Gestern in der U-Ba...
 
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Gestern in der U-Bahn

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PeterPaletti
Themenstarter
Beiträge : 1322

Gestern in der U-Bahn fuhren viele Leute von der Arbeit nach Hause. Außerdem war da ein Betrunkener, der sich lautstark mit sich selber unterhielt, herumschimpfte, unkontrolliert in Gelächter ausbrach und die anderen Fahrgäste nervte.

Nun sind wir als Christen ja gehalten in jedem Menschen ein geliebtes Kind Gottes zu sehen. Ich muss gestehen, gestern fiel es mir sehr schwer, den betrunkenen Mann so anzuschauen.

Wie geht es euch in solchen Situationen, könnt ihr im anderen ein Kind Gottes erkennen, auch wenn er ihr den Typen als nervig empfindet oder er euch gar anwidert?

Gruß Peter

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32 Antworten
tristesse
Beiträge : 19271

Hallo,

Veröffentlicht von: @peterpaletti

Wie geht es euch in solchen Situationen, könnt ihr im anderen ein Kind Gottes erkennen, auch wenn er ihr den Typen als nervig empfindet oder er euch gar anwidert?

Ich muss bei solchen Menschen sehr aufpassen, um nicht zu weinen anzufangen, weil ich in dem Punkt etwas zu viel Empathie vom Herrn bekommen haben. Hochsensibel eben 😊

Mir tun solche Leute leid und ich empfinde eine große Zärtlichkeit und das Bedürfnis zu helfen. Ich hab sehr lange bei uns in der Stadt in einer Organisation mitgearbeitet, die für Bedürftige Essen kocht und Care Pakete packt und weiß daher, dass die meisten keine Hilfe wollen, es sei denn, ich hab Kleingeld in der Tasche. Manchmal gebe ich was, manchmal nicht - aber ich geb mein Geld auch gern in der Kneipe aus und wenn sie sich davon dann Bier kaufen, machen sie nichts anderes als ich.

Ich hab Probleme mit Gerüchen und daher geht mein Zärtlichkeitsempfinden nicht über ihnen mit Blickkontakt oder einem Wort zu begegnen. Aber ich versuche respektvoll und freundlich zu sein. Wenn jemand nicht ansprechbar ist, rufe ich 112. Das ist selbstverständlich, dass man niemand liegen lässt.

Ich glaube nicht, dass Gott Dich zur Liebe zwingen will. Aber er erwartet zumindest Respekt, dass Du freundlich bist, evtl. wenn er zu orientierungslos ist, Hilfe holst oder den Bahnfahrer eine Info gibst, dass da jemand Hilfe braucht.

Und ich hab wesentlich mehr Probleme bei Menschen was Respekt anbelangt, die ungerecht sind, Kinder anschreien, rücksichtslos und unfreundlich sind. Da werde ich richtig zornig und das ist defintiv ein Lernfeld für mich.

Trissi

tristesse antworten
3 Antworten
PeterPaletti
(@peterpaletti)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 1322

Also bei Betrunkenen, die vor sich hinplappern und die ganze U-Bahn unterhalten, ist das schwierig denen zu helfen. Soll ich dem noch einen einschenken oder die Flasche wegnehmen? Wenn ich mich dem ins Gespräch gekommen wär, würde die Sache doch nur weiter eskalieren.

Hilfe holen, wenn jemand orientierungslos ist, keine Frage, aber der Typ war quick lebendig. Mir fiel nichts anderes ein, als den Typen halt zu ertragen, bis ich aus der U-Bahn ausstieg.

peterpaletti antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 19271

Ich bin ein wenig irritiert, dass von meinem Beitrag nichts weiter übrig geblieben ist als:

Veröffentlicht von: @peterpaletti

Also bei Betrunkenen, die vor sich hinplappern und die ganze U-Bahn unterhalten, ist das schwierig denen zu helfen. Soll ich dem noch einen einschenken oder die Flasche wegnehmen? Wenn ich mich dem ins Gespräch gekommen wär, würde die Sache doch nur weiter eskalieren.

Veröffentlicht von: @peterpaletti

Hilfe holen, wenn jemand orientierungslos ist, keine Frage, aber der Typ war quick lebendig. Mir fiel nichts anderes ein, als den Typen halt zu ertragen, bis ich aus der U-Bahn ausstieg.

tristesse antworten
PeterPaletti
(@peterpaletti)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 1322

Hallo Tristesse,

entschuldige bitte, aber ich schreibe auf der Arbeit nebenher in diesem Forum, da muss es manchmal etwas schnell gehen und dann fällt manchmal was hintenüber. Sorry.

Veröffentlicht von: @tristesse

Ich muss bei solchen Menschen sehr aufpassen, um nicht zu weinen anzufangen, weil ich in dem Punkt etwas zu viel Empathie vom Herrn bekommen haben. Hochsensibel eben 😊

Empathie ist ja grundsätzlich nicht schlecht. Aber gleich weinen deswegen wäre wohl in der Tat ein wenig zu viel. Ich habe eher das umgekehrte Problem, ich habe meistens zu wenig Empathie und muss ich anstrengen, mich in andere Menschen hineinzuversetzen, manchmal gelingt das, manchmal nicht.

Veröffentlicht von: @tristesse

Mir tun solche Leute leid und ich empfinde eine große Zärtlichkeit und das Bedürfnis zu helfen. Ich hab sehr lange bei uns in der Stadt in einer Organisation mitgearbeitet, die für Bedürftige Essen kocht und Care Pakete packt und weiß daher, dass die meisten keine Hilfe wollen, es sei denn, ich hab Kleingeld in der Tasche. Manchmal gebe ich was, manchmal nicht - aber ich geb mein Geld auch gern in der Kneipe aus und wenn sie sich davon dann Bier kaufen, machen sie nichts anderes als ich.

Naja gut, gebettelt hat der Betrunkene nicht, er sah auch nicht besonders bedürftig aus. Von daher hielt sich mein Mitleid in Grenzen. Leute, die Kleingeld sammeln, gibt es bei uns täglich in der U-Bahn. Da steigen dann etwas abgerissene Gestalten ein, warten ab, bis die U-Bahn startet und halten dann eine klare Ansprache: "Guten Abend, entschuldigen Sie die Störung, ich bin der Detlef und obdachlos. Ich würde mich über eine kleine Spende freuen usw.". Ich gebe dann grundsätzlich nichts. Zum einen ist Betteln in der U-Bahn sowieso verboten und zum anderen, wenn ich jedes Mal was geben würde, wäre das am Ende des Monats auch eine große Summe.

Veröffentlicht von: @tristesse

Ich hab Probleme mit Gerüchen und daher geht mein Zärtlichkeitsempfinden nicht über ihnen mit Blickkontakt oder einem Wort zu begegnen. Aber ich versuche respektvoll und freundlich zu sein. Wenn jemand nicht ansprechbar ist, rufe ich 112. Das ist selbstverständlich, dass man niemand liegen lässt.

Ich war dem Betrunkenen nicht nah genug, um Probleme mit Gerüchen zu bekommen. Vermutlich roch er stark nach Alk. Wenn ich ihn angesprochen hatte, wäre die Sache vermutlich eskaliert. Klar, respektvoll und freundlich bin ich in der Regel anderen Personen gegenüber, wenn ich mich auch manchmal sehr bemühen muss.

Veröffentlicht von: @tristesse

Ich glaube nicht, dass Gott Dich zur Liebe zwingen will. Aber er erwartet zumindest Respekt, dass Du freundlich bist, evtl. wenn er zu orientierungslos ist, Hilfe holst oder den Bahnfahrer eine Info gibst, dass da jemand Hilfe braucht.

Nein, Gott will mich nicht zur Liebe zwingen, aber ich fühle mich als geliebtes Kind Gottes und möchte diese Liebe gerne weitergeben, was mir aber nicht immer gelingt - wie in diesem Beispiel. Im Bedarfsfall Hilfe zu holen, ist für mich keine Frage des Respekts oder der Liebe, sondern selbstverständlich.

Veröffentlicht von: @tristesse

Und ich hab wesentlich mehr Probleme bei Menschen was Respekt anbelangt, die ungerecht sind, Kinder anschreien, rücksichtslos und unfreundlich sind. Da werde ich richtig zornig und das ist defintiv ein Lernfeld für mich.

Klar es gibt andere Fälle, wo man es schwer hat, den Menschen mit Liebe und Respekt zu begegnen, der Betrunkene war ja auch nur ein Beispiel. Ungerechtigkeit kann ich auch nur schwer ertragen. Wenn Kinder im Spiel sind, geht das noch einmal eine Stufe höher. Und bei rücksichtslosen Menschen werde ich auch zornig.

Gruß Peter

peterpaletti antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @peterpaletti

Wie geht es euch in solchen Situationen, könnt ihr im anderen ein Kind Gottes erkennen, auch wenn er ihr den Typen als nervig empfindet oder er euch gar anwidert?

Betrunkenheit fällt ja immer dann auf, wenn man selber nicht betrunken ist. Ich hab als Schüler und später als Student immer so gewohnt, dass ich aufs Auto angewisen war. Das bedeutete: es wird nicht getrunken - auch auf Parties. Mit der Zeit driftet der Level auseinander und so habe ich es in jungen Jahren oft erlebt, als stocknüchterner unter Betrunkenen zu sein. Ich muss sagen, dass ich nie die Achtung vor den Menschen verloren habe. Das war halt so - man konnte mit denen nicht mehr viel anfangen - aber wenn sie fröhlich waren, dann hab ich mich halt mitgefreut.

Und wenn jemand so weit ist, wie Dein Mitfahrer, dann ist wohl eher Mitleid dran.

Mir hat mal ein Christ, der auf dem Bau gearbeitet hat, erzählt, wie Kollegen mit Alkohlproblemen oft zum Spaßfaktor bei anderen Kollegen wurden - er hatte aber Mitleid mit denen.

Ich weiß nicht, wo Du lebst - grad geht ja der Karneval in den Endspurt. Ich könnte mir vorstellen, dass sich da das Problem ja eher noch verschärft. Und in so ner Masse würde mich das dann vermutlich auch nerven.

LG
Ecc

Anonymous antworten
1 Antwort
PeterPaletti
(@peterpaletti)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 1322

Ich wohne in Hamburg, und da ist der Karneval nicht so angesagt. Es steht also nicht zu erwarten, dass sich hier die Betrunkenen über die tollen Tage häufen.
In der U-Bahn in Hamburg gilt übrigens Alkoholverbot. Der Genuss von alkoholischen Getränken in der U-Bahn ist untersagt.

Klar, wenn man selber nicht betrunken ist, ist die Toleranzgrenze niedriger. Ich weiß nicht, ob Mitleid in solchen Fällen das Richtige ist. Mir ist der Typ nach einem harten Arbeitstag einfach auf den Sack gegangen.

peterpaletti antworten
an.ja
 an.ja
Beiträge : 1756

Kinder Gottes
Alle Menschen sind Gottes Geschöpfe.

Aber ein Kind Gottes wird man durch Wiedergeburt durch Wasser und Geist.

Röm 9,8 Mit anderen Worten: Nicht die Abstammung macht zu Gottes Kindern, sondern die göttliche Zusage führt zur eigentlichen Nachkommenschaft.

Römer 8,14 Denn diejenigen, die von Gottes Geist gelenkt werden, sind Kinder Gottes.

usw.

an-ja antworten
4 Antworten
PeterPaletti
(@peterpaletti)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 1322

Dann nimm meinet wegen das Gebot, liebe deinen Nächsten wie dich selbst oder gilt das auch nur den Kindern Gottes?
Wie kann man seinen Nächsten lieben, wenn der einen in einer bestimmten Situation tierisch auf die Nüsse geht?

peterpaletti antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 15621

lieben und lieben ...
Was könnte Gott gemeint haben mit "lieben"? -> knuddeln, knutschen, umarmen?

neubaugoere antworten
an.ja
 an.ja
(@an-ja)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 1756
Veröffentlicht von: @peterpaletti

Wie kann man seinen Nächsten lieben, wenn der einen in einer bestimmten Situation tierisch auf die Nüsse geht?

Das kann man natürlich nicht, ich auch nicht. Das ist dann aber mein
Problem und nicht die des anderen.

Und das können wir daraus lernen:
Wir können realisieren, wie wenig wir das umsetzen können, was Gott
geboten hat.

Unsere Begrenzungen machen deutlich, wie sehr wir hilfebedürfig sind
und Gottes Barmherzigkeit brauchen.

Wir können daraus erkennen, warum Gott neue Menschen IN Jesus
Christus haben möchte.

Und Gott ist da ziemlich radikal oder pragmatisch: Neu geboren werden
wir erst, wenn der alte Mensch tot ist. Das zu lernen ist vielleicht unsere
Lebensaufgabe. Und pardoxerweise nennt Gott unseren Tod den Beginn
des Lebens.

Je mehr unser Leben, Denken, Handeln und Reden, vom Heiligen Geist
bestimmt ist umso mehr können wir auch andere Menschen lieben.

Gruß Andy

an-ja antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 15621

wunderbare Worte
Vielen Dank, Bruder.
😊

neubaugoere antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Also als Kind Gottes nicht. Das sind Glaubensbrüder. Ein Kampf kann es sein, diese Menschen nicht schlechter anzusehen als man sich selbst und sie zu lieben. Wobei ich mit angetrunkenen in der UBahn (wenn sie nicht aggressiv sind) oder gestressten Mitbürgern vielleicht weniger Probleme damit hätte als bei manchen Familienmitgliedern oder Polikern....

Anonymous antworten
Suzanne62
Beiträge : 7672
Veröffentlicht von: @peterpaletti

könnt ihr im anderen ein Kind Gottes erkennen,

Das versuche ich zumindest. Dass mir das mitunter nicht gelingt oder schwerfällt, ist allerdings auch normal - ich bin ja nur ein normaler Mensch.

Auch bedeutet das nicht, dass ich Beleidigungen, Pöbeleien oder gar Handgreiflichkeiten einfach so hinnehme. Erst recht heißt das nicht, dass ich nicht versuche, dazwischenzugehen, wenn Schwächere angepöbelt oder belästigt werden.

Man kann im anderen Menschen sehr wohl ein Kind Gottes sehen (und hier meine ich jeden Menschen, ich differenziere da nicht nach der Religionszugehörigkeit) und ihn dennoch in seine Schranken weisen.

suzanne62 antworten


Squiddy
Beiträge : 443
Veröffentlicht von: @peterpaletti

Wie geht es euch in solchen Situationen, könnt ihr im anderen ein Kind Gottes erkennen, auch wenn er ihr den Typen als nervig empfindet oder er euch gar anwidert?

Gerade bei solchen Menschen wie du ihn beschrieben hast, sogar noch eher als bei Kotzbrocken, die in vollem Bewusstsein aller Sinne sind. 😉

Mir tun solche Menschen leid. Irgendwas in seinem Leben hat ja dazu geführt, dass er ich dem Alkohol zugewandt hat. Und sowas finde ich immer extrem traurig. Aus der Sicht kann ich dann den Menschen sehen, der er vielleicht mal war und den Gott liebt und um den Gott in dem Moment vielleicht auch trauert.

squiddy antworten
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