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Feindesliebe

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Stern
 Stern
Themenstarter
Beiträge : 3653

Hallo alle 🙂,

Als eindeutiges Gebot Jesu wollte ich mal fragen, wie gut euch das gelingt?

Auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 1 für „gar nicht“ steht und zehn für „vollkommen“...wo steht ihr? 

Grüsse, ⭐️

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Tojak
 Tojak
(@tojak)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 660
Veröffentlicht von: @stern

Hallo alle 🙂,

Als eindeutiges Gebot Jesu wollte ich mal fragen, wie gut euch das gelingt?

Auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 1 für „gar nicht“ steht und zehn für „vollkommen“...wo steht ihr? 

Grüsse, ⭐️

Hallo Stern,

mit diesem Gebot habe ich echte Schwierigkeiten. Ich würde mich da so bei 3 von 10 einordnen. Heute früh unter der Dusche habe ich gerade wieder über Hassspiralen nachgedacht, wie man da rauskommt, und dass der Weg dahin ja eigentlich unter Christen bekannt ist. Aber das ist das Abstrakte.

Einen konkreten Fall, wo ich anders ticke, habe ich vor ein paar Jahren mal aufgeschrieben:

 

„Liebet eure Feinde“ angesichts von IS-Terror

Heute hat der Prozess zu den Terroranschlägen vom 13. November 2015 in Paris begonnen, wo IS-Terroristen im Konzertsaal Bataclan, verschiedenen Bars und Kneipen und vor dem Fußballstadion Stade de France insgesamt 130 Menschen töteten und 350 weitere verletzten. Neben 19 Hintermännern steht Salah Abdeslam, ein 31 Jahre alter Franko-Marrokaner, der als der einzige überlebende mutmaßliche Attentäter gilt, vor Gericht.

Dort hatte er heute Gelegenheit, sich zu äußern. Er sagte, dass er die weltliche Gerichtsbarkeit nicht akzeptiere. Nur Allah sei Richter über ihn. Weiter wird er auf die Frage nach seinem Beruf mit der Aussage zitiert, er habe jeden Beruf aufgegeben, um Kämpfer des Islamischen Staats zu werden.

Als ich das auf der Heimfahrt im Auto gehört habe, wallte spontan Zorn in mir auf, auch Hass und Gewaltphantasien.

Gleich darauf kam mir das Gebot der Feindesliebe in Erinnerung. In diesem konkreten Fall ist der Weg dahin für mich sehr weit, auch wenn ich es abstrakt für gut und wegweisend halte.

https://schwerglaeubiger.blogspot.com/2021/09/liebet-eure-feinde-angesichts-von-is.html

 

Nun betrifft das das Große, Spektakuläre. Was ist mit dem Kleinen, Privaten? Ich persönlich habe eigentlich wenige oder keine wirklichen Feinde. Aber wenn ich an den Fall einer Frau denke, die inzwischen längst tot ist, aber mehreren anderen über Jahre das Leben so schwer gemacht hat, dass zumindest eine davon gedacht hat, sie wäre lieber tot, dann kann ich diese Frau nicht lieben. Ich kann versuchen, mildernde Umstände für sie zu finden, mich daran zu erinnern, dass ich weder die ganze Wahrheit kenne noch über sie zu richten habe. Ich kann halbwegs neutral über sie denken, aber ich kann sie nicht lieben.

 

Ich verstehe den Sinn des Gebotes der Feindesliebe, ich kann es auch teilweise befolgen. Aber es sollte sich besser keiner darauf verlassen. 

tojak antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3653

@tojak 

Als ich das auf der Heimfahrt im Auto gehört habe, wallte spontan Zorn in mir auf, auch Hass und Gewaltphantasien.

Ja. 

Es ist unerheblich, wer diese Gefühle auslöst, denke ich. Ob jemand, den wir persönlich kennen (dann ist es spannungsreicher, da Begegnungen stattfinden) oder jemand uns fernes, unbekanntes: 

Ich bin mir nicht sicher, ob ich so sehr lieben kann wie ich hassen kann (von der Intensität her)…

Und das einzige, was mir bleibt, ist das „wegrationalisieren“ 😕

stern antworten
hundemann
Beiträge : 683

@stern 

https://www.youtube.com/watch?v=-MYHe3dhvew&list=RD-MYHe3dhvew&start_radio=1&pp=ygUXbGllYmV0IGV1cmUgZmVpbmRlIGxpZWSgBwE%3D

"liebet eure Feinde"

 

Gerade musste ich mich bei einem Menschen entschuldigen, wo ich die Feindesliebe wieder nicht

geschafft habe. Aber ich bin im Lernen...........manchmal gelingt es mir, manchmal nicht.

Eine Note dafür zu geben, fällt mir aber schwer....

 

liebe Grüße,

hundemann antworten
6 Antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3653

@hundemann 

Eine Note dafür zu geben, fällt mir aber schwer....

Lieber hundemann,

so wars nicht gemeint. Eher in Richtung Selbsteinschätzung auf einer Skala.

Aber dass es mal besser und mal schlechter gelingt erlebe ich auch so, also das es nicht konstant ist.

stern antworten
hundemann
(@hundemann)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 683

@stern 

.....ja früher hiess es Auge um Auge, Zahn um Zahn, und Rache für Feinde war ganz natürlich.

Und dann Christus im Neuen Testament, liebet eure Feinde...........................................

Dann gäbe es keinen Hass mehr, keinen Streit, keinen Neid, Kriege

das wäre ja das Paradies auf Erden....

Allein wenn ich in meine Gemeinde schaue, Diskussionen über Musik usw......

Aber Christus hat recht, wenn ich meine Feinde nicht lieben kann, zerstöre ich mich selbst.

Und unser größter Feind, den Bösen, auch lieben............

 

liebe Grüße,

hundemann antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3653

@hundemann 

Und unser größter Feind, den Bösen, auch lieben............

Wen meinst du damit?

stern antworten
hundemann
(@hundemann)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 683

@stern 

unser größter Feind, Satan der Böse, der Durcheinanderbringer, auch den lieben.

Christus hat ihn durch Seinen Tod am Kreuz, durch Seine Liebe besiegt. 

Und trotzdem ist er noch aktiv, will uns von Christus weg bringen...................

Versuchen trotz allem zu lieben, auch Menschen die uns bewusst Böses

tun wollen..............

 

liebe Grüße,

hundemann antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3653

@hundemann 

Versuchen trotz allem zu lieben, auch Menschen die uns bewusst Böses

tun wollen..............

Ja, aber das ist nicht das gleiche wie den Bösen lieben. 

Das Böse soll man hassen.Da gibt es einige Schriftstellen…

 

stern antworten
hundemann
(@hundemann)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 683

Im Epheser 6 steht, das wir die geistliche Waffenrüstung anziehen sollen,

gegen die Macht des Bösen. Würde es den Bösen nicht geben, bräuchten wir

auch keine geistliche Waffenrüstung. Die Liebe und den Frieden Gottes

trotzdem versuchen zu leben.

 

liebe Grüße,

hundemann antworten


neubaugoere
Beiträge : 19279

@stern 

Feindesliebe bedeutet, Menschen, die dir schaden oder die du als Feinde empfindest, mit Respekt und Wohlwollen zu begegnen, statt mit Rache oder Hass. <-- muss ja auch immer mal geklärt werden.

Also ich hab keine persönlichen Feinde. Ich finds schon krass, wenn das jemand von sich sagen kann oder muss. Also bleibe ich bei Menschen, die mir schaden bzw. schaden wollen, die mich als ärgern bzw. ärgern wollen, die mir Böses tun oder tun wollen. Wobei es dabei ja auch immer noch eine Realität und eine empfundene Realität (nenne ich sie mal) gibt.

Generell denke ich, soll ich jedem Menschen mit Respekt und Wohlwollen begegnen. Mir ist nicht wirklich total klar, weshalb Jesus die Feindesliebe separat anspricht. Vielleicht hab ich mich noch nicht eingehender damit beschäftigt. Vielleicht wollte er dem "Tatbestand", dass wir jedem diese Liebe (Respekt und Wohlwollen) entgegenbringen sollen, nochmal extra hervorheben.

Sagen kann ich, dass es mir gelingt oder weniger oder gar nicht, wie es mir selbst geht. Bin ich gestresst oder genervt, fällt mir das natürlich schwerer, als wenn mein Herz eh schon hüpft vor Freude. Es kommt immer auf die Situation an und eben meinen eigenen "Umstand". Für mich und mein Umfeld achte ich darauf, dass diese kleinen Stolperfallen der Wertung (wie gelingt euch das?) möglichst umgangen werden. Soll heißen, ich halte diese Art von Fragestellung für wenig zielführend. Ich verstehe aber, worauf du hinauswillst bzw. was den Begehr ist, denke ich. Steht da evtl. ein Leistungsgedanke vor der Tür? Oder die Versuchung des Vergleichs? <-- nur mal so gefragt ...

🙂

neubaugoere antworten
3 Antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3653

@neubaugoere 

Steht da evtl. ein Leistungsgedanke vor der Tür? Oder die Versuchung des Vergleichs? <-- nur mal so gefragt ...

Nein, ich glaube nicht. Eher ein wissen wollen, wie es anderen Christen mit diesem Anspruch von Jesus geht. Wie kommen sie damit zurecht? Wie setzen sie ihn konkret um? Wo sehen sie sich da?

Dass ich nicht explizit danach gefragt habe liegt eher daran, dass ich keine Vorgaben machen wollte. Jeder sollte das erzählen können, was ihm dazu wichtig ist. (Wobei ich erstaunt war, dass da wenig Resonanz kam, weil das ja sowas grundsätzliches ist, mit dem doch jeder irgendwie herausgefordert wird. Aber das kann ja auch daran liegen, dass die Leser das als „Vergleichsabfrage“ aufgefasst haben).

Bin ich gestresst oder genervt, fällt mir das natürlich schwerer, als wenn mein Herz eh schon hüpft vor Freude

Ja klar, es gibt die Tagesform…und da kann es durchaus auch so sein (bei mir zumindest) dass es an manchen Tagen bei 0 ist oder 1-2 und an anderen gelingt mir das besser und ich kann schon eher von meinen Gefühlen abrücken und mehr wahrnehmen als meinen eigenen Ärger (meistens ist es nämlich der, der sich querlegt und die Feindesliebe torpediert).

Wieso Jesus das extra hervorhebt? Ich glaube, weil diese negativen Gefühle jemandem gegenüber (wenn man sie denn hat) besonders schwer zu durchbrechen sind. 

Hätte ich Jesus nicht, würde ich mich in ihnen verlieren.

stern antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5267
Veröffentlicht von: @stern

Wieso Jesus das extra hervorhebt?
Ich glaube, weil diese negativen Gefühle jemandem gegenüber (wenn man sie denn hat) besonders schwer zu durchbrechen sind. 

Wie schon geschrieben - nicht jeder Mensch, der mir auf den Wecker geht oder der negative Gefühle in mir auslöst, ist deswegen automatisch mein 'Feind'. Der geht mir auf den Wecker; der ärgert mich; ich versuche, seine Gesellschaft zu meiden ...
Jesus sagt ja (aus dem Gedächtnis) 'Tut wohl denen, die euch hassen und beleidigen und verfolgen' - kurz denen, die mir richtig schaden wollen. 
Und ich geh davon aus, dass das eine ganz andere Herausforderung ist und dass man sich glücklich schätzen kann, wenn man vor solchen Herausforderungen verschont bleibt. 

chai antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7854

@neubaugoere 

Der Klassenlehrer, den ich in den letzten 3 Jahren Schule hatte, war in dieser Zeit mein größter Feind überhaupt - und ich wohl auch seiner. Noch Jahre danach konnte ich nur mit Groll an ihn denken. Ich begegnete ihm bei einem Klassentreffen, nicht, ohne mich zu fragen, ob ich ihm begegnen will. Ich habe mich dazu entschieden und bin einem völlig anderen Mann begegnet. Kurz, wir haben uns intensiv ausgesprochen, er hat sich förmlich für vieles damals entschuldigt und ich natürlich auch.

Das war der Beginn einer wundervollen Freundschaft - bis heute.

queequeg antworten
kerygma
Beiträge : 701

@stern haben wir wirklich Feinde?

kerygma antworten
34 Antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19279

@kerygma 

Gute Frage. In welchen "Bereich" stellst du sie? "Menschlich" oder geistlich? Oder unterscheidest du nicht?

neubaugoere antworten
kerygma
(@kerygma)
Beigetreten : Vor 2 Monaten

Beiträge : 701

@neubaugoere Interessante Frage. Beim Thema Feindesliebe muss ich daran denken, weil es uns hier doch recht gut geht und wirkliche Feindschaften hierzulande kaum bestehen dürften.

kerygma antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5267

@kerygma Richtig. 
Nicht jeder Mensch, den ich nicht leiden kann, ist mein Feind. 
Und da kommt für mich dann eher die Nächstenliebe ins Spiel - auch dieser Mensch braucht u.U. mal Hilfe und die sollte ich ihm nicht verweigern.

chai antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3653

@chai 

Und da kommt für mich dann eher die Nächstenliebe ins Spiel - auch dieser Mensch braucht u.U. mal Hilfe und die sollte ich ihm nicht verweigern.

Das ist irgendwie klar und selbstverständlich. Mir geht es aber um dieses Gefühl des Nichtleidenkönnens, unabhängig von Hilfbedürftigkeit. Liebe ich meine Feinde? Bete ich für sie? So in die Richtung gedacht…

stern antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5267
Veröffentlicht von: @stern

Mir geht es aber um dieses Gefühl des Nichtleidenkönnens, unabhängig von Hilfbedürftigkeit.
Liebe ich meine Feinde? Bete ich für sie? So in die Richtung gedacht…

Nicht jeden Menschen, den ich nicht leiden mag, empfinde ich als Feind. 
Und ja, manchmal bete ich für solche Menschen. 

chai antworten
Meriadoc
(@meriadoc)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1059

@stern 

 

Bete dann nicht nur für den anderen den du nicht leiden kannst...sondern  auch für dich warum es so ist :-). Denk an das Vater unser... Vergib unsere....so wir auch den anderen.-....

meriadoc antworten
Stern
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(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3653

@meriadoc 

Bete dann nicht nur für den anderen den du nicht leiden kannst...sondern  auch für dich warum es so ist :-). Denk an das Vater unser... Vergib unsere....so wir auch den anderen.-....

Warum musst du mir Sachen sagen, von denen ich weiss dass sie wahr sind, die ich aber trotzdem nicht machen möchte (zumindest nicht immer)? 🙂😉

Muss wohl Geschwisterliebe sein 🙂❤️. Danke..

(es hört sich dann wie ein Schimpf- und Fluchgebet an, wenn ich das mache…ich glaube, ich muss noch üben)

stern antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19279

@stern 

Vielleicht schaffst du es, ohne Selbstvorwürfe zu beten, ohne "(Selbst-)Anklage" zu beten, zu sehen/hören. Ich wünsche es dir. Denn der Vater schaut dich mit liebenden Augen an, nicht mit anklagenden oder vorwurfsvollen ...

Einfach wie ein Kind: Vater, ich hab schon wieder ... vergib mir ... und verändere mich, damit ich nicht mehr so sein muss ... (oder ähnlich)

neubaugoere antworten
Stern
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(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3653

@neubaugoere 

Vielleicht schaffst du es, ohne Selbstvorwürfe zu beten, ohne "(Selbst-)Anklage" zu beten, zu sehen/hören. Ich wünsche es dir. Denn der Vater schaut dich mit liebenden Augen an, nicht mit anklagenden oder vorwurfsvollen

Ich glaube, das ist nicht der Punkt bei mir….ich bin in diesem Gefühl der Ablehnung des anderen nicht in der Lage da irgendeinen liebevollen Gedanken zu hegen. Ich glaube auch nicht, dass ich mich in dem Augenblick selbst ablehne. Aber um ein Gebet formulieren zu können muss ich  diese Gefühlsblase verlassen haben…das ist es, was mir nicht gelingt.

stern antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

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@stern 

Ich lese gerade die Psalmen...Also, David wusste ja noch nichts von dem Gebot der Feindesliebe und er war weit davon entfernt...

Also, vielleicht hilft es dir, erstmal ganz in dieser Tradition, deine schlechten Gefühle bei Gott abzuladen um dann den Schritt weiter zu gehen und ihn um Frieden (oder so) für diese Menschen zu bitten?

channuschka antworten
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(@stern)
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Beiträge : 3653

@channuschka 

Also, vielleicht hilft es dir, erstmal ganz in dieser Tradition, deine schlechten Gefühle bei Gott abzuladen um dann den Schritt weiter zu gehen und ihn um Frieden (oder so) für diese Menschen zu bitten?

So sollte ich es wohl machen, ja.

stern antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

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@stern 

Ich finde es ja ziemlich toll, dass ich zu Gott auch mit all meinen schlechten Gefühlen und Gedanken kommen darf. Selbst mit denen, die ich weiß, dass sie ihm nicht gefallen. Vor ihm muss ich sie nicht verstecken.

channuschka antworten
Stern
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(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3653

@channuschka 

Ich finde es ja ziemlich toll, dass ich zu Gott auch mit all meinen schlechten Gefühlen und Gedanken kommen darf.

Ja, das geht mir auch so. Und es hat eine Weile gedauert, bis ich das geschnallt habe, dass das so auch wirklich in Ordnung ist und ich dabei nichts falsch mache. Im Gegenteil.

stern antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19279

@stern 

Das kenn ich gut von mir ... aber hinterher - kannst du da mit klaren Gedanken zurückschauen und feststellen, ob da was von Anklage bzw. (Selbst-)Vorwürfen da ist und dem auf den Grund gehen? Das war zumindest meine Entwicklung über die vielen Jahre und Jahrzehnte, dass ich IN der Gefühlsblase nicht klar denken konnte, aber durch das Ansehen (denke ich) immer wieder komme ich quasi mir selbst auf die Schliche, lerne mich selbst immer besser kennen, weil Gott Dinge aufzeigt bzw. hochholt. Dadurch (denke ich) habe ich Veränderung erfahren.

neubaugoere antworten
Stern
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(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3653

@neubaugoere 

kannst du da mit klaren Gedanken zurückschauen und feststellen, ob da was von Anklage bzw. (Selbst-)Vorwürfen da ist und dem auf den Grund gehen?

Nein, ehrlich gesagt nicht.

Es sind dann eher so Gedanken, die mich daran erinnern, dass trotz allem was da falsch läuft, der andere eben auch nur Mensch ist. Dann beruhigen sich die Wellen, nur um aber beim nächstes Mal wieder hochzuschlagen…

 

stern antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19279

@stern 

Würdest du denn gern mit Gott da genauer hinschauen, was da evtl. für Muster ablaufen, um zu lernen, um Veränderung zu erfahren?

neubaugoere antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3653

@neubaugoere 

Würdest du denn gern mit Gott da genauer hinschauen, was da evtl. für Muster ablaufen, um zu lernen, um Veränderung zu erfahren?

Klar. 

stern antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19279

@stern 

Prima, dann beten wir mal dafür. (Wir = ich, du, vielleicht noch andere ... 😉 )

... auch, um zu erkennen, ob Gott es dir selbst sagen (Heiliger Geist/Erkenntnis) oder Er dir Hilfe von außen schickt (Freund, Seelsorger etc., mit dem du dann arbeiten darfst).

neubaugoere antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

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@neubaugoere 

Ja bitte, es wäre wirklich hilfreich wenn sich meine Sicht auf die Dinge bzw Menschen ändern würde….und zwar nicht irgendwie sondern so wie Gott sie sieht.

stern antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

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@stern 

Was genau willst Du denn in Deiner Sicht der Menschen ändern?

queequeg antworten
Stern
 Stern
(@stern)
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@queequeg 

Was genau willst Du denn in Deiner Sicht der Menschen ändern?

Ich habe „meinen“ Blickwinkel und „meine“ Sicht auf Menschen und Dinge und oft denke ich, das ist so gar nicht das was Jesus von uns wollte. 

Wenn ich an seine Worte denke wie zB „was kümmerst du dich um den Splitter im Auge deines Bruders, zieh erst mal den Balken aus deinem Auge, dann siehst du auch wie du deinem Bruder helfen kannst“ dann weiss ich, dass das was ich denke- egal wie richtig es mir erscheint- nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

Insofern hätte ich gerne eine „wahrere“ Sicht auf die Dinge.

stern antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7854

@stern 

Ja, verstehe ich. Aber ich muss leider sagen, dass es eine "wahre" Sicht der Dinge nicht gibt, weil es sie nicht geben kann. Alles und jedes, was wir irgendwie wahrnehmen. denken und fühlen durchläuft unser Gehirn bzw. wird dort interpretiert und modifiziert und zwar unter Zuhilfenahme all unserer bislang gemachten Erfahrungen und der gegenwärtigen Umstände. Wir sehen oder erleben daher auch keine Wirklichkeit außerhalb von uns, sondern nur, das, was unsere hirneigene Interpretation uns sagt.

Ich hatte ja mal von einem Gitarristen geschrieben, der - wie ich damals formulierte - ein "Ohrfeigengesicht" hatte. Das war das, was mir bei Wahrnehmung seines Gesichtes sofort spontan eingefallen ist. Dann habe ich ihn aber genauer angesehen und auch seine Gestik und die gesamte Situation im Blick gehabt. Und da war dann nix mehr mit Ohrfeigen. Da wirkte er dann tatsächlich liebenswert.

queequeg antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3653

@queequeg 

Ja, ich denke da auch an eine Veränderung in der Wahrnehmung. Und nach so vielen christlichen Jahren bin ich auch so frei zu sagen, dass ich mir die Veränderung erhoffe, erbitte , erwünsche…weil ich eben merke, dass ich in meinem Denken festhänge. Ich kann mich daraus nicht selbst befreien.

stern antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5519

@kerygma 

Beim Thema Feindesliebe muss ich daran denken, weil es uns hier doch recht gut geht und wirkliche Feindschaften hierzulande kaum bestehen dürften.

Du bist nicht viel in Sozialen Medien aktiv oder intressierst dich für die gesellschaftlichen Spannungen, die sich gerade z.B. im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt zeigen? Ich bin nicht aktiv genug, aber es gibt da Menschen, die stehen auch sogenannten Feindeslisten, es gibt Menschen, die würden mich, wenn sie könnten und dürften für meine Meinung "am nächsten Baum aufknüpfen" oder "in die Gaskammer schicken" (nicht meine Worte). Da werden Drohungen ausgestoßen, dass es einem schwer fällt, diese Menschen nicht als Feinde wahrzunehmen.

channuschka antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3653

@channuschka 

Da werden Drohungen ausgestoßen, dass es einem schwer fällt, diese Menschen nicht als Feinde wahrzunehmen.

Genau. Das sind sie ja auch. Sie sind das Gegenteil von Freunde. Und sie sind auch nicht neutral.

Also, was machen wir mit denen? Laut Jesus sollen wir für sie beten. Ich schaffe das kaum…ab und zu gelingt es mir…das fühlt sich dann auch immer richtig an und viel besser als der Gefühlssturm davor.

stern antworten
Channuschka-Mod
Moderator
(@channuschka-mod)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 1365

@stern 

Ich hab damit ehrlich gesagt kein so großes Problem für jemanden zu beten, den ich nicht mag oder nicht ausstehen kann. Ich behaupte nicht, dass ich gute Gefühle ihnen gegenüber hege. Nicht mal neutrale. Aber sie in Gottes Hand zu geben und ihnen seinen Frieden zu wünschen, ist selten mein Problem.

channuschka-mod antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3653

@channuschka-mod 

Ich hab damit ehrlich gesagt kein so großes Problem für jemanden zu beten

Das freut mich wirklich für dich. Ich glaube, da  hängt jeder unterschiedlich stark drin fest…und ich tendenziell eher stärker.

Ab und zu gelingt es mir, dass mein Herz dann wirklich aufrichtig für den anderen beten kann (unaufrichtig bzw. ein blosses Lippenbekenntnis geht bei mir nicht) und das ist immer ein gutes Gefühl. 

Aber das stellt sich eben nur ab und zu ein…

stern antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5519

@stern 

Na, von Herzen sollte ein Gebet irgendwie schon sein. Wobei ich für dran bleiben bin auch wenn das Herz nicht mitkommt und das Gefühl fehlt. 

Beten für Menschen, die mich extrem nerven hat bei mir schon viel verändert.

channuschka antworten
hundemann
(@hundemann)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 683

Christen die wegen ihres Glaubens ermordet werden......Christenhasser, die dich zerstören

wollen.........

 

liebe Grüße,

hundemann antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3653

@kerygma 

haben wir wirklich Feinde?

Nein. Meistens haben wir genug Abstand voneinander, um insgesamt nebeneinander coexistieren zu können.

Ich erlebe es aber (bei mir zB innerhalb der eigenen näheren und weiteren Familie) dass man anderen „an den Karren fährt“ oder sich lustig gemacht wird oder Dinge ins Lächerliche gezogen werden, also Kränkungen, die zu Verletzungen führen. 

Damit muss man ja als Betroffener  umgehen lernen. Entweder pariert man das gut und es macht einem nichts oder man ist verletzt und hegt Groll gegen diese Art des ungerechten Miteinanders. Und das bezeichne ich als „Feind“ …nicht persönlich, aber auf den biblischen Sprachgebrauch bezogen. Und das sind auch keine Feinde, aber eben Menschen, die nicht freundlich mit einem umgehen. Nicht immer gelingt es einem, dabei unverletzt zu bleiben.

stern antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7854

@kerygma

ich denke, dass es so etwas auch gibt, dass jemand einem echt feindlich gesonnen ist. Aber ich denke auch, dass das eher selten ist.

Bei meinem oben geschilderten Fall mit dem Klassenlehrer lässt sich gut verdeutlichen, wie "Feindschaften" entstehen können:

Ich hatte wohl irgend etwas gemacht und sollte als Strafarbeit 50 mal schreiben "Ich soll nicht ...." (was, weiß ich nicht mehr). Ich habe entgegnet,  "50 Mal ist viel zu wenig". Er daraufhin, "Gut dann eben 100 Mal". "Dafür nehme ich doch nicht mal die Kappe vom Fülle". "Gut, wenn Du so willst, 150 Mal". Das ging so, bis er und auch ich bei 450 aufhörten.

Am nächsten Tag gab ich ihm die "Strafarbeit" mit 600 mal den Text geschrieben. Die Klasse kriegte sich vor Lachen kaum ein.

Und da hatte dann der Lehrer einen wirklich unverzeihlichen Fehler gemacht. Er sagte, "Warte ab, Dich kriege ich noch klein".

Nein um nichts in der Welt würde er mich "kleinkriegen" dürfen. Damit hatte er aber verraten, was schon die ganze Zeit im Raume stand: dass es nicht um Böses ging und wirkliche Feindschaft, sondern um einen Territorialkampf.

Er fragte mich dann, ob er wirklich so etwas gesagt hätte. Als ich ja sagte, meinte er, dass ihm so etwas dämmere und meinte, "das muss aber ein schlechter Lehrer gewesen sein, der Dir das gesagt hat". Dann sagte keiner was, wir guckten uns nur an. Er fing an zu lachen und ich auch und wir konnten uns liebevoll und gar nicht feindlich zuprosten.

queequeg antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 5267

@queequeg Da muss man aber vorher schon stabil (und vielleicht auch schon ein bissel erwachsen) sein, um einen solchen 'Kampf' durchzustehen. 
Meine Tochter hatte einen (Religions-)Lehrer, der hatte ein Gespür für die wunden Punkte der Kinder. Und die hat er gnadenlos ausgeschlachtet. 
Ein schrecklicher Mensch - für meine Tochter (und viele andere) war er sicher ein Feind.

chai antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7854

@chai 

" Da muss man aber vorher schon stabil (und vielleicht auch schon ein bissel erwachsen) sein, um einen solchen 'Kampf' durchzustehen."

Dass das damals so war, muss ich bezweifeln. Ich hatte selbst eher den Eindruck von mir, ein armes Würstchen zu sein. Stabil und "ein bischen erwachsen" habe ich mich erst so etwa 50 Jahre später gefühlt. Und heute mit über 70 und an fast jedem Teil meines Körpers defekt, hab ich jeden Tage eine Lebensfreude, wie damals in Jahren nicht.

Das mit Deiner Tochter tut mir leid. Wir hatten auch so einen, der mehr oder weniger bösartig war. Der kam noch, ohne es zu bestreiten oder infrage zu stellen, mitten aus der NS-Zeit.

queequeg antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1366

@kerygma 

haben wir wirklich Feinde?

Ich denke, damit sind nicht nur Todfeinde gemeint, sondern vor allem Menschen im Alltag, denen wir gegenüber feindliche Gefühle hegen, z.B. die unfreundliche Bedienung beim Bäcker, der grummelige alte Nachbar, der Fahrer im Auto vor uns, der vor uns her schleicht oder der Autofahrer hinter uns, der drängelt, die unsympathische Sachbearbeiterin beim Amt, Friedrich Merz ...

Jeder hat solche Gefühle und Gedanken. Ab und zu sollte man mal auf Reset gehen und seine Mitmenschen mit liebevollen Augen betrachten, kleine Änderung im Mindset, große Wirkung.

mariposa22 antworten


BePe0905
Beiträge : 654

@stern 
so ganz spontan, z.B. nach einem unangenehmen Vorfall, einem Streit, da finde ich mich auf meiner Skala eher bei 1-3, 
mit genügend zeitlichem Abstand (z.B. eine Nacht überschlafen) kann ich mich dann gelegentlich durchaus bei 6-8 wiederfinden. 

bepe0905 antworten
Meriadoc
Beiträge : 1059

@stern Zuerst bei 1-3...mit der Zeit aber dann 6-9.

 

 

meriadoc antworten
2 Antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3653

@meriadoc 

Wow, 9 ist viel 🙂

stern antworten
Meriadoc
(@meriadoc)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1059

@stern Ja, aber das dauert dann......bis dahin mit  viel lautes Gezetere 😀  😀  😀  🤣  🤣  🤣

meriadoc antworten


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