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Verheiratet mit Nichtchrist/Nichtchristin

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Loewentier
Themenstarter
Beiträge : 392

Einen wunderschönen guten Tag!

 

Jemand aus meiner Nähe erwägt es mit einer nichtgläubigen Person zusammen zu sein. Wir haben schon viel geredet und verstanden, was die biblischen Maßstäbe bzw. eigenen Erfahrungen sind.

Wenn man aber online sucht, gibt es recht wenige Beispiele von Paaren, die bereits in so einer ungleichen Situation sind bzw. schon lange verheiratet sind. Dagegen gibt es scheinbar einen Haufen Beispiele, warum man nicht so eine Beziehung eingehen sollte.

Vielleicht werde ich hier etwas mehr fündig. Es wäre mir wichtig beide Seiten anzuschauen. Ausgangsposition muss sein, dass der eine Partner tatsächlich wiedergeborener Christ und der andere Partner keinerlei religiösen Glaube besitzt.  Hier meine Fragen:

1. Bevor ihr zueinander ja gesagt habt, was hat euch am meisten miteinander verbunden?

2. Habt ihr bereits vor der Eheschließung Grundsteine gelegt, wie es aussehen kann, dass der eine eher seinen Glauben ausleben möchte und der andere nicht? Wie sieht das heute bei euch aus? 

3. Welche Entscheidungen habt ihr beim Thema Kindererziehung getroffen?

4. Welche positiven Erfahrungen habt ihr in eurer Beziehung machen können? 

5. Gibt es etwas, das ihr heute eher bereut?

6. Was würdet ihr aufgrund eurer eigenen Erfahrungen anderen Menschen raten, die sich überlegen eine ungleiche Beziehung einzugehen?  

 

Freundliche Grüße 

 

Loewentier 

 

 

 

 

 

 

 

Antwort
25 Antworten
Chey
 Chey
Beiträge : 1200

Müsste man die ganze Fragestellung nicht umdrehen?

Dieses Thema ist ja kein neues. Uns bei vielen Christen wird es glücklicherweise auch kein großes Thema sein sondern nur einer der Unterschiede, die es in einer Partnerschaft eben gibt.

Bei den anderen Christen aber hört man oft: Lieber nicht mit einem Nichtchristen unter ein Joch ziehen und wenn es doch passiert ist:Beten, dass er zum Glauben kommt, mal mitnehmen zur Gemeinde, Kinder auf alle Fälle im eigenen Glauben erziehen ... missionieren, missionieren, missionieren

Stellt sich hier nicht viel eher die Frage, ob sich das ein Nichtchrist antun sollte? Diese geballte Intoleranz (von Akzeptanz will ich gar nicht erst schreiben) gegenüber seiner Überzeugung? Wenn alles nur darauf abzielt, ihn nach eigenen Vorstellungen umzuformen statt ihn so zu lieben wie er ist?

VG

Chey

chey antworten
9 Antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297

@chey 

Ich finde auch, dass die "scharfe Trennung" oder "Kante" nicht zwingend ist bzw. u.U. nicht stimmt - hier Christ(in)>

Sie gilt nur, wenn man im evangelikalen Verständnis das Christsein als "Bekehrung" im Sinne von "Jesus als meinen Herrn und Heiland angenommen & errettet" definiert und von da aus den Glauben als etwas Trennendes & Separierendes versteht.

Grundsätzlich begeben sich natürlich Paare auf einen gemeinsamen Lebensweg, in dem sie ein Zu- und Miteinander in allen Dingen finden müssen - in Übereinstimmungen, Unterschieden, Arrangements, gemeinsam Geteilten und in bleibenden Divergenzen. Da mag der Glaube (mit Werten, Lebens- und Alltagsgestaltung) hier und da zu Divergenzen führen - aber (nur als Gedanken-Modelle assoziiert): Ein toleranter Buddhist kann in einer Beziehung Förderlicheres einbringen als ein fanatischer Christ, ein Atheist kann mehr humanistische Werte vorleben als Jemand, der sein Christsein nicht wirklich lebt usw.

Meine christliche Perspektive sieht von oben auf alle Menschen, Menschenpaare, Singles und Suchende als von Gott in Christus geliebte Menschen, die ihr "gelingendes Leben" haben und suchen dürfen und zueinander finden, ohne dass ein Glaube trennt oder gar zur Trennung führt, weil "missionarische Dauerversuche" und "nerviges Dauerbekennen" einen Anderen vergraulen.

"Gleich und gleich gesellt sich gern", mag stimmen, aber auch "Unterschiede ziehen sich an." - So oder so gibts kein Richtig oder Falsch.

L'Chaim

awhler antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29397

@chey 

Stellt sich hier nicht viel eher die Frage, ob sich das ein Nichtchrist antun sollte? Diese geballte Intoleranz (von Akzeptanz will ich gar nicht erst schreiben) gegenüber seiner Überzeugung? Wenn alles nur darauf abzielt, ihn nach eigenen Vorstellungen umzuformen statt ihn so zu lieben wie er ist?

In der Tat. Wobei es am Ende wohl keine große Rolle spielt: Für die christliche Seite der Partnerschaft ist es ja auch frustrierend, wenn alle Bekehrungsversuche nichts fruchten... oder wenn die Bekehrung halbherzig erfolgt ("Na gut, dann lass ich mich halt taufen, damit endlich Ruhe ist...").

Wenn man ernsthaft denkt, dass das Seelenheil vom Glauben abhängt, dann kann ich von solchen Beziehungen nur abraten... und auch wenn man da als Christ etwas offener sein mag, kann sich auch das im Laufe der Jahre ändern (Eigentlich kenne ich nur wenige Christen deren Glauben keine großen Wandlungen im Laufe der Zeit erfuhr).

 

lucan-7 antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 1200

@lucan-7 

Wenn man davon ausgeht, dass eine Ehe lebenslang hält (was ja viele Ehen tatsächlich tun), dann wird sich eh in den Jahrzehnten viel ändern. Es kann ja auch umgekehrt passieren: Beide gehen als überzeugte Christen in die Ehe und einer legt den Glauben ab.

Oder wird katholisch. 😉 

Ich kenne sogar ein seit Jahrzehnten verheiratetes Paar, wo er St.Pauli-Fan ist und sie HSV-Fan.

VG

Chey

chey antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297
Veröffentlicht von: @chey

Ich kenne sogar ein seit Jahrzehnten verheiratetes Paar, wo er St.Pauli-Fan ist und sie HSV-Fan.

VG

Chey

OhOh ... ganz dünnes Eis! ... 😎 😜 

L'Chaim

awhler antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29397

@chey 

Wenn man davon ausgeht, dass eine Ehe lebenslang hält (was ja viele Ehen tatsächlich tun), dann wird sich eh in den Jahrzehnten viel ändern. Es kann ja auch umgekehrt passieren: Beide gehen als überzeugte Christen in die Ehe und einer legt den Glauben ab.

Natürlich wird sich alles mögliche ändern. Aber man sollte zu Beginn davon ausgehen, dass sich Dinge, die jetzt schon vorhanden sind, auch noch verstärken können. Und wenn das etwas ist, dass dem anderen Partner nicht gefällt oder befremdlich scheint, dann sind die Probleme schon vorprogrammiert.

lucan-7 antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 1200

@lucan-7 

Man muss halt immer drüber reden und ohne gegenseitige Akzeptanz und Respekt davor, dass der andere eine eigenständige Persönlichkeit ist, klappt eine Ehe auf Augenhöhe nicht.

Das betrifft nicht nur den Glauben.

Extremer finde ich z.b. wenn einer, meist die Frau, reitet und der andere mit Pferden nichts am Hut hat. Haben wir zweimal im Freundeskreis. Das ist ja sowohl zeit- wie auch kostenintensiv. Aber sie lassen sich gegenseitig den Freiraum und sind inzwischen auch schon ca. 30 Jahre verheiratet. 

Klar wird man als Paar viel zusammen machen, deshalb heiratet man ja. Aber man gibt doch nicht seine Persönlichkeit auf

VG

Chey

chey antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814
Veröffentlicht von: @chey

@lucan-7 

Wenn man davon ausgeht, dass eine Ehe lebenslang hält (was ja viele Ehen tatsächlich tun), dann wird sich eh in den Jahrzehnten viel ändern.
Es kann ja auch umgekehrt passieren: Beide gehen als überzeugte Christen in die Ehe und einer legt den Glauben ab.

Auch schon erlebt. 

Oder wird katholisch. 😉 

Oh oh oh 🙄 

Ich kenne sogar ein seit Jahrzehnten verheiratetes Paar, wo er St.Pauli-Fan ist und sie HSV-Fan.

Das wiederum wäre für mich ein Ausschlusskriterium. 
(Nicht St.Pauli oder HSV, sondern Fußball-Fan überhaupt. Dann doch lieber Snooker.)

chai antworten
Loewentier
(@loewentier)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 392
Veröffentlicht von: @che

Bei den anderen Christen aber hört man oft: Lieber nicht mit einem Nichtchristen unter ein Joch ziehen und wenn es doch passiert ist:Beten, dass er zum Glauben kommt, mal mitnehmen zur Gemeinde, Kinder auf alle Fälle im eigenen Glauben erziehen ... missionieren, missionieren, missionieren

Hm, naja. Der Wunsch ist da, dass jeder Mensch zu Gott findet. Es ist ja das, was Gott will: das niemand verloren geht. Und deshalb versucht man sicher auch, Gott nahe zu bringen. Mit Umformung hat das meines Erachtens weniger zu tun, weil ich das eh nicht kann und das Gottes Sache ist. 

Aber wahrscheinlich ist das trotzdem ein Spannungsfeld. Also ich merke es bei uns auch manchmal, dass man sich da manchmal arg verkrampft. Bei mir hat es eher damit zu tun, dass ich nicht so leicht mit anderen face to face über Gott sprechen kann. Ich schreibe lieber 😜 

Und ja, ich denke aber auch, dass da vieles wahr ist, dass die Beziehung zwischen entschiedenem Glauben und Unglauben kompliziert werden kann. Nicht erst beim Thema Kindererziehung meine ich. Man zieht in geistlicher Hinsicht nicht am selben Strang. Mir war das immer sehr wichtig und deshalb kam das gar nicht in Frage, einen Mann zu heiraten, der Jesus nicht nachfolgt. Allein der Gedanke nicht gemeinsam den Himmel genießen zu können, war schon als Kind ein abwegiger Gedanke für mich. Diese Sache wollte ich nicht riskieren. Bis heute freue ich mich darauf, alles zusammen mit meinem Mann zu erforschen. Das ist irgendwie ganz tief drin, das wir nicht alleine im Gauben stehen wollten. 

Stellt sich hier nicht viel eher die Frag ob sich das ein Nichtchrist antun sollte? Diese geballte Intoleranz (von Akzeptanz will ich gar nicht erst schreiben) gegenüber seiner Überzeugung? Wenn alles nur darauf abzielt, ihn nach eigenen Vorstellungen umzuformen statt ihn so zu lieben wie er ist?

Das ist für einen Nichtchrist auch eine ernst zu nehmende Frage, ja. Ich sehe es zwar nicht so negativ sondern eher unter dem Aspekt, das er einfach nichts damit anfangen kann, es eben nicht glaubt, was der andere glaubt. Er kann da einfach oft nicht "mitgehen". Und das kann zu Schwierigkeiten in der Ehe führen. Ich denke man kann manchmal noch so versuchen sich zu lieben, zu akzeptieren usw. am Glaube können sich eben die Geister scheiden. So ähnlich sagt es auch Jesus. Entweder wir gehen mit ihm oder nicht. Da die Ehe bei Gott wie EINE Person beschrieben wird, ist eine Zerreißprobe nahezu vorprogrammiert, wenn sozusagen EINE Einheit in zwei verschiedene Richtungen zieht. Deshalb finde ich das Bild vom Ochsenjoch sehr schlüssig. Zwei Ochsen können ein Feld nur gut beackern, wenn sie beide in die gleiche Richtung ziehen. Wenn ein Ochse etwas anderes tut, wird es schwierig. Sie bleiben entweder stehen und kommen gar nicht mehr vorwärts, verletzen sich gegenseitig oder fahren nur in die Richtung, wohin der andere will, weil der eine um des Friedens willen aufgegeben hat. Im schlimmsten Fall müssen sie sich trennen, weil es für beide unerträglich geworden ist.

 

loewentier antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814

@loewentier Du hast recht viel zum Thema geschrieben. 
Und ich kenne durchaus Paare, wo der Glaube zum Problem wird - nämlich da, wo der Glaube intensiv 'praktiziert' wird. 
Wenn die Gemeinde zur zweiten Familie wird und sich der Hauskreis im heimischen Wohnzimmer trifft oder der Partner mehrmals pro Woche zu Gemeinde-Aktivitäten außer Haus ist. 
Und ich kann verstehen, dass das zu Problemen führen kann. 

Aber die üblichen Alltagsprobleme gibt's bei einem gläubigen Paar genauso wie bei einem halb-gläubigen. 
Da kommt's halt auch arg auf die jeweiligen Persönlichkeiten an. 

chai antworten


Herbert52
Beiträge : 244

@loewentier 

Hallo loewentier

Vielen Dank für Deine Frage, zu der ich aus eigener Erfahrung etwa sagen kann.

Erst einmal ist die auch in der Diskussion beschriebene ganze Spannbreite von ´Zusammensein` bis ´Zwei werden eins` zu betrachten. Zusammensein als Schritt um die weitere Zukunft / Entwicklung zu proben, ist eine gute und notwendige Sache. Erst im engen Alltag zeigt sich, ob man zueinander passt. Ist dass geklärt, ist noch lange nicht klar, ob Gott ein Paar für einander bestimmt hat. Dieser Klärungsprozess kann schonmal recht lange dauern und er kann nicht an verbalen und rationalen Aussagen festgemacht werden.

Die Problematik in deinem vorgestellten Fall beginnt für mich mit der Formulierung „tatsächlich wiedergeborener Christ“. Wodurch zeichnet sich der denn aus? Wenn diese Aussage stimmen würde, wären die ganze Fragen beantwortet bzw. würden keine Rolle spielen. Für mich kommt diese Selbstzuschreibung ziemlich hochmütig. Wenn dem so ist, würde mich auf die Seite derer stellen, die eher dem ´atheistischen` Partner vor dieser Verbindung warnen.  

  1. Bevor ihr zueinander ja gesagt habt, was hat euch am meisten miteinander verbunden? In meiner ersten Ehe am Anfang Äußerlichkeiten und berufliche Tätigkeit. Die hat sich trotz Kinder nur wenige Jahre gehalten, weil wir beide ´ungläubig` waren. Das war kein Vorteil im Sinne von ´Übereinstimmung`, sondern Ausdruck von Dummheit und Ahnungslosigkeit darüber, worauf es im Leben wirklich ankommt. Letztlich hat sich aber gezeigt, dass wir beide etwa ganz anderes im Leben gesucht haben. Insofern war die erste Ehe heilsam, weil mich die Scheidung wachgerüttelt hat.

In der zweiten Ehe war es von Beginn an etwas, was ich mit Seelengemeinschaft oder -verbindung bezeichnen würde. Interessanter weise hat sich dies u.a. am Austritt aus der kath, Kirche gezeigt.

  1. Habt ihr bereits vor der Eheschließung Grundsteine gelegt, wie es aussehen kann, dass der eine eher seinen Glauben ausleben möchte und der andere nicht? Wie sieht das heute bei euch aus?

Was heißt den Glauben ausleben? Geht es um die Praxis eines bestimmten Gemeindelebens? Hier halte ich es für bedenklich, Ausleben in erster Linie daran festzumachen. Wenn man eine Liebesbeziehung eingeht, bedeutet ´Ausleben` in erster Linie das man füreinander da ist. Dass schließt die Teilnahme am Gemeindeleben nicht aus. Aber solang man an die Liebe glaubt und an der Ehe festhält, hat für mich die Verwirklichung des christlichen Lebens in einer Ehe Vorrang. Nur so kann sich zeigen, ob sie wirklich eine Zukunft hat. Die Frage wäre nicht unbedingt, ob ein Kind dann in einen konfessionellen Kindergarten etc. ginge oder getauft würde. Die Frage ist, was würde der nichtglaubende Partner denn an die Stelle der Taufe setzen wollen? Mit anderen Worten: Grundsteine vor der Ehe gelegt, können sich schnell zu einer Brandmauer auftürmen. Besser ist zu sagen, woraus sollen denn unsere Grundsteine bestehen und was wollen wir daraufsetzen? Dann kann man sich darüber verständigen woran man erkennen will, ob das Gebäude trägt oder nicht.

Ein Grundstein als Voraussetzung für eine Ehe zu nehmen, heißt das Pferd von hinten aufzäumen. Man kann verschiedene Frage stellen und sehen, wie sie diese dann in der Praxis auswirken. Wenn jemand nicht an ein Leben nach dem Tod glaubt, dann würde ich mir schon eine gute Antwort wünschen, worin er den Sinn im Leben sieht. Wenn jemand von sich sagt, er will und kann ohne Evangelium ein guter Mensch sein, ist doch prima. Und kommt er mit dieser Philosophie an seine Grenzen, kann ich ihm doch dann weiterhelfen. 

  1. Welche Entscheidungen habt ihr beim Thema Kindererziehung getroffen? U.a. diese, die Kinder möglichst gut und kindgerecht über die Inhalte des Glaubens und den (sich daraus ergebenden) Herausforderungen des Lebens zu informieren und mit ihnen durchzugehen. Die Frage, ob der Junge unbedingt die teuren Markensportschuhe braucht oder ob die Tochter mit 17 die Pille bekommen soll, dass sind Fragen, die entscheidender sind als formale Bekenntnisfragen.
  2. Welche positiven Erfahrungen habt ihr in eurer Beziehung machen können? Erstens: keiner ist besser oder schlauer als der andere. Zweitens: bei Auseinandersetzungen geht es nicht darum, wer Recht hat, sondern was sich als richtig herausstellt. Klappt oft nicht auf Anhieb, aber die Bereitschaf auf das bessere Argument zu hören ist schon ein Prüfstein. Im Grunde zeigt sich eine gute, auch im gottgewollten Sinne, Ehe darin, dass es keine Machtkämpfe, sondern ein gemeinsames Ringen um das Gute und Wahre gibt. Klingt vielleicht idealistisch. Aber ich weiß, dass sich auf diesem Weg ziemlich bald zeigt, ob die Ehe gut ist oder nicht.

Ein signifikanter Prüfstein ist, wenn man um der Ehe willen gezwungen wird, seinen Glauben oder Nichtglauben aufzugeben. Ein Atheist aus guten Gründen ist am Ende oft ein bessere Christ als so mancher/e Kirchgänger/in und wackere Gemeindmitglieder.

  1. Gibt es etwas, das ihr heute eher bereut? Das es doch eine lange Zeit vieler Irrungen und Wirrungen gedauert hat, bis innere Klarheit und äußere Festigkeit da waren und man dem Ideal von ´Zwei in einem` nahe gekommen ist. Das lag unter anderen daran, dass man sich zu schnell von den trivialen Alltagssorgen hat ablenken und vereinnahmen lassen. Wenn dann ein Partner in einen Gottesdienst geht und nicht Einkaufen oder andere Arbeiten nicht erledigt, ist dies sicher ein guter Anlass, sich auf das Eigentliche zu besinnen. Denn dann wird die Frage nach den Prioritäten gestellt.

 

6. Was würdet ihr aufgrund eurer eigenen Erfahrungen anderen Menschen raten, die sich überlegen eine ungleiche Beziehung einzugehen? Erste einmal klären, was ´Ungleich` in dieser Beziehung ist und dies vor allem nicht an Äußerlichkeiten festmachen. Zu Äußerlichkeiten zählt erst einmal solche Bekenntnisse wie, „ich bin gläubig, nicht-gläubig, katholisch oder ….

Ob es bestimmte Kardinal- oder Testfragen gibt, glaube ich nicht. Grundlegend hat sich für mich erwiesen der Blick auf die Ungerechtigkeit der Welt. Wenn mein Partner meint, dass Geld das Wichtigste im Leben ist, Beruf und Karriere den höchsten Stellenwert als Selbstverwirklichung haben, da wäre ich ziemlich schnell raus. Wenn jemand nicht an Gott glaubt, wer will ihm das bei diesem Zustand der Welt verübeln. Wenn er aber auf der Jagd nach Wohlstand an der Verschlechterung dieser Welt mitarbeiten will, dann wäre ich raus.

herbert antworten
Svizzy24
Beiträge : 22

Ich würde gerne auch noch etwas ergänzen. Wir sind beide ungläubig in die Ehe gestartet. Vor einem Jahr habe ich (nachdem wir 27 Jahre zusammen waren) zum Glauben gefunden - und es war extremst herausfordernd für unsere Ehe. Mein Weltbild und auch mein Innerstes haben sich sehr verändert. Ich fühlte mich, als würde ich in einer anderen Welt leben als mein Mann und fragte mich ernsthaft, wie unsere Ehe so funktionieren sollte. Da war ein unglaubliches Distanzgefühl zwischen uns und mich zog es nur in den Rückzug. Da ich wusste, dass mein Mann mit Gott und Glauben nichts anfangen konnte, hab ich das alles sehr für mich selbst praktiziert und lange versucht vor ihm zu verstecken. Nie im Leben hätte ich aktiv versucht ihn zu bekehren, denn das ist genau das, was uns in unserem bisherigen Leben immer total abgeschreckt hatte. Dieses offensive Aufdrängen des Glaubens hatte für uns stets eine gegenteilige Wirkung.

Ich habe also "mein Ding" gemacht. Doch er hat meine Veränderung bemerkt und mich gesehen - die positive Veränderung in meinem Inneren. Er hat mich in meinem Weg unterstützt und ich konnte dadurch Zuhause frei ich selbst sein. Und ich glaube, dass dies auch auf ihn eine sehr starke Wirkung gehabt hat. Auch er ist mittlerweile auf dem Glaubensweg unterwegs (und glaub mir, das grenzt für mich an ein Wunder). Ich bin absolut überzeugt, dass Jesus aus uns heraus wirkt, wenn wir ihm ehrlich folgen. Dass wir gar nichts aktiv tun müssen, ausser ihm zu folgen und uns selbst verändern zu lassen. Unser Umfeld wird Jesus in uns erkennen (naja, vielleicht nicht gerade erkennen, aber sie sehen die positive Veränderung und dies wiederum kann einen Einfluss auf sie haben). Ich glaube daher, dass wir einfach authentisch sein sollten und Gott aus uns heraus wirken lassen sollten. Gerade für Menschen mit einer starken Abwehrhaltung gegen den Glauben, kann das eine viel stärkere Wirkung haben als offensives missionieren.

Aber ja, von Anfang an in eine ungleiche Ehe zu starten kann sehr herausfordernd werden und mit viel Einsamkeit verbunden sein. Es könnte ja aber auch sein, dass der ungläubige Partner eben genau die christlichen Seiten an seinem gläubigen Partner liebt - und im Optimalfall diese mit der Zeit auch auf ihn wirken.

 

svizzy24 antworten


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