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Christsein und Meditation - passt das zusammen?

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Flutterby
Themenstarter
Beiträge : 164

Hallo zusammen,

im christlichen Umfeld hört oder liest man oft, wie gefährlich jegliche Form von Meditation sei, da man sich dadurch für geistliche Einflüsse öffnen würde, die nicht von Gott kommen. Dies betrifft nicht nur offensichtliche Meditationspraktiken aus anderen Religionen (Yoga, Zen, usw.), sondern selbst weltanschaulich und religiös als neutral bezeichnete Methoden wie Autogenes Training, Entspannungs- oder Achtsamkeitsübungen. In vielen Firmen (so auch bei uns) gibt es z.B. Angebote von Yoga - hier meist als "Business-Yoga" bezeichnet. Ganz modern scheint zur Zeit auch "Mindfulness-Based Stress Reduction" (MBSR) zu sein, was im Prinzip Achtsamkeitsmeditation ist. Auch im christlichen (meist katholischen) Bereich existieren Angebote für Exerzitien, Kontemplation, "Jesusgebet", kontemplatives Gebet etc., manchmal sogar Tai-Chi, Zen oder Yoga (!).

Grundsätzlich würde ich bei diesen Übungsmethoden bzw. Praktiken zwei Ziele unterscheiden:

- Körperliche und geistige Entspannung zur Stressreduktion und Erhaltung/Wiederherstellung der Gesundheit.

- Geistliche Übungen, um spirituelle Erfahrungen zu machen, etwa um Gott intensiver zu begegnen.

Für mich stellt sich hier die Frage der Differenzierung: Was ist aus christlicher Sicht noch vertretbar und was schon nicht mehr? Gibt es dafür allgemeingültige Kriterien? Ein klares Ausschlusskriterium wäre für mich z.B. ein nichtchristlicher religiöser Hintergrund, aber was ist mit christlichen oder religiös neutralen Meditationsmethoden oder Übungen?

Wahrscheinlich gibt es dazu viele unterschiedliche Ansichten - mich würden dazu Eure persönlichen Meinungen und Ansichten interessieren.

LG
Stefan

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168 Antworten
Flutterby
Themenstarter
Beiträge : 164

Sommerloch?
In dem hiesigen, sonst recht konservativen Anzeigenblatt "HALLO" erschien gestern (Mi, 14.08.2019) ein groß aufgemachter Artikel über eine Reinkarnationstherapeutin, die Menschen mittels Hyperventilation in vergangene Leben zurückführt. Der Chefredakteur dieser Zeitung hat den Selbstversuch gemacht und berichtet darüber. (Anscheined haben zur Zeit die meisten Redaktions-Mitabeiter und Praktikanten frei, und nun musste er selbst ran... 😉)

Immerhin hat es vor "Mariä Himmelfahrt" (Feiertag in Bayern) neben dem Reinkarnations-Artikel auch ein christlicher Artikel auf die Titelseite geschafft.

Anzeigenblatt HALLO vom 14.07.2019

P.S.: Die ebenfalls auf Hyperventilation beruhende Atemtechnik "Rebirthing" kenne ich aus eigener Erfahrung. Ich hatte dabei zwar die typischen Symptome der Hyperventilation wie Muskelverkrampfungen und ein Gefühl der "Schummrigkeit" (kennt man ja auch z.B. davon, wenn man eine Luftmatratze zu schnell aufpustet), aber irgendwelche Visionen oder besondere Emotionen hatte ich dabei nie. Anscheinend sind mache Menschen einfach zugänglicher bzw. "anfälliger" für diese Methoden.

flutterby antworten
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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Hallo Flutterby,

selbst wenn die Reinkarnationstherapie funktionieren würde und nicht eine Sinnestäuschung wäre, so wäre immer noch die Frage, ob sie gesegnet wäre.

Wenn nichts da ist, ist es eine Sinnestäuschung und damit eine Unwahrheit und bringt mich vom Weg ab. Wenn aber etwas da ist, was sich abrufen ließe, warum soll ich das wissen, das Gott, sicherlich aus gutem Grund, vor mir verborgen hält?

Deshalb würde ich so etwas niemals machen. Sei doch froh, dass du zu den weniger "anfälligen" gehörst, vielleicht ist das eine echte Bewahrung.

Liebe Grüße

Ralf

Anonymous antworten


AnnaElbe
Beiträge : 41

Hallo Stefan!
Ich habe jetzt endlich mal die Posts zu Deiner Einstiegsfrage wenigstens überflogen, wobei mir immer wieder die Kirche der Stille in unserer wunderschönen Hansestadt Hamburg als Antwort dazu eingefallen ist.
https://kirche-der-stille.de/
Dort wird genau das gemacht, wonach Du fragst:
Mit Bedacht und Sinn wird meditiert, geschwiegen, sogar getanzt, Gottesdienst gefeiert, gesungen. Immer mit Stille als Hauptthema. Und das ist ja die Grundvoraussetzung für eine Meditation.
Es geht dabei immer darum, Gott und/oder seinem Ich näher zu kommen (was ja eigentlich dasselbe ist). Schau Dir mal deren Programm an, es gibt auch Zen-Meditation zB, darüber könnte man streiten. Tun sie aber nicht, es geht um die Gemeinsamkeiten und nicht die Unterschiede. Und das Schöne ist, daß alle Veranstaltungen in der Kirche der Stille als sakraler Ort stattfinden.
Wo auch immer Du wohnst: Vielleicht gibt es das auch bei Dir?

Fragt sehr interessiert

AnnaElbe (Kirchenbotschafterin)

annaelbe antworten
1 Antwort
Flutterby
(@flutterby)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 164

Hi AnnaElbe,

danke für den Hinweis. In München kenne ich nur das katholisch ausgerichtete Zentrum St. Michael, es gibt aber sicherlich noch mehr.

LG
Stefan

flutterby antworten
21thdigitalmen
Beiträge : 120

Körper - Geist Gegensatz
Das nehme ich oft im Christentum wahr. Da wird vor allem über die Richtigkeit von Lehrsätzen und Bibelstellen gestritten. Kann man wunderbar hier im Forum beobachten.
Dieser Dualismus ist aber nicht biblisch und auch nicht sehr gesund, meiner Ansicht nach.
Schon die alten Wüstenväter haben sich in Agypten zurückgezogen um zu meditieren.
Schließlich hat Gott die gesamte Welt mit allem darin geschaffen.
Gott hat uns aber auch unseren Körper mit all seinen Nerven und Neuronen geschenkt.
Da unser Alltag immer stressiger wird, vergessen wir leicht auf die Signale zu achten.
Meine Empfehlung: probiere verschiedene Angebote aus. Wenn irgendwelche spirituellen Praktiken auftauchen, frage zuerst wozu das dient. Wenn dein Gewissen dann immer noch "Nein" sagt, kannst du ja freiwillig gehen.
Aber es gibt auch genug nicht-religiöse Angebote.
Gibt sogar "Holy Yoga" mit christlichen Ansätzen.
Ich kann nur von mir sprechen, dass mir Yoga, Pilates und Tai Chi sehr gut tun.

21thdigitalmen antworten
3 Antworten
Flutterby
(@flutterby)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 164
Veröffentlicht von: @21thdigitalmen

Schon die alten Wüstenväter haben sich in Agypten zurückgezogen um zu meditieren.

Stimmt, so soll z.B. das Jesusgebet entstanden sein, bei dem man den Namen Jesus Christus wie ein Mantra unablässig wiederholt. Bei einigen Exerzitienarten wird das praktiziert, z.B. dem von Franz Jalics begründeten "Grieser Weg". Dafür hatte ich mich kurz vor meiner Bekehrung Ende letzten Jahres mal interessiert; seitdem liegt das aber bei mir erst mal "auf Eis".

Veröffentlicht von: @21thdigitalmen

Schließlich hat Gott die gesamte Welt mit allem darin geschaffen.
Gott hat uns aber auch unseren Körper mit all seinen Nerven und Neuronen geschenkt.

Das heißt aber nicht, dass es ratsam ist, alles, was damit "technisch" möglich ist, auch zu machen. 😉

Veröffentlicht von: @21thdigitalmen

Meine Empfehlung: probiere verschiedene Angebote aus. Wenn irgendwelche spirituellen Praktiken auftauchen, frage zuerst wozu das dient. Wenn dein Gewissen dann immer noch "Nein" sagt, kannst du ja freiwillig gehen.

Bevor ich etwas ausprobiere, informiere ich mich normalerweise vorher, um was es geht, und entscheide mich dann. Spart Aufwand, Kosten und Enttäuschungen. Momentan habe ich aber keinen Bedarf an Entspannungstechniken o.ä. - was ich dagegen schon suche, ist Gott noch näher zu kommen, und da steht für mich das Thema Kontemplation bzw. kontemplatives Gebet weiter im Raum.

Veröffentlicht von: @21thdigitalmen

Aber es gibt auch genug nicht-religiöse Angebote.
Gibt sogar "Holy Yoga" mit christlichen Ansätzen.

Was es nicht alles gibt... 😀 (Wolf im Schafspelz?)

flutterby antworten
21thdigitalmen
(@21thdigitalmen)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 120
Veröffentlicht von: @flutterby

Gibt sogar "Holy Yoga" mit christlichen Ansätzen.

Was es nicht alles gibt... 😀 (Wolf im Schafspelz?)

Häh? Das sind bekennede Christen, die solche Angebote durchführen.
Zwischen den Übungen wird gebetet, man kann aber auch Lobpreis Lieder laufen odr ähnliches.

21thdigitalmen antworten
Flutterby
(@flutterby)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 164
Veröffentlicht von: @21thdigitalmen

Das sind bekennede Christen, die solche Angebote durchführen.
Zwischen den Übungen wird gebetet, man kann aber auch Lobpreis Lieder laufen odr ähnliches.

Hab's mir zugegebenermaßen nicht genauer angesehen.

flutterby antworten


21thdigitalmen
Beiträge : 120

etwas humoriges von Theoleaks zum auflockern..
https://theoleaks.de/2019/08/26/gemeinde-froh-frau-sagt-sich-vom-yoga-los-und-ist-endlich-wieder-so-unentspannt-wie-frueher/

21thdigitalmen antworten
2 Antworten
Flutterby
(@flutterby)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 164

😀😀😀

Der ist aber auch nicht schlecht... 😎

flutterby antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 23150

..ach deswegen werden die Selbstfahrautos konzipiert. Da kann dann nichts passieren 😎 😀😀

deborah71 antworten
Evilefti
Beiträge : 6

Hi,du,

ich hab mir den ganzen Thread durchgelesen und möchte dir meine eigene Erfahrung mit Yoga als Christin erzählen.
Obwohl du ja nach Meditation gefragt hattest, war Yoga der Inhalt von vielen Antworten.

Ich war damals in einer Kurklinik, weil ich durch eine schwere Krankheit und langem Stress total in einer Erschöpfung steckte.
Und ich merkte davor, wenn ich jetzt wieder zu allem mein christliches Nein sagen muss, dann hab ich wieder keine Kur, sondern einen verkappten Missionsaufenthalt.
Also redete ich mit Jesus darüber und hatte den Eindruck, dass er mir sagte: Du brauchst niemand etwas erklären und du darfst einfach mal nehmen, wenn dir jemand was Gutes tut. Nur, mimm mich überall hin mit und besprich alles mit mir.

So begann ich auch Yoga zu machen und 1. ich konnte dabei total gut beten. Für die Lehrerin, für die anderen Erschöpften... hatte tatsächlich auch viele gute Gespräche seitdem. Auch über meinen Glauben.
2.es war ein weiter Raum, in dem ich über Gott nachdenken konnte. Ein Licht nach dem anderen ging mir auf. Innerlich wurde meine Liebe zu dem Gott, der mich ausruhen lässt, noch größer, als vorher, als mein Glauben mehr ein engagiertes Geben war und ich das Nehmen gar nicht so brauchte.
3. Es war toll, auch wenn ich Unterschiede bemerkte, wenn eine Yogalehrerin stärker auf den Buddhismus einging. Es wurde allerdings nie etwas "Verlangt"... es war eben mehr eine Information und auch mit dem Beschäftigen von Unterschieden wirft man seinen eigenen Glauben nicht weg. Und die Gemeinsamkeiten freuten mich wieder.... auch als Lernen über was anderes.
und 4. im Yoga/ der Meditation passierte etwas, womit ich in der Praxis immer Schwierigkeiten hatte, ich konnte mich selber besser lieben und annehmen als erschaffener, geliebter Mensch.
Dadurch 5.wurde ich ruhiger, stabiler und kann mit anderen Menschen oft gelassener umgehen.

Also, es half mir beim christlichen Doppelgebot... das ist doch was!

6.Das Defizit, bei Gott Ruhe zu finden, nichts produzieren, und mal mit etwas weniger Worten , Vorgaben, Ansichten, Apellen und starken Meinungen auskommen, finde ich in vielen christlichen Kreisen schon sehr ausgeprägt.
Es hat mich gewundert, das das hier niemand so erlebt hat. So christliche Burnouts habe ich öfters bei ganz engagierten Geschwistern mitgekriegt. Trotz Bibellesen, Beten, Hauskreisen, Mission ect..... wahrscheinlich würde ich, wenn ich da noch unterwegs wäre, anregen, liturgischen Elementen und der christlichen Meditation mehr Raum zu geben.

Für mich selbst klappt Meditation und Yoga ganz wunderbar mit dem innerlich Umformulieren, wenn ich mal etwas anders sehe. Ich würde jedem reiferen Christen, der dauergestresst ist, raten, Gott zu bitten, ihn zu führen. Man kann auch was ausprobieren und merkt doch eigentlich selbst, was das mit einem macht.
Ich muß aber dazu sagen, ich habe auch mal eine Lehrerin gewechselt, weil die eine zu stark "missionarisch" für den klassischen Yogaweg mit allen Facetten warb.

Bei sehr unsicheren, ängstlichen Christen und wenn man zu psychotischen Tendenzen neigt, würde ich abraten, und nur neutrale körperliche Entspannungsarten, sowie für die Seele und den Geist de Stille in einer Liturgie oder der Natur empfehlen. Überhaupt würde ich NIEMANDEM raten, was gegen sein Gewissen zu tun.

So... mein Senf. Ganz liebe Grüße und vertrau darauf, dass Gott dich führen kann, er kann dir auch helfen, deine eigene Grenze zu finden. Er möchte immerhin noch mehr wie du, dass du mit ihm in einer tiefen Beziehung bleibst. 🙂

Evilefti

evilefti antworten


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