Tatort / Polizeiruf 110 Saison 2020/21
Willkommen Freunde, Fans, Kritiker, Abhängige des Sonntagskrimis im Ersten.
Am Sonntag beginnt die neue Saison. Wenn wir wollen, können wir uns hier über die aktuellen Episoden austauschen.
Aus den letzten Jahren haben sich folgende Regeln für den Austausch bewährt:
Der Thread sollte die ganze Saison umfassen, aber dabei nicht zu unübersichtlich werden. Darum beschränkt er sich auf die Sendungen "Tatort" und "Polizeiruf 110". Sollte es ein interessantes Spin-Off geben (wie damals "Schmimanski"), klar, kein Problem. Aber jedes andere wertvolle Stück aus der Krimilandschaft würde den Rahmen sprengen. Faustregel: Lief es am Sonntagabend im Ersten?
Für die Erstausstrahlungen versuchen wir, jede anzulegen. Bei interessanten Wiederholungen alter Folgen fühlen wir uns frei, aus sie hinzuweisen oder nicht. (Meist taten wir's nicht, aber das war keine feste Regel).
Manche von uns sehen den Film sofort im Fernsehen, andere später in der Mediathek. Manche auch nur, wenn sie hier lesen, ob er sehenswert ist. Für all die ist es wichtig: Wenn wir relevante Filminhalte posten, setzen wir bitte in den Betreff das Wort "Spoiler".
Manchmal sind wir unterschiedlicher Meinung, wie relevant ein Inhalt ist. Wenn wir nicht sicher sind, wie andere das empfinden: Lieber einmal zu oft "Spoiler" schreiben.
Dieses Jahr gibt es zusätzlich eine ganz neue Regel: Ihr müsst mir Trissi ersetzen! 😢 Wird sie wiederkommen und wenn ja, wann? Das kann im Moment niemand spoilern. Aber wenn ich mal wieder an einem Film, der wirklich nicht doll war, irgendwas Gutes finden will, haltet dagegen! Oder andersrum. Sonst wird es hier langweilig.
Wenn Ihr Fragen und Vorschläge habt, her damit!
Ich freue mich auf die Saison mit Euch.
Gruß von
Andreas
Heute abend Dortmund - SPOILER
Faber ist verliebt, wer hätte da gedacht 😀
Ich dachte am Anfang "Warum ist der denn so nett, was ist mit dem passiert?".
Dass das Objekt seiner Begierde mit einem anderen rumschmust, tat mir am Ende schon leid, aber es passt einfach zu seiner Rolle. Aber ich hab den zu "Sunshine Reggae" schunkelnden Kommissar die Folge über genossen.
Die neue Kollegin kommt etwas forsch daher, macht aber gegen Ende alles richtig. Mich hat es persönlich gefreut, dass man auch mal Komissare sieht, die nicht nur Größe 38 tragen und etwas aus dem Raster fallen. Pawlak verlierte langsam die Kontrolle über sein Familienleben, das ist tragisch aber mir war der irgendwie auch zu glatt, das finde ich gar nicht mal sooo schlecht.
Ein Jahr nach den Anschlägen von Harnau fand ich die Thematik nicht unaktuell. Ein paar Kleinigkeiten waren lästig, wie z.B., dass die Neonazis im deutschen Fernsehen immer aussehen wie der typische Fähnleinführer der FDJ in der Wochenschau von 1943, damit auch der dümmste Zuschauer erkennt, dass hier ein Rechter mitspielt.
Die Einblendungen aus den sozialen Medien fand ich gut gemacht, war ein spannendes Stilmittel und spiegelt die Realität sehr gut wieder.
Im Endeffekt war es dann doch der verschmähte Liebhaber, aber das war nicht so einfach vorherzusehen und so hab ich mich 90 Minuten sehr unterhalten gefühlt.
Scheint so, dass das Katastrophenteam Dortmund, bestehend aus lauter anstrengenden Einzelkämpfern zu einem Team wird.
Bekommt von mir 4 von 5 80er Jahre Audiokassetten mit etwas Rumtralala obendrauf und eine Tasse ehrlichen, syrischen Tees.
21.02. Dortmund "Heile Welt" - ohne Spoiler
Der gefiel mir.
Okay, zu Beginn gab es eine zusammenhanglose dramatische Szene, die den geübten Gucker schon vermuten ließ, dass es gleich heißen würde "48 Stunden früher" - und so war es auch, und ich mag das nicht sehr. Aber dann ging es ruhig und anständig los und steigerte sich sehr plausibel.
Rosa Herzog ist eine angenehme Ergänzung des Teams. Die Darstellerin ist mir in andern Filmen nie aufgefallen, aber - um gleich das aufzugreifen, wofür keine was kann, aber was uns am häufigsten auffiel - ihre Stimme ist sehr gut hörbar. Die Rollenfigur ist loyal und sachlich, aber nicht unkritisch, und sie war in dieser Folge die einzige, deren Privatleben keine Rolle spielte. Alles sehr angenehm. Fast könnte man meinen, sie wurde als Anti-Dalay konzipiert und ist all das, was uns an Dalay nervte, nicht.
Als Gegenpol muss es dafür dann bei Bönisch ein bisschen mehr Drama geben. Na gut.
Die Thematik war aktuell, sie wurde bedrückend dargestellt, ohne uns zu erdrücken.
Besonders an diesem Tatort ist außerdem, dass er der erste ist, in dem Corona nicht nur bei den Dreharbeiten eine Rolle spielt, sondern auch im Film selbst. Corona wird erwähnt, um die Situation einer Person zu erklären, und es werden Masken getragen.
Klar, ein paar Klischees waren sehr holzschnittartig: Linke und Rechte werden fast durchgehend so gezeigt, dass jeder weiß, dass sie gemeint sind. (Aber ich glaube, Du meintest nicht FDJ, sondern HJ, nicht wahr?).
Und als einer, der in einer Hochhaussiedlung groß wurde, irritiert mich seit Jahren, dass sich offenbar niemand vorstellen kann, dass da genau solche Leute wohnen können wie in Reihen- oder Einzelhäusern, mit guter Nachbarschaft und Mittelschichtsberufen. Aber da bin ich inzwischen zu abgehärtet, um mich darüber wirklich zu ärgern.
Bin bei Deiner Bewertung und kann ihn gut weiterempfehlen.
Spoiler
Wir sind uns mal einig, wie kommt's? 😊
Veröffentlicht von: @andreas-wendtRosa Herzog ist eine angenehme Ergänzung des Teams. Die Darstellerin ist mir in andern Filmen nie aufgefallen, aber - um gleich das aufzugreifen, wofür keine was kann, aber was uns am häufigsten auffiel - ihre Stimme ist sehr gut hörbar.
Am Anfang kam sie etwas unsympathisch und herrisch rüber, aber im Laufe des Films hab ich sie auch etwas lieb gewonnen 😊
Veröffentlicht von: @andreas-wendtund sie war in dieser Folge die einzige, deren Privatleben keine Rolle spielte. Alles sehr angenehm. Fast könnte man meinen, sie wurde als Anti-Dalay konzipiert und ist all das, was uns an Dalay nervte, nicht.
Was nervte uns nicht an Dalay? 😀
Fabers Privatleben war jetzt auch nicht so Thema, außer dass er sich halt einen Manta gekauft und in die Kollegin verliebt hat. Ich fand das noch alles im Rahmen, da sind andere Teams wie Weimar oder Berlin schlimmer *überleg*.
Veröffentlicht von: @andreas-wendtAls Gegenpol muss es dafür dann bei Bönisch ein bisschen mehr Drama geben. Na gut.
Ich glaub aber schon, dass so eine Stigmatisierung sehr schnell geht, gerade in dem Milieu und die sozialen Netzwerke werden immer schlimmer. Ich fand ihren Auftritt auf der Demo auch ein bisserl dicke, aber die Frage ist halt, was sie hätte sonst machen sollen, um das Image loszuwerden.
Veröffentlicht von: @andreas-wendtBesonders an diesem Tatort ist außerdem, dass er der erste ist, in dem Corona nicht nur bei den Dreharbeiten eine Rolle spielt, sondern auch im Film selbst. Corona wird erwähnt, um die Situation einer Person zu erklären, und es werden Masken getragen.
Wobei ich finde, dass die Masken nur von allen anderen als den Hauptdarstellern getragen wurden - außer auf der Demo. Aber bei den ganzen Befragungen, im Präsidium, im Wagen... da hatte keiner eine Maske auf und das fand ich irgendwie inkonsequent.
Was ich nicht verstanden habe ist wieso jemand seine Wohnung verliert, aber noch die Miete für den Laden zahlen kann. Würde man das nicht eher umgekehrt machen? Laden aufgeben und Wohnung behalten?
Veröffentlicht von: @andreas-wendtlar, ein paar Klischees waren sehr holzschnittartig: Linke und Rechte werden fast durchgehend so gezeigt, dass jeder weiß, dass sie gemeint sind. (Aber ich glaube, Du meintest nicht FDJ, sondern HJ, nicht wahr?).
Natürlich meinte ich HJ, danke für die Korrektur 😊
Der deutsche Nazi hat entweder einen rasierten Schädel und trägt Springerstiefel oder er hat ne glattgebügelte blonde Frisur. So stellt man sich einen "Arier" vor, wie im Stürmer abgemalt 🙄
Veröffentlicht von: @andreas-wendtUnd als einer, der in einer Hochhaussiedlung groß wurde, irritiert mich seit Jahren, dass sich offenbar niemand vorstellen kann, dass da genau solche Leute wohnen können wie in Reihen- oder Einzelhäusern, mit guter Nachbarschaft und Mittelschichtsberufen. Aber da bin ich inzwischen zu abgehärtet, um mich darüber wirklich zu ärgern.
Kommt auf das Viertel an, wo man wohnt. Es gibt Hochhaussiedlungen in guten Vierteln, wo sich die Mittelschicht trifft, aber wenn man in die Außenbezirke geht, dann hat man schon häufig die dargestellte Hochauskultur. Das sehe ich hier in der Stadt auch.
Veröffentlicht von: @tristesseWas nervte uns nicht an Dalay? 😀
In einem Forum, das nur aus hetero-Männern bestünde, würden wir uns evtl. auf ein zwei Dinge verständigen können, die uns an ihr nicht nerven. Aber das ist jetzt mehr Tezel als Dalay. Und nicht das, wofür ich einen Krimi einschalte.
Veröffentlicht von: @tristesseWas ich nicht verstanden habe ist wieso jemand seine Wohnung verliert, aber noch die Miete für den Laden zahlen kann. Würde man das nicht eher umgekehrt machen? Laden aufgeben und Wohnung behalten?
Ich hatte es so verstanden, dass der Laden halt leersteht und er immer noch den Schlüssel hat und halt dort haust, aber ohne Miete zu bezahlen.
Veröffentlicht von: @tristesseKommt auf das Viertel an, wo man wohnt. Es gibt Hochhaussiedlungen in guten Vierteln,
Mein Viertel galt als sozialer Brennpunkt. Wir haben hauptsächlich deswegen den Zeitungsmeldungen nicht widersprochen, weil es die Mieten niedrig hielt. Hoher Migrationsanteil, viele Sprachen, Selbstbezeichnung "Ghetto", und wenn da mal ein Krimi gedreht wurde, dann meist mit dem Flair wie gestern. Mein Vater war Beamter im Gehobenen Dienst, alle Nachbarn kannten sich, einer hat immer mein Fahrrad repariert, und wem es wirtschaftlich wie ging, war egal. Mich stört an solchen Darstellungen weniger, dass von Kriminalität oder Armut berichtet wird, sondern diese Eigenbrötler-Mentalität ("Hier kümmert sich jeder um sich, über die Nachbarn weiß ich nichts"). Als ob es da keine Kinder gäbe, die zusammen zur KiTa und Schule gehen und sich hinterher zum Spielen verabreden, worüber sich auch Eltern kennenlernen und anfreunden. Das ist doch alles milieu-unabhängig.
Sorry, ich weiß, off-topic, aber da bin ich immer etwas übersensibel.
Veröffentlicht von: @tristesseDer deutsche Nazi hat entweder einen rasierten Schädel und trägt Springerstiefel oder er hat ne glattgebügelte blonde Frisur. So stellt man sich einen "Arier" vor, wie im Stürmer abgemalt 🙄
Die Streifenbeamtin, die sich an Bönisch ranwanzte mit "Sie sind nicht allein" fand ich eine spannende Ausnahme. Zuerst war nicht klar, ob sie übermisstrauisch ist, und als sie sprach, ahnte ich schon, was es wird, aber das durchbrach ein wenig die sonst sehr konventionelle Darstellung. Auch ihr Pseudoverständnis für junge Migranten ("Junge Männer voller Testosteron, was sollen die machen?") war gut geschrieben und gespielt. Es war halt nicht der böse dumme oder der böse verschlagene Nazi, sondern eine, bei der der Weg in diese Richtung auf einmal plausibel erschien. Auch eine gute Entscheidung, diesen Text nicht einen polternden Mann sagen zu lassen, sondern diese Person. Der Rest war halt wie aus dem Abziehbildalbum für Nazi und Antifa.
Veröffentlicht von: @andreas-wendtAber das ist jetzt mehr Tezel als Dalay. Und nicht das, wofür ich einen Krimi einschalte
Das Problem ist ja, dass sie nicht nur 2 Gründe zum einschalten vor sich herträgt, sondern auch noch den Mund aufmacht 😀
Veröffentlicht von: @andreas-wendtIch hatte es so verstanden, dass der Laden halt leersteht und er immer noch den Schlüssel hat und halt dort haust, aber ohne Miete zu bezahlen.
Ah okay, das hab ich nicht mitbekommen. Darum sagte er ja auch zu Faber, dass es nicht legal ist, was er macht.
Veröffentlicht von: @andreas-wendtWir haben hauptsächlich deswegen den Zeitungsmeldungen nicht widersprochen, weil es die Mieten niedrig hielt. Hoher Migrationsanteil, viele Sprachen, Selbstbezeichnung "Ghetto", und wenn da mal ein Krimi gedreht wurde, dann meist mit dem Flair wie gestern.
Die Frage ist, wie lange ist das her und ist das heute immer noch so?
Wenn ich mir so die heutige Verteilung der Anwohner anschaue, scheint es sozial doch etwas heruntergekommen zu sein. War das in Deiner Kindheit genauso?
Veröffentlicht von: @andreas-wendt. Mein Vater war Beamter im Gehobenen Dienst, alle Nachbarn kannten sich, einer hat immer mein Fahrrad repariert, und wem es wirtschaftlich wie ging, war egal.
Das ist bestimmt ne Weile her. Ich glaube nicht, dass heute noch viele Beamte im gehobenen Dienst in diesen sozialen Brennpunkten gibt. Ich hab in meiner ersten Wohnung in einem Haus der BGW gewohnt, 8 Mietparteien, sozial nicht heruntergekommen, aber es reihte sich schon Wohnblock an Wohnblock und ich kannte einen einzigen meiner Nachbarn mit Namen. Das war vor 30 Jahren in der Wohnsiedlung meiner Eltern auch noch anders.
Veröffentlicht von: @andreas-wendtDas ist doch alles milieu-unabhängig.
Sorry, ich weiß, off-topic, aber da bin ich immer etwas übersensibel.
Ich würde da an Deiner Stelle einfach mal überlegen, ob Du nicht in der Vergangenheit lebst, was das Thema anbelangt.
Veröffentlicht von: @andreas-wendtDie Streifenbeamtin, die sich an Bönisch ranwanzte mit "Sie sind nicht allein" fand ich eine spannende Ausnahme. Zuerst war nicht klar, ob sie übermisstrauisch ist, und als sie sprach, ahnte ich schon, was es wird,
Ich wusste auch gleich, was kommt und fand es gut gemacht. Schade, dass man das nicht an anderer Stelle auch so durchgezogen hat.
Veröffentlicht von: @tristesseDas Problem ist ja, dass sie nicht nur 2 Gründe zum einschalten vor sich herträgt
Das ist jetzt Deine Interpretation. Ich fand auch ihr Gesicht ganz schön. Aber ich kenne sie hauptsächlich in der Rolle und müsste sie noch mal in anderen Rollen sehen, um zu differenzieren, ob ich einfach die Stimme gewöhnungsbedürftig finde oder es die Figur war, die sie spielte, die ja auch textlich meistens rumgequakt hat.
Veröffentlicht von: @tristesseDas ist bestimmt ne Weile her. Ich glaube nicht, dass heute noch viele Beamte im gehobenen Dienst in diesen sozialen Brennpunkten gibt.
Inzwischen wurden immer mehr der Wohnungen dort von Sozial- in Eigentumswohnungen umgewandelt, auch um der sozialen "Ghettoisierung" entgegenzuwirken. Zu unserer Zeit war eher das Wort "Fehlbelegungszulage" das Schreckgespenst, die Menschen wie wir hätten zahlen müssen, die eigentlich keinen Anspruch auf eine Sozialwohnung gehabt hätten. Aber mit jeder Negativschlagzeile war diese Idee erstmal wieder vom Tisch. Darum freuten wir uns auch ein bisschen über den schlechten Ruf.
Veröffentlicht von: @tristesseIch würde da an Deiner Stelle einfach mal überlegen, ob Du nicht in der Vergangenheit lebst, was das Thema anbelangt.
Ach ja, Danke für den Tipp. Ich genieße es heute sehr, in einem Einzelhaus mit großem Garten auf dem Land zu leben.
Aber vielleicht ist es genau das: Die Klischeedarstellung eines Dorfpastors kann ich entspannt weglächeln, weil sie nur mich selbst betrifft. Geht es um andere, die ich kenne und die zu meinem Leben gehören (ob evangelikale Christen oder Sozialwohnungsbewohner - oder beides), triggert es mich mehr, wenn sie unfair dargestellt werden.
Dass es im sog. sozial schwachen Milieu keine gute Nachbarschaft gäbe, dürfte schon immer Quatsch gewesen sein. Das mit der schlechten im Villenvorort kriegen die Krimis schon ganz gut hin, aber andersrum ist da noch Nachholbedarf.
Ich würde gern mal einen Tatort sehen, wo auf dem Innenhof einer Sozialwohnungssiedlung ein Hoffest stattfindet, auf dem Kinder verschiedenster Herkunft zusammen Spiele machen und die Erwachsenen zusammen grillen. Sowas gab es damals und gibt es heute auch. Heute wäre es vermutlich noch eher Halal als damals, aber das tut ja der Gemeinschaft keinen Abbruch. Ermordet werden kann dann ja trotzdem noch jemand. Schließlich wollen wir ja einen Tatort sehen.
Kam bei uns nicht so an. [mit Spoiler]
Wir fanden ihn alle sehr langatmig, irgendwie zündete er nicht. Wirklich gespannt war am Ende keiner mehr, es zog sich eben so dahin.
Veröffentlicht von: @andreas-wendtDie Rollenfigur ist loyal und sachlich,
Interessanterweise habe ich das ganz anders wahrgenommen. Ihre Loyalität kam ja erst am Ende, als Böhnischs Unschuld in der Video-Sache dann komplett bewiesen war. Oder irre ich mich da? Ich fand sie vorher mitnichten so loyal. Irgendwie fand ich ihren Einstieg auch total seltsam. Mal wird geduzt, mal wird gesiezt, es erschließt sich nicht, wer sie überhaupt schon kennt, teilweise wird es ja recht vertraulich vom Ton her...fand ich komisch. Ich könnte nicht sagen, dass sie mir unsympathisch ist, und dass sie mal optisch nicht dem gängigen Ideal aller weiblichen Tatort-Kommissare entspricht, ist erfrischend. Aber irgendwie ist ihre Figur für mich nicht stimmig, widerspricht sich selbst.
Veröffentlicht von: @tinkerbellIhre Loyalität kam ja erst am Ende, als Böhnischs Unschuld in der Video-Sache dann komplett bewiesen war.
Ja, es wäre sicher professioneller gewesen, gleich direkt bei Bönisch zu fragen, was es mit dem Video auf sich hat. Aber ich habe das eher als Unsicherheit verbucht und nicht als mangelnde Loyalität.
Veröffentlicht von: @tinkerbellIrgendwie fand ich ihren Einstieg auch total seltsam. Mal wird geduzt, mal wird gesiezt, es erschließt sich nicht, wer sie überhaupt schon kennt, teilweise wird es ja recht vertraulich vom Ton her...fand ich komisch.
Ich hatte ein bisschen befürchtet, dass sie erst im Team vorgestellt wird und es die üblichen Dortmund-Konflikte gibt und Faber sich auch noch über den Namen "Rosa Herzog" lustig macht ("Ist die aus'm Pilcher-Film ausgebrochen?" oder so). Stattdessen ist sie einfach da. Man kennt sich und geht an die Arbeit.
Das Duzen und Siezen fiel mir auch auf. Es passte insgesamt dazu, dass die Beziehung zwischen Herzog und Bönisch nicht geklärt ist. Bis dahin, dass keine von beiden sich traut, das mit der Anrede klären zu wollen.
Und wenn ich es recht betrachte, gab es eine ganze Menge ungeklärter Beziehungen in diesem Film.
Aber gut, all das kann Euren Eindruck nicht wirklich beheben.
28.02. Zürich "Schoggiläbe"
Zumindest im Titel scheint man Originalschweizerdeutsch zu bekommen.
Mitten in der Fastenzeit präsentiert uns die ARD einen Tatort, der wohl irgendwie mit Schokolade zu tun hat. Kann natürlich sein, dass einem danach das Fasten leichter fällt. Warten wir's ab.
Das Team ist gut. Ich mag diese beiden spröden Kommissarinnen, die sich gegen Ende dann doch wieder etwas zusammengerauft haben.
Ich mochte den Fall, er war durchdacht, mit ein paar Wendungen und am Ende kam die Aufslösung ziemlich überraschend.
Allerdings hilft das alles nichts, wenn der Start zäh, die Unterbrechungen völlig bescheuert (wieso sprechen die Darsteller in die Kamera und rütteln am sozialen Gewissen, wozu???), die Handlung schwer nachvollziehbar ist und das Tempo erst ab 21.15 Uhr kommt?! Ich hab erst nach einer Stunde verstanden, was da passiert.
Dann diese tristen Grautöne, die schwere Musik... das war alles zäh und mühsam.
Fürs nächste mal: das Team ist okay, aber an der Umsetzung darf noch nachgebessert werden.
Unfassbar bemüht... (mit Spoiler)
Es zog sich endlos und ab dem Moment, wo "Ott", die scheinbar keinen Vornamen hat, in der Schokoladenfabrik mal ihre Zunge in den Schokobrunnen hielt, war zumindest bei den weiblichen Zuschauern unserer Tatort-Gruppe alles vorbei 😀 Also das war sowas von eklig, echt...
Ansonsten stellten sich mal wieder Fragen über Fragen:
- Hatten wir nicht erst von ihren homosexuellen Kindern enttäuschte Firmenbosse in Saarbrücken und schusswaffengehemmte Ermittlerinnen in Dresden?
- Wenn sich ein Multimillionär umbringen lassen will, hat er keine Chance, seinem Vollstrecker eine funktionierende Waffe zu besorgen? Das muss der dann selber über zig Ecken machen?
- Was soll die vierte Wand? Man vermutet, dass sie ein weiterer Versuch ist, endlich irgendwie zu verdeutlichen, welch krasse Milieu-Unterschiede die Kommissarinnen trennen, aber das hilft auch nichts. Es bleibt anstrengend, wie permanent "Otts" ach so privilegiertes Leben eine Rolle spielt. Das war in der ersten Folge schon so. Wir haben es alle kapiert, ihre Eltern sind uuuuunfassbar reich, und es ist absolut krass, wie sie es geschafft, aus dem goldenen Käfig auszubrechen. Alles super dramatisch, aber offenbar ist Mutti noch gut genug dafür, schnell ihre Kontakte spielen zu lesen. Scheint dann also doch kein Donald-Duck-Trauma zu sein, sondern einfach nur eine peinliche Inszenierung von "Ja, ich bin reich geboren, verurteilt mich nicht!" Es interessiert doch schlicht nicht. Mach einfach deinen Job. Das ist in der Tat das, was mich bei dem Team am meisten aufregt: Der erzwungene Milieu-Clash, der so unsichtbar ist, dass man ihn permanent betonen muss. Anstrengend.
- Was uns zu der Frage führt: Wieso weiß "Ott" als jahrelange direkte Nachbarin so wenig über die Familie? Warum erkennt Claire sie nicht (es kann nicht am unscheinbaren Äußeren liegen, denn Tessa Ott hat nun wahrlich kein Gesicht, was man schnell vergisst), obwohl sie offenbar ziemlich gleichaltrig sind?
- War der Twist mit "Ich bin deine Mutter, Claire!"-Darth-Vader wirklich notwendig? Außer, um die Oma/Mutter am Ende schön dramatisch röchelnd abtreten zu lassen, wofür Claire natürlich nie bestraft werden wird? Nächster Logikfehler droht: Damit die Erbfolge wirklich so läuft, wie Oma es androhte, müsste sie erstmal als leibliche Mutter anerkannt worden sein - juristisch ist das immer zuerst die Mutter, die das Kind ausgetragen hat. Man vermutet stark, dass Claire und ihr Vater das vielleicht doch mal mitbekommen hätten...
- Wieso zieht Grandjean die Ansage zur internen Ermittlung plötzlich zurück? Offenbar hat Ott ja ein Problem, was sich natürlich wie durch Zauberhand am Ende erledigt, aber kein Vorgesetzter der Welt würde das so einfach durchgehen lassen. Es bringt den anderen unfassbar in Gefahr. Wenn schon nicht interne Ermittlung, dann doch wenigstens mal ein Trip zum Polizeipsychologen.
- War die Spielerei mit Grandjeans angeblichen Abgang notwendig? Es war klar, dass das kein Zuschauer ernstnimmt, in Folge 2 wird wohl kaum das Team aueinanderbrechen...
Na, ihr seht, ich hab mal wieder viel zu meckern 😀 Liegt auch daran, dass ich das Team ungefähr so sympathisch finde wie Dresden. Die eine nervt mit ihrem Gejammer über ihre reiche Familie, die andere guckt immer waidwund-vom-Leben-enttäuscht. Vielleicht wird es ja noch besser, wenn die sich jetzt mal endlich gefunden haben und sich mehr auf den Job als auf ihre Befindlichkeiten konzentrieren.
Tessa Ott.
Ansonsten legst Du Deinen Finger in die Wunden, dass es eine Freude ist und ich hoffe, Du hast auch ein bisschen Freude daran gehabt.
Veröffentlicht von: @tinkerbelljuristisch ist das immer zuerst die Mutter, die das Kind ausgetragen hat.
Ist das in der Schweiz auch so?
Ich fand ihn trotz all dieser Sachen nicht völlig schlecht. Die Schweizer Krimis haben eine andere Atmosphäre als die deutschen. Durch die Synchro wirkt es allerdings gedämpft. Dieses Spröde, fast Träge, wirkten allerdings einige eigentlich sehr konstruierte Wendungen ganz plausibel.
Aber sagt, habe ich es richtig gesehen, dass Isabelles Partner derselbe Mann ist, der in der Disco mit Tessa diese unnötige Szene hatte?
Und wie finde ich das, wenn es so sein sollte?
Veröffentlicht von: @tinkerbellLiegt auch daran, dass ich das Team ungefähr so sympathisch finde wie Dresden.
Interessante Parallele. Könnte es damit zu tun haben, dass die Macher:innen noch nicht genau wissen, wie sie reine Frauenteams darstellen wollen?
Veröffentlicht von: @andreas-wendtIst das in der Schweiz auch so?
Ein guter Punkt, aber soweit ich weiß, war die Eizellspende in der Schweiz immer verboten und viele Schweizerinnen reisten in andere Länder, wo es erlaubt ist. Das ist meines Wissens immer noch so (auch wenn es Bestrebungen gibt, das zu ändern). Für unseren Fall hieße das, dass die Oma/Mutter sich in einem anderen Land hat künstlich befruchten lassen müssen und dann höchstwahrscheinlich ihr Kind ganz normal in der Schweiz bekommen hat (man will sich nicht ausmalen, wie alt sie da bereits war, denn gefühlt kratzte sie ja eher an der 90 als an der 70).
Veröffentlicht von: @andreas-wendtAber sagt, habe ich es richtig gesehen, dass Isabelles Partner derselbe Mann ist, der in der Disco mit Tessa diese unnötige Szene hatte?
Und wie finde ich das, wenn es so sein sollte?Echt? Vielleicht habe ich da gerade in die Chipstüte geguckt, also das ist mir nicht aufgefallen 😀 Aber hätte sie dann nicht irgendwie komisch reagiert, als sie die beiden am Ende innigst vorfand?
Veröffentlicht von: @andreas-wendtInteressante Parallele. Könnte es damit zu tun haben, dass die Macher:innen noch nicht genau wissen, wie sie reine Frauenteams darstellen wollen?
Ich glaube, es ist generell zu bemüht bei der Thematik. Wenn ich mir die Männer-Teams anschaue (München an erster Stelle, aber auch Köln, Stuttgart oder Münster), ist das alles lockerer. Man versucht nicht so angestrengt, den Ermittlern besondere Hintergründe zu geben. Sie ermitteln, und währenddessen lernt man eben die eine oder andere Seite an ihnen kennen, hört von ihrem Familienleben, ab und an wird es mal privater. Aber der Fall steht fast immer im Mittelpunkt. Bei den rein weiblichen Teams - Dresden, Zürich, Ludwigshafen - weist man immer betont auf die Ermittlerfigur hin, so mein Eindruck, und dadurch wird es unnatürlich. Auch scheint es so, als versuche man, wirklich jede denkbare Lebensgeschichte irgendwie zu verwursten.
Vielleicht lässt es sich am besten so zusammenfassen: Männer-Teams und gemischte Teams dürfen meistens normale Durchschnittskommissare haben, Frauen-Teams müssen hervorstechen.
Ludwigshafen ist für mich nach Koppers Ausstieg deutlich schlechter geworden, weil Stern einen krampfhaften Gegenpol zu Frau Odenthal bilden muss - alternde Rockerbraut vs. junge, hippe Mutti, die peinliche Sachen sagt. In Dresden ist es desillusionierte, mürrische Alleinerziehende vs. Küken, was Vater und Chef beweisen will, dass Vitamin B nicht alles ist. In Zürich haben wir die stylishe Grüblerin aus einem kalten Gebirgsörtchen, die an der schicken Großstadt verzweifelt vs. die reich geborene Möchtegern-Rebellin, die sich auch mit Mitte 30 nur über ihre Herkunft definiert (und natürlich nicht die ebenfalls weibliche Staatsanwältin zu vergessen, die nicht nur sehr viele Kohle hat, sondern auch ein soziales Gewissen und zahlreiche Tricks auf Lager).
Ich finde das echt schade, dass mir die rein weiblichen Teams allesamt so wenig gefallen. Bei längerem Überlegen fällt mir auf, dass generell viele der weiblichen Ermittler eher bisschen trübe unterwegs sind. Woran liegt's?
Ach, das war jetzt ein langer Abriss, aber ich bin gespannt, wie ihr das so seht 😀
Veröffentlicht von: @tinkerbellIch glaube, es ist generell zu bemüht bei der Thematik. Wenn ich mir die Männer-Teams anschaue (München an erster Stelle, aber auch Köln, Stuttgart oder Münster), ist das alles lockerer. Man versucht nicht so angestrengt, den Ermittlern besondere Hintergründe zu geben.
Ich erinnere mich noch, als Dagmar Berghoff und später Jan Hofer neue Tagesschau-Sprechende waren. Bei ihr lobte man, wie kühl und sachlich sie es vorträgt, bei ihm, dass er auch mal Gefühl zeigt.
Man muss kein Gender-Aktivist oder *in sein, um das seltsam zu finden.
Veröffentlicht von: @tinkerbellVielleicht lässt es sich am besten so zusammenfassen: Männer-Teams und gemischte Teams dürfen meistens normale Durchschnittskommissare haben, Frauen-Teams müssen hervorstechen.
Interessanterweise finde ich aber die Charaktere bei den dargestellten Männern dann doch hervorstechender. Bei den Frauen ist es irgendwie ein Typ, nämlich "tough". (Kürzlich fiel mir auf, dass dieses Wort nur noch für Frauen verwendet wird.) Bei allen Unterschieden sind sie irgendwie genau das, was früher als "Emanze" beschimpft wurde.
Bei den Männern gibt es grummelige, aufgeräumte, einfühlsame, brutale, niedliche, chaotische, pedantische, ...
Ich hätte gern mal zwei Kommissarinnen, die so miteinander umgehen wie Thiel und Boerne. Literarische Vorbilder gäbe es ja. Was wäre, wenn eine an Hermine Granger und die andere an Pippi Langstrumpf erinnern würde, nur halt in erwachsen?
Wie wäre es, wenn Dorn eine Partnerin bekommt? Gespielt von ... hm? Valerie Niehaus? Das könnte klappen.
Veröffentlicht von: @andreas-wendtInteressanterweise finde ich aber die Charaktere bei den dargestellten Männern dann doch hervorstechender. Bei den Frauen ist es irgendwie ein Typ, nämlich "tough".
Ich verstehe, was du meinst...hm, könnte gut sein. Unsere Debatte erinnert mich an Cagney & Lacey, hast du das jemals gesehen 😀 ? Bei denen lief das damals ganz gut, und das ist 40 Jahre her.
Veröffentlicht von: @andreas-wendtWie wäre es, wenn Dorn eine Partnerin bekommt? Gespielt von ... hm? Valerie Niehaus? Das könnte klappen.
Gute Idee, aber ich habe bei Dorn immer die Befürchtung, dass jeder neue Partner schnell verblasst. Aber wäre auf jeden Fall eine gute Idee! Wir sollten mal potenzielle Besetzungen sammeln und dem MDR übermitteln 😌
Veröffentlicht von: @tinkerbellUnsere Debatte erinnert mich an Cagney & Lacey, hast du das jemals gesehen 😀 ?
Ganz dunkle Erinnerung, ja.
Also, liebe ARD, es würde gehen.
Veröffentlicht von: @andreas-wendtAber sagt, habe ich es richtig gesehen, dass Isabelles Partner derselbe Mann ist, der in der Disco mit Tessa diese unnötige Szene hatte?
Und wie finde ich das, wenn es so sein sollte?
Nein, das waren zwei verschiedene Männer, der Discopartner war jünger 😊 Scheinbar gibt es aber in der Schweiz keine blonden und glatt rasierten Männer
Okay, das finde ich moralisch sehr beruhigend, auch wenn ich erzählerisch das Andere spannend gefunden hätte.
Veröffentlicht von: @andreas-wendtDurch die Synchro wirkt es allerdings gedämpft.
Ich hab mir das Schweizer Original gestern angesehen. Der ständige Wechsel zwischen Schweizerdeutsch und Hochdeutsch fand ich eher anstrengend - aber das mag für einen echten Schweizer anders sein. Für mich ist es ja eher "Fremdsprache", ich mag es sehr, aber muss mich schon etwas konzentrieren. Vor allem, wenn die Schauspieler dann noch nuscheln oder durch Umgebungsgeräusche unverständlicher werden. Da hab ich ja auch im Hochdeutschen manchmal Probleme.
So richtig vom Hocker gerissen hat er auch mich nicht und all eure Kritik hier kann ich sehr nachempfinden.
Gruß
Tineli
Ganz so kritisch wie Du bin ich nicht, aber wie bei allem ist das ja Geschmackssache, auch wenn ich versteh, dass Du an der einen oder anderen Stelle genervt warst 😊
Veröffentlicht von: @tinkerbell- Wenn sich ein Multimillionär umbringen lassen will, hat er keine Chance, seinem Vollstrecker eine funktionierende Waffe zu besorgen? Das muss der dann selber über zig Ecken machen?
Vielleicht wollte er das nicht. Ich würde, wenn ich jemand anheuern will, der mich tötet, auch ihn die Waffe organisieren lassen. Der ist ja schon kriminell, der weiß wie es geht 😊
Veröffentlicht von: @tinkerbell- Was uns zu der Frage führt: Wieso weiß "Ott" als jahrelange direkte Nachbarin so wenig über die Familie? Warum erkennt Claire sie nicht (es kann nicht am unscheinbaren Äußeren liegen, denn Tessa Ott hat nun wahrlich kein Gesicht, was man schnell vergisst), obwohl sie offenbar ziemlich gleichaltrig sind?
Wenn man sich anschaut, wie groß die Häuser und die Gelände drumherum waren, dann kann ich schon verstehen, dass man sich nicht trifft oder wenig sieht. Nicht alle Nachbarskinder spielen miteinander, vor allem wenn die Familie sich für was besseres hält 😊
Claire war zudem die meiste Zeit im Internat.
Und ich hab auch neulich Probleme gehabt, eine ehemalige Schulfreundin wieder zu erkennen, die an mir vorbei gelaufen und mich aufgehalten hat. Wenn man nach der Schule zum Studium wegzieht und sich dann nach der Ausbildung erst wieder sieht, muss man sich nicht sofort erkennen.
Veröffentlicht von: @tinkerbellAußer, um die Oma/Mutter am Ende schön dramatisch röchelnd abtreten zu lassen, wofür Claire natürlich nie bestraft werden wird? Nächster Logikfehler droht: Damit die Erbfolge wirklich so läuft, wie Oma es androhte, müsste sie erstmal als leibliche Mutter anerkannt worden sein - j
Das fand ich auch total dicke 😀 Allerdings war das dann einer Momente, wo ich den Finger vom Aus-Knopf genommen habe, der schwebte schon länger über der Fernbedienung. Etwas zu passend auch dass die Oma, die noch einen Tag vorher munter durchs Büro marschiert ist, auf einmal zusammenbricht.
Veröffentlicht von: @tinkerbell- Wieso zieht Grandjean die Ansage zur internen Ermittlung plötzlich zurück? Offenbar hat Ott ja ein Problem, was sich natürlich wie durch Zauberhand am Ende erledigt, aber kein Vorgesetzter der Welt würde das so einfach durchgehen lassen.
Der Vater der Ott kam ja zur Grandjean, ich vermute mal, der hat Druck ausgeübt und die Einstellung des Verfahrens erzwungen.
Veröffentlicht von: @tinkerbell- War die Spielerei mit Grandjeans angeblichen Abgang notwendig? Es war klar, dass das kein Zuschauer ernstnimmt, in Folge 2 wird wohl kaum das Team aueinanderbrechen...
Natürlich war das nötig, kann ja nicht sein, dass sich zwei neue Ermittler gleich beim ersten Sehen schon verstehen, aufeinander einspielen und sich miteinander wohlfühlen 😀 Dass die erst mal Startschwierigkeiten haben, ist Tatort-Gesetz. Außer bei Brix und seiner Kollegin, die mochten sich von Anfang an. Aber sogar Freddy und Max haben die erste Folge noch aneinander rumgezickt.
Veröffentlicht von: @tinkerbellNa, ihr seht, ich hab mal wieder viel zu meckern 😀 Liegt auch daran, dass ich das Team ungefähr so sympathisch finde wie Dresden.
Zürich find ich in der Tat sympatischer als Dresden.
Veröffentlicht von: @tristesseVielleicht wollte er das nicht. Ich würde, wenn ich jemand anheuern will, der mich tötet, auch ihn die Waffe organisieren lassen. Der ist ja schon kriminell, der weiß wie es geht 😊
Aber der Ungar war doch nicht kriminell...? Der hat ihm ja diesen "Gefallen" nur getan, weil der ihm die teure OP bezahlt hat. Oder hab ich da was komplett falsch verstanden?
Sonntag Borowski und Sahin
ermitteln im rechten Internetmilieu.
Ernsthaft, schon wieder? 🙄
Wo sind die Verbrechen aus Leidenschaft, Neid, Konkurrenzkampf im Arbeitsalltag... wieso schießen sich auf einmal alle auf die Neonazis ein, hier noch gepaart mit Frauenfeindlichkeit?
Borowski ist immer etwas speziell, mal schauen, was draus wird.
Veröffentlicht von: @tristesseWo sind die Verbrechen aus Leidenschaft, Neid, Konkurrenzkampf im Arbeitsalltag... ?
Vielleicht darf in der Corona-Zeit nicht so viel geknutscht werden, und darum sind Eifersuchtsgeschichten gerade nicht so gut umsetzbar. Internet geht halt auch mit Abstand.
(nicht ganz ernst gemeint)
Dann müssen sich halt alle mal zwei Wochen isolieren, das kann doch nicht so schwer sein 😌
Ich glaub, dass Drehen in Coronazeiten unfassbar problematisch ist. Man merkt ja auch, wie versucht wird, Abstände zu halten und möglichst wenig Darsteller zusammen zu bringen.
Ich bin gespannt, wann es den ersten Tatort gibt, wo sich alle an die AHA Regeln halten. Da dürfte dann die meiste Zeit das komplette Team Masken tragen. Wer will das denn sehen? 😀
Veröffentlicht von: @tristesseIch bin gespannt, wann es den ersten Tatort gibt, wo sich alle an die AHA Regeln halten. Da dürfte dann die meiste Zeit das komplette Team Masken tragen. Wer will das denn sehen? 😀
Ich schätze mal, es wird um Internetkriminalität gehen, und alle Verhöre werden per Skype geführt.
Und das will doch auch keiner sehen 😀
Es müsste schon sehr gut geschrieb- hast Recht, es will keiner sehen.
Das war ja kein nettes Geschenk zum Weltfrauentag an die Kieler Frauen ....
Ich gucke sonst nie Tatort, nur wenn er aus Kiel kommt, und nur um zu gucken, wo gedreht wurde. Heute in erste Linie in Tiefgaragen und innen. Wo sie die Disko aufgetrieben haben, konnte ich nicht rausbekommen- wahrscheinlich eine Eckkneipe umdekoriert.
Übrigens musste der Tatort aus seinen alten Büroräumen in der leerstehenden Marinefachschule umziehen, weil dort 2016 eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet wurde. Ob es Zufall war, dass die Nachnamen heute genau dieselben waren, wie von den zwei Frauen, die in Kiel in der Flüchtlingsarbeit das Sagen haben ? 😉
Die echte Kieler Kripo sitzt tatsächlich immer noch in einem altmodischen Backsteingebäude aus der Jahrhundertwende, dass so aussieht wie in den alten Kieler Tatorten.
Ich habe nur das Parkhotel sofort erkannt. Das ist bei uns um die Ecke - in Ahrensburg.
Aber die Garage kannte ich auch. Und die zu engen Parkplätze in Kieler Parkhäusern sind ja schon legendär.
Wieso meinst Du, kein nettes Geschenk?
naja, nun hatten viele Kieler Frauen Angst, am Weltfrauentag Opfer eines Anschlages zu werden.
Ach so, in dem Sinn! Ich hatte gedacht, Du meinst, dass sie negativ dargestellt würden.
Och ja...
Der war nicht schlecht, wenn wir mal von dem dauernden Gezicke und Platzhirschgetue aller Beteiligten absehen, das war wirklich anstrengend. Gerade Sahin ging mir da auf den Keks. Aber allein schon wegen "Hank Massmann" hat es sich gelohnt (wir waren uns nicht einig, ob die optische und namentlich Ähnlichkeit zu Heiko Maas beabsichtigt war 😀 ).
Veröffentlicht von: @tinkerbell(wir waren uns nicht einig, ob die optische und namentlich Ähnlichkeit zu Heiko Maas beabsichtigt war 😀
Mir war es gar nicht aufgefallen, aber meine Töchter sagten, die sehen sich ähnlich. Das mit dem Namen hatten wir hingegen alle nicht bemerkt. Und jetzt, wo Du es sagst, denke ich - Absicht. Jedoch eher so als ästhetisches Motiv. Inhaltlich war der Typ ja eher etwas ... ähm ... rechts von der SPD.
Um den Apostel zu zitieren: Was sollen wir nun hierzu sagen?
Und wir antworten mit einem Zitat des Komödianten: Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen.
Dieser hier ist nicht als Themen-Tatort angekündigt worden, wurde es durch den Bezug zum Weltfrauentag ein wenig. Und ich würde sagen: Wenn man schon Thementatorte machen will (was ich nicht bräuchte), dann sollten die anderen sich hier sehr genaus abgucken, wie das gehen könnte.
Der Film begann etwas betulich (sagt man das südlich der Elbe auch noch?), also ruhig, fast lahmar***. Das kennt man aus Kiel und manchmal auch aus den Tatorten von dort. Aber ich dachte mir schon, er will sich Platz zur Steigerung lassen. Und das tat er, sowas von.
War das jetzt vorhersehbar oder einfach sehr plausibel? Keine Ahnung.
Aber ich würde sagen,
Veröffentlicht von: @tristesseVerbrechen aus Leidenschaft, Neid, Konkurrenzkampf
haben wir bekommen. Nur halt mal völlig anders. Und das ist eine anerkennenswerte Leistung.
Ich fand, die Inszenierung wusste, was sie will, und hat das souverän umgesetzt. Die Nebenrollen waren großartig besetzt und gespielt, nah am Holzschnittartigen, aber dann doch nie ganz. Die Hauptrollen gaben sich eifrig Mühe, da mitzuhalten, was Milberg auch streckenweise gelang. Aber wir jammern hier auf hohem Niveau.
Fast konsequenter wäre es gewesen, sie sich völlig zurücknehmen zu lassen und der Episodenbesetzung noch mehr Raum zum Aufspielen zu geben.
Sie alle waren auf unterschiedliche Weise gleichzeitig sympathisch und unsympathisch, machten mir Angst und taten mir Leid. Das konsequent Tragische wurde genau dadurch zwischendurch fast schon wieder tragikomisch.
Schön wäre es gewesen, der Film hätte wenigstens ein Beispiel gezeigt, wie Begegnung zwischen den Geschlechtern auch gelingen kann.
Aber vielleicht erwarte ich da jetzt auch wieder zu viel Realität.
Kann ihn empfehlen.
und ein paar Spoiler
gerade - das ist jetzt noch kein Spoiler - las ich im Stab, dass die Darsteller von Mario und Vicky Geschwister sind. Absicht wegen Abstandsregeln?
Völlig übersehen habe ich, dass Joseph Bundschuh schon vor ein paar Wochen im Stuttgarter Tatort aufgetreten ist. Hier hat er aber auf jeden Fall, weil auch das Skript es erlaubte, den bleibenderen Eindruck hinterlassen.
Wie leicht wäre es für diesen Charakter, Mario, eine Partnerin zu finden, wenn er zu sich und seiner Unbeholfenheit stehen würde statt den Macho imitieren zu wollen. Er spielte alle Facetten des armen Würstchens und des brutalen Gewalttäters und die plausible Verbindung zwischen beidem. Man lernt: Gewaltlosigkeit erfordert Selbstbewusstsein.
Und dann hat er nacheinander zwei Dates, und sie gehen beide auf so grandiose Weise schief: Die eine kippt tot um, bei der andern steht die Polizei bei ihm vor der Tür. Eine so skurrile Pechsträhne fand ich dann schon zum Lachen.
Und dann versemmelt er sogar den Amoklauf. Ich musste gleichzeitig lachen und alle Beteiligten bedauern - und erleichtert sein natürlich.
Veröffentlicht von: @andreas-wendtUnd dann versemmelt er sogar den Amoklauf. Ich musste gleichzeitig lachen und alle Beteiligten bedauern - und erleichtert sein natürlich.
Ich auch 😊
Am besten gefällt es mir, wie Radikale bloßgestellt werden...
Weicheier, Kuscher, Jammerlappen..... Grosskotze
M.
Veröffentlicht von: @tristesseermitteln im rechten Internetmilieu.
Ernsthaft, schon wieder? 🙄
Das habe ich auch gedacht.....aber die schauspielerischen Leistungen waren wirklich gut, vor allem die Darsteller von Hank Massmann und Mario Lohse haben mir sehr gefallen. Von daher fand ich den trotz des etwas abgenudelten Themas sehenswert.
14.03. Polizeiruf Rostock "Sabine"
Dunkel erinnere ich mich an den letzten, kurz vor der Sommerpause. Da ging es hoch hier, auch im Team.
Wie es jetzt wohl weitergeht?
Woa, der war nicht unbedingt angenehm zu gucken. Aber er wollte es auch nicht sein.
Offene Täterführung und überwiegend deprimierend, mit einer grandiosen Antiheldin. Nicht jedermanns Geschmack, und gerade in diesen Zeiten wünsche ich mir häufiger was zum Lachen. Aber da kann ja der Film nichts für.
Oft hat es mich im Sonntagskrimi gestört, wenn man uns, locker angelehnt an die Krimihandlung, eigentlich ein Sozialdrama erzählen wollte. Für mich, der ich zu dieser Sendezeit vorrangig Unterhaltung suche, müsste es nicht sein.
Aber wenn man das schon machen will, dann so wie hier.
Also für die Macher einiger Tatorte empfehle ich ihn auf jeden Fall. Für die anderen, unter o.g. Vorbehalt, auch.
Veröffentlicht von: @andreas-wendtWoa, der war nicht unbedingt angenehm zu gucken. Aber er wollte es auch nicht sein.
Nein, "schön" war das nicht, aber es ging unter die Haut.
Veröffentlicht von: @andreas-wendtOffene Täterführung und überwiegend deprimierend, mit einer grandiosen Antiheldin.
Sehr einfühlsam gespielt - so furchtbar ich die Taten fand - ich konnte die Täterin nicht hassen, sondern durchaus nachvollziehen, was sie zu ihren Taten gebracht hat. Ihre Verzweiflung war ja mit Händen zu greifen.
Veröffentlicht von: @andreas-wendtAber wenn man das schon machen will, dann so wie hier.
Auf jeden Fall.
Veröffentlicht von: @andreas-wendtAlso für die Macher einiger Tatorte empfehle ich ihn auf jeden Fall. Für die anderen, unter o.g. Vorbehalt, auch.
Kommt drauf an - das könnte in Dortmund oder auch in Köln so funktionieren, aber nicht in Münster oder Weimar.
Veröffentlicht von: @suzanne62das könnte in Dortmund oder auch in Köln so funktionieren
Aus Köln und früher auch (die Sänger-Dellwo-Zeit) Frankfurt kamen immer wieder mal die als Krimis getarnten Dramen, die aber viel zu viel erklärten und zu wenig zeigten, die auch ohne Mord als reines Drama funktioniert hätten und bei denen der pädagogische Zeigefinger schon im Auge piekste. All diese Fehler hat dieser vermieden.
Veröffentlicht von: @suzanne62Kommt drauf an - das könnte in Dortmund oder auch in Köln so funktionieren.
Und gleich die Woche drauf sahen wir einen aus Köln, der uns zeigte, wie man es nicht machen soll.
Drama
Ja, die Geschichte an sich war gut. Aber es war eben mal wieder nur ein Drama. Fast eine Stunde bis ein Mord passiert...das ist mir einfach zu lange, dafür, dass ich einen Krimi will und keine Drama. Als Drama gut, als Krimi ermüdend und spannungslos.
Hat noch jemand den Eindruck, dass es in Rostock zunehmend immer nur um soziale Probleme geht? Marke "Wendeverlierer"? Es werden auch interessanterweise immer nur die hässlichsten Gegenden gezeigt, Werbung für die Tourismusbranche ist das definitiv nicht. Auch die Kommissarin ist in meiner Wahrnehmung optisch extrem auf Klischee-Peso getrimmt (die Art von Schuhen, die sie konsequent trägt, muss man heutzutage erstmal finden...). Mich ärgert das langsam.
Veröffentlicht von: @tinkerbellHat noch jemand den Eindruck, dass es in Rostock zunehmend immer nur um soziale Probleme geht? Marke "Wendeverlierer"?
Ja, das ist sehr häufig so. Aber so wie es dargestellt wird, stört es mich nicht, weil die Verlierer nie als arme Opfer dargestellt werden, sondern immer den Charme des Mecklenburger Fischers behalten, der bei Sßturm und Wellen macht, was er schon immer tat.
Aber jetzt, wo Du es sagst: Rostock hat auch eine hübsche Uni. Warum nicht da mal was drehen?
Über die Klischeedarstellung von Menschen, die in Hochhäusern wohnen, habe ich mich kürzlich hier schon genug aufgeregt. Das gebe ich hier einfach noch mal zu Protokoll. 😊
Veröffentlicht von: @andreas-wendtJa, das ist sehr häufig so. Aber so wie es dargestellt wird, stört es mich nicht, weil die Verlierer nie als arme Opfer dargestellt werden, sondern immer den Charme des Mecklenburger Fischers behalten, der bei Sßturm und Wellen macht, was er schon immer tat.
Es stört mich auch nicht, wie sie dargestellt werden, lediglich die Häufigkeit dieser Thematik. Das ist so schade und wirft auch langsam ein schlechtes Licht auf Rostock.
Veröffentlicht von: @andreas-wendtAber jetzt, wo Du es sagst: Rostock hat auch eine hübsche Uni. Warum nicht da mal was drehen?
Rostock hat sehr viel, was hübsch ist 😀 Es könnte ja auch mal ein knackiger Matrose in die Jagdgründe eingehen 😌
Veröffentlicht von: @andreas-wendtÜber die Klischeedarstellung von Menschen, die in Hochhäusern wohnen, habe ich mich kürzlich hier schon genug aufgeregt. Das gebe ich hier einfach noch mal zu Protokoll. 😊
Da sind wir uns sowieso einig 😉
Spoiler
Also ich fand es cooler, als Bukow und König noch nicht miteinander ins Bett gegangen sind. Da gab es dann auch nicht die wiederholten Sexszenen, die mich sehr irritiert haben.
Mir war das alles in allem etwas zu dicke und auch zu klischeebehaftet. Ununterbrochen wurde am sozialen Gewissen gerüttelt und alles war so trist und grau in grau und verzweifelt. Auch der Chef mit seinem Herzinfarkt (spaziert dann noch durch die Gegend?) und dann der Besserwisser auf der Bank, der den Eltern vorzuschreiben meint, wie sie zu rauchen haben und wie nicht... das verwahrloste Mädchen mit dem eingesperrten Bruder.... das hätte man nun wirklich etwas reduzieren können. Den toten Vatter haben sie auch noch obendrauf gepackt. Ach ja, und auch noch die verschollene Halbschwester, die hätte ich jetzt beinah vergessen.
Die Geschichte an sich war stark, die Darsteller auch, da hätte man so eine überfrachtete Handlung gar nicht gebraucht. Die hätten das auch mit weniger locker durch die 90 Minuten gebracht.
Da ging die Tragik der Frage "Was tust du, wenn du keinen Ausweg mehr siehst, dein Leben unerträglich geworden ist und dir das Wasser bis zum Hals steht?" fast ein wenig unter.
Weniger wäre hier mehr gewesen. Aber so wurde es zumindest nie langweilig.
Bekommt von mir 3,5 von 5 halbierten Doughnuts mit extra Streuseln und eine Flasche Vodka Waldmeister obendrauf.
Veröffentlicht von: @tristesseAlso ich fand es cooler, als Bukow und König noch nicht miteinander ins Bett gegangen sind. Da gab es dann auch nicht die wiederholten Sexszenen, die mich sehr irritiert haben.
Ja, das war schon seltsam. Aber irgendwie schlüssig. Seit dem ersten Film hatten sie eine ungeklärte Beziehung, und irgendwie wünschte man den beiden ja, dass sie zusammenkommen. Und gleichzeitig fragte man sich: Wie soll die Erzählung dann weitergehen?
Jetzt haben sie eine ungeklärte Beziehung plus Sex.
Das geht schon weit über meine evangelikal-ethische Komfortzone hinaus. Aber im Rahmen des Gesamtkunstwerks Polizeiruf Rostock, der ja von seinen gebrochenen Charakteren lebt, passt es.
Veröffentlicht von: @tristesseDa ging die Tragik der Frage "Was tust du, wenn du keinen Ausweg mehr siehst, dein Leben unerträglich geworden ist und dir das Wasser bis zum Hals steht?" fast ein wenig unter.
Nach einem Jahr Lockdown hätte mich diese Frage, wäre sie deutlich geworden, zu sehr runtergezogen. So blieb mir noch ein Rest Distanzierung erlaubt. Aber rein erzähltechnisch gebe ich Dir Recht, das ist eine Schwäche gewesen.
Veröffentlicht von: @tristesseAlso ich fand es cooler, als Bukow und König noch nicht miteinander ins Bett gegangen sind. Da gab es dann auch nicht die wiederholten Sexszenen, die mich sehr irritiert haben.
Mir gefällt es auch nicht, ich finde es auch ziemlich unnatürlich. Was wahrscheinlich so gewollt ist, König fühlt sich ja die ganze Zeit ziemlich unwohl damit.
Wie meinte einer von uns gestern: "Sie haben beide eben keine Alternative." Und genau so wirkt es auf mich auch. Von Anfang an war die Beziehung komisch, keiner hat ein halbwegs funktionierendes Sozialleben, da bietet sich gar nichts anderes an.
Veröffentlicht von: @tristesseAch ja, und auch noch die verschollene Halbschwester, die hätte ich jetzt beinah vergessen.
Die soll jetzt wohl häufiger kommen, las ich irgendwo. Wieder irgendein Drama in der Vergangenheit, wieder alles schwierig...ach, es ist wirklich bisschen redundant.
20.03. Wiederholung im NDR-Fernsehen
Heute 22:00 wiederholt das NDR-Fernsehen einen Klassiker der Tatort-Historie:
"Reifezeugnis" von 1977 mit Klaus Schwarzkopf, der langjährigen Columbo-Stimme, als Kommissar Finke, Christian Quadflieg und Nastassja Kinski unter der Regie von Wolfgang Petersen, der später richtig durchgestartet ist.
Einer der wenigen Tatorte, die länger sind als 90 Minuten.
Er hatte aus verschiedenen Gründen eine größere Wirkung als viele andere.
Ich habe ihn nie ganz gesehen, aber vielleicht schaffe ich es diesmal. Ob und wie lang er in der Mediathek sein wird, reiche ich nach.
Nachtrag vom 20.03.2021 1203
21:55 schon!
21.03. Köln "Wie alle anderen auch"
Es scheint tatsächlich, es drehen dieses Jahr weniger Teams, aber die häufiger. Was manche schon länger forderten, wird wegen Corona umgesetzt. Heute also Max und Freddy.
Tja, hätten sich die Kölner mal an meinen [url= https://community.jesus.de/forum/ansicht/thread.html?tx_scmforum_pi1 [post_uid]=12843095&tx_scmforum_pi1[disablepreset]=0]Rat von letzter Woche[/url] gehalten.
Schon klar, da war der fertig produziert, und er war genau so, wie ich es nicht mag: Pädagogisches Sozialdrama mit zwischengeschaltetem Erklärbärmodus und großer Betroffenheitsintention und nebenbei noch einer Mordermittlung.
Was nicht heißt, dass die Message falsch wäre. Und auch nicht, dass es handwerklich schlecht war.
Aber dieselbe Thematik hatten die Wiener im Dezember auch schon besser umgesetzt.
Ja, also war keine Zeitverschwendung, aber was anderes zu machen, wäre auch keine gewesen.
Wenn ich ein Sozialdrama schauen will, dann such ich mir eins aus - aber im Tatort hätte ich doch gern mal wieder den klassischen Krimi zurück. Dieses mit Brachialgewalt aufgedrückte Betroffensheitsfernsehen inklusive erhobenem Zeigefinger geht mir auf die Nerven. 🙄
Ich habe das dann ganz schnell weggezappt, weil es mir auf den Zeiger ging - dabei mag ich Schenk und Ballauf eigentlich.
Spoiler
... und sogar die Auflösung war so wie in fast jedem Tatort, in dem ein Sozialarbeiter (m/w/d) auftaucht. Hab mich darum auch noch über mich geärgert, weil ich das eigentlich hätte ahnen müssen.
Und gut, dass meine Kinder gerade diesen nicht mitgeguckt haben. Da zeigt sich wieder, dass FSK und Altersempfehlung nicht immer deckungsgleich sind.
Ja, das hat mich auch geärgert - irgendwann meinte jemand "Kann ja nur die gewesen sein, kommt ja überhaupt kein anderer sonst vor." Und spätestens nachdem man sie in ihrer Wohnung gesehen hatte, ahnte man, worum es ging. Ach, ich möchte mal wieder einen Krimi, wo man sich nicht gezwungenermaßen schlecht fühlt. Gerne mal wieder was, wo man einen Täter aus vollem Herzen verachten kann, weil er ein geldgieriger Mistkerl ohne Skrupel ist 😌
Die sind eigentlich mein Lieblingsteam. Aber den Film konnten sie auch nicht mehr retten.