Zuletzt gesehener Film #36
Hallo liebe Cineasten,
nach über 600 Beiträgen wird es Zeit für einen neuen Thread 😊
Ausgetauscht wird hier über gesehene Filme, egal ob Kino, DVD, BlueRay, Streamingdienste oder Fernsehen.
Bitte schreibt in die Betreffzeile den Titel des gesehenen Films und wer mag, kann ja eine Kritik, eine Einschätzung oder einen Trailer posten.
Bitte beachtet bei Beschreibungen zu Filmen:
Inhalte des Filmes, die über die offiziellen Beschreibungen der Filmhandlung hinausgehen, bitte mit einer "Spoiler" Warnung im Betreff versehen, damit diejenigen, die überrascht werden wollen, weiterklicken können.
https://de.wikipedia.org/wiki/Spoiler_(Medien)
Für Tatort-und Polizeiruf Fans gibt es inzwischen einen eigenen Thread:
https://community.jesus.de/forum/ansicht/thread/thema/tatort-polizeiruf-2019.html
Ebenso sollen hier keine Serien gepostet werden, weil das einfach den Rahmen des Threads sprengen würde, dafür gibt es den Serienthread:
https://community.jesus.de/forum/ansicht/thread/thema/der-neue-serienthread.html
Viel Spaß uns allen.
Triss
Müsste ja eigentlich in den Serienthread...
Aber ich hab das vorgestern auch geguckt und war ziemlich mitgenommen, weil es so spannend und realistisch war...
Man konnte ja fast den brennenden Graphit auf der Zunge schmecken.
Sehr bedrückend...
Man ist gefangen im Horror, wissend, das das Realität war und wieder geschehen kann.
Und so typisch für die Menschheit. Verdrängen, verleugnen, die Wahrheitssprecher bestrafen, nicht die Verantwortlichen. Man könnte verzweifeln.
Die Goldfische
Rein Storymaessig etwas überdreht, aber herrlich gespielt und ich hab heftig gelacht.
Hacksaw Ridge
Ein kleiner junge wird durch ein traumatisches Ereignis, gepaart mit seinem (erwachenden) Glauben, zu einem bedingungslosem Pazifisten.
Im WK 2 meldet er sich trotzdem freiwillig zur Armee aber mit der Bedingung kein Gewehr anfassen zu müssen.
Nach vielerlei Schikanen durch Vorgesetzte und Kameraden setzt er sich durch und wird Feldsanitäter.
Bei einer recht brutalen Schlacht in Japan kommt die Stunde seiner Bewährung
Was am Anfang recht interessant und spannend erzählt begann, verkommt zum Ende hin zur rein "Hurra Patriotischen" , rassistischen Gewaltorgie
Hier die tapferen und glorreichen US Soldaten mit ihrem noch tapfereren und glorreicheren Feldsanitäter, dort die tumben, zu jeder Untat bereiten, mordgeilen japanischen Unter"menschen"
Schafft es Gibson 2002 in "Wir waren Helden". trotz der sehr exzessiv gezeichneten Kampfszenen, noch ein recht ausgewogenes Freund-Feind Bild zu zeichen, verkommt "Hacksaw Ridge" zu einem protofaschistischen Propagandafilm übelster Sorte, dem man eigentlich nur den Stempel "Vorbehaltsfilm" verpassen könnte...
Venom
...schon wieder ein Marvel-Film. Nunja - mein Bruder hat ihn angeschleppt und daher hier eine kurze Bewertung.
Die Figur "Venom" ist sowas wie ein Antiheld im Marvel-Universum. Ursprünglich als Antagonist für Spiderman entwickelt, wird ihm hier im Film mal kurzerhand eine neue Origin-Story verpasst, die sich halbwegs an der Vorlage orientiert.
Venom ist eigentlich ein außerirdischer Symbiont, der mit seinem menschlichen Träger eine Verbindung eingeht und ihn dadurch mit außerordentlichen Fähigkeiten ausstattet. Per Zufall trifft er auf den etwas zu ehrgeizigen Reporter Eddie Brock (Tom Hardy) und wirbelt dessen Leben gewaltig durcheinander.
Kurz zur Comicvorlage...
Hier ist Spiderman 3 recht nahe an der Vorlage dran - Eddie Brock ist ein Gegenspieler Peter Parkers und nimmt es in seinem Ehrgeiz mit der Wahrheit nicht sehr genau und manipuliert sogar, wenn er sich davon einen Vorteil verspricht. Spiderman geht eine Verbindung mit dem Symbionten ein und wird zum schwarzen Spiderman. Er erkennt allerdings bald, dass der Symbiont einen eigenen Willen hat und ihn auch persönlich verändert. Nur mit Mühe schafft er es, sich von dem Symbiont zu befreien. Und dieser flüchtet dann prompt zu Eddie Brock und wird als Venom zu Spidermans persönlicher Nemesis.
Erst später entwickelt sich Venom weiter und wird sogar etwas wie ein Freund der Spinne. Er macht ebenfalls Jagd auf Verbrecher, ist dabei aber äußerst brutal. Venom ist daher Spidermans "schwarze Seite" - Äußerlich zwar ähnlich aber bulliger und mit einer Monsterfratze. Wo Spiderman eher der Polizist ist, nimmt Venom die Rolle des Henkers ein. Man stelle sich den Punisher mit den Fähigkeiten Spidermans vor...
Schaut man mit diesem Vorwissen auf den Film Venom, bleibt nicht viel von der im Comic gezeichneten Figur übrig. Die Ambivalenz ist hier zugunsten des Schauspielers Tom Hardy weichgespült. Der Charakter ist eher gut als böse, Spiderman spielt überhaupt keine Rolle. Der Film sollte halt auch für ein jüngeres Publikum noch akzeptabel sein. Als Actionfilm taugt der Film natürlich trotzdem. Auch die Zwiegespräche zwischen Brock und dem Symbionten sorgen ab und an für Lacher und so wird es kaum langweilig.
Für Comic-Kenner eher ein Venom *light*, für alle anderen okay, aber nicht "must-see".
Da ich nie ein Fan von Venom war und mir die Orginalität der Geschichte darum mehr oder wenier egal ist bin ich ohne große Erwartung an den Film herangegangen... und war dann doch ziemlich begeistert. Der Film hat einige recht orginelle Einfälle und passt zur Qualität des Marvel Universums (Auch wenn er hier aufgrund diverser Verträge für sich alleine steht).
Wer Superheldenfilme mag, dabei einerseits nicht viel nachdenken möchte, andererseits aber mal eine neue Variante mit einem eher weniger strahlenden Helden sehen will... der ist hier genau richtig.
Dann wird es Dich vermutlich freuen, dass der zweite Teil im nächsten Jahr erscheinen soll.
Diesmal mit Carnage als Gegenspieler - gespielt von Woody Harrelson (Hinweis kam schon in der Post-Credit-Szene).
Und diesmal ist wohl auch Spiderman mit von der Partie und - zumindest in Rückblenden - auch Tony Stark.
Vermutlich wird sich auch der Film nicht allzu nahe an der Vorlage orientieren. Carnage ist auch im Original ein Psycho-Serienkiller, der allerdings schließlich eine ganze Horde Superschurken um sich vereint. Im Trailer ist Carnage viel zu bullig - im Comic ist er eher die schlanke, drahtige und bunte Version von Venom. 😉
Hm... Vielleicht sollte ich die Superheldenfilme lassen. 80% Aktion. Dazwischen ein kleines bißchen Witz... Gähn.
Stan & Ollie
Ein absolute großartiger Film, der mich beeindruckt und bewegt hat wie kaum ein anderer... der allerdings auch eine sehr spezielle Lücke füllt, so dass das vermutlich für viele andere Zuschauer kaum nachzuvollziehen sein wird.
Stan & Ollie ist zweifellos ein Werk für Harcore-Fans der Laurel & Hardy Filme. Ohne deren Kennntis und zumindest einiger Hintergründe wird der Film kaum von Interesse sein... die Handlung ist zwar dicht und atmosphärisch, aber im Grunde wenig spektakulär.
Beeindruckend ist der Film in der Intensität, mit der das berühmte Komikerduo dargestellt wird. Viele haben es bereits zuvor versucht, niemandem ist es bisher gelungen die besondere Chemie der beiden Protagonisten zum Leben zu erwecken, praktisch alle Versuche bleiben oberflächlich und albern... bis jetzt.
Denn hier werden Laurel & Hardy nicht nur imitiert... sie werden wieder zum Leben erweckt. Und das als die realen Personen, die sie waren.
Absolut bemerkenswert, wie auch die Stimmen mit den Orginalen übereinstimmen... ein Aspekt der in der deutschen Synchronisation leider völlig verloren geht (Sie hätten sich zumindest an der deutschen Synchronisation der Filme orientieren sollen, um die Illusion zu wahren).
Mich hat es sehr gefreut, dass es auch heute noch solche Perlen gibt, die wohl nur ein sehr spezielles Publikum finden werden... welches sich aber um so mehr dafür begeistern wird.
Joker
Düster, finsterer, Joker!
Der Film beleuchtet, wie Arthur Fleck zum berüchtigten Bösewicht Joker wurde.
Gleich vorweg: der Film ist nichts für schwache Gemüter. Sehr psychologisch beleuchtet er das trostlose Leben des Clowns Arthur Fleck, der sich verzweifelt nach Anerkennung sehnt, aber nicht zuletzt aufgrund einer psychischen Erkrankung, immer mehr zum Außenseiter wird.
Joaquin Phoenix spielt hier grandios die tragische Gestalt des Arthur Fleck, der geschlagen und verlacht an seinem Leben und der Gesellschaft verzweifelt. Würde mich nicht wundern, wenn hier wieder ein Oscar für die Rolle des Joker herausspringt.
Fein komponierter Film, aber keinesfalls witzig und eher eine psychologische Charakterstudie. Wer auf gute Thriller oder Drama steht, sollte ihn sich ansehen.
Die Musik passte grandios zu den Szenen und ihnen eine Intensität verpasst, wie ich es schon lange nicht mehr im Kino erlebt hat.
Zudem erheblich weniger exzessiv gewalttätig als die Kritiken im Vorfeld vermuten ließen.
Meinem Empfinden nach ist dieser Joker zum Teil eher mitleidserregend (bis zu einem gewissen Grad), der Dark-Night-Joker ist für mich deutlich bösartiger.
Bin mal gespannt ob der Film auf BluRay eine ebensolche Wirkung erzielen kann (ich glaube eher nicht).
Veröffentlicht von: @zaphodMeinem Empfinden nach ist dieser Joker zum Teil eher mitleidserregend (bis zu einem gewissen Grad), der Dark-Night-Joker ist für mich deutlich bösartiger.
Die Doppeldeutigkeit des Endes ist auch nicht zu verachten. 😀