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Geschädigte Niere

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Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Hallo zusammen,

bei meinem Bruder wurde Anfang Oktober bei einem CT ein 2 cm großer Nierenstein und Schädigungen an der Niere entdeckt. Außerdem hat(te) er eine Stauungsniere(?). Darauf hin musste er für 2 Nächte ins Krankenhaus.
Im Krankenhaus sagte man ihm, dass die Niere wahrscheinlich entfernt werden müsste.

Am Tag der Einlieferung ins Krankenhaus wurde ihm gesagt, dass sie ihm noch am selben Abend in einer kleinen Operation eine Schiene legen würde. Auf Wunsch meines Bruder war ich auch beim Gespräch wegen der Vollnarkose mit dem Narkosearzt dabei.
Diese Operation war am ersten Dienstag im Oktober.

Dann kam die böse Überraschung. Mein Bruder wachte aus der Narkose auf und er stellte fest, dass sie ihm statt der Schiene einen Kathederbeutel seitlich in die Niere eingesetzt haben, mit der Begrünung, dass der Nierenstein zu groß war und die Ärzte die Schiene nicht legen konnten.

Was meinen Bruder und mich daran ärgert, dass dies mit keinem Wort erwähnt wurde, dass ihm auch ein Kathederbeutel angelegt werden könne. Das heißt, den Beutel bekam er, ohne vorher darüber informiert worden zu sein, dass das passieren könnte.

Zwei Tage nach diesem Eingriff wurde mein Bruder mit einer Plastiktüte voller, entschuldigt bitte meine nächsten Worte, Pissbeutel mit zu kurzen Schläuchen und 2 Verbandssocken nach Hause entlassen.
Das Pflegepersonal war erstaunt, dass meine Bruder mit diesen Kathedern nach Hause entlassen wurde. Er war bisher der erste und der einzige Patient, dem sie mit diesen Pissbeuteln nach Hause entlassen haben. Seit dem läuft er mit diesen Mistdingern (sorry, aber ich bin ziemlich darüber aufgebracht.) herum.

Ist so etwas überhaupt erlaubt, dass man jemanden Wochenlang mit diesen Kathederbeuteln lässt, bevor man überhaupt behandelt? Ich finde das unmöglich, dass so etwas überhaupt gemacht. wird.

Bis zur Operation am 22.11. sind es noch 3 Wochen und mein Bruder und ich finden es unmöglich, zumal mein Bruder aktuell auch auch einen Bandscheibenvorfall hat, der nicht behandelt werden kann.

Ich bin gespannt auf eure Antworten.

VG [Name von Moderatorin entfernt - Tineli-mod]

Antwort
43 Antworten
frischebrise
Beiträge : 268

Ich kann mir vorstellen, dass dass erstmal für Euch ein Schock war. Erstmal eine große Umstellung.
So ungewöhnlich finde ich dass mit diesen Beuteln gar nicht - vielleicht auch deswegen, weil ich zwei Personen im Umfeld damit habe. Bei einem sogar noch länger, weil aus medizinischer Sicht keine OP im Moment wegen einer Herzgeschichte möglich ist.
Sieh es dochmal so, es ist ja auch wieder eine Narkose und vielleicht ist es für den Körper ganz gut eine Pause dazwischen zu haben.

frischebrise antworten


Vigil
 Vigil
Beiträge : 386

Aufgebracht sein hilft nicht weiter.
Fragen, die sich dem Patienten oder Angehörigen stellen, müssen diese an die Ärzte stellen. Antworten gibt es sicher.
Die Wartezeit zwischen OPs machen Sinn, denn es ist eine Art Rekonvaleszenzzeit. Zwei Narkosen in kurzer Abfolge bergen erhöhte Risiken.
Es klingt alles so nach "die da oben machen einfach".
...

vigil antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Kommunikationsproblem
Da ich es vor ca. einem Dreivierteljahr ähnlich erlebt habe, kann ich nachvollziehen, dass ihr euch über das Kommunikationsproblem ärgert.

Ich kann auch nicht wirklich verstehen, wie man einen Patienten entlässt, ohne ihn vorher gut in den Umgang mit Hilfsmitteln eingewiesen zu haben. Aber im Zeitalter von Fallpauschalen...

Liebe Leute vom Fach, die ihr euch hier vielleicht aufregt: Es wird schon so sein, dass fachlich-medizinisch alles richtig gelaufen ist.

Aber versetzt euch auch mal in die Lage des medizinischen Laien. Oft braucht man noch etwas mehr Erklärung, um mit entstandenen Situationen umgehen zu können.

Bei mir ging es im Januar um eine OP an einem wirklich kompliziert gebrochenen linken Handgelenk. Und da wäre mehr Aufklärung im Vorfeld für mich sehr hilfreich gewesen. Stattdessen hieß es: Standard-OP, häufigster Bruch, machen wir ständig... Ja, von wegen... Vorher war nämlich schon bekannt, dass es ein komplizierter Trümmerbruch ist - nur mir wurde nichts davon gesagt. Sonst häte ich nämlich eine Zweitmeinung geholt und evtl. auch noch einen anderen Operateur gesucht.

Die OP ging dann auch schief und musste noch mal gemacht werden - weil man nämlich einige Trümmer auf dem Röntgen in 2 Ebenen noch nicht mal gesehen hatte... dann erst auf dem CT, das nach der OP gemacht wurde...

Ich ging dann vor der zweiten OP in eine kleine Handchirurgie (hätte ich sofort machen sollen, aber woher sollte ich das wissen...), wurde dort auf meine inständige Bitte hin mit etwas Wartezeit sehr freundlich und gut beraten.

O-Ton: "Wie, Sie konnten vor der OP nicht mit dem Operateur direkt sprechen? Das ist aber doch selbstverständlich - da bestehen Sie drauf!"

Habe drauf bestanden, trotzdem nicht mit dem Operateur sprechen können , dann aber wenigstens nicht mehr nur mit dem Assistenzarzt... und man hat sich endlich Zeit genommen.

Um dahin zu kommen, musste ich aber schon sehr unangenehm werden. Das ist nicht jedem gegeben...

Also, liebe Fachleute, leider ist es wirklich so, dass die Kommunikation in vielen Krankenhäusern gar nicht mehr stimmt. Da gehört dringend was verändert - evtl. an der Finanzierung?

Mein Fall wurde nämlich durch mangelnde Kommunikation dann ungefähr 3 Mal so teuer. Ganz abgesehen davon, dass mein Handgelenk fast steif geblieben ist und ich große Bewegungseinschränkungen immer noch habe. Ich habe die Behandlungsleitlinie gelesen - meine Behandlung entsprach nicht dem Stand der Kunst.

@ Threadersteller:

Ich würde Folgendes machen:
1. Ruft noch mal in der Klinik an und bitte um ein nochmaliges gründliches Aufklärungsgespräch. Besteht darauf, wenn ihr den Eindruck habt, ihr habt kein Vertrauen.
2. Wenn das Vertrauen in diese Klinik danach nicht besser ist: Sucht noch eine zweite Klinik auf und holt eine Zweitmeinung ein. Erkundigt euch auch bei Bekannten, welche Kliniken sie empfehlen. Möglichst bei ähnlichem Krankheitsbild.
3. Wo man im Krankenhaus gut beraten wird, ist der sogenannte Sozialdienst: Dort arbeiten Sozialarbeiter, die vor allem mit Entlassmanagement, Anschlussbehandlung, -Unterbringung usw. beschäftigt sind. Ich habe mit den Sozialdiensten verschiedener Krankenhäuser nur gute Erfahrungen.

Wenn ihr also den Eindruck habt, der medizinischen Behandlung vertrauen zu können, empfehle ich euch, auch noch mal einen Termin beim Sozialdienst zu machen. Sie können euch evtl. helfen, sich über den Umgang mit Kathetern und Beuteln auch noch mal beraten zu lassen bzw. über den Umgang mit anderen Behandlungsfolgen.

Viel Erfolg und gute Besserung für deinen Bruder!

Anonymous antworten
1 Antwort
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Polyglott, da hat du echt etwas heftiges erlebt und mir tut es sehr leid, dass du mit deinem Handgelenk Probleme hast.

Veröffentlicht von: @polyglott

Ich kann auch nicht wirklich verstehen, wie man einen Patienten entlässt, ohne ihn vorher gut in den Umgang mit Hilfsmitteln eingewiesen zu haben. Aber im Zeitalter von Fallpauschalen...

Mein Arbeitskollege berichtet mir von einem schweren Fahrradunfall, bei dem sein Freund einen komplizierten Unterschenkelbruch hatte. Dieser wurde operativ versorgt und der Freund wurde nach wenigen Tagen mit einer Schiene nach Hause entlassen und niemand hat ih angeleitet.
Der Freund meines Kollegen musste sich eine Bedienungsanleitung über seine Schiene aus dem Internet ziehen. So weit ist die Gesellschaft mittlerweile gekommen. ... Traurig.

Veröffentlicht von: @polyglott

Also, liebe Fachleute, leider ist es wirklich so, dass die Kommunikation in vielen Krankenhäusern gar nicht mehr stimmt. Da gehört dringend was verändert - evtl. an der Finanzierung?

Siehe die Geschichte mit dem Freund meines Arbeitskollegen.

Veröffentlicht von: @polyglott

Ich würde Folgendes machen:
1. Ruft noch mal in der Klinik an und bitte um ein nochmaliges gründliches Aufklärungsgespräch. Besteht darauf, wenn ihr den Eindruck habt, ihr habt kein Vertrauen.
2. Wenn das Vertrauen in diese Klinik danach nicht besser ist: Sucht noch eine zweite Klinik auf und holt eine Zweitmeinung ein. Erkundigt euch auch bei Bekannten, welche Kliniken sie empfehlen. Möglichst bei ähnlichem Krankheitsbild.
3. Wo man im Krankenhaus gut beraten wird, ist der sogenannte Sozialdienst: Dort arbeiten Sozialarbeiter, die vor allem mit Entlassmanagement, Anschlussbehandlung, -Unterbringung usw. beschäftigt sind. Ich habe mit den Sozialdiensten verschiedener Krankenhäuser nur gute Erfahrungen.

Ich habe mir einige Informationen zu der OP Methode und dem, was in einem Kurzbericht steht, gezogen und mache mir auch einige Notizen, was ich fragen möchte.

Mein Bruder nimmt es so hin, wie es kommt. Wäre ich an seiner Stelle, hätte ich noch 1 - 2 andere Ärzte aufgesucht. Aber, wenn mein Bruder nicht will, zwingen kann ich ihn nicht. Das weiß mein Bruder.

Anonymous antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Hallo Zusammen,

vielen Dank für eure zahlreichen und zum Teil wirklich gute Antworten.

Am kommenden Freitag muss mein Bruder zur Kontrolle ins Krankenhaus. Den Beutel wird er dann aber immer noch nicht los.
Er weiß nicht, warum er den Katheterbeutel bekommen hat. Das hat ihm niemand wirklich gesagt. Das hat er mir dann am vergangenen Sonntag gesagt.

Ich habe mich auch anderweitig kundig gemacht. Und ja, ich habe hier auch Dampf abgelassen. Trotzdem bin ich auch weiterhin nicht beglückt darüber, aber ich habe verstanden, warum die Prozedur mit diesem Beutel sein muss.

Da ich nicht ständig Händchen haltend bei meinem Bruder im Krankenhaus war, konnte ich auch keine Fragen stellen und mein Bruder nimmt das dann so hin, wie es kommt und weiß dann auch nicht, was er fragen kann.

Ich habe mir Tipps geben lassen, was wir fragen müssen, sollten, dürfen. Denn anscheinend sagen die Ärzte nur etwas, wenn man fragt.

Grüße, Anonym

Anonymous antworten
2 Antworten
B'Elanna
(@belanna)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 1641
Veröffentlicht von: @anonym-303ecdbc7

Ich habe mir Tipps geben lassen, was wir fragen müssen, sollten, dürfen. Denn anscheinend sagen die Ärzte nur etwas, wenn man fragt.

Das ist gut.
Die meisten Ärzte sind, das muss man leider wirklich sagen, dermaßen betriebsblind geworden, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, dass jemand etwas nicht wissen könnte. Ihnen selbst ist alles klar, also ist dem Patienten damit ja auch alles klar.
Und selbst wenn sie etwas erklären, benutzen sie dermaßen viele Fachwörter, dass der Patient am Ende doch nur Bahnhof versteht.
Das meinen die nicht mal böse oder desinteressiert - sie denken einfach nicht so weit (Ärzte stehen auch ziemlich unter Druck).

Ich möchte euch Mut machen, alles genau zu fragen, auch zweimal oder dreimal, wenn ihr etwas nicht versteht, bittet um eine Erklärung der Fachwörter in einfachem Deutsch und um eine Zeichnung (die meisten Ärzte zeichenn gern, wenn sie etwas erklären wollen) - und schreibt alles stichpunktartig mit, damit ihr nachher eine Grundlage habt, um zu recherchieren.

belanna antworten
Distelnick
(@distelnick)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 1335

Ja, genau. Betriebsblind... Richtig.
Man muss die löchern...

distelnick antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Hallo Anno
Wie geht es Deinem Bruder inzwischen?

Anonymous antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

update 01.12.
Hallo zusammen,

entschuldigt bitte, dass ich mich nicht mehr gerührt habe.

Wie es weiterging...:

Am 15.11., also eine Woche vor der geplanten Operation, fanden die Voruntersuchung und das Aufklärungsgespräch statt.

Bevor dieses stattfinden konnte, habe ich denen erst einmal gehörig einen Einlauf verpasst, oder anders ausgedrückt, ich habe denen meine Meinung darüber gesagt, was ich von dem halte, was gemacht wurde. Und ja, sie mussten zugeben, dass in Richtung Aufklärung nichts stattgefunden hat.

Der Einlauf trug Früchte, denn meinem Bruder wurde dann sehr genau erklärt, was sie mit ihm gemacht haben.

Wir hatten überhaupt keine Ahnung, warum mein Bruder statt einer Schiene diesen Katheder bekam. Das erfuhren wir erst am Tag o.g. Voruntersuchung. Das hätte man uns auch am Tag der Operation oder spätestens nach der ersten erfolgten OP sagen können.

Die Operation am 22.11. verlief besser als geplant und gedacht. Der Nierenstein konnte komplett entfernt werden und eine Schiene gelegt. Einen Tag nach diesem Eingriff wurde ihm dann endlich der Katheder entfernt und einen weiteren tag später konnte ich meinen Bruder bereits aus dem Krankenhaus abholen.
Seit dem geht es ihm zusehen besser.

Was den Bandscheibenvorfall angeht, dieser hat sich in "Wohlgefallen" aufgelöst. Seit der letzte Operation kommen auch keine Beschwerden mehr von ihm, dass er Rückenschmerzen habe.

Am kommenden Donnerstag wird ihm die Schiene entfernt und mein Bruder hofft, dass er dann endlich wieder arbeiten gehen kann.

Ich danke euch für eure Worte und bitte euch vielmals um Entschuldigung für meine verbalen Entgleisungen.

Einen gesegneten ersten Adventssonntag

Ano

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9 Antworten
Tineli
 Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2025 Jahren

Beiträge : 1376

Es freut mich, dass es nun aufwärts geht. Es lohnt sich, für sein Recht zu kämpfen, in diesem Fall, die Aufklärung einzufordern.

Gruß, Tineli

tineli antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @tineli

Es freut mich, dass es nun aufwärts geht. Es lohnt sich, für sein Recht zu kämpfen, in diesem Fall, die Aufklärung einzufordern.

Danke dir, liebe Tineli. Bald kann ich entspannt im urlaub fahren.

Anonymous antworten
schneeflloeckchen
(@schneeflloeckchen)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 392

Super!

Euch einen schönen Advent!

Veröffentlicht von: @anonym-303ecdbc7

Ich danke euch für eure Worte und bitte euch vielmals um Entschuldigung für meine #verbalen Entgleisungen#.

Das ist OK, mir nicht aufgefallen, und falls ich da was überlesen habe,
-> verständlich.

LG flöckli

schneeflloeckchen antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Danke für eure guten Wünsche.

LG Ano

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Ungehorsam
(@ungehorsam)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 3336

Juchhu!
Weiterhin gute Besserung!

ungehorsam antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Prima, gute Besserung weiter!!

Anonymous antworten
Distelnick
(@distelnick)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 1335

Ja, prima.
Dann wünsche ich dir noch einen erholsamen Urlaub und deinem Bruder weiterhin gute Besserung.

distelnick antworten
frischebrise
(@frischebrise)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 268

Wie gut, dass er dass jetzt hinter sich hat. Weiterhin gute Besserung für ihn.

frischebrise antworten
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