole die Lektüreempfehlung, weil es selten ein prophetischeres Buch gab: Annika Brockschmidt: Amerikas Gotteskrieger) setzt sich durch damit, dass seine Abschiebungs-Schergen nach rassistischen Merkmalen willkürlich verhaften und verschleppen dürfen.
Der Stalinismus wurde besiegt. Die Roten Khmer wurden besiegt. Die RAF in Deutschland endete irgendwann in Stammheim oder der Vergessenheit. Selbst Hitler, der nicht exkommunizierte Katholik mitsamt seinen Blut-und-Boden-Religionsanhängern wurde schließlich "überwunden".
Wer hält den Rassismus des christlich-nationalistischen US-Faschismus auf?
Der von der kompakten Mehrheit der evangelikalen Christen an die Macht gewählte Präsident
Die PRRI Statistik sagt Folgendes.
Die vorläufigen Exit-Umfragen zur Präsidentschaftswahl 2024 zeigen, dass die religiösen Wähler in den USA weitgehend den Erwartungen entsprechend abgestimmt haben. Weiße evangelikale Protestanten bleiben die wichtigste religiöse Wählerschaft der Republikanischen Partei, wobei mehr als acht von zehn weißen Evangelikalen für den ehemaligen Präsidenten Donald Trump gestimmt haben. Sechs von zehn weißen Katholiken und weißen Mainline-/nicht-evangelikalen Protestanten stimmten ebenfalls für Trump. Edison Exit Polls zeigen, dass 72 % der weißen Christen für Trump gestimmt haben.
https://prri.org/spotlight/religion-and-the-2024-presidential-election/
Da scheinst du auf den ersten Blick recht zu haben.
Nur habe ich da zwei Einwände, erstens Evangelikale machen in dieser Statistik gerade mal 30% der Wählerbasis aus?
Und der zweite Einwand ist die Frage, wer ein Evangelikaler ist.
Und da gibt es eine Definition von den Evangelikalen:
„Die amerikanische Evangelisation forderte die Menschen auf, vier Prinzipien anzunehmen: Biblicismus, der besagt, dass die Bibel in allen Angelegenheiten die höchste religiöse Autorität ist; Kreuzzentrismus, der darauf hinweist, dass das Opfer Christi am Kreuz den Weg zur Erlösung ebnet; Bekehrung, die die Menschen dazu aufruft, „wiedergeboren“ zu werden, ein einzigartiges und lebensveränderndes Ereignis, das den Weg eines Menschen zum christlichen Glauben einleitet; und Aktivismus, der betont, dass Christen diese Welt nicht vernachlässigen sollten, sondern aktiv daran arbeiten sollten, Leben durch Missionsarbeit sowie politisches und kulturelles Engagement zu verändern“ (Ülgül 555).
Gerade christliche Kirchen in den USA, monieren, dass der amerikanische Mainstream-Evangelikale, lediglich einen Aktivismus im politischen und kulturellen Bereich betreibt. Die grosse Mehrheit, dieser Mainstream-Evangelikalen, sind christlich sozialisiert, gross geworden. Haben aber kaum bis gar keine Ahnung von der Bibel, gehen selten bis gar nie in eine Kirche, und können auch kein Bekehrungserlebnis vorweisen. So, ja, kein wahrer Schwede.
Was in den USA bekämpft werden muss, ist dieser pseudochristliche nationalistisches Selbstverständnis, der weissen Herrenrasse, welche die USA gross gemacht hat. Selbst bei TYT kommen sie langsam auf den Trichter, dass es einen Unterschied zwischen der nationalistischen evangelikalen amerikanischen Partei und Evangelikalen gibt.
Denn was ich so aus der amerikanischen christlichen evangelikalen Szene mitbekomme, und ich höre doch einige Podcasts. So gab es da kaum eine kompakte Mehrheit, die Trump unterstützt haben, und diejenigen, die für Trump gestimmt haben, taten dies als Votum gegen die Demokraten. (nur zur Erinnerung die Wahlbeteiligung in den USA liegt bei gut 60%) Aber spätestens ab dem Moment, als ICE Agenten am Sonntagmorgen in die Kirchen stürmten und jeden, der etwas mehr Hautpigmentierung hatte, eingesackt haben (es gab sogar Einzelfälle, da haben amerikanische Bürger eingesackt) ist die Stimmung vollends gekippt.
Aber das kümmern den weissen evangelikalen Christen, der noch nie in der Bibel gelesen, hat, wohl noch nie in einen Gottesdienst gegangen ist, und auch keine Ahnung davon hat, was Christus für ihn getan hat, kein bisschen, er ist stolzer weiser Christ. Denn alle anderen sind muslimische Terroristen, vaterlandsverachtende Kommunisten, oder südamerikanische Schwerstkriminelle.
Deine Polemik zielt auf die falsche Gruppe ab.
@arcangel
Es ist zwar auch mindestens teilweise religiös begründet , dennoch könntest auch noch auf arabischen Rassismus und den Sklavenhandel in der Region bzw. der islamischen Religion eingehen. Da auch weit verbreitet.
@ga2 dennoch könntest auch noch auf arabischen Rassismus und den Sklavenhandel in der Region bzw. der islamischen Religion eingehen. Da auch weit verbreitet.
Ja, das ist ein interessantes Thema. Neulich erfuhr ich , warum Sklaven eigentlich Sklaven heißen und nicht beispielsweise Servi. Kommt aus dem frühen Mittelalter, wo die christlichen Herrscher Europas (Karolinger) Kriegsgefangene - Slawen - in den arabischen Raum exportierten. Man brauchte ja was, um Gewürze oder auch die Seidenvorhänge in all den Kirchen zu bezahlen. Hier kann man sich die entsprechende Vorlesung anschauen, zu dem erwähnten Punkt kann man auf ~ 43:00 vorspulen: Klick mich!
Sklavenhandel hat es bereits vor Jesu Zeit reichlich gegeben.
Westsaharahandel: 600 vC waren da wohl erst die Punier ziemlich aktiv, danach die Garamanten.
Quelle: Wikipedia, Transsaharahandel unter T. in der Antike
Dann gab es noch mediterranen Sklavenhandel. Der Umfang in dem Gebiet ging nach dem Untergang des römischen Reiches deutlich zurück.
Mit zunehmender Christianisierung sei es trotz allem zunehmend zu Freilassungen und Assimilisierung an das städtische Leben gekommen.
lt. Wikipedia, Mediterraner Sklavenhandel
Jetzt noch viel über Sklavenhandel innerhalb von Subsahara-Afrika
zu schreiben, erspare ich mir mal. Nur, dass es bereits vor arabischen und europäischen Sklavenhändlern diesen gab.
Es war damals zunächst einfach „normal“ Menschen als Sklaven zu nehmen. Leider. Und auch Christen haben sich daran beteiligt. Andererseits war es in England eben auch ein Christ (John Newton) bei dem es eine Wandlung gab nach seiner Bekehrung (wenn die auch etwas länger dauerte), vom zunächst noch Kapitän eines Sklavenschiffes zu jemanden, der sich gegen Sklaverei einsetzte. Er war später als Pastor mit William Wilberforce (auch Christ) befreundet, der seinen Sitz im Unterhaus dazu nutzte um die Abschaffung der Sklaverei in England zu fordern. Nachdem das irgendwann erreicht war, engagierte er sich für die Abschaffung der S. in anderen europäischen Ländern.
@ga2 Sklavenhandel hat es bereits vor Jesu Zeit reichlich gegeben.
Nur hießen Sklaven damals eben noch nicht Sklaven. ^^ Und die "islamische Religion", die Du erwähnst, auch nicht.
Die Intention Deines obigen Postings war es, den christlichen Rassismus zu relativieren und den "arabischen Rassismus" dagegen zu stellen und dafür fiel Dir, so meine Vermutung, ein, dass es im arabisch-islamischen Raum viel Sklavenhandel gab. Was ja nicht falsch ist, aber, wie aus der von mir verlinkten Geschichts-Vorlesung hervorgeht, ein Geschmäckle hat: Die islamische Welt war zu dem Zeitpunkt, als der Begriff Sklave (das englische "Slave" ist sogar noch näher dran) sich durchsetzte, die Kundschaft - der Anbieter, also die Seite, die Sklaven gewissermaßen herstellten, waren die europäischen Christen.
Deine Relativierung geht also meiner Ansicht nach ziemlich nach hinten los, was ihre Intention angeht, "die anderen" (hier also den Islam) als die noch Schlimmeren hinzustellen.
Was nun den Rassismus angeht, so ist der wohl ein weltweit verbreitetes Phänomen und keine mir bekannte Weltreligion hat sich da mit Ruhm bekleckert. Aber Ausgangspunkt dieses Seitenstrangs war der Verweis von Meriadoc auf die USA mit ihrer christlichen Rassentrennung.
Bei der man sich als Christ ja vielleicht mal überlegen könnte, ob man nicht erstmal analysiert, warum ausgerechnet in so einem "christlichen Land"* die Rassentrennung bis in die 1960er Jahre eine Selbstverständlichkeit war und warum ausgerechnet in diesem besonders christlichen Land jetzt gerade wieder die Uhr in jene traurigen Zeiten zurückgedreht wird, indem der Präsident rassistisches Vorgehen von vermummten "Sicherheitskräften" gesetzlich durchpaukt - und die Volksmehrheit ihm dafür zujubelt
Woran könnte das liegen?
*Auch Deutschland war während der Hitlerzeit ein christliches, d.h. mehrheitlich von sich als Christen verstehenden Leuten bewohntes Land, und die rassistischen Ideen der Nazis hatten mit Atheismus wenig zu tun, auch wenn sicherlich einige der tonangebenden Nazis Atheisten waren. Bei den wenigsten der mir namentlich bekannten Nazis wäre ich mir aber, ohne jetzt nachzugoogeln, dessen sicher: Hitler jedenfalls war schon mal keiner.
Auch bei den meisten anderen der von Arcangel genannten "Beispiele" war der Atheismus derer, die fraglos brutal und menschenverachtend rassistisch handelten oder z.B. religiös Gläubige verfolgten, der eigentliche Grund solcher Verfolgungen und Verbrechen. Denn aus der Überzeugung, dass es keinen Gott gebe, lässt sich nicht ableiten, dass nicht-slawische Völker gezielt dezimiert werden sollen usw. usf.. Ich werde das jetzt nicht im Einzelnen darstellen, weil ich in Arcangels Einlassung lediglich eine Ablenkung erkennen kann von der von Meriadoc angesprochenen Ungeheuerlichkeit. Die doch eigentlich für Christen, die selbst nicht rassistisch denken, sich auch als eine schreckliche Ungeheuerlichkeit darstellen müsste: Leute, die an denselben Gott glauben und die doch sozusagen "zur Familie" gehören, verhalten sich so?!
Meine Intention war es darzustellen, dass es eben nicht nur die christlichen Länder waren, die Sklaverei betrieben, sondern dass die Menschen das schon sehr lange vorher taten.
Es wird oft so dargestellt, dass es „die Weißen“ gewesen seien, die Menschen zu Sklaven gemacht hätten und Handel mit ihnen getrieben hätten. Das stimmt aber so nicht. Die haben das auch gemacht. Was es nicht entschuldbarer macht. Aber Sklavenhandel war weit verbreitet und gab es eben schon lange bevor es Christen gab. Auch wenn der Begriff Sklave da noch nicht existierte. Und Sklavenhandel war eben nicht an irgendeine Religion gebunden.
Was die USA angeht, liegt das in erster Linie in der Verantwortung der USA und den Leuten, die Sklaverei forcierten und gut hießen. Und ich gehe davon aus, dass sich die Kirchen und deren Vorsteher, die Sklaverei begrüßt oder sich auf die Seite der Nazis zur Zeit Hitlers gestellt hatten, ein besonders hartes Urteil beim Gericht erwarten wird. Sie hätten das Unrecht in Frage stellen können und haben es nicht getan. Sie hätten auf Profit aus dem Unrecht verzichten können und haben es nicht getan.
Zu dem Thema gibt es noch mehr Facetten, auch die Wikinger haben regelmässig die slawischen Gebiete geplündert und sie Slawen dann als Sklaven verkauft.
Klar, man kann so ziemlich jedes Verhalten religiös begründen, Völkermord, Mord, Vergewaltigung und noch ganz viel mehr. Man kann aber auch andere Weltanschauungen nehmen, um dasselbe zu begründen.
Götz Alys "Wie konnte das geschehen" hat ein ganz gutes Buch dazu geschrieben, wie, es dem NS-Regime gelungen ist, die Mitte der Gesellschaft, in eine Mitschuld hineinzuziehen. Sein Fazit ist, dass jeder von uns heute wohl kein bisschen anderes handeln würde, egal aus welchem politischen Spektrum oder religiösen Überzeugung jemand komme. Er zeigt wunderbar auf, wie rechts religiöse Evangelikale genauso mitmachten, wie linke Gewerkschafter. Wenn du das Buch nicht lesen magst, hier ein guter Artikel zu dem Buch.
Religion kann missbraucht werden, ja, zweifelsohne. So kann auch jeden andere Weltanschauung.
Die Frage ist, ist Religion einfacher zu missbrauchen, als andere Systeme? Und ist Religion (und in diesem Fall das Christentum im Speziellen) inhärent ein Instrument zum Missbrauch?