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Tatort / Polizeiruf Saison 2024/2025

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andreas
Themenstarter
Beiträge : 1985

Seid gegrüßt, liebe Sonntagskrimi-Gemeinde,

wir hoffen, Ihr habt den Sommer mit Paralympics, Olympischen Spielen, IrgendwasmitFußball und den Wiederholungen gut verlebt und hattet vielleicht sogar Zeit, nach außerhalb des ARD-Sendegebiets zu reisen, weil es ja keine neuen Tatorte und Polizeirufe gab. Dafür ist es jetzt zu spät!

Ab kommenden Sonntag, 15. September, versorgt uns die ARD wieder mit frischen Ausgaben der Traditionskrimireihen.

Darum soll es auf mehrfachen (also von mehr als einer Person geäußerten) Wunsch wieder einen Tatort-Polizeiruf-Thread geben. Wir tauschen uns aus, bestätigen uns in unseren Meinungen oder fragen uns, ob wir eigentlich denselben Film gesehen haben, werben oder raten ab oder tun beides oder schreiben einfach auf, was uns ein- und auffällt.

Bewährt hat sich:
Der Thread sollte die ganze Saison umfassen, aber dabei nicht zu unübersichtlich werden. Darum beschränkt er sich auf die Sendungen "Tatort" und "Polizeiruf 110".

Für die Erstausstrahlungen versuchen wir, jede anzulegen. Bei interessanten Wiederholungen alter Folgen fühlen wir uns frei, auf sie hinzuweisen oder nicht.

"Hm, aber was wenn ich jetzt nicht über den Film reden kann, ohne wichtige Details zu verraten?"

Manche von uns sehen den Film sofort im Fernsehen, andere später in der Mediathek. Manche auch nur, wenn sie hier lesen, ob er sehenswert ist. Für all die ist es wichtig: Wenn wir relevante Filminhalte posten, setzen wir ganz oben in unsern Kommentar fettgedruckt das Wort "Spoiler".
Manchmal sind wir unterschiedlicher Meinung, wie relevant ein Inhalt ist. Wenn wir nicht sicher sind, wie andere das empfinden: Lieber einmal zu oft "Spoiler" schreiben.

  • Eine neue Sendung legen wir an, indem wir immer auf diesen Eingangspost hier antworten. Der Post zur neuen Sendung wird fett überschrieben mit dem Datum und dem Namen und Ort des Films. Also z.B. 35. Mai Heidelberg "Tod im Hörsaal" oder so.
  • Für weitere Kommentare zu einer neuen Sendung antworten wir nicht auf diesen Post hier, sondern auf den Kommentar, mit dem die Sendung angelegt wurde. Solche Antworten lassen sich "einklappen".
  • Spoilern tun wir sinnvollerweise dann erst in der Antwort auf den Post zur jeweiligen Sendung und nicht in diesem selbst.

Wenn das mal nicht hundertprozentig klappt, sind wir alle barmherzig.

Wir freuen uns auf eine spannende Saison mit Euch.

Gruß von

Andreas

 

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214 Antworten
Martha
 Martha
Beiträge : 1536

17.11.2024 - Stuttgart "Lass sie ziehen"

War stimmig.

Zum Schluss hat auch der Vater erkannt, dass man im eigenen Mief krank werden kann und die Kinder besser ziehen lassen sollte.

 

 

 

martha antworten
3 Antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

@martha

Inwiefern? 

tristesse antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1536

@tristesse 

Inwiefern?

SPOILER

Die Familie war Gift für die Töchter. (Im Film gab es nicht nur eine Szene, in der die verblieben Tochter verstohlen das Verhalten der Eltern beobachtete).

Die Mutter arbeitete ihre eigene verkorkste Erziehung an den Töchtern ab und nahm ihren Ehemann erst wieder ernst, nachdem er auf ihr Geheiss zum Mörder wurde.

Erst dann hatte er die Autorität zu seiner Frau  zu sagen: "lass sie (die 2. Tochter) gehen!"

martha antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

SPOILER

 

@martha 

Erst dann hatte er die Autorität zu seiner Frau  zu sagen: "lass sie (die 2. Tochter) gehen!"

Stimmt.
 
 
und nahm ihren Ehemann erst wieder ernst, nachdem er auf ihr Geheiss zum Mörder wurde.
 
Interessant fand ich auch, dass er ihr anscheinend nicht gesagt hat, dass er den Falschen getötet hat.
tristesse antworten


andreas
Themenstarter
Beiträge : 1985

24. November Köln "Siebte Etage"

Freddy und Max ermitteln in einem Bordell / Eroscenter / Puff.

Meine erste Frage war: Hat es das wirklich bisher in keinem Tatort gegeben? Auch nicht bei Schimanski? Aber bisher konnte meine Recherche mir keinen weiteren nennen.

Man merkt dem Film an, dass das Autorenteam Zahn vorher gründlich recherchiert hat zu Einzelschicksalen, Rechtslage, gegenwärtiger Diskussion zu all dem.

Und genau da ist das Problem: Selbstverständlich soll über ein Umfeld, in dem eine Geschichte spielt, gründlich recherchiert werden. Aber soll das dem Film auch in solcher Intensität wie hier anzumerken sein? Verzeiht den Vergleich mit meiner anderen Sonntagsgewohnheit, aber auch eine Predigt muss gut theologisch vorbereitet sein, aber ist etwas anderes als ein theologischer Sachvortrag. Und auch ein Spielfilm muss mehr sein als die szenische Präsentation von Rechercheergebnissen.

Ein bisschen mehr als das war er, die Zahns sind routiniert genug, um auch eine passable Krimihandlung zu schreiben, aber man merkte, dass es ihnen nicht in erster Linie darum ging.

Ist es nun eine gute Entscheidung gewesen, zum Thema dieser v.a. Frauenschicksale nicht Freddy und Max miteinander, sondern drei Frauen direkt mit uns reden zu lassen? Wahrscheinlich ja, aber es hätte sich wohl auch noch geschickter inszenieren lassen.

Der Verzicht auf den üblichen Ermittlermeinungsaustausch sagt auch unmissverständlich: Hier gibt es keine zwei Meinungen.

Ein Film mit einer starken Message, die aufwühlt und berührt, aber neben ihr hat die Erzählung der Geschichte dieses Falls für mein Empfinden zu wenig Luft und Raum, sich zu entfalten.

andreas-wendt antworten
3 Antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2373

@andreas-wendt 

D'accord !!!

Der Vergleich mit der Sonntagspredigt ist treffend 😉

L' Chaim

awhler antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 30188

@andreas-wendt 

Ein Tatort mit nebenher Milieustudie. Die Geschichten der Frauen.... Sehr gut.

 

Von mir 5 von 5 Rosen

 

Ich fand den klasse. 

 

 

deleted_profile antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

@andreas-wendt 

Meine erste Frage war: Hat es das wirklich bisher in keinem Tatort gegeben? Auch nicht bei Schimanski? Aber bisher konnte meine Recherche mir keinen weiteren nennen.

Ich hab ein paar gefunden, man muss halt nur die Suche etwas präzisieren 😉 

Tatort "Die Kunst des Krieges": Der kleine Puff in unserer Straße - DER SPIEGEL

"Tatort": Drehort Bordell - Die Geschichte hinter dem "Love Dome" in "Die goldene Zeit"

Kurzer Prozess: Stuttgart-„Tatort“: Vor der Sommerpause muss Kommissar Lannert ins Bordell - FOCUS online

Tatort: Spur des Blutes | Film-Rezensionen.de

Und genau da ist das Problem: Selbstverständlich soll über ein Umfeld, in dem eine Geschichte spielt, gründlich recherchiert werden. Aber soll das dem Film auch in solcher Intensität wie hier anzumerken sein? Verzeiht den Vergleich mit meiner anderen Sonntagsgewohnheit, aber auch eine Predigt muss gut theologisch vorbereitet sein, aber ist etwas anderes als ein theologischer Sachvortrag. Und auch ein Spielfilm muss mehr sein als die szenische Präsentation von Rechercheergebnissen.

Also ich fand da schon recht viel Handlung drin, manchmal sogar etwas zu viel. Und berührend fand ich es auch. Ob nun die Protagonisten in die Kamera sprechend den Zuschauer darüber aufklären müssen, wie schlimm es ist, sich zu prostituieren ist natürlich eine andere Frage. Wir empfanden das als etwas unnötig, da wurde mal wieder am sozialen Gewissen gerüttelt.

Der Verzicht auf den üblichen Ermittlermeinungsaustausch sagt auch unmissverständlich: Hier gibt es keine zwei Meinungen.

Zum Glück grätschte der etwas naive Jütte noch rein, ansonsten war die Harmonie wirklich sehr auffällig zwischen den beiden. Aber ich mag sie einfach, sie machen das in meinen Augen immer noch sehr gut. 

Ein Film mit einer starken Message, die aufwühlt und berührt, aber neben ihr hat die Erzählung der Geschichte dieses Falls für mein Empfinden zu wenig Luft und Raum, sich zu entfalten.

Dann hätte man anderes weglassen müssen  und dann wäre es ein völlig anderer Tatort  geworden. Die Frauen waren diejenigen um die es ging und denen hat man sehr viel Raum gegeben. Irgendwann fragten wir uns, ob es noch nicht wichtig ist, wer der/die Täter/in war. Wir fanden es gut 😉 

 

tristesse antworten
andreas
Themenstarter
Beiträge : 1985

1.12. NDR, Falke "Schweigen"

Ich kann schlecht "Hamburg" schreiben, denn er spielt in einem Kloster weiter südwestlich, in dem Falke zu einer Art Kur ist, um sich nach dem Tod seiner Kollegin zu erholen. Und wo sich zufällig ein ungeklärter Todesfall ereignet und Falke erst neben, dann mit der Ortspolizistin zu ermitteln beginnt.

Und ich musste diesen Film erstmal verdauen.

Triggerwarnung - und mir ist in dem Fall egal, ob man das schon als Spoiler werten kann: Es geht in diesem Tatort um sexualisierte Gewalt an Kindern in der katholischen Kirche.

Disclaimer: Ein Spielfilm ersetzt keine Aufarbeitung. Kann er nicht, will er nicht, kann auch keiner erwarten (, lieber Christian Buß von Spiegel-Online!)

Lässt man sich auf diese beiden Voraussetzungen ein, war es ein beeindruckender, bedrückender, großartig gemachter Film. Er wollte wehtun, und er tat weh.

Dabei schafft er es, sich dem Thema zu nähern, ohne voyeuristisch zu sein.

In diesem Rahmen wächst Möhring schauspielerisch über das bisher von ihm gesehene hinaus, zeigt sich zwischendurch gar als nuancierter Charakterdarsteller. Wir blicken in sein Gesicht, wenn er die Beweise sieht, wir sehen nicht, was er sieht, aber wir sehen sein Grauen und fühlen mit. Intensiver als jede Schlägerei.

Dass bei dieser Thematik wenig Raum ist für Zwischentöne, ambivalente Persönlichkeiten, die guten Seiten der Kirche, ach ja, meine Güte, sich darüber zu beschweren, wäre angesichts der tatsächlich geschehenen Verbrechen hier fehl am Platz.

Umso höher ist dem Film anzurechnen, dass er dann auch noch als Krimi recht gut funktioniert, ohne das Leid für die Krimihandlung zu verzwecken.

Ich mag angesichts der Thematik kein wirkliches Ranking machen. Dieser Film weiß, was er will, tut das auch kompromisslos, und wird allen, die ihn sehen, lange im Gedächtnis bleiben. Das macht einen guten Film aus. Aber vielleicht keinen für uns alle.

 

andreas-wendt antworten
5 Antworten
Kappa
 Kappa
(@kappa)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1651

@andreas-wendt Ihr müsst euch eben bewusst sein, egal ob Katholisch oder nicht - gegenüber Aussenstehenden (Nicht-Gläubigen) so ein Spielfilm grundsätzlich den Glauben -egal welche Kirche- angreift, Diskreditiert. Es gab auch schon Tatorts, wo es Freikirchler gewesen sind, welche aufs Korn genommen wurde. Ich bin kein Freikirchler mehr, find das aber Scheisse, man dreht hier letztlich kommerzielle Filme (um nichts weiter geht es). In das gleiche Horn wie jene möchte ich auch nicht blasen, auch zur Aufarbeitung ist der Zweck hier fraglich. Klar seitens der Säkularen oder Atheisten gibt es wenig Grund auf Befindlichkeiten von Christen nur irgendwie Rücksicht zu nehmen.  Ich habe nur Probleme damit mit Sachen auf einer Linie zu stehen, welche letztlich Menschen eher vom Glauben abschreckend wirken könnte. Unabhängig von den Fehlern und schlimmen Sünden welche durch Gläubige passiert ist, es ist nicht mein Job im Reich Gottes als Christ deshalb Menschen vom Glauben zu verbrämen oder Religiöse Personen negativ zu untermalen. 

Kennt jemand eigentlich nur mal zum Beispiel ein Tatort indem zum Beispiel die Problematik anderer Glauben betrachtet wird?  Zum Beispiel das Ermorden eines Konvertiten? Vermutlich werden sich die "mutigen" Regisseure sich mit Kritik bei so manchen Religionen zurück halten, sie machen es nur auf Kosten derer, wo man von vorneherein weiß das jene eher friedlich sind und wenig Probleme zu erwarten sind (Christen allgemein).

 

 

kappa antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2373

@kappa 

Ich verstehe Deinen Einwand, ja ... und mir tut es auch weh, wenn ich denke, dass ein TATORT wie dieser nur "Wasser auf die Mühlen" derer ist, die auf die "Sch****Kirchen" schimpfen und ohne weitere Differenzierungen oder Bezüge sich bestätigt fühlen in einem Pauschal-Urteil über alles, ewas da mit Kirche, Glauben etc. zu tun hat.

Aber erstens bewegen wir uns gesellschaftlich in einem Miteinander, wo jederzeit und in jede Richtung thematisiert und auf verschiedenen Diskurs-Ebenen (von platt & pauschal bis fundiert und differenziert) auch spitz angegangen wird, was "die" Lehrer, "die" Ärzte, "die" Politiker, "die" werweißwas ... alles für die Tonne bedeuten .... Da sind "die" Kirchen nicht ausgenommen.

Zweitens - und das ist doch leider so - ist es aber doch die Wahrnehmung gerade (nicht ausschließlich) der Katholischen Kirche selbst - mit all dem, was faktisch und tatsächlich an schrecklichen Dingen dort (systemisch gedeckt & verborgen) zu Tage kam und kommt. Bei aller Differenzierung und bei aller Anerkennung & auch Nähe zum Katholizismus, bei aller ökumenischen Solidarität, bei aller Glaubensverbundenheit: Nicht so ein Film, sondern die Tatsachen innerhalb der institutionellen Gegebenheiten im katholischen System, sind der Stein, der im Wasser die Wellen macht ...

Und Drittens fand ich den Film beklemmend gut. Zur "Aufarbeitung" des Themas war und ist er ja garnicht gemacht, aber thematisieren darf er es, wie alle anderen Themen auch ... und da hatte er interessante Aspekte, z.B. die katholisch empfindende Befangenheit, das zunächst Nicht-wahrhaben-Wollen  und die familiäre Betroffenheit der Kommissarin ... oder der Klosterbruder, der sich in der Klemme sah.

Außerdem hat *Falcke* hervorragend gespielt, seine Gesicht bei der Dia-Betrachtung, sein Wutanfall in der Kirche ... wobei er übrigens, das fand ich als kleines Detail auch wichtig, nicht einfach Türeschlagend die Kirche verlassen hat, sondern nocheinmal hinter den Altar ging und das geworfene Gesangbbuch wieder vom Boden aufhob, kopfschüttelnd, aber eben doch nochmal ...

L'Chaim

awhler antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985

@kappa 

Kennt jemand eigentlich nur mal zum Beispiel ein Tatort indem zum Beispiel die Problematik anderer Glauben betrachtet wird?

Die Frage ist berechtigt und leicht zu beantworten: Ja, solche Tatorte gibt es auch. "Der Weg ins Paradies" von 2011, "Borowski und das verlorene Mädchen" von 2016 und "Sturm" von 2017 wären nach meiner kurzen Google-Recherche zu nennen.

Ein Sonderfall ist der Lindholm-Tatort "Wem Ehre gebührt" von 2007, der nach Protesten von Aleviten im Giftschrank verschwand.

Die Kombination Islam und Gewalt ist im Tatort immer wieder mal angefasst worden.

Was diesen Film angeht, wäre neben unserer Außensicht die der katholischen Kirche selbst interessant, wie es ihr mit den Dreharbeiten ging. Das Bistum hat das Drehbuch zuvor gesehen und dann die Dreharbeiten im Kloster genehmigt. Ein Ortsgeistlicher war vor Ort, auch als Berater. Es kam in diesem Rahmen zu mehreren Gesprächen über den Glauben und einem Anstieg der Taufanfragen. Mehr hier: https://www.katholisch.de/artikel/56445-tatort-dreh-im-kloster-mariawald

Ich bin selbst Vertreter der Evangelischen Kirche, zu der in diesem Jahr eine große Studie rauskam. Wenn die Thematik "Kirche und Missbrauch" den Glauben in Misskredit bringen sollte, dann ist das nicht die Schuld solcher Filme, sondern unserer Institutionen selbst. Da haben wir uns schwer versündigt, und ich fühle mich überhaupt nicht in der Position, mit dem Finger auf andere zu zeigen.

Aber ich denke auch, dass nach all den Verbrechen, die in kirchlichen Räumen geschehen sind, wir mit Zurückweisung solcher Kritik, wie der Film sie inszeniert, den Glauben mehr in Misskredit bringen würden, als es der Film je könnte. Wenn wir halbwegs Glaubwürdigkeit zurückerlangen wollen, müssen wir uns dem stellen. Gerade wo es wehtut oder polemisch wird.

andreas-wendt antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1536

@andreas-wendt 

Ich mag den Falke. 

Geht ins KLoster, um sein Trauma aufzuarbeiten - und weil ihn seine Intuition in den Keller steigen lässt, hängt er im nächsten Fall...

Das ist wohl "Berufung". 

martha antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

@andreas-wendt 

und mir ist in dem Fall egal, ob man das schon als Spoiler werten kann: Es geht in diesem Tatort um sexualisierte Gewalt an Kindern in der katholischen Kirche.

Disclaimer: Ein Spielfilm ersetzt keine Aufarbeitung. Kann er nicht, will er nicht, kann auch keiner erwarten (, lieber Christian Buß von Spiegel-Online!)

Wir gerieten während des Schauens in die Diskussion, ob man jetzt alles, was mit der katholischen Kirche gedreht wird unbedingt in den Kontext mit Kindesmissbrauchs bringen muss. Es ist ja schon auffällig, dass das gerade in den Medien schon immer wieder mal Thema ist.

Meine Antwort war: "Wer so ein Unrecht über Jahrhunderte duldet, unter den Teppich kehrt und dann nicht mal in der Lage ist, vernünftig aufzuarbeiten muss sich nicht wundern, wenn ein anderer das tut.

Nach dem würdevollen Abgang von Grosz fand ich es gut, dass man sieht, dass Falke nicht unberührt davon geblieben ist und dass er auch seine Zeit braucht, um wieder ins Leben zurück zu finden.

Großartig war Florian Lukas, in meinen Augen ein unterschätzter Schauspieler, der als Protagonist in der Gebrochenheit die Kindlichkeit nicht verloren hat und das war bewegend anzuschauen.

Ich mag angesichts der Thematik kein wirkliches Ranking machen. Dieser Film weiß, was er will, tut das auch kompromisslos, und wird allen, die ihn sehen, lange im Gedächtnis bleiben. Das macht einen guten Film aus. Aber vielleicht keinen für uns alle.

Dem kann ich mich nur anschließen, der Film war wirklich herausragend, aber in der schweren Thematik dennoch ein Krimi und sehr spannend.

tristesse antworten


andreas
Themenstarter
Beiträge : 1985

8.12. Bremen "Stille Nacht"

Natürlich, ein Weihnachts-Tatort. Warum er gerade nach diesem Lied benannt wurde, erschließt sich nicht so ganz, aber sei's drum. Still ist es zwischendurch, aber laut auch. Angesiedelt ist er in der Christnacht und am 1. und 2. Weihnachtstag, also könnte man ihn auch da gucken, aber am 2. Weihnachtstag kommt ja ein dem Vernehmen nach recht unweihnachtlicher Dortmunder, und wann wollte man den sonst gucken?

Sollte man diesen Bremer angucken? Och ja, ich vermute, er wird den meisten von uns gefallen. "Endlich mal wieder ein klassischer Krimi!" hört man es durch die Kommentarspalten rauschen. Ein Landhaus, eine Festgesellschaft, ein Mord, eine Ermittlung, eine Auflösung. Das Poirot-Setting will gar nicht vertuscht werden. Es wird aber auch ohne den kleinsten Funken Ironie inszeniert. So fühlt man sich als jemand, der durch Tante Agatha in den Krimikonsum initiiert wurde, irgendwie gleich wieder zu Hause, und geht es darum nicht vielen von uns an Weihnachten, liebe Gemei- ach nee, das war der andere Tab.

Innovativ, sozialkritisch, Charakterstudie, aufregend, Tiefgang, Spannung? Öööhm, nee. Auch wenn die Konstellation zu manchem davon die Möglichkeit geboten hätte, nimmt der Film diese Fäden in einer Deutlichkeit nicht auf, dass ich annehme, es ist Absicht. Wir bekommen stattdesssen ein Krimidinner zum Mitraten, nette vorweihachtliche Unterhaltung, die keinem sonderlich wehtut. Und der allerletzte Schluss öffnete dann fast schon die Tür zur geistlichen Dimension dieses Festes.

Ich hätte mir bei so viel Traditionspflege ein bisschen mehr Augenzwinkern in der Inszenierung gewünscht. Aber man merkt, der Film hat sich bewusst entschieden, weniger, aber das gut zu machen. Zwischendurch mal ein Tatort ganz ohne Experimentierfreude tut auch mal ganz gut. Ist ja schließlich Advent.

 

 

 

andreas-wendt antworten
3 Antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1536

@andreas-wendt 

Hallo.

Ich warte auf die Spoiler, die den Ausgang erzählen. Denn ich habe es nicht zu Ende geschafft. Dieses Frauen-Duett finde ich zu anstrengend. 🥴

martha antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985

Spoiler

@martha 

Tatsächlich gelingt es dem Wikipedia-Artikel, den Film gut zusammenzufassen samt Auflösung

https://de.wikipedia.org/wiki/Tatort:_Stille_Nacht

Dort heißt es am Ende:

Vor der Polizeistation trifft Fabienne Jomel und gesteht ihm, dass sie 2022 in betrunkenem Zustand Nelson angefahren hatte. Jomel verzeiht ihr.

Das wurde, durchaus standard-weihnachtlich so inszeniert, dass sie unter Tränen sagt "Ich kann mir das nicht verzeihen" und er genauso gerührt antwortet: "Aber ich - ich verzeihe dir". Die Vergebung kommt dramaturgisch nach der Vorgeschichte etwas unvermittelt. Aber kommt Vergebung das nicht immer? 😉

andreas-wendt antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

@andreas-wendt 

Ich hätte mir bei so viel Traditionspflege ein bisschen mehr Augenzwinkern in der Inszenierung gewünscht. Aber man merkt, der Film hat sich bewusst entschieden, weniger, aber das gut zu machen. Zwischendurch mal ein Tatort ganz ohne Experimentierfreude tut auch mal ganz gut. Ist ja schließlich Advent.

Wir erinnerten uns beim Schauen an den Weihnachtskrimi München, der humoristisch das Krimi-Dinner persiflierte und auch wenn der Fall nicht sehr aufregend war, dennoch unterhielt.

Du hast völlig Recht, dieser Tatort nahm sich sehr ernst und ließ wenig Poirot Momente zu, aber war dennoch solide und unterhaltsam. Das Team funktioniert wirklich gut, vor allem Selb hat uns in ihrem Überschwang wirklich Freude gemacht. Moormann gibt sich in ihrer Rotzigkeit viel Profil und ich vermisse das alte Team so gar nicht 😉 

Ein bisschen Dicke war das Ganze schon, ein paar Zufälle weniger hätten der Storyline gut getan und die LGTQ Fahne natürlich auch sehr intensiv geschwenkt, aber den Wunsch abzuschalten hatten wir jetzt nicht gerade und fühlten uns gut unterhalten.

Bekommt 3 von 5 Nikolausmützen und ne Buddel Rum obendrauf.

tristesse antworten
tristesse
Beiträge : 20559

15.12. Münster - Man stirbt nur zweimal 

KLEINE SPOILER! 

 

 

Kein klassischer "Who's dunnit" Fall, man begleitet von Anfang an die Täterseite und das nimmt sehr viel Luft raus. Es wurde dann versucht, die mangelnde Spannung durch Absurdität und die üblichen Scharmützel zwischen Börne und Thiel auszugleichen, aber alles in allem waren sie dann doch sehr zahm. Da hilft auch das Rumgepoltere der Staatsanwältin nicht.

Als Börne mit der Flasche Wein bei Thiel anklingelte, stellte sich große Vorfreude ein, das sind immerhin immer die besten Momente, aber nach einem Glas war dieser dann auch vorbei. 

Die Darsteller waren ziemlich gut besetzt, aber auch sie konnten nicht gegen das schwache Drehbuch anspielen.

Bekommt lediglich 2 von 5 Pullen Puffbrause und nichts oben drauf 🙂 

tristesse antworten
6 Antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1536

@tristesse 

15.12. Münster - Man stirbt nur zweimal 

Das erste Mal, dass ich bei Börne und Thiel eingeschlafen bin. 😴 🤔 

martha antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2373

Also so schlecht fand ich ihn jetzt nicht ...

Das Zu- & Gegeneinander des Prätorius-Ehepaares fand ich schon recht spannend in der Dynamik und in der Darstellung. Und die Gags auch nicht zu kritisieren - Münster halt 😉 ...

 

 

Spoiler?

 

 

 

Nur das Aufgespießtsein am Ende nochmal und überhaupt, war jetzt nicht so zwingend der Brüller. "Normaler" Exitus übers Gelände und nach dem Crash hätte gereicht ...

Also von mir aus ging der in Ordnung ... und den größten Lacher bekam hier 'Vattern', weil auch bei uns gab's gestern zu Mittag Rouladen, Rotkohl ... und Klöööööße. 😉

L'Chaim

awhler antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

@awhler 

SPOILER

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Das Zu- & Gegeneinander des Prätorius-Ehepaares fand ich schon recht spannend in der Dynamik und in der Darstellung. 

Aber besonders neu war es auch nicht, gefühlt hat man das doch schon mehrfach gesehen. Sie war wirklich stark, aber ihn fand ich farblos. 

Und die Gags auch nicht zu kritisieren - Münster halt 

Mir fehlte aber der Biss- früher haben die sich richtig angegangen und nun mischte Börne einfach mit und Thiel fand das völlig okay. Als würde denen nichts mehr einfallen.

Nur das Aufgespießtsein am Ende nochmal und überhaupt, war jetzt nicht so zwingend der Brüller. "Normaler" Exitus übers Gelände und nach dem Crash hätte gereicht ...

Dann wäre es ja noch langweiliger gewesen 😉 Also entweder macht man es so richtig grotesk wie in Wiesbaden oder damals Weimar oder man nimmt das ernst. Aber es war eine Mischung von beiden und das machte es für uns langweilig. 

 

tristesse antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8520

@awhler 

Nur das Aufgespießtsein am Ende nochmal und überhaupt, war jetzt nicht so zwingend der Brüller. 

Ja doch, Karma halt.

Bloß wie das passiert ist kann ich mir nicht erklären, und das stört mich.

 

 

alescha antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2373

@alescha

Genau ... etwas zu *passgerecht* (makaber, das) war schon der Geländersturz, beim Autocrash>< Baum-Ast exactement hab ich auch gedacht: Naja ... Karma hin oder her *lach*

L'Chaim

awhler antworten
andreas
(@andreas-wendt)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1985

@tristesse 

Konnte ihn erst heute sehen.

Ja, der Autor Sascha Arango arbeitet gern mit offener Täterführung. Das passt in Kiel eher, weil die Psychologie dort mehr ausgespielt werden kann als in Münster. Dies erinnerte darum stärker an die eine große Krimiserie mit offener Täterführung. Spätestens als Thiel sagt "Ach, eine Frage noch!" weiß man, hier wird mit Absicht Richtung Columbo gezwinkert.

Es gab zwei Pärchen, deren Umgang miteinander zu beobachten war, und da war das Ehepaar Prätorius deutlich interessanter als Thiel und Boerne, schlicht, weil wir sie noch nicht kannten. Darum hätte ich von deren Interaktion auch gern noch mehr gesehen. Ihr erster Dialog nach dem Todesfall machte in seiner trockenen Performance Lust auf mehr. Leider auch auf mehr, als dann kam. Aber ich würde auch sagen, dass sie schauspielerisch das Doppel gewonnen haben. Beide könnten mit Blicken mehr bewirken als Liefers mit großen Gesten.

Ich fand unterm Strich aber, dass die Kombination Arango / Münster beiden Seiten guttat. Thiel und Boerne spielten ein bisschen frischer auf als zuletzt. Der Plot war soweit okay, sogar mit einigen interessanten Wendungen. Mir fiel es aber auch eher leicht, mich auf "Okay, jetzt kommt was, was wie bei Columbo sein will" einzulassen. Auch mit all dem, was man damit nicht bekam. Etwa etwas mehr Spannung.

 

andreas-wendt antworten


AWHler
 AWHler
Beiträge : 2373
Veröffentlicht von: @tristesse

Mir fehlte aber der Biss- früher haben die sich richtig angegangen und nun mischte Börne einfach mit und Thiel fand das völlig okay. Als würde denen nichts mehr einfallen.

Altes Ehepaar halt? 😉

awhler antworten
1 Antwort
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

@awhler 

Altes Ehepaar halt?

Wenn ich ein altes Ehepaar sehen will, brauche ich nicht dafür den Tatort einschalten 😉 

tristesse antworten
Seite 3 / 8
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