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Mal ehrlich: Harte Wahrheiten über Glauben

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THOW42
 THOW42
Themenstarter
Beiträge : 139

1 Es ist nicht alles Gold, was glänzt. 2 Nicht alles lässt sich schönreden. 3 Macht macht Glauben gefährlich. 4 Schluss mit Rechtfertigungen, bei sich selbst oder anderen. 5 Unsere Geschichte ist voller Schuld, Gewalt und Verrat. 6 Missbrauch im Namen Gottes ist Missbrauch des Namens Gottes. 7 Glaube macht nicht zum besseren Menschen. 8 Gott kennt keine Lieblinge.

9 Wer wagt noch zu glauben? 10 Der, der Gott fürchtet – bis zum letzten Atemzug. 11 Und um Vergebung fleht. 12 Und seine Gnade begreift. 13 Denn er allein ist gütig und gnädig. 14 Am Kreuz.

Thow 374: Harte Wahrheiten

Ich zitiere und teile meinen eigenen Text, weil es mir ein Anliegen ist, weiterzugeben, was mich die letzten Jahre gelehrt haben: wie schnell und wie oft Glaube missbraucht wird – und wie reflexhaft er dann vereinfacht verteidigt wird. Im Großen wie im Kleinen.

Ich habe ihn geschrieben, weil ich gemerkt habe, dass ich mich weder für meinen Glauben noch gegen Kritik rechtfertigen will. Nicht aus Trotz, sondern aus Ehrlichkeit.

Der Text soll kein Urteil über andere sein, sondern eine (Er-)Klärung für mich selbst.

Er benennt harte Wahrheiten – und endet dort, wo für mich alles trägt: am Kreuz.

Antwort
269 Antworten
AWHler
 AWHler
Beiträge : 2297
Veröffentlicht von: @jack-black

Ich halte Kierkegaards berühmte Formulierung aus philosophischer Sicht für überbewertet - sie findet eigentlich auch nur bei ohnehin schon gläubigen Christen Anklang, ist also eher eine Predigt an den Chor, womöglich reine Selbstaffirmation

Kierkegaards Formulierung magst Du "aus philosophischer Sicht überbewertet" halten  ... geboren ist sie sicher aus de eigenen existentiellen Erfahrung & Reflexion ... und aus dem Chor (der Christen) antworten die "hohen Stimmen" vieler gläubiger sicher im Widerspruch:"Wo bleibt Deine Heilsgewissheit?????"

Veröffentlicht von: @jack-black

Die Glaubensposition ist der gemäß längst schon eingenommen. Da braucht es also überhaupt keinen "Sprung in den Glauben" mehr - sondern nur die Entscheidung, sich Scheuklappen anzulegen für alle Gegengründe*. Klar: wenn man genervt ist davon, dass ständig Kritik an den eigenen Glaubenspositionen erschallt und wenn man das Gefühl hat, es könne einem etwas verloren gehen, wenn man diese Glaubenspositionen aufgäbe - dann liegt die Entscheidung, einfach dieser Kritik keinen Raum mehr zu geben, sich also nicht mehr mit ihr auseinander zu setzen, bzw. ihre Evidenz rundweg abzustreiten, nahe.

Es geht ja gerade nicht um eine "schon eingenommene Glaubensposition" und um "Scheuklappen für alle Gegengründe" - sondern um die existentielle Erfahrung eines offenen, amvivalenten, angefochtenen Lebens, in dem ich nicht ein für alle mal eine letzte Gewissheit (singularisch und plural) behaupten kann, sondern immer wieder nur wagen kann, vorlaufige Entscheidungen ohne letzte Gewissheit zu treffen.

Veröffentlicht von: @jack-black

Kurz: Du bestätigst, was ich schrieb: Dass man sich nicht zum Glauben entscheidet. Sondern immer** nur abhängig vom Glauben.

Aber eben durchaus ein Glaube, der angefochten sagen muss: "Ich entscheide mich für das Wagnis des Vertrauens!" und "springe". Theologen nennenn es den "eschatologischen Vorbehalt", Agnostiker die letztliche Offenheit unseres Urteil-Vermögens über "wahr oder falsch".

L'Chaim

awhler antworten


hundemann
Beiträge : 597

"wir schauen der Wahrheit ins Auge."  ein Lied von Albert Frey

https://www.youtube.com/watch?v=OLTOAu6JkYo

 

Das hilft mir selbst, bei den vielen unterschiedlichen Meinungen zu dem Glauben an Christus.

Versuchen in Christus Jesus meine Glaubensmitte zu finden. Und das ich mir immer bewusst bin,

das ich nicht Gott bin, bei allen Fragen eine Antwort habe.

Als Musiker spiele ich deshalb nicht nur Lobpreislieder, worship, sondern auch andere Glaubenslieder.

Loblieder gehören dazu, aber auch Wut im Glauben, Enttäuschung, Angst, und Einsamkeit, Verachtung.

Christus wurde Mensch, und hat das alles durchlebt. Deshalb kann ER mit uns leiden.

Bis zum bitteren Tod am Kreuz.

Gott hat den höchsten Platz im Himmel eingenommen, aber auf der Erde nimmt Er freiwillig den

letzten Platz ein. So liegt ER wie Menschen oft im Dreck, atmet verpestete Luft ein. 

Durch diese Demut entwaffnet ER meinen Hochmut.

Nachfolge Christi kann wunderschön sein, aber auch sehr hart, und doch auch Freude im Leid.....

 

liebe Grüße,

hundemann antworten
Goldapfel
Beiträge : 1590

@thow42 

Mir gefällt dein Text und ich gehe bei den harten Wahrheiten und den Gedanken dahinter mit.

Zur Frage des Glauben wagens, bin mir allerdings nicht ganz sicher. Mir ist das etwas zu wenig, zu kurz.

Da fehlen mir persönlich etwas die Sehnsucht nach mehr und ein „sich auf  die Suche begeben“ am Anfang. Aber es ja deine persönliche Frage, wer dann noch Glauben wagt und nicht meine. 

Für mich hingegen gehörten da noch, als Vertrauen (was Glaube ja ist) bildend, fördernd, die Begegnungen und Antworten Gottes während meiner Suche, auf meinem Weg, dazu. 😉

Ich frage mich, ob Ehrfurcht/Gottesfurcht und Glaube nicht zusammen gehen?

Erfahrungen und Erkenntnis durch den Heiligen Geist bilden Ehrfurcht?

Oder ist Gottesfurcht für dich zunächst das Anerkennen, dass dort etwas/jemand ist, soviel größer und besser als man selbst? Quasi eine Art „Aufgeben“? Eine Bereitschaft nicht mehr an sich selbst festzuhalten sondern an Gott?

Manchmal hat Glauben wagen für mich auch viel mit einem Sprung ins unbekannte Wasser zu tun und dem Festhalten an Seinem Wort und der Erinnerung an vorherige Glaubenserfahrungen. Je nachdem, in welcher Situation man gerade steckt.

ga2 antworten
4 Antworten
THOW42
 THOW42
(@thow42)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 139

@ga2 Danke, dass du dich auf den Gedanken einlässt und deine Perspektive teilst.

Wenn manches zu kurz kommt, ist das wohl unvermeidlich. Wie ließe sich ein ganzes Glaubensleben in einen Text – oder selbst in ein Buch – fassen? Es würde dem nie gerecht. Und mehr noch: In dem Moment, in dem es geschrieben ist, gehört es schon zur Geschichte, die weitergeht. Auch deshalb ist der Text Teil meines THOW-Projekts, an dem ich seit zwei Jahren schreibe – und meine Gedanken sind darin noch lange nicht zu Ende formuliert.

Mein „Wagnis“ spricht mitten aus meinem Leben: aus über 50 Jahren Lebenserfahrung und fast 40 Jahren Glaubensweg. Aus schweren und dürren Zeiten, aus Erfolg und Scheitern. Aus der Erkenntnis, dass Leben keine Erfolgsstory ist, sondern endlich.

Und ein Teil dessen, was mich dennoch glauben lässt, ist genau dieses Begreifen: der Größe Gottes – und der eigenen Begrenztheit.

thow42 antworten
Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1590

@thow42 

Ja, es ist spannend.

Erlebe es ähnlich, was eigene Begrenztheit und Größe Gottes angeht.

ga2 antworten
Channuschka-Mod
Moderator
(@channuschka-mod)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 1340

@thow42 

Hallo THOW,

Ich habe den Link aus deinem Beitrag entfernt. Werbung für Dienstleistungen oder Waren sind hier nicht erlaubt (Nutzungsbedingungen) und auf deiner Seite sind nicht nur deine Psalmen zu lesen, sondern auch der Link zu deinem Buch.

Liebe Grüße,

Channuschka-Mod

channuschka-mod antworten
THOW42
 THOW42
(@thow42)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 139

@channuschka-mod

Hallo Channuschka,
danke für die Rückmeldung.

Zur Einordnung: Das Buch ist kein kommerzielles Angebot und verfolgt weder in Umfang noch Zweck ein wirtschaftlich relevantes Ziel. Der Hauptinhalt des THOW-Projekts besteht aus uneingeschränkt frei zugänglichen Texten; das Buch ist ein optionales Angebot für Leser, die bewusst eine gedruckte Form bevorzugen – auf ausdrücklichen Wunsch aus der Leserschaft.

Wenn bereits der bloße Verweis auf solche Inhalte als unzulässige Werbung gewertet wird, obwohl weder eine Dienstleistung angeboten noch ein Verkauf beworben wird, stellt sich für mich die Frage, ob dieses Forum der passende Ort für meine Beiträge ist. Ich danke daher für die Klarstellung und werde meine Konsequenzen prüfen.

Viele Grüße
Alexander

thow42 antworten


Herbert52
Beiträge : 244
Veröffentlicht von: @thow42

7 Glaube macht nicht zum besseren Menschen.

Hallo, ich teile die Statements weitgehend, aber 7 verstehen ich nicht. Glaube ist ja keine Kanon von Aussagen, die man entweder für wahr hält oder nicht. Glaube im biblischen Sinn ist ja erst dann, wenn man das für wahr Gehalten ins reale Leben bringt.   

herbert antworten
1 Antwort
Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1590

@herbert 

Glaube im biblischen Sinn ist ja erst dann, wenn man das für wahr Gehalten ins reale Leben bringt.   

Ich ergänze mal mit eigenen „harten Wahrheiten“:

Wenn ich Gottes Willen erkannt habe, ihn tue und meine, ich sei ein besserer Mensch geworden, habe ich das Ziel verfehlt.

Wenn ich ihn nicht zur Gänze tue, weil ich meine, etwas sei genug, ich hätte ja schon meinen Teil erfüllt, habe ich das Ziel verfehlt.

Wenn ich mich für Flüchtlinge einsetze, Geld und Zeit für soziale Projekte opfere, aber schlecht von meinem Nachbarn denke und ihn aufgrund seiner politischen Einstellung oder seiner mangelnden Bildung oder seiner gesellschaftlichen Stellung verachte oder wenn ich sonst irgendwen verachte, habe ich das Ziel verfehlt.

Wenn ich der Meinung bin, alle sollten ihren Glauben genau so leben wie ich, und mich für besser halte, habe ich das Ziel  verfehlt.

Ich werde kein besserer Mensch. Kann ich auch nicht. Und brauche ich auch nicht mehr. Das Böse lassen, ja. 

Aber je länger ich persönlich mit Jesus unterwegs bin, desto mehr sehe ich auch, was an mir „noch nicht“ passt.

War es zu Beginn eine einzige eher geringe Sache, wo ich dachte, das könnte „Schuld“ sein, oder das wäre nicht richtig, hat Sein Geist mich nach und nach immer mehr überführt. Und ich erfahre immer mehr Gnade. Die mich wiederum frei setzt.

Ich bin immer noch begnadigter Sünder. Mein sich hoffentlich verändertes Verhalten entspringt hoffentlich der Erkenntnis, geliebt und angenommen zu sein und die Freiheit bekommen zu haben, Gottes Willen zu tun, Jesus nachzueifern. 
Die guten Werke, die ich tue, hat Gott für mich vorbereitet. Das kommt nicht aus mir und meiner Kraft. Ich will die offenen Augen und die Bereitschaft haben, diese dann auszuführen. Anderes sind wiederum Früchte des Geistes.

Jesus spricht zwar auch von Freunden, aber eben auch von Dienern, die ihre Pflicht tun und keinen Dank zu erwarten haben. Was ins heutige Verständnis eines Erwerbstätigen vielleicht immer weniger rein passt. 

ga2 antworten
CoffeeandBible
Beiträge : 325

@thow42 7 - Glaube macht nicht zum besseren Menschen

Dem stimme ich grundsätzlich zu - obwohl sich der Gedanke, als gläubiger Mensch müsse man automatisch grundsätzlich "ein guter Mensch" sein, hartnäckiger in meinem Kopf hält als gedacht; liegt wohl auch daran, dass ich viele Menschen kenne, die diese Vorstellung vertreten...

coffeeandbible antworten
14 Antworten
THOW42
 THOW42
(@thow42)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 139

@coffeeandbible Ich gehe sogar noch weiter: Ein guter Mensch zu sein macht mich auch nicht zum Liebling Gottes. Der verlorene Sohn war kein bisschen weniger Liebling als der Sohn zu Hause. Zu keinem Zeitpunkt. Damit kommen wir im Kopf aber nur schwer klar, weil wir es einfach nicht ertragen können, dass er alles und wir nichts zur Erlösung beigetragen haben. Halt! Eines! Wir haben "Ja" gesagt. Aber auch das war ein Geschenk. 

 

thow42 antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19188

@thow42 

Veröffentlicht von: @thow42

Damit kommen wir im Kopf aber nur schwer klar, weil wir es einfach nicht ertragen können, dass er alles und wir nichts zur Erlösung beigetragen haben. Halt! Eines! Wir haben "Ja" gesagt. Aber auch das war ein Geschenk. 

Gute Worte gefunden ... Danke ... 

neubaugoere antworten
CoffeeandBible
(@coffeeandbible)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325

@thow42 Ja, stimmt.

Nicht wenige Menschen - zumindest habe ich das tatsächlich bereits oft so erlebt - verknüpfen Christsein ja ziemlich stark damit, dass ein Christ auch ganz automatisch "ein guter Mensch sein muss", immer nett zu allen, hilfsbereit, aufopfernd, sozial engagiert, usw. usw. Und wenn man mal im zwischenmenschlichen Bereich "Fehler" gemacht hat (ich schreibe es bewusst in Anführungszeichen, weil es absolut menschlich ist), da hieß es dann ganz schnell "Und DU willst ein Christ sein?" usw., also es ging so weit, dass dem anderen das Christsein schon mehr oder weniger direkt abgesprochen wurde - leider solche Situationen schon einige Male mitbekommen...

Das würde eigentlich weitaus mehr Druck erzeugen, als in die Freiheit zu führen (& Glaube bedeutet für mich unter anderem vor allem auch FREIHEIT, im Herzen, in der Seele)... 🤔 

Gerade unter anderem die Geschichte vom verlorenen Sohn beweist ja: Wir müssen nicht aus eigener Kraft heraus die perfekten Gutmenschen sein - wie du schon sagst, Jesus hat uns erlöst.

Und gerade auch in Momenten der Schwäche spüre ich das so stark... Dass man Jesus braucht!

 

coffeeandbible antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19188

@coffeeandbible 

Freiheit im Herzen ... wovon und wofür? 🤔 *rhetorisch*

"ein guter Mensch" - erinnert mich an die Mama eines guten Freundes, die früher in den Gottesdiensten (alters-)verzweifelt war, dass die doch ein guter Mensch sei <- sie "wunderte" sich immer und war dann oft verwirrt, dass "wir" so an dieser "Erlösung" durch Glauben festhielten ... "aber ich bin doch ein guter Mensch, ich tue doch gute Dinge, bin doch nicht böse ...", selbst ihr Sohn sagte dann immer: das rettet aber nicht, es ist der Glaube, das Geschenk des Glaubens annehmen ... (oder so ähnlich) - ich sehe ihre "Verzweiflung" darüber heute noch ... (vor Augen) ...

Zugegeben, ich denke das auch oft (spreche es nur nie aus) - wenn dich Christus frei gemacht hat von ... und für ..., wieso gibt es dann keine Verhaltensänderung bei dir? <- so oder so ähnlich, weil es feststeht, dass - wie Spurgeon (oder Bonhoeffer) einmal sagte: "Christus ist bei einem Menschen noch nie nur halb eingekehrt." Die Veränderung im Herzen wird sichtbar (in Taten/Verhalten). Das ist eine Tatsache. Für mich durchaus eine Art "Ablesegerät", ob das, was derjenige sagt und was er lebt, übereinstimmt (dann weiß ich, wie ich mein Gegenüber einzuordnen habe).

neubaugoere antworten
CoffeeandBible
(@coffeeandbible)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 325

@neubaugoere Also wenn jemand, sage ich einmal, wenig mit anderen Menschen anfangen kann, auch im zwischenmenschlichen Bereich viele Fehler macht, lästert, andere Menschen kritisiert usw. - bedeutet das immer automatisch, dass Jesus bei diesem Mensch noch nicht ganz eingekehrt ist? Ich würde eher sagen, das ist eine Form von Sünde - aber hätte jetzt - mittlerweile - vermutet, auch diese Menschen können trotzdem Kinder Gottes sein & Jesus nachfolgen. Oder täusche ich mich da jetzt doch? Weil es doch ein zu großer Widerspruch wäre? 🤔 

coffeeandbible antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19188

@coffeeandbible 

Es bedeutet, dass ich mir den ganzen Menschen anschauen sollte, um mir ein Bild machen zu können. Wie war er - was erzählt er darüber - und wie ist (verhält) er (sich) jetzt?

"noch nicht ganz eingekehrt" - gibt es das wirklich? Genau das meint derjenige (Bonhoeffer oder Spurgeon) - und ich mit ihm. Jesus macht keine halben Sachen. Der Mensch schon. Meiner Erfahrung nach: wenn Jesus in ein Leben einkehrt, dann macht es sich sofort bemerkbar, weil dieser Mensch eine Umkehr im Denken erlebt und dies wiederum wirkt sich auf das gesamte Leben aus. - Ich will auf dieses: Übereinstimmung in Wort und Tat hinaus (auf nichts anderes) - stimmt das, was mir der Mensch erzählt mit dem überein, was er lebt? DASS ein Umgestaltungsprozess auch dauert, ist klar. DASS jeder eine Entwicklung durchmacht, ist auch klar. Hat der Mensch durch Christus eine vollkommen andere Perspektive auf sich und sein Leben, macht sich das in seinem Leben und Handeln bemerkbar. DAS meine ich.

neubaugoere antworten
Leibesglieder
(@leibesglieder)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 123

@neubaugoere Aber es ist ja oft nur ein Funken und keine Fackel, die sich bemerkbar macht im Anfangsstadium. Deshalb verstehe ich Coffee&Bible. Eine Bekehrung ist für mich Transformation, die braucht Zeit, oft Geduld. Jedenfalls spreche ich da von mir

leibesglieder antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814

@leibesglieder Ja, manche Umkehr braucht viel Zeit. 
Und manche Angewohnheit / Eigenschaft kriegt auch ein Christ nicht so einfach los. 
Und dennoch - auf irgendeine Art sollte sich der Glaube bemerkbar machen.

chai antworten
Leibesglieder
(@leibesglieder)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 123

@chai Das finde ich auch. Aber die Erwartung dass alles gleich geschieht, kann falsche Erwartung erzeugen...

leibesglieder antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814

@leibesglieder Ja, da werden manchmal auch falsche Erwartungen geschürt. 
(Wobei ich meine, dass zwischenzeitlich auch ehrlicher über Enttäuschungen und 'Versagen' geredet wird.)

chai antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19188

@leibesglieder @Chai

Ich frag mal einfach so direkt nach: Ist das aus meinen Worten so herauszulesen? Ich dachte, ich wäre deutlich, worum es mir geht, nämlich um Beziehungen zu leben und nicht bei einem einmaligen Kennenlernen über eine Person so zu urteilen. - Beispiel: Ich kann zwei Menschen in meiner Gemeinde haben, bei der mir beide erzählen, wie sie vor Jahren von Christus erfahren haben, wie sie ihn lieben und mit ihm leben, aber nur bei einer von beiden kann ich das auch erkennen. Man beachte: JAHRE ... es geht mir nicht darum, jede kleine Sünde aufzudecken, da werd ich ja bei mir selbst nicht fertig. Es geht mir darum, zu erkennen, ob bei jemandem Wort und Tat übereinstimmen. <-- MIR scheint das klar. Ist euch auch klar, worum es mir geht? Ich habe nicht das Gefühl, deswegen frage ich.

neubaugoere antworten
Leibesglieder
(@leibesglieder)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 123

@neubaugoere Doch glasklar, ich gehe total mit dir mit 🙂

leibesglieder antworten
THOW42
 THOW42
(@thow42)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 139

@coffeeandbible Es ist für mich ein schmaler Grat und die Gefahr, in seiner Rhetorik mal links, mal rechts runterzufallen oder überinterpretiert zu werden, ist latent. Wer ist erlöst? Der Sünder. Wer sind wir ein Leben lang? Sünder. Wer erlöst uns? Der Erlöser. Ich hab gerade zu dem Thema erst am Sonntag gepredigt (ich meide Link-Verweise, das wird hier nicht gern gesehen). Gnade allein errettet uns — die Gnade führt uns zur Vergebung, denn sie ist selbst Vergebung. Die Vergebung führt uns aber zur Versöhnung. Versöhnung zum Vater hat Jesus gebracht. Wir leben in dieser Versöhnung und tragen sie weiter, indem wir Christus nachahmen. Verändert uns das? Zwingend! Beweist Veränderung etwas? Nein! Aber wenn wir nicht verwandelt werden, zeigt das, dass wir offenbar nicht nachfolgen. Denn die Nachfolge führt immer zur Veränderung unseres Sinnes. Machen wir deswegen weiter Fehler? Aber auf jeden Fall! Kämpfen wir weiter gegen Sünde? Ein Leben lang! Denn wer sagt, er sei ein Nachfolger und kämpft nicht mehr oder braucht nicht zu kämpfen, dessen Verständnis von Gnade müsste ich in Frage stellen. Denn dagegen kämpfen ist uns geboten. Nicht immer gewinnen. Noch nicht.

thow42 antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3214

@thow42 

Der verlorene Sohn war kein bisschen weniger Liebling als der Sohn zu Hause.

Je älter ich werde, desto mehr weiss ich das zu schätzen.

stern antworten


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