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Tatort / Polizeiruf 110 Saison 2020/21

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andreas
Themenstarter
Beiträge : 1985

Willkommen Freunde, Fans, Kritiker, Abhängige des Sonntagskrimis im Ersten.
Am Sonntag beginnt die neue Saison. Wenn wir wollen, können wir uns hier über die aktuellen Episoden austauschen.
Aus den letzten Jahren haben sich folgende Regeln für den Austausch bewährt:

Der Thread sollte die ganze Saison umfassen, aber dabei nicht zu unübersichtlich werden. Darum beschränkt er sich auf die Sendungen "Tatort" und "Polizeiruf 110". Sollte es ein interessantes Spin-Off geben (wie damals "Schmimanski"), klar, kein Problem. Aber jedes andere wertvolle Stück aus der Krimilandschaft würde den Rahmen sprengen. Faustregel: Lief es am Sonntagabend im Ersten?

Für die Erstausstrahlungen versuchen wir, jede anzulegen. Bei interessanten Wiederholungen alter Folgen fühlen wir uns frei, aus sie hinzuweisen oder nicht. (Meist taten wir's nicht, aber das war keine feste Regel).

Manche von uns sehen den Film sofort im Fernsehen, andere später in der Mediathek. Manche auch nur, wenn sie hier lesen, ob er sehenswert ist. Für all die ist es wichtig: Wenn wir relevante Filminhalte posten, setzen wir bitte in den Betreff das Wort "Spoiler".
Manchmal sind wir unterschiedlicher Meinung, wie relevant ein Inhalt ist. Wenn wir nicht sicher sind, wie andere das empfinden: Lieber einmal zu oft "Spoiler" schreiben.

Dieses Jahr gibt es zusätzlich eine ganz neue Regel: Ihr müsst mir Trissi ersetzen! 😢 Wird sie wiederkommen und wenn ja, wann? Das kann im Moment niemand spoilern. Aber wenn ich mal wieder an einem Film, der wirklich nicht doll war, irgendwas Gutes finden will, haltet dagegen! Oder andersrum. Sonst wird es hier langweilig.

Wenn Ihr Fragen und Vorschläge habt, her damit!

Ich freue mich auf die Saison mit Euch.

Gruß von

Andreas

Antwort
468 Antworten
andreas
Themenstarter
Beiträge : 1985

10.01. Köln "Der Tod der Anderen"
Mal abgesehen davon, dass ich den Titel als Anspielung auf "Das Leben der Anderen" eher so mittel finde -

Max und Freddy werden heute wieder ermitteln. Und ich hoffe, der Titel wird noch Sinn ergeben.

Bis dann!

andreas-wendt antworten
7 Antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Und ich hoffe, der Titel wird noch Sinn ergeben.

Und er hat Sinn ergeben. Respekt!

Ich muss gestehen, dass ich von Köln nicht mehr viel erwarte.
Vielleicht liegt es also auch daran, wenn die Kölner es immer wieder schaffen, mich zu überraschen.

Vielleicht war er aber auch wirklich gut. So empfand ich ihn jedenfalls.

Den kann ich gut weiterempfehlen!

andreas-wendt antworten
Irrwisch
(@irrwisch)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 3640

Danke für deine Bewertung!

Dann schaue ich ihn mir nachher sehr gerne an.

irrwisch antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

Farblos und didaktisch

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Den kann ich gut weiterempfehlen!

Ich fand ihn langweilig. Die einzige "echte" Spannung entstand dadurch, dass

SPOILER!!!!!!!

der entführte Polizist sich sehr dödelig verhielt und so in Lebensgefahr geriet. Ohne seine Dödeligkeit wäre keinerlei "Dringlichkeit" in die Sache gekommen, was zu dem "eigentlichen Thema" ganz gut gepaßt hätte, das ja auch seit Jahrzehnten nicht so recht in Bewegung gekommen war.

So war's eine Geschichtsaufarbeitung, die so farblos und wenig faszinierend war wie die Bitterfeld-Fotos, die mal kurz eingeblendet wurden. Man sah den alterstrockenen Zeigefinger des kurz vor der Pensionierung stehenden Geschichtslehrers gewissermaßen wedeln...

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Ich muss gestehen, dass ich von Köln nicht mehr viel erwarte.

Als sich die Hände von Ex-Julia und Schenk da fanden, nachdem (oder bevor? Schon wieder vergessen...) Schenk erwähnte, dass er seit Jahren regelmäßigen ehelichen Geschlechtsverkehr pflege, war ich dankbar, dass da nicht auch noch explizite Szenen gezeigt werden mußten, sondern gleich zum nächsten Morgen vorgespult wurde. Ich merkte da so recht deutlich, wie wenig mich die Privatangelegenheiten der Kölner Ermittler überhaupt interessieren.

Eine schöne Bildeinstellung war allerdings dabei, als Ballhauf (ist der so richtig geschrieben?) vor einem nachmittäglich - rotgoldenen Hintergrund irgendwo langlief. Für eine Empfehlung wär mir das aber doch zu wenig. 😉

jack-black antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985
Veröffentlicht von: @jack-black

So war's eine Geschichtsaufarbeitung, die so farblos und wenig faszinierend war wie die Bitterfeld-Fotos, die mal kurz eingeblendet wurden.

Farblos in dem Sinn, dass es mich als Zuschauer nicht wirklich betroffen, sondern bloß historisch informiert machte - empfand ich auch. Darum konnte ich aber den Zeigefinger auch gut ausblenden.

Ich fand das Zusammenspiel von Entführerin und entführtem Schenk allerdings sehr unterhaltsam. Nahkampfszenen (obwohl vermutlich in Corona-Zeiten gedreht), Spiel mit Agentenklischees, Westernästhetik bei den Sauerlandaufnahmen, bis hin in die bluesige Musik,
das alles ließ mich ein fettes Augenzwinkern erkennen.

Das historische Thema diente dabei zugegeben eher als Sprungbrett für ein hübsches kleines Roadmoviekammerspiel. Ich fühlte mich gut unterhalten.

andreas-wendt antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1555
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Das historische Thema diente dabei zugegeben eher als Sprungbrett für ein hübsches kleines Roadmoviekammerspiel.

Die Beschreibung trifft es gut. Als Roadmoviekammerspiel fand ich es recht gut, wobei die Hotelfrau mir einfach von Anfang an extrem unsympathisch war. Das wurde auch im Laufe der Zeit nicht besser.

Vielleicht war das auch einfach zu viel für einen Tatort - dieses Roadmovie und die Thematik. Es wurde zu viel erklärt, zu wenig gesehen. Permanente Monologe und Dialoge über diesen großen Komplex, aber ich glaube wirklich nicht, dass auch nur ein Zuschauer am Ende gesagt hat "Wahnsinn, also da denk ich jetzt doch mal länger drüber nach!" Da hat nichts gefesselt, thematisch, obwohl ich denke, dass es gerade für die jüngere Generation auch viel Neues enthielt (und sei es nur, dass sie jetzt Schkopau kennen 😀 ).

tinkerbell antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1555

Hm. Hm. Hm.

Spoiler

Also als bekennender Köln-Fan war ich enttäuscht:

- Die Hotelchefin soll eine super toughe Selfmade-Frau sein (dass das Hotel hässlich wie die Nacht ist, lassen wir mal außen vor), plant aber eine derart bescheuerte Entführungsnummer?
- Wundert sich eigentlich Freddys Frau so gar nicht, wo er bleibt?
- Wer bringt sich um, um auf Sachen aufmerksam zu machen, die vor 30 Jahren passiert sind? Noch dazu derart scheußlich? Da reicht doch ein Anruf bei der Presse (wenn die Geschichte an sich halbwegs spannend wäre...).
- Warum macht die Hoteltante überhaupt diesen ganzen Aufriss, wo sie überhaupt nicht unter Mordverdacht steht?
- Wieso läuft man ungerührt nachts ins Polizeirevier, wenn man von allen gesucht wird? Auch Freddy kann wohl kaum dafür garantieren, dass dort keiner ist oder eine Kamera sie aufzeichnet.
- Warum genau soll jetzt Porno-Peter jetzt seine Karriere aufgeben? Nach über 30 Jahren...?
-Und natürlich taucht plötzlich eine neue Mitarbeiterin auf, die nicht nur den entscheidenden Hinweis am Tatort übersieht, sondern auch so schlecht versucht, einen sächsischen oder anhaltinischen Dialekt (war nicht erkennbar) zu imitieren, dass man keine Lust mehr hat...

tinkerbell antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

Ich fand den super 😊

tristesse antworten


tristesse
Beiträge : 20559

Heute abend Stuttgart
"Vor vier Wochen sind die Mitglieder der Baugemeinschaft Oase Ostfildern in ihr Gebäude eingezogen und schon muss wegen eines Abdichtungsproblems das Fundament wieder aufgebaggert werden. Zum Vorschein kommt ein noch größeres Problem: eine nicht identifizierbare weibliche Leiche."
(Quelle: https://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/sendung/das-ist-unser-haus-100.html)

Klingt nach einem klassischen "Who`s Dunnit" mit verschrobenen Charakteren. Bin gespannt.

tristesse antworten
24 Antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985

Hi!
Da Dir sonst oft die Angaben bei daserste.de zu sehr spoilernd waren: Würdest Du sagen, dass sie diesmal auch spoilern, oder teasern sie nur, und man kann sie gut lesen?

Gruß von
Andreas

andreas-wendt antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

Ich hab nicht weiter gelesen als das, was ich gepostet hab, das kopiert und dann die Seite zugemacht.

Wenn ich weiter gelesen hätte wäre es vermutlich ein Spoiler geworden.

tristesse antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985

😀
Alles klar, Danke!
Dann bis nach dem Krimi!

andreas-wendt antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1555

Freu mich schoooooon!
Ich liebe Lannert und Bootz. Kann nur gut werden. Oder sagen wir so: Selbst, wenn es schlecht ist, ist Stuttgart noch ein bisschen gut 😉

tinkerbell antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 7706
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Selbst, wenn es schlecht ist, ist Stuttgart noch ein bisschen gut 😉

Das stimmt - das fand ich schon zu Bienzles Zeiten. Ich bin sehr gespannt!

suzanne62 antworten
Tineli
 Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1380

Echt gut
Ich fand den echt gut. Die Frage nach den Täter war ja fast zweitrangig. Aber der ganze Hickhack in der WG, der war so menschlich (und natürlich etwas überzeichnet und klischeehaft) dargestellt. Richtig gut.

Gruß, Tineli

tineli antworten
jackson04
(@jackson04)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 105

Das war genau das, was mir nicht so gefiel 😊. Nach meinem Empfinden war das schon eher zu klischeehaft. Ich empfand die Darstellung der WG-Leute teilweise als so überzeichnet, dass es insgesamt unrealistisch wirkte. Der eigentliche Kriminalfall trat dann doch ziemlich in den Hintergrund.

Da hatten die Stuttgarter schon stärkere Folgen, finde ich.

Grüße von Jack

jackson04 antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1555

Ich fand es gar nicht überzeichnet, weil ich ausreichend Menschen kenne, die genau so sind. Wir hatten schon überlegt, Bullshit-Bingo zu spielen 😀 Beim ersten "Du, das macht auch was mit mir!" war uns klar, wohin das geht, und jeder wusste auch sofort, welche realen Personen so sprechen...

Ja, natürlich wirkte es etwas extrem, aber man darf nicht vergessen: Das ist keine willkürliche Gruppe gewesen, die haben sich gesucht und gefunden. Logischerweise war dann die geballte Ladung für Außenstehende etwas viel und wirkte übertrieben. Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass es genau solche Konstellationen, mit genau denselben Attitüden und unerträglichen Phasen, tatsächlich gibt 😀

tinkerbell antworten
jackson04
(@jackson04)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 105
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Ich fand es gar nicht überzeichnet ...

Ja, okay, vielleicht hat mich die Realität bisher in dieser Hinsicht noch geschont 😀

Ich kenne durchaus auch solche Menschen (wie Andreas schon schrieb: oft im kirchlichen Kontext), allerdings nicht in dieser Zusammenballung. Mir kam es mehr wie Satire vor, wo ich mich doch innerlich für einen Krimi gerüstet hatte. Wahrscheinlich liegt es also an meiner fehlenden inneren Flexibilität, dass ich von diesem Tatort enttäuscht war, und ihn nicht entspannt als Parodie genießen konnte. 😌

jackson04 antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985

Der isch luschtig g'wä!

Ja, es gab eine Leiche, die Fragen aufwarf, wo man miträtseln konnte und am Ende die Fragen beantwortet waren. Aber das war nicht das, was einen fesselte.

Es war eine lustige klischeehafte Milieustudie des Kommunenlebens:
Nachdem man endlich finanziell nicht mehr auf die WG angewiesen ist, sondern gut allein leben könnte, entschließt man sich, wieder bewusst zusammenzuziehen.

Und ja: Diese Kommune wirkte wie eine Ansammlung von Klischees. Aber jedes für sich genommen kannte ich aus dem echten Leben. Es gab keinen Satz dieser Figuren - also außer denen, die eine Leiche erwähnten - den ich nicht genau so schon von wirklichen Menschen gehört habe. Und zwar die meisten davon - in der Kirche. (ja, auch die esoterischen Sätze 🙁 )
Was daran liegt, dass ich da arbeite und man zur "Klärung" von "Themen", die "obenauf liegen", gern auf die bewährten Methoden der Gruppendynamik zurückgreift. Was hin und wieder sogar was bringt.
So geballt ist es natürlich Ver-Dichtung, aber dazu ist Dichtung da. Und dass es am Anfung um nicht dichtende Abdichtung geht, ist vermutlich unabsichtlicher Bezug.

Das machte vieles daran so herrlich cringe-worthy und mega-lustig. Weil ich dauernd dachte "Das ist doch der und der! Die kennst du!"

Erzählmethodisch erinnerte es mich an das Buch "Achtsam morden": Auch da werden therapeutisch sinnvolle Methoden auf kriminelle Themen angewandt, für die sie nicht gemacht sind, was zu herrlich absurden Konstellationen führt.

Die Kommune selbst und all ihre Einzelfiguren können natürlich uns auch als Zerrspiegel unserer christlichen Gemeinden dienen. Auch da knirscht es ja manchmal. Und auch bei uns hat es hin und wieder damit zu tun, dass wir die ideale Gemeinschaft suchen und dann desillusioniert sind, weil wir es doch wieder mit ganz normalen Menschen zu tun haben.

Die Stuttgarter entwickeln sich gerade ganz ähnlich wie die Münchner: Man weiß nie, ob einen ein sehr lustiger, nachdenklicher, brutaler, spannender oder trauriger Film erwartet. Aber es ist fast immer ein guter.

Privatleben der Ermittler blieb außenvor, deren Beziehung auch. Das war sehr angenehm.

Aber mal allgemein gefragt: Hat noch jemand den Eindruck, dass im Corona-Jahr wieder sehr viel mehr Aufnahmen in Green-Room gemacht wurden?

Alles in allem: Empfehlung!

andreas-wendt antworten
Tineli
 Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1380
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Erzählmethodisch erinnerte es mich an das Buch "Achtsam morden": Auch da werden therapeutisch sinnvolle Methoden auf kriminelle Themen angewandt, für die sie nicht gemacht sind, was zu herrlich absurden Konstellationen führt.

Ja, genau!!! 😀

tineli antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1555

Ich fands super!

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Es gab keinen Satz dieser Figuren - also außer denen, die eine Leiche erwähnten - den ich nicht genau so schon von wirklichen Menschen gehört habe.

Da stimme ich absolut zu. Und bei mindestens der Hälfte aller Sätze haben wir gestöhnt, weil sie so nervig sind und wir die entsprechenden Leute genau vor Augen hatten 😀 Ich war mal bei einer Heilpraktikerin, die 1A so redete wie Wendelin (allein der Name schon...). Zum Glück war ich nur ein Mal dort, irgendwann hätte ich bestimmt gebrüllt "Schluss mit dem Achtsamkeitsgequatsche, man, rede einfach normal!" 😌

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Und dass es am Anfung um nicht dichtende Abdichtung geht, ist vermutlich unabsichtlicher Bezug.

Der Bauleiter war großartig! "War ökologisch - also teuer und schlecht. Hallo, Deutschland." Ich hab mich gar nicht mehr eingekriegt 😀

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Die Stuttgarter entwickeln sich gerade ganz ähnlich wie die Münchner: Man weiß nie, ob einen ein sehr lustiger, nachdenklicher, brutaler, spannender oder trauriger Film erwartet. Aber es ist fast immer ein guter.

Ja, das gefällt mir auch sehr. Und obwohl man 75 Minuten lang völlig in die falsche Richtung dachte, war die Aufklärung logisch und man hätte drauf kommen können. Deswegen störte dieser plötzliche Twist mich auch null. Wirkt ja oft dann extrem erzwungen, in den letzten zehn Minuten muss noch eine total konstruierte Lösung untergebracht werden, aber hier ging es gut auf. Eben auch weil es so völlig unspektakulär war.

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Privatleben der Ermittler blieb außenvor, deren Beziehung auch. Das war sehr angenehm.

Wobei ich das tatsächlich bei Stuttgart bisschen schade fand. Ich war ja schon sauer, dass mit Bootz nun auch so ziemlich der letzte Ermittler eines intakten Familienlebens beraubt wurde. Inzwischen hört man von beiden privat so gar nichts mehr, und das ist irgendwie auch doof. Das muss ja nicht ausufern wie z.B. bei Nina Rubin, aber ein bisschen mehr wäre schön. Kleinigkeiten, kein Drama. Was ist zum Beispiel mit Lannerts netter Nachbarin passiert? Hab ich da was verpasst? Wieso ging das nicht weiter? Oder sind sie heimlich schon seit fünf Folgen verheiratet 😨?

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Aber mal allgemein gefragt: Hat noch jemand den Eindruck, dass im Corona-Jahr wieder sehr viel mehr Aufnahmen in Green-Room gemacht wurden?

Haben wir auch schon festgestellt, auch bei vielen anderen Filmen.

tinkerbell antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985

Wer war der Darsteller?

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Der Bauleiter war großartig! "War ökologisch - also teuer und schlecht. Hallo, Deutschland." Ich hab mich gar nicht mehr eingekriegt 😀

Und er erinnerte mich so sehr an Rick Kavanian als "Der Grieche" im "Schuh des Manitu". Aber bisher konnte ich in keiner Darstellerliste finden wer das war.

Heinz-Rudolf Kunze hatte ich auch nicht erkannt.

Nachtrag vom 18.01.2021 1650
Jetzt ist die Pressemappe auch für Nichtjournalisten zugänglich.
https://www.swr.de/unternehmen/kommunikation/pressemeldungen/daserste-tatort-das-ist-unser-haus-2021-102.pdf

Der Darsteller hieß Dario Krosely.

andreas-wendt antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1555

Gute Frage, keine Ahnung. Wahrscheinlich ein unerkanntes Talent 😀

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Heinz-Rudolf Kunze hatte ich auch nicht erkannt.

Ich auch nicht, so ohne Brille...aber als ich seinen Namen im Abspann sah, wusste ich gleich, wer es war. Der hat super gespielt, war echt erstaunt.

tinkerbell antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Ich auch nicht, so ohne Brille...aber als ich seinen Namen im Abspann sah, wusste ich gleich, wer es war. Der hat super gespielt, war echt erstaunt.

Wer war denn das?

tristesse antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

Ah, ich weiß.

Der ehemalige Anwärter 😊

Jetzt weiß ich auch, warum meine Freundin in die Gruppe "Dein ist mein ganzes Herz" schrieb 😀

tristesse antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1555

Gut, dass sich das noch geklärt hat... 😀

tinkerbell antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985

Spoiler

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Und obwohl man 75 Minuten lang völlig in die falsche Richtung dachte, war die Aufklärung logisch und man hätte drauf kommen können.

Als es hieß, die Tote habe Ostheoporose gehabt, dachte ich schon, der Genickbruch war vielleicht ein Unfall.
Ich hatte allerdings auf den Jungen (Finn?) getippt, der mit ihr den Unfall gehabt hätte und mit dem Hinweis auf Beverly eine falsche Fährte hätte legen wollen. Das wäre dann eine sehr bittere Auflösung geworden.

andreas-wendt antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Das wäre dann eine sehr bittere Auflösung geworden.

Und hätte zum ganzen Tatort auch nicht gut gepasst.

tristesse antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Der isch luschtig g'wä!

Ich hab mich total gefreut, dass die Stuttgarter sich auch mal was humoristisches getraut haben.

Meine Schwester meinte, die Gruppe erinnerte sie sehr stark an ihre Gruppen in der pädagogischen Ausbildung 😀 Ich denke nicht, dass es überzeichnet war, ich kenne genug Kunden, die so sind, aber vielleicht kam das in der geballten Ladung so rüber.

Der Fall an sich war nicht langweilig, aber auch nicht übermässig spannend, das Drumherum hat den Film ausgemacht, diese Dialoge und die schrulligen Charaktere. Sehr schön zu beobachten auch der zunehmend genervte Bootz ("Ich halte das nicht mehr aus."), dem Lannert wie immer gelassen gegenüber stand. Ich seh die beiden unglaublich gern.

Die überraschende Auflösung gegen Ende hätte mich wohl mehr genervt, wenn das Ganze nicht so lustig gewesen wäre. Teilweise hatte das etwas von Slapstick. Aber guten 😊

War gut.

tristesse antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985
Veröffentlicht von: @tristesse

Ich hab mich total gefreut, dass die Stuttgarter sich auch mal was humoristisches getraut haben.

Die Folge "Stau" von demselben Regisseur war auch sehr humorvoll.

andreas-wendt antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1555

Der war auch großartig, meiner Ansicht nach eine der besten Tatort-Folgen der letzten Jahre.

tinkerbell antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Ich schaue nur gelegentlich den Tatort. Gestern habe ich aus zwei Gründen angeschaltet: Stuttgart und die Ankündigung klang interessant.

Ich hatte einen unterhaltsamen Fernsehabend. Mit Charakteren, die auch mir so schon begegnet sind. Mit einer Gruppendynamik, die so unrealistisch nicht war.

Wie auch andere schon schrieben - der Fall war eher unspektakulär, aber doch irgendwie etwas spannend. Ich hatte zwischendurch schon vermutet, dass die Lösung noch mal eine ganz andere sein wird. Und auch überlegt, wie sich das in gut 10 Minuten Restsendezeit noch auflösen soll

Aber es ging gut ohne dass ich den Eindruck hatte, dass noch zum Ende gehetzt wird. Sogar Platz für ein abschließendes Statement der Vorsitzenden der Gruppe über die Dynamik menschlichen Zusammenlebens war noch Zeit.

Anonymous antworten
Tineli
 Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1380
Veröffentlicht von: @adventurelife

Sogar Platz für ein abschließendes Statement der Vorsitzenden der Gruppe über die Dynamik menschlichen Zusammenlebens war noch Zeit.

Dieses Statement war so bezeichnend und so klasse!

tineli antworten
andreas
Themenstarter
Beiträge : 1985

24.01. Norddeutschland "Tödliche Flut"
Falke und Grosz ermitteln auf Norderney.
Lange keinen Satz geschrieben, der so viele schöne Wörter enthielt. 😊

andreas-wendt antworten
16 Antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1555

😀 Ich freu mich auch schon. Endlich mal wieder Urlaubsgefühle 😀

tinkerbell antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 7706
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Endlich mal wieder Urlaubsgefühle 😀

Stimmt, das kommt noch dazu: Norderney ist auch meine Lieblings-Urlaubsinsel...

suzanne62 antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 7706

Ich sehe die beiden auch gerne und bin schon sehr gespannt....

suzanne62 antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1555

Wieso waren alle so unsympathisch?
Ich war echt enttäuscht. Normalerweise mag ich das Team echt gerne, aber hier waren sie gegenüber der Lokalpolizisten unfassbar arrogant - da ist es bei mir ja gleich vorbei 😀 Keine Ahnung, ob es nur uns so ging, aber wir wussten sehr schnell, was gespielt wurde. War das Absicht...?

Vermutlich sollte es irgendwie tragisch sein, aber da keine der Figuren irgendwie Sympathien weckte, im Gegenteil (Wenn ich noch ein Mal höre, wie "intensiv" jemand ist, flippe ich aus!), war es irgendwie auch egal. Übrigens möchte ich noch hinzufügen: Wenn man ein Kaninchen mit so einer Waffe schießt, sieht es hinterher NICHT mehr so aus und man sollte es auch NICHT einen Tag in der Sonne abhängen - sowas regt mich immer auf 😀 Wer denkt sich das aus?

tinkerbell antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 7706
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Ich war echt enttäuscht. Normalerweise mag ich das Team echt gerne, aber hier waren sie gegenüber der Lokalpolizisten unfassbar arrogant - da ist es bei mir ja gleich vorbei :

Das ging mir auch so - ich fand das absolut unangebracht und auch nicht sehr professionell.....und als ermittelnder Polizist herummachen mit einer Person, die möglicherweise mit drin hängt, das geht gar nicht....eigentlich hätte er aufgrund seiner früheren Beziehung mit ihr den Fall von vornherein abgeben müssen.
Aber gut, es geht im "Tatort" ja auch nicht darum, ein realistisches Bild von Polizeiarbeit zu zeigen, sondern um spannende Unterhaltung. Und die war durchaus geboten.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

wir wussten sehr schnell, was gespielt wurde. War das Absicht...?

Ich kann nicht behaupten, dass ich es gewusst habe - aber die Möglichkeit, dass Imke da mit drin hängt und dass bei ihr starke persönliche Motive mitspielen, habe ich von Anfang an gesehen....das wurde einem ja auch auf dem Silbertablett serviert.
Der Schluss war ja dann sehr dramatisch und spannend....und dass der Ermittler am Ende überlebt, kann ja seit der legendären "Franziska"-Folge von Köln oder auch der letzten Folge aus Weimar nicht mehr als garantiert angenommen werden...ich hatte echt Schiss, dass Falke das nicht überlebt....

suzanne62 antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985

Ich kann handwerklich, ja künstlerisch, wenig Schlechtes über ihn sagen.
Allerdings hat er, ähnlich manchem Fernsehgottesdienst, in allem Bestreben, mal was "Besonderes" zu machen, die Erzählung selbst etwas erstickt.

Das Urlaubsgefühl stellte sich natürlich nicht ein. Er wurde im letzten November gedreht, die Kälte war durch die Farbgebung spürbar. Rauhes Klima. Das ist die Nordsee, wie wir Norddeutschen selbst sie lieben. Ich konnte die Bilder darum durchaus genießen.
Die Musik, in der Elbphilharmonie dafür eingespielt, unterstützte die rauhen Bilder, schuf eine bedrückende, beängstigende Atmosphäre.

Dazu passten dann auch die rauhen, bedrückten, bedrückenden, ja irgendwie unsympathischen Charaktere.

Einzig der arme ostfriesische Polizist wirkte sympathisch, aber eher über die Bande, weil er so schlecht behandelt wurde und mir deswegen leidtat. Aber für den einzigen Sympathieträger in dem ganzen Film war seine Rolle dann etwas zu klein.

Man kann das ganze als großes und durchaus in sich abgestimmtes Kunstwerk sehen und als solches sogar genießen.

Allerdings erwarten wir in der Regel von einem Krimi, dass er die künstlerischen Mittel dazu benutzt, eine gute Geschichte zu erzählen. Hier wirkte es eher umgekehrt.

Kann man mal machen, macht der Tatort ja auch immer wieder mal. Und man kann dann als Zuschauer auch sagen, dass man sich freut, wenn es nicht zu oft gemacht wird.

andreas-wendt antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Allerdings erwarten wir in der Regel von einem Krimi, dass er die künstlerischen Mittel dazu benutzt, eine gute Geschichte zu erzählen. Hier wirkte es eher umgekehrt.

Wie meinst Du das? Dass hier ein schlechte Geschichte zum Vorwand genommen wurde, schöne Bilder und schöne Filmmusik zu bringen?

Ich denke, da gab's eine Idee, die an sich nicht schlecht war - aber nun mal so gar nicht in's Tatort-Format paßte. Insbesondere nicht in 90 Minuten.

Es ist schwer, sich die eigenen Erfahrungen wegzudenken, aber in diesem Fall klappt es für mich sehr gut, wenn ich die Kritiken hier (und noch mehr woanders... 😉 ) lese. Die Grundidee wurde nicht erkannt und das ist ein Indiz dafür, dass sie nicht überzeugend inszeniert wurde. Die Grundidee war (meiner Vermutung nach) das nachvollziehbar, nachlebbar zu machen, was man als "normaler" Mensch im Umgang mit Boderlinekranken erlebt. Da ich zwei Beziehungen mit Frauen hinter mir habe, die Boderlinepersönlichkeiten waren/sind kenne ich das, was da im Film gezeigt werden sollte (und nicht: wurde), zur Genüge. Die Faszination, die von solchen Persönlichkeiten ausgeht. Eine Faszination, die übrigens schon öfter in großer literarischer Kunst Thema war. Man denke nur an "Betty Blue" von Dijan. In früheren Zeiten - das ist meine These - verklärten Leute wie z.B. Raymond Chandler die Erfahrungen, die sie mit Leuten wie der gestrigen Tatort-Protagonistin machten, indem sie solche Frauen zu "femmes fatales" machten: geheimnisvolle, nicht zu durchschauende, aber für jeden, der sich auf sie einließ, gefährliche Frauen. Dass da eigentlich eine psychische Erkrankung vorliegt, darüber ist man sich, wenn man selbst dem Einfluß solcher Personen unterliegt, nicht bewußt. Und muß es oft erst auf die harte Tour lernen.
Der springende Punkt ist, dass solche Personen derart überzeugend lügen können, dass vermutlich sie selbst viele ihrer Lügen glauben. Oder, wie hier am Ende ja von der Protagonistin auch zugegeben, deswegen so überzeugend lügen, weil sie meinen, alles verdammte Recht der Welt darauf (!!! <-- die Ausrufezeichen gehören mit zu dieser Überzeugung) zu haben.
Gleichzeitig sind sie ungemein ansteckend in ihrem emotionalen Überschwang - die Kneipenszene, wo die Protagonistin versuchte (und es ansatzweise schaffte), aus der Tristesse Feierstimmung zu schaffen, war meiner Vermutung nach der Versuch, sowas darzustellen. Ich hab dieses Verhaltensmuster in einem anderen Zusammenhang mal als verzweifelt-mächtigen Willen zum Glück bezeichnet. Wie da mit aller Kraft versucht wird, andere mitzureissen in die Gefilde manischer Euphorie.
Dass sowas funktionieren kann, wurde hier im Tatort nur immer erzählt - z.B. von dem Nagelpistolen-Simpel und seiner zerknautschten Ehefrau. Wenn man es selbst erlebt hat, wie rücksichtslos-effektiv Borderlinepersönlichkeiten nicht nur das eigene sondern auch anderer Leute Beziehungslück kaputt machen (immer in dem Wahn befangen, irgendwie nur der Ehrlichkeit und Wahrheit verpflichtet zu sein), dann kann man sich eigentlich nur ärgern, wie herablassend im Tatort mit diesen Nebenfiguren umgegangen wurde: Kollateralschäden, die nur als falsche Fährte oder Stichwortgeber dienen durften.

Für "normale" Zuschauer wurde darüber hinaus m.M.n. zuviel Kenntnis und Insiderwissen vorausgesetzt: mal Hand auf's Herz: Wer unter den männlichen Zuschauern fand es überzeugend, dass diese Frau allen möglichen anderen Männern den Kopf verdreht haben sollte? Eine Frau, die wie eine abtörnende Kampfemanze auftritt, verlottert, schmuddelig, laut und mit Kodderschnauze?
Der Blick auf solche Frauen ist für Männer, die sich von ihnen "becircen" lassen, ein anderer. Für solche Männer (wie ich einer war... 😉 ) ist so eine Frau die schönste Frau der Welt. Zart ist sie und sehr sensibel, auf eine heilige Art ehrlich (heilig in dem Sinne, dass diese Ehrlichkeit nicht den üblichen, menschlichen Kriterien zu entsprechen hat, sondern irgendwie transzendent unzugänglich ist) - sodaß man ihr Verhalten nicht an den normalen Maßstäben messen darf. Was sie tut ist richtig, wenn sie einen zurückweist, ist das nur logisch, da man selbst doch keine Ansprüche anzumelden hat und ihr ohnehin nicht das sprichwörtliche Wasser reichen kann. Die Dramen, die sich um sie herum abspielen, sind schier zu groß, um sie ganz fassen zu können. Die Ungerechtigkeiten, die ihr widerfahren, sind so ungeheuerlich, dass noch die krassesten Reaktionen darauf gar nicht übertrieben sein können.
Sowohl Raymond Chandler als auch Phillippe Dijan machen daher in ihren Erzählungen von solchen Frauen diese Frauen unglaublich schön und verführerisch.
In der banalen Realität sind Borderlinepersönlichkeiten nicht schöner als andere Menschen auch - häufig paßt sogar die Darstellung des Films sachlich betrachtet besser auf sie: ihr Leben mit viel Streß und Depressionen zehrt auch körperlich an ihnen, sie vernachlässigen sich (Schmuddellook) oder brezeln sich schrill auf (ihre Frisur), um nur ja nicht gewöhnlich (spießig) auszusehen. Wenn man sich also borderlinekranke Frauen von aussen anschaut, dann ist die Darstellung im Tatort gar nicht so falsch.
Aber wenn man sie mit den Augen eines von ihnen "Verführten" anschaut, dann sehen sie eben nicht so aus.

Nun kam es mir so vor, als läge die Idee dieses Tatorts darin, dass wir Zuschauer uns zuerst von dieser Protagonistin "verführen" lassen sollten, um dann die Desillusionierung, wenn man das manipulative Muster endlich (häufig: zu spät, also erst, wenn schon echt schlimme Dinge vorgefallen sind) durchschaut, umso besser emotional nachvollziehen zu können.
Dazu hätte man aber eben nicht die "Auflösung" schon von Anfang an so nahelegend machen dürfen. Die Protagonistin hätte entweder am Anfang viel verführerischer aussehen müssen (weil TV nun mal ein optisches Medium ist), oder sie hätte viel mehr Zeit haben müssen, sich uns sympathisch und liebenswert zu machen. Erste Warnzeichen (die es auch in der Realität natürlich gibt, die aber eben übersehen werden) hätten da dann keinen Platz im Film finden dürfen.
Die Faszination, die sie im Film auf Falk, aber auch auf dessen Kollegin ausübte ("Du magst mich nicht so, ne?!" - ist ein Einstiegsgespräch in eine kaputte Beziehung, wie ich es exakt so erlebt habe, mit diesen Worten.), darf nicht von Anfang an unterminiert werden. Denn als Zuschauer muß man Falk als Trottel bezeichnen, wie er da der Lady hinterher in's Watt patscht. "Bist du doof?" - brüllt man den Fernseher an bei dieser Szene.
Weil man nicht auf die Idee kommt, dass er ernsthaft in sie verliebt sein, unter ihrem manipulativen Bann stehen könnte. Dieser Beziehungsprozeß, der abläuft zwischen Boderlinepersönlichkeiten und ihren "Partnern" - der läßt sich nicht knapp verpacken in einen Tatort. Für den bräuchte es eine Serie, am besten eine, in der dann die Neben-Realitäten etwas besser recherchiert wurden (unter professionellem Aspekt ist doch das, was hier über Polizeiarbeit ausgebreitet wird, hanebüchen). Wie da der "Wahn" überpringt von der psychisch kranken Person auf diejenigen, die eine Beziehung zu ihr aufbauen (oder aufzubauen versuchen), wie da die Maßstäbe bezüglich erwartbaren Verhaltens verrutschen, wie da die Zeichen ignoriert werden, selbst, wenn sie längst manifest sind. Wie dann nicht nur die boderlinekranke Person sich in ihrem Wahn gegen sämtliche Vernunft abkapselt, sondern auch die Menschen um sie herum anfangen, Ausreden und Ablenkungen zu erfinden, um sich nur nicht eingestehen zu müssen, das alles von Anfang an völlig falsch eingeschätzt zu haben.
Selbt das kurzschlüssige Ende - dass sie sterben muß - ist ja noch ein Ende, das voll dem Wahnmuster entspricht: Pathos im Abgang. Wie hätte die Dramaqueen denn passender verscheiden können als so, wie es einst ihre Großmutter befürchtete? (Ohne Scheiß: meine zwei boderline-Exen hatten beide eine besonders innige Beziehung zu ihren Großmüttern - die allerdings praktischerweise schon tot waren, als in episch-verklärendem Ton von ihnen erzählt wurde - und schlechte, sehr schlechte Beziehungen zu ihren leiblichen Eltern, die sowieso an allem irgendwie mit schuldig waren...) Dieser Tod gehört eigentlich noch zu dem Wahn-Narrativ hinzu, da fällt das Drehbuch am Ende auf seine Protagonistin herein. Denn üblicherweise sterben solche Borderline-Persönlichkeiten nicht romantisch in rauhem Meer oder stillem Wasser (wie ein Ludwig II), sondern suizidieren sich eben doch nur per Schlaftabletten (haut heutzutage praktisch nicht mehr hin) oder aus Versehen korrekt angesetztem Schnitt an den Pulsadern (eigentlich wollte man doch noch gerettet werden wie bei den x Versuchen vorher...), oder werden halt alt und ungefährlich*-unglücklich.
Wenn man also weiß, wie Borderlinepersönlichkeiten ticken, wenn man weiß, was die Tatortmacher da erzählen wollten - dann kann man zumindest bei den meisten Szenen verstehen, wozu die da mit rein sollten. Aber mehr als nachvollziehendes Verstehen ist auch dann nicht drin. Denn Spannung kann nur entstehen, wenn etwas nicht schon von Anfang an durchschaut ist. Spannend hätte es nur sein können, wenn die Verschwörungsgeschichte mit den anonymen ausländischen Investoren als Mordauftragsgebern mehr als nur eine offensichtlich falsche Fährte gewesen wäre. Wenn man aber diese Fährte als Zuschauer ernst nehmen würde, könnte man dies nur, wenn einem nicht bewußt wäre, dass es sich bei der Journalistin um eine psychisch Gestörte handelt. Also hätte man dann alles, was auf ihre Störung hindeutet, mehr oder minder ausgeblendet. Und man hätte die Faszination, die sie auf Falk und seine Kollegin ausübte, schlicht als wenig überzeugend abgetan oder kaum gemerkt. Beispielsweise hätte man dann, als sie sich nackich macht und Falk der "Versuchung" widersteht, nur gedacht: "Nee, da hätt ich jetzt auch keinen Bock drauf gehabt!"

Fazit: Dieser Tatort konnte nix Gares werden. Und das hätten die Programmverantwortlichen eigentlich erkennen müssen.

By the way zu den schönen (romantisch-rauhen) Inselaufnahmen: Im SPON-Forum schrieb einer lakonisch dazu: "Für schöne Landschaften gibt's die Schwarzwaldklinik". 😀

*ungefährlich insofern, als die erotische Anziehungskraft im Alter schwindet, weswegen ältere Borderlinepersönlichkeiten kaum mehr jemand finden, der sich in ihre krankhaften Beziehungsmuster einbinden ließe.

jack-black antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
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Ferndiagnosen, jaja 😀

Veröffentlicht von: @jack-black

Für "normale" Zuschauer wurde darüber hinaus m.M.n. zuviel Kenntnis und Insiderwissen vorausgesetzt

Finde ich gar nicht. Dass mit der Figur irgendwas nicht stimmt, war ja nach den ersten Minuten schon klar. Da muss man weder jemanden kennen, der so ist, noch die ICD parat haben oder in seiner Freizeit Bücher über psychische Krankheiten verschlingen. Ob es nun tatsächlich Borderline ist (was es laut Erklärung im Film ja nicht war und auch vom Profi neben mir auf der Couch eher nicht so gesehen wurde) oder was anderes - egal, Hauptsache der Zuschauer merkt die Diskrepanzen in der Erzählung, die Unstimmigkeiten. Und das war für jeden erkennbar, denke ich.

Veröffentlicht von: @jack-black

Nun kam es mir so vor, als läge die Idee dieses Tatorts darin, dass wir Zuschauer uns zuerst von dieser Protagonistin "verführen" lassen sollten, um dann die Desillusionierung, wenn man das manipulative Muster endlich (häufig: zu spät, also erst, wenn schon echt schlimme Dinge vorgefallen sind) durchschaut, umso besser emotional nachvollziehen zu können.

Ich verstehe gar nicht, wie du das so wahrnehmen konntest 😀 Die Protagonisten war von Anfang an wenig sympathisch, und dass es darauf angelegt war, zeigt z.B. die Haltung von Julia Grosz sehr deutlich - vom ersten Moment der Begegnung an mag die Imke nicht (und sag jetzt nicht, es läge daran, dass sie eine Frau ist 😉 ). Und genau da begreife ich das Konzept des Films nicht: Von Anfang an war klar, dass mit der Frau was faul ist, dass sie manipuliert, ihr Kreuzzug reichlich übertrieben anmutet, sie eine völlig falsche Wahrnehmung davon hat, was ihr gutes Recht ist und was nicht (geradezu lächerlich, wie sie mit den Ermittlern überall hingeht und alle anpampt). Also entweder haben wir in unserer Tatort-Runde ungeahnte Fähigkeiten in der Richtung (vom Profi natürlich abgesehen), dass wir das alle sofort gemerkt haben, oder darum ging es dem Tatort gar nicht.

Dann wiederum ist meine Frage: Worum ging es dann? Einfach mal zuzugucken, wie eine offensichtlich kranke Figur eine Ermittlung sabotieren und in ihre Richtung lenken kann? Die Ermittler vorführen, die sich manipulieren lassen? Bisschen Systemkritik am Ausverkauf der deutschen Inseln (Sylt lässt ja grüßen)? Zeigen, dass jemand mit diesen Problemen angeblich ernsthaften Journalismus machen kann? Ach...

Ich finde es immer schwierig, wenn ein Film nahezu komplett von einer einzigen Person dominiert und getragen wird. Falke guckt ja nur wie in einer Jever-Werbung, als warte er auf das nächste Bier, was er in steifer Brise trinken kann. Und Grosz ist hauptsächlich genervt von dieser personifizierten Irrlicht-Imke, die sich selber ein bisschen zu wichtig, zu interessant, zu "intensiv" findet. Die allerwinzigsten Nebenrollen waren da besser als dieses Trio Infernale.

Lange Rede, kurzer Sinn: Es war schöne Musik, die Nordsee im Winter ist immer noch toll, aber die Geschichte an sich war dünn, unlogisch, durchschaubar, langweilig und die Personen allesamt unsympathisch 😌

tinkerbell antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Dass mit der Figur irgendwas nicht stimmt, war ja nach den ersten Minuten schon klar.

Genau. Und das war ja sozusagen Teil meiner Kritik: Wenn das von Anfang an klar ist, kann der Zuschauer nicht mehr auf die Fährte geführt werden, auf die Menschen im Umfeld solcher Persönlichkeiten halt häufig geführt werden. Damit kann der Zuschauer nicht selbst nach-erleben, wie schwierig es sein kann, von dieser Fährte rechtzeitig wieder abzubiegen.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Ob es nun tatsächlich Borderline ist (was es laut Erklärung im Film ja nicht war und auch vom Profi neben mir auf der Couch eher nicht so gesehen wurde)

Ich hatte dazu an anderen Stellen des weiten Internets gelesen, dass die Rolle der Frau so (als Borderlinepersönlichkeit) "konzipiert" gewesen sei. Kann Dir die Quelle allerdings nicht angeben. Und dass die Dreharbeiten gleichzeitig auch unter dem Eindruck des Relotius-Falls stattfanden: des SPIEGEL-Autoren, der viele seiner "authentischen" Artikel einfach zusammengelogen hatte, dessen Enttarnung aber auch deswegen so schwierig war, weil sein manipulatives Vorgehen so überaus effektiv funktionierte. Das hab ich, glaube ich, in der SPON-Rezension zum Film gelesen, will aber auch für diese Quelle jetzt nicht mehr die Hand in's Feuer legen. 😉

Veröffentlicht von: @tinkerbell

der Zuschauer merkt die Diskrepanzen in der Erzählung, die Unstimmigkeiten. Und das war für jeden erkennbar, denke ich.

Jajaja, genau! Und das unterscheidet eben das Erleben dieser Frau durch den Zuschauer durch das Erleben solcher Personen durch diejenigen, die ihrem (manipulativen) Charme in der Wirklichkeit erliegen. Der Nagelpistolenmann und seine zerknautsche Ehefrau: sie erlebten das Wesen dieser Imke "in echt" - sie sah in Imke jahrelang ihre beste Freundin, er war abgrundtief in sie verliebt, selbst dann noch, als er ihr ständiges Lügen schon durchschaut hatte... Wie kann man so sehr auf entsprechende Persönlichkeiten hereinfallen? Das wäre ein lohnendes Thema für einen guten Film gewesen. Und das müßte man dann eben so inszenieren, dass es nicht von Nebenfiguren behauptet wird, sondern dass der Zuschauer es selbst miterlebt. Die Anziehungskraft von Imke hätte in der ersten halben Stunden ihre Arkwadness bei weitem überwiegen müssen, wir Zuschauer hätten von ihr in Bann gezogen werden müssen. Das geschah nicht - und deswegen funktionierte der ganze Film nicht.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Ich verstehe gar nicht, wie du das so wahrnehmen konntest 😀 Die Protagonisten war von Anfang an wenig sympathisch

Ja, Du hast recht, ich hatte das falsch formuliert. Statt

Nun kam es mir so vor, als läge die Idee dieses Tatorts darin, dass wir Zuschauer uns zuerst von dieser Protagonistin "verführen" lassen sollten,

hätte ich schreiben müssen: Wäre die Idee dieses Tatorts ausgegorener gewesen, hätte sie zuerst darauf gesetzt, dass wir Zuschauer uns zuerst von dieser Protagonistin "verführen" lassen.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

und dass es darauf angelegt war, zeigt z.B. die Haltung von Julia Grosz sehr deutlich - vom ersten Moment der Begegnung an mag die Imke nicht (und sag jetzt nicht, es läge daran, dass sie eine Frau ist 😉 ).

Okay, da kommt es wohl drauf an, welche Erfahrungen man selbst schon gemacht hat. Vor meinem Erfahrungshintergrund war es mir alles andere als klar, dass Julia Grosz (du meinst doch die Polizistin, oder? Ich merk mir die Namen so gut wie nie...) Imke nicht sympathisch fand. Im Gegenteil hatte ich nach der Kneipenszene das Gefühl, hier würde gleich noch a la mode eine lesbische Szene mit eingefügt zwecks Illustration dessen, dass das manipulative Wesen sich nicht um Männlein oder Weiblein schert. Mir kam es nicht so vor, als weise die Polizistin da die signalisierten erotischen Avanzen von Imke ab, sondern eher so, als bleibe hier etwas in der Schwebe, dass sich später so oder so auslegen läßt (zu solch erratischem Verhalten neigen Borderliner meiner Erfahrung nach häufig: Signale aussenden, die so oder so verstanden werden können und bei denen man nachher immer behaupten kann, sie seien (bösartig) falsch interpretiert worden).
Ich komme auf diese Vier-Augen-Gespräch-Einleitung zurück: "Du magst mich wohl nicht so, ne?!" Die Polizistin reagiert darauf so, wie ich auf eine fast wortgleiche Frage mal reagierte: Ich hatte die Frau vorher vielleicht tatsächlich nicht gemocht und sie nur "faszinierend" gefunden. Das kann ich heute nicht mal mehr genau sagen. Aber im Verlaufe des Gesprächs kam ich zu der Überzeugung, dass ich sie durchaus mochte und kann mich noch dran erinnern, wie ich einem Kumpel auf dem Rückweg von der Party, auf der das Gespräch stattgefunden hatte, enthusiastisch erklärte, mich neu verliebt zu haben.
Dementsprechend kam es mir bei dem Tatort so vor, als knistere es durchaus zwischen der Imke und der Polizistin und es dauerte der Imke dann einfach nur zu lange (auch Ungeduld ist ja Teil der euphorischen Phasen solcher Leute), bis sich die Polizistin mal zum nächsten Schritt entscheiden konnte - weswegen sie dann ja schnurstracks zu Falk auf's Zimmer lief, nach dem Motto: "Mit irgendwem muß ich heute aber auf jeden Fall noch Sex kriegen!"

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Und genau da begreife ich das Konzept des Films nicht: Von Anfang an war klar, dass mit der Frau was faul ist, dass sie manipuliert, ihr Kreuzzug reichlich übertrieben anmutet, sie eine völlig falsche Wahrnehmung davon hat, was ihr gutes Recht ist und was nicht (geradezu lächerlich, wie sie mit den Ermittlern überall hingeht und alle anpampt).

Ja, das war genau der Punkt, auf den ich hinaus wollte: Dieses Konzept, wie ich es als Drehbuchautor richtig gefunden hätte (und das Sinn ergeben hätte, wenn auch erst in einer Serie, nicht in der Kürze eines Primetime-Einteilers), wurde durch denau das von Dir Genannte konterkariert. Weil wir Zuschauer von anfang an wußten, dass dieses Mädel nicht koscher ist, wirkte alles andere absurd: Man nahm die falschen Fährten (Motorradfahrer, Nagelpistolenwilli, korrupter Bürgermeister und Geldmamsell) nicht richtig ernst, konnte aber auch nicht ernst nehmen, dass sich sämtliche Leute von der Spinner-Imke so verdummbeuteln ließen. Und dass es sich hier gar um das Thema "Medien und Lügen" handeln könne und die Zuschauer an die causa Relotius erinnert werden sollten - wer hätte das gedacht?

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Ich finde es immer schwierig, wenn ein Film nahezu komplett von einer einzigen Person dominiert und getragen wird. Falke guckt ja nur wie in einer Jever-Werbung, als warte er auf das nächste Bier, was er in steifer Brise trinken kann. Und Grosz ist hauptsächlich genervt von dieser personifizierten Irrlicht-Imke, die sich selber ein bisschen zu wichtig, zu interessant, zu "intensiv" findet. Die allerwinzigsten Nebenrollen waren da besser als dieses Trio Infernale.

Naja, kommt halt ganz auf die "tragende Figur" an. Und darauf, wie psychologisch genau sie angelegt ist. Gegen ein zwischen vielen Ideen (Du zählst die möglichen Themen auf) irrlichterndes Drehbuch kommt keine noch so gut gespielte Figur an.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Die allerwinzigsten Nebenrollen waren da besser als dieses Trio Infernale.

Mir gefiel ja die im Kirchenchor mitsingende Geldmamsell am besten - wie die da das Polizei-Duo zusammenfaltete - das hatte schon was. Ob der Kürze dieser Szene war das dann freilich auch wieder ziemlich kindertheatermäßig simpel gehalten: eben noch behauptet man, einen Zeugen für Bestechung und Korruption zu haben, und keine drei Minuten später sitzt man bedröppelt da, während die Silberhaarige einen Abgang wie die Callas nach einer Arie hinlegt... Aber ich mußte dann doch herzhaft lachen, wie da die 08/15-Korruptionsgeschichte als läppisch beiseite gelegt wurde.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Lange Rede, kurzer Sinn: Es war schöne Musik, die Nordsee im Winter ist immer noch toll, aber die Geschichte an sich war dünn, unlogisch, durchschaubar, langweilig und die Personen allesamt unsympathisch 😌

Die Musik war mir gar nicht als so besonders aufgefallen, aber ansonsten: d'accord!

Nachtrag vom 25.01.2021 2048
... Akwardness...<-- so müßte es heißen

ceterum censeo: eine Korrekturfunktion muß her!

jack-black antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985

Da hast Du eindeutig mehr gesehen (vielleicht sogar erkannt) als ich. Gerade darum kann ich Deine Kritik voll teilen. Du hast wiedererkannt, was Du kanntest. Ich nicht. Ich lief durch den Nebel im Watt, aber mehr fragend, was das alles soll, als wirklich ängstlich.
Man könnte nun dankbar sein, dass nicht wie in Köln pünktlich um 21:10 erstmal ein Vortrag über Borderline (oder was immer es gewesen sein mag) gehalten wurde.

Veröffentlicht von: @jack-black

Wie meinst Du das? Dass hier ein schlechte Geschichte zum Vorwand genommen wurde, schöne Bilder und schöne Filmmusik zu bringen?

Ich kann nicht sagen, ob die Geschichte selbst gut oder schlecht war, denn sie kam gar nicht durch. Alles diente der Atmosphäre. Das hatte ich für die Krimihandlung gesehen, Du hast es für die Krankheitsgeschichte dann letztlich ähnlich beschrieben.

Ob Menschen mit dieser hochmanipulativen Neigung im Alter weniger gefährlich werden, könnte man noch diskutieren. Was die erotische Anziehung angeht, vielleicht, aber man kann Menschen ja noch anders an sich binden als nur so. Wir hatten hier vor vielen Jahren mal eine Userin, die sehr viele von uns so in ihren Bann zog.
(Sie streute dann das Gerücht, verstorben zu sein, schrieb mir noch eine Mail als ihre Tochter mit sehr pathetischen Todesumständen, und ich habe jedes Wort geglaubt. Als der Schwindel aufflog, kommentierte eine andere Person im Forum schlicht "Ich habe so oder so eine Freundin verloren.")

Veröffentlicht von: @jack-black

mal Hand auf's Herz: Wer unter den männlichen Zuschauern fand es überzeugend, dass diese Frau allen möglichen anderen Männern den Kopf verdreht haben sollte?

Na jaa.... 😊
Doch! Selbst der Verdacht, das da was nicht stimmt, weckt den Retterinstinkt. Das unkonventionelle Auftreten triggert die Sehnsucht, auszubrechen aus "all dem hier". Das Wissen, dass sie nie irgendwo lang bleibt, appelliert an den Eroberer / Missionar, ob es mir nicht gelingt, dass bei mir alles anders wird. Selbst das Wissen um alles, was passieren kann, bringen nur den Sexual- und den Destruktionstrieb so nahe zusammen, wie sie laut Freud ja immer gehörten.
Und eine Frau, deren ganzer Stil mir sagt, es ist nicht schlimm, wenn ich mir die Schuhe nicht abputze, hat auch ihren Reiz.
Ob all das dann je umgesetzt würde oder man doch das vertraute Zuhause vorzieht, hängt wohl von noch mehr Faktoren ab.

Doch genug von ... ähm ... meinem guten Bekannten.

Falkes "Widerstandskraft" in dem Moment der Verführung scheint mir, wenn ich darüber nachdenke, vor allem aus dem Beschützerinstinkt herzurühren, der sie in dem Moment eher kindlich erscheinen und ihn sich selbst väterlich erscheinen ließ (da bekäme die eigene Vaterrolle zu Beginn wieder eine Bedeutung), und dann griff das Inzesttabu irgendwie.

Boah, was hätte aus all den Zutaten dieses Films werden können, wenn er sich entschieden hätte!

andreas-wendt antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

Made my day!

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Doch genug von ... ähm ... meinem guten Bekannten.

😀 😀 😀

jack-black antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

Zu viele Fragen - SPOILER
Bei mir blieben am Ende zu viele Fragen offen.

Warum plant der erwachsene Sohn im gemeinsamen Zuhause ne Party und Papa erfährt es erst kurz vor Beginn?
Wieso erklären ständig Julia und Falke der Imke, dass sie nicht mit zum Tatort, Verhör, etc. darf und dann steht sie doch daneben?
Was sollte das mit den Kaninchen? Wollte man irgendwie die Naturverbundenheit der Insel darstellen?
Warum meint man denn, man müsse über jeden Sonnenstrahl nen grünen Filter legen? Damit es das alles noch düsterer wird als eh schon?
Warum stirbt Imke, aber Falke nicht?
Und warum muss immer an Ende der / die Schuldige sterben? Kann nicht einmal einer verhaftet werden und gut ist? Diese Dramatik ins Meer zu gehen... das ist doch ein Tatort und nicht "Sturmhöhe" 🙄
Warum muss ARD sein Logo mehrfach unten einblenden, wenn es rechts oben am Bildschirm die ganze Zeit steht? Denken die, wir hätten vergessen, welchen Sender wir eingeschaltet haben?
Werden die Zuschauer für so beschränkt gehalten, dass man bei jeder Kameraeinstellung auf Imke bedrohliche Geigenmusik einblenden, damit auch der Dümmste kapiert, dass es mit ihr nicht gut ausgeht?

Ich mag das Team, gerade diese leicht sexuell unterkühlte Spannung zwischen den beiden, aber das war nun ein bisschen dicke diesmal. Schade. An sich hätte Imke einen interessanten Charakter darstellen können, aber sie dann in so einer belanglosen, langweiligen Handlung übertrieben intensiv in Szene zu setzen tat dem Film nicht gut. Als ob heute ein Journalist wegen etwas Schmiergeld und Bevorzugung so steil gegen würde. Deswegen bringt man doch keinen um.

tristesse antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1555
Veröffentlicht von: @tristesse

Warum plant der erwachsene Sohn im gemeinsamen Zuhause ne Party und Papa erfährt es erst kurz vor Beginn?

Dann kann er nicht Nein sagen... 😀 ? Es soll ja solche Konstellationen geben. Bei meinen Eltern hätte es definitiv nicht funktioniert, aber die sind auch keine coolen nordischen Kommissare 😌

Veröffentlicht von: @tristesse

Wieso erklären ständig Julia und Falke der Imke, dass sie nicht mit zum Tatort, Verhör, etc. darf und dann steht sie doch daneben?

Gute Frage. Hat uns auch irre genervt. Ich vermute mal: Es war einfach allen zu anstrengend, die ständig wieder loszuwerden. Ich hätte ihr ja schon am liebsten von der Couch aus irgendwas über die Rübe gezogen, damit sie einfach mal still ist und nicht überall mitmischt...

Veröffentlicht von: @tristesse

Was sollte das mit den Kaninchen? Wollte man irgendwie die Naturverbundenheit der Insel darstellen?

Ich schätze, es sollte zeigen, wie Imke aufgewachsen ist. Oder man wollte ihre ganzen "Ich war dort und dort, Krieg, Kindersoldaten, Drama"-Erzählungen damit untermauern. Nach dem Motto: Mein Leben ist so krass und aufregend, dass ich sogar weiß, wie man Tiere tötet und weiterverarbeitet, weil ich oft wochenlang in der Sahara durch den Sand gekrochen bin...

Veröffentlicht von: @tristesse

Warum stirbt Imke, aber Falke nicht?

Das haben wir auch diskutiert. Meine Vermutung war, dass sie dich irgendwann einfach hat fallenlassen und er sie irgendwie mit rausgeschleift hat, um sein Leben zu retten. Am Alkohol kann es nicht gelegen haben, so viel, wie sie generell getrunken hat.

Veröffentlicht von: @tristesse

Und warum muss immer an Ende der / die Schuldige sterben? Kann nicht einmal einer verhaftet werden und gut ist? Diese Dramatik ins Meer zu gehen... das ist doch ein Tatort und nicht "Sturmhöhe" 🙄

Aber in den letzten Tatorten war das doch eigentlich anders, oder? Ich weiß, dass es mal eine zeitlang echt nervtötend war, wie sich jeder am Ende umbrachte oder fliehen konnte. Scheint mir aber seit längerem mal wieder der Fall zu sein.

Veröffentlicht von: @tristesse

Warum muss ARD sein Logo mehrfach unten einblenden, wenn es rechts oben am Bildschirm die ganze Zeit steht? Denken die, wir hätten vergessen, welchen Sender wir eingeschaltet haben?

Das passiert bei jedem Tatort Punkt 21.00 Uhr - es kommt immer das regionale Logo, glaube ich. Unsere Erklärung ist, dass es ein netter Reminder für alle Rateteams ist 😌 "Bis 21.00 Uhr müsst ihr euren Tipp abgeben, wer der Mörder ist!" Was anderes fiel uns leider auch nicht ein, es ist total sinnlos 😀 Aber tatsächlich haben wir schon überlegt, mal beim Zuschauerservice zu fragen, weil es uns jedes Mal auffällt.

Veröffentlicht von: @tristesse

Werden die Zuschauer für so beschränkt gehalten, dass man bei jeder Kameraeinstellung auf Imke bedrohliche Geigenmusik einblenden, damit auch der Dümmste kapiert, dass es mit ihr nicht gut ausgeht?

Tja, wenn wir davon ausgehen, dass der Zuschauer das sowieso sofort wusste, war es einfach nur passende Musik.

Veröffentlicht von: @tristesse

Als ob heute ein Journalist wegen etwas Schmiergeld und Bevorzugung so steil gegen würde. Deswegen bringt man doch keinen um.

Tja, wenn Falke doch mal sofort zu ihr geeilt wäre, dieser Circe mit scheußlichen Haaren! Dann wäre das alles nicht passiert. Aber so muss Frau halt selber sehen, wie sie das BKA dazu bringt, in ihrem Sinne zu ermitteln... 😌 Übrigens fand ich DAS auch nervig: Die beiden finden die Leiche und schwupps, teilt man ihnen die Ermittlung zu. Warum? Gibt es irgendeinen Grund, warum Bundesbeamte (!) das lösen müssen? Weil die gerade mal da sind und die örtliche Polizei wirklich keine Ahnung hat? Wurde darum erwähnt, dass es seit 20 Jahren keinen Mord mehr dort gab? Damit jeder merkt, dass die Beamten es nicht hinbekommen hätten? Doof, doof, doof.

tinkerbell antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8520
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Am Alkohol kann es nicht gelegen haben, so viel, wie sie generell getrunken hat.

Doch, kann es:

»Den Kältetod sterben kann man schon, wenn man längere Zeit selbst bei zehn Grad plus ungeschützt im Freien liegt.« [...] Wie lange es dauert, bis der Tod eintritt, hänge von vielen Faktoren ab, etwa, ob jemand mit nasser Kleidung in Zugluft liegt oder nicht. Erschwerend könne sich Genuss von Alkohol auswirken. »Er erweitert die Gefäße, die Haut wird besser durchblutet, doch dadurch kühlt das Blut schneller ab und damit sinkt die Körpertemperatur«, erklärt Geiger.

https://www.bo.de/lokales/ortenau/offenburger-arzt-kaeltetod-ist-derzeit-moeglich#

alescha antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

Die meisten Deiner Fragen sind zu schwierig für mich. Aber die hier:

Veröffentlicht von: @tristesse

Werden die Zuschauer für so beschränkt gehalten, dass man bei jeder Kameraeinstellung auf Imke bedrohliche Geigenmusik einblenden, damit auch der Dümmste kapiert, dass es mit ihr nicht gut ausgeht?

geht weit über diesen einen Tatort hinaus. Herrschaftszeiten, wie mich das Musikgedudel, -Getöse, -Geklimper und Geschrammel zwecks Stimmungmachens und didaktischen Fingerzeigens inzwischen nervt! Meine Verschwörungstheorie dazu: der fiese Oberschurke, der im Hintergrund der Filmindustrie und Mediendiktatur die Fäden zieht, gab vor ein paar Jahren die Parole aus:
Emotion!
Da einige seiner Subalternen darauf mit blöde-fragenden Schafsblicken reagierten, erläuterte er es wie folgt: "Emotion zum ersten, Emotion zum zweiten und falls nicht Emotion, dann mehr Emotion! Macht, dass die Konsumenten fühlen, dass ihnen das Gefühl in alle Körperöffnungen sickert und zwar mit so einem Druck, dass es nirgendwo einen Ausgang findet! Flutet sie mit Gefühligkeit, ich will nicht, das sie denken, schon gar nicht skeptisch hinterfragen. Denn das kostet nur Geld. Wer denkt, kauft nicht, wer denkt, will am Ende noch mehr wissen, und wer soll die Recherche und Qualitätssicherung bezahlen? Ich etwa? Da sei der Höchste vor! Nein, drückt auf ihre Emotionsnerven, sobald sich einer hervortraut!
Krimi? Spannungs-Emotionsmusik. Dokumentation über Flüchtlingslager? Mitleids-Emotionsmusik. Journalbeitrag über Geldhäuser? Verdachts-Emotionsmusik. Tierfilm mit Pinguinen? Putzigkeits-Emotionsmusik. Tierfilm mit Löwe, der Gazelle reißt? Action Emotionsmusik. Naturfilm über Wetterentstehung? Sphärengedudel-Emotionsmusik.
Und wenn ihr jemanden nach dem Fußballspiel interviewt, fragt ihn, was er gefühlt hat, als ihm der Gegner reingrätschte oder als er den Elfmeter vermasselte oder als er gemeinsam mit seinen Mitspielern in der Kabine über die Niederlage nachsann. Wenns geht, blendet dann gleich in hymnische Sport-Emotionsmusik über. Die Leute wissen nicht, was sie wollen. Sie wissen nicht, was sie kapieren sollen. Zeigt es ihnen - mit Musik! Wo eine akkustische Leerstelle ist, breitet sich Ratlosigkeit unter ihnen aus. Sie sitzen dann da und wissen nicht weiter. Und schalten womöglich vor der nächsten Werbeeinblendung ab, weil sie nicht verstehen, was man ihnen sonst so vorsetzt.
Stille ist schlecht für den Umsatz! Merkt euch das - und nun ran an die Lautstärkeregler, schiebt sie bis zum Anschlag*!"

*Nur bei den für's Plotverständnis wesentlichen Dialogen solltet ihr runterregeln. Die Leute sollen fühlen - nicht verstehen!

jack-black antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

Hallo,

ich kann Deinem Beitrag eigentlich nicht beipflichten. Klar gibt es Filme, wo Musik extrem manipulativ, falsch oder übertrieben eingesetzt wird. Aber meiner Meinung übertreibst Du und ich kann mit Deinem Sarkasmus nichts anfangen, aber das kennst Du ja schon von mir 😊

Ich finde Musik in Filmen ein fantastisches Stilmittel, wenn sie gekonnt und durchdacht plaziert wird und hab nicht das Gefühl, dass das immer schlimmer wird. Im Gegenteil, da hat sich in den letzten 30 Jahren enorm viel getan. Kann sein, dass man da emotional mitgenommen werden soll, aber das ist oftmals auch das Ziel des Films, da müsste man über so ziemlich alles meckern: Text, Darstellung, Ausdruck, Kamera. Das wird ja alles eingesetzt, um eine gewisse Reaktion bei uns hervorzurufen.

Warum das bei der Musik dann so störend sein soll weiß ich nicht. Filme arbeiten nun mal visuell und akustisch. Sonst könnte man auch ein Buch lesen 😊

Und ich hab kein Problem mit Stille als Stilmittel, aber selbst da wird man ja auch irgendwo emotional beeinflusst. Ich versteh also Deine Entrüstung nicht, aber vielleicht schaue ich auch die falschen Filme.

Gruss Tris

PS: ich hab Dich schon mal drum gebeten, sei doch bitte so lieb und mach ein paar Absätze mehr. Das ist teilweise echt mühsam zu lesen, wenn es Du Deinen Text in eins so runterschreibst 😉

tristesse antworten


andreas
Themenstarter
Beiträge : 1985

31.01. Polizeiruf Frankfurt / Oder "Monstermutter"
Maria Simon gibt in diesem Film ihren Abschied als Olga Lenski.

Seit 2011 war sie dabei, es kommt mir aber - im positiven Sinne - schon länger vor, sie war mir bald sehr vertraut.
Ich mochte die Figur, v.a. dass sie alle unabhängig vom Dienstgrad immer mit "Kollege" ansprach.
Nach dem Wechsel an die Oder bekamen ihre Fälle etwas mehr Tempo, aber auch eine gewisse Daueranspannung, die auf mich zuletzt aufgesetzt wirkte.

Auf jeden Fall will ich sie gern verabschieden. Heute 20:15

andreas-wendt antworten
10 Antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1555

Schade, schade...
Maria Simon ist eine tolle Schauspielerin, allerdings wirkte sie im Polizeiruf öfter so, als würde man sie bremsen...sie blieb ein bisschen hinter ihren Möglichkeiten zurück, finde ich, was aber eher an Drehbuch und Co. lag als an ihr.

Interessanterweise gab's beim Pressescreening wohl nur die ersten 75 Minuten zu sehen, nach dem Weimar-Drama wollte man nicht im Vorfeld verraten, wie Lenski abtritt. Wehe, sie stirbt! Dann gibt es keine Chance mehr, dass sie je wiederkommt. Und darauf spekuliere ich doch immer noch 😌

tinkerbell antworten
Tineli
 Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1380
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Wehe, sie stirbt! Dann gibt es keine Chance mehr, dass sie je wiederkommt.

ES sei denn im Jenseits - wie letztens im Münster-Tatort...

tineli antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559
Veröffentlicht von: @tineli

ES sei denn im Jenseits - wie letztens im Münster-Tatort...

Kann es sein, dass Du Weimar meinst?

tristesse antworten
Tineli
 Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1380

Das war doch Münster, wo der Börne im Jenseits eine verstorbene Kommissarin (hieß die Stern?) wiedergesehen hat.

tineli antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985

Es war Krusenstern.
Und im letzten Weimar-Tatort ist der tote Lessing zunächst als Phantasie von Dorn und später als Geist bei ihr zu Hause aufgetreten.

andreas-wendt antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

Ja, stimmt 😊 Jetzt wo Du es sagst, aber ich dachte eher an Weimar... liegt näher zurück.

tristesse antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 7706
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Maria Simon ist eine tolle Schauspielerin,

Das sehe ich auch so - und finde es ebenfalls sehr schade, dass sie aufhört.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Dann gibt es keine Chance mehr, dass sie je wiederkommt.

Das ist zum Glück nicht ausgeschlossen....es würde mich wirklich sehr freuen.
Ganz herausragend fand ich auch die schauspielerische Leistung von Luzia Oppermann als Louisa.

suzanne62 antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1555

Vorhersehbar

Spoiler

Oder fandet ihr nicht? Wir haben tatsächlich alle von Anfang an richtig getippt, wer wie und wann sterben wird. Also im punkto Spannung war es schon mal nix, zumal der Weg zum Finale auch eher zäh war.

Ansonsten gab es viele Fragen wie:
- Wie lange kann es in Deutschland dauern herauszufinden, ob jemand ein Kind hat?
- Wieso kommt Frau Lenski in die Dienststelle und nimmt sich einfach eine Tasse Tee vom Tisch?
- War der Titel nicht ein bisschen sehr krass?
- Warum wurde wieder jedes Klischee erfüllt?
- Wann wäre Frau Lenskis Meinung nach der richtige Zeitpunkt gewesen, ihren Kollegen von der Kündigung zu erzählen?

Ach, ich bin betrübt. Ich mochte Frankfurt immer gerne, und ich hatte die Hoffnung, dass Maria Simon hier doch nochmal richtig aus den Vollen schöpft, aber das war alles bisschen lahm. Man konnte aber schön ein Trinkspiel daraus machen - immer ein Glas leeren, wenn Louise "Die/du F****" gesagt hat. Hätte die Sache vielleicht interessanter gemacht 😀

tinkerbell antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985

Ja, es gibt so Filme, bei denen man das Unheil kommen sieht und nichts dagegen tun kann, dass es trotzdem kommt. Dieser Sog der Plausibilität zog uns auch hier mit sich.
"Vorhersehbar" klingt mir zu wertend. "Titanic" war auch vorhersehbar, aber gerade dieses "Mann, wenn sie das und das dann hätte aber so und so ...!" machte den Bann aus. Natürlich spielt dieser Fernsehfilm nicht ganz in der Liga, aber wenn es am Ende genauso schlimm kommt wie am Anfang gedacht, macht allein das den Film noch nicht schlecht.
Ist genremäßig halt mehr Drama als Ermittlerkrimi gewesen, und das kann man in dem Format kritisieren.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

War der Titel nicht ein bisschen sehr krass?

Vermutlich wollte man aufgrund zoologischer Kenntnisse das speziesistische Vorurteil der "Rabenmutter" vermeiden. Aber ja, der Titel ließ wenig Raum für die Wahrnehmung der verletzlichen Seite von Lou.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

das war alles bisschen lahm.

Stimmt. Ein schauspielerisches Abschiedsfest war das nicht. Vielleicht weil Maria Simon wirklich keine Lust mehr hatte. Vielleicht auch, weil es zu Olga Lenski nicht gepasst hätte.

Es war trotz der Dramatik irgendwie ein leiser Abschied.
Ich freue mich auf Raczek mit neuem Partner und auf Maria Simon in anderen Rollen.

andreas-wendt antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985

Die Filme mit Olga Lenski haben nie viel Tamtam gehabt, und auch ihr Abschied ist eher ein routiniertes Kriminaldrama.
So wie es zu ihr gepasst hat. Und nicht unähnlich dem Abschied ihrer Vorgängerin vor 10 Jahren.

Wer sie also sonst etwas zu dröge fand, muss es auch jetzt nicht gucken.
Wer die Figur mochte, sieht sie jetzt noch mal.
Ich hab den beiden gerne noch mal zugesehen.

Aber es ist jetzt auch okay so.

andreas-wendt antworten
tristesse
Beiträge : 20559

Heute abend Dresden
An sich finde ich das Team immer noch unsympathisch, aber geschaut wird natürlich trotzdem 😊

tristesse antworten
14 Antworten
HerrNilson
(@herrnilson)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 216

Das Team Sieland/Gorniak war mir sympathischer. Mit Winkler fange ich irgendwie wenig an.
Allerdings reißt Schnabel für mich meist alles raus. Den finde ich so schräg, dass er schon wieder Spaß macht 😀

herrnilson antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1555

Geht mir auch so. Sie sind beide keine Sympathieträger, leider. Irgendwie beide so dauermuffelig, gerade Gorniak finde ich auch darstellerisch immer echt schwach. Da kommt so gar nix rüber, sie spielt das irgendwie runter und fertig. Für mich einer der charakterlosesten Tatort-Ermittler überhaupt. Ich müsste mir mal andere Filme mit der Darstellerin ansehen, ich kenne irgendwie so gar nix von ihr. Vielleicht überzeugt sie da mehr, irgendwer muss sie ja gecastet haben 😀

tinkerbell antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1555

Da hat sich nix geändert...
Immer noch unsympathisch 😀 Ich weiß nicht, ob das Verhalten cool wirken soll, aber schon nach dem Gespräch mit der Obdachlosen auf dem Polizeirevier hatte ich die Nase voll. Der Fall an sich war okay, aber die Lösung war mir zu offensichtlich. Klar, kann nicht immer super spannend sein, aber wenn einem dann keine einzige Hauptfigur sympathisch ist, hat man wenig Grund, bis zum Ende durchzuhalten...

tinkerbell antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985

Habe ihn erst nachträglich in der Mediathek schauen können, und was soll ich sagen?

Da haben wir viel gelernt. Über die schwierige Situation und die Nöte der Mitarbeitenden im Rettunsdienst. Und der Polizei. Und dass die meisten trotz allem motiviert und pflichtbewusst sind. Auch wenn sie an ihre Grenzen kommen. Aber dass es immer einen Ausweg gibt.

Das wurde uns alles erzählt. Also gesagt.
Mann, war das informativ. Geradezu pädagogisch.
Was da alles an richtigen Dingen gesagt wurde.
Andere Filme vertrauen darauf, dass ihre Bilder für sich sprechen, damit man die Probleme versteht. Nicht dieser. Hier wurde alles noch mal ausgesprochen. Da konnte man gut nebenbei Sudokus machen und hat nichts verpasst.
Dabei hätten die Bilder für sich gesprochen. Oder hätten wir nicht verstanden, dass die eine Figur überfordert ist, wenn die andere es nicht gesagt hätte? Also ich schon.

Dresden hat die Tatort-Sparte "Drama mit nebensächlicher Mordermittlung" weiterentwickelt zu "Bildungsfernsehen mit nebensächlicher Mordermittlung".

Ich fand, dass die Darstellerinnen einen guten Job gemacht haben. Dieses leicht Spröde finde ich durchaus sympathisch. Aber wenn dann noch ein sprödes Drehbuch dazukommt, neige ich fast schon zu dem Vernichtendsten, was ich über einen Tatort sagen kann: Dass es langweilig war. Zum Glück konnte ich mich auf die Metaebene hangeln und ein bisschen spotten.

Die Rettungskräfte hätten einen besseren Film verdient.

Vielleicht muss ich ihn noch mal ohne Ton gucken.

andreas-wendt antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

Mir ging es ähnlich wie Dir.

Thematisch fand ich den schon spannend, zumal ich nicht wußte, dass die Rettungskräfte teilweise hart angegangen werden. Ich hab letztes Jahr im Sommer nach einem anaphylaktischen Schock einen Rettungsdienst gerufen und war sehr dankbar für die schnelle Hilfe 😊

Dass man die angreift oder bespuckt kam in meiner Phantasie nicht vorher bisher.

Ich fand auch den Fall nicht schlecht gemacht, aber mir wurde da zuviel und zu offensichtlich am sozialen Gewissen gerüttelt und zu viele Klischees bedient.

Mir gefällt die neue Kollegin wesentlich besser als die alte, aber darstellerisch sind sie nicht Oscar-verdächtig, da würde ich mir einfach etwas mehr Emotionalität wünschen, die sind so passiv. Mir tut der Mommsen immer etwas leid, aber hab ich richtig verstanden, dass der geht? Seine große Ansage ging ja etwas unter 😊

Mein Lieblingscharakter ist nach wie vor der Schnabel. Ich finde den Chef so klasse und wegen ihm schalt ich dann auch gern ein. Der versucht wenigstens ansatzweise etwas zu sächseln.

Bekommt von mir 2,5 von 5 Haschpfeifen und zwei Kabelbinder obendrauf.

tristesse antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1555
Veröffentlicht von: @tristesse

Dass man die angreift oder bespuckt kam in meiner Phantasie nicht vorher bisher.

Ich habe es schon selber miterlebt, das ist echt krass. Eine Bekannte von mir arbeitet als Notärztin, die erzählt auch Sachen...Wahnsinn. Aber es sind natürlich auch sehr viele kaputte Leute (Alkohol, Drogen...), der Durchschnittsrentner mit Schwächeanfall macht das ja nicht.

Veröffentlicht von: @tristesse

Mir gefällt die neue Kollegin wesentlich besser als die alte

Du meinst besser als Alwara Höfels? Interessant. Da hab ich noch gar nicht drüber nachgedacht, ob ich die besser finde... Alwara Höfels ist meiner Ansicht nach ein bisschen wie Til Schweiger - sie spielt immer sehr ähnliche Charaktere, deswegen kommt es mir sehr "einheitsbreiig" vor, ihr Spiel. Und mich irritiert die Narbe immer sehr 😀 Die neue Komissarin...schwierig. Findest du sie sympathisch?

Veröffentlicht von: @tristesse

Mein Lieblingscharakter ist nach wie vor der Schnabel. Ich finde den Chef so klasse und wegen ihm schalt ich dann auch gern ein. Der versucht wenigstens ansatzweise etwas zu sächseln.

Martin Brambach ist ja aus Dresden, der kanns wenigstens 😀 Ich mag die Rolle auch total, er erinnert mich immer frappierend an den Weimarer Chef. Das ist bei beiden schön: Eine Führungsperson mit Dialekt. Normalerweise glänzt der Tatort ja nicht mit sowas, es sind immer Assistenten (Köln, Saarbrücken, Ludwigshafen...) oder Nachbarn, die Dialekt sprechen. Muss es einen wundern, dass es gerade bei den beiden Ost-Tatorten anders ist 😉 ? Ist das eher gut oder eher schlecht 😀 ?

tinkerbell antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Ich mag die Rolle auch total, er erinnert mich immer frappierend an den Weimarer Chef. Das ist bei beiden schön: Eine Führungsperson mit Dialekt. Normalerweise glänzt der Tatort ja nicht mit sowas, es sind immer Assistenten (Köln, Saarbrücken, Ludwigshafen...) oder Nachbarn, die Dialekt sprechen.

Aber beide Chefs waren zumindest am Anfang eher als nicht ganz ernstzunehmende Figuren angelegt gewesen. Das hat sich in Dresden mit der Abkehr vom Stromberg-Paradigma etwas gegeben, und erst dadurch ist Schnabel auch für mich einer der besten Chefs im Tatort geworden.
Ob mit oder ohne Dialekt: Gibt klare Anweisungen, stellt sich aber immer auf die Seite seiner Leute, wird der Fürsorgepflicht gerecht, hat sein Herz am rechten Fleck, auch wenn er kantig bleibt. Solche Chefs gibt es nicht nur im Tatort viel zu wenige.

andreas-wendt antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Ich habe es schon selber miterlebt, das ist echt krass. Eine Bekannte von mir arbeitet als Notärztin, die erzählt auch Sachen...Wahnsinn. Aber es sind natürlich auch sehr viele kaputte Leute (Alkohol, Drogen...), der Durchschnittsrentner mit Schwächeanfall macht das ja nicht.

Da mein Vater lange eine Suppenküche geleitet hat und ich da mitgearbeitet habe, kenne ich das "kaputte" Milieu natürlich auch, wobei die Junkies eigentlich am aggressivsten waren, mit den Alkoholikern kamen wir meist gut zurecht. Und da wurde auch gepöbelt, aber so richtig angegriffen keiner.

Mancher will auch keine Hilfe und stört sich dann an den Rettungskräften, aber gewalttätig zu werden ist dann noch mal was anderes 🙁

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Du meinst besser als Alwara Höfels? Interessant. Da hab ich noch gar nicht drüber nachgedacht, ob ich die besser finde... Alwara Höfels ist meiner Ansicht nach ein bisschen wie Til Schweiger - sie spielt immer sehr ähnliche Charaktere, deswegen kommt es mir sehr "einheitsbreiig" vor, ihr Spiel. Und mich irritiert die Narbe immer sehr

Ich mochte die einfach in der Rolle nicht, sie war sehr unbesonnen, immer schnell zornig und mitunter unlogisch. Ich fand auch die Chemie zwischen Höfels und Hanczewski irgendwie nicht stimmig. So schlimm wie Berlin war es zwar nicht, aber ich finde da passt Gröschel besser hin, weil sie noch mal etwas sanfter daher kommt. Noch mehr Sanftheit und ich schlafe ein 😀

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Die neue Komissarin...schwierig. Findest du sie sympathisch?

Jedenfalls sympathischer als die alte.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

ch mag die Rolle auch total, er erinnert mich immer frappierend an den Weimarer Chef. Das ist bei beiden schön: Eine Führungsperson mit Dialekt.

Ja, da stimmt. Die sind einfach korrekt, fallen ihrem Team nicht in den Rücken und sind auch mal für einen Scherz zu haben. Der ist lustig, aber ohne es zu sehr hervorzuheben, passt gut zu den beiden Mädels.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Muss es einen wundern, dass es gerade bei den beiden Ost-Tatorten anders ist 😉 ? Ist das eher gut oder eher schlecht 😀 ?

Ist vermutlich Zufall, aber ich finde es gut, wenn man wenigstens in Ansätzen die lokale Mundart mitbekommt. Wie in Wien z.B. München bemüht sich auch, dass es wenigstens etwas bayrisch zugeht - aber Bodenseen, Zürich, das fand ich immer fürchterlich.

tristesse antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1555
Veröffentlicht von: @tristesse

So schlimm wie Berlin war es zwar nicht, aber ich finde da passt Gröschel besser hin, weil sie noch mal etwas sanfter daher kommt. Noch mehr Sanftheit und ich schlafe ein 😀

Berlin hat aber wenigstens was. Also da kann man sich über die beiden aufregen, die bieten Reibung. Bei Gröschel ist es, wie du sagst - noch mehr Sanftheit und man pennt weg 😀 Das macht es irgendwie so fade. Und Hanczewski hat eine für mich nervige Sprechweise, da bin ich extrem empfindlich. Aus den gleichen Gründen ist auch Kiel (da ist es die Ermittlerin, Name vergessen) für mich furchtbar anstrengend, und ich kann keine Filme mit Thomas Heinze sehen...

Veröffentlicht von: @tristesse

Ist vermutlich Zufall, aber ich finde es gut, wenn man wenigstens in Ansätzen die lokale Mundart mitbekommt. Wie in Wien z.B. München bemüht sich auch, dass es wenigstens etwas bayrisch zugeht - aber Bodenseen, Zürich, das fand ich immer fürchterlich.

Stimmt, Wien hatte ich ganz vergessen! Da läuft's mit der Mundart großartig (übrigens gibt es mit Adele Neuhauser eine neue Serie, leider Pay-TV bei TV now...ich wette, da ist sie auch wie immer großartig). Und in München ebenfalls, gutes Beispiel. Ich mag es auch, wie Ivos Herkunft da immer mal wieder dezent eine Rolle spielt. Ohne dass es so anstrengend inszeniert ist, wie man es z.B. oft mit den weiblichen Rollen hat, die einen türkischstämmigen Hintergrund haben.

Bodensee habe ich ja total gehasst 😀 Klara Blum ging mir so auf den Keks, echt... Und Zürich war durch die Synchronisation schon ganz schlimm. Die hatten in meinen Augen eine richtig, richtige gute Episode, und das war dann auch ihre letzte (die mit dem Orchester) - alles andere war austauschbar. Wie man da noch am Anfang versucht hat, diese amerikanische Schauspielerin mit einzubauen...ahhh, ich hab ihren Namen schon vergessen 😀 Und ich fand den Namen "Liz Ritschard" immer ganz seltsam. Er wirkte so extrem erfunden.

tinkerbell antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Und Zürich war durch die Synchronisation schon ganz schlimm. Die hatten in meinen Augen eine richtig, richtige gute Episode, und das war dann auch ihre letzte (die mit dem Orchester) - alles andere war austauschbar. Wie man da noch am Anfang versucht hat, diese amerikanische Schauspielerin mit einzubauen...ahhh, ich hab ihren Namen schon vergessen 😀 Und ich fand den Namen "Liz Ritschard" immer ganz seltsam.

Ich glaube, Du meinst Luzern? Zürich hatte ja überhaupt erst eine Folge.

andreas-wendt antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 1555

Stimmt, du hast recht! Erinnere mich nur noch, dass ich das Team unsympathisch fand. Allmählich habe ich den Eindruck, dass es immer was Besonderes sein muss. Es darf keine normalen Ermittler mehr geben. Dabei sind es doch gerade die, denen man besonders gern zuguckt, weil ihr Charakter nicht alles dominiert - siehe München oder Wien. Die sind ja nicht seelenlos oder langweilig, aber eben auch nicht so gezwungen anders und besonders.

tinkerbell antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985

Ich gucke auch Faber, Thiel und Boerne gern zu.

Aber im Großen und Ganzen, ja, ich freue mich "in diesen besonderen Zeiten", wenn ich im Fernsehen möglichst nicht auch noch was Besonderes bekomme. Zumindest nicht in die bedrückende Richtung "besonders".

andreas-wendt antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Ich gucke auch Faber, Thiel und Boerne gern zu.

Münster wird zu beliebig, finde ich. Da holt Weimar inzwischen auf. Obwohl ich den letzten Weimar nicht geguckt hab 😊

Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Aber im Großen und Ganzen, ja, ich freue mich "in diesen besonderen Zeiten", wenn ich im Fernsehen möglichst nicht auch noch was Besonderes bekomme. Zumindest nicht in die bedrückende Richtung "besonders".

Interessanterweise erreichen die Tatorte momentan so gute Einschaltquoten wie noch nie. Muss am Lockdown liegen.

tristesse antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Berlin hat aber wenigstens was. Also da kann man sich über die beiden aufregen, die bieten Reibung.

Wobei es mir bei den Beiden anfangs echt zu viel wurde. So verhält sich kein normaler Kollege beim Einstieg in ein neues Team. Und wer sich so verhält bekommt irgendwann mal einen Spruch von oben. Beide auch extrem selbstzerstörerisch - das war Anfangs ja wie Dortmund 😕 Aber ich mag einfach Waschke und die Becker auch. Und die Fälle taugen in Berlin meist auch.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Und Hanczewski hat eine für mich nervige Sprechweise, da bin ich extrem empfindlich. Aus den gleichen Gründen ist auch Kiel (da ist es die Ermittlerin, Name vergessen) für mich furchtbar anstrengend, und ich kann keine Filme mit Thomas Heinze sehen...

Dieses Genuschel, stimmt. Hast Du schon mal gesagt. Wobei ich Thomas Heinze irgendwie gut finde. Der spielt immer in so dämlichen Filmen mit und wird m.E. unterschätzt. Der sollte mehr Theater machen.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Bodensee habe ich ja total gehasst 😀 Klara Blum ging mir so auf den Keks, echt...

Das einzige was am Bodensee erträglich war, war der Bodensee 😀 Die Blum fand ich immer so in sich sinnend, da bin ich auch regelmäßig weggenickert, das konnte auch Bezzel nicht mehr retten.

Veröffentlicht von: @tinkerbell

Und Zürich war durch die Synchronisation schon ganz schlimm.

Luzern war's 😊 Mein Fehler. Gingen beide nicht und die Fälle fand ich meist auch total bescheuert.

tristesse antworten


andreas
Themenstarter
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14.02. Ludwigshafen "Hetzjagd"
Lena und Johanna ermitteln schon wieder. War da nicht gefühlt gerade erst was?

Wie dem auch sei, wir schauen mal, wie es wird.

andreas-wendt antworten
2 Antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559
Veröffentlicht von: @andreas-wendt

Lena und Johanna ermitteln schon wieder. War da nicht gefühlt gerade erst was?

Ich glaub, manche Regisseure haben sich in Corona Zeiten nicht so getraut und nun müssen wir mit den Teams leben, die gedreht haben. Die Macher von Ludwigshafen waren scheinbar mutig.

Aber man hat sehr deutlich gesehen, wo die Protagonisten Abstände einhalten mussten, ich gewöhne mich langsam an die großen Tische, dass sich keiner mehr berührt und dass man eher in kleinen Gruppen dreht.

Lena und Johanna ermitteln im Rechtsradikalenmilieu. Mal wieder wurde lang und breit erklärt warum es Faschismus immer noch in Deutschland gibt und wer wie wo was da mitmachen. Da wurde natürlich am sozialen Gewissen gerüttelt.

Der Fall war nicht wirklich spektakulär und relativ vorhersehbar. Die Geschichte zwischen den Mädchen war absurd und unglaubwürdig, das lag jenseits aller Realität, aber sie haben gut gespielt. Das Team Odenthal / Stern arbeitet sehr harmonisch und effektiv zusammen, das fand ich richtig gut.

Alles in allem nicht wirklich der beste Tatort des Jahres, aber auch nicht langweilig und man kann den gucken.

tristesse antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985
Veröffentlicht von: @tristesse

Der Fall war nicht wirklich spektakulär und relativ vorhersehbar. Die Geschichte zwischen den Mädchen war absurd und unglaubwürdig, das lag jenseits aller Realität, aber sie haben gut gespielt. Das Team Odenthal / Stern arbeitet sehr harmonisch und effektiv zusammen, das fand ich richtig gut.

Da bin ich, was die Auflösung angeht, auch bei Dir. Das war sehr sehr früh klar.
Ob die Geschichte der Freundinnen unrealistisch war, kann ich nicht sicher sagen, aber auch wenn ich sie schon vorherahnte, fand ich, dass sie erzählerisch der beste Einfall dieses Films war.

Unrealistisch fand ich noch drölfzig andere Dinge, die Polizeiarbeit betreffend. Aber da bin ich tolerant, wenn es der Erzählung dient. Vielleicht bin ich auch resigniert.

Veröffentlicht von: @tristesse

Ich glaub, manche Regisseure haben sich in Corona Zeiten nicht so getraut und nun müssen wir mit den Teams leben, die gedreht haben. Die Macher von Ludwigshafen waren scheinbar mutig.

Aber man hat sehr deutlich gesehen, wo die Protagonisten Abstände einhalten mussten, ich gewöhne mich langsam an die großen Tische, dass sich keiner mehr berührt und dass man eher in kleinen Gruppen dreht.

Jep, das fiel mir auch auf. Auch, dass im zweiten Tatort in Folge Menschen ihre Erkältung zum Thema machen. Als ob ich mit grippalem Infekt einen nahen Angehörigen, der gerade wen verloren hat, nicht umarmen würde.
Dass dann mehrfach statt Umarmung "erstmal 'n Kaffee" gekocht wurde, fand ich plausibel gelöst. So erlebe ich es auch im Leben oft.
So sind diese Tatorte vor allem Zeitdokumente. Das ist vielleicht noch das Sehenswerteste an ihnen.

Ja, man kann ihn gucken.

andreas-wendt antworten
Seite 5 / 9
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