Bleibende Sünden
Ich möchte hier mal einen Satz mit Euch teilen - und erklären, was ich damit meine ... also:
"Deine bleibenden Sünden sind nicht deine ewige Verdammnis"
Im Glauben und in der Nachfolge Jesu sind wir gerufen und bemüht, unser Leben "zu heiligen" und ihm alle Lebensbereiche zu "unterstellen". Wir dürfen erfahren, dass uns das gelingt, dass Heiliger Geist unserer Schwachheit aufhilft und dass wir - wo es uns nicht gelingt und wir schuldig werden - bei Gott immer wieder auf's Neue Vergebung und Gnade finden.
Nun gibt es aber auch Dinge, wo selbst Christen erfahren, dass die "Macht der Sünde" auf Dauer größer ist als alle Anstrengungen, Bemühungen, Versuche, Gebete und alles ernsthafte Ringen. Das können "Süchte" sein oder Charaktereigenschaften oder irgendwelche Schwächen (körperlich, geistig, seelisch), die einen immer wieder dahin bringen, zu tun, was man eigentlich nicht will - nach Matthäus 26, 41b und Römer 7,19.
Ich nenne es mal: Die bleibenden Sünden - d.h. Verhaltensweisen, Eigenschaften, Schwächen, die auch für einen Christen nicht "bezwingbar" sind. Sie stehen unter dem Schatten und im Spannungsfeld von Jesaja 59, 2 ("Eure Sünden trennen Euch von Eurem Gott") - Philipper 4,13 ("Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht") und Johannes 8,11 ("So verdamme ich dich auch nicht, aber gehe hin und sündige hinfort nicht mehr")
Gerade bei denen (uns), die "mit Ernst Christen sein wollen" (Fr. Schwarz) hängt oft der Widerhaken in dem Gedanken: "Wenn ich es nicht schaffe, dieses ode jenes zu überwinden, sein zu lassen, mich davon zu lösen, mich zu ändern - dann wird es mich wohl am Ende doch meine Seligkeit kosten!"
Diese Gedanken bzw. diese Frage kam mir in der Beschäftigung mit Brennan Manning (und seiner nie überwundenen Alkoholsucht), im Blick auf die im evangelikalen Bereich strenge Sexualmoral (die - wenn Ehrlichkeit geftragt ist - auch treueste Christen nicht "sündlos" sein lässt) und im Blick auf "unerbauliche" Charaktereigenschaften, die auch unter Christen von ihrer Erziehung, ihren Genen, ihrer Psyche her ein Leben lang nicht ablegbar sind (wie Neigungen zum Zorn, zur Ungeduld, zum Neid etc.)
Aus der Seelsorge, im Gespräch mit anderen Christen und natürlich auch von mir selbst kenne ich solche "Mauern", vor die wir immer wieder rennen.
Also Zustimmung zu dem Satz: "Deine bleibenden Sünden (Verfehlungen, Defizite, unüberwindbaren Schwächen) sind (bedeuten, bewirken) letzt-endlich nicht deine ewige Verdamnis (Verwerfung und Verurteilung) ???
L'Chaim
@awhler Ich höre gelegentlich Predigten aus dem charismatischen Umfeld. Dort werden solche Süchte, wiederkehrende destruktive Muster in Familien etc. meist geistliche gesehen und auf Vorfahren und deren Sünden zurückgeführt.
Man bittet dann den Heiligen Geist um Einsicht, um Erkenntnis, was da schiefgelaufen ist und viele bekommen diese Erkenntnis dann auch: Gräueltaten im Krieg, satanische Bündnisse, okkultes Treiben etc.
Diese Dinge können wir dann alle ans Kreuz bringen und Flüche, die daraus resultierten, können wir heute noch brechen.
Das Resultat ist dann ein freier Mensch, eine befreite Familie.
Du musst nicht bleiben wie Du bist. Obsessionen sind nicht im Schöpfungsbild des Menschen. Die hat der Feind hinzugetan. Und die kann das Blut Christi auslöschen, wenn wir es an die Wurzeln dieser Probleme bringen.
Es muss aber nicht alles von den Vorfahren kommen. Wer heute entschieden als Christ lebt und seinen Glauben klar auch öffentlich zum Ausdruck bringt, muss sich nicht wundern, wenn der Teufel ihn nicht eben mag. Und schon gibt es geistige Angriffe und wir stehen im geistigen Kampf. Wie dieser zu führen ist, lernen die allermeisten leider nicht in den Gemeinden. Und dabei ist das so wichtig - denn es ist an sich einfach.
Schritt eins ist das Erkennen, das einordnen, der Schwierigkeiten, in denen wir grad stecken. Es mag sein, dass ich manchmal Digen geistlich sehe, die es an sich nicht sind. Aber für mich ist es besser so herum, als dass ich einen geistlichen Angriff von unten nicht umgehend konfrontiere.
Und das Schöne an der Sache ist, dass das Kontern solcher Angriffe ganz einfach ist: Satan hat auf Golgatha verloren - ein für alle Mal! Er hat kein Recht auf die Kinder des Höchsten und er hat auch kein Recht, sie zu belästigen. An sich ist das alles, was man ihm kommunizieren muss - und dann macht man Jesus groß ) Lobpreis z.B. und gibt die ganze Sache in Jesu Hand. Das war alles, was Du tun musst. Für Dich ist die Sache damit erledigt.
Du wirst sehen, dass von da ab Entmutigungen etc. kein Problem mehr darstellen. Was früher Angst gemacht hat, sorgt jetzt nur noch dafür, dass sich Dir die Nackenhaare sträuben und Du innerlich denkst: Na warte - gleich kriegst Du den Scheitel mit dem Schwert Gottes gezogen!
Ich habe eben ein YouTube Video eines jungen Internet-Evangelisten geschaut. Er leitete die Thematik ein, indem er von einer Liste gescheiteter Christen in der Öffentlichkeit sprach, die irgendwann gefallen sind, die Sünden begangen haben oder sich so verändert haben, dass sie ihr ganzes Werk damit ruinierten. Er stellte fest, dass es die drei "F"s waren, die meist jeweils zum Problem wurden: "Fame" (Stolz, Eitelkeit, Geltungssucht), "Finances" (Geldliebe, Gier) und "Females" (Frauen, außereheliche sexuelle Beziehungen).
Diese Dinge kamen nicht plötzlich über die betroffenen Personen. Es war das eine Art Nebel, der sich immer mehr verdichtete. Sie waren wie der Frosch im sich immer mehr erwärmenden Wasser, der nicht merkt, dass er gekocht wird.
Jesus ist unser Hirte. Er wird uns da herausholen, wenn wir drohen auf diese Weise verloren zu gehen. Aber Jesus wird dies schwierig werden, wenn wir uns von ihm distanzieren. Die Jesus Beziehung ist unsere Rettungsweste auf hoher See.
Jesus ist unser Hirte. Er wird uns da herausholen, wenn wir drohen auf diese Weise verloren zu gehen. Aber Jesus wird dies schwierig werden, wenn wir uns von ihm distanzieren. Die Jesus Beziehung ist unsere Rettungsweste auf hoher See.
Genau, ich habe in meinem Leben schon einige schädliche Muster mit der Hilfe von Jesus überwinden können. Man sollte nicht den Fehler machen, diese als unüberwindbar zu betrachten und sich diesen auszuliefern. Am Ende ist man selbst derjenige, der die Entscheidung trifft, einem ungesunden Drang nachzugeben oder eben nicht. Vielleicht befürchten viele Menschen dann dauernd an diesen Drang denken zu müssen, so dass sie sich auf nichts anderes konzentrieren können. Das ist aber gar nicht immer so.
@awhler Also Zustimmung zu dem Satz: "Deine bleibenden Sünden (Verfehlungen, Defizite, unüberwindbaren Schwächen) sind (bedeuten, bewirken) letzt-endlich nicht deine ewige Verdamnis (Verwerfung und Verurteilung) ???
Ja, aber das heißt nicht, dass man weiterhin ohne Bedenken dieser Sünden frönen kann, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. All unser Handeln hat Konsequenzen, auch wenn es nicht zur Verdammnis führt, den Preis muss ich aber schon bereit sein zu zahlen. Auf der anderen Seite ist niemand perfekt. Vielleicht findet man einen Weg, sich mit seiner Schattenseite zu arrangieren, sie vielleicht sogar für etwas Gutes zu nutzen.