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Begegnungen auf der Straße

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Vigil
 Vigil
Themenstarter
Beiträge : 386

Ich stelle mir vor ...

Die Pfarrerin, der Pfarrer einer Gemeinde, in einem Dorf leichter als in der Stadt (?), geht durch die Straßen seiner Gemeinde.
Die/der eine jeden Tag, die/der andere einen über den anderen Tag, verbindet das vielleicht mit Einkäufen oder anderen Erledigungen. Eineinhalb Stunden sollten es schon sein, aufgeteilt vielleicht in den Vormittag und den Nachmittag.

Da sind dann Menschen zu treffen - jetzt zu Corona-Zeiten sicher weniger -, zu grüßen, nach dem Befinden zu befragen oder gar nach Aktuellem aus den Familienleben.
So sind Pfarrerin, Pfarrer im Gespräch mit Menschen ihrer Gemeinde, vielleicht auch mit anderen, die sie kennen.

Romantisch, oder?

Nee, früher normal und üblich. Und früher ist erst 40, 50 Jahre her.
Da lebte die kirchliche Gemeinde alleine schon und auch durch die Präsenz von Pfarrerin und Pfarrer im Alltagsleben der Zivilgemeinde.

Das fiel damals unter "Seelsorge".
Das wurde durchaus auch in der Freizeit, nicht der Dienstzeit gemacht.
Das brachte "Nähe", manchmal auch zunächst ungewollte.
Das zeigte Interesse.

Was bist du das letzte Mal deine Pfarrerin, deinen Pfarrer außerhalb der Diensträume Kirche, Gemeindehaus und Pfarrbüro begegnet?

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40 Antworten
Herbstrose
Beiträge : 14193

Was bist du das letzte Mal deine Pfarrerin, deinen Pfarrer außerhalb der Diensträume Kirche, Gemeindehaus und Pfarrbüro begegnet?

Letzte Woche beim Einkaufen.

herbstrose antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @vigil

Was bist du das letzte Mal deine Pfarrerin, deinen Pfarrer außerhalb der Diensträume Kirche, Gemeindehaus und Pfarrbüro begegnet?

immerhin diesen Monat schon und er hat sich auch die Zeit für ein kurzes Schwätzchen genommen.

Das ist auch sonst in den letzten Jahren immer wieder mal vorgekommen, aber passiert hier in der Stadt nicht so richtig andauernd.

Deiner Grundthese, dass der Pastor das Profil einer Gemeinde sei, muss ich auch widersprechen. Ein Urgestein aus unserer Gemeinde, Flüchtling im zweiten Weltkrieg, erzählte letztens als er für seine grob 70 Jahre Gremienarbeit (so ganz genau wusste es keiner mehr) geehrt wurde auch was sehr spannendes. Nach dem Krieg hingen wohl Plakate "Hitler kommen und gehen, aber das deutsche Volk bleibt bestehen." Er hat das umgemünzt auf "Pastoren kommen und gehen, aber die Gemeinde bleibt bestehen."

Christus ist das Haupt der Gemeinde. Der Pastor ist nur der Hirte. Wer in die Welt und untereinander wirkt ist die gesamte Gemeinde. Wenn der Pastor seine Schäfchen dazu ermuntert und befähigt, dann hat er seinen Job schon sehr gut gemacht find ich.

Regelmäßige Spaziergänge durch den Ort sind aber sicher trotzdem sinnvoll um zu wissen, wie man als Gemeinde vor Ort denn wirken sollte, wo Lücken sind. Aber das gilt nicht nur für den Pastor, sondern für alle in leitenden Funktionen (das würde ich nichtmal auf Kirche beschränken).

Anonymous antworten
Blondschopf10000
Beiträge : 1210

Ich begegne "meinem" Pfarrer ca. 2x im Monat, wenn ich in der Gegend der Kirche unterwegs bin, oder er auf dem Rad vorbeiradelt. Wir grüßen uns freundlich. Zeit für ein "Schwätzchen" hat da weder er noch ich. Das erwarte ich aber auch nicht von ihm.
Wenn ich mit ihm etwas zu besprechen habe, melde ich mich und bekomme einen Termin. Immer und in sehr kurzer Zeit.
Ich erwarte nicht, dass er (oder gar sie? Revolution!!!) Attitüden wie vor 50 Jahren an den Tag legt. Ich weiß, dass auch seine Arbeitszeit enorm verdichtet ist und ich wünsche und hoffe sehr, dass er die wenige freie Zeit dann nicht auch noch für ein Schwätzchen mit mir nutzt.

Ich stimme den anderen hier voll zu, die betonen, dass das Lebendigsein einer Gemeinde ganz und gar nicht am Pfarrer hängt, sondern an jedem einzelnen. ICH habe den Auftrag, mich um meinen Nachbarn/Nächsten zu "kümmern" und erwarte nicht, dass das ein anderer macht.

blondschopf10000 antworten


Neubaugöre
Beiträge : 11890
Veröffentlicht von: @vigil

Was bist du das letzte Mal deine Pfarrerin, deinen Pfarrer außerhalb der Diensträume Kirche, Gemeindehaus und Pfarrbüro begegnet?

Nie.

neubaugoere antworten
2 Antworten
maggie.x
(@jeddie-x)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1685
Veröffentlicht von: @neubaugoere

Nie.

Warst du nicht mal bei ihr in den Ferien?
Dann bist du ihr begegnet 😊

jeddie-x antworten
Neubaugöre
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 11890

ah, zurückspulen 😀 die hab ich vergessen, das zählt nicht 😀 das is meine Freundin 😀

Nachtrag vom 12.11.2020 1141
War nicht außerdem die Frage, ob man dem anderen "einfach so auf der Straße begegnet"?? 🤨 Das bin ich in der Tat Pastoren/Pfarrern nie. Wir waren immer verabredet bei ihm oder ihr. 😊

neubaugoere antworten
tristesse
Beiträge : 17047

Hallo Vigil,
zunächst mal bin ich in einer Gemeinde, die keinen Pastor hat und auch keine klassische Landeskirche ist 😊

Mir ist also das Prinzip des Hirten, der in der Woche durch den Ort streift und seine Schäfchen trifft, eher fremd. Wir sind 400 Leute in der Gemeinde und wohnen alle in 50 km Umkreis. Da trifft "man" sich nicht beim Einkaufen mit dem Pastor.

Veröffentlicht von: @vigil

Das fiel damals unter "Seelsorge".
Das wurde durchaus auch in der Freizeit, nicht der Dienstzeit gemacht.
Das brachte "Nähe", manchmal auch zunächst ungewollte.
Das zeigte Interesse.

Nicht böse sein, aber ich mag es gar nicht, wenn mir Leute zwischen Zahnarzt und Edeka ne Seelsorge auf der Straße anbieten. Das mache ich privat in meinem Haushalt oder bei der Person, an die ich mit wende ohne Zuschauer oder Verkehrslärm. Ich empfinde es als unangenehm, wenn man mich ungefragt zu meinem Seelenleben unterwegs ausfragen will. Das empfinde ich nicht als "Nähe", sondern "Eindringen".

Und ich such mir die Person, die meinen Privatbereich betreten darf gern selbst aus, ohne dass mir die Kirche meinen Hirten zuteilt, der für mich zuständig ist.

Veröffentlicht von: @vigil

Was bist du das letzte Mal deine Pfarrerin, deinen Pfarrer außerhalb der Diensträume Kirche, Gemeindehaus und Pfarrbüro begegnet?

Wenn jemandem begegnen will, dann mache ich einen Termin aus.

Wobei ich auch durchaus erlebt hab, dass Gott zufällige Treffen führt. Aber ich möchte wirklich nicht auf einem REWE Parkplatz von einem Gemeindeseelsorger angesprochen werden.

tristesse antworten
2 Antworten
Neubaugöre
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 11 Jahren

Beiträge : 11890
Veröffentlicht von: @tristesse

Nicht böse sein, aber ich mag es gar nicht, wenn mir Leute zwischen Zahnarzt und Edeka ne Seelsorge auf der Straße anbieten.

Hey,
ich glaube, es geht hier weniger um das (aktive) "Anbieten", sondern darum, wenn man sich trifft, automatisch ins Gespräch kommen zu können (Möglichkeit, kein Muss) und so auch von dem einen oder anderen Zwicken und Zwacken im Leben zu hören = "Austausch" - das nenne ich auch Seelsorge ... ein Hirte, der seine Schafe kennt ... 😉 und Schafe, die ihrem Hirten vertrauen ...

Veröffentlicht von: @tristesse

Und ich such mir die Person, die meinen Privatbereich betreten darf gern selbst aus, ohne dass mir die Kirche meinen Hirten zuteilt, der für mich zuständig ist.

Nicht jeder lebt diesen "aktiven Part". Und Menschen, die nicht auf andere zugehen können (kontaktscheu - bin ich übrigens auch, das glaubt ihr mir nur nie 😉), warten, bis jemand auf sie zukommt und da sind solche Treffen auf der Straße bei einem Spaziergang ganz wunderbar und wenn sich aus dem Treffen dann ein Kaffee in einem Café entwickelt, umso schöner (was natürlich in Coronazeiten jetzt nicht so prickelnd ist, aber auch Corona bietet Möglichkeiten, man muss sie nur suchen).

Veröffentlicht von: @tristesse

Wenn jemandem begegnen will, dann mache ich einen Termin aus.

Genau das "kann" ich eben nicht. Ich bin so nicht gestrickt. Und ich denke, es gibt noch mehr von dieser "Sorte". ... 😊

Grüßle

neubaugoere antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17047

Hey zurück,

Veröffentlicht von: @neubaugoere

- das nenne ich auch Seelsorge ... ein Hirte, der seine Schafe kennt ... 😉 und Schafe, die ihrem Hirten vertrauen ...

Ja und auch so etwas möchte ich nicht vorm Edeka besprechen. Da kann ich gern Smalltalk machen 😊

Veröffentlicht von: @neubaugoere

Nicht jeder lebt diesen "aktiven Part".

Darum schrieb ich ja auch "ich" und nicht "alle".

Veröffentlicht von: @neubaugoere

Genau das "kann" ich eben nicht. Ich bin so nicht gestrickt. Und ich denke, es gibt noch mehr von dieser "Sorte". ... 😊

Dann könnt Ihr Euch ja auf der Straße ansprechen lassen. Ich hab hier lediglich gesagt, wie ich sehe.

tristesse antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @vigil

Was bist du das letzte Mal deine Pfarrerin, deinen Pfarrer außerhalb der Diensträume Kirche, Gemeindehaus und Pfarrbüro begegnet?

Weiß ich jetzt nicht aber das passiert schon, auch in der Großstadt. Man muss natürlich selbst im Viertel unterwegs sein.

Anonymous antworten
Seite 2 / 3
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