Depression
Hallo Zusammen,
ich habe seit meiner Kindheit immer wieder mit depressiven Phasen zu kämpfen. Bzw mit depressiven Verstimmungen. Ich funktioniere aber trotzdem noch, bin dann nicht bettlägerig. Zur Zeit habe ich es wieder verstärkt. Und ich habe auch mit Wut zu kämpfen. Ich bin für meine Familie zur Zeit keine gute Gesellschaft und ich leide sehr darunter. Habt ihr da ein paar Tipps?
Liebe Grüße
@maike Der Schlüssel für alle Dinge ist vertrauensvolle Beziehung zu Gott aufzubauen. Man muß dazu auf's Ganze gehen, ringen darum, um Sorgen und negative Gedanken loszuwerden. Medikamente und Seelsorger, sind nur Dinge, die nur dann notwendig sind, wenn man schon selber nicht mehr kann, wenn man die negativen Gedanken nicht loslassen kann.
Die vertrauensvolle intime Beziehung zu Jesus gibt alle Antworten für das Leben.
Die vertrauensvolle intime Beziehung zu Jesus gibt alle Antworten für das Leben.
Ja. Das gibt sie. Alles, was wir haben, schenkt uns Gott. Und dennoch gehe ich zur Arbeit, um Geld zu verdienen. Oder informiere ich mich z.B. über diverse Themen anhand von Büchern, Zeitung, Zeitschriften, Internet, Fachleuten und anderen Menschen - prüfe und vertraue deren Rat. Genauso ist es sinnvoll und legitim, dies auch bei psychischen Problemen zu tun - unabhängig von der Größe ihres Ausmaßes.
Medikamente und Seelsorger, sind nur Dinge, die nur dann notwendig sind, wenn man schon selber nicht mehr kann, wenn man die negativen Gedanken nicht loslassen kann.
Nein. Wenn es einem schlecht geht - psychisch wie körperlich - darf man sich jederzeit (und sogar bestenfalls frühzeitig) Hilfe suchen. Das macht die Beziehung zu Gott nicht schlechter. Gott ist auch da dabei.
"Der Schlüssel für alle Dinge ist vertrauensvolle Beziehung zu Gott aufzubauen. Man muß dazu auf's Ganze gehen, ringen darum, um Sorgen und negative Gedanken loszuwerden. Medikamente und Seelsorger, sind nur Dinge, die nur dann notwendig sind, wenn man schon selber nicht mehr kann, wenn man die negativen Gedanken nicht loslassen kann."
Das ist eine brandgefährliche Empfehlung. Es sind früher eine Reihe von Menschen zu mir gekommen, die in einer Gemeinde mit dieser einer solchen Philosophie gelebt haben. Es war verheerend.
ja das ist gefährlich, wenn du "nur" Gottvertrauen, aber kein Vertrauen in dich selbst hast, keine
Menschen denen du vertrauen kannst.
Aber die Bibel, mein bester "Beziehungsratgeber" betont in ihrer Mitte diese dreifache Beziehung.
Und das hilft mir selbst am meisten.
Leider gibt es in manchen christlichen Gemeinden andere, zerstörende Lehren.
Wie ein Christ hat keine Depression, Depression kommt vom Bösen, ein
Christ schluckt keine Antidepris......
Eine christliche Kirche, in der Nähe von meinem Wohnort, war bereit, eine Selbsthilfegruppe gegen
Depression zu öffnen. Selbst bin ich für diese Gruppe mit verantwortlich.
Diese Menschen gehen sonst nicht in eine christliche Kirche.
Nein, ich versuche diese Menschen nicht zu bekehren, das kann nur Gott.
Aber ich sage schon, das ich an diesen Gott und seine Liebe glaube. Und dass ich durch
diese Liebe, mich selbst annehmen und wertschätzen kann.
"Leider gibt es in manchen christlichen Gemeinden andere, zerstörende Lehren.
Wie ein Christ hat keine Depression, Depression kommt vom Bösen, ein
Christ schluckt keine Antidepris......"
Das hab ich leider zur Genüge erlebt. Da mussten sich Klienten aus bestimmten Gemeinden unter konspirativen Bedingungen über einen verborgenen Nebeneingang in meine Praxis begeben.
"Aber ich sage schon, das ich an diesen Gott und seine Liebe glaube. Und dass ich durch
diese Liebe, mich selbst annehmen und wertschätzen kann"
Ja, das ist völlig in Ordnung. Selbstannahme und Selbstwertschätzung kann man auch so bekommen. Und auf dieser Basis kann es dann auch eine völlig andere Beziehung zum religiösen Raum geben.
Das hab ich leider zur Genüge erlebt. Da mussten sich Klienten aus bestimmten Gemeinden unter konspirativen Bedingungen über einen verborgenen Nebeneingang in meine Praxis begeben.
Ergänzend möchte ich dazu sagen, dass das nicht nur ein christliches Phänomen ist. Ich erlebe aus meinem Berufsalltag durchaus auch Situationen, wo Menschen unabhängig vom Glauben Depressionen leugnen und Patienten dann ein "Stell dich nicht so an... du musst mal an die frische Luft...ernährst Du Dich gesund?... ist das immer noch nicht weg, so langsam reicht es mal..." mit auf den Weg geben.
Und in der Gemeindelandschaft tut sich auch wirklich was in diesen Dingen. Depressionen werden inzwischen durchaus ernst genommen und dieses "wegbeten wollende" Verhalten ist in meinen Augen eher inzwischen die Ausnahme. Jedenfalls in den Kreisen, die ich kenne.
Ja sicher, dass ist kein originär christliches Phänomen, sondern überall zu finden, wo sich Gruppen von Menschen unter irgendeinem Glauben zusammengefunden haben. und auch da ist es, wie in den christlichen Gemeinschaften, nicht bei allen so. Es hängt sehr von der Leitung der Gemeinde ab.
@queequeg ❓🤔
Glaubst du, es gibt Menschen, die "nicht glauben"?
Keine Ahnung. Ich kenne eine Reihe von Menschen, die das von sich behaupten. Ob das aber tatsächlich so ist, kann ich nicht sagen. Es erschien mir nur am Anfang meiner Tätigkeit merkwürdig, dass einige Leute, die gesagt hatten, dass sie mit religiösem Glauben nichts am Hut hätten, sich gegen Ende der Behandlung dem doch sehr genähert haben.
Verstehe. - Es ging ja bei tristesse darum, dass das kein rein christliches (Gemeinde-)Phänomen ist oder von gläubigen Menschen, sondern überall vorkommt. Das hast du auch gesagt, führst aber dann Glauben und christliche Gemeinschaften und Gemeindeleitungen an. Das hatte ich nicht verstanden. Wir sprachen doch darüber, dass es das auch - ich will mal sagen - außerhalb von Gemeinden, von Gläubigen, gibt. Deshalb fragte ich, ob du Menschen kennst, die nicht glauben. Es hört sich so an.
Leider geht es auch in christlichen Gemeinden um die Macht, meine persönliche
Erfahrung. Es wäre schön wenn es anders wäre. Überall Friede, Freude, Harmonie,
Verständnis. Alles leicht, harmonisch, himmlisch..
Obwohl Christus das ganz anders gelebt und gelehrt hat.
Haben oder nicht haben. Richtig oder falsch.
Und dann erschrecke ich auch am meisten darüber, wo wir am wenigsten
Konflikte, Streit, Neid......erwarten. Wir sollen doch Gott lieben und andere
Menschen wie uns selbst.
Kämpfe um unser Sein, um unseren Wert, Selbstwert, Würde und Macht.
Ist nicht unser ganzes Leben ein Streit darum anerkannt zu sein.
Es tobt ein großer Wettstreit, viele Konflikte.
Auch in meinem Wesen sitzt das noch, und es ging nicht plötzlich weg,
als ich Christ wurde. Es ist oft ein langer Weg, bis mein Denken
und Handeln verwandelt wird. Und deshalb wird in den christlichen Gemeinden
auch gestritten.
Wer ist der Größte, Beste........
Und als Mensch mit Depression kannst du da nicht immer mit halten...
Früher habe ich den Fehler gemacht, zu offen zu meiner Depression zu stehen.
Aber heute gibt es auch in den christlichen Gemeinden Seelsorge, Gebet,
Begleitung.
Und darum gehe ich, trotz nicht immer guter Erfahrungen, in eine
christliche Gemeinde. Weil ich mich an Christus orientieren darf..........
so wie er gelebt hat, geliebt.......
f
Das Problem hier ist, dass Du eine ganze Reihe von Einstellungen und Verhaltensweisen als eo ipso pathologisch oder "böse" kennzeichnest, die aber das aber ihrem "Wesen" nach gar nicht sind.
"Kämpfe um unser Sein, um unseren Wert, Selbstwert, Würde und Macht.
Wertgefühl, Selbstwert, Würde und auch Macht sind keine Eigenarten, die schlecht sind, ganz im Gegenteil. Sie sind notwendig, um ein zufriedenes Leben führen zu können. Nur, wenn sie schlecht, unpassend oder übertrieben ausgelebt werden, schlagen sie sozusagen in ihr Gegenteil um.
Genau so habe ich das auch gemeint. Wertgefühl, Gottvertrauen, Selbstvertrauen
sind gute Dinge. Das kann uns stark machen, Gott kann uns stark machen.
Das ist das was Christus gemacht hat. Er hat den Himmel verlassen, kam
ganz einfach auf die Erde, hat den Menschen gedient. Christus wusste, wer ER
war, woher Er kam, und wohin ER ging. ER wusste um Ursprung, Sinn und Ziel
Seines Lebens. Das machte IHN frei um Menschen zu dienen.
Mit Christus muss ich auch nicht mehr kämpfen um Ansehen, Größe, meine
Würde, meinen Wert. Gott hat mich in Seinem Ebenbild geschaffen. Etwas
Größeres gibt es nicht.
Doch leider ist in den Kirchen und Gemeinden einiges kaputt gegangen.
So vieles wurde zum Teil verloren, zerstört. Durch Schuld, Verletzungen,
Entwürdigung durch eigenes Versagen. Und wir versuchen immer wieder
unseren Wert, unsere Würde wieder zu gewinnen.
Aber damit schenkt und Christus ganz viel Würde und Stärke.
Er sagt, das wir die Macht haben, Gottes Kinder, Seine Kinder zu werden.
Und mehr geht nicht ! Wenn das nicht nur frommes Gerede, sondern die Wirklichkeit
meines Lebens ist, dann gibt es keine Größe mehr, um die ich kämpfen muss.
Dann gibt es keine Würde und keinen Weg mehr, den wir erstreiten müssten.
Dann müssten wir uns als Seine geliebten Kinder uns auch nicht so um Kleinigkeiten
streite. Großtaufe oder Kindertaufe, Freikirche oder Landeskirche, usw....
Unser Herz, mein Herz braucht ein tiefes Wissen um unsere Größe,
unseren Wert, aber auch ein tiefes Wissen um die Größe und den Wert
von anderen Christen. Damit wir einander von Herzen "dienen" können,
ohne Eigennutz, ohne verdeckten Wettstreit.
Den Glauben an Christus kann man leider auch missbrauchen, um sich selbst
zu bestätigen, andere klein zu halten.........Und genau hier sitzt die Wurzel
für Streit, Besserwisserei, Konkurrenz....
Da brauchen wir Vergebung.
Mein Herz selbst braucht immer wieder Heilung und Wiederherstellung..
Christus wusste um Seine Größe. Und hat sich trotzdem zum Lamm gemacht...
Und ER hatte einen tiefen Frieden von Gott. Als Christ bin ich, trotz Depression,
würdig, wertvoll, stark.........
Machtkämpfe gibt es aber auch in vielen Gruppen, Vereinen, Firmen..
Doch Gott zeigt uns Wege, damit umzugehen.
Soweit Du hier von Deinem Glauben redest, werde ich Dir nicht widersprechen.
Soweit Du das aber als Muster für alle verstanden haben willst, widerspreche ich Dir. allerdings.
Nicht so ganz wenige meiner Patienten haben jahrelang mit dieser Hoffnung gelebt und sind keinen Millimeter weiter gekommen.
Du siehst, wie die meisten, die über so etwas nachdenken, den Menschen, wie er heute vor Dir steht. Das ist aber nicht der, bei dem sich all diese Einstellungs- und Verhaltensmuster ergeben haben. Das ist etwas, was sich in den ersten 3 Lebensjahren entwickelt hat und manchmal auch schon vor der Geburt.
ja, meine Zeit als Kind war nicht gut......
Aber als Christ, hast du die Change der Vergebung und Versöhnung mit deinem
ganzen Leben..........Nicht sofort.....
Und in Christus darf ich mich selbst in Liebe annehmen, trotz meiner
Schwachheit und Depression. Und auch den anderen Menschen annehmen, in
seiner Schwachheit. Weil ich selbst weiß, was eine Depression bedeutet.........
Das wir in unsren Streitfragen nicht nur die Streifrage sehen, sondern auch
den Menschen, der dahinter steht.
Leider gibt es auch in christlichen Gemeinden Tratsch und Klatsch, wenn
einer mal nicht ganz so wie die meisten ist, vielleicht auch depressiv.
Ein Mensch, der keine Beziehung zu Gott hat, kann vieles im Christ sein
nicht verstehen. Deshalb versuche ich, in aller meiner Schwachheit von
Christus weiter zu sagen. Denn Christus sagt, gerade wenn wir schwach
sind, sind wir stark.
"Aber als Christ, hast du die Change der Vergebung und Versöhnung mit deinem
ganzen Leben........."
Richtiger ist: Als Mensch hast Du die Chance der Vergebung und Versöhnung mit deinem ganzen Leben.....
lieber Queweg,
ja, du hast recht. Jeder Mensch hat die Chance der Vergebung und Versöhnung für
sein Leben. Aber ich durfte auch die guten "Beziehungsworte" von Christus
finden.
Selbst brauch ich heute keinen Therapeuten mehr. Aber ich bin dankbar für die
"christlichen Therapeuten, die mir helfen, mich verstehen konnten.
"die christliche Psychologie."
Natürlich gibt es auch sehr gute Psychologen, die helfen, heilen können.
Christus zeigt uns in Seinem Wort als Beispiel, es ist gut für den Menschen,
sich nur auf eine Sache zu konzentrieren. Zum Beispiel hat Er sich voll und
ganz den Kindern zugewandt. "Er schaltete sein smartphone aus," war voll
und ganz für die Kinder da.
Aber warum nur eine Sache tun, wenn man gleichzeitig mehrere Dinge,
"multitasking" tun kann.
Weil Christus schon damals wusste, wie zerstörend es für einen Menschen sein kann,
mehrere Dinge auf einmal zu tun.......
Nicht gleichzeitig arbeiten, Kaffee trinken, im Internet surfen...............usw.
Auch deshalb ist die Bibel, das Wort Gottes, nach wie vor der beste Beziehungsratgeber.
Ja sicher, dass ist kein originär christliches Phänomen, sondern überall zu finden, wo sich Gruppen von Menschen unter irgendeinem Glauben zusammengefunden haben
Man muss keinen speziellen "Glauben" haben, um Depressionen nicht zu verstehen. Da reicht einfach mangelnde Empathie und das ist nicht zwangsläufig ein Problem von Glaubensgemeinschaften.
Individuell ist das richtig. Aber es ist eine andere Dynamik, wenn Menschen von Gruppen - ich sprach nicht von Glaubensgemeinschaften - nicht verstanden werden.
In der Regel wird ein einzelner Mensch, der jemandem keine Empathie gegenüber "nur" das tun und der Mensch, der im Fokus steht "nur" noch deprimierter.
Wenn aber ein "Empathieloser" sich einer Gruppe von solchen angeschlossen hat, kann das gefährlich weit über das "bloße" Empfinden hinausgehn. Es gibt z.B. Gruppen von Menschen, die mögen keine Homosexuellen. Das ist aber keine "Glaubensgemeinschaft". Nur ist diese ganze Gruppe oder ein Einzelner von ihnen bedeutend befährlicher als ein Einzelner, der sagt, dass er keine Schwulen mag.
ich sprach nicht von Glaubensgemeinschaften -
Doch, Du sprachst sogar explizit von Glaubensgemeinschaften.
Nur ist diese ganze Gruppe oder ein Einzelner von ihnen bedeutend befährlicher als ein Einzelner, der sagt, dass er keine Schwulen mag.
Eben. Und die müssen nicht zwangsläufig religiös motiviert sein, was Du schon sehr deutlich hier versucht hast zu vermitteln.
"dass ist kein originär christliches Phänomen, sondern überall zu finden, wo sich Gruppen von Menschen unter irgendeinem Glauben" hatte ich geschrieben.
"Und die müssen nicht zwangsläufig religiös motiviert sein,"
Richtig. Dazu können auch Kegelvereine gehören, Fitnessgruppen und Wandervögel. Alles Gruppen, die nichts religiöses an sich haben.
"religiös motiviert sein, was Du schon sehr deutlich hier versucht hast zu vermitteln."
Klar, das war ja auch der Ansatz von Hundemann. Er hat ja nicht von seinen Erfahrungem im Karnevalsverein gesprochen.
Klar, das war ja auch der Ansatz von Hundemann. Er hat ja nicht von seinen Erfahrungem im Karnevalsverein gesprochen.
@queequeg Ich muß das ein bisschen verdeutlichen: ich sehe das Leben eines Christen, daß phasenweise verläuft. D.h. der Christ will reifen, weil Gott in Ihn "das Wollen und Vollbringen" hineinlegt. Er will wachsen, aber es gibt eine Phase, die nenne ich mal des "NichtVerstehens". Der Christ versteht nicht gut die christliche Lehre, Gott nicht, Menschen nicht und sich selber auch nicht. Er kann in dieser Phase nicht selber mit dem Leben klarkommen. In dieser Phase ist es gut und empfehlenswert Seelsorger und Medikamente konsumieren. Aber langfristig ist das keine gute Lösung, irgendwann muß man ja auch erwachsen und selbstständig werden. Natürlich wenn einer in so einer Phase des "NichtVerstehens" steckt, soll man auch keine hochtrabende biblische Anforderungen an ihn stellen.
Den Verfasser/Verfasserin dieses Themas, habe ich nicht in so einer Phase gesehen, daher auch meine Empfehlung. Wenn die Empfehlung zu hart war, dann möge er/sie mir verzeihen.
@maike ich würde dir einen arztbesuch emphelen oder die medikamente mal überprüfen lassen ansonsten kann psychotherapie ergänzend helfen jemand mit dem man über alles reden kann wo einen versteht seelsorge wünsche dir viel kraft du schaffst das
Liebe Maike, als ebenfalls Betroffener fühle Dich von mir in den Arm genommen.
Ich habe lernen müssen, dass es schwierig ist, hier etwas zu raten. Diese tückische Krankheit kann sehr unterschiedlich sein. Das steht ja hier auch schon.
Und ein Nichtbetroffener kann sich wohl nicht vorstellen, wie man sich dabei fühlt. Was, wie hier auch schon beschrieben wurde, zu Vorwürfen und falschen Ratschlägen führen kann.
Ich finde folgendes wichtig.
Ich schrieb von Krankheit und man muss sich wirklich immer wieder bewusst machen, dass es genau das ist. Hat man 40 Fieber und hustet, stellt keiner eine Krankheit in Frage, aber eine Depression sieht man nunmal nicht so einfach.
Es ist eine Krankheit und sie ist behandelbar.
Aber meines Erachtens schafft man das nicht ohne ärztliche Hilfe.
Ich rate Dir auch zu einer Portion Egoismus. Nimm Dich und Deine Krankheit ernst. Indem Du das tust, hilfst Du auch Deinem Umfeld. Du hast nur begrenzt Kraft und deine Krankheit erfordert viel davon.
Du hast geschrieben, dass du einen Weg für dich gefunden hattest, diesen aber wieder aufgegeben hast. Genau hier aber ist Egoismus gut. Wenn dir etwas hilft, dann halte daran fest. Es gibt nicht so viel, was einem gut hilft.
Und denke dran, ein Notfall muss im entsprechenden Krankenhaus aufgenommen werden.
Das muss nicht sein, aber ich finde, es ist gut zu wissen, dass es im Notfall immer Hilfe gibt.
Liebe Grüße
Veröffentlicht von: @queequegdass sie mit religiösem Glauben nichts am Hut hätten, sich gegen Ende der Behandlung dem doch sehr genähert haben.
Obwohl das gar nicht Sinn und Zweck der Behandlung war? Auch interessant.
Ja, die Behandlung erfolgte so gut wie immer aus ganz anderen Gründen. Dass eine religiöse Problematik zur Behandlung führte, war sehr selten.
Dass sich im Laufe einer Behandlung die Problematik ändert, ist allerdings ziemlich regelmäßig der Fall.
In der ersten Zeit meiner Tätigkeit hatte es mich irritiert, dass definitiv unreligiös-atheistische Menschen sich zunehmend religiösen Fragestellungen widmeten und religiös eindeutig positionierte immer mehr Abstand gewannen. Aber dann wurde es doch bald klar.
Tiefenpsychologische Therapie fragt ja nach den urältsten Geschenissen und Erlebnissen, danach richtet sich dann das ganze Leben aus. Hatte man nicht sehr liebevolle Eltern, ist man sein Leben lang auf der Suche danach und das dann auch im religiösen Kontext. Umgekehrt es bei Menschen, die eine liebevolle Kindheit hatten. Für die ist Religiosität meist kein großes Thema.