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Wie soll man reagieren, wenn Kinder schlimme Worte nutzen?

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LovePink
Themenstarter
Beiträge : 45

Damit meine ich solche Worte wie zum Beispiel „Idiot“ oder aber auch „Wichser“ oder „leck mich“ leider haben wir einige Mensvhen im engeren Umfeld, die eine ziemlich schlimme Ausdrucksweise haben. Diese meinen es gar nicht so... aber die Kinder können noch nicht differenzieren.

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55 Antworten
Squiddy
Beiträge : 443

Das kommt auf's Alter an. Bei älteren Kindern würde ich die Bedeutung des Wortes erklären, dann ist die Wirkung oft sehr schnell verpufft.
Oder es ist ihnen so peinlich, dass sie das Wort dann doch nicht benutzen bzw. es wird ihnen klar, dass es z.B. Blödsinn ist, die Jessica "du Hurensohn" zu nennen, weil sie nun mal höchstens eine Hurentochter sein könnte und das auch eher ihre Mutter als sie selbst beleidigt.

Unser Kindergartenkind geht zum Glück in einen Kindergarten, in dem Schimpfwörter nicht erlaubt sind und auch wenig benutzt werden. Und wenn, dann auch immer von bestimmten Kindern, die ihm eh nicht so liegen. Trotzdem kommt natürlich immer mal wieder das eine oder andere an, aber das höchste der Gefühle war da bisher "Scheiße" (oft aber eher im Zusammenhang mit "Mama, der XY hat Scheiße gesagt") oder "verdammt" oder sowas. Ich denke auch deshalb weil wir daheim auch keine Schimpfwörter hören wollen und auch selbst keine mehr benutzen seit unser Sohn auf der Welt ist (Ausnahmen im Affekt mal ausgenommen 😉 😀 ).

Wenn man natürlich viele primitivere Menschen im Umfeld hat, die solche Ausdrücke benutzen, ist das sicherlich um einiges schwieriger. Ich denke, dass ich einfach erklären würde, dass ich diese Ausdrucksweisen nicht schön finde und sie deshalb nicht hören möchte. Ich würde vermutlich auch mit den betreffenden Personen darüber sprechen und sie bitten sich in Gegenwart der Kinder etwas zurückzunehmen.
Bei uns reicht es bisher, dass wir es zuhause so handhaben wie wir es wollen. Natürlich kriegt unser Sohn mit, dass anderswo mehr geschimpft wird und oft Kraftausdrücke fallen (bei uns zum Beispiel bei den Nachbarn, die haben einen völlig anderen UMgang mit ihren gleichaltrigen Kindern), aber da ist er dann immer eher entsetzt und schockiert als dass es ihn dazu anregt, es gleichzutun.

Klar bringt er auch immer wieder mal Wörter an, aber ich denke man sollte das nicht überbewerten oder überreagieren aber durchaus erklären dass man solche Worte nicht hören mag.
Bringt ja eh nichts wenn man irgendwelche Verbote oder Sanktionen aufstellt, dann ist es ja nur umso interessanter.

squiddy antworten
10 Antworten
LittleBat
(@littlebat)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 1813

Primitiv
Du bist schon ziemlich von dir und deinem gesellschaftlichen Stand überzeugt, was?
"Primitivität" ist wohl weniger in Schimpfworten zu sehen, als darin wieviele Urteile man über Mensche fällt, die man nicht kennt. Weil sie bestimmte Worte benutzen, eine gewisse Sprache haben oder vielleicht körperliche Attribute. Du bist sehr schnell in deinen Urteilen - und halte das für ein schlechteres Beispiel, als jedes "Arschloch", das einem irgendwann mal rausrutscht.

littlebat antworten
Simmy
 Simmy
(@simmy)
Beigetreten : Vor 2025 Jahren

Beiträge : 2518

War auch grad beim Lesen etwas verdutzt.

Aus eigener Erfahrung kann ich leider aus dem engsten Umkreis sagen, dass durchaus auch gebildete Menschen Beschimpfungen in der Wut benutzen.
Ist nicht toll und ärgert mich, aber meine Tochter weiß trotzdem welche Wörter nicht gesagt werden zu anderen.

simmy antworten
Squiddy
(@squiddy)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 443

Zur Erklärung

Veröffentlicht von: @littlebat

Du bist schon ziemlich von dir und deinem gesellschaftlichen Stand überzeugt, was?

Das hat doch nichts mit meinem gesellschaftlichen Stand zu tun. Ich kenne genug Leute, die einen ähnlichen oder deutlich höheren "gesellschaftlichen Stand" haben wie wir und mit dem Thema Schimpfwörter ganz anders umgehen und sich diesbezüglich sehr unzivilisiert verhalten. Ebenso wie es etliche (das wird sogar der Normalfall sein) Menschen eines niedrigeren "gesellschaftlichen Standes" (wie auch immer man den definiert, sei es nun durch Einkommen, Bildung oder was auch immer du da meinst) gibt, die überhaupt keinen primitiven Umgang mit Schimpfwörtern haben.

Ich schrieb nichts von "primitiven Menschen" sondern von "primitiverenMenschen", also welchen, die weniger zivilisiert mit ihrer Wortwahl umgehen als es die Threaderöffnerin offensichtlich tut.

Soviel zum Thema Vorverurteilung bevor man mal nachfragt wie etwas gemeint ist.

Veröffentlicht von: @littlebat

und halte das für ein schlechteres Beispiel, als jedes "Arschloch", das einem irgendwann mal rausrutscht.

Es geht hier nicht um "Arschloch", "Scheiße" oder sonstiges, was einem "mal rausrutscht", sondern um eine grundsätzlich "schlimme Ausdrucksweise", mit Ausdrücken wie "leck mich" und "Wichser". Das ist für mich schon nochmal eine andere Dimension, vor allem wenn man sich nicht mal vor Kindern zurückhalten will oder kann.

Veröffentlicht von: @lovepink

Damit meine ich solche Worte wie zum Beispiel „Idiot“ oder aber auch „Wichser“ oder „leck mich“ leider haben wir einige Mensvhen im engeren Umfeld, die eine ziemlich schlimme Ausdrucksweise haben.

squiddy antworten
Squiddy
(@squiddy)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 443

Der Duden...
... schließt sich meiner Definition des Begriffes "primitiv" an.

(veraltend) in ursprünglichem Zustand befindlich; urtümlich, nicht zivilisiert

https://www.duden.de/rechtschreibung/primitiv

Und zivilisiert bedeutet für mich
https://de.wiktionary.org/wiki/zivilisiert

gesellschaftliche Umgangsformen besitzend, gesittet

Ich verstehe jetzt aber auch die Aufregung, weil man primitiv wohl auch abwertend benutzen kann

(oft abwertend) dürftig, armselig, kümmerlich; notdürftig, behelfsmäßig

(abwertend) ein niedriges geistiges, kulturelles Niveau aufweisend; ungebildet, geistig und kulturell wenig anspruchsvoll

So habe ich es aber nicht gemeint.

squiddy antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @squiddy

Ich verstehe jetzt aber auch die Aufregung, weil man primitiv wohl auch abwertend benutzen kann

Vielleicht auch, weil primitiv in von mir geschätzten 99 % der Fälle abwertend genutzt wird.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @squiddy

Unser Kindergartenkind geht zum Glück in einen Kindergarten, in dem Schimpfwörter nicht erlaubt sind und auch wenig benutzt werden.

Wie naiv bist du denn?

Anonymous antworten
Squiddy
(@squiddy)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 443

Was soll jetzt diese Beleidigung? 🤨

Ich kann, denke ich, besser beurteilen wie der Kindergarten mit dem Thema umgeht. Und wenn ich sehe wie es in einigen der anderen Kindergärten im Umfeld ist, dann ist es definitiv anders. Kannst du glauben oder nicht, dazu muss man nicht beleidigend werden.

squiddy antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Menschen als primitiv zu bezeichnen, die das anders sehen ist mindestens genauso beleidigend.
Abgesehen davon ist mir kein Kindergarten bekannt, in dem die Erzieherinnen und Erzieher nicht versuchen darauf hinzuwirken, dass sich Kinder nicht gegenseitig beleidigen. Nun hier so zu tun als wäre das in "normalen" Kindergärten üblich halte ich für ziemlich überheblich.
Da kann man ja die Ausbildung der Erziehrinnen gleich in die Tonne hauen. Was ist das überhaupt für ein Bild, was du von den Leuten (bzw Erziehrinnen) hier verbreitest?
Natürlich kann es in einzelnen Gruppen eines Kindergartens mal zu Problemen kommen, davor ist jedoch kein Kindergarten gefeit - auch der nicht, in den dein Kind geht.

Anonymous antworten
Squiddy
(@squiddy)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 443

Unsere Nachbarskinder gehen in 2 andere Kindergärten und da wird es anders gehandhabt als in unserem. Daher weiß ich, dass es nicht überall normal und selbstverständlich ist. Zufällig wohnen wir neben einem der beiden Kindergärten und ich höre "Scheiße!" und ähnliches nicht nur von den Kindern, sondern auch von den Erzieherinnen wenn sie im Garten sind. Ich denke nicht, dass es dann bei den Kindern irgendwie verboten wird (oder werden kann) wenn die Erzieherinnen selbst diese Wörter benutzen. Dass einem sowas mal rausrutscht ist menschlich und normal, geht mir nicht anders. Aber es is in dem Fall kein "rausrutschen" sondern kommt öfter vor bzw. ist der normale Umgangston.

Übrigens geht unser Kind in einen ganz normalen städtischen Kindergarten mit Kindern aus allen möglichen Familien und bewusst nicht in irgendeinen Privatkindergarten mit geschlossenem, elitärem Grüppchen aus Menschen selber Gesinnung.

squiddy antworten
Squiddy
(@squiddy)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 443
Veröffentlicht von: @qdspieler

Natürlich kann es in einzelnen Gruppen eines Kindergartens mal zu Problemen kommen, davor ist jedoch kein Kindergarten gefeit - auch der nicht, in den dein Kind geht.

Natürlich nicht. Allerdings haben wir die Beobachtung gemacht, dass, wenn die Grundregeln bekannt sind, auch neue Kinder, die vielleicht bisher anderes gewohnt sind, von den anderen Kindern sehr schnell daran erinnert werden dass die Regeln im Kindergarten anders sind.
Natürlich sind dadurch nicht die Erzieherinnen arbeitslos, aber sie kämpfen zumindest nicht allein gegen Windmühlen um ihre Regeln durchzusetzen.
Es wird ja auch nicht einfach verboten sondern der Sinn des Verbots erklärt.

squiddy antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Ja wirklich ... recht gelassen bleiben. Einmal ... sie werden es tun ... und es ist eine gute Rezeptur das gelassen zu hören und zu reagieren. Tadel sollte eindeutig auf bedauerliches, falsches Verhalten hinweisen und gelassen bleiben. Korrekturen sollten Hinweise auf Alternativen enthalten. Also für Idiot kann man Ignorant oder Unwissender einsetzen. Da wird jeder regional und verständlich fündig.

Und nicht zuletzt, mit Kindergarten / Kita / Schule rückt dieser Zeitpunkt heran ... also man weiß als Eltern oder Verantwortliche Bescheid und kann sich zeitig rüsten mit der Abwehr dieser Dinge.

Unsere Enkel haben diese dumme Phase recht zügig abgeschlossen innerhalb der Familie. Zu hoffen ist das außerhalb der Familie auch eine abflachende Tendenz vorhanden ist, keine Verstärkung eintritt durch äußere Einflüsse.

Diese Sache war uns auch ein Gebetsanliegen.

Anonymous antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

An sich finde ich das nicht so tragisch. Es hängt immer vom Gesamtzusammenhang ab, in dem solche Worte fallen.

Wenn man sich innerhalb der Familie so anredet fände ich das sanktionswürdig.

Ich finde es auch etwas arrogant Leute als primitiv zu bezeichnen nur weil sie solche Ausdrücke verwenden. Denn immerhin ist das direkt und nicht so hinterhältig wie versteckte Beleidigungen, die Kinder "besserem Hause" oft glänzend beherrschen.

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Pinia
 Pinia
Beiträge : 1375

Ich hatte anfangs den Eindruck, dass die Kinder zumindest bei der ersten Verwendung solcher für uns schlimmen Worte nicht wussten was diese Worte bedeuten bzw. dass wir sie für unschön / schlimm / verletzend halten. Sie hören die Worte ja auch von anderen, oft als Kraftausdrücke im Streit-/Frustfall und verwenden sie dann auch. Deshalb versuchen wir schon beim ersten Mal zu wehren und ggfs die Bedeutung zu klären. Außerdem wissen unsere Kinder (zumindest theoretisch), dass wir über jedes unnütze Wort vor Gott Rechenschaft geben müssen. - Natürlich sind wir als Eltern auch dazu herausgefordert auf unsere Wortwahl zu achten.

Ganz praktisch:
Im Streit fallen hier unter den Kindern auch gelegentlich Worte wie "Idiot" und "A...loch". - Wir dulden diese Worte nicht, unsere Kinder werden jedes Mal zurechtgewiesen mit einem "So reden wir nicht miteinander!" oder "Das möchte ich zuhause nicht hören" oder "wir haben keine Idioten". Bisher reicht das, die Worte sind tatsächlich hier die Ausnahme, inwiefern sie sie in der Schule gebrauchen, kann ich nicht beurteilen.

Bei Worten wie "Idiot" oder "geil" haben wir den Kindern die ursprüngliche Bedeutung / Verwendung erklärt. Wir wollen nicht, dass diese Worte im Wortschatz unserer Kinder bleiben. Wenn sie antworten "aber XY sagt das auch", folgt die schon in unserer Kindheit gehörte Erwiderung "wir sind nicht XY!" oder "das ist auch bei XY nicht schön".

Worte mit sexuellem Hintergrund kamen bisher kaum vor*, aber auch da erklären wir, dass die Sexualität von Gott zu wertvoll gedacht ist um in den Schmutz gezogen zu werden.
*Sie erzählen höchstens, dass "XY das Wort mit P gesagt" hat. - Es auszusprechen ist meinen 9jährigen noch zu peinlich.

pinia antworten
schneeflloeckchen
Beiträge : 392

Hallo Du!
Wie soll man reagieren, wenn Kinder schlimme Worte nutzen?
Es ist immer eine Frage, wie alt die Kinder sind.

Einmal, wie benimmst Du Dich vor dem Kind? Rutscht Dir auch mal ein Schimpfwort raus?
Zum Anderen: gelassen, jeder schimpft mal. Alles hat seine Zeit...
Es sollte aber nicht zum Dauerzustand werden.
Dann Gespräch. Viele Kinder wissen nicht, was ein Wort bedeutet, benutzen es aber, weil die Erwachsenen sich so schön darüber aufregen.
Und das Vertrauen ist auch nicht zu vergessen.
Es bringt Dir und Deinem Kind gar nichts, wenn Dein Kind sich zu Hause wortgewannt benimmt, und z.B. in der Schule die schlimmsten Worte benutzt.

Wenn ich heute manche Jugendlichen reden höre, wie miteinander reden.... und sie wollen verliebt sein?
Hey Alter.... und dann geht es so weiter in dem Ton.
Aber es gibt auch andere.

LG flöckli

schneeflloeckchen antworten


Herbstrose
Beiträge : 14194

Erklären
Wir haben gemeinsam mit unseren Kindern nachgeforscht, was diese Worte bedeuten. Und sie dann gemeinsam auf die "schwarze Liste" gesetzt. So haben sie gelernt, "mildere" Alternativen zu finden.

herbstrose antworten
Seite 2 / 3
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