Erschöpfung statt Gelassenheit / Verkrampfte Achtsamkeit
Hi, h.r mir gerade ein Podcast darüber an.
Diese „Achtsamkeit“ findet sich mittlerweile überall. Auch in Kirchen und Gemeinden.
Offensichtlich hat das bei manch Menschen, trotz Kurse usw., zu mehr Druck und Erschöpfung gebracht.
Ich hab mich auch mal damit befasst. Aber irgendwie komme ich da nicht rein.
hier der besagte Podcast.
Für mich mal wieder ein neues Phänomen was reinschwappt. New Age Zeitalter eben.
Meriadoc
Achtsamkeit hat ja anscheinend viele Definitionen bzw. jeder interpretiert es ein bisschen anders.
Für mich bedeutete Achtsamkeit immer etwas, was mit MIR bzw. AUF MICH bezogen war. Dass ich bewusst im Moment bin und mich nicht auf zig Dinge gleichzeitig konzentriere. Also das Gegenteil von Multitasking (was ich total hasse und auch nicht gut kann).
Wenn ich koche, koche ich (und höre keinen Podcast), wenn ich lese, lese ich (und lasse nicht nebenbei den TV ohne Ton laufen), wenn ich mit jemand rede, diller ich nicht am Handy, wenn ich esse, schaue ich kein TV etc. etc.
So hab ich das für mich immer definiert.
Die Achtsamkeit meinen Mitmenschen gegenüber hab ich nie speziell unter diesem Begriff verortet.
Das läuft bei mir unter einem selbstverständlichen "Rücksicht auf andere und ihre Gefühle, Bedürfnisse" usw.
Also, wenn ich z.B. versuche, auf eine schwierige Situation einen Mitmenschen Rücksicht zu nehmen, dann sehe ich das nicht als Achtsamkeit, dann bin ich einfach kein A...ch und verhalte mich anständig.
Wenn ich aber jedes meiner Worte / meiner Handlungen ständig und unablässig darauf abchecke, dass es ja niemand verletzt, es niemand falsch versteht etc. - dann ist das für mich auch keine Achtsamkeit, sondern ständige unablässige Selbstkontrolle. Und die würde ich als schwer anstrengend empfinden und ungesund. Denn man kann nun mal nicht von jedem geliebt werden oder auf alle Gefühle der Welt Rücksicht nehmen.
Veröffentlicht von: @mulle1979Wenn ich aber jedes meiner Worte / meiner Handlungen ständig und unablässig darauf abchecke, dass es ja niemand verletzt, es niemand falsch versteht etc. - dann ist das für mich auch keine Achtsamkeit, sondern ständige unablässige Selbstkontrolle. Und die würde ich als schwer anstrengend empfinden und ungesund. Denn man kann nun mal nicht von jedem geliebt werden oder auf alle Gefühle der Welt Rücksicht nehmen.
Jo, und irgendwo steht immer ein Füßchen, auf das man vollkommen unabsichtlich trampeln kann.
Eben weil es Sensibilitäten gibt, von denen man gar nichts wusste, bevor man auf diesem Füßchen steht.
Ich stimme Dir zu, ich bin auch gern im Moment - d.h. ich will auch nicht zu viel in diesen Moment packen.
Manchmal geht nicht alles gleichzeitig und dann muss man Prioritäten setzen.
Und ich selber mag auch nicht immer Radio oder Fernseher nebenbei dudeln haben.
Statt in Beziehung zum Schöpfer zu treten, sucht der Mensch nach immer neuen (vergeblichen) Rezepten sich selbst zu optimieren und glücklich zu werden. Immer auf der Jagd. Das „Du“ von Gott annehmen vervollständigt zum „Wir“, gibt ein zuhause und erfüllt. Dann kann auch mal was nicht perfekt laufen, ohne dass gleich alles zusammen kracht.
@meriadoc Das ist wirklich ein gutes und kluges Gespräch. Vieles von dem, was ich schon länger über diese "Achtsamkeit" /"Positives Denken" denke, wird hier besonders gut formuliert. Vielen Dank für den Tipp!!!
Ich denke, es kommt darauf an, mit welchem Mindset man die Achtsamkeit betreibt. Wenn man das tut, um die "Beste Version seiner selbst" zu werden, und dann noch den Ehrgeiz hat, der achtsamste Mensch der Welt zu sein, dann kann das mit der Entspannung nichts werden und man schießt meilenweit am Ziel vorbei.
Leider sind viel zu viele Menschen auf höher, schneller, weiter, perfekter konditioniert, so dass sie diese Denke auch auf Achtsamkeit übertragen. Achtsamkeit üben, könnte ihnen jedoch helfen, genau das zu erkennen.
Für mich bedeutet Achtsamkeit, darauf zu achten, was wirklich zählt, um sich in sich selbst wohlfühlen. Allerdings muss man aufpassen, Achtsamkeit nicht als Selbsterlösungsreligion zu betreiben. Es braucht auch die Hilfe von außen, Gottes Hilfe also, man ist kein in sich geschlossenes Universum und oft genug am Ende seiner Weisheit. Es zeigt auch von Achtsamkeit auf Gottes Impulse zu achten.
@meriadoc Das scheint ein weiter reichendes Problem zu sein. Ich bin da auf Muho Nölke gestoßen. Zen Meister, also Bhuddist und er meint man sehe das mit der Achtsamkeit zu verkrampft. Ich habe den Eindruck das Thema ist durch den Bhuddismus nach Europa gekommen.
Ich habe mich nicht näher damit beschäftigt. Es kam mir so rüber, dass zu viel Achtsamkeit einem Menschen nicht gut tut.
Das wusste man bei uns ja auch. Nicht alles runterschlucken und jeden Konflikt vermeiden ist auch nicht gut.
@meriadoc Das bewusste Innehalten ab & zu & sich auf das Hier & Jetzt, die Welt zu konzentrieren ist an sich schon wichtig.
Jedoch finde ich, dass dieses so viel erwähnte "Achtsamkeit" in den letzten Jahren zum omnipräsenten Trend geworden ist, vielleicht sogar teilweise gleich hoch gewichtet wie eine Religion & das sehe ich durchaus kritisch. Ich denke auch, dass das zu viel Druck & damit zum genauen Gegenteil führen kann.. Locker bleiben wäre stattdessen hier ein guter Ansatz, anstatt dieses krampfhafte Herbeiführenwollen von irgendeinem Zustand...
Ja, kann zum Götzen werden ....
Das "Konzept" Gottes ist schon gut ... an einem Tag der Woche ruhen. 🙂 Bewusst. Immer.
@coffeeandbible Ich denke, daß der Bedarf daran auch von Person zu Person ganz stark variiert. Manche Menschen haben dem Begriff Achtsamkeit noch nie gehört oder sich damit auseinandergesetzt und kriegen es auch so hin. Bei anderen hat man den Eindruck, etwas Beschäftigung damit würde ihnen guttun.
Und ja, natürlich kann man wieder auf der anderen Seite vom Pferd fallen, das sehe ich auch so.