Zweites Eheversprechen nach Bekehrung?
Bis vor 1 Jahr war ich ein Atheist, dann habe ich auf wundersame Weise zum Glauben gefunden. Ich bin absolut ein anderer Mensch und Jesus ist das Fundament meines neuen Lebens. Ich bin jeden Tag dankbar für diesen Weg. Diese Zeit war allerdings auch ziemlich herausfordernd, da mein altes Umfeld nicht glaubt. Ich bin seit 27 Jahren mit meinem Mann zusammen und eine solche Distanz wie in dieser Zeit habe ich noch nie gespürt. Doch er hat meine Veränderung bemerkt, gut angenommen und sich erstaunlicherweise auch selbst auf den Weg zum Glauben begeben.
Ich könnte nicht dankbarer sein für dieses letzte Jahr. Doch zeitgleich mit dieser Dankbarkeit kommt auch Bedauern, was ich alles verpasst habe in meinem bisherigen Leben. Allem voran unsere Hochzeit. Wir haben zwar kirchlich geheiratet, doch das waren rein traditionelle Gründe. Ich bedauere es unglaublich, dass wir keine "richtige" christliche Hochzeit hatten. Ich frage mich daher, ob wir das noch nachholen können. Quasi einfach ein zweites Eheversprechen. Eine kleine zweite Hochzeitsfeier - mit Gott an unserer Seite. In einem kleineren Rahmen als die erste grosse Feier. Einfach mit Menschen, welche uns wichtig sind. Mit Menschen, welche auch auf diesem Weg sind. Gemeinsam Gott anbeten und unser Eheversprechen erneuern.
Ich weiss, das ist nicht gerade üblich und ich fürchte, dass wir etwas komisch angeschaut werden mit dieser Idee. Deshalb wollte ich mal einige Meinungen vorab einholen zu dem Thema. Was würdet ihr davon halten?
Doch zeitgleich mit dieser Dankbarkeit kommt auch Bedauern, was ich alles verpasst habe in meinem bisherigen Leben. Allem voran unsere Hochzeit.
Ich bedauere es unglaublich, dass wir keine "richtige" christliche Hochzeit hatten.
Mit einigen Jahren Lebenserfahrung wird man rückblickend immer wieder auf solche Zeiten stoßen, wo man etwas falsch gemacht oder versäumt hat. Gerade hier ist es aber wichtig, nicht in sehnsuchtsvoll-wehmütigen Erinnerungen und Bedauern über das Verpasste zu verharren, sonst beeinflusst dies euch wahrscheinlich negativ.
Seid lieber froh, dass eure damalige Hochzeit euch zusammengebracht hat und dass euer damaliges Eheversprechen euch heute noch trägt. 27 Jahre sind ja keine kurze Zeit. Du kannst also durchaus Gott danken, dass er euch diese Jahre geschenkt hat und dass er euch nun - wie ich herausgelesen habe - in eine noch bessere und erfülltere gemeinsame Zukunft führen will.
Ich frage mich daher, ob wir das noch nachholen können. Quasi einfach ein zweites Eheversprechen. Eine kleine zweite Hochzeitsfeier - mit Gott an unserer Seite. In einem kleineren Rahmen als die erste grosse Feier. Einfach mit Menschen, welche uns wichtig sind. Mit Menschen, welche auch auf diesem Weg sind
So, wie man eine Taufe (als Geschenk Gottes) nicht wiederholen sollte, genauso wenig sollte man m.E. eine Hochzeit wiederholen.
Ich würde in einem solchen schritt schon eine Missachtung der damaligen Hochzeit sehen - mit allem, was dazu gehört, wie z.B. Eheversprechen, Gottes Segen (auch wenn ihr es damals vielleicht nicht so empfunden habt). Denn der damals ausgesprochene Segen Gottes für eure Ehe begleitet euch immer noch.
Aber was ihr machen könnt und sollt, das wäre die Erneuerung und Bekräftigung eures Eheversprechens. Und wenn die in einer kleinen Feier mit guten Freunden geschieht, dann wird das eine schöne Sache werden. Wir hoffen, dass wir dazu in zwei Jahren auch die Chance haben werden - das wäre dann unser 50-jähriger Hochzeitstag.
Für eure Zukunft wünsche ich euch Gottes Begleitung und seinen Segen - egal ob mit oder ohne Feier!
@bepe0905 Danke für deine Antwort. Wir wollen ja nicht die Hochzeit in dem Sinne wiederholen. Es wäre wirklich einfach eine Erneuerung des Eheversprechens, mit klarem Fokus auf Gott. Jesus nochmals ganz explizit in unsere Ehe einladen und danke sagen für die vergangenen Jahre und natürlich für den Wandel, welchen er in unseren Leben bewirkt hat.
Siehst du das bei der Taufe auch so, wenn es eine Kindertaufe war? Denn ich finde, ein Mensch sollte sich bei einer Taufe selbst aktiv zum Glauben bekennen können. Bei einer Kindertaufe ist das ja nicht wirklich gegeben. Daher würde ich in diesem Falle eine zweite Taufe absolut gutheissen. Viele Menschen bestätigen die Taufe bei der Konfirmation oder der Firmung - ebenfalls aus rein traditionellen Gründen, in einem Alter, in dem es schwierig ist die Tragweite wirklich zu erfassen... ich finde eine Taufe, welche im vollen Bewusstsein der Tragweite dieser Entscheidung begegangen wird, ist doch ganz anderes Statement.
Bei der Taufe gibt es christlicherseits 2 grundsätzliche Meinungen.
Die von Dir geschilderte ist eine kleine Mindermeinung, die von vielen Freikirchen vertreten wird.
Die großen Kirchen lehnen eine erneute Taufe hingegen ab(Erwachsenentaufe kennen sie ja auch). Sie sehen die Taufe nicht als Willenentscheidung eines Menschen sondern als Geschenk/Versprechen Gottes. Eine erneute Taufe ist damit ein Ablehnen dieses Geschenks.
Wichtig finde ich, ob eine Freikirche eine Kindertaufe anerkennt, auch wenn sie für eine Erwachsenentaufe eintritt. Tut sie es nicht, halte ich das für bedenklich.
Ich selbst bin säuglingsgetauft in der EKD, meine heutige Glaubensgemeinschaft tauft gar nicht und ich finde heute, wenn man es denn will, auch eine Erwachsenentaufe besser.
VG
Chey
@chey Ich habe mich nochmals taufen lassen, nachdem ich mit 42 Jahren vom Atheismus zum Glauben kam - obwohl als Säugling getauft. Nicht, weil es meine Gemeinde verlangt hätte, überhaupt nicht. Sondern weil ich dieses Statement setzen wollte. Ein klare, ausgesprochenes Ja zu einem Leben an Jesus Seite. Die Taufe war in dem Sinne für mich eher ein Geben, ein Danke sagen und nicht ein etwas von Gott erwarten. Das war mir wahnsinnig wichtig und hat auch nochmals so viel in mir bewirkt.
Warum denn nicht? Wer sollte was dagegen haben? Gott? 😉 - und vor IHM bezeugt ihr doch einander ... und Freunde verstehen sowas, denke ich. Ich tät eine Segnungsfeier organisieren mit eben gegenseitiger Bezeugung. Warum? Weil der Liebe Raum gehört! 😉
Willkommen hier und Danke für deine Offenheit! Wenn du magst, ich höre super gern Geschichten mit Jesus. Hab selbst am WE gerade meine Geschichte(n) erzählt und auch andere gehört. 🙂 Ich war auch jahre-/jahrzehntelang Atheist ...
@neubaugoere Oh, das klingt spannend. Wenn du magst, darfst du mir gerne erzählten, wie du zum Glauben gekommen bist! Was mich besonders interessieren würde: wie hat dein Umfeld darauf reagiert? Ich fühle mich teilweise noch immer, als würde ich in einer komplett anderen Welt leben als mein ungläubiges Umfeld...
Ich hab meine Geschichte schriftlich festgehalten und bin gerade dran, diese zu veröffentlichen. Hab ganz fest das Gefühl, dass Gott diese Geschichte nicht nur für mich entworfen hat 😉 Schreiben ist für mich Verarbeitung und aber auch ein intensiver Kommunikationskanal mit Gott.