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Arbeitsunwilliger Schmarotzer-Sohn

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Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Meine Freundin hat einen 21jährigen Sohn, der kein Interesse daran hat, sich um eine Arbeit zu bemühen. Mit Ach und Krach hat er eine Ausbildung zum Zerspannungsmechaniker hinter sich gebracht; während der Lehrzeit hat er sich die meiste Zeit krankschreiben lassen. Er kifft sehr viel, schläft tagsüber und lebt nur noch nachts. Dann sitzt er an seinem PC und spielt irgendwelche Shooter-Games. Er ist frech und aufsässig, in keiner Weise irgendwie kooperativ. Arbeitslosengeld 1 und Kindergeld sind jetzt ausgelaufen, er bekommt gar nichts mehr und lebt nur noch auf Kosten der Eltern. Er schreibt keine einzige Bewerbung und schnauzt meine Freundin an, wenn sie ihn drauf anspricht. Genauso ergeht es dem Vater, deswegen ist ständig Streit und viel Stress zu Hause.

Welche Rechte haben Eltern, sich gegen solche Kinder zu wehren? Wo könnte sich meine Freundin beraten lassen?

Antwort
495 Antworten
Ungehorsam
Beiträge : 3336

Der Sohn ist 21, also voll geschäftsfähig. Die Eltern sind ihm gegenüber zu nichts mehr verpflichtet.
So lange es ihm im Hotel Mama gut geht, wird er sein Verhalten nicht ändern.
Deine Freundin sollte ihn vor die Tür setzen.
Ich empfehle auch das Aufsuchen einer Suchtberatung, denn nicht nur das Kiffen, sondern auch die durchzockten Nächte deuten auf ein Suchtverhalten hin.

ungehorsam antworten
75 Antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Ich denke auch, dass hier nur rigoroses Durchgreifen helfen würde. Aber sobald ich meiner Freundin das vorschlage, sagt sie mir, das könne sie niemals, schließlich sei er ihr Sohn. Sie würde eher versuchen wollen, ihm zu helfen. Ich frage mich nur, wie genau ...

Anonymous antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 17879
Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Sie würde eher versuchen wollen, ihm zu helfen. Ich frage mich nur, wie genau ...

z.B. indem sie sich an eine Suchtberatungsstelle wendet und beraten lässt.

Das Suchtdreieck muss durchbrochen werden.
Zum Suchtdreieck gehört der Suchtkranke, der Therapeut und die helfende Familienperson, die unbewusst die Sucht deckt und verstärkt.

So wie du die Situation schilderst, ist hier gerade der Suchtkranke, die verstärkende Person (Mutter) und der ohnmächtige? schwache? Vater im Spiel.

Nachtrag vom 14.02.2021 0916
..und du selbst bist in Gefahr, mit in die Mitabhängigkeit reingezogen zu werden, dass über deine Freundschaft zur Mutter das Problem des Sohnes anfängt, dein Leben zu bestimmen.

deborah71 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Ja, ich muss immer sehr aufpassen, mich rechtzeitig davon abzugrenzen. Es würde mich persönlich nur mal interessieren, ob Eltern hier wirklich ohnmächtig ihre Kinder mit durchziehen müssen, wie meine Freundin es vermutet. Denn sie sagt immer wieder, da könne sie halt nichts machen, nur hoffen, dass er sich eines Tages besinnt.

Den Vater halte ich nicht für ohnmächtig, der wettert ganz schön gegen den Sohn und beschuldigt auch seine Frau, an der Misere des Sohnes schuld zu sein (die Tochter ist der gleichen Meinung). Aber irgendwie passiert nichts, außer dass ständig Streit ist.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Na, ich weiß nicht genau: Selbst, wenn sie ihn rausschmeißen würden, ist es nicht noch immer so, dass es unter 25 kein HartzIV gibt und auch die eigene Wohnung nicht bezahlt wird?

Ich sage nicht, dass sie ihn nicht auf eigene Füße setzen sollen - aber ich würde mich vorher informieren.

Vielleicht wäre ja auch möglich, dass man sagt:
Wenn du dir bis Tag x (und das bald) keine Lehrstelle gesucht hast oder eine anderweitige Perspektive, dann machst du ein Freiwilligenjahr!

Anonymous antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194

Das ist nicht ganz richtig. Die Eltern sind zu Unterhalt verpflichtet, bis die Ausbildung abgeschlossen ist und ausnahmsweise für 3 Monate nach Ausbildung zum Zwecke der Arbeitsplatzsuche.

Eltern sind nicht verpflichtet, die Faulheit ihrer Kinder zu unterstützen.

https://www.unterhalt.com/unterhalt-fuer-ein-arbeitsloses-kind.html
"Volljährige Kinder sind bei Arbeitslosigkeit regelmäßig verpflichtet, ihren Lebensunterhalt selber sicherzustellen."

herbstrose antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Alles klar, verstehe. Gut, dass es hier einer genauer wusste.

Anonymous antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194

Es ist ein Unterschied, ob jemand keinen Arbeitsplatz findet oder ob er sich gar nicht bemüht.

Selbst wenn er Hartz IV beantragen würde, er würde nicht nur kein Geld bekommen, sondern gar keine Leistungen (Umschulung, Hilfe bei Bewerbungen usw), so lange er nicht ernsthaft etwas an seiner Situation ändert.

herbstrose antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Danke, das gebe ich ihr mal weiter.

Ich möchte ein- für allemal das Argument meiner Freundin aushebeln, dass sie ja doch nichts machen kann, weil sie ihn unterstützen muss finanziell.
Sie kommt dann zwar damit, dass sie es für moralisch verwerflich hält und es nicht über's Herz bringt, ihn rauszuschmeißen. Aber auch das greift nicht mehr bei mir, weil er sich zusehends ungesund und mit Suchtstrukturen entwickelt.

Anonymous antworten
stundenglas
(@stundenglas)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 4769
Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

weil sie ihn unterstützen muss finanziell.

Nein, das muss sie nicht.

In den meisten Fällen verbessert und entspannt sich auch die Situation zwischen den Eltern und dem erwachsenen Kind, wenn eine räumliche Trennung vorliegt. Das könntest du ihr auch noch sagen.

stundenglas antworten
DerNeinsager
(@derneinsager)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1449

Wenn sie ihn einfach vor die Tür setzt wird er je nach Region nicht mal eine Wohnung finden und erst zu Kumpels ziehen bis er dort auch mal raus fliegt...

derneinsager antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Das macht sie nicht. Sie sagt, es ist immerhin ihr Sohn. Sie möchte ihm lieber helfen.

Anonymous antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194

Sie hilft ihm am besten, wenn sie klare grenzen zieht.

herbstrose antworten
Tineli
 Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1376

Genau. Er will sich ja (soweit ich das hier erkennen kann) gar nicht helfen lassen. Und da ist Abgrenzen die beste Hilfe. So lange er bei seiner Mutter wohnen darf und Essen bekommt, welchen Antrieb hat er denn dann, etwas an seinem Verhalten zu ändern? Also je länger die Mutter ihn bei sich wohnen lässt, desto mehr unterstützt sie sein Suchtverhalten. Tipp: Mal nach dem Stichwort "Co-Abhängigkeit" nachschlagen.
Gruß, Tineli

tineli antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 1347

Er wohnt offenbar nicht nur bei der Mutter, sondern bei Mutter und Vater. Solange die beiden nicht auf der gleichen Seite stehen, solange wird das auch mit dem Sohn nichts.

johnnyd antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194
Veröffentlicht von: @johnnyd

Er wohnt offenbar nicht nur bei der Mutter, sondern bei Mutter und Vater. Solange die beiden nicht auf der gleichen Seite stehen, solange wird das auch mit dem Sohn nichts.

Eben, das ist ja dann schon der nächste Punkt. Es ist ja nicht nur der Sohn, der die Bequemlichkeit genießt, sondern auch der Mann, der sich gegen seine Frau hinter den Sohn stellt.

herbstrose antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3341

So wie ich es verstanden habe, wirft der Vater, der Frau vor, dass sie den Sohn zu sehr schützt.

channuschka antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194

Ähm, nee. Ich zitiere mal:

Er geht nicht nur an den Kühlschrank, sondern verlangt auch eine spezielle Ernährung (Steak, etc.), die er auch bekommt. *stöhn
Wenn meine Freundin ihm mal nicht rechtzeitig was zubereitet, schreit der Vater herum, sie sei eine Rabenmutter, und ob sie nicht sehen würde, wie dünn er schon wäre. Sie ist am Abend auch schon mit dem Auto losgefahren, hat ihm einen Döner geholt, weil er da bereits schon so zugekifft ist, dass er nicht mehr selber fahren kann.

herbstrose antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 1347
Veröffentlicht von: @herbstrose

schreit der Vater herum

Genau. Der Vater sieht sich tatsächlich in der Situation, dass er seine Frau anschreit und herabwürdigt. Anlass soll dann diese Nichtigkeit sein, dass der erwachsene Sohn nicht sein erwartetes Festmahl bekommt und Terror macht.

Veröffentlicht von: @herbstrose

Sie ist am Abend auch schon mit dem Auto losgefahren, hat ihm einen Döner geholt, weil er da bereits schon so zugekifft ist, dass er nicht mehr selber fahren kann.

Das wird auch nie enden.

Nur weil hier auch andere Eltern mitlesen:
Junkies haben auf Dauer keinen Führerschein und bekommen ihn auch nicht so schnell wieder. Ich nehme da in den letzten Jahren eine zunehmend ungnädigere Haltung der Strafverfolgungs- und der Fahrerlaubnisbehörden wahr.

Das heißt: Solange der junge Mann keinen Entzug macht und einige Zeit (Jahre) clean ist, wäre ein Führerschein rausgeschmissenes Geld, genauso wie ein eigenes Auto.

johnnyd antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3341

Entschuldige, dass ich nicht den ganzen Thread gelesen hatte bevor ich auf einzelne antworten geantwortet habe

channuschka antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194

Das hab ich mir schon gedacht. Denn diese Info kommt erst weiter unten.

herbstrose antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Der Sohn hat bereits einen Führerschein und auch ein eigenes Auto.

Der Vater wirft seiner Frau (meiner Freundin) vor, dass sie schuld an dem Zustand des Sohnes ist, weil sie ihn "versaut" hat. Sie macht ihm alles, sie verwöhnt ihn, etc. An einem anderen Tag wiederum geht er dann auf meine Freundin los und plärrt herum, sie soll ihm gefälligst was zu essen machen. Ob sie denn nicht sieht, wie dünn er schon ist. Ich dachte selbst, ich traue meinen Ohren nicht, als ich das hörte. Der Sohn isst nicht bei Tisch, er hat spezielle Ernährungswünsche und ist sehr mäkelig. Meine Freundin erfüllt es ihm alles.

Ich habe am Sonntag noch mal freundlich und vorsichtig versucht, ihr den Vorschlag zu unterbreiten, sich Hilfe z.B. in einer Suchtberatung zu holen. Auch für sich selbst, damit sie in ihrer Position gestärkt wird. Es ist das passiert, was bislang eigentlich immer passiert ist: sie gibt ausweichende Antworten ("Mal sehen ...") und taucht dann weitestgehend ab, meldet sich so gut wie gar nicht mehr bei mir.

Ich versuche, mich da nun nicht mehr so reinziehen zu lassen, damit es mir nicht immer wieder selbst schlecht geht deswegen.

Anonymous antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194
Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Ich habe am Sonntag noch mal freundlich und vorsichtig versucht, ihr den Vorschlag zu unterbreiten, sich Hilfe z.B. in einer Suchtberatung zu holen. Auch für sich selbst, damit sie in ihrer Position gestärkt wird. Es ist das passiert, was bislang eigentlich immer passiert ist: sie gibt ausweichende Antworten ("Mal sehen ...") und taucht dann weitestgehend ab, meldet sich so gut wie gar nicht mehr bei mir.

Du hast getan, was du konntest. Mehr geht nicht.

Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Ich versuche, mich da nun nicht mehr so reinziehen zu lassen, damit es mir nicht immer wieder selbst schlecht geht deswegen.

Dich abzugrenzen ist das Einzige, was du tun kannst, wenn du nicht mit rein gezogen werden willst.

herbstrose antworten
Tineli
 Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1376
Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Ich versuche, mich da nun nicht mehr so reinziehen zu lassen, damit es mir nicht immer wieder selbst schlecht geht deswegen.

Richtig so. Es tut weh, wenn man für jemanden nichts mehr tun kann. Gib deine Freundin an Jesus ab - er hat Kraft und Geduld und Möglichkeiten, wo wir am Ende sind.

Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Es ist das passiert, was bislang eigentlich immer passiert ist: sie gibt ausweichende Antworten ("Mal sehen ...") und taucht dann weitestgehend ab, meldet sich so gut wie gar nicht mehr bei mir.

Auch hier darfst du beim nächsten Mal (wenn es für dich ok ist), noch etwas direkter werden: du kannst ihr sagen, dass sie ja dann immer abtaucht und sich nichts ändert. Und dass, wenn sie wirklich Änderung will, sie aus dem System wirklich aussteigen muss. Aber so lange sie da zu keinem Schritt bereit ist, bist du auch nicht mehr als Fußabtreter und Mülleimer bereit.

Gruß, Tineli

tineli antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Ja, ich bete für die Situation und merke auch, wie ich es dann schaffe, mich emotional rauszunehmen.

Meiner Freundin irgendwas zu sagen, ist immer schwierig. Es kommen dann immer Gegenargumente, dass "es alles nicht so leicht ist", für mich wie ein K.O.-Schlag.

Was aber hilft ist, wenn ich bei mir bleibe und sage, dass ich mich jetzt nicht mehr damit beschäftigen kann, weil es mich zu sehr runterzieht und es mir dann nur noch schlecht geht. Manchmal sagt sie: "Ja, was soll ich denn dann sagen!" Nach dem Motto: ich höre nur davon, aber sie muss es durchleben. Dann muss ich einfach das Gespräch beenden und sagen: "Tut mir leid, ich kann nicht mehr" und sofort aus der Situation rausgehen.

Anonymous antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194

Vielleicht sagst du ihr beim nächsten Telefonat, dass du gern wieder mit ihr über das Thema sprichst, wenn sie konkrete Schritte zur Änderung der Situation unternommen hat.

herbstrose antworten
Tineli
 Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1376
Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Dann muss ich einfach das Gespräch beenden und sagen: "Tut mir leid, ich kann nicht mehr" und sofort aus der Situation rausgehen.

Viel mehr bleibt dann echt nicht. Du hast getan, was du konntest.

tineli antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3341

Du machst das schon richtig. Bleib bei dir. Du kannst ihr sagen, dass du weißt, dass das alles nicht leicht ist, aber du ihr nur weiter helfen kannst, wenn sie handelt. Denn du hast sicher ein eigenes Leben, das, egal wie gut es ist, auch Energie braucht. Biete ihr Unterstützung an, wenn sie was ändern will. Und versuche bis dahin vielleicht Gespräche über das Thema zu meiden. Sei dir selbst soviel wert, deine Grenzen klar zu setzen und zu verteidigen.
Sei dir im Klaren, dass das eure Beziehung verändern kann und auch dazu führen, dass sie sich nicht mehr meldet, wenn du nicht mehr als Mülleimer da bist. Auch das tut weh. Vertrau sie Gott an. Das ist, der Vorteil von Gläubigen - wir haben auch dann noch eine "option", wenn wir selbst nichts mehr Ändern können.

channuschka antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 1347

Rabenmutter ist als stark abwertender Begriff gemeint. Was du meinst ist Glucke.

johnnyd antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 1347

Nun, es ist wie im Flugzeug. Jeder zieht zuerst die eigene Sauerstoffmaske an und kümmert sich dann um diejenigen, die das nicht selbst hinkriegen. Wenn man es anders herum macht, gehen leicht beide drauf.

Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Sie sagt, es ist immerhin ihr Sohn. Sie möchte ihm lieber helfen.

Hat der Sohn sie überhaupt um Hilfe gebeten?

Wenn er darum bittet, dann kann man darüber reden. Wenn er nicht darum bittet, benötigt er auch keine Hilfe.

Nach dem, was ich gelesen habe, steckt er in einer Lebenskrise - ist aber (noch) nicht kognitiv eingeschränkt. Selbstverständlich sollte er also auch zu einem erwachsenen Umgangston in der Lage sein.

johnnyd antworten
Murphyline
(@murphyline)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1374

Blanke Theorie. Wenn der Sohn zum Jobcenter geht, kriegt er keinen Cent. Er muss nämlich bis zum 25 Lebensjahr in der "Haushaltsgemeinschaft" dh in der Familie bleiben und wenn die Eltern Geld verdienen, wird dieses Eikommen angerechnet.
Das ist letztendlich Unterhalt durch die Hintertür.

murphyline antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194

Auch das ist blanke Theorie.

herbstrose antworten
Murphyline
(@murphyline)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1374

Ich habe leider grad so einen Fall in meiner beruflichen Praxis, wo der Sohn aufgefordert wird, in die Elterliche Wohnung wieder einzuziehen, nachdem ihn die Elter wegen Drogenkonsum rausgeworfen haben ...

§ 25 (5) SGB 2
Sofern Personen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, umziehen, werden Bedarfe für Unterkunft und Heizung für die Zeit nach einem Umzug bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres nur anerkannt, wenn der kommunale Träger dies vor Abschluss des Vertrages über die Unterkunft zugesichert hat. Der kommunale Träger ist zur Zusicherung verpflichtet, wenn

1. die oder der Betroffene aus schwerwiegenden sozialen Gründen nicht auf die Wohnung der Eltern oder eines Elternteils verwiesen werden kann,
2. der Bezug der Unterkunft zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt erforderlich ist oder
3. ein sonstiger, ähnlich schwerwiegender Grund vorliegt.

Unter den Voraussetzungen des Satzes 2 kann vom Erfordernis der Zusicherung abgesehen werden, wenn es der oder dem Betroffenen aus wichtigem Grund nicht zumutbar war, die Zusicherung einzuholen. Bedarfe für Unterkunft und Heizung werden bei Personen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, nicht anerkannt, wenn diese vor der Beantragung von Leistungen in eine Unterkunft in der Absicht umziehen, die Voraussetzungen für die Gewährung der Leistungen herbeizuführen.

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__22.html

murphyline antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194

Der Sohn ist mit der Ausbildung fertig und hat für seinen Unterhalt selbst zu sorgen.

Wenn er allerdings keine Anstalten macht, sich in irgendeiner Weise zu kümmern und auch noch gewalttätig gegenüber der Mutter wird, wird das zuständige Amt vor Gericht ziemlich schlechte Karten haben, was den Verbleib in der elterlichen Wohnung betrifft. Selbstverständlich darf das Amt Leistungen verweigern. Aber dazu müsste der junge Mann überhaupt erst einmal Leistungen beantragen.

Und nein, die Mutter ist nicht dafür zuständig, den ausgedehnten und arbeitsfähig Sohn durchzufüttern.

Wenn der erwachsene Sohn unverschuldet keine Stelle findet, liegt die Sache anders.

herbstrose antworten
Hepper
 Hepper
(@hepper)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 3

Das hier gilt nicht so pauschal. Es gibt durchaus Gründe dafür, dass auch unter 25jährige selbst ALG II beziehen können und auch eine Wohnung darüber finanziert bekommen.

Veröffentlicht von: @polyglott

Na, ich weiß nicht genau: Selbst, wenn sie ihn rausschmeißen würden, ist es nicht noch immer so, dass es unter 25 kein HartzIV gibt und auch die eigene Wohnung nicht bezahlt wird?

Ein Beispiel ist hier zu finden.
https://www.jobcenter-ge.de/Jobcenter/Nienburg/DE/Arbeitsvermittlung/unter25/notbremse/notbremse_node.html

Hier ein weiterer Auszug aus einem Glossar eines Jobcenters.
Umzug von unter 25-Jährigen

Unter 25-Jährige sollen nach Möglichkeit im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils wohnen bleiben, da andernfalls höhere Leistungen für Unterkunftskosten notwendig werden würden. Wenn Sie unverheiratet sind, das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und bei den Eltern oder einem Elternteil ausziehen wollen, dann können Sie Miete und Heizkosten für die Unterkunft nur erhalten, wenn Sie eine Zusicherung Ihres bisherigen Jobcenters einholen. Sie erhalten die Zusicherung nur,

wennschwerwiegende soziale Gründe gegen ein Verbleiben in der elterlichen Wohnung sprechen und dies nachgewiesen wird, oder

der Umzug in die neue Unterkunft zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt erforderlich ist, oder

nachweislich ein ähnlich schwerwiegender Grund vorliegt.

Die Zusicherung müssen Sie vor Abschluss des Mietvertrages einholen, damit die Aufwendungen für die neue Unterkunft übernommen werden.

Die Eltern müssen nicht pauschal für den Lebensunterhalt ihres Sohnes aufkommen und mit einer abgeschlossenen Ausbildung ist er in der Lage selbst für seinen Lebensunterhalt aufzukommen, wenn er eine Arbeit findet und behalten kann.

Wie andere schon geschrieben haben, gilt es wahrscheinlich zu allererst die Suchtproblematik anzugehen und diesen Kreislauf zu unterbrechen.

hepper antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194

Es würde mich persönlich nur mal interessieren, ob Eltern hier wirklich ohnmächtig ihre Kinder mit durchziehen müssen, wie meine Freundin es vermutet.

Der erwachsene Sohn hat sich am Lebensunterhalt zu beteiligen. 1/3 Miete/Versicherung/Heizkosten/Wasser/Strom/Festnetz/Lebensmittel/Hygieneartikel ... (sofern er das einzige Kind ist, ansonsten Kosten durch Personenzahl teilen)

Man kann auch im Router die Zugangszeiten für ein bestimmtes Gerät beschränken oder ein Gerät ganz sperren.

Man kann auch im Router das Passwort ändern, so dass er keinen Zugriff mehr darauf hat.

Wenn er deswegen tobt, kann man die Polizei rufen.

Die Eltern sind für ein Kind verantwortlich, bis die Ausbildung abgeschlossen ist.

Erwachsene Kinder sind selber dafür verantwortlich, für ihren Unterhalt zu sorgen. Hier ist das mal wunderbar aufgedröselt:
https://www.unterhalt.com/unterhalt-fuer-ein-arbeitsloses-kind.html

herbstrose antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @herbstrose

Der erwachsene Sohn hat sich am Lebensunterhalt zu beteiligen. 1/3 Miete/Versicherung/Heizkosten/Wasser/Strom/Festnetz/Lebensmittel/Hygieneartikel ... (sofern er das einzige Kind ist, ansonsten Kosten durch Personenzahl teilen)

Vielleicht auch gar keine schlechte Idee...

Anonymous antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194

Bei unserer erwachsenen, in Ausbildung befindlichen Tochter, behalte ich das Kindergeld für diese Zwecke. Aber das ist ja bei dem jungen Mann nicht mehr gegeben.

herbstrose antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Bei unserer erwachsenen, in Ausbildung befindlichen Tochter, behalte ich das Kindergeld für diese Zwecke.

Das machen wir bei unserem Sohn auch so. Die studierende Tochter bekommt ihr Kindergeld von uns überwiesen. Damit bezahlt sie die Miete für ihr WG-Zimmer. Bei der Höhe des BaFöG ist berücksichtigt, daß ihr Bruder noch in der Ausbildung ist. Dieses wird aber ab August gekürzt, weil der Bruder dann fertig mit der Ausbildung ist.

ungehorsam antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194

Das machen wir bei unserem Sohn auch so. Die studierende Tochter bekommt ihr Kindergeld von uns überwiesen. Damit bezahlt sie die Miete für ihr WG-Zimmer. Bei der Höhe des BaFöG ist berücksichtigt, daß ihr Bruder noch in der Ausbildung ist. Dieses wird aber ab August gekürzt, weil der Bruder dann fertig mit der Ausbildung ist.

Bei unserer Ältesten war das auch so. Sie hatte zwei jüngere Geschwister, die beide noch zur Schule gingen.

herbstrose antworten
DerNeinsager
(@derneinsager)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1449

Man kann ihm offiziell Miete in Rechnung stellen, Amt zahlt das entsprechend.

derneinsager antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194

Das Amt wird nicht zahlen, wenn er nicht arbeitswillig ist.

herbstrose antworten
DerNeinsager
(@derneinsager)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1449

Theorie und Praxis kann hier unterschiedlich sein. Ab und zu wird es ein bißchen Kohle geben.

derneinsager antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 17879
Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Den Vater halte ich nicht für ohnmächtig, der wettert ganz schön gegen den Sohn und beschuldigt auch seine Frau, an der Misere des Sohnes schuld zu sein (die Tochter ist der gleichen Meinung). Aber irgendwie passiert nichts, außer dass ständig Streit ist.

Das ist ein deutliches Zeichen für Ohnmacht. Auch er müsste sich Rat holen, welche Möglichkeiten er hat.... persönlich bzgl der Mitabhängigkeit und rechtlich ebenso.

Auf die Frau schimpfen und ihr die alleinige Schuld zuzuweisen, ist nicht förderlich für eine Lösung. Er hat genauso Anteil an der Misere, weil er duldet und dem Sohn nicht die väterliche Stirn bietet.

deborah71 antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 1347
Veröffentlicht von: @deborah71

Das ist ein deutliches Zeichen für Ohnmacht.

Ja, das sehe ich auch so.

Veröffentlicht von: @deborah71

Auf die Frau schimpfen und ihr die alleinige Schuld zuzuweisen, ist nicht förderlich für eine Lösung. Er hat genauso Anteil an der Misere, weil er duldet und dem Sohn nicht die väterliche Stirn bietet.

Ja, er hat Mitschuld. Das Ehepaar sollte einen gemeinsamen Weg für das Jetzt und die Zukunft finden - Schuldzuweisungen lösen das Problem nicht, sondern schaffen und verhärten Fronten.

johnnyd antworten
stundenglas
(@stundenglas)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 4769

Dann hör auf ihr das vorzuschlagen und halte dich raus. Auch deine Freundin ist erwachsen und muss selbst entscheiden, was sie tut. Klagen anhören würde ich mir dann allerdings auch nicht mehr.

stundenglas antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0

Ja, Du hast recht. Vielen Dank. Man muss das einfach manchmal hören.

Anonymous antworten
stundenglas
(@stundenglas)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 4769

Gern geschehen. 😊 Du wirst deine Freundin da auch nicht ändern können, das muss sie selbst tun. Der Einfluss von außen ist marginal. Steck deine Energie in sinnvollere Unternehmungen.

stundenglas antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0

Danke schön. Ist grade wohltuend, das zu lesen.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @stundenglas

Steck deine Energie in sinnvollere Unternehmungen.

Auf so eine Freundin, die so eine Einstellung hat, würde ich verzichten können. 😊
Dass man auf seine eigenen Grenzen achtet und sich auch mal zurückzieht, wenn einem das zu viel wird, finde ich verständlich und gesund. Aber zu sagen, es gibt sinnvollere Unternehmungen finde ich unangemessen.
Wenn es sich um eine jahrelange, gute, enge Freundschaft handelt, gehört das dazu, dass man die andere Person nicht alleine lässt, weil sie mit ihrem Leid unangenehm und unbequem wird.

Anonymous antworten
stundenglas
(@stundenglas)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 4769
Veröffentlicht von: @amalia-12

Auf so eine Freundin, die so eine Einstellung hat, würde ich verzichten können. 😊

Ich suche hier auch nicht nach Freundinnen. 😊

stundenglas antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @stundenglas

Ich suche hier auch nicht nach Freundinnen. 😊

Und wenn deine beste Freundin sagt, du hab da keine Lust mehr drauf auf deine Sorgen, es ändert sich ja nichts bei dir, ich habe Besseres zu tun?

Anonymous antworten
stundenglas
(@stundenglas)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 4769

Dann ist das ihr gutes Recht.

stundenglas antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3341

Ich hab erst angefangen über eine Therapie (Magersucht) überhaupt nachzudenken als eine Freundin sich abgewandt hat und ihre Grenze gezogen. Hier wäre die Mutter Co-Abhängig - und auch da kann eine klare Grenze im Sinne "So hab ich keinen Kraft /Lust mehr auf die Beziehung" helfen.

channuschka antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0

Ja, das stimmt auch. Man mag sich ja auch und hat schon eine gemeinsame Geschichte. Deswegen kann ich mich auch nicht so konsequent von ihr abgrenzen. Aber ich merke dennoch immer wieder, dass es mir oft zu viel wird. Ich möchte ihr schon den Raum geben, sich in ihrem eigenen Tempo zu entwickeln, aber oft habe ich das Empfinden, dass sie nur Dampf ablassen und gar nichts verändern will. Und dann kriege ich latente Aggressionen.

Anonymous antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 17879
Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Ich möchte ihr schon den Raum geben, sich in ihrem eigenen Tempo zu entwickeln, aber oft habe ich das Empfinden, dass sie nur Dampf ablassen und gar nichts verändern will. Und dann kriege ich latente Aggressionen.

Da beginnt das zerstörende Potential zu wirken. Die Familie hat schon derbe Schwierigkeiten, die Freundschaft wird hier schon langsam aber sicher demontiert.

Wäre es eine Handlungsweise für dich, deine Freundin regelmäßig danach zu fragen, was sie nun in dem und dem erzählten Fall unternommen hat? Einfach den Blick drauf lenken, dass sie etwas tun kann. Kleine Schritte anregen, die sie sich traut zu gehen.
Möglichkeiten besprechen....und niemals Vorschläge machen. Die kann sie alle ablehnen. Würde sie nämlich einen deiner Vorschläge übernehmen und der geht in die Büx, weil er nicht auf ihrem Mist gewachsen ist, hast du den Schwarzen Peter.

deborah71 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0

Ja, ich versuche die Gespräche mit ihr möglichst in diese Richtung zu lenken. Ich sage zu ihr: "Ich bin ein Mensch der handlungsorientiert denkt. Man kann über die Situation klagen, aber man darf nicht dabei stehen bleiben."

Die "kleinen Schritte" versuche ich in diesen Momenten anzuregen. Aber irgendwie verläuft alles im Sande. Es macht mich mürbe, ehrlich gesagt. Wenn man immer nur hört "Ich denke mal darüber nach" oder "Hmm, ich weiß nicht ..."

Dieses Verhalten kenne ich aber leider von vielen Menschen, die immer nur Jammern und nicht wirklich ins Handeln kommen wollen. Dann soll die Freundin da sein, um den immer wiederkehrenden inneren Druck loszuwerden, den dieses unerträglich Leben hervorruft. Danach geht es wieder, und man macht im unerträglichen Leben weiter. Da capo al fine.

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JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 1347

Ich denke das liegt an der Angst vor der Zukunft und an der Verantwortung.

Die jetzige Situation ist - so verfahren wie sie ist - bekannt und man hat sich darin eingerichtet.

Wenn sich jetzt aber einer bewegt, gerät das Beziehungsgeflecht wie bei einem Mikadospiel in Bewegung - es verändert sich etwas und man selbst hat den Impuls gesetzt.

Sicherlich muss sich einer bewegen, damit es besser werden kann. Es kann aber halt auch viel schlechter werden.

johnnyd antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 17879

Es ist verständlich.... schließlich hat sie sich unglaublich investiert... und der Gedanke, dass alles vergeblich gewesen sein soll, lässt oft in so einer Situation ausharren.

Erkennst du, wie sich das Muster zu dir hin wiederholt? eine Kettenreaktion....

wie würde es sein, wenn die Reaktion umgekehrt würde? Du stehst nicht mehr als seelischer Mülleimer zur Verfügung und lässt dir deine Kraft nicht mehr rauben...dann kann sie nicht mehr so im gewohnten Trott weitermachen.

Liebe ist nicht immer nur ein Ja zu allem, das Wort Nein gehört auch zur Liebe. Ein wesentliches Nein an der richtigen Stelle unterbricht die Muster und andere Wege müssen ins Auge gefasst werden. Die destruktive Spirale nach unten kann sich somit nicht mehr weiter schrauben.

deborah71 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Ich möchte ihr schon den Raum geben, sich in ihrem eigenen Tempo zu entwickeln, aber oft habe ich das Empfinden, dass sie nur Dampf ablassen und gar nichts verändern will. Und dann kriege ich latente Aggressionen.

Das kann ich verstehen. Und diese aufkommenden Aggressionen auch, wenn man deutlich spürt, dass man als Blitzableiter benutzt wird.
Du kennst deine Freundin am besten. Wir sind nur Aussenstehende. Haben nur wenige Sätze als Info.
Ich finde es richtig, wenn du dir deinen Raum nimmst dich zu distanzieren, wenn es dir zu viel wird.

Nur eine Bitte habe ich, wenn ich das äussern darf.
Erfahrungsgemäß werden solche Menschen oft irgendwann gemieden, weil sie anstrengend sind. Sie jammern und jammern und schaffen es nicht etwas zu ändern. Nicht alle tun es, weil sie keine Veränderung wollen, sondern auch oft, weil sie es wirklich nicht schaffen.
Es wäre sehr traurig, wenn deine Freundin dann niemanden mehr hätte und sie sich komplett allein gelassen fühlt mit ihrem Problem.
Vielleicht bist du mit deinem Beistand, mit deinem gelegentlichen Zuhören ein wichtiger Mensch für sie. Das würde ich an deiner Stelle auch berücksichtigen, bevor ich mich ganz verschließe und gar nicht mehr zu höre. Natürlich unter der Voraussetzung, dass du da nicht selbst zu sehr drunter leidest.

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Tineli
 Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1376
Veröffentlicht von: @amalia-12

Erfahrungsgemäß werden solche Menschen oft irgendwann gemieden, weil sie anstrengend sind. Sie jammern und jammern und schaffen es nicht etwas zu ändern. Nicht alle tun es, weil sie keine Veränderung wollen, sondern auch oft, weil sie es wirklich nicht schaffen.
Es wäre sehr traurig, wenn deine Freundin dann niemanden mehr hätte und sie sich komplett allein gelassen fühlt mit ihrem Problem.
Vielleicht bist du mit deinem Beistand, mit deinem gelegentlichen Zuhören ein wichtiger Mensch für sie.

Das ist sicher eine wichtige Anregung.
Aber man muss sich gut überlegen, in welchen Grenzen man das kann.
So wie die Freundin und Mutter des Sohns langsam kaputt geht daran, dass der Sohn keine Veränderung schafft, so kann es leicht passieren, dass eure Beziehung den Bach runter geht und du dran kaputt gehst, dass deine Freundin keine Veränderung schafft.

Es ist gut, hier eine klare Grenze zu zeigen. Überleg dir selbst gut, was du mitgehen kannst, welche Hilfe du geben willst, und was über deine Kräfte geht. Und, ganz wichtig: Diese Grenze muss klar formuliert sein (messbar - also z.B. ich höre dir maximal 1 Stunde/Woche zu, mehr schaffe ich nicht) und eingehalten werden. Denn sonst wird die Grenze in kleinen Scheibchen immer mehr aufgeweicht und man fragt sich jedesmal neu, ob man jetzt die Grenze ziehen kann und hat ein schlechtes Gewissen, wenn man es tut.

Man kann auch klar sagen, unter welchen Umständen man gerne zu mehr Hilfe bereit ist. Also z.B.: Ich helfe dir gern, Kontakt zu einer Suchtberatungsstelle zu finden und begleite dich gern, wenn du es allein nicht schaffst. Denn ich glaube, dass du dort echte Hilfe findest.

Gruß, Tineli

tineli antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @tineli

So wie die Freundin und Mutter des Sohns langsam kaputt geht daran, dass der Sohn keine Veränderung schafft, so kann es leicht passieren, dass eure Beziehung den Bach runter geht und du dran kaputt gehst, dass deine Freundin keine Veränderung schafft.

Ich glaube, das ist falsch angehängt? Ich bin nicht ano. 😉

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Tineli
 Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1376
Veröffentlicht von: @amalia-12

Ich glaube, das ist falsch angehängt? Ich bin nicht ano. 😉

Ja und Nein.
Ich habe deine Anregung (siehe Zitat) aufgegriffen. Aber ich mag hier ungern über Ano reden, sondern habe mit meinen Vorschlägen dann direkt Ano angesprochen.
Aber diesen Adressatenwechsel hab ich nicht klar gekennzeichnet, sorry.
Gruß, Tineli

tineli antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

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Sie muss, sonst kommt sie nie aus dieser Mühle raus.

herbstrose antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0

wie helfen

Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Ich denke auch, dass hier nur rigoroses Durchgreifen helfen würde. Aber sobald ich meiner Freundin das vorschlage, sagt sie mir, das könne sie niemals, schließlich sei er ihr Sohn. Sie würde eher versuchen wollen, ihm zu helfen. Ich frage mich nur, wie genau ...

Termin bei Suchtberatung machen und Sohnemann da hinschleifen. Mutter sollte sich da auch beraten lassen, gut möglich es hilft tatsächlich nur den Sohn seinem Elend zu überlassen, ohne Leidensdruck ändern sich Suchtkranke nicht unbedingt.

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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0

Ich habe ihr die Suchtberatung noch mal nahegelegt. Sie sagt dann immer: "Ja, danke. Ich denke mal darüber nach." Und dann passiert nichts. Ich nehme mich dann eher raus.

Der Sohn lebt nicht im Elend. Er wird zu Hause gut versorgt und richtet sich sein Leben passend ein mit Kiffen und Daddeln in der Nacht. Essen ist da, Wäsche liegt sauber im Zimmer, saubermachen muss er auch nicht. Was für ein Leben!

Anonymous antworten
Tagesschimmer
(@tagesschimmer)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 1067

Ich denke, du machst genug, tiefer musst du nicht einsteigen und auch noch Verantwortung übernehmen. Das würdest du tun, wenn du mit konkreten Fragen einen leichten Druck aufbauen würdest.

Aber wenn du es willst, darfst du sicher weitergehen. Hast du mal gefragt, wie lange sie bräuchte, sich über Suchtberatungen oder Therapeuten zu informieren und wann sie sich die Zeit dafür nehmen will? Danach - ob sie eine Entscheidung getroffen hat, einen Termin hat usw.?

Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Essen ist da, Wäsche liegt sauber im Zimmer, saubermachen muss er auch nicht. Was für ein Leben!

Das ist irgendwie irre. Glaubt sie, dass das richtig ist oder macht sie das, um nichts eskalieren zu lassen?

tagesschimmer antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0

Auf meinen Hinweis bzgl. Suchtberatung kam wieder: "Ja, mal sehen .." Ich mag mich dann auch nicht weiter reinhängen, sondern lasse es los.

Habe ihr schon mal gesagt, dass sie nichts mehr für den Sohn tun soll. Sie macht es dann trotzdem, weil sie nicht will, dass es eskaliert. Manchmal denke ich, sie hat einfach einen Knall, sich das alles gefallen zu lassen. In ihrer Familie hat man null Respekt vor ihr. Für mich ein rotes Tuch, mir schwillt da regelmäßig der Kamm, wenn ich das mitkriege. Tut mir leid, aber den Sohn würde ich verdreschen.

Anonymous antworten
Tineli
 Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1376
Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Sie macht es dann trotzdem, weil sie nicht will, dass es eskaliert.

Da dreht sich die Geschichte im Kreis. Ihr Thema ist möglicherweise, (hier spekuliere ich), dass sie wahnsinnige Angst vor einer Eskalation hat. Vielleicht hat das mit ihrer Kindheit zu tun, vielleicht musste sie da auch schon die Eskalation verhindern. Vielleicht ist da ein Satz in ihr: Wenn es eskaliert, dann zieht dir das den Boden unter den Füßen weg. Was in ihrer Kindheit möglicherweise tatsächlich so gewesen wäre, aber natürlich für heute nicht mehr stimmt. Vielleicht hat sich auch Angst, dass sich der Vater von ihr trennt, wenn sie hier deutlicher wird. Das würde ihr dann vielleicht doch irgendwie den Boden unter den Füßen wegziehen.
Vielleicht braucht sie erst mal eine Stärkung für sich selbst?
Gruß, Tineli

tineli antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 2523
Veröffentlicht von: @tent

Sohnemann da hinschleifen.

Das wird wohl kaum funktionieren.

Die Sucht ist doch nur die Folge von Perspektivlosigkeit.

Solange da nicht angepackt wird, bringt das überhaupt nichts.

Meine Meinung dazu schrieb ich schon weiter unten.

tatokala antworten
ichsen
 ichsen
(@ichsen)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 216
Veröffentlicht von: @tent

Termin bei Suchtberatung machen und Sohnemann da hinschleifen.

Einem Menschen mit Suchtproblemen zu helfen funktioniert so nicht.
Solange derjenige sein Problem nicht selbst erkennt, nicht daran arbeiten will, steht selbst der beste Therapeut auf verlorenem Posten.

ichsen antworten
joe390
 joe390
(@joe390)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 466
Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Aber sobald ich meiner Freundin das vorschlage, sagt sie mir, das könne sie niemals, schließlich sei er ihr Sohn. Sie würde eher versuchen wollen, ihm zu helfen.

Ist nicht diese Formulierung "sie könne das (Durchgreifen) niemals... würde eher versuchen ihm zu helfen" entlarvend? Als ob das ein Widerspruch wäre!
Vielleicht kannst du versuchen, ihr deutlich zu machen, dass sie ihm gerade nicht hilft, wenn sie ihn machen lässt und vor den Konsequenzen - kein Job, kein Geld - abschirmt. Sondern dass er es braucht, mit den Konsequenzen seines Handelns konfrontiert zu werden. Das würde evtl. den Weg zum Umdenken eröffnen. Das wäre letztlich Liebe. Wenn was ist denn Liebe? Jemanden herausreißen oder jemanden machen lassen? Und "konsequentes Durchgreifen" heißt ja nicht, ihn ins Bodenlose stürzen zu lassen, sondern ihn nicht mehr vor jeder Konsequenz seines Handelns abzuschirmen. Immer natürlich mit einer helfenden Hand im Hintergrund. Kinder - auf 21-jährige - spüren es intuitiv sehr genau, wenn ihre Eltern sie lieben, auch wenn sie ihre schützende Hand zurückziehen. Das ist wie beim Laufen lernen...

joe390 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0

Ich sehe es genau so. Habe es auch schon derart zu vermitteln versucht. Sie versucht, durchzugreifen. Aber dann macht der Sohn Rabatz und greift sie an, es geht förmlich unter die Gürtellinie. Bis sie völlig überfordert aufgibt, weil sie nicht mehr kann.

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Tineli
 Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1376
Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Aber dann macht der Sohn Rabatz und greift sie an, es geht förmlich unter die Gürtellinie. Bis sie völlig überfordert aufgibt, weil sie nicht mehr kann.

Genau, und alles bleibt, wie es ist.

Je mehr ich hier lese, desto mehr habe ich den Eindruck, dass sie wirklich komplett aus dem System ausbrechen muss - oder es weiter aushalten muss, wie es ist. Denn es scheint so, dass das System (der Vater scheint das ja auch zu stützen, dass es so bleibt, wie es ist) ihr genug Druck macht, dass sie funktioniert. Also bleibt nur, das System zu verlassen.

Klar, ein Neuanfang ist schwer. Vielleicht muss sie sich vorher noch dafür wappnen. Sie könnte für sich selbst Beratung suchen, um ein besseres Selbstbewusstsein zu bekommen. Du könntest ihr anbieten, dass du sie beim Wohnungssuchen und Umziehen unterstützt. Denn die finanzielle Sache scheint ja soweit geklärt, dass sie ausziehen könnte.

Aber wenn sie all das nicht will, dann bleibt dir nur, dich selbst gut abzugrenzen und auf deine eigenen Grenzen und Kräfte zu achten.

Gruß, Tineli

tineli antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 1347

Abgesehen davon, dass sie diesen Kampf nicht alleine kämpfen soll, sondern der Vater und Mann unbedingt dazugehört. Es ist ein Punkt, den sie selbst für sich überlegen und tatsächlich ändern kann:
Der Ton macht die Musik.

Wenn ich früher beim Daddeln war, hat "durchgreifen" bei mir auch nicht funktioniert. Sofort irgendwas tun zu müssen - das funktioniert halt nicht und soll es eigentlich ja auch nicht. In der Regel geht es nicht um Notsituationen, sondern um Macht. Aber man will ja das Kind als Erwachsenen respektieren und nicht als Untergebenen behandeln. Schon aus Gründen der Selbstachtung (Selbstwirksamkeit und Kontrollverlust) wird sofortiges Handelnmüssen doch Trotz, Widerwillen und Verstecken provozieren.

Auch Schuldgefühle zu provozieren wird nicht viel helfen (z.B. beim Abendessen aufgetischt zu bekommen, dass man irgendein hehres Projekt wie Bewerbungen nicht erledigt hätte, von dem man noch keine Ahnung hat, wie man die ersten kleinen Schritte zur Erledigung dieses Aufgabenbergs angehen kann) - das frustet nur, ist aber nicht konstruktiv. Der junge Mann weiß selbst, dass er in einer Sackgasse ist.

Bei mir half es, eine ruhige Zeit zu finden (Nachmittagskaffee oder eine längere Autofahrt) und zunächst über Mittelfristiges zu reden und auch eher abstrakt/ rational: persönliche/ berufliche/ gemeinsame Ideen, Aufgabenaufteilung im Haushalt,...
Das Mittelfristige ist wichtig, weil man dann nicht im unmittelbaren Alltag des durchsessenen, aber immerhin warmen Sofas beschränkt ist und sich allzurasch wieder der größtmöglichen Bequemlichkeit einer unmittelbaren Durchwurstelei hingibt, sondern die Gedanken dann leichter fliegen lassen kann.

Daraus kann sich dann eine Art "Vision" entwickeln, auf die man dann in zahlreichen einzelnen Schritten zugehen kann. Einzelne Schritte mögen davon nicht klar sein, aber mit einer "Vision" kann man seine Kräfte sammeln und kann Unterstützung durch seine Umgebung generieren.

Aber nun gut - ich habe auch nie gekifft.

Vielleicht entwickeln auch die Eltern die Vision das Haus zu verlassen und in eine kleinere Wohnung zu gehen 😉 ; immerhin ist der Sohn ja nun erwachsen und ausgelernt.

johnnyd antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 2523

Vielleicht bringts auch in manchen Fällen nichts, jemandem einfach nur vorzuhalten, daß er nicht arbeiten will. Vielleicht war das, was er bisher gemacht hat, einfach nicht das richtige für ihn und es
wäre ne berufliche Um- bzw. Neuorientierung das Beste.

tatokala antworten


Anonymous
 Anonymous
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Suchtproblematik
Wie hier schon mehrere geschrieben haben, halte ich auch hier mindestens eine Suchtproblematik für das Hauptproblem.

Durchspielte Nächte deuten daraufhin, dass auch in dem Bereich schon ein Suchtverhalten einzusetzen scheint.

Als das Hauptproblem sehe ich aber das Kiffen.

Mir ist es immer ein großes Anliegen, Jugendliche vor Cannabis zu warnen. Für diese Bevölkerungsgruppe ist Cannabis tatsächlich aus 2 Gründen gefährlich:
- Wenn man Pech hat, gehört man zu den ungefähr 10%, die nach dem Genuss von Haschisch, und sei es nur ein paar Mal, eine Psychose entwickeln. Man weiß es vorher leider nicht. Ich kenne eine solche Person, heute Mitte 40, die es nie wieder los wude.
- Weiterhin macht Cannabis zwar körperlich wenig abhängig, dafür geraten besonders Jugendliche mit ihrem unausgereiften Gehirn und Sozialverhalten sehr schnell in eine Abwärtsspirale. Und das ist eben gerade in dem Alter, wo man eigentlich selbständig werden und ins Leben durchstarten soll, oft fatal. Die erzählte Geschichte ist sogar ziemlich typisch.

Deswegen bitte ich immer alle Eltern: Nehmt Drogenkonsum eurer Minderjährigen mehr als ernst! Auch Haschisch ist in dem Alter nicht harmlos.

(Die, die sich für eine Entkriminalisierung von Haschisch einsetzen, haben mehrere gute Gründe dafür. In der Tat ist Alkohol eigentlich gefährlicher und schädlicher als Haschisch. Mit einer Ausnahme: Jugendliche unter 25 mit ihrem unausgereiften Gehirn. Später kann man es vielleicht mal ausprobieren - aber man kann es auch einfach lassen.)

Deiner Freundin würde ich empfehlen, sich in einer Suchtberatungsstelle beraten zu lassen. Allerdings vor allem auch zum eigenen Verhalten. Natürlich kann man sich auch über Therapiemöglichkeiten informieren. Allerdings: Das funktioniert nur, wenn der Betroffene einsichtig ist und selber will. Und das wird wohl tatsächlich erst passieren, wenn er die Folgen seines Verhaltens selbst tragen muss.

Also, wie gesagt, man kann allen Eltern nur empfehlen: Schaut hin, was eure Kinder machen. Ab 15 kiffen ist leider nicht harmlos. (Würde ich deiner Freundin vielleicht so nicht sagen, denn jetzt ist er ja schon älter - und es geht ja darum, in die Zukunft zu schauen.)

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4 Antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0

Das ist in dieser Familie insofern problematisch, als dass auch der Vater immer mal wieder gerne kifft, sich das Zeug selber besorgt, und dann auch (vielleicht nicht zuletzt aufgrund der bestehenden Familiensituation) gerne einen über den Durst trinkt (Bier). Es handelt sich hier aber um keine Familie aus einem sozialen Brennpunkt, sondern um Leute, die finanziell gut gestellt sind und sehr gut leben, in einer gehobenen Gegend mit Eigenheim und zwei Autos. Da hat dann auch der Sohn früh zu kiffen begonnen und hält es wohl für normal. Meine Freundin sagt, er kifft jeden Tag und ist abhängig. Wird aggressiv, wenn er nichts hat. In der Ausbildung kam er kaum hinterher, war immer konzentrationsschwach und sehr langsam, wenn er ein Werkstück herstellen sollte. Er scheint am wahren Leben irgendwie gänzlich uninteressiert zu sein. Er vertrug auch Kritik vom Werksmeister nicht, war hoch empfindlich und rief gleich die Mutter an, sie solle ihn dort abholen. Dann ging er wieder zum Arzt und ließ sich krankschreiben.

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Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Es handelt sich hier aber um keine Familie aus einem sozialen Brennpunkt, sondern um Leute, die finanziell gut gestellt sind und sehr gut leben, in einer gehobenen Gegend mit Eigenheim und zwei Autos.

Das spielt doch keine Rolle.

ungehorsam antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Es handelt sich hier aber um keine Familie aus einem sozialen Brennpunkt, sondern um Leute, die finanziell gut gestellt sind und sehr gut leben, in einer gehobenen Gegend mit Eigenheim und zwei Autos.

Das ist geradezu typisch für alle Jugendlichen, die ich kenne, die ähnliche Probleme haben...

Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Das ist in dieser Familie insofern problematisch, als dass auch der Vater immer mal wieder gerne kifft, sich das Zeug selber besorgt, und dann auch (vielleicht nicht zuletzt aufgrund der bestehenden Familiensituation) gerne einen über den Durst trinkt (Bier)

Auch, dass die Suchtproblematik sich quasi "vererbt" bzw. auf das Verhalten des Kindes überträgt, ist leider ziemlich typisch.

Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Da hat dann auch der Sohn früh zu kiffen begonnen und hält es wohl für normal. Meine Freundin sagt, er kifft jeden Tag und ist abhängig. Wird aggressiv, wenn er nichts hat.

Aber: Wann hat denn deine Freundin zum ersten Mal bemerkt, dass er kifft?? Hat sie sich da nicht Fragen gestellt oder irgendwas unternommen??

es ist NICHT normal und auch gar nicht gut für Jugendliche, so früh mit Drogen zu beginnen! Und auch Haschisch ist nicht harmlos für Jugendliche, wie ich ja schon schrieb.

Die Entwicklung des Sohnes und der ganzen Familie ist geradezu ein Musterbeispiel negativer Art, leider.

Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Er vertrug auch Kritik vom Werksmeister nicht, war hoch empfindlich und rief gleich die Mutter an, sie solle ihn dort abholen. Dann ging er wieder zum Arzt und ließ sich krankschreiben.

Ja, genau, so kenne ich das von betroffenen Schülern (dass ich das in so einer Form erlebt habe, ist aber schon wieder über 15 Jahre her, deswegen kann ich das schreiben. Da habe ich noch wo ganz anders gearbeitet, Rückschlüsse sind also nicht möglich.)

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0

Ich weiß nicht, wann der Sohn mit der Kifferei begonnen hat. Aber wenn es in der Familie üblich ist, dass der Vater immer mal wieder einen durchzieht und dann auch die Mutter nicht nein sagt, schleicht es sich so ein. Er kriegt es mit und macht es nach, die Freunde kiffen auch. Inzwischen ist es wohl so, dass keiner so viel konsumiert wie der Sohn und es auch täglich braucht.

Anonymous antworten
Piefken
Beiträge : 1

Hi, ich als Mutter von 4 Kindern, heute alle erwachsen, habe ich meinen persönlichen Blick auf diese Situation.
Dieser junge Mann hat keinen Sinn und keine Hoffnung in seinen weiteren Weg, Vielleicht hat er diese Ausbildung nur gemacht um irgendwelche Erwartungen zu erfüllen. Dieser junge Mann muss erfahren, dass er gut so ist, wie er ist. Da gibt es einen Gott, der hat ihn genauso gemacht und gewollt , wie er ist. Und aus diesem Fundament heraus kann er seinen persönlichen Weg finden, Bei manchen brauch es einen Umweg,

piefken antworten
19 Antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Dieser junge Mann muss erfahren, dass er gut so ist, wie er ist. Da gibt es einen Gott, der hat ihn genauso gemacht und gewollt , wie er ist

Dafür muß ich dir leider einen roten Stern verleihen. Dieser junge Mann ist suchtkrank. Das hat Gott nicht gewollt, denn eine Sucht ist selbstzerstörerisch. Weiter gehört zu einem Abhängigen die Familie als Co-Abhängige, und die leidet ungewollt mit.
Im Verlaufe der Sucht-Therapie ist es auf jeden Fall wichtig, ihm zu verdeutlichen, daß er gut so ist, wie er ist, weil Gott ihn so gemacht und gewollt hat. Aber erst dann.

ungehorsam antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0

Meine Freundin sagt, sie würde weder ihren Sohn noch ihren Mann jemals dazu bewegen können, zu einem Therapeuten zu gehen. Die sperren sich. Wenn, dann kann nur sie alleine für sich etwas tun, um sich selbst zu stärken in der Situation und klarer zu werden.

Anonymous antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17983

Vielleicht sollte sie ihre Koffer packen und die beiden Herren sich mal eine Weile selbst überlassen. Wenn ich den Threadverlauf hier so lese, scheint ja nicht nur der Sohn Suchtprobleme zu haben?

tristesse antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Das war auch mein Gedanke.

ungehorsam antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194

Das war auch mein Gedanke: Koffer packen und selber gehen.

herbstrose antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0

Das habe ich ihr auch schon vorgeschlagen, sogar mehrfach. Sie sagt, dann bringen die sich gegenseitig um.

Die Familiensituation ist leider sehr verfahren. Meiner Meinung nach müsste hier ein Therapeut helfen. Aber wenn die beiden Herren sich sperren, geht auch das nicht.

Ich selber würde gehen. Aber es gibt auch Menschen, die wählen lieber das gewohnte Unglück, als das ungewohnte Glück. Meine Freundin sagt, sie kann nicht alleine leben, sie würde sich dann so verloren fühlen.

Anonymous antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17983
Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Das habe ich ihr auch schon vorgeschlagen, sogar mehrfach. Sie sagt, dann bringen die sich gegenseitig um.

Nein, die werden sich mit Sicherheit nicht gegenseitig umbringen, das ist doch Quatsch.

Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Ich selber würde gehen. Aber es gibt auch Menschen, die wählen lieber das gewohnte Unglück, als das ungewohnte Glück. Meine Freundin sagt, sie kann nicht alleine leben, sie würde sich dann so verloren fühlen.

Vielleicht ist sich Deine Freundin nicht bewußt, dass sie eine Ausrede nach der anderen erfindet, um an der derseitigen Situation nichts zu ändern. Natürlich kann sie allein leben, verloren ist sie in der jetztigen Situation auch und umbringen wird sich auch niemand.

Sie kann die Situation nicht retten, vielleicht muss sie da noch etwas weiter leiden, bis sich was ändert. Die Frage ist, wie Du als Freundin Dich da positionieren willst.

tristesse antworten
Tineli
 Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1376

Dafür 5 grüne Sternchen, wenn ich die vergeben könnte!

tineli antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194

Das habe ich ihr auch schon vorgeschlagen, sogar mehrfach. Sie sagt, dann bringen die sich gegenseitig um.

Gut möglich. Wenn sie bleibt, ist der Preis, dass sie nicht ihr eigenes Leben sondern das der beiden Mistkerle lebt.

Sie sollte ausziehen und für sich selber sorgen. Auch seelsorgerliche/therapeutische Unterstützung für sich selbst in Anspruch nehmen.

herbstrose antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0

So sehe ich es auch. Bin froh, das hier so zu lesen, denn dann bin ich nicht falsch in meinem Empfinden für ihre Situation. Denn sie sagt mir immer: "So einfach ist das alles nicht ..." Und dann fühle ich mich schlecht, weil sie mir das Gefühl gibt, ich bin zu wenig empathisch.

Anonymous antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17983
Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Denn sie sagt mir immer: "So einfach ist das alles nicht ..." Und dann fühle ich mich schlecht, weil sie mir das Gefühl gibt, ich bin zu wenig empathisch.

Sie würde sich wundern, wie einfach es sein kann, zwei Koffer zu packen 😊

Mach Dich bitte aber nicht emotional verantwortlich für ihre Situation. Sie kann froh sein, Dich zu haben, da musst Du Dich überhaupt nicht schuldig fühlen! Das wäre es ja noch.

Aber so macht sie es ja mit der Familie auch. Jeder, außer sie ist Schuld und scheinbar braucht sie diese Opferhaltung auch. Und Du bekommst das dann auch noch ab.

tristesse antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @tristesse

Sie würde sich wundern, wie einfach es sein kann, zwei Koffer zu packen 😊

Ja, das wäre in der Tat die einfachste Lösung. Ob das die richtige ist, ist ne andere Sache.

Anonymous antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17983
Veröffentlicht von: @amalia-12

Ja, das wäre in der Tat die einfachste Lösung. Ob das die richtige ist, ist ne andere Sache.

Natürlich kann man das auf die Entfernung hin natürlich nicht sagen. Ich denke aber, dass es nicht zu kühn ist zu behaupten, dass in der Situation tatenlos zu verharren defintiv die falsche Lösung ist.

tristesse antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0

Ich neige hier auch zum Koffer-Packen.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @tristesse

Ich denke aber, dass es nicht zu kühn ist zu behaupten, dass in der Situation tatenlos zu verharren defintiv die falsche Lösung ist.

Das stimmt.

Anonymous antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194
Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

So sehe ich es auch. Bin froh, das hier so zu lesen, denn dann bin ich nicht falsch in meinem Empfinden für ihre Situation. Denn sie sagt mir immer: "So einfach ist das alles nicht ..." Und dann fühle ich mich schlecht, weil sie mir das Gefühl gibt, ich bin zu wenig empathisch.

Da hilft nur eins: ihr klar zu sagen, dass sie die Wahl hat. entweder sie bleibt, dann braucht sie mit dem Thema aber nicht mehr zu dir zu kommen. Oder sie geht und darf dabei gern auf deine Unterstützung hoffen.

herbstrose antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3341

Man kann es ja in kleinen Schritten versuchen. Erstmal ein Wochenende, dann mal ne Woche mit ner Freundin oder ein Einkehrwochenende oder so.

Ich kenn einen Fall, wo die Mutter jahrelang behauptet hat ihr Sohn und ihr Mann würden nichtmal ein Wochenende allei zusammen klar kommen - und dann ist sie doch mal ein Wochende weg - und - oh wunder - beide haben überlebt und waren fähig sich selbst zu versorgen und umgebracht haben sie sich auch nicht.

channuschka antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @ungehorsam

Dieser junge Mann ist suchtkrank. Das hat Gott nicht gewollt, denn eine Sucht ist selbstzerstörerisch. Weiter gehört zu einem Abhängigen die Familie als Co-Abhängige, und die leidet ungewollt mit.

Sehe ich auch so.

Anonymous antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17983

Was ist denn nun Dein konkreter Vorschlag, wie die betroffene Mutter sich verhalten soll?

tristesse antworten


tristesse
Beiträge : 17983

Wie kommt er denn an das Geld für Haschisch dran? Und Alkohol... wenn er keinerlei Einkommensquelle hat?

Da er zuhause lebt, wird er sicherlich an den Kühlschrank gehen, aber Drogen sind ja nicht gerade billig.

tristesse antworten
36 Antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0

Bislang hatte er noch Rücklagen aus seiner Ausbildungszeit. Er konnte ja alles für sich behalten und musste zu Hause nichts abgeben. Meine Freundin sagt, er hätte auch jetzt noch etwas Geld übrig. Vermutlich ist sein Konto aber im Laufe des Jahres leer. Leider befürchte ich, dass sie ihm dann Geld gibt, weil sie ihn sonst nicht aushält.

Er geht nicht nur an den Kühlschrank, sondern verlangt auch eine spezielle Ernährung (Steak, etc.), die er auch bekommt. *stöhn
Wenn meine Freundin ihm mal nicht rechtzeitig was zubereitet, schreit der Vater herum, sie sei eine Rabenmutter, und ob sie nicht sehen würde, wie dünn er schon wäre. Sie ist am Abend auch schon mit dem Auto losgefahren, hat ihm einen Döner geholt, weil er da bereits schon so zugekifft ist, dass er nicht mehr selber fahren kann. Ich kriege da jedes mal die Krise, wenn ich das mitbekomme.

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Herbstrose
(@herbstrose)
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Da hilft nur eins: selber ausziehen.

herbstrose antworten
Murphyline
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jepp

murphyline antworten
tristesse
(@tristesse)
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Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Leider befürchte ich, dass sie ihm dann Geld gibt, weil sie ihn sonst nicht aushält.

Da würde ich ihr die Frage stellen, ob sie wirklich Interesse an einer Veränderung hat. Scheint nicht gegeben zu sein.

Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Er geht nicht nur an den Kühlschrank, sondern verlangt auch eine spezielle Ernährung (Steak, etc.), die er auch bekommt.

Selbst Schuld, hier scheint sich im Laufe der Jahre bei beiden Eltern eine Co-Abhängigkeit entwickelt zu haben, wenn ich das

Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Wenn meine Freundin ihm mal nicht rechtzeitig was zubereitet, schreit der Vater herum, sie sei eine Rabenmutter, und ob sie nicht sehen würde, wie dünn er schon wäre.

so lese.

Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Sie ist am Abend auch schon mit dem Auto losgefahren, hat ihm einen Döner geholt, weil er da bereits schon so zugekifft ist, dass er nicht mehr selber fahren kann.

Kiffen macht ja auch hungrig 😉

Ich würde mir an Deiner Stelle ihre Klagen nicht mehr anhören. Sie ist nicht bereit, an dem derzeitigen Zustand was zu ändern, der Vater scheinbar auch nicht, der Sohn bekommt alle Unterstützung für sein toxisches Verhalten, was er braucht. Niemand scheint da am Status Quo ernsthaft was zu tun.

Der Sohn macht was er will, der Vater schiebt alles auf die Mutter und sie lädt ihren Frust dann bei Dir ab und es geht weiter.

Empfiehl ihr eine Suchtberatung, falls Du die räumlichen Möglichkeit hast, biete ihr ein Zimmer oder die Couch an, damit sie aus dem unguten Umfeld mal rauskommt, aber mehr würde ich an Deiner Stelle nicht tun. Solange Du Dich noch als Kummerkasten hergibst, wird Deine Freundin nichts tun. Das was sie machen sollte wäre die Koffer zu packen und ihr Männer sich selbst überlassen, vielleicht kommt dann wenigstens der Vater zur Besinnung.

Hat sie denn ein eigenes Einkommen odre Rücklagen, einen Job?

tristesse antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
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Ich halte es auch für die einzige Möglichkeit, dass sie selber gut für sich sorgt und endlich die Biege macht. Jetzt hat sie auch endlich einen guten Job, könnte gehen, aber macht noch nichts. Sie sagt dann, der Job biete ihr momentan die Möglichkeit, wenigstens tagsüber der Familie zu entfliehen. Ich packe mir da an die Birne, weil sie die Situation nicht nutzt.

Wir wohnen ca. 800 km auseinander, sie hat dort ihren Job. Und ich nur eine sehr kleine 1-Zimmer-Wohnung. Ich könnte sie hier nicht aufnehmen. Und hätte dann auch Angst, mich nicht mehr ausreichend gegen sie abgrenzen zu können. Würde ich nicht wollen.

Anonymous antworten
tristesse
(@tristesse)
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Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Wir wohnen ca. 800 km auseinander, sie hat dort ihren Job. Und ich nur eine sehr kleine 1-Zimmer-Wohnung. Ich könnte sie hier nicht aufnehmen. Und hätte dann auch Angst, mich nicht mehr ausreichend gegen sie abgrenzen zu können. Würde ich nicht wollen.

Dann lass es laufen. Hör Dir ihre Klagen so weit an, wie es für Dich erträglich ist, da würde ich durchaus auch mal Gespräche vorzeitig beenden. Schlag ihr ab und an die Lösungen vor, die Du sowieso schon vorgeschlagen hast und ansonsten überlass ihr die Situation. Sie wird schon irgendwann zu Besinnung kommen. Wenn sie einen Job, ein Auto und finanzielle Rücklagen hat, dann kann sie jederzeit in ein Hotel (solange Corona das zulässt) oder vielleicht zu Freunden vor Ort und sich dann neu aufstellen.

Die Frage ist an Deiner Stelle nicht unbedingt, was Deine Freundin machen soll, sondern wie Du Dich in allem abgrenzt. Denn es ist ihr Leben, was sie gerade vor die Wand fährt und nicht Deins.

tristesse antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

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Jepp, danke!

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Ungehorsam
(@ungehorsam)
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Wenn meine Freundin ihm mal nicht rechtzeitig was zubereitet, schreit der Vater herum, sie sei eine Rabenmutter,

Das läßt sie sich gefallen? Je mehr hier ans Licht kommt, um so fassungsloser bin ich. Soll sich doch der Herr Vater um seinen Schützling, den mißratenen Sohn, kümmern, und ihm sein Steak braten und den Döner holen. Gehts noch ?!

ungehorsam antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

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Ja, was sie mir manchmal anvertraut, ist auch für mich nur noch schwer zu ertragen. Aber es ist so. In manchen Familien ist die Hölle auf Erden.

Ich denke, sie lenkt manchmal ein, weil sie diese ewigen Streitereien nicht mehr erträgt. Ein andermal streiten sie dann wieder, dass die Fetzen fliegen.

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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
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Veröffentlicht von: @ungehorsam

Das läßt sie sich gefallen? Je mehr hier ans Licht kommt, um so fassungsloser bin ich.

Also ich weiß ja nicht, ob du nur Bilderbuch- Familien bzw. Ehen kennst?
Überhaupt frage ich mich das, angesichts mancher Antworten hier, die mir teilweise recht rigeros erscheinen.
So, als wäre das Leben eine gerade Linie und wenn die nicht eingehalten wird von anderen, kommt das Wort Rückzug.
Ich kenne unzählige Familien mit ähnlich schweren Familienkonflikten.
Wenn da jede(r) so straight seine Linie ziehen würde, also hauptsächlich auf sein eigenes Wohl achtet, wären X Scheidungen die Folge.

Anonymous antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

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Veröffentlicht von: @amalia-12

Ich kenne unzählige Familien mit ähnlich schweren Familienkonflikten.
Wenn da jede(r) so straight seine Linie ziehen würde, also hauptsächlich auf sein eigenes Wohl achtet, wären X Scheidungen die Folge.

Was ist denn so Dein konkreter Vorschlag für diese Situation? An der Haltung anderer sich stoßen ist ziemlich einfach 😊
Was soll also diese Frau tun, damit es funktioniert.

tristesse antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
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Veröffentlicht von: @tristesse

Was ist denn so Dein konkreter Vorschlag für diese Situation? An der Haltung anderer sich stoßen ist ziemlich einfach 😊
Was soll also diese Frau tun, damit es funktioniert.

Ich nehme mir durchaus das Recht wie jeder andere auch, meine Meinung zu anderen Meinungen zu äussern ohne den Anspruch zu haben, einen Familientherapeuten geben zu müssen und eine Lösung parat zu haben. 😉
Ich kenne solche Familienkonstellationen von anderen, habe dies aber auch selbst durchgemacht. Nicht als Mutter, aber als Partnerin und später als Ehefrau. Habe aber auch die Emotionen, die psychische Situation meiner damaligen Schwiegermutter sehr gut miterlebt.
Das ist eben nicht immer so einfach, wenn einem Aussenstehe sagen: zieh einen Schlußstrich. Ändere was, bist ja selbst schuld.

Im Gegenteil. Wenn man selbst alles versucht, um so eine Situation zum Besseren zu verändern mit allen Mitteln und in sämtliche Richtungen mit gut zureden, Androhungen von Konsequenzen, Durchziehen von Konsequenzen und was da so alles zu gehört und man selbst ist schon nervlich fix und alle und dann kommt noch jemand und sagt " bist ja selbst schuld, dass die Situation so ist und du trägst da selbst zu bei, dass sich nichts verändert", ist das nochmal wie ein Schlag ins Gesicht. Das bringt zusätzlich Leid mit sich.

Ich weiß selbst noch zu gut, wie schwer es war, knallhart die eigentlich gesunde Linie durchzuziehen, wenn man diese Person liebt. Ganz zu schweigen von einem liebenden Mutterherzen.

Auch in meinem Fall war es so, es war alles viel komplexer, als es die Oberfläche zeigte. Und so, wie Anonyma das berichtet, weil auch der Vater Suchtverhalten hat und die Mutter als die Verantwortliche ansieht für das Wohl des Jungen zu sehen, ist die ganze Familie da mitbetroffen. Ich glaube nicht, dass ein Rückzug, Auszug die richtige Lösung ist. Die ganze Familie müsste an sich arbeiten, etwas aufarbeiten.
Aber, wenn der Leidensdruck zu groß ist, finde ich eine Trennung o.k.. Nicht unbedingt automatisch richtig ohne genaues Wissen, was tatsächlich los ist inkl. Hintergründe bei diesem Familienkonflikt ( es geht hier schließlich um eine Ehe), aber in Ordnung.
Jeder hat das Recht sich zu trennen, wenn er/ sie sonst droht seelisch kaputt zu gehen.

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Herbstrose
(@herbstrose)
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Auszug bedeutet nicht automatisch Scheidung. Oft ist das Verlassen einer Situation die einzige Möglichkeit zum Selbstschutz.

Im hier diskutierten Beispiel nimmt der Ehemann seine Pflichten nicht wahr, sondern macht seine Frau für alles verantwortlich. Eine "Ehe" ist das schon lange nicht mehr.

Ein Verlassen der Situation und Herstellen von Abstand ermöglicht es zumindest mal der Frau, wieder zu sich selbst zu finden und herauszufinden, was sie will. Wenn sie wieder zu Kräften gekommen ist, dann hat sie die Möglichkeit zu sagen, dass sie an der ehe festhalten möchte, aber nur unter diesen und jenen Bedingungen (Paartherapie, Verhaltensänderung, Suchtberatung ...).

herbstrose antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
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Veröffentlicht von: @herbstrose

Auszug bedeutet nicht automatisch Scheidung. Oft ist das Verlassen einer Situation die einzige Möglichkeit zum Selbstschutz.

Ja, das stimmt schon.

Veröffentlicht von: @herbstrose

Im hier diskutierten Beispiel nimmt der Ehemann seine Pflichten nicht wahr, sondern macht seine Frau für alles verantwortlich. Eine "Ehe" ist das schon lange nicht mehr.

Ich kenne sehr, sehr viele Ehen, wo das so ist, dass der Mann arbeiten geht und sonst fast alles nur an der Frau hängenbleibt. Trotzdem ist das eine Ehe. 😉

Veröffentlicht von: @herbstrose

Ein Verlassen der Situation und Herstellen von Abstand ermöglicht es zumindest mal der Frau, wieder zu sich selbst zu finden und herauszufinden, was sie will.

Richtig. Trotzdem, ist meine Meinung, sollte man als Frau, Mutter und Ehefrau da noch die ganze Familie im Blick behalten und nicht nur nach seinem eigenen Befinden gucken.

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Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

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Veröffentlicht von: @amalia-12

Ich kenne sehr, sehr viele Ehen, wo das so ist, dass der Mann arbeiten geht und sonst fast alles nur an der Frau hängenbleibt. Trotzdem ist das eine Ehe. 😉

Und schreit da der Mann die Frau regelmäßig an, sie solle gefälligst dem faulen Sohn sein Steak kaufen und braten?

Veröffentlicht von: @amalia-12

Richtig. Trotzdem, ist meine Meinung, sollte man als Frau, Mutter und Ehefrau da noch die ganze Familie im Blick behalten und nicht nur nach seinem eigenen Befinden gucken.

Wie hilft ein ertrinkender einem anderen Ertrinkenden? Richtig, er rettet sich selbst auf ein Holzstück und holt dann den anderen nach.

herbstrose antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
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Veröffentlicht von: @herbstrose

Und schreit da der Mann die Frau regelmäßig an, sie solle gefälligst dem faulen Sohn sein Steak kaufen und braten?

Da habe ich tatsächlich nur eine Freundin, bei der das so ist. Und es ist kein erwachsener Sohn. Der Junge ist 5 Jahre alt. Aber sobald der Junge etwas dünner wird, bekommt meine Freundin Vorwürfe, wird angeschnautz, sie würde ihm nicht genug zu Essen geben. Dabei gehören solche Auf- und Ab's bei Kindern dazu. Besonders, wenn die mal kränkeln oder grad einen Wachstumsschub haben.

Veröffentlicht von: @herbstrose

Wie hilft ein ertrinkender einem anderen Ertrinkenden? Richtig, er rettet sich selbst auf ein Holzstück und holt dann den anderen nach.

Eure Sicht ist ja auch richtig, da lässt sich nicht viel gegen sagen. Ich finde, als Aussenstehender kann man schnell denken, warum sich so jemand sich nicht ändert?
Warum jemand jahrelang in solch ungesunden Familienkonstellationen bleibt.
Alles scheint so klar, so offensichtlich und trotzdem gelingt es manchen Personen oft nicht, sich auf so eine drastische Weise Erleichterung oder Veränderung zu verschaffen indem man etwas gravierend ändert. Das ist nicht immer einfach, das so durchzuziehen.

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Channuschka
(@channuschka)
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Für einen 5-jährigen hat die Mutter auch noch die Verantwortung ihm das Essen hinzustellen, da wäre es fahlässig ihn sich selbst zu überlassen, weil er nicht in der Lage ist von Reife und Alter her.
Ein 21jähriger mit Schulabschluss und Ausbildung kann sich aber selbst um sein Essen kümmern, wenn ihm nicht passt was da ist. Er hat 16 Jahre mehr Lebenserfahrung.

Und als (ehemals) Magersüchtige kann ich sagen, dass es manchmal nur hilft, auf die Schnauze zu fallen, bzw. zu sehen, dass das eigene Verhalten bei anderen (bei mir waren es Freund/innen) Konsequenzen hat und diese es sich wert sind, ihre Grenze zu ziehen - weil sie dann zu zerbrechen drohen oder es schon sind. Und erst da hat es angefangen bei mir langsam Klick zu machen. Und als ich bereit war fachliche Hilfe anzunehmen, dann haben sie mich auch wieder unterstütz.

channuschka antworten
tristesse
(@tristesse)
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Danke für deine Offenheit, ich find das hier wirklich hilfreich.

tristesse antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 2 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @channuschka

Für einen 5-jährigen hat die Mutter auch noch die Verantwortung ihm das Essen hinzustellen, da wäre es fahlässig ihn sich selbst zu überlassen, weil er nicht in der Lage ist von Reife und Alter her.

Das ist natürlich richtig. Aber der Mann, der schließlich der Vater ist, könnte sich genauso dafür verantwortlich fühlen, tut es aber anscheinend nicht.

Veröffentlicht von: @channuschka

Und als (ehemals) Magersüchtige kann ich sagen, dass es manchmal nur hilft, auf die Schnauze zu fallen, bzw. zu sehen, dass das eigene Verhalten bei anderen (bei mir waren es Freund/innen) Konsequenzen hat und diese es sich wert sind, ihre Grenze zu ziehen

Das tut mir sehr leid, dass du das durchleben musstest. 🙁
Umso erfreulicher, dass du das überwunden hast. 😊
Das ist natürlich schön, wenn es so verläuft. Es ist aber nicht immer so.
Manchmal ist Familie, sind Freunde der letzte Strohhalm, der Suchtkranke über Wasser hält. Wenn die sich auch zurückziehen, was ja verständlich ist, wenn man an seine Grenzen kommt, geht diese Person dann komplett unter.
Und das ist eben äusserst schwierig zu entscheiden, wenn man in so einer Situation steckt. Also mal unabhängig von dem Fall, den Ano hier berichtet.

Anonymous antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Aber der Mann, der schließlich der Vater ist, könnte sich genauso dafür verantwortlich fühlen, tut es aber anscheinend nicht.

Und das findest du in Ordnung?

Manchmal ist Familie, sind Freunde der letzte Strohhalm, der Suchtkranke über Wasser hält. Wenn die sich auch zurückziehen, was ja verständlich ist, wenn man an seine Grenzen kommt, geht diese Person dann komplett unter.

Der Süchtige geht unweigerlich unter. Die Familie, die sein Verhalten (gut gemeint) unterstützt, geht dann aber mit unter.
Jeder, der sich professionell mit Suchtkranken befaßt, sagt, solange Familie und Freunde ihn "unterstützen", gibt es keinen Leidensdruck, der den Süchtigen zur Einsicht zwingt. Die Abwärtsspirale kann sich immer weiterdrehen und reißt nicht nur den Süchtigen, sondern auch seine Unterstützer mit sich.

ungehorsam antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
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Beiträge : 16992
Veröffentlicht von: @ungehorsam

Der Süchtige geht unweigerlich unter. Die Familie, die sein Verhalten (gut gemeint) unterstützt, geht dann aber mit unter.
Jeder, der sich professionell mit Suchtkranken befaßt, sagt, solange Familie und Freunde ihn "unterstützen", gibt es keinen Leidensdruck, der den Süchtigen zur Einsicht zwingt. Die Abwärtsspirale kann sich immer weiterdrehen und reißt nicht nur den Süchtigen, sondern auch seine Unterstützer mit sich.

Genau das ist der Punkt. Statt dass man als Familie hilft verlängert man lediglich die Situation und verhindert jede Lösung. Statt dass der Süchtige aus seinem Sumpf gezogen wird zieht er die Anderen noch mit hinein. Damit ist niemandem geholfen.

lucan-7 antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 3341
Veröffentlicht von: @amalia-12

Manchmal ist Familie, sind Freunde der letzte Strohhalm, der Suchtkranke über Wasser hält. Wenn die sich auch zurückziehen, was ja verständlich ist, wenn man an seine Grenzen kommt, geht diese Person dann komplett unter.
Und das ist eben äusserst schwierig zu entscheiden, wenn man in so einer Situation steckt. Also mal unabhängig von dem Fall, den Ano hier berichtet.

Genau, darum geht es eigentlich, solange es noch einen letzten Strohhalm gibt an den man sich klammern kann, geht man nicht unter, selbst, wenn man nicht schwimmt. Man hat dann Leidensdruck, aber eben noch keinen hoch genugen um was zu ändern. Für Freunde und Verwandte ist es hart, aber manchmal muss der letzte Strohhalm weggenommen werden und das Ertrinken in kauf genommen, bevor ein Süchtiger sich bewegt.
Ich will das Bild nicht überstrapazieren, aber irgendwo hab ich mal gelernt, dass man bei einem Ertrinkenden (also so wirklich im Wasser), manchmal besser warten sollte bis er ohnmächtig ist, bevor man ihn rettet um sich nichtselbst in Gefahr zu bringen, dann Ertrinkende in Panik klammern sich manchmal so an ihre Retter, dass diese selbst nicht mehr schwimmen können und mit untergehen.
Bei einem Süchtigen ist es ähnlich, nur dass der wenn er "ertrunken" ist und man ihn rettet, ,anchmal auch dann nicht die Notwendigkeit sieht was zu ändern. Da kann man nur die Hand reichen, aber wenn er daran zieht sie wieder zurück ziehen. Das ist hart. Aber wie bei erster Hilfe sollte die eigene Sicherheit immer vorgehen.

channuschka antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 16992
Veröffentlicht von: @amalia-12

Trotzdem, ist meine Meinung, sollte man als Frau, Mutter und Ehefrau da noch die ganze Familie im Blick behalten und nicht nur nach seinem eigenen Befinden gucken.

Das geht aber nur, wenn man sich selbst in einer stabilen Situation befindet. Wenn die eigene Ausgeglichenheit fehlt, dann kann man das vielleicht noch kurzfristig kompensieren, indem man sich vordergründig um Andere kümmert... irgendwann geht aber auch das nicht mehr.

Und dann muss man erst mal wieder mit sich selbst ins Reine kommen, um überhaupt wieder in der Lage zu sein, für Andere da zu sein. Das heisst, irgendwann ist man einem Punkt, wo man tatsächlich zuerst an sich selber denken muss, weil es dann einfach nicht mehr anders geht.

lucan-7 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 3 Sekunden

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Ja, gebe dir recht. Unterm Strich ist es so.

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JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 1347
Veröffentlicht von: @amalia-12

Trotzdem, ist meine Meinung, sollte man als Frau, Mutter und Ehefrau da noch die ganze Familie im Blick behalten und nicht nur nach seinem eigenen Befinden gucken.

Ja, damit bin ich einverstanden, denke dann aber an eine schwere Krisensituation. Beispielsweise wenn ein Familienmitglied sehr schwer erkrankt.

Hier haben wir möglicherweise auch eine solche Erkrankung (oder mehrere). Es wird aber still gelitten, die Erkrankung ignoriert oder an den Konsequenzen der Erkrankung herumlaboriert anstatt die Erkrankung anzugehen.

Die Suchterkrankung zerstört dem jungen Mann Arbeit, Zukunftsperspektiven, Elternbeziehung und er macht es sich auch selbst wahnsinnig schwer, jemals eine eigene Liebesbeziehung oder gar Familie zu gründen.

Solange der junge Mann trotz kognitiver Möglichkeiten keinen Anlass für Veränderung sieht, sehe ich auch keine Notwendigkeit, dass sich sein Umfeld nach ihm richtet.

johnnyd antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 3 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @johnnyd

Solange der junge Mann trotz kognitiver Möglichkeiten keinen Anlass für Veränderung sieht, sehe ich auch keine Notwendigkeit, dass sich sein Umfeld nach ihm richtet.

Das stimmt schon. Manchen Müttern fällt es aber schwer ihre suchtkranken Kinder ( auch wenn sie schon erwachsen sind) loszulassen und sie sich selbst zu überlassen, in der Hoffung, dass es sie wachrüttelt, wenn sie gar keine Hilfe und Unterstützung mehr haben.
Es kann genau richtig sein, wenn man das so durchzieht, kann aber auch nach hinten losgehen und der Süchtige rutscht dann total ab.
Und dann ist es eine zusätzliche Herausforderung sich als Mutter keine Vorwürfe zu machen. Wenn das nämlich nicht gut geht, kann es sein, dass die Mutter noch mehr Schuldgefühle entwickelt.

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Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3336

Ich kenne sehr, sehr viele Ehen, wo das so ist, dass der Mann arbeiten geht und sonst fast alles nur an der Frau hängenbleibt. Trotzdem ist das eine Ehe.

Darum geht es hier gerade nicht.

Trotzdem, ist meine Meinung, sollte man als Frau, Mutter und Ehefrau da noch die ganze Familie im Blick behalten und nicht nur nach seinem eigenen Befinden gucken.

Die sind alle erwachsen. Die Mutter und Ehefrau sorgt quasi nur noch für die Bequemlichkeit der Herren.

ungehorsam antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17983
Veröffentlicht von: @amalia-12

Ich nehme mir durchaus das Recht wie jeder andere auch, meine Meinung zu anderen Meinungen zu äussern ohne den Anspruch zu haben, einen Familientherapeuten geben zu müssen und eine Lösung parat zu haben.

Da bin ich überzeugt von 😊
Ich finde es nur hilfreich, dass wenn man schon eine Lösung kritisiert, dann auch dazu beizutragen kann, dass vielleicht eine bessere gefunden wird. Davon lebt ja die Diskussion, nicht wahr? Vor allem hier.

Veröffentlicht von: @amalia-12

Das ist eben nicht immer so einfach, wenn einem Aussenstehe sagen: zieh einen Schlußstrich. Ändere was, bist ja selbst schuld.

Dass mit dem Schlußstrich wurde hier aber nicht gesagt. Es wurde nur eine zeitweilige räumliche Trennung vorgeschlagen. Und das ist eine Veränderung, die man selbst in der Hand hat und die wirklich eine Lösung sein könnte. Denn in der Situation verharren hilft auch nicht.

Veröffentlicht von: @amalia-12

" bist ja selbst schuld, dass die Situation so ist und du trägst da selbst zu bei, dass sich nichts verändert", ist das nochmal wie ein Schlag ins Gesicht. Das bringt zusätzlich Leid mit sich.

Ich bin überzeugt, dass nicht einer hier, der in der Form dachte, das einem Freund oder einer Freundin so um die Ohren hauen würde. Und ich persönlich wollte den Eindruck auch nicht vermitteln. Ich würde auch nie mit so einer Haltung auf eine Freundin eindringen.

Veröffentlicht von: @amalia-12

Ich weiß selbst noch zu gut, wie schwer es war, knallhart die eigentlich gesunde Linie durchzuziehen, wenn man diese Person liebt. Ganz zu schweigen von einem liebenden Mutterherzen.

Dennoch hast Du es getan. Warum dürfen wir dann nicht dazu raten?

Veröffentlicht von: @amalia-12

Auch in meinem Fall war es so, es war alles viel komplexer, als es die Oberfläche zeigte. Und so, wie Anonyma das berichtet, weil auch der Vater Suchtverhalten hat und die Mutter als die Verantwortliche ansieht für das Wohl des Jungen zu sehen, ist die ganze Familie da mitbetroffen

Das haben andere hier genauso gesehen.

Veröffentlicht von: @amalia-12

Ich glaube nicht, dass ein Rückzug, Auszug die richtige Lösung ist. Die ganze Familie müsste an sich arbeiten, etwas aufarbeiten.

Ich glaub, der Meinung sind hier auch alle, aber die Frau und Mutter hat ja versucht, das als Familie gemeinsam anzugehen, aber sie rennt da immer an verschlossene Türen. Wie lange soll sie denn Deiner Meinung nach in der Situation aushalten, bis auf wundersame Weise alle männlichen Familienmitglieder ihr Suchtverhalten erkennen und einstellen? Vielleicht braucht es da einen Schubs anstatt nur "bitte bitte" zu sagen und dann doch dem Sohn das Steak in die Pfanne zu hauen.

Veröffentlicht von: @amalia-12

Aber, wenn der Leidensdruck zu groß ist, finde ich eine Trennung o.k..

Nach den Erzählungen von anonyma fand ich den Leidensdruck nicht wirklich niedrigschwellig.

Veröffentlicht von: @amalia-12

Nicht unbedingt automatisch richtig ohne genaues Wissen, was tatsächlich los ist inkl. Hintergründe bei diesem Familienkonflikt ( es geht hier schließlich um eine Ehe), aber in Ordnung.

Ich hatte nicht das Gefühl, dass hier die User automatisch sofort eine Scheidung oder Trennung geraten haben. Man hat sich schon viel Zeit zu Rückfragen gelassen und abgewogen. Du gibst ja auch Ratschläge, ohne die Hintergründe genau zu kennen 😊

Veröffentlicht von: @amalia-12

Jeder hat das Recht sich zu trennen, wenn er/ sie sonst droht seelisch kaputt zu gehen.

Ich persönlich sprach ja nicht mal von Trennung, sondern von Koffer packen und Abstand gewinnen. Was danach kommt ist ja offen. Und ich bin absolut Deiner Meinung, dass niemand seelisch kaputt gehen soll.

Die Frage ist halt, was zerstörerischer ist.
Aushalten oder erst mal ein Zeichen setzen.

tristesse antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 3 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @tristesse

Ich finde es nur hilfreich, dass wenn man schon eine Lösung kritisiert, dann auch dazu beizutragen kann, dass vielleicht eine bessere gefunden wird. Davon lebt ja die Diskussion, nicht wahr? Vor allem hier.

Da ich da auch ein gebranntmarktes Kind bin, fällt es mir umso schwerer einen guten Rat zu geben. Ich wünscht, ich könnte was sinnvolles sagen. Das erste, was einem einfällt ist, Grenzen ziehen. Und genau das kann eben sauschwer sein, wenn man in so einer Situation drin steckt.

Veröffentlicht von: @tristesse

Dass mit dem Schlußstrich wurde hier aber nicht gesagt. Es wurde nur eine zeitweilige räumliche Trennung vorgeschlagen. Und das ist eine Veränderung, die man selbst in der Hand hat und die wirklich eine Lösung sein könnte. Denn in der Situation verharren hilft auch nicht.

Ja, dagegen lässt sich wirklich nichts sagen. Besonders, wenn der Leidensdruck sehr hoch ist. Grundsätzlich liegt es wohl auch an meiner Mentalität, an meinem kulturellen Hintergrund und meiner Einstellung zur Ehe, dass eine Trennung ( auch eine vorübergehende) zu vermeiden ist.
Es gehört auch zu einer Ehe, Familie dazu, dass man leider manchmal auch Extremsituationen ausgesetzt ist. Dass das nicht einfach ist, ist klar. Da gibt es bestimmte Situationen wie z.b. alkoholsüchtiger Ehemann wird gewalttätig, dann finde ich Trennung richtig. Doch ich kenne viele Frauen oder auch Männer, die es nicht leicht haben in der Ehe und trotzdem nicht davon laufen oder gehen.

Veröffentlicht von: @tristesse

Dennoch hast Du es getan. Warum dürfen wir dann nicht dazu raten?

Ihr dürft alles. 😉 Und vielleicht sind eure Ratschläge des Ruckzugs sogar besser als mein "bleib da". Ich kenne die Situation nicht ausreichend genug, um das beurteilen zu können und habe auch nur meine Meinung aus der Ferne dazu.
Ja, ich bin gegangen, als der Punkt erreicht war, dass ich selbst in Lebensgefahr war. Mein Ex nahm immer härtere Drogen, landetet an der Nadel und bekam immer öfter Halluzinationen, Psychosen und sagte dann eines Tages, er wolle mich umbringen, denn er würde merken, dass ich nicht mehr mit ihm zurecht komme und er könnte den Gedanken nicht ertragen, dass ich irgenwann einem anderen Mann gehöre. Das war der Punkt, wo ich beschloss ihn zu verlassen.

Veröffentlicht von: @tristesse

Die Frage ist halt, was zerstörerischer ist.
Aushalten oder erst mal ein Zeichen setzen.

Ja, eine schwierige Entscheidung.

Anonymous antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17983

Ich mag deine Art, differenziert und sachlich zu antworten. So versteh ich dich viel besser.

tristesse antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194

Das erste, was einem einfällt ist, Grenzen ziehen. Und genau das kann eben sauschwer sein, wenn man in so einer Situation drin steckt.

Genau deshalb ja der Rat: Situation verlassen => die eigenen Kräfte wiederherstellen/stärken (am besten mit professioneller Hilfe) => dann die Familiensituation aufarbeiten.

herbstrose antworten
Tineli
 Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1376
Veröffentlicht von: @amalia-12

Es gehört auch zu einer Ehe, Familie dazu, dass man leider manchmal auch Extremsituationen ausgesetzt ist.

Ja, wenn der Partner zum Beispiel schwer erkrankt, Krebs oder so, dann ist es klar, dass man zu ihm steht und die schwere Zeit gemeinsam durchsteht.

Veröffentlicht von: @amalia-12

Da gibt es bestimmte Situationen wie z.b. alkoholsüchtiger Ehemann wird gewalttätig, dann finde ich Trennung richtig.

Bei "gewalttätig" denken wir oft nur an die körperliche Gewalt. Die emotionale Gewalt kann aber genauso schwerwiegend sein! Die Abwertungen, die sie von einem schreienden Ehemann bekommt, der sie "Rabenmutter" nennt und ihr alle Schuld zuschiebt und dazu ein randalierender Sohn, das alles kann u.U. genauso schlimm sein. Hier geht es nicht mehr um einen schwere, schicksalhafte Zeit, sondern darum, dass ihr aktiv Gewalt angetan wird. Und das ist ein himmelweiter Unterschied.

Gruß, Tineli

tineli antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17983

Grün 😊

tristesse antworten
lubov
 lubov
(@lubov)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 2607
Veröffentlicht von: @amalia-12

Wenn da jede(r) so straight seine Linie ziehen würde, also hauptsächlich auf sein eigenes Wohl achtet, wären X Scheidungen die Folge.

Ich habe tatsächlich mehr als eine Co-Abhängigkeits-Situation miterleben bzw. beobachten können, wo es sich als ungemein heilsam erwiesen hat, wenn die Co-abhängige Person sich erstmal (!) auch räumlich von der abhängigen Person distanziert hat. Bei meinem Großcousin z.B. war das so. Gut, der hat noch andere Baustellen, so dass es letztlich nicht gekappt hat. Aber dass seine Frau seine beiden kleinen Kinder nahm und auszog hat dazu geführt, dass er zumindest erstmal bereit war, sich in Behandlung zu begeben, einen Entzug zu machen, er konnte dann wieder arbeiten... und sie hat ihn in dieser Zeit auch unterstützt, regelmäßig besucht, ihn ermutigt... als er wieder sortierter war, auch mit den Kindern.

Ein "ich nehme zwei Koffer und bin erstmal nicht mehr als Blitzableiter, Schuhabtreter und Hol-mal-mach-mal-bring-mal zur Verfügung. Ich bin deine Frau bzw. Mutter. Ich liebe dich und bin gerne bereit, dir zu helfen, aber nicht, nach eurer Pfeife zu tanzen" hat schon oft geholfen.

lubov antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 3 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @lubov

Aber dass seine Frau seine beiden kleinen Kinder nahm und auszog hat dazu geführt, dass er zumindest erstmal bereit war, sich in Behandlung zu begeben, einen Entzug zu machen, er konnte dann wieder arbeiten... und sie hat ihn in dieser Zeit auch unterstützt, regelmäßig besucht, ihn ermutigt... als er wieder sortierter war, auch mit den Kindern.

Das hört sich vernünftig an, was seine Frau gemacht hat. Ich sag ja auch nicht, dass eine vorübergehende Trennung immer schlecht ist. Ich finde nur, es wäre zuerst wichtig dort an Ort und Stelle das Familienproblem mit den betreffenden Personen anzugehen.
Heutzutage hört man oft sehr schnell das Wort Trennung als Lösung. Daher.
Und wenn nun kleine Kinder im Spiel sind, wie bei deinem Bsp. und diese Kinder in irgendeiner Weise gefährdet sind, ist es auch absolut richtig die Kinder zu nehmen und erstmal zu gehen. Das ist auch nochmal eine andere Situation als wenn man erwachsene Kinder hat.
So kleine Mäuse müssen mehr geschützt werden, wenn einer der Eltern abhängig ist.

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stundenglas
(@stundenglas)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 4769
Veröffentlicht von: @amalia-12

Ich kenne unzählige Familien mit ähnlich schweren Familienkonflikten.
Wenn da jede(r) so straight seine Linie ziehen würde, also hauptsächlich auf sein eigenes Wohl achtet, wären X Scheidungen die Folge.

Wäre vielleicht die bessere Lösung.

stundenglas antworten
DerNeinsager
Beiträge : 1449

Weist du was für ein Umfeld der Sohn hat?
Kifferkumpels? Normale Kumpels? Keine Freunde?

Freundin, keine, nie eine Gehabt?

Vielleicht begünstigt die eine oder andere Situation diese Einstellung. Vielleicht resultiert es aus Perspektivlosigkeit oder so.

Mir ging es früher auch zum Teil so. Hing viel damit zusammen das ich im Grunde unglücklich mit den Perspektiven im Leben war. Damit meine ich nicht Millionär zu werden 🙂

derneinsager antworten
17 Antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 3 Sekunden

Beiträge : 0

Der Sohn hatte eine Freundin, die sich aber von ihm getrennt hat. Das hat ihm ziemlich zu schaffen gemacht. Jetzt ist er Single.

Ja, er hat einige, wenige Kumpels, die alle kiffen. Ich denke, das ergibt sich von alleine, wenn man in einer bestimmten Szene herumhängt.

Ich glaube, seine Probleme im Leben sind eher sozialer Natur. Er ist nicht unintelligent, aber das viele Kiffen macht ihn immer gesellschaftsunfähiger. Er ist sehr empfindlich, was Kritik anbelangt und kann Konfliktsituationen nicht standhalten. Wenn in der Lehre der Meister mal deutlich wurde, rief er gleich die Mutter an, die ihn abholen musste, dann ließ er sich krankschreiben und verkroch sich wieder mit dem Joint in seinem Zimmer und am Computer. Das scheint seine Welt zu sein, die er aushält. Die Menschen da draußen hält er immer weniger aus. Seine Lehrzeit von drei Jahren wurde ihm fast nicht anerkannt, weil er sich ständig krankschreiben ließ. Er stand morgens auf, so erzählt es meine Freundin, hatte keinen Bock und fuhr zum Arzt anstatt zur Lehrstelle.

Seinen Beruf hat er eigentlich gerne gemacht, es interessiert ihn, Zerspannungsmechaniker. Aber dadurch, dass er durch sein vieles Fehlen und den Wechsel der Lehrstelle innerhalb der Ausbildung auch schon einen gewissen Ruf hat, nimmt ihn jetzt keiner mehr, er bekommt nur Absagen. Das Arbeitsamt hat ihm zuletzt nur noch Stellen von Zeitarbeitsfirmen geschickt, die auch sehr mies bezahlt haben. Zuletzt hat er dann eine, vom AA finanzierte, Weiterbildung im technischen Zeichnen (CAD?) gemacht, die aber wegen Corona beendet wurde.

Und nun hockt er die ganze Zeit zu Hause und kümmert sich um nichts mehr. Schreibt keine Bewerbungen und schnauzt jeden an, der was von ihm will. Und das mit Beharrlichkeit.

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DerNeinsager
(@derneinsager)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1449

Auch wenn er sich dann besinnen würde wären die Kumpels wieder eine Gefahr.

Ist das eine christliche Familie, bzw. deine Freundin?

Vielleicht könnte eine Art Sozialpädagoge helfen. Jemand den er ernst nimmt von aussen. Aber wie soll das funktionieren.

Wenn er wieder eine Perspektive haben will, kommt er an einer Ausbildung letztlich nicht vorbei. Ungelernter Arbeiter bei dem was die nächsten 20 30 Jahre in Deutschland kommen kann, ist keine Perspektive!

Das mit den Konfliktsituationen scheint vielleicht was zu bedeuten. Selbstwertprobleme? Oder zu Stolz?

Letztlich eine Situation zum Beten 🙁

derneinsager antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 3 Sekunden

Beiträge : 0

Keine christliche Familie, leider. Eine christliche Familie, die kifft? *smile

Er hat grade eine Ausbildung als Zerspannungsmechaniker beendet. Kriegt trotzdem keinen Job.

Ja, vielleicht Selbstwertprobleme. Das viele Kiffen unterstützt ja auch nicht unbedingt einen gesunden Entwicklungsprozess. Ich neble mich ein, dann ist die Welt ein Lala-Land.

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stundenglas
(@stundenglas)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 4769
Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Eine christliche Familie, die kifft? *smile

Warum nicht?

stundenglas antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 3 Sekunden

Beiträge : 0

O.k., ich bin lernwillig.

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Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194

1Kor 6,19 Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?

herbstrose antworten
stundenglas
(@stundenglas)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 4769

😀

stundenglas antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 2523

Es gibt auch Christen die rauchen? Oder zuviel schokolade essen.

tatokala antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14194

Und?

herbstrose antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 2523

Die sündigen auch gegen den Tempel des Heiligen Geistes etc.

tatokala antworten
DerNeinsager
(@derneinsager)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1449

Hi, naja, Christen sind auch nur Menschen mit möglichen Problemen auch wenn das mit dem Kiffen in Deutschland etwas ungewöhnlich wäre. Andere trinken Alkohol oder Rauchen.

Ich hab das mit der Ausbildung falsch verstanden, dachte er hat abgebrochen. Kommt die Familie aus einer Region mit wenig Industrie?

Tatsächlich könnte dann Zeitarbeit im Fachbereich ein Einstieg sein. Bei Hungerlöhnen nervig. Hier bei uns würde ich meinen bekommen Zeitarbeiter als Zerspanungsmechaniker tendenziell wesentlich mehr als Mindestlohn. Weil (noch) der Arbeitsmarkt gut aufgestellt ist (viele gute Arbeitgeber, fehlende Fachkräfte).

Liegt es vielleicht auch daran, das das typische Arbeitsumfeld im Metallbereich (Schichten, wenig Freiräume, Laut, Gestank, Hitze, Dreck etc) für ihn Abstoßend wirkt? Hat er mal offen gesagt was er hasst daran?

Vielleicht wäre ihm ein typischer "Bürohengst" Job lieber, Geld unabhängig? Dann braucht er eine Weiterbildung als Konstrukteur oder eine andere Ausbildung.

Nur ein Gedanke.

derneinsager antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 2523
Veröffentlicht von: @derneinsager

Vielleicht wäre ihm ein typischer "Bürohengst" Job lieber, Geld unabhängig? Dann braucht er eine Weiterbildung als Konstrukteur oder eine andere Ausbildung.

Nur ein Gedanke.

Durchaus ein guter Gedanke.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß Arbeitsämter in Sachen Weiterbildungen extrem unkonstruktiv sein können. Da kommt man alleine mit denen mitunter gar nicht weiter.

tatokala antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 3 Sekunden

Beiträge : 0

Meine Freundin sagt, der Beruf liegt ihm. Was ich mitbekommen habe ist, dass er immer Schwierigkeiten mit Menschen hat, also soziale Probleme. In seinem Umfeld gibt es eigentlich viel Industrie, daran kann es nicht liegen. Aber ihn will keiner mehr. Und selber hat er auch keine Lust. Er will zu Hause bleiben, lange schlafen, seine Ruhe haben und in der Nacht daddeln. Und kiffen. Basta.

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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 3 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Ich glaube, seine Probleme im Leben sind eher sozialer Natur. Er ist nicht unintelligent, aber das viele Kiffen macht ihn immer gesellschaftsunfähiger. Er ist sehr empfindlich, was Kritik anbelangt und kann Konfliktsituationen nicht standhalten. Wenn in der Lehre der Meister mal deutlich wurde, rief er gleich die Mutter an, die ihn abholen musste, dann ließ er sich krankschreiben und verkroch sich wieder mit dem Joint in seinem Zimmer und am Computer.

Genauso war es bei meinem Ex auch. Er war gesellschaftsunfähig. Er konnte dem gesellschaftlichen Leistungsdenken und Leben nicht standhalten. War nicht fähig langfristig in einem Arbeitsverhältnis zu bleiben. Sobald etwas Kritik oder Forderungen kamen ( was ja normal ist und dazu gehört), ging er nach Hause. Zog sich seine Joints rein und entzog sich allem. Jeder ist nun unterschiedlich gestrickt. Manche sind wirklich einfach nur stinkenfaul. Sowas finde ich unmöglich.
Bei meinem Ex war es so, dass er nach jeder Kritik in ein tiefes, seelisches Loch fiel und in Selbstvorwürfen unterging. Er wäre nutzlos, nichts wert, er schafft eh nichts ....

Irgendwann bekam ich durch Hinterfragen raus, dass er den frühen Tod seines Vaters nie verkraftet hat. Ihm fehlte väterliche Fürsorge, väterlicher Schutz, er fühlte sich hilflos der Welt da draussen ausgesetzt und damit kam er nicht klar. Die Mutter, mit 3 kleinen Jungs alleine, hat nur gearbeitet, um sie zu ernähren und konnte ihm wohl nicht bieten, was er an psychischer Stabilität brauchte. So fühlte sie sich ständig ( auch unbewusst) verantwortlich und schuldig an seiner Situation und hat, obwohl er inzwischen erwachsen war, den psychischen Absprung nicht geschafft. Es war eine verzwickte psychologische Situation.

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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 3 Sekunden

Beiträge : 0

Vermutlich ist da immer etwas passiert. Wie gut, wenn man sich dann Hilfe holen kann. Solche Menschen leiden ja auch sehr am Leben, und vielleicht muss das nicht dauerhaft sein, wenn ein Therapeut zu Rate gezogen wird. Aber den Therapeuten muss man dann auch an sich ranlassen können. Für Viele ist das Leben bedrohlich, und andere Menschen sind ebenfalls bedrohlich, man vertraut ihnen nicht.

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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 3 Sekunden

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Vermutlich ist da immer etwas passiert.

Ich kenne auch Familien ( aber nur wenige), wo eigentlich, so weit ich weiß, nichts Dramatisches vorgefallen ist und das Kind trotzdem einen sehr faulen Grundcharakter hat, nur zockt, kein Bock auf ehrliche Arbeit hat und gelegentlich Drogen nimmst. Und das finde ich dann auch traurig, wenn Eltern ihr Bestes gegeben haben und sich trotzdem immer fragen, was sie verkehrt gemacht haben.

Veröffentlicht von: @anonyma-9ce467a0a

Solche Menschen leiden ja auch sehr am Leben, und vielleicht muss das nicht dauerhaft sein, wenn ein Therapeut zu Rate gezogen wird. Aber den Therapeuten muss man dann auch an sich ranlassen können.

Ja, das ist so. Die Einsicht muss schon vom Suchtkranken selbst kommen. In dem Falle aber auch zusätzlich noch der Vater.
Ein Familienvater, der kifft und zu regelmässig Alkohol trinkt, ist ja auch nicht grad ein Vorbild.

Anonymous antworten
DerNeinsager
(@derneinsager)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1449

Hi Amalia, darf ich etwas persönlich zugegeben, fragen wie lange du hier liiert gewesen bist?

Ich fürchte das ist auch mein Hauptproblem, auch wenn ich vielleicht meist etwas anders reagiert habe. Aber ich merke wie mir solche Situationen auch sehr zu schaffen machen und mir was fehlt im Leben. Hatte mein Leiblichen Vater so gut wie nie gesehen, mein Stiefvater kam später und war eher sehr hart. Früher sind meine Beziehung auch alle gescheitert, meist recht schnell, deshalb frage ich mal aus Neugierde.

Gruß edd

derneinsager antworten


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