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Der Ehemann ist so ängstlich

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Jatoanre
Themenstarter
Beiträge : 7

Hallo! Mein Mann und ich sind seit 10 Jahren verheiratet. Wir führen eine glückliche, harmonische und zufriedene Ehe, eigentlich.

Ich bin was Gefühle und Emotionen angeht nach außen eher eine extrovertierte Person und wenn mir etwas nicht passt, sage ich es. Ich mag Ehrlichkeit und habe keine Scheu, auch kontroverse Themen anzusprechen.
Allerdings macht ihm besonders der letzte Punkt zu schaffen, da ich seiner Ansicht nach zu Ehrlich und offen in vielem bin, er möchte mit niemandem im Streit liegen und er möchte, dass alle ihn mögen. Daher hält er zu vielem den Mund, was grundsätzlich nicht verkehrt ist, allerdings muss man halt manchmal den Mund aufmachen. Er sagt selbst, er hat Angst vor den Reaktionen der anderen Menschen.

Ja, was soll ich sagen, ich kann das nicht ausstehen! Ich würde mir wünschen, dass mir mal jemand auf die Schulter klopft und sagt, dass alles gut wird. Stattdessen klopfe ich meinem Mann ständig auf die Schulter und sage, dass alles gut wird und er sich keine Sorgen zu machen braucht. Er sorgt sich um fast alles! Ich halte es fast nicht mehr aus. So häufig ist er bedrückt, besorgt, niedergeschlagen. Durch seine Unsicherheit muss er verbal immer alles ganz genau besprechen und schwadroniert stundenlang über diverse Dinge, die man in ein zwei Sätzen besprochen hätte.

Er hat ein paar Freunde, aber die wohnen weiter weg und sind für ihn die meiste Zeit des Jahres nur telefonisch erreichbar.

Was würdet ihr tun? Ich liebe meinen Mann, aber ich bekomm die Krise. Jetzt ist sowieso alles so angespannt.

Puh, das musste raus.

Antwort
20 Antworten
Channuschka
Beiträge : 2860
Veröffentlicht von: @jatoanre

Ich bin was Gefühle und Emotionen angeht nach außen eher eine extrovertierte Person und wenn mir etwas nicht passt, sage ich es. Ich mag Ehrlichkeit und habe keine Scheu, auch kontroverse Themen anzusprechen.
Allerdings macht ihm besonders der letzte Punkt zu schaffen, da ich seiner Ansicht nach zu Ehrlich und offen in vielem bin, er möchte mit niemandem im Streit liegen und er möchte, dass alle ihn mögen. Daher hält er zu vielem den Mund, was grundsätzlich nicht verkehrt ist, allerdings muss man halt manchmal den Mund aufmachen. Er sagt selbst, er hat Angst vor den Reaktionen der anderen Menschen.

Ich kann euch da tatsächlich beide verstehen, wobei ich meistens inzwischen eher die bin, die von ihrer Schwester oder Mutter (ich bin nicht verheiratet), ganz selten auch noch von Freunden gesagt bekommt zu ehrlich zu sein, wobei es bei mir weniger Emotionen sind die ich offen zeige, sondern meine Meinung ist, die ich sage. Denn was das Verhalten anderer angeht, habe ich gelernt mich davon zu distanzieren und mich dafür nicht mehr verantwortlich zu fühlen. Hat mir bei meinem Ex-Freund sehrviel gebracht, denn er war durchaus direkter als ich und teilweise auch sehr undiplomatisch. Aber ich hab mich davon distanziert - auch in dem ich anderen gesagt habe, dass ich nicht für sein Verhalten verantwortlich bin und sie ihre Probleme mit ihm bitte mit ihm besprechen sollen und nicht mit mir. Er konnte damit gut leben.

Anderstherum ist es schwerer. Ich bin auch mit deswegen z.B. nicht mehr in meiner Heimatgemeinde aktiv auch wenn ich im Nachbarort wohne. Denn viel zuoft wird dort die Meinung und Haltung einer Person auf die gesamte Familie übertragen. Sprich ich musste auch immer mitbedenken, dass wenn ich in einen Konflikt gehe oder etwas anspreche, esauch für meine Eltern und Geschwister Auswirkungen haben könnte, weil man automatisch davon ausging, dass die meiner Meinung sind. Was nicht immer der Fall war, da wir eigenständige Persönlichkeiten sind. Mir wurde das irgendwann zu anstrengend und als erwachsene Frau hab ich dann den Weg des geringsten Widerstandes gewählt und mich damals mit Beginn meiner Examensvorbereitung zurückgezogen. In einer Ehe ist das nicht ganz so leicht, sich zurückzuziehen. Da muss dann jedes Paar seinen Weg finden. Bei manchen steckt immer einer zurück für den anderen. Mein Ex und ich hben uns dafür entschieden, den anderen stehen zu lassen und uns wenn nötig von seinem Verhalten und seiner Meinung zu distanzieren. Allerdings wurde uns daher auch nachgesagt eine schlechte Beziehung zu führen. Darüber haben wir uns unterhalten und kamen zu dem Schluss, dass es für uns trotzdem so passt und nicht anderst.

Ich wünsche Dir, dass du mit deinem Mann darüber sprechen kannst und ihr einen guten Weg für euch findet.

channuschka antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Hallo,
als ich deinen Beitrag gelesen habe, da kam mir als erstes in den Sinn: dafür ist eine ICL Beratung genau das richtige!

Ich habe selber Seminare dort besucht und viel Erkenntnis gewonnen.

Gerade auch zu dem Punkt, welch Typ Mensch meine Partnerin ist. Ich konnte ihr denken, ihre Bedürfnisse dadurch verstehen.

Ich kann dir das sehr empfehlen!

Zur Not geht das auch online- je nach corona oder Wohnort ist das viel einfacher als live.

Viel Erfolg und Gottes Segen!

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Blackhole
Beiträge : 951

Ich unterhalte mich derzeit per Zoom einmal die Woche mit einer bekannten in Bayern, die dorthin gezogen ist, aber jetzt einsam ist weil sie keinen Anschluss findet. Und, ganz ehrlich: Hinterher bin ich auch immer ein bischen platt, denn die Frau ist eine Dramaqueen!!

blackhole antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Hi, bei ist es so ähnlich. Ich bin ebenfalls Konfliktscheu.

Insbesondere bei nahestehenden Personen ist es für mich schrecklich. Woran das liegt - bei mir wahrscheinlich weil ich sehr wenig Selbstvertrauen habe und irgendwie es schrecklich finde das es Hass und Zorn gibt mit Menschen wo man eigentlich Harmonie haben müsste.

Bei Fremden sieht es nicht besser aus. Schnell denke ich der Konflikt könnte dann zu körperlicher Gewalt eskalieren. Warum ich das befürchte - vielleicht weil ich zu oft Menschen kennen gelernt habe die dann in solchen Situationen eskalieren würden und keinerlei Angst haben.

Bei kommt hinzu das meine Frau das genaue Gegenteil ist, permanent auf Stress gebürstet.

Ich denke das wird deinen Mann auch nicht gefallen wenn er selbstkritisch sein sollte.

Er könnte in das Fitnessstudio gehen oder Zuhause trainieren damit meine ich schon Kraftsport, das könnte seine Wahrnehmung vielleicht etwas verändern und das Selbstbewusstsein

Vg

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Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Hallo hier ist Tomi12.
[r]"Es gibt nichts schlimmeres als ängstliche Menschen" klingt sehr abwertend. Bitte kennzeichne solche Aussagen als deine Meinung. Andere abwerten dulde ich hier nicht. LG, Cannuschka-Mod[/r]
Ich verstehe das. Es gibt nichts schlimmeres als ängstliche Menschen. Ich verstehe das, das du das nicht ausstehen kannst.
Es ist wichtig, dass du deinen Mann ernst nimmst ,egal wo er gerade steht. Dein Mann ist sehr sensibel. Er ist eben anders als du, vielleicht ist das auch gut so.
Nicht jeder kann ein Problem mit zwei Sätzen abbürsten, verstehe ihn und vor allem liebe ihn.
Bete dafür, dass er dich versteht und du ihn verstehst. Streit ist auch keine Option. Eine Krise kann nicht nur was negatives sein, sondern etwas positives. Eine Neuausrichtung beider Seiten.
Aussprechen ist immer eine gute Idee ,vor allem rede mit Jesus darüber, was dich ärgert, wovor du Angst hast und vieles mehr. Bete zuerst, bevor du etwas tust was du im Nachhinein bereust!!!

Anonymous antworten


ike.mike
Beiträge : 4

Meine Schwester war genau so. Sie hat sich immer um die Probleme gedreht und gesorgt. Immer und immer wieder!!!

Sie ließ für sich beten und es zerbrach etwas, und sie wurde tatsächlich komplett frei von dieser Nagativität.

Gebet hat sehr viel Kraft!!!

Sie war in diesem Punkt wie verwandelt.
Manchmal sind es dämonische Mächte, die Angst, Unsicherheit, Depression hervorrufen.

Aber die Tatsache, dass Jesus Sieger ist, ist die Antwort.

Dein Mann muss das nicht akzeptieren. Ich bin mir sicher, dass es ihm auch schon aufgefallen ist und er es sich im Geheimen wünscht, frei zu werden.

Ich finde, es ist ein Themenfeld, bei dem der Partner sich weiter entwickeln kann. Das möchte doch jeder.

Herzliche Grüße
Marina

ike-mike antworten
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