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Zuletzt gesehener Film 2025

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Lucan-7
Themenstarter
BeitrÀge : 27677

Jetzt wollte ich von einem Film berichten und stelle fest, dass wir schon wieder ein neues Jahr haben... 😀 

Hier also wieder unser Thread fĂŒr den Austausch ĂŒber Filme, also im Kino, Fernsehen, Stream oder was auch immer - fĂŒr Serien gibt es wie ĂŒblich einen separaten Thread.

Wie ĂŒblich am besten den Titel fett als Überschrift nennen... und Spoiler bitte so kennzeichnen, dass jeder selbst entscheiden kann, ob er weiterlesen will oder nicht. Auf einen guten Austausch!

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130 Antworten
Jack-Black
BeitrÀge : 5802

The Dating Game Killer

Kostenfrei zu sehen fĂŒr amazon prime Kunden.

 

Anna Kendrick fĂŒhrt hier gleichzeitig Regie und spielt die weibliche Hauptfigur. Ersteres ĂŒberforderte sie wohl, letzteres meisterte sie souverĂ€n. Als Schauspielerin taugt sie jedenfalls was, auch wenn ich mit den Figuren, die sie spielt, nie so ganz warm werden kann.

Inhalt: Der Film spielt in den Siebzigern. Warum - das wurde mir erst beim Abspann bewußt: es wird eine "wahre" (Tatsachen-) Geschichte erzĂ€hlt. Wenn man das weiß, kommen vermutlich nicht so viele Irritationen hinsichtlich der Dramaturgie auf, wie sie's bei mir taten. Bevor Ihr jetzt aber auf die Idee kommt, nach der Tatsachen-Vorlage zu googeln - tut's nicht! Denn diese Irritationen waren zumindest in meinem Fall noch das Unterhaltsamste...

Bild, Schnitt und Ton sind gut und sehr - nun ja - cineastisch.

Die Darsteller geben ihr Bestes und sind nicht die Schlechtesten, werden aber m.A.n. unterfordert.

Das Drehbuch ist mittelmĂ€ĂŸig, die Dialoge erscheinen teilweise einfach "falsch". Dies zu begrĂŒnden wĂŒrde bedeuten, zu spoilern, daher lass ich's lieber. 😉 Mit dem Springen zwischen unterschiedlichen Zeitebenen wird versucht, Spannung aufzubauen. Was bei mir eher nach hinten losging: ich fĂŒhlte mich schlicht verĂ€ppelt und vorsĂ€tzlich auf falsche Spuren gebracht.

Fazit: True crime auf SpielfilmlĂ€nge ausgewalzt mit einer fĂŒr mein Empfinden zu aufdringlichen #metoo-Message. Kann man sich anschauen, aber braucht man nicht.

5/10 Punkte

 

jack-black antworten


Jack-Black
BeitrÀge : 5802

Oppenheimer

Kostenfrei fĂŒr Amazon prime-Kunden seit ein paar Tagen zu sehen.

Bin mir nicht sicher, ob der Streifen hier nicht lĂ€ngst schon besprochen wurde, ich kam in der Zeit, wo er in den Kinos lief, nicht dazu, mal in die Stadt zu fahren und dachte mir: "Ein bisserl Warten ist bei so einem Historienfilm kein Problem, entweder er ist auch noch gehaltvoll, wenn er auf dem heimischen Bildschirm zu sehen sein wird - oder er ist ĂŒberhaupt nicht gehaltvoll."

Detailinfos finden sich natĂŒrlich inzwischen reichlich in der Wikipedia: --> Klick!

Wer eine ausfĂŒhrliche Rezension wĂŒnscht, wird bei Wolfgang Schmidt in seiner Filmanalyse fĂŒndig.

Gestern nachts, nachdem ich Oppenheimer angeschaut hatte, hab ich mir Schmidts Analyse (von deren Existenz ich schon wußte) angeguckt und durchaus mit Gewinn: er entdeckte da diverse Aspekte, die mir nicht auffielen. Womöglich lohnt es sich sogar, die Rezension vorher zu gucken, um dann auf die von ihm angesprochenen Punkte genauer achten zu können. Wirklich gespoilert wird da nicht. Aber naja, was Spoiler seien und was nicht, empfindet ja jeder unterschiedlich.

Ich stimme in weitem Umfang Schmidts Kritik zu, habe jedoch zwei Punkte an Oppenheimer zu bemÀngeln, die in der "Filmanalyse" nicht vorkommen, bzw. anders bewertet werden.

1. Die Rolle der Frauen in dem Film. Ganz ehrlich? Dieser Privatleben-Aspekt ist meinem DafĂŒrhalten nach ĂŒberflĂŒssig und boulevardisiert das Thema. Schmidt interpretiert da etwas in die Frauenfiguren hinein, was sich mir zumindest in dem Film ĂŒberhaupt nicht auf diese Weise erschloß. Ich dachte einfach nur: Naja, man muß eben bei so einer großen Kinoproduktion auch irgendwelche Frauen mit reinbringen aus kommerziellen GrĂŒnden. Allerdings: in einer - recht spĂ€ten - Szene hat Emily Blunt in ihrer Rolle als Oppenheimers Ehefrau Kitty einen großartig gespielten Auftritt, der mich mit ihrer fĂŒr mich unangenehmen Figur, wie sie vorher aufgebaut wurde, schließlich versöhnte. Zwar finde ich diese ganze Privatbeziehungs-Thematik weiterhin ĂŒberflĂŒssig, aber aufgrund dieser einen Szene gebe ich zu: eine unterhaltsame und somit gern zu verzeihende ÜberflĂŒssigkeit!

2. Zuviele Party-Smalltalk-Anspielungen, die sich an ein Publikum, von dessen Bildung man nicht ĂŒberzeugt ist, anbiedern. Beispiel (nicht handlungsrelevant und daher auch kein SPOILER): Ganz frĂŒh schon wird der berĂŒhmte und myriardenfach zitierte Satz Einsteins "Gott wĂŒrfelt nicht" in irgendeinen Dialog mit reingenommen. Der Dialog findet zwischen zwei Fachleuten statt, und wĂ€re so vermutlich nicht gefĂŒhrt worden. Hier soll dem Publikum in einer Sentenz ein hochkomplexer Streit ĂŒber die Implikationen  verschiedener Interpretationen quantenphysikalischer Effekte vorgefĂŒhrt werden, man soll sich an seinen Physikunterricht von damals erinnern nach dem Motto: "Ach ja, genau, Heisenberg, Einstein, Kopenhagener Deutung, ich weiß bescheid!" Man weiß selbstverstĂ€ndlich nicht bescheid, fĂŒhlt sich aber so. Das ist fĂŒr mich eine Boulevardisierung von Wissenschaft, bei der ich mir nicht sicher bin, wie manipuliert ich mir nun vorkommen soll.

 

Wolfgang Schmidt nennt in seiner Rezension die sehr voluminöse, sehr detaillierte und informationsreiche Biografie ĂŒber Oppenheimer, auf welcher der Film basiert, und er wagt die These, dass man nun, nach Christopher Nolans Verfilmung, dieses Buch eigentlich nicht mehr brauche.

Ohne es gelesen zu haben, wage ich zu behaupten, dass dies falsch sei: Denn der Film ist denn doch zu sehr kinotauglich und unterhaltsam, d.h. KomplexitÀt vermindernd, biegt also historische Tatsachen zu einer in sich stimmigen, sinnhaften (!) Geschichte zurecht mit Spannungsbögen, die AnfÀnge und Enden haben.

 

Bewertung:

Ausstattung, Kamera, Schnitt, Bild, eben all die filmhandwerklichen Aspekte: 9/10 (auf die von Schmidt gelobte Filmmusik habe ich nicht geachtet - was ein Hinweis darauf sein mag, dass sie gut sein muss, weil schlechter Musikeinsatz mich immer sehr nervt)

Schauspielerei: 9,5/10 Bei sovielen Stars, die Top-Performances hinlegen, sieht ja selbst ein Tarantino-Streifen beinahe etwas blass aus! Robert Downey Junior spielt hier in der Rolle des Lewis Strauss ĂŒbrigens so gut wie nie zuvor (10/10), und schafft es damit, seine Auf-ewig-Verbindung zu Tony Stark aka Iron Man in meinem Kopf zu kappen. FĂŒr etwaige Schweighöffer-Fans noch eine kleine EnttĂ€uschung: wer nur wegen seinem Auftritt als Heisenberg in diesen Film geht, kommt nicht auf seine Kosten, die Rolle ist allzu winzig.

Dialoge: 8/10 (siehe dazu mein obiger Kritikpunkt - wer den fĂŒr unwesentlich hĂ€lt, darf gern auf 9/10 erhöhen)

Regie: 10/10 Wirklich die beste Leistung, die Christopher Nolan bisher abgeliefert hat. Ich hĂ€tte nicht gedacht, das so eine gigantische Thematik (Stichwort: Prometheus) ĂŒberhaupt kinoreif verfilmbar wĂ€re. Wie da erzĂ€hlt wird mit all den RĂŒckblenden, dem Hin- und Her zwischen Farbe und Schwarzweiss - das ist echte Kunst.

Gesamt: 9,5/10

Gehört fĂŒr mich seit gestern zu den Top Ten der Kinofilme aller Zeiten.

 

 

jack-black antworten
6 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

BeitrÀge : 27677

@jack-black 

Ich habe den Film noch nicht gesehen, werde ich aber zeitnah nachholen (sofern auch meine nicht-deutsche Version freien Zugang hat).

Ich hatte das hier aber schon befĂŒrchtet:

 

Ganz frĂŒh schon wird der berĂŒhmte und myriardenfach zitierte Satz Einsteins "Gott wĂŒrfelt nicht" in irgendeinen Dialog mit reingenommen. Der Dialog findet zwischen zwei Fachleuten statt, und wĂ€re so vermutlich nicht gefĂŒhrt worden. Hier soll dem Publikum in einer Sentenz ein hochkomplexer Streit ĂŒber die Implikationen verschiedener Interpretationen quantenphysikalischer Effekte vorgefĂŒhrt werden, man soll sich an seinen Physikunterricht von damals erinnern nach dem Motto: "Ach ja, genau, Heisenberg, Einstein, Kopenhagener Deutung, ich weiß bescheid!" Man weiß selbstverstĂ€ndlich nicht bescheid, fĂŒhlt sich aber so. Das ist fĂŒr mich eine Boulevardisierung von Wissenschaft, bei der ich mir nicht sicher bin, wie manipuliert ich mir nun vorkommen soll.

Wann immer es in einem Film um hochkomplexe, wissenschaftliche Themen geht fangen zwei Experten garantiert an, die Sache sich gegenseitig mit plumpen, halbphilosophischen, platten Vergleichen zu erklĂ€ren... oder ein Professor im Hörsal erklĂ€rt nicht etwa die konkreten, physikalischen ZusammenhĂ€nge und Formeln, sondern schwafelt darĂŒber, wie gefĂ€hrlich das doch ist, was man damit anrichten kann.

So dass es halt auch der dĂŒmmste Zuschauer versteht.

Ich halte das fĂŒr sehr Ă€rgerlich... nicht, weil ich jetzt unbedingt die komplexen Formeln nachvollziehen will (Das wĂŒrde ich eh nicht schaffen), sondern weil es einfach die AtmosphĂ€re ruiniert.

Warum kommt man da nicht auf glaubwĂŒrdigere Ideen... man lĂ€sst den Professor ein, zwei SĂ€tze sagen, die keiner versteht der nicht zufĂ€llig selbst Atomphysik studiert hat... und dann schwenkt die Kamera auf einen Studenten, der seinen Nachbarn fragt: "Entschuldige, ich verstehe kein Wort... was hat der gerade gesagt...?". Und der kluge Student neben ihm blickt ihn etwas ĂŒberheblich an und erklĂ€rt die Sache grinsend dann noch einmal so, dass es auch die Zuschauer verstehen.

Sicher, man fĂŒhlt sich als Zuschauer vielleicht etwas vorgefĂŒhrt, weil man diese komplexen HintergrĂŒnde nicht versteht... aber warum sollte man auch? Ist es wirklich so eine Zumutung, daran erinnert zu werden, dass man halt nicht alles weiß... so dass man die Wissenschaftler im Film ununterbrochen dummes Zeug labern lassen muss, um die Zuschauer nicht zu ĂŒberfordern?

 

Aber wer weiss... wahrscheinlich wurde das alles schon mit Testpublikum durchexerziert... manchmal frage ich mich ja, wen die da alles reinlassen, in dieses "Testpublikum"...

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

BeitrÀge : 5802

@lucan-7 Ich hatte das hier aber schon befĂŒrchtet:

 

Naja, sooo schlimm isses nicht. Lass Dir nicht von "Hatern" wie mir Vorbehalte einpflanzen. 😉

 

man lÀsst den Professor ein, zwei SÀtze sagen, die keiner versteht der nicht zufÀllig selbst Atomphysik studiert hat... und dann schwenkt die Kamera auf einen Studenten, der seinen Nachbarn fragt: "Entschuldige, ich verstehe kein Wort... was hat der gerade gesagt...?".

Dass wĂ€re dann wirklich "Löwenzahn" fĂŒr Erwachsene. 😀

 

Was ich meinte, waren eher so "philosophische"  Einlagen, die bei uns Zuschauern wie Honig im Bart schmecken. Die Grenze ist da nicht so deutlich und es kommt vermutlich sehr auf den jeweiligen Zuschauer an, ob er sich eher respektiert oder eher unterfordert fĂŒhlt. Beispiel (nicht aus dem Film): irgendwo in meinem Lieblingsroman Quicksilver (von Neal Stephenson - unbedingt lesen! 😀 ) fiel der Begriff "Ockham's Razor" in einem Dialog - ohne irgendwie weiter erlĂ€utert zu werden. Als ich das damals las, fĂŒhlte ich mich gut: ich wusste, was gemeint war und dachte so nebenbei: "Viele, die das lesen, wĂŒrden es vermutlich gar nicht kapieren!"  Meine Eitelkeit wurde am Bauch gekrault und schnurrte zufrieden...

Aber womöglich (ich mĂŒsste jetzt umstĂ€ndlich nach der Stelle suchen, was ich nicht tun werde) ließ ich mich damit verfĂŒhren, diesen Dialog fĂŒr klĂŒger zu halten, als er eigentlich war. Man muss halt aufpassen...

manchmal frage ich mich ja, wen die da alles reinlassen, in dieses "Testpublikum"...

Da mache Dir hinsichtlich Oppenheimer mal keine Sorgen: Im Vergleich zum Durchschnittsfilm dĂŒrfte dieser hier kaum einen Zuschauer unterfordern.

By the way:

sofern auch meine nicht-deutsche Version freien Zugang hat (...)

Ich bin mir hier ziemlich sicher, dass ich vom englischsprachigen Original ĂŒberfordert gewesen wĂ€re, weil manche Dialoge auch schon in der deutschen Synchronisation nicht leicht zu verfolgen sind.

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

BeitrÀge : 27677

@jack-black 

Dass wĂ€re dann wirklich "Löwenzahn" fĂŒr Erwachsene. 😀

Ja, aber genau das ist ja das Level, das da in vielen Filmen eingebaut wird... und zwar nicht dann, wenn sich Studenten unterhalten (Bei denen das noch nachvollziehbar wĂ€re), sondern wenn zwei "hochqualifizierte Experten" sich in ihrem BĂŒro miteinander unterhalten... da kriege ich jedesmal die Krise und denke: "HĂ€tte man das jetzt nicht besser lösen können...?"

Wenn das in Oppenheimer besser gelöst wurde... dann bin ich ja zufrieden und sehr gespannt.

 

Ich bin mir hier ziemlich sicher, dass ich vom englischsprachigen Original ĂŒberfordert gewesen wĂ€re, weil manche Dialoge auch schon in der deutschen Synchronisation nicht leicht zu verfolgen sind.

Oha... mal sehen. Da wir das voraussichtlich zusammen mit nicht-deutschsprachigen Leuten ansehen wollen wird das wohl komplizierter werden... aber mit Untertiteln mĂŒsste das dann zu wuppen sein. Notfalls sind es dann halt zwei Sprachen...

 

lucan-7 antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

BeitrÀge : 20559

@lucan-7 

Ich halte das fĂŒr sehr Ă€rgerlich... nicht, weil ich jetzt unbedingt die komplexen Formeln nachvollziehen will (Das wĂŒrde ich eh nicht schaffen), sondern weil es einfach die AtmosphĂ€re ruiniert.

Ich kann dich beruhigen das tutŽs nicht. In diesem Film ruiniert absolut nichts die AtmosphÀre. 

Einfach anschauen und nicht vorher schon Ă€rgern 😉 

 

tristesse antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

BeitrÀge : 27677

@tristesse 

Einfach anschauen und nicht vorher schon Ă€rgern 😉 

Ich Àrgere mich aber trotzdem schon vorher - weil ich ihn immer noch nicht ohne Zusatzkosten anschauen kann.

Muss ich wohl noch weiter warten....

lucan-7 antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

BeitrÀge : 20559

@jack-black 

Ich wiederhole meine Filmkritik aus dem Jahre 2023:

Oppenheimer

Polit-Thriller von Christopher Nolan, der sich mit dem Leben des "Vaters der Atombombe" auseinandersetzt. Bis auf wenige Sequenzen wird der Film aus der Sicht Oppenheimers erzÀhlt. 

Ich hab den Film jetzt zweimal gesehen und finde ihn großartig, meiner Meinung nach einer der besten Filme der letzten Jahre. Bis in die kleine Nebenrollen perfekt besetzt mit Cillian Murphy, Emily Blunt, Robert Downer Jr., Matt Damon, Josh Harnett, Kenneth Branagh, Gary Oldman und anderen. 

Ein Film, in dem viel geredet wird, dennoch ist er meiner Meinung nach nicht zu lang geraten. Ich denke mal, es wird in den Kategorien Regie, Haupt- und Nebendarsteller, Drehbuch und Musik Oscar, - bzw. Golden Globen Nominierungen geben. 

Sehenswert. 

Inzwischen habe ich noch zweimal gesehen und er hat seine Wucht nicht verloren. Deine Kritikpunkte kann ich gut verstehen, bin aber einfach zu hingerissen von dem Rest, als dass es mein VergnĂŒgen geschmĂ€lert hĂ€tte. Es ist halt ne biographische Verfilmung und da gehören fĂŒr mich, der vollstĂ€ndigkeithalber auch seine Frauengeschichten dazu. Ob man das jetzt soooo auswalzen muss, ist natĂŒrlich eine andere Frage.

FĂŒr mich ist Nolan der beste Regisseur dieser Zeit, der grundsĂ€tzlich immer voll abliefert, ob das nun sowas wie Bat Man oder Inception ist. Nur bei "Dunkirk" hab ich ausgemacht, da hat er es mit den ZeitsprĂŒngen etwas zu ĂŒbertrieben 🙂

Was ich fĂŒr dich einfach schade finde, dass du den nicht auf der großen Leinwand gesehen hast. Die Wucht der Bilder, die Farben, die Musik... das kommt im Kino einfach noch mal ganz anders rĂŒber. 

 

tristesse antworten
Lucan-7
Themenstarter
BeitrÀge : 27677

The Ministry of Ungentlemanly Warfare

Etwas seltsamer Actionfilm vor dem Hintergrund des 2. Weltkrieges, der sich an Indiana Jones, Inglorius Basterds und vermutlich auch Rambo als Vorlagen bedient... soll mit Augenzwinkern zu verstehen und sogar eine "Komödie" sein - wobei ich nicht verstehe, was dabei lustig sein soll, reihenweise Menschen abzuschlachten und dabei zu grinsen... nun ja.

Ärgerlich finde ich, dass am ende so getan wird, als wĂŒrde es sich um ein historisches Geschehen handeln, weil die Namen der "echten" Agenten am Schluss genannt werden - als ob der Film irgendwas mit der historischen RealitĂ€t zu tun gehabt hĂ€tte...

Man darf es halt nicht zu ernst nehmen. Es ist ein Actionfilm, Punkt. Als solcher ganz unterhaltsam, aber man verpasst nicht viel wenn man es nicht kennt. Es sei denn, man möchte unbedingt Til Schweiger als bösen Nazi sehen...

lucan-7 antworten


Jack-Black
BeitrÀge : 5802

Prey

Derzeit kostenfrei fĂŒr Prime-Kunden bei Amazon zu sehen (zwischendrin war meines Erinnerns keine Werbung geschaltet).

 

Story/Figuren

Naru, ein Comanchen-MÀdchen, will JÀgerin werden statt KrÀuter zu sammeln wie der Rest der Frauen. Um es allen zu beweisen, schwÀnzt sie gern ihre eigentliche Arbeit und stromert allein, bzw. in Gesellschaft ihres Hundes, durch die Wildnis.

Als ein Ufo durch die Wolken pflĂŒgt und offenbar einen Predator zurĂŒcklĂ€sst, kommt die Geschichte irgendwie in Gang...

Mehr sei nicht verraten, obwohl Spoiler bei Predator-Filmen eigentlich gar nicht möglich sind, weil wir die Story ja schon seit dem ersten (und einzig wirklich guten, weil halt damals noch originellen) Predatorfilm kennen. Das "Zehn kleine Negerlein"-Spiel wird seither in einem Aufguss nach dem anderen durchexerziert, mit kleinen, nicht weiter relevanten Variationen (mal ĂŒberlebt der Predator, mal ĂŒberlebt er nicht).

Ich hatte vor Monaten mal eine Art "Rezension" vom Critical Drinker dazu gesehen und mir war in Erinnerung geblieben, dass er den Film ĂŒberraschend gelungen fand und sich nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig an dem störte, worĂŒber er sich sonst stĂ€ndig aufregt: die Wokeness mit all den girl bosses. Im Vergleich zu Captain Marvel sei das hier viel besser. Seine genauen GrĂŒnde, warum das hier besser sei, hatte ich nicht mehr im Hinterkopf, und nun ja...

Die Hauptfigur ist zwar keine hundertprozentige Mary Sue - aber sowas wie eine Charakterentwicklung finden wir bei ihr nicht wirklich. Und ansonsten ist sie halt das MĂ€dchen, dass es allen zeigt: wie sie das, was eigentlich der Job der MĂ€nner (JĂ€ger, Krieger) ist, viel besser hinkriegt. Zwar verfĂŒgt sie ĂŒber keine "echten" SuperkrĂ€fte, aber ihre Skills sind doch reichlich ĂŒbertrieben und gehen schon fast in Richtung Fantasy (a la Legolas in den HdR-Filmen).

Neben dem Haupt-Gegner (dem Predator - kennt man einen, kennt man alle) kommen noch ein paar menschliche Bösewichte hinzu: französisch sprechende weiße MĂ€nner, maximalst unsympathisch ausgestaltete Figuren, deren dramaturgische Funktion ziemlich durchschaubar ist. WorĂŒber ich mich aber, um Spoiler zu vermeiden, jetzt nicht weiter auslassen mag.

Sie sympathischste Figur des Films ist Narus Hund. Der wird zwar auch in mehreren Szenen durch eine computeranimierte Version ersetzt, aber da, wo er "echt" vor der Kamera spielt, ist er so knuffig, dass ich laut meinem Bildschirm zu verstehen gab: "So einen will ich auch!"

 

Darsteller/Schauspielerei

Naru wird von Amber Midthunder gespielt, einem MĂ€del, das mir vorher noch nicht als Schauspielerin aufgefallen war. Jetzt schaue ich nach, finde in ihrer Filmografie keinen Film, an den ich mich erinnern kann, und muss mich korrigieren: sie ist kein MĂ€del mehr, sondern schon eine erwachsene Frau (1997 geboren). Na gut, im Film wirkt sie wie eine SechzehnjĂ€hrige und benimmt sich auch so. Dass sie die Tochter einer Stuntfrau ist, ergibt insofern Sinn, dass ihre Rolle hier - passend zum Genre - eine sehr physische ist: Action, Action, Action. Und diese Action - wenngleich manches Mal ganz offenkundig der CGI geschuldet - bringt sie gut rĂŒber. Dass sie physisch mit den MĂ€nnern mithalten kann, wird in gewisser Weise pfiffig rĂŒbergebracht: alle mĂ€nnlichen JĂ€ger und Krieger ihres Stammes sind eher Marke Spargeltarzan: sehr flink und beweglich, aber mit Muskeln wie'n Spatz Krampfadern. AgilitĂ€t ist Trumpf bei Comanchens, und schiere Körperkraft und -Masse, so folgert der nach Rationalisierungen suchende Zuschauer, sind im rauhen Arbeitsalltag der Indianer eher ĂŒberflĂŒssige Ressourcenfresser. Mimisch lĂ€uft Frau Midthunder hier eher im Sparmodus. Das könnte eine Regie-Vorgabe sein, um als hauptsĂ€chlichen character trait ihre Toughness herauszustreichen: Sie verzieht auch in Todesgefahr kaum eine Miene und ist hĂ€rter im Nehmen als ein Die-Hard Bruce Willis. Klar: als JĂ€gerin in rauer Wildnis hilft ihr im steten Kampf mit der Natur ein großes Repertoire nuancierter GesichtsausdrĂŒcke wenig weiter. Und der soziale Umgang mit ihren Mit-Comanchen erschöpft sich auch in sehr wenigen Szenen, bei denen z.B. die FĂ€higkeit zu LĂ€cheln nicht unbedingt storyrelevant ist. Dennoch bleibt fĂŒr mich am Ende die Frage: Sollte sie keine Miene verziehen, oder konnte sie nicht?*

Naru hat einen Bruder namens Taabe, ĂŒber dessen Darsteller Dakota Beavers sich Wikipedia ausschweigt. Er ist hier zumeist nur stark von Kriegsbemalung ĂŒbertĂŒncht zu sehen, aber ganz ehrlich? Er bleibt mir als Darsteller eher im GedĂ€chtnis. FĂŒr einen anscheinend (will nicht spoilern) starken Krieger ist er ziemlich schmal gebaut, aber sein Gesicht ist erfrischend "echt indianisch": kein Bartansatz und schön schmale Augen... Wieviele seiner Kampfszenen er nun selbst erledigte, statt sie von Stuntmen oder dem Computer erledigen zu lassen, kann ich nicht sagen: aber sie ĂŒberzeugen mit ihrer agilen, hartnĂ€ckig-furchtlosen Art. Seine Mimik hat fĂŒr mich etwas angenehm Fremdartiges, schwer zu Dechiffrierendes: ich bin kein Comanche und ich mag es, dass so ein Indianer des 18. Jahrhunderts keine blanke ProjektionsflĂ€che fĂŒr mich weißen EuropĂ€er des 21. Jahrhunderts darstellt.

Dane DiLiegro, der den Predator spielt, kann hier mimisch natĂŒrlich nicht wirklich punkten. 😀 Aber ich hab gerade nachgelesen, dass er ĂŒber zwei Meter misst und einigen seiner Instagram-Fotos nach sind die Bauchmuskeln des Predators womöglich seinem echten Bodys nachempfunden. Nun ja: es scheint immer noch gĂŒnstiger und tricktechnisch ĂŒberzeugender zu sein, solche Figuren wie den Predator von Menschen darstellen zu lassen, die man per aufwendiger Maske pimpt, statt den Job gleich per Computer zu erledigen. Und wenn man sieht, wie ein anderer gewaltig großer Gegner - ein Grizzly-BĂ€r - hier im Film animiert wurde, kann man es nachvollziehen. Eigentlich ist die CGI-QualitĂ€t da schon ziemlich hoch (Fell ĂŒberzeugend zu animieren ist besonder schwer), aber man sieht halt trotzdem, dass da kein echter BĂ€r unterwegs ist, interessanterweise vor allem dann, wenn das Tier lĂ€uft/rennt. Vor ein paar Tagen noch hatte ich eine atemberaubende Naturdoku ĂŒber eine Grizzly-BĂ€rin mit ihren zwei Jungen auf arte oder 3Sat oder Phoenix gesehen, inklusive KĂ€mpfen zwischen Grizzlys um die besten FischplĂ€tze: in Relation dazu wirkt der BĂ€r hier in "Prey" wie eine Kasperle-Figur. Gut also, dass der Predator von einem Menschen gespielt wird (zumindest dann, wenn er nicht gerade wie ein Eichhörnchen von Baum zu Baum springt), der visuelle Impact ist dadurch ziemlich ĂŒberzeugend.

Womit wir hier angelangt wÀren:

Bild/Kamera/Schnitt

Da punktet Prey ordentlich. Die Naturbilder - die Story spielt in den "Great Plains" sind teilweise wirklich wunderschön. Die Bildkompositionen sind old school mĂ€ĂŸig episch. Nicht unbedingt kĂŒnstlerisch avantgardemĂ€ĂŸig, aber mit Bedacht arrangiert. Beispielsweise wird Naru in einer Szene, die sie mit ihrem Stamm zeigt, durch einen (per TiefenschĂ€rfe leicht geblurrten) Speer und irgendwelchem Federschmuck, der an ihm appliziert ist, eingerahmt: ein Bild, das man auch wesentlich simpler hĂ€tte gestalten können. Die Kamera spielt hĂ€ufiger mal mit der Verschiebung der TiefenschĂ€rfe, ein Effekt, der mir in rein von KIs generierten Bildern und Filmschnipseln dieser Tage öfter schon aufgefallen ist. Witzigerweise gibt es relativ am Anfang des Films eine "Naturszene", die wohl das Fressen und Gefressenwerden in dieser Naturwelt sozusagen als Hintergrundschablone einfĂŒhren soll, in welcher mehrere unterschiedliche Tierarten vorkommen: es dauert eine Weile, bis einem klar wird, dass vermutlich die gesamte Szene samt der darin vorkommendne Tiere computergeneriert ist - inklusive des inszenatorisch cleveren Einsatzes der TiefenschĂ€rfen-Verschiebung.

Der Schnitt ist meistenteils gut gelungen, die KĂ€mpfe - und es wird genremĂ€ĂŸig gegen Ende hin ziemlich viel gekĂ€mpft - kommen schön rasant und dynamisch rĂŒber, auch wenn sie nicht so perfect choreografiert sind wie beispielsweise in "Oldboy", "The Transporter" oder "Raid 2"**. An ein paar Stellen hatte ich aber das GefĂŒhl, als wĂ€ren ein paar Sekunden rausgeschnitten worden, aus welchem GrĂŒnden auch immer. Falls dies nicht der Fall sein sollte, war der Schnitt an den Stellen dann nicht so gut, wie eben noch behauptet.

Wie auch immer: der Film sieht unter'm Strich ziemlich gut aus und das ist ja nicht unerheblich. 🙂

 

Wertung

 

6 von 10  fliegenden Tomahawks

Mehr gibt es von mir nicht, weil die Figuren einfach zu blass sind, die Story zu dĂŒnn und die Girlboss-Botschaft zu ĂŒberflĂŒssig. Wer allerdings auf die Scifi-Western-Action-Mischung (deutlich besserer Genrevertreter: "Cowboys and Aliens") Bock hat, darf gern noch ein bis zwei Predator-Bolzen drauflegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*Übrigens kommt das GeschlechterverhĂ€ltnis in diesem Film nicht vor, bzw. lediglich in dem Sinne, dass mal wieder eine Frau zeigen soll, dass Frauen alles besser können als MĂ€nner. Nicht fĂŒr eine Sekunde wird auch nur angedeutet, dass das hĂŒbsche Comanchen-MĂ€dchen sich fĂŒr einen ihrer Stammesangehörigen interessieren könnte oder umgekehrt irgendeinem der MĂ€nner ihre AttraktivitĂ€t auffiele. Das im Film prĂ€sentierte Indianerleben erscheint derartig asexuell, dass man auf die Idee verfallen könnte, die Indianer wĂ€ren nicht von den Weißen ausgerottet worden, sondern hĂ€tten vergessen, wie man sich fortpflanzt. Die einzige mĂ€nnliche Bezugsfigur, zu der Naru kein antisympathisches VerhĂ€ltnis pflegt, ist ihr Bruder. Nun waren auch die VorgĂ€nger der Predator-Filme nicht gerade vollgestopft mit love-interest-Nebenhandlungen. Aber hier, wo ja doch eigentlich eine coming of age-Geschichte erzĂ€hlt wird, ist das vollstĂ€ndige Fehlen des "Liebes"-Themas schon erstaunlich: es mindert den AuthentizitĂ€tsgrad merklich.

 

**Meine Vermutung: die Choreografien entstanden erst zum Schluss im Schnittraum, und waren nicht immer ganz grĂŒndlich durchdacht gewesen. Hier muss noch ein geiles Bild, dort noch ein CGI-Effekt eingebaut werden und ausserdem hat doch der Predator ein paar Gadgets, die irgendwo untergebracht werden mĂŒssen... dabei wird manchmal vergessen, dass das Geschehen in einer irgendwie konsistenten Örtlichkeit, an welcher nicht stĂ€ndig Lichteinfall oder rĂ€umliche Distanzen sich nach Bedarf Ă€ndern können, stattfinden sollte.

jack-black antworten
3 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

BeitrÀge : 27677

@jack-black 

Naru, ein Comanchen-MÀdchen, will JÀgerin werden statt KrÀuter zu sammeln wie der Rest der Frauen. Um es allen zu beweisen, schwÀnzt sie gern ihre eigentliche Arbeit und stromert allein, bzw. in Gesellschaft ihres Hundes, durch die Wildnis.

Als ein Ufo durch die Wolken pflĂŒgt und offenbar einen Predator zurĂŒcklĂ€sst, kommt die Geschichte irgendwie in Gang...

Klingt doch eigentlich nach einem guten Setting... von der Predator Reihe erwarte ich auch keine tiefschĂŒrfenden ErzĂ€hlungen, sondern eher eine stimmungsvolle Actiongeschichte. Leider komme ich da im Moment nicht ran, aber irgendwann werde ich mir das sicher ansehen. Denn das Setting erscheint mir doch recht stimmungsvoll.

 

Wer allerdings auf die Scifi-Western-Action-Mischung (deutlich besserer Genrevertreter: "Cowboys and Aliens") Bock hat, darf gern noch ein bis zwei Predator-Bolzen drauflegen.

"Cowboys und Aliens" fand ich damals so grottenschlecht, dass ich die DVD wieder verschenkt habe... ist aber eine Weile her dass ich den gesehen habe. Da ich mich damals, wenn ich mich recht erinnere, an der inneren Logik gestört habe werde ich den auch inzwischen kaum besser finden...

 

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

BeitrÀge : 5802

@lucan-7 Denn das Setting erscheint mir doch recht stimmungsvoll.

Ist es auch auf jeden Fall.

 

Da ich mich damals, wenn ich mich recht erinnere, an der inneren Logik gestört habe werde ich den auch inzwischen kaum besser finden...

Naja, innere Logik... 😀 Ich fand den einfach recht unterhaltsam und er hatte viele witzige Momente. Ausserdem wurde da wirklich geschauspielert. Hhmm... Vielleicht war der Vergleich nicht wirklich hilfreich, er bezog sich hauptsĂ€chlich auf den Genre-Mix.

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

BeitrÀge : 27677

@jack-black 

Habe mir den Film jetzt auch angesehen, und fand ihn doch recht gelungen... man darf halt nicht mehr erwarten als das, was man bekommt, nÀmlich einen typischen Predator-Actionfilm.

 

Die Hauptfigur ist zwar keine hundertprozentige Mary Sue - aber sowas wie eine Charakterentwicklung finden wir bei ihr nicht wirklich. Und ansonsten ist sie halt das MĂ€dchen, dass es allen zeigt: wie sie das, was eigentlich der Job der MĂ€nner (JĂ€ger, Krieger) ist, viel besser hinkriegt. Zwar verfĂŒgt sie ĂŒber keine "echten" SuperkrĂ€fte, aber ihre Skills sind doch reichlich ĂŒbertrieben und gehen schon fast in Richtung Fantasy (a la Legolas in den HdR-Filmen).

Das sehe ich nicht ganz so streng. Eigentlich will sie nur genau so stark sein wie die MĂ€nner, und die können actionmĂ€ĂŸig auch ganz gut loslegen... man fragt sich ja zu Beginn des Films, wie die Indianer (um 1715!) denn bitte mit einem Predator fertigwerden wollen, aber die KĂ€mpfe erscheinen - nach den Regeln des Action-Kinos, nicht der RealitĂ€t - durchaus glaubhaft.

Das passt alles schon ganz gut, leider halt auch ohne große Überraschungen...

lucan-7 antworten
Jack-Black
BeitrÀge : 5802

The Accountant 2

Kostenfrei (mit wenigen Werbeieinblendungen, kann mich genaugenommen an keine davon erinnern) fĂŒr Amazon-Prime-Kunden zu sehen.

 

Inhalt: Wer nicht den ersten Teil (der nicht wie ein intendierter Reihen-Start wirkte) gesehen hat, kann diesen Streifen eigentlich nicht verstehen. Wer den ersten Teil kennt, bekommt nichts Neues, auf jeden Fall aber nichts Besseres, geboten.

Aus der autistischen Störung des Helden (Gespielt von Ben Afflek), die im ersten Teil noch so halbwegs glaubwĂŒrdig rĂŒberkam, wird in der Fortsetzung letztlich eine reine Superheldenkraft*. WĂ€hrend das Leid von Autismuskranken im Original noch auf tragische Weise (der Umgang des soldatischen Vaters mit seinem gestörten Sohn, die Ablehnung und Ausgrenzung durch die Normies - herzergreifend die PrĂŒgelszene im Regen...) dargestellt wurde, werden die Nachteile solcher Erkrankungen nun bloß noch als Gags inszeniert.

Der Plot, in dem irgendeine Rachegeschichte und irgendeine rĂ€tselhafte Mordserie und irgendwelche fiesen MenschenhĂ€ndler, die Kinder entfĂŒhren, vorkommen, ist ziemlich generisch und belanglos. Es wird viel getötet in diesem Film, ohne mitzuzĂ€hlen wĂŒrde ich behaupten: fĂŒnf- bis zwanzig mal so viel wie im Original.

Die beste Drehbuchidee war wohl, John Bernthal, der den "normalen" Bruder des Accountants spielt, mehr Screentime zu geben und ĂŒberhaupt das "komplizierte" VerhĂ€ltnis der beiden BrĂŒder zueinander zum eigentlichen Thema zu machen. Leider wird immer wieder, wenn mal sowas wie tragische Spannung aufzukommen droht, der comic relief sofort nachgeliefert. Ich sag nur: "Sonnenschutzfaktor 100".

Die guten Bewertungen des Film belegen, dass das Publikum wohl das bekam, was es wollte: "Mehr von dem geilen Scheiß!" Und dies ordentlich portioniert mit 133 Minuten LauflĂ€nge.

Technisch (Kamera, Licht, Special Effects) alles solide gemacht. Die Action ist allerdings wenig originell choreografiert und ich hab so den Eindruck, als habe man dies durch besondere BrutalitĂ€t - getarnt als Headshot-EffektivitĂ€t - ausgleichen wollen. John Wick fĂ€rbt leider auch dorthin ab, wo es nicht so richtig passen will. Das Shoot-Out gegen Ende wirkt, gerade auch im Vergleich zum Shoot-Out des Originals, aufgesetzt und unnötig ja - trotz aller Rasanz langweilig. DarĂŒber hinaus sind ĂŒberhaupt die Action-Szenen in soviel Plot-Armour verpackt, dass es einem irgendwann bis Oberkante Unterkiefer steht.

Schauspielerisch gibt es bis auf John Bernthal wirklich bloß Fastenkost, und wiewohl diesmal zwei Frauen "wichtige" Rollen spielen (Daniella Pineda als Super-Killerin und die etwas ausser Form geratene und deswegen in einer bestimmten Actionszene völlig unglaubwĂŒrdig wirkende Cynthia Addai-Robbinson als schon aus dem Original bekannte Polizistin), leisten die zusammen nicht halb so viel wie Anna Kendrick im ersten Teil: eine "normale" Identifikationsfigur fĂŒr die Zuschauer zu bieten. Ich war nie und bin immer noch kein Anna-Kendrick-Fan. Sie ist einfach nicht "mein Typ". Aber wenn ich die beiden Accountant-Streifen vergleiche, dann muss ich zugeben: sie allein schon machte den ersten Teil um LĂ€ngen besser...

 

Wertung: 6/10

Kann man gucken, auch bis zum Ende. Aber es entgeht einem nix, wenn man's nicht tut.

 

 

*lĂ€cherlicherweise hat die hier auch noch eine echte Inflation: Savants sprießen wie Pilze aus dem Boden...

jack-black antworten
3 Antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

BeitrÀge : 20559

@jack-black

Ich hab mich total gefreut, als ein Sequel nach 8 Jahren angekĂŒndigt wurde, den ersten liebe ich und hab ihn mehrfach gesehen.

Ganz so vernichtend wie deine wĂŒrde meine Kritik jetzt nicht ausfallen. Er war nicht so gut wie der erste, es hĂ€tte weniger klamaukig sein können, das hĂ€tte Bens Rolle besser gestanden.

Die Szene in der Countrybar fand ich aber sehr schön und auch rĂŒhrend, die eine hĂ€tte mir gereicht als Auflockerung.

Das Thema an sich nicht unspannend, aber ich geb dir recht, das hat man woanders schon besser gesehen.

WĂŒrde auch ne gute 6 geben

tristesse antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

BeitrÀge : 5802

@tristesse Die Szene in der Countrybar fand ich aber sehr schön und auch rĂŒhrend

Ich auch. Aber wie die dann "aufgelöst" wurde? Also ich weiß nicht...

jack-black antworten
MrOrleander
(@mrorleander)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

BeitrÀge : 2408

@jack-black 

Kann man gucken, auch bis zum Ende. Aber es entgeht einem nix, wenn man's nicht tut.

Als ausgesprochener Fan von Teil 1 habe ich es leider getan. 

mrorleander antworten


Gelöschtes Profil
BeitrÀge : 29979

Hab mir gestern mit meiner Frau "John Rambo" - gekĂŒrzte Fassung, aber trotzdem FSK 18 - angeschaut von 2008. Hab ich damals im Kino gesehen, aber wusste nicht mehr viel davon. Hatte den auf alle FĂ€lle nicht so derart brutal und bestialisch in Erinnerung. Vielleicht wird man auch im Alter empfindlicher.

Christliche Missionare reisen zur Friedensmission ins Kriegsgebiet nach Birma. Geht natĂŒrlich schief. Rambo muss sie retten.

Naja, ist halt Krieg mit allen seinen schrecklichen AuswĂŒchsen. Nichts fĂŒr schwache Nerven und MĂ€gen. Aber Stallone natĂŒrlich super. "Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefĂ€llt".

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3 Antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

BeitrÀge : 5802

@plueschmors gekĂŒrzte Fassung, aber trotzdem FSK 18 - angeschaut von 2008.

Die ist doof, da fehlen doch die ganzen Sex-Szenen, also der eine Kuss am Ende... 

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

BeitrÀge : 27677

@jack-black 

Die ist doof, da fehlen doch die ganzen Sex-Szenen, also der eine Kuss am Ende... 

Schusswaffengebrauch ist kein Problem, das ist schließlich gottgegebenes Recht... aber ein Kuss außerhalb der Ehe? Das ist SĂŒnde, das darf nicht gezeigt werden!

Liebende Menschen... wo kommen wir denn da hin...?

 

lucan-7 antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

BeitrÀge : 29979

@jack-black Ach so... Eben war ich noch gespannt auf den Rest des Films. Dann brauche ich mir ja die Vollversion nicht mehr ansehen. Danke Dir!

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