Zuletzt gesehener Film 2025
Jetzt wollte ich von einem Film berichten und stelle fest, dass wir schon wieder ein neues Jahr haben... 😀
Hier also wieder unser Thread für den Austausch über Filme, also im Kino, Fernsehen, Stream oder was auch immer - für Serien gibt es wie üblich einen separaten Thread.
Wie üblich am besten den Titel fett als Überschrift nennen... und Spoiler bitte so kennzeichnen, dass jeder selbst entscheiden kann, ob er weiterlesen will oder nicht. Auf einen guten Austausch!
Nosferatu (2025)
Gerade eben gesehen. Als Fan des Originals und auch des Remakes von Werner Herzog mit Klaus Kinski sowie von Horrorfilmen generell war das eigentlich Pflicht für mich, daher bin ich mit meiner Frau (Die den Herzog Film auch sehr mag) los ins Kino.
Je nun, was soll ich sagen... ich kenne gute wie negative Kritiken, wir beiden waren jedenfalls enttäuscht. Szenerie, Kostüme, Schauspieler, Fotografie - alles grandios. Nur, wenn man die Originale kennt... wo ist da jetzt die Geschichte?
Es ist eine lieblose Aneinanderreihung von Szenen, die zwar jede für sich gut gemacht sind - aber es fehlt der Spannungsbogen.
Werner Herzog hat damals das Remake gemacht, weil das Vorbild ein Stummfilm war, und sich das natürlich in Farbe lohnt... und er hat auch eigene Ideen eingebracht, die von der Vorlage abwichen.
Das gleiche wurde hier wieder versucht. Aber es ist nicht stimmig. Statt Handlungsbogen standen die Effekte im Vordergrund. Und ja, die Figur des Vampirs ist beeindruckend und absolut sehenswert. Aber wo die Handlung Tiefe hätte gewinnen sollen zeigte man lieber ein paar Ekelszenen, und das für meinen Geschmack um einiges zu oft. Und die wenigen neuen Ideen reißen es auch nicht mehr raus.
Und am Ende steht man da und fragt sich: "Ja wie... das war's jetzt?".
Und ich habe gar nicht erwartet, dass es eine völlig neue Geschichte oder total überraschende Wendungen gibt... aber dass eine Geschichte zumindest einen Spannungsbogen braucht, dass es Höhepunkte geben muss, dass sich eine Dramatik aufbauen muss - das ist das Minimum, das ich von einem Film erwarte.
Das war hier nur sehr rudimentär gegeben, die Schwerpunkte waren ganz klar woanders, nämlich bei oberflächlichen Effekten (Was auch Kameraführung mit einschliesst).
Und das ist sehr schade. In der Kinovorstellung haben einige Zuschauer den Raum noch vor dem Ende verlassen. Würde ich nie tun (Ich habe schließlich für den ganzen Film bezahlt!), aber es sagt wohl etwas darüber aus, wie das Ganze so angekommen ist...
@lucan-7 Szenerie, Kostüme, Schauspieler, Fotografie - alles grandios. Nur, wenn man die Originale kennt... wo ist da jetzt die Geschichte?
Schau mal in Wolfgang Schmitts "Die Filmanalyse" rein, der hatte schon vor zwei Jahren (da konnte er also Nosferatu noch gar nicht kennen) einen Beitrag über Robert Eggers bisherige Regie-Arbeiten gemacht. Vielleicht findest Du Dich in dessen Kritik wieder, sein tendenzielles Fazit war, dass mal jemand die Drehbücher für ihn schreiben sollte, damit seine ästhetisch grandiosen Filme auch eine interessante Geschichte, einen Inhalt bekämen...
Ich hatte bisher nur "The Northman" von ihm gesehen (und hier im Thread auch rezensiert...), von dem ich begeistert war. Unter anderem auch deswegen, weil man durch ihn keine "Botschaft" aufgedrückt bekam. Was andere vielleicht auch als: "keine Geschichte enthalten" verstehen und daher kritisieren könnten.
Sollte "Nosferatu" im hiesigen Provinzkino laufen, werde ich mir den anschauen und vermutlich nicht enttäuscht sein, weil ich im Gegensatz zu Dir und Deiner Frau mich einfach nicht im Vorfeld der täuschenden Hoffnung ergebe, da einen neuen Plot, eine "Aussage" zu sehen zu bekommen. 🙂
Sollte "Nosferatu" im hiesigen Provinzkino laufen, werde ich mir den anschauen und vermutlich nicht enttäuscht sein, weil ich im Gegensatz zu Dir und Deiner Frau mich einfach nicht im Vorfeld der täuschenden Hoffnung ergebe, da einen neuen Plot, eine "Aussage" zu sehen zu bekommen.
Wir haben weder einen neuen Plot noch eine tiefere Aussage erwartet. Das ist nicht der Punkt - der Punkt ist der fehlende Spannungsbogen. Die Szenen werden praktisch zusammenhanglos aneinandergereiht. Jede Szene steht für sich, und jede Szene für sich genommen ist auch grandios... aber es fehlt das verbindende Element.
Zwar gibt es natürlich eine übergeordnete Geschichte, eine Erzählung, ein Anfang und ein Ende. Aber erzählt wird diese durch eine simple Aneinanderreihung von Einzelszenen.
Mal ein kurzer Spoiler für ein Beispiel, was ich hier meine:
Spoiler
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Als Hutter (Im Dracula Original: Harker) das Schloss des Grafen Orlok betritt haben wir natürlich erwartungsgemäß eine beklemmende Szenerie. Hutter versucht zwar, höflich und gefasst zu bleiben, aber ziemlich schnell überfällt ihn schon beim ersten Zusammentreffen Furcht und Panik.
Nun gut, irgendwie logisch... aber die Handlung im Schloss geht ja weiter. Furcht und Panik hatten wir aber schon in der ersten Szene... was soll da also noch kommen?
In den Vorlagen von 1922 und 1979 entstand der Spannungsbogen dadurch, das Hutter zwar die beklemmende Atmosphäre bemerkt, sich aber einredet, dass der Graf halt einfach nur etwas seltsam und exzentrisch ist... und dann nach und nach eingestehen muss, dass da etwas ganz und gar nicht stimmt. Das schafft den erwähnten Spannungsbogen, die Geschichte entwickelt sich.
Das fehlt im neuen Film. Szene: Hutter geht durchs Schloss und gerät in Panik. Nächste Szene: Hutter geht durchs Schloss und gerät in Panik. Dritte Szene: Hutter geht durchs Schloss und gerät in Panik. Äh ja... hatten wir das nicht gerade...?
Jede Szene für sich genommen ist grandios, aber es fehlt der Bezug zueinander. Die Figuren im Film entwickeln sich nicht, die Geschichte wird einfach nur stumpf abgefilmt, Stück für Stück.
Hinzu kommt auch die ein oder andere Enttäuschung bei der grafischen Umsetzung... Licht und Schatten, wenn der Vampir erscheint werden zwar hier auch verwendet und sind am Anfang noch sehr gut umgesetzt... gegen Ende jedoch fällt das hinter der Vorlage von 1922 meilenweit zurück, trotz oder gerade aufgrund der Referenzen, die hier offenbar gesetzt werden sollten.
Schau mal in Wolfgang Schmitts "Die Filmanalyse" rein, der hatte schon vor zwei Jahren (da konnte er also Nosferatu noch gar nicht kennen) einen Beitrag über Robert Eggers bisherige Regie-Arbeiten gemacht. Vielleicht findest Du Dich in dessen Kritik wieder, sein tendenzielles Fazit war, dass mal jemand die Drehbücher für ihn schreiben sollte, damit seine ästhetisch grandiosen Filme auch eine interessante Geschichte, einen Inhalt bekämen...
Ich stimme Wolfgang Schmitt nicht immer in seinen Kritiken zu, aber hier scheint er einen Punkt zu haben, der wohl auch auf "Nosferatu" zutreffen wird...
Horizon (2024)
Danke Lucan für den neuen Thread 😉
"Horizon" ist der erste von vier geplanten Western, die ein Herzensprojekt von Kevin Costner zu sein scheinen. Bei "Der mit dem Wolf tanzt" hat es ja auch geklappt, was sollte schon schief gehen, auch wenn Herr Costner in den letzten Jahren nicht viel Erfolg mit seinen Projekten hatte, wenn man mal die Serie "Yellowstone" rausnimmt, die ist wirklich gelungen.
Die Rezensionen sind sehr gespalten, da ist wirklich alles dabei, von totaler Begeisterung bishin zu wüsten Beschimpfungen, was das denn bitte für ein Film sein sollte?
Zunächst mal ist es ein Western Epos, das sich sehr viel Zeit für ihre Protagonisten in den verschiedenen, zeitlich unterschiedlich ablaufenden Handlungssträngen lässt. In der ersten halben Stunde wird man zwar erst mal in die Szenerien geschmissen, es wird nicht viel erklärt und man muss ein wenig aufpassen, was aber nicht weiter schwierig ist, das ist schließlich nicht "Dunkirk" oder "Mullholand Drive", besonders komplex ist es nicht.
Es geht um die Siedler, die sich kurz vor Ausbruch des Bürgerkriegs im Apachenland niederlassen wollen, angelockt von den dubiosen Versprechen, dass ein neues Leben in "Horizon" auf sie wartet. Dem gegenüber stehen kriegerische Apachen, die sich nicht mit der Besiedelung arrgangieren wollen und gegen die naiven Siedler in den Krieg ziehen. Paralell dazu treffen wir auf den alternden Hayes (Costner), der unfreiwillig zum Retter einer jungen Frau und eines Babies wird. Das sind so die Haupthemen, die den Film ausmachen, allerdings gibt es noch ein paar Nebenschauplätze. Das hätte alles ziemlich genial werden können, wenn Costner es geschafft hätte, die einzelnen Handlungsstränge spannend zu gestalten und dann am Ende logisch zusammen zu fügen. Es geht natürlich um die Situation der Siedler, Rassismus gegen andere Kulturen, der Bürgerkrieg, verlorene Liebe, Missbrauch, Gewalt und Alkoholismus... es wird ein Fass nach dem anderen aufgemacht.
Das Zusammenführen der Geschichten ist ihm aber nicht gelungen und so stehen die Protagonisten mit ihren Schicksalen eher für sich und so verpufft das Ganze am Ende ziemlich. Was der Film allerdings an einigen Stellen hat ist eine gehörige Portion Humor und das trägt über teilweise brutale Szenen und das Leid einzelner hinweg.
Handwerklich ist der Film wirklich großartig geworden, es wurde weitestgehendst auf CGI und Tricks verzichtet, da steckt viel Liebe zum Handwerk und Detail drin, das ist schon toll. Epische Kulissen, sehr gute, zum Teil bekannte Darsteller, ein überwältigender Soundtrack und vom Timing geht sehr viel auf. Die Landschaft ist wunderschön und die Szenen fügen sich im Gesamtbild gut ein. Man sieht die Liebe von Costner zu dem Thema in jeder Kameraeinstellung, das hat mich sehr begeistert.
Ich vermute, Costner war sich des Erfolgs zu sicher, man merkt, dass seine Vision eine mehrteilige Saga war und nachdem der erste Teil im Kino floppte ist nicht klar, ob es der zweite Teil überhaupt in die Kinos schaffen wird, geschweige denn drei oder vier noch entstehen und so ist das Werk bis jetzt leider unvollständig. Costner hat den Fehler gemacht, mit einer Vorschau auf kommende Teile seinen Film zu schließen und nun wirkt das Ganze im Rückblick etwas lächerlich, weil der erste Teil eben nicht begeistern konnte.
Es wäre weiser gewesen, sich erstmal auf einen Teil zu konzentrieren, den vernünftig abzuschließen und dann, sollte der Film erfolgreich sein, eine Fortsetzung zu drehen. Ich denke nicht, dass der zweite Teil besser ankommen wird. Irgendwie schon tragisch, denn an sich ist der Film nicht schlecht.
Wer "Der mit dem Wolf tanzt" mochte, wird diesen Film bestimmt auch genießen und schätzen, aber er kommt halt nicht an "DmdWt" ran und das enttäuscht.
Bekommt von mir 3 von 5 Feuerbüchsen und nen brennenden Planwagen obendrauf.
Danke Lucan für den neuen Thread
Danke gleichfalls für deine Einschätzung... "Horizon" werde ich mir wohl mal anschauen, ich vermute dass ich ihn mögen werde, weil ich Costners Erzählweise generell mag. Überzogene Erwartungen habe ich nicht, und ich kann mir schon denken, warum er beim Publikum nicht ankommt, eben aufgrund seiner Erzählweise.
Bin mal gespannt, ob ich mit meiner Einschätzung richtig liege...ist nur leider noch nicht ohne Zusatzgebühren im Stream verfügbar.
Chantal im Märchenland
Nun ja *räusper*, ich bin ja selbst Schuld, wenn ich so einen Film schaue und mehr erwarte, als der Trailer hergibt.
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=QdgKJjdrFZc&ab_channel=ConstantinFilm
Wenn man diesen geschaut hat, braucht man den Film aber nicht mehr, denn die besten Szenen hat man bereits gesehen.
Ich fand "Fuck ju Göthe" eigentlich ganz unterhaltsam und halte Jella Haase aufgrund ihrer anderen Rollen schon für eine gute Schauspielerin, aber leider schafft ihre Figur, so unterhaltsam sie in der FJG Reihe ist, nicht, den ganzen Film zu tragen. Mal abgesehen davon versteht man nicht die Hälfte von dem was Haase und Emre sprechen, sie nuscheln sich in einem dermaßen schnellen Tempo durch die Dialoge, ich kapiere schon, dass das ein Spiegel auf das Verbalverhalten der heutigen Jugend darstellen soll, aber man sollte wenigstens in Ansätzen mitkommen. Das war sehr ärgerlich.
Die Anspielungen auf Grimms Märchen waren recht witzig, aber viel zu kurz. Alles an diesem Film ist hektisch, kurzlebig und das geht auf Kosten der Protagonisten und ihren Geschichten, aber ich vermute, man wollte die jungen Leute nicht durch eine komplexe Handlung und anspruchsvolle Gags überfordern. Dabei schaffen die ja auch Harry Potter und The Maze Runner, so dumm sind die nicht.
Sehr schön in ihren Rollen und herrlich selbstironisch gespielt haben Max von der Grohe und Nora Tschirner, leider hatten sie nicht viel Präsenz. Im Übrigen war CiM der secherfolgreichste deutsche Film im Jahr 2024, was mich dann doch an den Niveau der heutigen Jugend etwas zweifeln lässt 🙂
Was bleibt ist ein zweifelhaftes, quietschbuntes Vergnügen, das am Ende etwas langweilt und hinter der FJG Reihen deutlich zurückbleibt. Aufgrund des Trailers hatte ich einfach etwas mehr erwartet und so bekommt das Ganze von mir einen von fünf Goldeseln und ne Spindel obendrauf.
@tristesse Steht als nächstes auf meiner Watch - List.
Weswegen ich ihn überhaupt sehen möchte, kann ich gar nicht wirklich begründen, wahrscheinlich einfach nur aus Neugierde; ich persönlich mag die "Fack ju Goethe" - Filme nämlich nicht wirklich 🤔
@tristesse Im Übrigen war CiM der secherfolgreichste deutsche Film im Jahr 2024, was mich dann doch an den Niveau der heutigen Jugend etwas zweifeln lässt 🙂
Versteh ich grad nicht, daher mehrere Fragen.
1. Welche fünf deutschen Filme waren erfolgreicher? (Ihr könntet mich foltern, ich wüsste keinen einzigen Titel zu nennen...)
2. Welche Kriterien gelten für den Erfolg? Einspielergebnisse an den Kinokassen? Streaming-Minuten? Anzahl der Filmbesprechungen in der Bravo?
3. Warum zweifelst Du da am Niveau der heutigen Jugend? Gehen nur noch Jugendliche in's Kino?
4. Wo hast Du "CiM" (die heutige Jugend hat ja keine Zeit mehr, Filmtitel in voller Länge auszusprechen, geschweige denn auszutippen, da gerät man schon in's Zweifeln... ) gesehen? Wenn der schon letztes Jahr in die Kinos kam - gibt's bei Dir in der Nähe ein Programmkino, wo solche ollen Klassiker-Schinken gezeigt werden?
@tristesse Haben ihn gestern nun gesehen, fand ihn alles in allem ganz okay.
Eben sehr "drüber", im Sinne von hektisch, sehr vielen Effekten & unruhig, das habe ich auch so empfunden... Alles akustisch verstanden habe ich ebenfalls nicht. Aber zum berieseln lassen war er in Ordnung & stellenweise unterhaltsam..
Da habe ich schon weitaus Schlechteres gesehen 🙂
It ends with us
Neu auf Netflix; Buchverfilmung von Colleen Hoovers Roman - ein Drama über eine Floristin, die in den Teufelskreislauf von häuslicher Gewalt gerät.
Keine leichte Kost, aber sehr packender Film.. Mit einer herausragend guten Blake Lively.
Ich hatte mir schon einmal überlegt, das Buch zu lesen & das nicht umgesetzt, in der Nachbetrachtung bereue ich es.. Das wäre sicherlich als Buch auch ganz toll gewesen.
Manayek : Israelische Krimiserie auf Arte Mediathek 3 Staffeln die erste auf deutsch die beiden andern ivrit mit UT.
https://www.arte.tv/de/videos/RC-023389/manayek-die-verraeter/?trailer=true
Zur Info fürs nächste Mal:
https://forum.jesus.de/community/film-fernsehen/serienthread-2025/
Wir haben für Serien einen aktuellen Extrathread 🙂