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Tatort / Polizeiruf 110 Saison 2020/21

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andreas
Themenstarter
Beiträge : 1818

Willkommen Freunde, Fans, Kritiker, Abhängige des Sonntagskrimis im Ersten.
Am Sonntag beginnt die neue Saison. Wenn wir wollen, können wir uns hier über die aktuellen Episoden austauschen.
Aus den letzten Jahren haben sich folgende Regeln für den Austausch bewährt:

Der Thread sollte die ganze Saison umfassen, aber dabei nicht zu unübersichtlich werden. Darum beschränkt er sich auf die Sendungen "Tatort" und "Polizeiruf 110". Sollte es ein interessantes Spin-Off geben (wie damals "Schmimanski"), klar, kein Problem. Aber jedes andere wertvolle Stück aus der Krimilandschaft würde den Rahmen sprengen. Faustregel: Lief es am Sonntagabend im Ersten?

Für die Erstausstrahlungen versuchen wir, jede anzulegen. Bei interessanten Wiederholungen alter Folgen fühlen wir uns frei, aus sie hinzuweisen oder nicht. (Meist taten wir's nicht, aber das war keine feste Regel).

Manche von uns sehen den Film sofort im Fernsehen, andere später in der Mediathek. Manche auch nur, wenn sie hier lesen, ob er sehenswert ist. Für all die ist es wichtig: Wenn wir relevante Filminhalte posten, setzen wir bitte in den Betreff das Wort "Spoiler".
Manchmal sind wir unterschiedlicher Meinung, wie relevant ein Inhalt ist. Wenn wir nicht sicher sind, wie andere das empfinden: Lieber einmal zu oft "Spoiler" schreiben.

Dieses Jahr gibt es zusätzlich eine ganz neue Regel: Ihr müsst mir Trissi ersetzen! 😢 Wird sie wiederkommen und wenn ja, wann? Das kann im Moment niemand spoilern. Aber wenn ich mal wieder an einem Film, der wirklich nicht doll war, irgendwas Gutes finden will, haltet dagegen! Oder andersrum. Sonst wird es hier langweilig.

Wenn Ihr Fragen und Vorschläge habt, her damit!

Ich freue mich auf die Saison mit Euch.

Gruß von

Andreas

Antwort
468 Antworten
andreas
Themenstarter
Beiträge : 1818

20.09. Polizeiruf Magdeburg "Tod einer Toten"
Claudia Michelsen ist als Doreen Brasch unterwegs, schon wieder mit einem neuen Kollegen an ihrer Seite.

Der Titel kommt mir irgendwie sehr bekannt vor. Selbst wenn es ihn noch nie gab, atmet er doch Krimi-Tradition. Ob der Film selbst es auch tut, finden wir dann heute Abend raus.

andreas-wendt antworten
11 Antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 1552

Welcher neue Kollege?
Da war doch überhaupt keiner dabei? Wie schon in den letzten Folgen rannte sie ständig alleine rum. Was sowieso höchst seltsam ist... Zum Rest: Naja. Es zog sich. Bin aber auch kein Fan von Claudia Michelsen, sie hat wahrlich kein großes Repertoire an Gesichtsausdrücken und Tonlagen 😀

tinkerbell antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 1818

Stimm, Lemp ist nicht wirklich neu.
Es wurde aber angekündigt, dass er in dieser Folge an ihrer Seite ermittelt, und tatsächlich hatte er etwas mehr zu tun als sonst. Also ein wenig in neuer Funktion. Was ich erzählerisch nicht schlecht eingeleitet fand.

andreas-wendt antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 1552

Das ist doch ihr Vorgesetzter, oder? Die Einleitung war nicht schlecht, aber genau wie der Strang mit Ehefrau Gerster wurde das nicht wirklich aufgelöst. Es wirkte am Ende alles bisschen unfertig.

Pia Sommer war schwierig besetzt, finde ich, denn dieses Gesicht vergisst man nicht - mir fiel sofort ein, dass sie schon beim Schwarzwald-Tatort dabei war (dieses Lolita-Folge). Am Anfang dachte ich, sie wird Braschs neuer Sidekick 😀 Übrigens ganz großes Kino, wie man ihren Kollegen Lobrecht ausgestattet hatte. Also noch unattraktiver kann man einen Mann gar nicht einkleiden, glaube ich 😀

tinkerbell antworten
jackson04
(@jackson04)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 105

Spoiler!

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Übrigens ganz großes Kino, wie man ihren Kollegen Lobrecht ausgestattet hatte. Also noch unattraktiver kann man einen Mann gar nicht einkleiden, glaube ich 😀

😀
Genau das dachte ich auch. Ich hab gleich zu Frau jackson gesagt, wer so eine Brille trägt, ist bestimmt der Mörder.

jackson04 antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 1552

Und wir haben gesagt "Wer so überdeutlich mörderhaft gekleidet ist, wird es garantiert nicht sein, viel zu plakativ!" 😀 Aber hast du das Foto mit seinem Sohn gesehen? Da sah er komplett anders aus. Bisschen seltsam.

tinkerbell antworten
jackson04
(@jackson04)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 105

Ja, ich war letztlich auch überrascht, dass er es tatsächlich war 😀

Bei der Szene mit dem "Jugendbildnis" hab ich ihn auch nicht erkannt. Da hab ich erst kapiert, dass er es war, als die Szene praktisch vorbei war.

jackson04 antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 1552

Das kann aber nicht Jugend gewesen sein, denn da war sein Sohn mit drauf - und der starb ja erst vor vier, fünf Jahren. Deswegen habe ich mich die ganze Zeit gefragt, warum er sich optisch so krass verändert hat. Von "normal" zu "Klischee-Psychopath vom Amt". Irgendwie fällt mir da keine schlüssige Lösung ein, null 😀

tinkerbell antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 1818

Genau, er ist ihr Vorgesetzter.
Aus irgendeinem Grund meinte irgendwer wohl, ganz allein ermitteln kann sie auch nicht, aber wir finden so schnell keinen neuen Partner für sie.

Insofern ein Lehrstück "betreutes Ermitteln".

Nunja. Ich glaube, sie hätte es auch allein geschafft. Kriminalistisch gesehen jedenfalls. Erzählerisch nicht unbedingt, und daran krankt es beim Magedburger Polizeiruf: Eine Kommissarin, die jeden Fall allein lösen könnte, könne allein noch keinen Sonntagskrimi füllen. So müssen die Macher auch weiterhin Kompromisse zwischen beidem finden.

Immer mehr denke ich, Brasch ist so, wie Lindholm mal gedacht war. Tough, kühl, aber auch cool. Zwischendurch mit ein paar Emotionen, die aber kein Bruch sind.
Und gerade von der etwas unnahbaren Kommissarin hören wir gegenüber dem sympathischen Kollegen mal ein laut vernehmbares "Danke!"

Den Fall selbst fand ich sauber gestrickt. Ich habe bei der Täterfrage lange aufs falsche Pferd gesetzt, aber die Auflösung war dann plausibel.

Lobrecht war schon ein Meisterstück von minimalistisch effizienter Maske. Das ist im Sonntagskrimi meist die Art Vorgesetzter, die klassischerweise Ermittlungen behindert, weil sie zu regelkonform und ängstlich ist. Mit dieser Erwartung spielte die Rolle, um sie teilweise zu erfüllen und auch wieder zu überraschen.

Die Entscheidung, 20 Minuten vor Schluss in die offene Täterführung zu wechseln, war plausibel und nahm nichts von der Spannung.

Wirkliche Sympathieträger gab es außer einem kleinen Mädchen nicht. Ein paar Klischees über dunkle Gestalten und kühle Frauen wurden ein winziges bisschen überreizt. (Immerhin widerstand man der Versuchung, der dunkelsten Figur noch einen ausländischen Namen zu geben. Der Darsteller hatte ja schon einen.)

Wird dieser Film uns lange in Erinnerung bleiben? Ich denke nicht. Dafür unterschied er sich weder zum Guten noch zum Schlechten hin vom üblichen Stil. Gucken kann man ihn dennoch.

andreas-wendt antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 1552
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Eine Kommissarin, die jeden Fall allein lösen könnte, könne allein noch keinen Sonntagskrimi füllen. So müssen die Macher auch weiterhin Kompromisse zwischen beidem finden.

Für mich krankt es eher daran, dass ich dieses Ermittlungsverhalten total unrealistisch finde. Wenn man sich schon bei anderen Teams teilweise an den Kopf greift, warum der jeweilige Kommissar beim Showdown dann alleine irgendwo auftaucht, ist das hier ja unumgänglich - sie macht alles allein. Nie kommt mal irgendwer mit, nie hat sie Unterstützung. Für mich ist das auch langweilig zum zuschauen, denn es gibt ja nie irgendeine sinnvolle Diskussion über den Fall. Da werden paar Informationen hin- und hergeworfen, dann zieht Brasch alleine los. Mir fehlt die Interaktion, aber es ist klar, dass nach Matthias Matschke vielleicht auch zu große Fußstapfen warten.

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Tough, kühl, aber auch cool. Zwischendurch mit ein paar Emotionen, die aber kein Bruch sind.

Ich verstehe, was du meinst, aber ich empfinde Brasch hauptsächlich als komplett austauschbar. An der Figur ist absolut nichts, wo ich sagen würde, dass es interessant ist oder einem fehlen würde, wenn sie nicht mehr da wäre. Es ist ja schon ein Meisterwerk, so völlig nichtssagende Kleidung für jemanden zu finden, die an jedem Ermittlungstag leicht anders ist, aber gleichbleibend öde und farblos. Aber wenn die Figur dann auch sonst nichts zu bieten hat, was einen irgendwie fesselt, und darüber hinaus hauptsächlich durch unprofessionelle Gesprächsführung auffällt...naja. Ich empfinde in Magdeburg aber auch den Vorgesetzten so. Völlig uninteressant als Person, total austauschbar.

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Lobrecht war schon ein Meisterstück von minimalistisch effizienter Maske. Das ist im Sonntagskrimi meist die Art Vorgesetzter, die klassischerweise Ermittlungen behindert, weil sie zu regelkonform und ängstlich ist. Mit dieser Erwartung spielte die Rolle, um sie teilweise zu erfüllen und auch wieder zu überraschen.

Interessant, dass du das so wahrnimmst. Für mich war das total unrealistisch, denn in seiner Altersklasse kleidet sich auch die Art Vorgesetzter nicht mehr so. Es schrie förmlich "Täter", da ging es mir wie Jackson 😀

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Wirkliche Sympathieträger gab es außer einem kleinen Mädchen nicht.

Ich fand tatsächlich den Vater/Opa sehr sympathisch.

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Wird dieser Film uns lange in Erinnerung bleiben? Ich denke nicht. Dafür unterschied er sich weder zum Guten noch zum Schlechten hin vom üblichen Stil. Gucken kann man ihn dennoch.

Ja, kann man, aber ich hoffe trotzdem, dass Magdeburg bald mal Verstärkung bekommt. Gerne mal jemanden, der ein echtes Lächeln besitzt 😀

tinkerbell antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 1818
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Für mich krankt es eher daran, dass ich dieses Ermittlungsverhalten total unrealistisch finde. Wenn man sich schon bei anderen Teams teilweise an den Kopf greift, warum der jeweilige Kommissar beim Showdown dann alleine irgendwo auftaucht, ist das hier ja unumgänglich - sie macht alles allein. Nie kommt mal irgendwer mit, nie hat sie Unterstützung. Für mich ist das auch langweilig zum zuschauen,

Ich glaube, wir meinen an der Stelle mit unterschiedlichen Worten dasselbe. Das Unrealistische kommt sicher dazu, aber das verzeihe ich fiktionalen Filmen aus Prinzip. Brasch ist als Einzelkämpferin konzipiert, aber der Zuschauer braucht ein Team, aus den von Dir genannten Gründen. Konsequent wäre es eigentlich, es wären Stummfilme.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Ja, kann man, aber ich hoffe trotzdem, dass Magdeburg bald mal Verstärkung bekommt. Gerne mal jemanden, der ein echtes Lächeln besitzt 😀

Der assistierende Kollege Marquez hatte Potential, finde ich.

andreas-wendt antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 1552
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Der assistierende Kollege Marquez hatte Potential, finde ich.

Absolut 😎 Lass uns doch mal dem MDR schreiben 😀

tinkerbell antworten


andreas
Themenstarter
Beiträge : 1818

27.09. Tatort Schwarzwald "Rebland"
Ich lege mich jetzt schon fest: Er wird besser als der letzte, den sie gemacht haben. 😐

andreas-wendt antworten
4 Antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 1552

Aber nicht viel...

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Ich lege mich jetzt schon fest: Er wird besser als der letzte, den sie gemacht haben. 😐

Dass die Geschehnisse des letzten Tatorts mit den beiden (Es war doch der zur Fasnet, oder?) nicht mal ansatzweise thematisiert wurden, fand ich ziemlich seltsam.

Der Fall an sich war nicht mein Ding. Ich finde die Schauspielerin, das Opfer, aber auch in jeder Rolle enervierend, weil sie nur einen Gesichtsausdruck hat - Marke "Ich bin verwirrt, aber auch leicht gereizt." Ansonsten war er hauptsächlich ein weiterer Grund, warum Horst Seehofer wissenschaftliche Studien über Probleme innerhalb der Polizei zulassen sollte 😀

tinkerbell antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 1818
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Dass die Geschehnisse des letzten Tatorts mit den beiden (Es war doch der zur Fasnet, oder?) nicht mal ansatzweise thematisiert wurden, fand ich ziemlich seltsam.

Es gab diese Stelle, an der die Chefin erzählte, dass sie eigentlich früher nach Hause wollte, aber dann so gute Stimmung war. Da blickten die beiden sich an, und wer den letzten gesehen hatte, konnte es darauf beziehen.
Aber sonst mag es seltsam gewesen sein, dass sie nicht weiter drüber redeten. Ich fand es als Zuschauer aber recht erholsam. Wir wollten den Fasnet-Tatort möglichst schnell vergessen, sie auch. Alles okay.

andreas-wendt antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 1818

Das war er. Allerdings:

Wir haben es jetzt verstanden: Wer einen unterhaltsamen, ja vergnüglichen Krimi-Abend haben will, darf beim Schwarzwald-Tatort nicht einschalten.

CN Vergewaltigung

Wir haben vielen Menschen aus sicherer Distanz beim Leiden zugesehen.
Dabei einige sehr unterkühlte rationale Frauen und impulsive bis hysterische Männer, einer sogar mit Migräne. Wurde hier bewusst mit Klischees gespielt? Auch sonst hatte man beim Kreis der Verdächtigen zwischenzeitlich das Gefühl, in ihnen Opfer zu sehen. Die vergewaltigte Frau verweigert sich hingegen der "Opfer-Schublade".

Die Stärke des Films lag in der Betrachtung der Psychologie der Verdächtigen.

Dazu kamen ein paar Andeutungen über die Psychologie der Gesellschaft und Max-und-Freddy-artige Dialoge zu der Frage, ob erweiterte DNA-Analyse ethisch vertretbar sei.

Bei diesen irgendwie doch schon politischen Texten wollte der Film wohl vermeiden, dass sie die psychologische Dimension überdecken. Auf der anderen Seite verpufften sie dadurch auch sehr schnell. Sie wären nicht nötig gewesen. Der Film hat alles, was sie sagten, gezeigt.

Die Schwäche des Films war seine durchgehend bedrückende Grundstimmung. Hollywood weiß von Shakespeare, dass selbst die schwersten Dramen und Tragödien dem Zuschauer hin und wieder Raum zum Atmen lassen müssen. Das deutsche Fernsehen tut das nicht.

So kann ich zwar aus der Distanz Stärken benennen. Das Grundgefühl nach 90 Minuten war aber: "So, jetzt brauche ich was zur Auflockerung. Wie steht's denn mit Corona und dem Kaukasus-Krieg?" Und wenn Berichterstattung über sowas als Auflockerung wirkt, dann muss der Film wohl echt anstrengend gewesen sein.

Die Darsteller fand ich in Ordnung, auch wenn alles, was Tinkerbell zu Johanna Trautmannsdorf schreibt, auch mein Gefühl ist. Die Darstellerin des kleinen Mädchens sollten wir uns merken. Diese Mischung aus Zutrauen, Angst, Hoffnung, Unsicherheit ... war schon etwas, was ältere Schauspieler nicht immer so hinkriegen.

andreas-wendt antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Einfach nur Grottenschlecht.

Das Opfer, die Vergewaltigte, mag ich als Schauspielerin nicht. Ich weiß nicht, aber die wirkt meistens unnahbar.

M.

Anonymous antworten
andreas
Themenstarter
Beiträge : 1818

4.10. Berlin "Ein paar Worte nach Mitternacht"
Karow und Rubin im Einsatz, der wohl irgendwie auch mit Deutsch-Deutscher Geschichte zu tun haben soll. Aber ist das in Berlin nicht irgendwie immer so?

andreas-wendt antworten
5 Antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 1552

Klischees, Klischees...

Spoiler

Die Geschichte an sich gefiel mir gut, fand ich interessant, zumal es diese Gedenktafel auch tatsächlich gibt. Schön ausgedacht.

Was mich aber so richtig nervte, waren diese Klischees: Die "Ost"-Seite der Familie spricht Dialekt, trägt karierte Filzpantoffeln, ist selber der Frau beim Online-Dating "zu ostig", ist rechts/völkisch orientiert. Die "West"-Seite hat es natürlich geschafft, ist reich, dialektfrei, stylish. Die Quoten-Jüdin in der Geschichte, neben Rubin, heißt natürlich Ruth, ganz klar, und damit es auch der Letzte merkt, trägt sie einen hebräischen Buchstaben als Tattoo. Das war alles echt anstrengend.

Besonders doof fand ich dieses Mal auch wieder das Auftreten von Karow und Rubin. Wir waren doch mal über dieses Blaffen und Motzen hinaus...? Jetzt ist es wieder zum Neandertaler-Team verkommen. Und natürlich wird die Kommissarin, die schon immer in Berlin lebt und garantiert nicht das erste Mal mit Nazis in Kontakt kommt, plötzlich total aufgewühlt von der Erkenntnis, dass so alte Menschen zu großen Teilen dem BDM oder der HJ angehörten...Wahnsinn. Ich fand es völlig überzogen, wie persönlich das dann alles wurde, und mit welch arroganter Selbstgerechtigkeit die beiden da jeden zusammenstauchten, der ihnen vor den Dienstausweis lief - Karow, weil er das immer so macht, und sie, weil es eben um Nazis geht. Zunehmend habe ich den Eindruck, dass dieses "Die Polizei darf sich benehmen, wie sie will, und schikanieren, wie sie will" beim Tatort Fuß fasst. Das nervt mich. Ich fand das Auftreten der beiden größtenteils unhöflich bis unverschämt.

Da war es dann nur gerecht, dass sie bis zur letzten Minute keinen Plan hatten, was passiert ist 😌...

tinkerbell antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 1818

Kann Tinkerbells Eindruck, dass mit vielen Klischees gespielt wurde, sehr teilen.
Neben dem "Das Erste"-Logo war die ganze Zeit "30 Jahre Deutsche Einheit" eingeblendet. So war sehr deutlich, es musste in der Tatort-Reihe ein Auftragswerk zu diesem Thema geben.
Dass dies nur in Berlin spielen konnte, ja okay, hat Sinn.

Aber die Macher haben sich wirklich Mühe gegeben, alle Themen unterzubringen, die irgendwie mit 30 Jahren deutscher Einheit zu tun haben: Krieg, SS, HJ, Stasi, AfD, Antisemitismus, Versöhnung, Gentrifizierung, Wohnungsnot, Ost-West-Vorurteile, neues jüdisches Leben, ...
Und sie haben wirklich jedes Thema untergebracht.
Und dadurch konnte keins so richtig ausgespielt werden. Jedes wurde erwähnt, diente ein bisschen dazu, die Konstellation der Figuren zu erklären, war aber sonst uninteressant. Dass man da gar nicht anders konnte, als Klischees zu benutzen, überrascht dann eigentlich auch nicht mehr.

So blieben Film und Zuschauer auf sicherer Distanz zum Geschehen. Fast wie bei Agatha Christie, nur weniger sympathisch.

Vorteil war, dass die Ermittler auch ihre gegenseitige Antipathie nicht ganz so ausleben konnten. Am Ende wirkten sie gar fast wie ein Team. Aber schlecht gelaunt blieben sie.

Kann man das alles ausblenden, war es ein anständig gestrickter Whodunit zum Mitraten.
Und dass man bei der Fülle wichtiger Themen sich am Ende als Zuschauer überhaupt nicht persönlich betroffen fühlt, ist ja auch mal ganz erholsam.

Kann man gucken.

andreas-wendt antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 19302

Ich hab den mit meiner Schwester geguckt und fand den richtig gut.

Karow lächelt mal wieder, das Team fängt ganz langsam an, harmonisch zu agieren und der Fall war bis zum Ende spannend 😊

tristesse antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 1818

Willkommen zurück, Trissi!

Die Pause scheint Dir gutgetan zu haben. Du bist jetzt unkritischer als ich. 😀

andreas-wendt antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 19302
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Die Pause scheint Dir gutgetan zu haben. Du bist jetzt unkritischer als ich. 😀

Das wird sich noch rausstellen 😀

tristesse antworten


andreas
Themenstarter
Beiträge : 1818

18.10. Zürich "Züri brännt"
Das neue Team aus der Schweiz lässt uns vor allem fragen:

Wie machen sie es jetzt mit der Sprache? Schriftdytsch oder Synchro und wie gut?

Und wie das Team ist.

Aber auch, ob ich zuerst die letzte Folge "Babylon Berlin" gucke und dann den neuen Tatort oder andersrum.

Auf jeden Fall gibt es Gründe, ihn zu gucken.

andreas-wendt antworten
8 Antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3890

Es gab vor schätze 30 Jahren eine Reihe im ZDF mit Krimis aus europäischen Städten. Die Berner haben auch schriftdeutsch gesprochen, so wie es im Tatort der Schwabe und Bayer auch macht.
Der Allgäuer redet auch so, dass man kein Untertitel braucht.
Gegen einen Akzent spricht ja nichts.

jigal antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 1818

Ja, ich weiß, und bei Wien mache ich immer Untertitel an.

Meine Frage spielte auf die bisherigen Tatorte aus Luzern an, die alle in Schwiitzerdytsch gedreht und für das deutsche Fernsehen synchronisiert waren. Was ein bisschen dämpfend wirkte. Darum frage ich mich, wie es wohl jetzt entschieden wird.

andreas-wendt antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 1552

Offenbar genauso
Es nervt. Ich finde das neue Team sowieso sehr anstrengend und unsympathisch - Synchronisation und permanent eingestreutes Französisch machen es nicht besser. Man erkläre mir bitte die Logik: Ein Dialekt meiner eigenen Sprache wird durchweg synchronisiert, eine Fremdsprache aber nicht untertitelt. Nicht nachvollziehbar. Und es ärgert mich, dass in den deutschen Tatorten Dialekt immer der Unterschicht, den Sekretärinnen oder irgendeinem Nazi-Deppen vorbehalten ist, in der Schweiz aber konsequent alle Dialekt sprechen dürfen. Wo ist das Problem, alles im Schweizer Hochdeutsch abzudrehen? Das wäre den Protagonisten mit Sicherheit möglich. Stattdessen können die Schweizer ihn im Original gucken, wir müssen diese furchtbare Synchronisation ertragen...ist doch einfach Quatsch.

tinkerbell antworten
stundenglas
(@stundenglas)
Beigetreten : Vor 18 Jahren

Beiträge : 4769

Eine Auswahl anzubieten wäre ja theoretisch auch denkbar. Wird leider nicht gemacht.

stundenglas antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3890

Schau mal auf Bibel TV die Sendungen. Also Süddeutscher reicht mein Dialekt nicht aus alles zu verstehen. Schweizer Hochdeutsch wäre aber ein Kompromiss für alle. Die französischen Wörte sind in der Schweiz eben Alltag wie sie in Deutschland auch waren. Meine Oma hatte einige französische Wörter wie Troittoir für Gehweg, Courage für Mut.
Ihre Mutter kam aus dem Schwarzwald, Frankreich nicht weit.
Die französischen Wörter hat man uns nach 1933 abgewöhnt.
In der Schweiz ist französisch die Sprache des Landesteils Richtung Frankreich.

Nachtrag vom 19.10.2020 0700
Aber ja wir fragen uns seit 30 Jahren warum Schwaben immer mit ihrem Dialekt als doof gezeigt werden.
Schwaben können gar nicht doof sein, Daimler, Maybach, Bosch.

jigal antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @jigal

........ Meine Oma hatte einige französische Wörter wie Troittoir für Gehweg, Courage für Mut.....

Die französischen Wörter hat man uns nach 1933 abgewöhnt....

Darf ich mich hier kurz einmischen? ich kenne das auch von meinen Großeltern. Allerdings wurde mir das so erklärt, dass hier nach dem 2. WK französische Besatzungszone war und man da einige französische Begriffe übernommen hätte. An einen Begriff, der neben den von dir erwähnten auch in die schwäbische Sprache eingegangen war, erinnere ich mich noch: Souterain

Anonymous antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 3890

Wir waren US-Zone, später also Württemberg-Baden die heutigen Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe.
Der Süden war französische Zone.

jigal antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 1818

Zur Sprache wurde ja schon einiges geschrieben, was ich hier oben im Norden auch so empfinde.

Vor allem wäre ja die französischsprachige Ermittlerin eine auch innerschweizerisch plausible Begründung, warum miteinander Schriftdeutsch gesprochen wird.

Abgesehen davon: Der Pilotfilm nimmt sich immer viel Zeit, die Figuren vorzustellen. Das geschah auch hier nach Schema-F und nahm der Krimihandlung Platz. Schade.

Roland Koch zu sehen, freute mich, weil ich dachte: schon wieder wer, der mal einen alten Schwarm von Klara Blum gespielt hat.

Die Krimihandlung selbst hätte Potential gehabt, richtig spannend inszeniert zu werden.
Hätte!

andreas-wendt antworten
andreas
Themenstarter
Beiträge : 1818

Wien 25.10. "krank"
Den fand ich für Wiener Verhältnisse nicht besonders gut. Wenngleich das Jammern auf hohem Niveau ist.

Einen Tatort zur Thematik "Alternative Medizin" zu machen, ist an sich eine gute Idee. Ihn in diesen Wochen zu senden, fast zu passend. Und dass es dabei auch ums Geschäft geht, wird wohl kaum ein Spoiler sein.

Aber es schien, als vertrauten die Macher der Tragfähigkeit dieses Konzepts nicht. Darum wohl meinten sie, es mit einer ganzen Reihe anderer Handlungsstränge "anreichern" zu müssen, mit verschiedenen Charakteren, die sich teilweise auch noch sehr ähnlich sahen, so dass es mir echt schwerfiel, sie auseinanderzuhalten.

Da musste man schon sehr aufpassen, und als Norddeutscher beim Weaner Ggrantl gleich doppelt.

Auch schienen die Handlungssstränge sich gegenseitig die Energie zu nehmen. Da hätte man gut zwei Drehbücher draus machen können. Und es hinderte auch Moritz und Bibi, so richtig aufzuspielen.

Also ich fand ihn auf eine sehr unaufregende Weise verwirrend.

andreas-wendt antworten
8 Antworten
Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 3336

Also ich fand ihn auf eine sehr unaufregende Weise verwirrend.

Den Eindruck hatte ich auch. Besonders die erste Szene, die eigentlich an den Schluß gehört, war überflüssig.

ungehorsam antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 1818

Spoiler
Die Szene ist symptomatisch für den ganzen Film: Sie war an sich keine schlechte Idee, funktionierte aber nicht.

Mit einer richtig dramatischen Situation einsteigen, der Lauf, der Schuss, der Titel. Warum nicht? Und dann ein paar Tage zurückgehen. Auch das kam ja zuletzt häufiger als Stilmittel vor. Und nervt mich nur deshalb.

Das Problem mit der Szene war.
1. würde Moritz wirklich erschossen, stiege Krassnitzer aus der Reihe aus, und das hätten wir vorher erfahren. Konnten wir also ausschließen.
2. in so gut wie jedem Thriller, der einen exakt solchen Showdown hat, hört man den Schuss, und dann wird der Killer erschossen, während der von ihm zu erschießende noch lebt. Genauso kam es.

Die Spannung, die die Szene aufbauen sollte, entstand deshalb nicht.

Unabhängig davon war die Figur dieses hellhaarigen Finsterlings, der eine alte Rechnung mit Moritz hat, völlig unnötig für den Plot.

andreas-wendt antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 19302

Bin ganz bei Dir.

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Also ich fand ihn auf eine sehr unaufregende Weise verwirrend.

Ich bekam während des Schauens von 2 Freundinnen parallel die Frage "Findest du den Tatort auch so verwirrend?"

Der war m.M. so konfus, dass mir schon nach kurzer Zeit die Luft ausging. Das Geplänkel zwischen Bibi und Moritz kennt man schon, das ist wie bei Münster, man erwartet es schon fast, so vorhersehbar ist es.

Die Anfangssequenz hat dem ganzen Film die Luft rausgenommen, bevor es losging.

Schade.

tristesse antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 1552

Ich weiß auch nicht so genau.

Spoiler

Ich fand ihn nicht unbedingt verwirrend, aber auch zu vollgepackt. Allein der Showdown am Ende, wo sich dann noch irgendeine persönliche Verbindung aufzeigte - war das notwendig? Oder hätte man sich an den Typen erinnern müssen? Der kam in den letzten Wiener Tatorten definitiv nicht vor, aber vielleicht vor längerer Zeit...?

Bei uns wurde auch bemängelt, dass die Charaktere sich teilweise sehr ähnelten - gerade die drei Protagonisten der ML-Firma waren durch die Art der Klamotten noch verwechselbarer. Vom Gesicht her waren sie ja alle Typ "sanftmütig und kantenlos" 😀 Dazu noch die üblichen Ton-Probleme des Tatorts und der Dialekt, fertig war der Frust bei einigen. Mittlerweile habe ich den Eindruck, beim Tatort zwei, drei Stufen lauter stellen zu müssen als alle anderen Sendungen, damit man alles versteht (nicht nur beim Wiener).

Bibi und Moritz gefielen mir wie immer recht gut, aber ich fände es bei den beiden tatsächlich schön, wenn da wieder ein bisschen Privatleben mit auftaucht. Was ist mit Bibis kleiner Affäre vom letzten Mal? Wieso wird Moritz' Tochter überhaupt nicht mehr erwähnt? Das find ich schade, bei den Wiener Tatorten passte für mich immer das Verhältnis von privat - beruflich sehr gut.

Also es war nett gestern, aber nichts, was man gesehen haben muss (und das Thema regt mich auch immer auf, mensch 😀 ).

tinkerbell antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 1818

Mini-Spoiler
Hat eigentlich noch jemand außer mir bei der Abkürzung der Firma "ML" immer an Marxismus-Leninismus denken müssen?

andreas-wendt antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 19302

Nein, so gar nicht 😊

tristesse antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 1552

Ich dachte immer an Mona Lisa 😀

tinkerbell antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 1818

Okay, es hätte auch Martin Luther sein können.

Aber vielleicht hat die Guerilla-Mutter (auch ein für den Hauptplot völlig unnötiger Charakter) mich an den Marxismus denken lassen.

andreas-wendt antworten


andreas
Themenstarter
Beiträge : 1818

1.11. Stuttgart "Der Welten Lohn"
Ja, die Stuttgarter wieder...

die machen in schwäbischer Gründlichkeit und Unaufgeregtheit ihre Arbeit:
Die Filmemacher, die dargestellten Polizisten, die Verdächtigen, Opfer, Täter, alle.

Nur zwischendurch merkt man dann, wie es ihnen geht, und dass die Gründlichkeit und Unaufgeregtheit motiviert ist von Misstrauen, Rache, Schmerz, Angst. Also zumindest bei denen im Film. Ob bei den Filmemachern, weiß ich nicht.

Aber auch das wird ohne Effekthascherei dargestellt.

Auch Sebastian und Thorsten haben kein störendes Privatleben. Nicht dass sie nur für die Arbeit leben, aber alles andere ist halt nicht im Film.

Der Film ist wie ein schwäbisches Häusle: Mit Routine und Liebe gemacht, aber nicht, um damit zu prahlen, sondern um drin zu wohnen.

Kann man gucken.

andreas-wendt antworten
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jackson04
(@jackson04)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 105

Als Einheimischer bin ich sozusagen gezwungen, den Stuttgarter Tatort auch anzusehen.

Die Handlung des Films war schon ziemlich bemüht und bewegte sich, so empfand ich es, abseits dessen, was man sich als reale Geschichte noch vorstellen könnte. Aber gespielt waren die Figuren gut, vor allem Barnaby Metschurat fand ich toll. Beeindruckend, wie er den Kontakt zu Frau und Sohn sucht, wie er dabei immer wieder abblitzt und ihm seine Verzweiflung und seine Wut auch oft selbst im Weg steht.

Es war, zumindest in meiner Erinnerung, das erste Mal, dass ein hohes Tier und eine Hauptfigur wie der Firmenchef Dialekt gesprochen hat, wenigstens ansatzweise. Halte ich an dieser Stelle für ganz passend, während es mir bei der schwäbelnden Polizistin nicht gefallen hat … ohne dass ich genau sagen kann, warum.

Insgesamt wurde ich gut unterhalten.

Und was übrigens auch beeindruckend war: wie sich im Büro des Firmenchefs quasi eine ganze Wand wie eine Tür öffnen ließ 😀

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andreas
(@andreas-wendt)
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Beiträge : 1818
Veröffentlicht von: @jackson04

Es war, zumindest in meiner Erinnerung, das erste Mal, dass ein hohes Tier und eine Hauptfigur wie der Firmenchef Dialekt gesprochen hat, wenigstens ansatzweise. Halte ich an dieser Stelle für ganz passend, während es mir bei der schwäbelnden Polizistin nicht gefallen hat … ohne dass ich genau sagen kann, warum.

Normalerweise ist Dialekt im Tatort eher unwichtigen Rollen vorbehalten.
Hier fand ich zwei Sachen bemerkenswert:
1. Die schwäbelnde Polizistin war eine Person-Of-Colour. Das gefiel mir sehr gut. Hat die Klischees von "wer ist einheimisch?" ganz wunderbar durchbrochen. Auch wenn man ihr mehr Text hätte geben können.
2. Der Firmenchef sprach stark dialektal gefärbt, wenn er sich souverän und väterlich gab. Je mehr er sich aufregte, desto weniger Mundart war zu hören. Bei Menschen, die mit Mundart aufgewachsen sind, ist es normalerweise umgekehrt.
Da der Darsteller selbst aus dem Badischen kommt, nehme ich an, beides ist Absicht gewesen. Interessantes Spiel mit dem Bild des bodenständigen regionalen Unternehmers.

andreas-wendt antworten
jackson04
(@jackson04)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 105
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

1. Die schwäbelnde Polizistin war eine Person-Of-Colour. Das gefiel mir sehr gut. Hat die Klischees von "wer ist einheimisch?" ganz wunderbar durchbrochen. Auch wenn man ihr mehr Text hätte geben können.

Stimmt. Diese Tatsache war auch nicht die Quelle meines "Unbehagens". Eben habe ich mir noch mal ein paar Stellen in der Mediathek angesehen. Ich finde, ihre Sprechweise hört sich ein wenig künstlich an. Irgendwie eine Mischung aus "Honoratiorenschwäbisch" und schon recht deftig-schwäbischen Begriffen.
Es ist einfach nicht so ganz stimmig ... aber es stört mich auch nicht groß 😊 So empfinde ich das öfter, wenn im Fernsehen schwäbisch gesprochen wird.

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andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

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Veröffentlicht von: @jackson04

Diese Tatsache war auch nicht die Quelle meines "Unbehagens".

Hatte ich so auch nicht verstanden.

Veröffentlicht von: @jackson04

Ich finde, ihre Sprechweise hört sich ein wenig künstlich an. Irgendwie eine Mischung aus "Honoratiorenschwäbisch" und schon recht deftig-schwäbischen Begriffen.

Gut, solche Feinheiten höre ich als Norddeutscher mit 4 Jahren Schwabenerfahrung natürlich nicht. Vermutlich würde sich mein Schwäbisch ganz ähnlich anhören.

andreas-wendt antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 1552
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

1. Die schwäbelnde Polizistin war eine Person-Of-Colour. Das gefiel mir sehr gut. Hat die Klischees von "wer ist einheimisch?" ganz wunderbar durchbrochen. Auch wenn man ihr mehr Text hätte geben können.

Das wiederum fand ich störend, weil es für mich ein bisschen Richtung "So, und jetzt haben wir hier die Quotenfigur, die einfach alles in sich vereint: Weiblich, PoC, schwäbelnd. Mehr geht nicht!" Es war zu viel des Guten, vor allem der Dialekt. Der war so extrem und in sich auch nicht stimmig, fand ich, denn sie sprach ja schon so, dass man sie gut verstand, streute aber hier und da dann zu starke Dialektwörter ein.

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tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 19302

Der war mir irgendwie zu klischeebeladen.
Die Figuren zu stereotyp, als hätte man sich überlegt, wie sie nun zu sein hätten. Ob das der Sicherheitschef oder Manager war, die verhuschte Assistentin und der durchgedrehte ehemalige Mitarbeiter.

Und ganz ehrlich, ich finde, Barnaby Menschurat läuft sich langsam ab, ich kann ihn in diesen Rollen nicht mehr sehen. Ich würde den gern mal als normalen Forensiker oder Staatsanwalt sehen und nicht immer diese durchgeknallten Typen.

Ansonsten fand ich den Tatort aber spannend. Einen der besseren in diesem Jahr, was eindeutig an der Harmonie zwischen den Ermittlern liegt.

tristesse antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 1552
Veröffentlicht von: @tristesse

Und ganz ehrlich, ich finde, Barnaby Menschurat läuft sich langsam ab, ich kann ihn in diesen Rollen nicht mehr sehen. Ich würde den gern mal als normalen Forensiker oder Staatsanwalt sehen und nicht immer diese durchgeknallten Typen.

Sehe ich auch so. Er ist so gut, warum kann er nicht mal eine normale Rolle bekommen? Mit seinem Talent könnte er die wunderbar ausfüllen. Stattdessen jedes Mal dieses irre Zeug...

tinkerbell antworten
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