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Christsein im Alltag

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tristesse
Themenstarter
Beiträge : 20559

Moin,

ich hab momentan den Eindruck, dass hier im Forum sehr viel theoretisch über Glauben, Christsein, etc. diskutiert wird, auch gerade dann, wenn sich Nichtchristen beteiligen. Das ist an sich ja auch völlig in Ordnung und so gewollt, nicht falsch verstehen 😉 Aber mir fehlt hier irgendwie ein Austausch über das lebendige Leben als Christ, ohne dass man sich für seinen Glauben rechtfertigen oder sich anhören muss, es gäbe keine Wunder, etc. pp. 

Darum eröffne ich diesen Thread in einem Forum, in dem sich nur Christen beteiligen dürfen. 

Meine Frage ist: wie erlebt Ihr Gott in Eurem Alltag, wie lebt Ihr Euren Glauben täglich aus, was gibt es vielleicht für Fragen oder wo habt Ihr Schwierigkeiten?

Ich freu mich über eine konstruktive, ermutigende Austauschrunde.

Trissi

Antwort
62 Antworten
13 Antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6387
Veröffentlicht von: @tristesse

Moin,

ich hab momentan den Eindruck, dass hier im Forum sehr viel theoretisch über Glauben, Christsein, etc. diskutiert wird, auch gerade dann, wenn sich Nichtchristen beteiligen.

Für mich gehört Theorie zur Praxis. Beispiel: was muss ich tun, um Gott zu gefallen. Das ist jetzt eine Frage, die mein Christsein, mein Handeln und mein alltägliches Gebet in meiner Jugend stark geprägt haben. Bis ich gelernt habe, dass es nichts gibt, was ich tun kann, damit mich Gott mehr oder weniger liebt. Das ist eine theoretische Erkenntnis, die meinen Alltag und mein Gebet massiv verändert hat. 

Meine Frage ist: wie erlebt Ihr Gott in Eurem Alltag, wie lebt Ihr Euren Glauben täglich aus, was gibt es vielleicht für Fragen oder wo habt Ihr Schwierigkeiten?

Ich freu mich über eine konstruktive, ermutigende Austauschrunde.

Trissi

Ich erlebe Gott nicht immer, und vor allem nicht immer gleich. Aber ich erlebe ihn am ehesten in der Meditation, still sein, und warten, fällt mir nicht immer leicht, aber es ist oft der Weg auf dem ich meinen Vater am deutlichsten wahrnehme und erlebe. 

Und dann im Studium des Wortes dort begegne ich ihm genauso. Wie die Bibel zu verstehen ist, hat einen Einfluss darauf, wie ich lobpreise, bete und wie ich mit meinen Geschwistern umgehe. 

Also ich persönlich kann Praxis und Theorie nicht trennen. 

arcangel antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814
Veröffentlicht von: @arcangel
Veröffentlicht von: @tristesse

Moin,

ich hab momentan den Eindruck, dass hier im Forum sehr viel theoretisch über Glauben, Christsein, etc. diskutiert wird, auch gerade dann, wenn sich Nichtchristen beteiligen.

Für mich gehört Theorie zur Praxis. Beispiel: was muss ich tun, um Gott zu gefallen. Das ist jetzt eine Frage, die mein Christsein, mein Handeln und mein alltägliches Gebet in meiner Jugend stark geprägt haben. Bis ich gelernt habe, dass es nichts gibt, was ich tun kann, damit mich Gott mehr oder weniger liebt. Das ist eine theoretische Erkenntnis, die meinen Alltag und mein Gebet massiv verändert hat. 

Ja. Ich könnte ganz sicher mehr für Gott tun (oder mir mehr Gedanken drüber machen, ob ich mehr für Gott tun könnte oder ob das, was ich tue, für Gott ist), aber an seinem Verhältnis zu mir würde sich nicht wirklich was ändern.
Meine Kinder sind auch dann meine Kinder, wenn sie nicht für mich aktiv sind. 

chai antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19188

@chai 

Wenn ich auch mal antworten darf, ich lese ja mit und mach mir auch so meine Gedanken:

Nein, an dem reinen Verhältnis zu Gott, also dass er mich liebt, würde sich nichts ändern, wohl aber die Qualität, die Intensität, das Erleben, weil es viel zu entdecken gibt, viel zu lernen und noch viel mehr Geschenke zum Auspacken ... es geht ja nicht allein um Erlösung und die Tatsache, dass Gott mich liebt, es geht darum, wie viel reicher mein Leben wird, je enger wir zusammen sind, zusammen arbeiten, zusammen wirken ...

neubaugoere antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6387

@neubaugoere 

Da gebe ich dir vollkommen recht. 

Aber um mal ein Beispiel eines Verhaltensmusters zu geben, welches mein Glaubensleben lange geprägt hat:' Da habe ich mich wieder einmal meiner Liebessünde hingegeben. Und um anstatt gleich wieder zurück zum Vater zu gehen, habe ich mich erst einmal richtig mies gefühlt und emotional kasteit. Erst als ich das Gefühl hatte mich genug bestraft zu haben für meine Sünde, erst dann begann ich wieder zu beten und zum Vater zu kommen.' 

Total ungesund, total schädlich, und nicht im Geringsten zielführend diese Sünde zu überwinden. Ich musste erst lernen, dass ich quasi noch in der Sünde zum Vater kommen kann und einfach zu ihm kommen kann, ohne Selbstkasteiung, ohne Anklage, einfach nur zurück zum Vater. Erst diese Wahrheit hat mir geholfen, diese Sünde zu überwinden. Zu dieser Erkenntnis bin ich aber nicht im Gebet oder durch Erfahrung gekommen, sondern durch das Studium der Bibel. Gott hat einen Zugang zu meinem Herzen über den Verstand gefunden. 

Darum nerven mich aussagen, dass wahres Spiritualität nur im Gebet gefunden werden kann. 

Wir sollten lernen, die Gaben des anderen zu feiern. Wer nachts aufwacht und zum Gebet gerufen wird, Träume und Visionen hat, super, cool, das ist mega ermutigend für mich. Was dann aber ein tritt, in die Genitalien ist, wenn so jemand impliziert, dass wahre Spiritualität nur so und nicht anders ist. 

Ich kenne viele, die entmutigend werden, weil deren Zugang zu Gott anderes aussieht, sie aber die Meinung sind, dass wahre Spiritualität so wie oben auszusehen habe. 

Mk 12,30 Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft.

Keiner deckt alles ab, und jeder ist an einem Punkt stärker. Wir sollten einander feiern, wo der andere Stärken hat und tragen, wo der andere Schwächen hat. 

Das ging jetzt ein wenig ins Gelände, aber das ist der Grund warum Praxis und Theorie für mich ein und dasselbe sind. Und ich weiss, dass nicht jeder meine Faszination für Details und Feinheiten der Bibel teilt und den Wert von Diskussionen infrage stellt (zugegeben, manche sind wertlos). Aber Gott zu erkennen und kennenzulernen, hat einen Einfluss darauf, wie ich bete, warum ich bete und was ich bete. Und es hat einen Einfluss darauf, was ich tue und warum ich etwas tue und wie ich etwas tue. 

arcangel antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19188

@arcangel Moin 🙂

Veröffentlicht von: @arcangel

Darum nerven mich aussagen, dass wahres Spiritualität nur im Gebet gefunden werden kann. [u.a.]

ich hoffe, die hast du nicht bei mir gefunden ... wenn doch, wäre ich um einen Hinweis dankbar, denn ich glaube, dass die meisten Dinge nur Missverständnisse sind und man die hervorragend beseitigen kann. Wenn nicht, erklärt sich mir nicht, warum du mir das sagst/schreibst ...

Veröffentlicht von: @arcangel

Erst diese Wahrheit hat mir geholfen, diese Sünde zu überwinden.

Hallelujah! Und dabei spielt es doch gar keine Rolle, auf welchem Weg du diese Wahrheit für dich endlich annehmen konntest. Es ist ein Grund zum Feiern.

Und da bin ich beim Rest deiner Ausführungen total bei dir.

Veröffentlicht von: @arcangel

Aber Gott zu erkennen und kennenzulernen, hat einen Einfluss darauf, wie ich bete, warum ich bete und was ich bete. Und es hat einen Einfluss darauf, was ich tue und warum ich etwas tue und wie ich etwas tue. 

Mit deinen Worten kann ich so nicht ganz mitgehen; da ich aber vermute zu wissen, was du meinst und aussagen möchtest, bin ich bei dir. Mit der Formulierung (also der reinen Wortwahl) tue ich mich etwas schwer zugegeben. Vielleicht erkläre ich's mal so: dieses "Wie" (ich bete, was ich bete, warum ich bete) beschreibt eine Herzenshaltung Gott gegenüber. Und Ja, dieses "Wie" - da geht es bei mir lediglich um die Art (und Weise), den Weg, den Stil oder wie auch immer jeder das nennen möchte.

Fakt ist, je mehr wir uns mit Gott beschäftigen, umso enger wachsen wir mit ihm zusammen, umso mehr verstehen wir ...

Veröffentlicht von: @neubaugoere

wohl aber die Qualität, die Intensität, das Erleben, weil es viel zu entdecken gibt, viel zu lernen und noch viel mehr Geschenke zum Auspacken ... es geht ja nicht allein um Erlösung und die Tatsache, dass Gott mich liebt, es geht darum, wie viel reicher mein Leben wird, je enger wir zusammen sind, zusammen arbeiten, zusammen wirken ...

Und ich vermute, dass wir beide das Gleiche meinen, nur anders ausdrücken. Vielleicht "möpt" da was in dir bei solch Begriffen wie "Erleben" und "Intensität" - ist es das? Gemeint sind von mir genau diese Dinge, die ich vorher beschrieb: je mehr wir uns mit Gott beschäftigen ...

Es gibt so viel zu entdecken. Und nein, nicht "gefühlsmäßig" ... So wir uns in Gottes Welt bewegen, sie entdecken - auf allen Wegen, weil sie alle zusammenhängen und zu dem Einen führen -, wachsen wir immer mehr mit ihr zusammen ... Näher zu dir, mein Gott ... <-- fällt mir da ein ... und auf dem Weg zu Ihm können wir so viel entdecken ... an der Stelle kommt bei mir jetzt der Leib ins Spiel und unsere Unterschiedlichkeiten ... 

Ja, der eine wird beim Studieren des Wortes angesprochen und bezeugt Gott. Der nächste wird im Gebet angesprochen und bezeugt Gott. Wieder jemand wird im Kreis seiner Geschwister angesprochen und bezeugt Gott. Wobei auch immer ... beim Studieren des Wortes, im Gebet, im Austausch ... alles durch den einen Gott (Heiliger Geist, vgl. 1. Kor 12) und alles mit einem Ziel: Bau Seines Reiches. 

1. Petrus 4

10 Dient einander mit den Fähigkeiten, die Gott euch geschenkt hat – jeder und jede mit der eigenen, besonderen Gabe! Dann seid ihr gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes. 11 Wenn jemand die Gabe der Rede hat, soll Gott durch ihn zu Wort kommen. Wenn jemand die Gabe der helfenden Tat hat, soll er aus der Kraft handeln, die Gott ihm verleiht. Alles, was ihr tut, soll durch Jesus Christus zur Ehre Gottes geschehen. Ihm gehört die Herrlichkeit und die Macht für alle Ewigkeit! Amen. 

Du kennst sicher noch andere Stellen, wo es darum geht, dass wir alle zusammen ... und dass es eben nur gemeinsam geht und so von Gott gedacht ist.

Lieben Gruß

neubaugoere antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6387

@neubaugoere 

ich hoffe, die hast du nicht bei mir gefunden

Nein, nicht wirklich, mein Beitrag war auch mehr ein Addendum und kein Kontrapunkt. 

Und ich vermute, dass wir beide das Gleiche meinen, nur anders ausdrücken. Vielleicht "möpt" da was in dir bei solch Begriffen wie "Erleben" und "Intensität" - ist es das?

Jain, meine persönliche Erfahrung ist die, dass ich Gott sehr oft und sehr intensiv erfahren habe und erfahre. Und ich möchte dies um nichts in der Welt missen, Gott als Freund und als Herr zu erleben ist, was meinen Glauben ausmacht. 

Nur und es ist kein aber, die Lektionen und Erkenntnisse, die mein Leben, Denken und Handeln verändert haben. Sind nicht in diesen Erfahrungen geschehen, sondern im Stillen und im Studieren. Ich kann das eine nicht gegen das andere ausspielen, und sagen eines ist mir wichtiger als das andere, da beides Früchte produziert, die ich nicht missen möchte. 

Du kennst sicher noch andere Stellen, wo es darum geht, dass wir alle zusammen ... und dass es eben nur gemeinsam geht und so von Gott gedacht ist.

Absolut, deshalb möchte ich auch die Erfahrungen und die gelebte Spiritualität von anderen Feiern und nicht schlecht reden. 

arcangel antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19188

@arcangel 

Veröffentlicht von: @arcangel

Nur und es ist kein aber, die Lektionen und Erkenntnisse, die mein Leben, Denken und Handeln verändert haben. Sind nicht in diesen Erfahrungen geschehen, sondern im Stillen und im Studieren. Ich kann das eine nicht gegen das andere ausspielen, und sagen eines ist mir wichtiger als das andere, da beides Früchte produziert, die ich nicht missen möchte. 

Ist das im Grunde nicht immer so? - Die Wahrheit ist in Christus offenbart. Gott hat sich mitgeteilt in seinem Wort. Ich verstehe das so, dass wir die Wahrheit in der Schrift finden und sie uns Gott beim Studieren/Lesen aufschließt oder auch in anderen Situationen; denn in denen holt der Heilige Geist das Gelesene dann hervor, sodass wir erkennen.

neubaugoere antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6387

@neubaugoere 

Ja so sollte es eigentlich sein. 

Ich begegne nur leider oft der Einstellung, dass Gott doch das eigene Herz gefälligst auf übernatürliche Weise verändern soll, und Weisheit und Erkenntnis ins Hirn beamen soll. Und ich muss ehrlicherweise gestehen, dass ich diese Haltung auch lange hatte, auch wenn ich es zu dem Zeitpunkt wohl eher anders gesehen habe. 

arcangel antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19188

@arcangel 😀

Ja, MIR wäre das auch am liebsten - schnell, einfach, gründlich. 😀 Doch Gott möchte ja unser Herz verändern, das geht nicht auf Knopfdruck, so gern ich das hätte. 

Veröffentlicht von: @arcangel

Ja so sollte es eigentlich sein. 

So ist es. - Dass andere so ihre Vorstellungen haben, berührt die Tatsache nicht, dass Gott sich in seinem Wort mitgeteilt und geoffenbart hat. 🙂

neubaugoere antworten
oblacko
(@oblacko)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 4

@neubaugoere 

Eine schöner Gedanke. Iteressant, wie Sie Ihre Gabe entdeckt hast. Ich habe ein paar Mal dafür gebetet, aber bisher habe ich noch keine klare Antwort bekommen

oblacko antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19188

@oblacko 

Worauf nimmst du Bezug, und welche Gabe meinst du?

neubaugoere antworten
oblacko
(@oblacko)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 4

@neubaugoere 

1. Petrus 4

10 Dient einander mit den Fähigkeiten, die Gott euch geschenkt hat – jeder und jede mit der eigenen, besonderen Gabe! Dann seid ihr gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes. 11 Wenn jemand die Gabe der Rede hat, soll Gott durch ihn zu Wort kommen. Wenn jemand die Gabe der helfenden Tat hat, soll er aus der Kraft handeln, die Gott ihm verleiht. 

Ich meine diese Gaben im Petrus 4.

Und auch die Gaben des Heiligen Geistes.

 

oblacko antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19188

@oblacko 

Ich verstehe den Zusammenhang nicht. Magst du erklären?

neubaugoere antworten
Mulle1979
Beiträge : 33

Ein schöner Thread! 😊 

Bei mir ist es so (muss ein bisschen ausholen), dass ich zwar zeitlebens irgendwie mit der Kirche / Gottesdiensten (ev. Landeskirche) verbunden war (durchwegs positiv), aber nicht wirklich mit Gott.
Meine Oma und Mutter gingen regelm. zum Gottesdienst, glaubten / glauben auch an Gott, aber das ist eher was, was sie mit sich innerlich ausmachen. Es wurde nie groß nach außen getragen. Es wurde auch nicht weiter gebetet oder so (außer das Bett-Geh-Gebet, da hat meine Mutter, als wir klein waren, jeden Abend mit uns gebetet). Ob und wie sie für sich gebetet haben - keine Ahnung, das habe ich nie mitbekommen. Omas oft gehörter Spruch "Der Mensch denkt, und Gott lenkt". Das wars aber auch mit für andere sichtbaren Glaubensansagen.

Konfirmation habe ich als etwas Schönes, Berührendes empfunden, theoretisch auch verstanden, was es heißt, aber ich kann glaube ich rückblickend sagen, ich habe es nie "gefühlt". 

2022 habe ich angefangen, mich mehr mit Gott / Glauben zu befassen, aufgrund einer schweren Zeit privat, mein Vater war schwerstkrank. Als er April 2022 gestorben ist, hatte ich sowas wie mein persönliches Schlüsselerlebnis mit Gott.
Ab da war wie ein Schalter in mir umgelegt, ich habe mich wirklich MIT Gott beschäftigt, und zwar auf alle möglichen Arten. Viel gelesen, auch Bibel, Youtube, bin in den Gottesdienst, habe so meine aktuelle Gemeinde überhaupt erst kennengelernt (sind 2022 erst in unser jetziges Haus gezogen, davor war ich nur mit der Gemeinde zuhause im Dorf bei meinen Eltern heimisch). Ich habe gebetet usw. Und jetzt, fast 3 Jahre später, habe ich das Gefühl, mein Leben ist so reich wie nie zuvor. Und ich entdecke täglich mehr / Neues.

 

Wie sieht es jetzt aus, mein praktisches Glaubensleben? 
Ich bete, täglich, oft auch ganz zwanglos, ein Zwiegespräch mit Gott eben. Ich lese aktuell täglich in der Bibel, vorher nur sporadisch.

Ich versuche einfach, Gott, Jesus, den ganzen Tag in meinen Gedanken und im Herzen zu haben. Klar, klappt nicht immer. Aber immer mehr 🙂 Momentan höre ich den Podcast "Lebensliturgien", da gibt es auch jeden Tag 3x Gebet, Früh, Mittag, Abend - so zwischen 5-10 Minuten. Das ist meine kleine Ruhepause im Tag, und oft schließe ich Bibellesen oder mein eigenes Gebet an.

Und ich habe mich mit Anlauf in die Gemeinde "geworfen": ich wurde 2023 gefragt, ob ich nicht als Ersatz für jemand in den Kirchenvorstand nachrücken will, habe ja gesagt, mich jetzt aufstellen lassen und bin jetzt offiziell im KV für die nächsten 6 Jahre.

Der Kontakt mit den anderen Gemeindemitgliedern bereichert mich ungemein, auch wenn es oft mehr um organisatorisches geht, Veranstaltungen usw. ABER über die Gottesdienste etc. komme ich eben auch mit den Menschen aus der Gemeinde in Kontakt, die den Glauben deutlicher ausleben. Es gibt einen kleinen Bibelkreis und einige Menschen, mit denen ich jetzt schon offener reden kann über Gott, den Glauben usw. 
Da mein Partner sozusagen Atheist ist (auch nicht getauft, also kein Ausgetretener), tut mir das erst recht gut. Wobei ich - zum Glück -sagen kann, dass ich mit ihm schon bessere Gespräche über Gott / Glauben hatte, als mit manchem "richtigem" Christen. 

 

Gott erlebe ich im Alltag (momentan - ich bin mir sicher, das ändert sich manchmal auch über die Zeit) als ständig präsent. Aber vielleicht auch gerade dadurch, dass ich ihn gedanklich immer "herhole"? 

Ich habe intensiv für einige Dinge gebetet, die mir so auch gewährt wurden (bzw. es war für andere Personen). Ich kann das auf andere Dinge schieben, aber ich habe Gott in Jesu Namen darum gebeten, und es ist passiert, also glaube ich, dass es von ihm kam.

Ich merke, dass ich mich selbst in Mini-Schritten verändere. Ich bin etwas geduldiger mit anderen, ich merke schneller, wo ich mir selbst den Balken aus dem Auge ziehen sollte, und ich bin unglaublich dankbar für mein Leben. Ich habe nach wie vor Angst vor vielen Dingen, allem voran Krankheit / Tod meiner Lieblingsmenschen. Aber jetzt habe ich das Gefühl, mit Gott kann ich es durchstehen. DAS war für mich ein Gamechanger, wie man so schön sagt. 

Schwierigkeiten oder Fragen stellen sich für mich im Moment nur in der Hinsicht, dass ich viele verschiedene christl. Anschauungen mitbekomme (Youtube, Foren usw). und ich mich frage: wer hat wohl die ultimative Weisheit mit Löffeln gefressen?
Die "radikaleren" Ansichten? Die gemäßigten? Die, die alles für unproblematisch halten, was queer, Sexualität usw. angeht?

Letztendlich also eher Schwierigkeiten mit den Auslegungen der Mitchristen, als mit Gott oder meinem Glauben selbst 😉

mulle1979 antworten


CoffeeandBible
Beiträge : 325

@tristesse Mir fällt in der letzten Zeit auf, dass mir Dokumentationen über alles, was mit unserem Glauben zu tun hat, unfassbar gut tun.

Nicht nur Diskussionen, theologische Gespräche etc. (die natürlich auch), sondern auch alle anderen möglichen Dokus, die so "in die Richtung" gehen, z.B. über Priester, die für mehr als fünfzig Dörfer zuständig sind, etc...

Wollte das einmal mit euch hier teilen. Vielleicht geht es euch ja sogar ähnlich? 🙂

 

coffeeandbible antworten
2 Antworten
Arcangel
(@arcangel)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 6387

@coffeeandbible 

Meine Frau und ich folgen einigen Podcasts. Die sind intensiv, aber wertvoll. Aber wir sind wählerisch, denn die Qualität der Inhalte reicht vom theologischen LaLa-Land über Teletubby und Verschwörungstheoretiker bis akademisch fundiert. 

arcangel antworten
BePe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 630

@coffeeandbible 

Mir fällt in der letzten Zeit auf, dass mir Dokumentationen über alles, was mit unserem Glauben zu tun hat, unfassbar gut tun.
(.....) 
Wollte das einmal mit euch hier teilen. Vielleicht geht es euch ja sogar ähnlich? 

es müssen nicht unbedingt Dokumentationen sein, manchmal reicht eine Mail...
Unser ehemaliger Pfarrer schreibt jedes Wochenende seine "Sonntagsgedanken" zum Wochenthema. 
Und diese Sonntagsgedanken sind kleine Kurzpredigten - knapp und trotzdem tiefgehend. 
Und jeden Freitag warte ich schon auf die Mail mit den "Sonntagsgedanken". 

 

bepe0905 antworten
Herbert52
Beiträge : 244
Veröffentlicht von: @ben-ahava

Haushaltung Gottes, Band 1 und 2

Was hat es mit dieser Quellenangabe auf sich?

herbert antworten
3 Antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19188

@herbert 

Die Vorstellung von Gottes Haushaltung ist ein Thema, das sich in der Tora entfaltet.

neubaugoere antworten
Herbert52
(@herbert)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 244

@neubaugoere 

Wieso Band 1 und 2. Das klingt nach Literatur.

herbert antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19188

@herbert 

Die Tora, auch bekannt als die fünf Bücher Mose, ist die schriftliche Offenbarung Gottes an das jüdische Volk und enthält grundlegende Gesetze und Erzählungen. Die Tora (תּוֹרָה): Die Tora ist der heiligste Text im Judentum und besteht aus den fünf Büchern Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri und Deuteronomium. Sie enthält die Geschichte der Welt von der Schöpfung bis zum Tod Moses, sowie die Gesetze und Gebote, die Gott dem Volk Israel am Berg Sinai offenbarte. Die Tora wird auch als „Gesetz“ oder „Weisung“ übersetzt und ist die Grundlage für das jüdische Religionsgesetz (Halacha). Sie wird auf handgefertigtem Pergament in hebräischen Buchstaben geschrieben und ist ein zentrales Element jüdischer Gottesdienste und Traditionen. 

Ich bin zwar nicht der Verfasser dessen, was du hinterfragt hast, kann mir aber vorstellen, dass derjenige Genesis und Exodus meint. 

🙂

neubaugoere antworten


AWHler
 AWHler
Beiträge : 2297

Mein "Christsein im Alltag" war in meinen jungen Jahren sehr pietistisch geprägt und hat mich sehr erfüllt: Den Tag beginnen mit den Losungen und einer "Stillen Zeit" (Bibel & Gebet) ... und mein Glaube war eine gelebte "Beziehung zu Jesus". Sonntägliche Gottesdienste im Essener "Weigle-Haus", jahrelanges und intensives Engagement in der missionarischen Jungschar- und Jugendarbeit, Freizeiten, Evangelisationen.

Für diese Grundierung bin ich bis heute dankbar und "its a part of me now / its been cherished and saved" (Bob Dylan in dem Song "In the Summertime").

Für mein Christsein in den kommenden Jahren und Jahrzehnten wurde mir dann die Frage nach der MITTE und WEITE, nach der BINDUNG und FREIHEIT meines Glaubens zum großen und zentralen Thema.

Ich nenne mal vier Stichworte von Begegnungen, Erfahrungen &  Einsichten  im Studium und dann in den Berufs-, Lebens- und Familienjahren danach, es geht da zurück in die Zeit ab den späten 70ern 😉 ... und vielleicht kann der ein oder andere User hier was damit anfangen ... wohlgemerkt unter der Perspektive, dass all das Dinge sind, die für meinen Glauben nicht nur theoretisch/theologisch, sondern ganz praktisch und für den gelebten Alltag von Bedeutung wurden:

Ulrich Schaffer - Tagebuchschreiben und Selbstreflexion mit dem Credo "Mich selbst gering zu schätzen, ist eine Form falscher Demut, die ich in meinem Leben nicht mehr praktizieren möchte!"

Kuylmann-Hoekendijk "Christen nach Maß? Ein Plädoyer für die Vielfalt" (ein altes Oncken-Büchlein) hat mir die Türen zum Verständnis dafür geöffnet, dass meine Art, Glauben zu verstehen und zu leben, nicht der Maßstab für alle ist ... und wer meine Art zu beten, die Bibel zu lesen, Gottesdienst zu feiern, christlich zu reden, nicht teilt, lehnt damit den Glauben nicht ab. - So konnte ich mich zunehmend in  CVJM-Bibelstunden, katholischen Messen, freikirchlichen Gottesdiensten oder afrikanischen Gemeinden "wohlfühlen" und was draus ziehen ...

Helmut Gollwitzer, Jim Wallis und "Soujourners" - Glaube und Nachfolge Jesu hat Weltverantwortung und politische Konsequenzen (Sich Einsetzen für Frieden, Gerechtigkeit & Bewahrung der Schöpfung) - Unpolitisches Mensch- und Christsein gibt es nicht

Die Begegnung mit Meditation & Kontemplation (auch im interreligiösen Dialog) - Beten ist für mich heute auch ganz praktisch mein Stille-Sein, Schweigen und "in der Präsenz Gottes" da sein, z.B. auch im wortlosen Sit-ZEN auch auf dem Meditationsbänkchen. Auch meine Empfänglichkeit für sakrale Räume ist gewachsen, ich setze mich gerne mal in die Stille und Atmosphäre einer katholischen Kirche … und brauche die protestantische Wortlastigkeit dann so garnicht.

Soviel mal und Danke für den Thread
L’Chaim

awhler antworten
1 Antwort
Tamaro
 Tamaro
(@tamaro)
Beigetreten : Vor 9 Jahren

Beiträge : 2055

@awhler 

ich setze mich gerne mal in die Stille und Atmosphäre einer katholischen Kirche

Das geht mir auch so. Bei mir sind es katholische und reformierte Kirchen, in die ich mich gerne setze. Zumeist ist das im Urlaub der Fall.

Oder hin und wieder kommt es vor, dass ich eine Mittagsrast in einem Innenhof von kirchlichen Gebäuden abhalte, weil schön kühl und schattig, auf einem Bänklein neben einer Kirche sitze oder manchmal gibt es auch so eine Art "Veranda", wo man zusätzlich noch im Trockenen resp. am Schatten verweilen kann. Diese Momente sind für mich jeweils besonders, es herrscht eine andere Atmosphäre als anderswo, eine entspannte und eine, an die ich mich jeweils noch lange und gerne daran zurück erinnere.

 

tamaro antworten
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