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Wie ohne Sex in Ehe leben

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Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Ich suche konkret nach Tipps von Männern, die in einer ähnlichen Lage wie ich bin, wie man damit umgehen kann.
Meine Frau hat seit Jahren jegliches Interesse an Sexualität verloren. Sie verweigert sich fast ganz. Sonst läuft unsere Ehe insgesamt gut, aber in dem Bereich ist Ende.
Gespräche blieben ohne Ergebnis, eine Paartherapie will sie nicht, sie vermisst da nichts.
Ich dagegen vermisse das sehr. Es ist auch schwer, neben der geliebten und begehrten Frau zu schlafen, die in dem Punkt unerreichbar ist.
Dinge wie Fremdgehen oder Pornographie kommen für mich nicht in Frage.
Daher die Frage bewusst nur an Männer in einer vergleichbaren Situation: Wie geht ihr damit um, welche "Überlebensstrategien" habt ihr?
Dringende Bitte: Spammt das hier nicht zu mit Ratschlägen wie "Rede doch mit ihr und sage ihr, wie du dich fühlst" usw. Der Zug ist abgefahren, daher werde ich solche Posts ignorieren. Ich bitte wirklich nur um Ratschläge von Betroffenen.

Antwort
386 Antworten
Helle
 Helle
Beiträge : 772

Noch ein Gedanke dazu
Ich habe noch ein Gedanke, den ich Dir mitgeben will.

Du könntest für einige Zeit regelmäßig ins Gebet gehen und Gott fragen, ob er Dir dazu einen Eindruck geben kann. Vielleicht ist hier ein Handeln erforderlich? Oder er deckt Dinge auf, die aus dem Weg zu räumen sind, damit sich die Lage wieder normalisiert?

Vielleicht geht es ja auch in eine andere Richtung, die Du momentan noch ausschließt?

Wie dem auch sei, so wünsche ich Dir, dass Du die Stimme Gottes klar vernimmst und sich für Dich eine Lösung auftut!

Gruß Helle

helle antworten


F3A-Peter
Beiträge : 5

Hallo, sie ist sehr egoistisch und sündigt! Und sie nimmt in Kauf, dass du vielleicht sündigst.

Das Verhalten ist unmöglich auf Dauer!
Bete und sag ihr daß du das so nicht mehr willst, wenn es dir wichtig ist!

Die Ankündigung einer Trennung kann Wunder bewirken, wie hier schon geschrieben wurde. Hab ich auch erfahren!
Viele Grüße

f3a-peter antworten
4 Antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17036
Veröffentlicht von: @f3a-peter

Die Ankündigung einer Trennung kann Wunder bewirken, wie hier schon geschrieben wurde. Hab ich auch erfahren!
Viele Grüße

Erpressung funktioniert bei Dir?

tristesse antworten
F3A-Peter
(@f3a-peter)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5

Ich konnte und wollte einfach nicht mehr. Das teilte ich ihr so mit.
Wobei wir einige andere Baustellen noch hatten. Daher kam eine Trennung trotzdem.
Aber 2,5 Jahre später :
Wir sind wieder zusammen! die Liebe und der Wille auf den anderen einzugehen war die Lösung! Mit Gott!

Etwas an Wille und Herz müssen beide haben, sonst liegt kein Segen darauf.
Manchmal muß man Grenzen setzen und manchmal wird man erst dankbar, wenn der Partner weg ist und denkt nach.

f3a-peter antworten
alexs-692001
(@alexs-692001)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 98

Was ist passiert. Scheinbar hat es bei dir nicht nur zu einer Trennung geführt, sondern eure Liebe ist durch die Krise noch stärker geworden. Vielleicht kannst du das etwas genauer beschreiben. Als positives Beispiel.

alexs-692001 antworten
F3A-Peter
(@f3a-peter)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5

wir haben jung und viel wegen gesetzlichkeit geheiratet.
Wir waren unerfahren und die Eltern haben sich viel eingemischt.

Ich hab mich getrennt, weil sie GAR nichts eingesehen hat. Als sie sich entschuldigt hatte, kam wieder annäherung.

Wir haben beide eingesehen, dass wir uns nich weh tun wollten.

Wenn beide ein bischen Respekt und Einsicht haben, (voreinander und vor Gott) ist eigentlich alles möglich.
Gott hilft ja und will das ja, harmonie und Frieden.

Es ist aber ziemlich komplex, manchmal ist man traumatisiert aus der Kindheit und merkt es vielleicht kaum. Ohne Beratung geht es kaum, wenn viel schief lief. Und bei uns haben viele gebetet!

f3a-peter antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Ich habe das gleiche Problem. Meine Frau möchte keinen Sex und Nähe nur sehr ungern seit mehr als einem Jahr. Die Beziehung ist sehr belastet, weil sich nach meinem Empfinden mit der Zeit immer mehr unkommunizierte Distanz aufbaut. In manch einer WG hat man wahrscheinlich mehr Nähe in mentaler Hinsicht. Wir streiten fast nie. Es ist eher Resignation und Stumpfsinn, der den Alltag bewältigen lässt. Sex war früher eine Art Kitt, der uns vertraut gemacht hat. Wir haben allerdings drei Kinder und jetzt gebaut, daher ist die Situation tendenziell normal. Da wir seit über einem Jahr hier wohnen, kann ich den Zeitraum der Enthaltsamkeit einigermaßen überschätzen. Vielleicht sind es aber mittlerweile schon 1,5 Jahre, da vorher auch selten etwas lief. Das schlimme finde ich, dass wir nicht einmal streiten. Es ist wirklich keine schöne Ehe durch die Ablehnung meiner Frau. Natürlich bin ich als Mann Schuld usw. und so fort. Wie ich damit in der Praxis körperlich zurecht komme? Selbstbefriedigung unter zurhilfenahme von Pornographie. Ich sehe da keinen Frevel, denn irgendwie muss man damit zurecht kommen. Mein Tipp ist es, die Sache nicht zu weit Auseinanderdriften zu lassen, sonst ist es zu weit die Strecke für beide zurück zu schwimmen.

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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Kommunikation, 5 Sprachen der Liebe, Haus- und Sorgearbeit
Da muss ich jetzt doch mal noch ein bisschen Senf dazugeben.

Ersten empfehle auch ich wärmstens den Beitrag von Black-Jack: Es gibt auch in einer Ehe unterschiedliche Zeiten, die man zusammen durchstehen sollte.

Manchmal ist Vieles wichtiger oder steht im Vordergrund: 3 Kinder, Hausbau ist doch schon eine ganze Menge, was stresst, beschäftigt und müde macht.

Jetzt kann ich mal nur von mir sprechen: Aber ich reagiere z.B. auf Stress ganz anders als mein Mann. Es kann sein, dass er seinen Stress über Sex abbaut - ich tue es bestimmt nicht. Ich will dann nur noch 3 oder 4 Dinge: Ruhe, schlafen, reden und - Schokolade...

Dazu kommt noch, dass ja keiner von uns auf Liebesbezeugungen seines Partners gleich reagiert. Jeder braucht anderes, um sich geliebt zu fühlen. Der eine fühlt sich geliebt, wenn er sehr gut ausgesuchte freundliche Geschenke bekommt, der nächste, wenn man ihm im Haushalt hilft, der dritte, wenn der Partner Zeit ausschließlich für ihn reserviert (und das heißt, ohne Fernsehen, Smartphone oder Zeitung!), der vierte, wenn er Lob und Anerkennung bekommt und der fünfte bei viel körperlicher Nähe (nicht unbedingt immer nur Sex). Da gibt es sicher noch mehr Varianten und auch Mischvarianten. Zu empfehlen dazu das Buch: "Die 5 Sprachen der Liebe" von Gary Chapman. Ich weiß schon, Männer mögen solche Bücher gar nicht, ich eigentlich auch nicht. Aber das kann man zumindest mal überfliegen...

Ich kann auch wieder nur für mich sprechen, aber für viele Frauen ist es bestimmt ähnlich: Wenn ich den ganzen Tag gerannt bin zwischen Job, Kindern, Haushalt und dem neudeutsch genannten "mental load", dann bin ich einfach nur noch fertig. Vielleicht ein bisschen Kuscheln auf dem Sofa, aber wenn Sex, dann bitte schnell, denn ich brauche meinen Schlaf. "Mental load" ist die Tatsache, dass normalerweise nur die Frauen an Kleidung für Kinder, an die Regenjacke, das Sportzeug, den Brief an die Schule, den Elternabend, den Kindergeburtstag, andere Geburtstage, Einladungen von Freunden, Kommunikation ganz allgemein, Geburtstage... denken. Und ja, auch das stresst.

Übrigens sehe ich sehr gut und bin froh darüber, was Männer typischerweise im Haushalt machen: Auto pflegen und unterhalten, Reparaturen, Einrichten von Computern und anderen Geräten.

Ich bin ja dafür, dass jeder im Haushalt das macht, was er gut und gerne tut. Wenn man den Eindruck hat, es ist nicht ausgeglichen, hilft nur Reden.

Was den "mental load" betrifft, habe ich aufgegeben. Das ist einfach nix für Männer. Was ich allerdings delegiere, ist mal z.B. die Organisation eines Jungs-Geburtstages oder das Besorgen von Geschenken oder das Kleidung-einkaufen -gehen mit dem Teenie. Also klare Aufgaben...

Ich denke, es ist wichtig, zu achten, was der andere für die Beziehung und die Familie tut. Und ja, die frauen sehen meistens die Männerarbeit nicht - und die Männerarbeit diese vielen kleinen Sachen nicht, die die Frauen so nebenbei im Kopf behalten. Und nein, so viel Spaß macht das nicht, und stressen tut es uns auch...

Also: Ich meine, wenn eine Frau merkt, sie hat die Achtung ihres Mannes für das, was sie ist und tut. Und wenn eine Frau merkt, dass ihr Mann liebevoll mit ihr umgehen möchte, so wie sie (!) es versteht - dann hat sie viel eher den Kopf frei für körperliche Nähe und auch mal wieder was "auszuprobieren". D.h.: Wenn ihr wisst, was eurer Frau wichtig ist, dann: Mal wirklich eine halbe Stunde nur bei einem Kaffee zusammensitzen (und nein, kein Handy, keine Zeitung, kein Fernseher...!) und ihr zuhören. Vielleicht als regelmäßigen Termin? Oder: Schatz, diesmal kann ich doch zum Elternabend gehen! Oder mal ein paar schöne Blumen mitbringen bzw. etwas, was die Frau mag. Mal Essen bestellen oder mitbringen oder sie einladen oder die ganze Familie einladen... Wird Wunder wirken!!

Und schließlich, was natürlich auch helfen könnte: In einer stillen Stunde der Frau mal erklären, wie wichtig einem selbst körperliche Nähe ist. Und das, wenn es irgend geht, freundlich, bereit, auch den anderen zu verstehen und ohne gegenseitige Vorwürfe.

Wir sind übrigens inzwischen fast 15 Jahre verheiratet und fast 20 Jahre zusammen, mit wirklich so gut wie allen Höhen und Tiefen und allen Extremen... Man lernt dazu und kommt dann doch irgendwann in ruhigeres Fahrwasser (naja, bis zum nächsten Stress... aber tatsächlich hat das bei uns nachgelassen).

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hilinamus
(@hilinamus)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 6

Natürlich bin ich als Mann Schuld usw. und so fort.

Wie meinst du das? Lese ich darin Ironie?

hilinamus antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Du liest darin Ironie, Sarkasmus, Frust und auch Wahrheit. Wenn ich alles richtig machen würde, wäre es dann besser in sexueller Hinsicht? Ich glaube nicht. Wird es besser, wenn meine Frau sich distanziert, mich abstraft? Erst Recht nicht. Gibt es eine Lösung? Nein. Ich bin mir sicher, dass wir nur noch wegen der Kinder und des Hauses zusammen sind. Vermutlich würde es mir persönlich schlechter gehen, wenn wir uns trennen, als Sie darunter leiden würde. An ihr hängen von morgens bis abends die Kinder und ich gehe arbeiten. Mich würde einmal interessieren, wie viele Ehen nur noch aus Bequemlichkeit, wegen Kindern und eines Hypothendarlehens bestehen. Ich tippe auf mehr als 30%. Das ist eine hässliche Wahrheit. Wo bleibt die Hoffnung oder der Rat an den Threateröffner? In der Theorie wären dies: Sport tut gut, Hobbies lenken ab, Gemeinsame Unternehmungen ohne Kinder bringen zusammen, Ehetherapie ist sinnvoll. Der Rat an alle, sich das mit Ehe, Kinder, Haus und Arbeitsplatz genau zu überlegen ist natürlich eine Binsensweisheit. Kinder sollten niemals unter eine Ehe leiden und man sollte alles tun, dass es den Kindern gut geht.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Klartext und Jahreszeiten einer Ehe
Also, ich sehe das wie du:

Es bringt ja nichts, sein Erleben und seine Empfindungen unter den Tisch zu kehren. Da kann man dann manchmal schon sehr sarkastisch oder auch niedergeschlagen, sogar fies klingen... Ich kenne das alles, glaub mir. Wenn du verzweifelt genug bist, muss es erst mal raus.

Wohl dem, der dann jemanden hat, dem er Klartext reden kann - und der erst mal nur zuhört. Und nicht sofort Rat "schlägt". Erst einmal mitfühlt, dann aber schon Klartext redet und mit dir (!) überlegt.

Weiterhin schrieb ich ja schon, dass es in einer Ehe (sehr) harte Zeiten geben kann: Typisch ist die Zeit, wenn die Kinder klein sind. So viele Leute rennen dann auseinander. Bleibt kaum Kraft außerhalb von Job und Kindern. Das ist normal, wird aber wieder besser...

Übel ist auch, wenn einer beruflich kaum noch zu Hause ist. Auch ein gutes Rezept, sich auseinanderzuleben (Politiker in Berlin z.B.)...

Aber auch da gibt es mal wieder bessere Zeiten.

Oder auch nicht. Natürlich kann es sein, dass man sich (gerade im Interesse der Kinder) dann doch eher trennen sollte. Z.B. bei Gewalt in der Ehe oder Sucht kann so ein Punkt erreicht sein, und man sollte sich sogar unbedingt trennen, weil der Schaden sonst noch größer wird.

In anderen, "normaleren" Fällen denke ich aber, dass es helfen könnte, sich klar zu machen, warum man gerade diesen Partner gewählt hat! Was früher gut und schön war! Was, neben allen Fehlern und Unzulänglichkeiten, die jetzt zutage treten, trotzdem Gutes man an dem Partner hat (ich selber bin ja schließlich auch nicht fehlerfrei!)

Muss wirklich alles "perfekt" sein? (wohl eine der größten Lügen des Teufels und der Neuzeit)

Warum offenbare ich meinem Partner nicht, was mir fehlt? (Vielleicht, weil ich dann selbst schwach und bedürftig erscheinen könnte? Aber das ist einfach die Wahrheit - und die Wahrheit hilft.)

Und noch eine letzte Überlegung:
Man stelle sich vor: Ich trenne mich jetzt, vielleicht nach 5 Jahren, vielleicht nach 10. Das nächste Mal trenne ich mich wieder, vielleicht nach 5 Jahren, nach 10... Usw. Ich werde niemals erleben, wie fest der Zusammenhalt ist mit einem anderen Menschen nach 40 Jahren, wenn man durch Hoch und Tief gegangen ist. Wie werde ich mich fühlen, wenn ich mehrere Beziehungen abgebrochen habe, als es schwierig wurde?

Aber natürlich genauso auch umgekehrt: Wie werde ich (und meine Kinder sich) fühlen, wenn ich weiterhin mich von meinem Mann schlagen lasse? Wenn ich weiter seine Alkoholsucht decke?

Ich glaube, es ist immer eine gute Idee, sich zu überlegen: Wie werde ich mich in 20 Jahren fühlen (oder in 10 oder 30), wenn ich Entscheidung a) oder Entscheidung b) treffe?

Alles Gute dir und euch!

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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Danke für Deine Worte! Sicherlich hast Du Recht. Es gibt schwierige Phasen und wieder gute werden kommen. Bestimmte Dinge passen in einer Beziehung nicht, in anderen Bereichen stärkt man sich gegenseitig.
Viele äußere Faktoren sind ungünstig. Ich arbeite häufiger 10 Stunden und mehr und bin am Freitag durch. Ein interessanter, gut bezahlter Job mit nur selten schlaflosen Nächten aber vielen unbezahlten Überstunden und mit dem das Hypothekendarlehen abgestottert werden muss die nächsten 25 Jahre. Das berühmte Hamsterrad mit schöner Aussicht. Meine Frau hat Teilzeit-Job, Haushalt und die Kinder, die zwischen Quängelphase und Pubertät altersmäßig streuen. Am WE ist dann nur Kraft sammeln für die nächste Woche, gefühlt am Stock torkeld Einkäufe erledigen, aber im Haus und Garten muss noch ordentlich gerissen werden. Wir haben auch keine Unterstützung, keine Familie, keine Freunde, keine Nachbarn, nichts, d.h. sind auf uns allein gestellt. Ich hätte am WE auch keine Kraft mehr irgendwen abends zu treffen. Ich schlafe regelmäßig um 8 Uhr abends auf dem Sofa. Kein Alkohol, keine Gewalt, nur Stress und der reicht uns schon. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es bei uns in sexueller Hinsicht besser wird. Man wird damit leben müssen. Vielleicht ändert sich was, wenn die Kinder größer sind, d.h. in 10-15 Jahren. Ich werde vielleicht mehr Sport machen, wenn Corona rum ist. Alle anderen, die hier mitlesen, werden es besser machen, nach dem einfachen Rezept: wenig Arbeiten und immer entspannt Zuhause sich gegenseitig unterstützen.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @anonym-1de1ef369

Alle anderen, die hier mitlesen, werden es besser machen, nach dem einfachen Rezept: wenig Arbeiten und immer entspannt Zuhause sich gegenseitig unterstützen.

Äh - nein.

Also, ich werde ja hier nicht für Eheberatung bezahlt, also mache ich es kurz:

Ich nehme dich so wahr, dass du viel und gern arbeitest, du bist stolz darauf - gleichzeitig nimmst du das aber als Begründung, warum nichts anderes mehr geht. Und was mir ziemlich sauer aufstößt: Du bringst deine Verachtung denen gegenüber, die für ihre Lebensführung was anderes entschieden haben, ziemlich deutlich zum Ausdruck.

Daher meine Empfehlung:
1. Lass das Selbstmitleid weg, das bringt eigentlich nie was (fast allen Ehepaaren zwischen 30 und 45 geht es ziemlich genauso wie euch, und Vielen geht es schlechter, die haben nämlich keine 3 gesunden Kinder und kein Haus, das sie abbezahlen müssten).

2. Ihr müsst entscheiden, was euch wirklich wichtig ist. Ist es die Ordnung im Haus? Ist es die Tatsache, in seinem Job sehr gut zu sein? Sind es die Kinder? Oder ist es vielleicht doch mal mein Partner?
Wenn einem was wirklich wichtig ist, quetscht man irgendwo noch was rein (oder hast du etwa auch jahrelang keinen Fußball geschaut?)
Es klingt hart: Aber von nix kommt nix.
Kann ja auch sein, ihr kommt zu dem Ergebnis, es muss jetzt mal für eine Weile, sagen wir ein halbes Jahr, so sein, wie es ist, oder auch ein Jahr - da müssen wir jetzt zusammen durch. Aber dann eben auch wirklich zusammen und bewusst.

Und aufgefallen ist mir noch:

Veröffentlicht von: @anonym-1de1ef369

keine Freunde

Schade, sehr schade. Denn ein gemeinsames Umfeld und gemeinsame Freunde gehören zu den stabilisierendsten Faktoren glücklicher Beziehungen. Kann mir aber nicht vorstellen, dass du das in dieser Absolutheit gemeint hast.

Veröffentlicht von: @anonym-1de1ef369

keine Nachbarn,

Wie das? Wohnt ihr mitten im Wald ???

Du musst meine Fragen hier nicht beantworten, wie gesagt, ich werde schließlich für Paarberatung nicht bezahlt. Und ich muss jetzt auch mal wieder an die Vorbereitung meiner Nachhilfestunden gehen (Ab und zu muss auch ich faule Sau aus der Hängematte aufstehen und mal was arbeiten...).

Für dein eigenes Leben bist in allererster Linie du verantwortlich, und in allererster Linie du kannst etwas dran ändern. Aber diese Verantwortung muss man dann auch für sich annehmen - und sie nicht immerzu auf Gegebenheiten außerhalb von einem selbst verschieben, um sich dann selbst leid zu tun.

Auf jeden Fall wäre eine Entscheidung, was einem denn nun wirklich wichtig ist, wohl nützlich, um auch Durststrecken durchzustehen, die es immer wieder geben wird.

Anonymous antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 6031
Veröffentlicht von: @polyglott

Und was mir ziemlich sauer aufstößt: Du bringst deine Verachtung denen gegenüber, die für ihre Lebensführung was anderes entschieden haben, ziemlich deutlich zum Ausdruck.

🤨 Das habe ich nicht so wahrgenommen.

Ich sehe in der Aussage

Veröffentlicht von: @anonym-1de1ef369

Alle anderen, die hier mitlesen, werden es besser machen, nach dem einfachen Rezept: wenig Arbeiten und immer entspannt Zuhause sich gegenseitig unterstützen.

eher Frust. Frust über die üblichen Ratschläge, die da so kommen. Die ja nicht falsch sein müssen, aber eben aus Sicht des Betroffenen nicht machbar sind. Eben sowas wie: Arbeite halt weniger und unterstütze deine Frau im Haushalt und in der Erziehung, dann läuft's wieder. Würde ano vielleicht gerne machen. Geht aber gerade nicht.
Wenn ein "Hypothekendarlehen abgestottert werden muss die nächsten 25 Jahre" ist es nicht so einfach, halt mal beruflich kürzer zu treten.

alescha antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @alescha

🤨 Das habe ich nicht so wahrgenommen.

Ich schon.

Veröffentlicht von: @alescha

Arbeite halt weniger und unterstütze deine Frau im Haushalt und in der Erziehung,

Hab ich das irgendwo geschrieben??

Geschrieben habe ich, dass man auch harte Zeiten zusammen durchstehen kann, wenn man sich einig ist.

Veröffentlicht von: @alescha

Wenn ein "Hypothekendarlehen abgestottert werden muss

Außerdem, was heißt "muss". Ich kenne Menschen, darunter ich selbst und unsere Familie, die eben kein eigenes Haus gekauft haben, "nur" eine Eigentumswohnung. Weil klar war, dass wir das als Familie nicht zusammen überstehen.

Diese Entscheidung z.B. sehe ich bei anonyms Ausührungen nicht respektiert.

Und wo ich eben nicht mehr mitkann, ist, für seine eigenen Entscheidungen andere verantwortlich machen.

Dass die Phase in der rushhour des Lebens zwischen 30 und 45 kolossal anstrengend ist und dass daran auch die inzwischen unerschwinglichen Preise für Wohnen schuld sind - das bestreitet doch niemand. Auch ich nicht.

Ich bestreite auch nicht, dass es Phasen im Beruf gibt, wo es gar nicht anders geht als durchzuknüppeln. Das schafft man auch, wenn man sich einig ist.

Ich habe auch nirgends geschrieben, dass alles besser wird, wenn nur anonym seiner Frau "im Haushalt und mit den Kindern hilft". Es ist doch gar nicht sicher, dass sie sich das wünscht. Das wäre nur eine mögliche Variante.

Vielleicht würde es seiner Frau ja schon reichen, einmal pro Woche 10 Minuten einen Kaffee mit ihm trinken zu können, wobei er ihr ungestört zuhört. (Das wäre z.B. bei mir so gewesen.) Und das dürfte zu schaffen sein. Sonst zahlt man den Preis dafür.

Alles im Leben hat seinen Preis. Binsenweisheit.

Irgendwann sollte ein Erwachsener wissen, was er will. Und nicht nur die Umstände für sein Handeln verantwortlich machen. Auch Binsenweisheit.

Übrigens bin ich zunächst anonym sehr freundlich gegenübergetreten. Ich hab schon verstanden, dass er am Limit ist, und ich erkenne das an.

Das berechtigt ihn aber nicht, gegen andere in überheblicher Weise auszukeilen. Alles hat Grenzen.

(Dürfte übrigens auch gegenüber der eigenen Frau nicht zielführend sein.)

Anonymous antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 6031
Veröffentlicht von: @polyglott

Hab ich das irgendwo geschrieben??

Nein, Du nicht. Aber vermutlich hat sowas oder ähnliches schon ein paar mal gesagt bekommen. So jedenfalls kommt seine Reaktion bei mir an.

Veröffentlicht von: @polyglott

Außerdem, was heißt "muss". Ich kenne Menschen, darunter ich selbst und unsere Familie, die eben kein eigenes Haus gekauft haben, "nur" eine Eigentumswohnung. Weil klar war, dass wir das als Familie nicht zusammen überstehen.

Auch eine Eigentumswohnung kann einen ziemlich fordern. Das zahlt auch nicht jeder von seinem Girokonto.

Allerdings muß man halt auch sehen, daß viele nicht richtig einschätzen (können), wie sich Hauskauf, Kinder, etc. auf die Ehe auswirken, welche Belastungen das mit sich bringt etc.
Das kann man den Leuten aber nicht immer zum Vorwurf machen, denke ich.

Veröffentlicht von: @polyglott

Vielleicht würde es seiner Frau ja schon reichen, einmal pro Woche 10 Minuten einen Kaffee mit ihm trinken zu können, wobei er ihr ungestört zuhört. (Das wäre z.B. bei mir so gewesen.) Und das dürfte zu schaffen sein. Sonst zahlt man den Preis dafür.

Ja, vielleicht. Vielleicht auch nicht. Aber klar, da ist es dann Sache des Paares, das zu ermitteln.

alescha antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

"Arbeite weniger" ist durchaus richtig - wenn man ständig unbezahlte Überstunden macht.
Laut Arbeitszeitgesetz dürfen Überstunden nur im Ausnahmefall auf Anoednung des Chefs gemacht werden und sind zeitnah durch Freizeit auszugleichen. In Ausnahmefällen - wenn eine Abgeltung in Freizeit nicht möglich ist - sind die Überstunden auszubezahlen.

Ständig kostenlos dem Arbeitgeber zur Verfügung zu stehen, noch dazu zu Lasten der Familie, kann auf Dauer nicht gut gehen.

herbstrose antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 6031

Oh ja, das ist wieder ein Thema für sich.

Es gibt Arbeitgeber, die das Arbeitszeitgesetz penibel umsetzen, aber auch solche, wo das nicht der Fall ist.
Klar kann man dagegen klagen. Aber Leute, die das machen, werden in dem Laden, gegen den sie geklagt haben, oft nicht mehr richtig glücklich.

alescha antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Ja, das sind leider die zwei Seiten der Medaille.

herbstrose antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Liebe/r poly
Du hast mich falsch verstanden, aber vielleicht, weil Du es mit einem Filter gelesen hast. Vielleicht hast Du dich gegen eine berufliche Verwirklichung entschieden und daher hast du dich angegriffen gefühlt? Verachtung wollte ich echt nicht zum Ausdruck bringen. Mein Job ist nicht so toll, dass ich da einen riesen Spaß habe. Es ist eine einfache Lösung: Mach weniger Überstunden, denk an Deine Familie, Knie dich nicht so rein, Sorge für Ausgleich, work-life-balance. Unbezahlte Überstunden sind mehr als bescheuert. Fällst Du tot um, ersetzt dich die Firma und hat dich zwei Wochen später vergessen. Man selbst ist nur das Rädchen im Getriebe und jederzeit austauschbar. Ich bin eher von mir selbst gefrustet, als dass mich Leute nerven, die sich im Leben weniger Stress machen. Karriere war mir nie wichtig. Ich fahr kein dickes Auto, ich habe keine Villa, keinen tollen Urlaub, null Statussymbole. Dieses Verständnis der Lockerheit gilt auf meiner Arbeit dann ehrlich gesagt nicht, wenn ich die Arbeit der anderen in gleicher Position mache, die das Ganze lockerer sehen, obwohl ich von ihrer Leistung abhängig bin. Ich mache ihren Job mit, weil ich es genauer nehme als sie es tun. Ich selbst hätte mich ungern als Kollegen. Das ist der Widerspruch, der mich frustet und da wäre dann ja schon die Lösung: Fahr runter und kümmere dich um die Familie, dann läuft es auch besser mit Deiner Frau. So einfach ist das auch nicht, denn ich muss performen und Leistung bringen, sonst bin ich schneller weg, als man denken kann. Man braucht Erfolge und locker wird das ganze nicht, wenn man ein Haus gebaut hat, das für die Kinder eine Heimat ist. Ich meine es ernst: Das Hamsterrad mit schöner Aussicht ist kein Ziel. Also jeder, der es kann sollte es anders machen.

Anonymous antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Berufliche Verwirklichung schön und gut. Aber bitte nicht auf Kosten der Familie! Und wenn schon massig Überstunden (die von der Familie fern halten), dann bitte mit entsprechendem Ausgleich. Massig kostenlose Überstunden sind Ausbeutung.

Ich verwirkliche mich auch beruflich. Und auch in meinem Job fallen Überstunden an. Aber ich hab dann dafür ein anderes Mal einen freien Tag oder kann früher gehen.

Da du dich beruflich verwirklichst, musst du im Rahmen der ehelichen Parität (deine Ehefrau ist immerhin deine Partnerin und dir zur Seite gestellt und nicht unter deine Füße, dass du den Bestimmer abgeben könntest) deiner Ehefrau genau die gleiche berufliche Verwirklichung ermöglichen.

herbstrose antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Ja und Nein.

Einerseits kann ich gut nachvollziehen, was du schreibst, denn gerade, als unser Sohn klein war, war mein Mann beruflich unglaublich eingespannt, er war wochenlang gar nicht zu Hause, sondern im Ausland unterwegs. Er hatte sich sogar selbständig gemacht, mit dem Ziel, dann z.B. nur 4 Tage die Woche unterwegs zu sein. Leider musste er die Erfahrung machen, dass in seinem Beruf (zum großen Teil auch heute noch) gilt: 24/7 oder du kriegst den Auftrag nicht. Mir scheint das ein wenig besser geworden zu sein. Aber ja, es gibt Ausbildungen/ Berufe, die sich totarbeiten dürfen.

Aber auf der anderen Seite: Seit Corona geht es ja auf einmal mit dem home office. Keinerlei Dienstreisen mehr, der Laden läuft trotzdem prima. Also warum vorher? Oder, du sagst ja selbst:

Veröffentlicht von: @anonym-1de1ef369

sonst bin ich schneller weg, als man denken kann.

Meiner Erfahrung nach hängt das nicht von "Leistung" ab, auch richtig gute Leute sind schneller weg, als sie gucken können. Z.B. eine meiner Freundinnen, die eine Doppelqualifikation als Elektroingenieurin und Patentanwältin hat. Das Großunternehmen, was sie hat gehen lassen, ist selbst schuld. Heute ist sie glücklich in einem der letzten Großunternehmen, das noch Wert auf seine Leute legt. Aber auch von meinem Mann kriege ich periodisch immer wieder bestätigt: Den glorreichen Vorständen (die heute wahlweise von KPMG, Ernst&Young, accenture...) usw. kommen, ist es fast immer herzlich egal, wen sie mit ihrer Politik vergraulen. Und ob der Wissen und Erfahrung von 30 Jahren mitnimmt. Hauptsache, der Aktienkurs stimmt!!

Darum muss ich leider Herbstrose zustimmen:
Mit "seinen Job locker" sehen, hat das alles gar nichts zu tun. Viele machen ihren Job sehr gewissenhaft, sicher auch Herbstrose, mein Mann auf jeden Fall, du bestimmt auch. Im Ernstfall, wenn man wieder die Personalkosten gesenkt werden müssen, interessiert das leider so gut wie niemanden. Und das Kriterium ist nicht, ob du deine Arbeit "locker" siehst - viele Nichtskönner und Schwätzer halten sich jahrelang... - das Kriterium ist, ob du dem Unternehmen zu teuer wirst.

Das ist leider die Wahrheit.

Und wer dabei nicht auch darauf achtet, sich selbst zu schützen, der macht was verkehrt.

Ich glaube, du unterliegst einer Täuschung, wenn du glaubst, Leistung zähle immer im Berufsleben und schütze davor, mit einem Tritt rauszufliegen. Ist leider Beides sehr oft nicht der Fall.

Darum ist es nicht besonders rational, wegen einer solchen Überzeugung am Ende seine eigene Gesundheit, das Wohl seiner Partnerin und Familie fast immer hintanzustellen.

Wie gesagt, das kann (und muss am Anfang) mal 3 oder 4 Jahre gehen. Bei uns ging es ungefähr 6 Jahre lang, dann hat es in der Partnerschaft geknallt. Dann ging es wieder so 5 Jahre lang, dann hat es wieder geknallt. Wir haben halt eine Weile gebraucht, um dazuzulernen... Ist einfach nur meine Erfahrung.

Vielleicht kannst du aus meiner Erfahrung lernen und deine Überzeugungen über Leistung - Sicherheit - Verdienst... doch in einer stillen Stunde mal hinterfragen. Das wäre mein Tipp.

(Ein bisschen explodiert bin ich, weil du genau das Argument gebracht hast, das ich immer wieder von Leuten höre, die in meinen Augen ihre Kinder und Familie vernachlässigen - aber umgekehrt nicht akzeptieren, dass ich halte eine andere Entscheidung getroffen habe. Ganz übel wird es, wenn mir das dann noch einer vorwirft, der mir als einer der Schwätzer und Heißluftbläser bekannt ist, der sich trotzdem jahrelang im Unternehmen hält, weil es einfach ein unangenehmer Zeitgenosse ist...)

Anonymous antworten
maggie.x
(@jeddie-x)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1685
Veröffentlicht von: @anonym-1de1ef369

Ich mache ihren Job mit, weil ich es genauer nehme als sie es tun.

Das kann man sich ja abgewöhnen, oder? Ich finde, das ist ein konkreter Ansatzpunkt, wo du lernen kannst, dich zu verändern.

Ich verstehe nicht, was das hier heisst:

Veröffentlicht von: @anonym-1de1ef369

So einfach ist das auch nicht, denn ich muss performen und Leistung bringen, sonst bin ich schneller weg, als man denken kann.

Man kann doch auch performen, ohne seinen Kollegen reinzureden, bzw. für sie mitdenken zu wollen?

Will sagen: Es könnte lohnend sein, an diesem Punkt (mitdenken für Kollegen) runterzufahren und abzuwarten, was das für dich für Folgen/Erleichterungen mit sich bringt. .... Auf jeden Fall wünsche ich dir alles Gute.

jeddie-x antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Hallo,

du bittest um Ratschläge von Betroffenen - dann erlaube ich mir dir zu schreiben:
Ich bin eine Mann, Mitte 40.
Ich bin seit Ende 2019 geschieden nach 9 Jahren Ehe. Wir hatten gemeinsam 2 Pflegekinder aufgenommen, sie waren Babies als sie zu uns kamen und meine Exfrau hat einen Sohn, mittlerweile ist er erwachsen. Hauskauf, renovieren, Wohnen in einer neuen Umgebung, kein familiärer Hintergrund oder Hilfe vor Ort, meine Arbeit.

Unterschied zu eurer Situation: Unser Kredit war ziemlich niedrig und nach 5 Jahren abbezahlt - also absolut kein finanzieller Druck und mein Job war zwar "nervig / belastend" aus verschiedenen Gründen, aber nicht so zeitintensiv wie deiner.

Was noch gleich war: Meine Frau verlor im Laufe der Ehe immer mehr Lust auf Sex, die letzten 6 Ehe-Jahre kann ich unsere sexuellen Kontakte an ein oder 2 Händen abzählen - vorher war es auch nicht prickelnd.
Nun ist hier schon so viel geschrieben worden und ich kann schon gar nicht mehr alles dir zuordnen, was von dir ist und was von jemand anders ist -wenn ich was vermische, sorry...

Oh, ich kenne das, neben der geliebten Frau zu schlafen, die unerreichbar ist...
Also: Ich habe es wie den "goldenen Käfig" empfunden -Vieles (Haus, Kinder usw..) war schön und half mit, das gesamte System zu ertragen. Aber von glücklicher Ehe war ich weit entfernt. Denn Sex ist für mich leider eben nicht mal eben auszuklammern - für dich wohl auch nicht... Für mich Sex mit meiner Ehefrau auch nicht nur Bedürfnisbefriedigung wie bei Selbstbefriedigung. Kein Sex ist Ausdruck von vielen Faktoren, die die Situation der Ehe beschreiben. Also bitte KritikerInnen, schreibt nicht: "Nur wegen fehlendem Sex die Ehe zu beenden... " nein, das ganze geht eben tiefer...

Habe ich das richtig gelesen, dass du von einem sehr zeitaufwändigen Job schreibst und vom Hamsterrad mit Kredit, das sich 25 Jahre so drehen wird?

Gedanken dazu - bevor ich von mir erzähle:
So eine Situation liest sich für mich extrem Burnout -gefährdet: Laut eines Supervisors ist es kein Problem über seine Kräfte zu arbeiten, wenn
1. das ganze zeitlich befristet ist und
2. ein klares Ende absehbar ist.

25 Jahre erscheint mir als zeitliches Ende nicht absehbar.... daher denke ich, du musst was aktiv verändern, sonst wird dir verändert... Ich glaube nicht, dass du das alles 25 Jahre durchhältst.

Nun zu mir:
Mir geht es nun als Geschiedener 1000x besser als im goldenen Käfig. Ich wache nicht mehr um 5 Uhr auf und denke nur darüber nach, wie es mit mir, der Familie, dem Haus usw weitergeht. Ich habe auch keine körperlichen Symptome mehr - kein Seitenstechen aufgrund emotionaler Belastung, das mir echt Sorgen machte. UND: Ich habe wieder Hoffnung, ich schaue sehr optimistisch in die Zukunft - es geht in Allem steil bergauf ( glaube mir, die letzten 1,5 Jahre waren alles andere als lustig)

Was ich anders machen würde, könnte ich die Zeit zurückdrehen:

1:Ich würde ALLES daran setzen, eine glückliche Ehe zu leben.
1.1: Ich würde bei mir anfangen: Ich habe im Laufe der Scheidung an ICL Seminaren teilgenommen. (Kannst googel: Institut für christliche Lebensberatung) Das hätte ich viel früher machen sollen. Es hat mich einfach sehr viel weiter gebracht. Das rate ich dir( du fragst nach Rat... ): Nimm Beratung, nimm an Seminaren teil, mach alles, dass du dich, deine Persönlichkeit, die Persönlichkeit deiner Frau , deine Situation usw... besser kennenlernst, dich verändern kannst, Prioritäten anders setzen kannst usw... Jetzt sagst du bestimmt: "dafür habe ich keine Zeit"... das habe ich auch lange gesagt... Ich sage dir: Wenn du erst mal burnout hast oder geschieden bist, dann hast du plötzlich genug Zeit... Daher: Mach alles dafür, nimm dir die Zeit. Fang mit einem Freeatheart - Männertreffen an - sprich mit Männern offen und ehrlich. Suche gute Beratung auf! Beratung, die den Anspruch hat, dass sie Persönlichkeit verändert und nicht nur dein Zeitmanagement besser regelt ( wobei das natürlich auch wichtig ist)
1.2: Ich würde - zumindest für eine Weile - meinen Beruf völlig so ausrichten, dass er der Ehe förderlich ist. Ich würde mit meiner Frau absprechen, was für die Ehe ( Kinder, Hausbau, Zeitmanagement...) ein optimaler Job wäre. Den würde ich suchen ( Da habe ich es in meinem Berufsfeld vielleicht relativ einfach) Zumindest für die Zeit, bis Alles in ruhigeren Bahnen läuft.
1.3: Ich würde aufs Haus pfeifen.... Jetzt, im Nachhinein, würde ich nie und nimmer noch mal in eine Gegend ziehen, wo ich niemanden kenne und keine Unterstützung habe. Ich würde das Haus wieder verkaufen und in meinen Bekanntenkreis ziehen - oder in den meiner Frau. Aber nicht alleine. Am Ende - wenn du geschieden bist - erscheint das schönste Haus wie eine Auftürmung von Backsteinen - mehr auch nicht... Ein Haus ist es nie und nimmer wert, dass du burnout bekommst und ihr euch scheidet.
1.4: Ich gehe davon aus, dass ihr über Sex redet und wie es dir geht. Ich gehe davon aus, dass ihr euch einig seid, dass Sex in die Ehe gehört. Ich gehe davon aus, dass ihr darüber redet, dass du dich selber befriedigst und dass du Gefahr läufst ,auf Dauer Dinge wie Fremdgehen oder Pronographie nicht auszuschließen. Wenn sie das alles sieht und sie einfach zu erschöpft ist, die Zeit mit den Kindern einfach gerade zu anstrengend ist - aber die Aussicht besteht, dass es sich ändern wird in... 1 oder 2 Jahren... und sie das so sagt.. na dann musst du da eben durch. Dennoch würde ich sehr darauf drängen ( Ja, das klingt nun blöd, da gibt es nun bestimmt viele Gegenstimmen), dass Körperlichkeit stattfindet, einfach, weil ich das Bedürfnis habe, meine Frau, dich ich liebe und neben der ich liege ( ach, wir lagen dann auch 6 Jahre nicht mehr nebeneinander...) zu berühren. Ich würde "darauf drängen" ( Vielleicht in Form eines begleitenden Gesprächs, in einer Therapie...) dass Körperlichkeit ganz langsam, ohne Erwartung auf Sex mit Fußmassage oder Haare kämmen oder was auch immer anfängt. So, dass es für sie auch angenehm ist und wenn sie weiß, dass keine sexuellen Hintergedanken dabei sind, dass sie es auch genießen kann.

Und ja - Sex gehört in die Ehe - das kann dann das Ziel sein... nach 1 -2 -3 Jahren. Aber dran bleiben an Körperlichkeit.

2: Ich würde nicht alles daran setzen, meinen "goldenen Käfig" bis zum Lebensende fortzusetzen. Bei uns war es so, dass meine Frau gesagt hat, dass sie nicht daran glaubt, dass sich ihre Einstellung zu mir, zu Körperlichkeit, zu Sex... jemals wieder ändern wird. Das hat sie nach einem Jahr in einer Supervision wiederholt. Wenn deine Frau an einem ähnlichen Punkt ist, dann würde ich klare Konsequenzen ziehen. Für uns ( meine Frau und ich waren uns einig) war das die Scheidung.

Ich würde nicht der Kinder oder des Hauses zuliebe mein Leben lang in einer WG mit meiner Frau leben. Ich würde daran psychisch "so leiden", dass sich meine allgemeine emotionale Lage nicht förderlich auf das gesamte System auswirkt.

Zusammenfassung: Mach ALLES dafür, deine Situation zu verändern!! Zieht um, verändere dich, such einen weniger stressigen Job, setze andere Prioritäten! Du kannst nur dich verändern, nicht deine Frau! Aber wenn du dich veränderst, dann hat das garantiert Auswirkungen.

Gib dich nicht als schlecht gelaunter Familienvater für den Rest deines Lebens im goldenen Käfig zufrieden - davon hat am Ende keiner was...

Alles Gute Dir und Gottes Segen!

Nachtrag vom 21.03.2021 0959
Noch was.. oft kommt das Argument gegen örtliche Veränderung, dass sich die Kinder doch nun so an den Ort gewöhnt haben.

Ja, haben sie, ja, das ist Scheiße, sie da raus zu holen.

Dennoch: Wenn eine örtliche Veränderung dazu beiträgt, dass ihr eine glückliche Ehe lebt, dann setzt das Haus heute noch in die Zeitung!

Setzt ALLES gemeinsam daran, eine glückliche Ehe zu führen! Pfeift auf Gedanken wie "Wir haben es nicht geschafft. Was sollen denn die Nachbarn denken. "

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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
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Sehr guter Beitrag. Danke!
Ich habe es als Frau erlebt und das geht ganz tief in die Persönlichkeit, weil man sich auf die Dauer weder geliebt noch begehrt fühlt. Das geht an die Substanz.
Wir waren Beide gläubig und mein Ex-Mann hat sogar mal gesagt, das Jesus ihm klar zu verstehen gab, das er das zu ändern hätte, geändert hat er es leider nicht!
Trotzdem hab ich es sehr lange versucht und um die Ehe gekämpft. Irgendwann ging nix mehr. Da hab ich beschlossen so geht es nicht weiter.
Die Endkonsequenz war dann Scheidung, was ich nie gewollt habe. Aber zu einer Beziehung gehören Zwei, damit es funktioniert.

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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
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Dazu hätte ich mal noch eine Frage:

Wie geht es denn deiner Frau jetzt?

Und wie geht es den Pflegekindern, die ja jetzt im Teenie-Alter sein müssten?

Diese Verantwortung musstet ihr ja trotzdem, zumindest finanziell, beide weiter tragen?

Oder sind die Pflegekinder bei dir geblieben?

Das finde ich schon eine harte Sache für alle Beteiligten. Denn Pflegekinder zieht man ja auch nicht mal so nebenbei groß. Sie haben oft schon zu viel erlebt und zu viele Belastungen/ auch Behinderungen.

Damit will ich nicht sagen, dass ein Paar mit Pflegekindern sich grundsätzlich nicht trennen dürfte. Aber die gemeinsame Verantwortung für die Pflegekinder bleibt doch. Also, das finde ich seltsam, dass du dich so befreit fühltest nach der Trennung, auch von Sorgegedanken um die Familie.

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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
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Veröffentlicht von: @anonym-f31ddfc48

ein optimaler Job wäre. Den würde ich suchen

Das ist für sehr Viele so einfach nicht möglich.

Zumal mit der Absicht, in die Nähe der eigenen Familie/ Bekannten zu ziehen. Es gibt inzwischen Regionen in Deutschland, wo das Wohnen sehr sehr sehr teuer geworden ist. Ohne wenigstens ein Erbe wird das mancherorts fast unmöglich, da zu wohnen.

Also einen optimalen Zustand in allen Bereichen wird fast niemand erreichen können. Aber innerhalb der Gegebenheiten hat man fast immer mehr Spielräume, etwas zu verändern, als man glaubt.

Innerhalb des Jobs, den man hat, darüber nachdenken, ob das eigentlich alles so sein muss, wie es gerade ist. Die Erfahrung lehrt, dass es auch innerhalb der allermeisten Jobs noch Spielräume zur Veränderung gibt.

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OpaStefan
(@opastefan)
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Beiträge : 968

Hallo ano,
danke für deinen Beitrag, den ich ausgewogen finde, auch weil er ohne Schuldzuweisungen auskommt und du dich selbst in Frage stellst.
Ich bin auch deiner Meinung, dass Körperlichkeit in die Ehe gehört.

Noch ein Tipp - mindestens einmal im Jahr ein Wochenende nur zu zweit, ohne Kinder wegfahren, ohne Besuche zu machen, nur zu zweit die Zeit gestalten.

LG OpaStefan

opastefan antworten
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