Sterbehilfe ja oder nein?
Wie ist die Euthanasie aus christlicher/biblischer Sicht zu bewerten? Was für eine Position sollten wir als biblische Christen einnehmen? Sollte es erlaubt sein, sich töten zu lassen? Ist es unchristlich über sein eigenes Leben zu verfügen? Über eure Gedanken wäre ich dankbar.
Veröffentlicht von: @learnerWie ist die Euthanasie aus christlicher/biblischer Sicht zu bewerten? Was für eine Position sollten wir als biblische Christen einnehmen? Sollte es erlaubt sein, sich töten zu lassen? Ist es unchristlich über sein eigenes Leben zu verfügen? Über eure Gedanken wäre ich dankbar.
5.Gebot. Das ist ziemlich eindeutig, oder?
Was meinst Du mit "sollte es erlaubt sein"? Gott erlaubt es oder verbietet es, da gibt's kein "sollte".
@gmarco 5.Gebot. Das ist ziemlich eindeutig, oder?
Nö. Wie Du sofort merken dürftest, sobald Du mal Threads anschaust, in denen es darum geht, ob Christen z.B. Soldaten oder Polizisten sein dürfen.
Was meinst Du mit "sollte es erlaubt sein"? Gott erlaubt es oder verbietet es, da gibt's kein "sollte".
Es gibt auch noch das Strafrecht, auf welches sich diese Frage beziehen dürfte. Oder darauf, dass Gott sich womöglich noch gar nicht dezidiert zu der Frage der Selbsttötung geäußert haben könnte. (Falls der jüdisch-biblische Gott so eindeutig sich gegen die Selbsttötung positioniert haben sollte, müssten die Verteidiger von Masada , allesamt eigentlich recht gottesfürchtige Leute, während des jüdischen Kriegs da wohl was völlig falsch verstanden haben.)
Kleiner Tipp: wenn einem die Antwort auf eine Frage besonders trivial erscheint, könnte es daran liegen, dass man die Frage womöglich mißverstanden hat.
Veröffentlicht von: @jack-black@gmarco 5.Gebot. Das ist ziemlich eindeutig, oder?
Nö. Wie Du sofort merken dürftest, sobald Du mal Threads anschaust, in denen es darum geht, ob Christen z.B. Soldaten oder Polizisten sein dürfen.
Was meinst Du mit "sollte es erlaubt sein"? Gott erlaubt es oder verbietet es, da gibt's kein "sollte".
Es gibt auch noch das Strafrecht, auf welches sich diese Frage beziehen dürfte. Oder darauf, dass Gott sich womöglich noch gar nicht dezidiert zu der Frage der Selbsttötung geäußert haben könnte. (Falls der jüdisch-biblische Gott so eindeutig sich gegen die Selbsttötung positioniert haben sollte, müssten die Verteidiger von Masada , allesamt eigentlich recht gottesfürchtige Leute, während des jüdischen Kriegs da wohl was völlig falsch verstanden haben.)
Kleiner Tipp: wenn einem die Antwort auf eine Frage besonders trivial erscheint, könnte es daran liegen, dass man die Frage womöglich mißverstanden hat.
Ja, da hab ich wohl was missverstanden. Ich dachte "aus Biblischer Sicht" bezöge sich auf "was Gott will" und nicht "auf was der Gesetzgeber sagt."
Aber auch da ist die Antwort trotzdem recht einfach: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und gebt Gott, was Gottes ist. Also: Gott sagt: Du darfst nicht töten.
Du fragtest aber nach Strafrecht.
Gehen wir weg von der ursprünglichen Frage und argumentieren weltlich. Dort regiert leider der Mammon, und sobald Sterbehilfe erlaubt ist, wird ganz schnell ein Gesundheitsminister mit Geldnot merken, dass lebenserhaltende Maßnahmen viel teurer sind als keine. Werbekampagnen für Euthanasie und lebensunwertes Leben sind dann nur noch ein klitzekleiner Schritt.
Aber auch da ist die Antwort trotzdem recht einfach: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und gebt Gott, was Gottes ist. Also: Gott sagt: Du darfst nicht töten.
Gott hat selbst vielfach die Todesstrafe angeordnet. Und das Urteil wurde jeweils von Menschen vollstreckt, nicht von einem Engel oder so etwas.
Denn tatsächlich ist hier nicht gemeint: "Du sollst nicht töten", sondern: "Du sollst nicht morden", also: "Du sollst nicht ungerechtfertigt aus habgierigen oder eigennützigen Motiven töten".
Historisch gesehen hat es zu den meisten Zeiten in christlich geprägten Ländern die Todesstrafe gegeben, oft wurde die Todesstrafe auch von der Kirche selbst angeordnet.
So einfach ist demnach wohl nicht...
@learner
Ich fürchte, dass man diese Frage nicht pauschal für alle beantworten kann.
Ich habe Menschen erlebt, für die es eine wahre Erlösung gewesen wäre, wenn man ihnen geholfen.hätte zu sterben. Ebenso habe ich Menschen begleitet, die unter dramatischen Umständen an ihrem "aussicjtslosen"Leben festgehalten haben.
Ich denke, entscheidend für so eine Entscheidung, wie auch beim Suizid, ist die Motivation des Sterbenden: warum will er vorzeitig sterben? Und das kann auch durchaus sehr spirituelle Gründe haben. Urteile stehen uns nicht zu.
Theologisch ist uns unser Leben geschenkt und wir haben kein Recht es zu beenden. Doch natürlich kann die Person das mit Gott "geklärt" haben.
Ich habe immer gesagt, wenn ich die Diagnose einer Demenz bekomme, werdenich mein Leben beenden! Das wusst auch meine Familie.
Heute bin ich mir nicht mehr so sicher, denn in erster Line wäre die Motivation, eigene Scham. Keine gute Motivation!
Zudem würde mich meine Familie vielleicht auf eine Weise kennenlernen oder sich nähren dürfen, die ich heute nicht zulassen kann oder möchte.
Ich habe miterleben dürfen, wie erwachsene Männer vor Glück weinend mit der Bodylotion vor dem Bett standen um ihren alten Vater kurz vor oder nach dem Tod einzucremen und sagten, dass sie in diesem Augenblick eine Nähe und Freide erfahren dürfen, die ihnen als Kind oder sonst mit dieser Person immer verwehrt gewesen war. Sie durften "Frieden machen", vergeben und lieben. Solche Erlebnisse sind tief begleitet von Gott und unendlich wertvoll. Dafür darf der Mensch aber nicht vorzeitig gehen.
Ich denke, Gott führt uns und wir werden - in ständigem Austausch (Gebet) mit ihm, schon die richtigen Emtscheidungen treffen. Ich vertraue auf ihn!!!
Wurde es schon angesprochen? Aber ich finde, dass ich meinem Leben auch selber absagen kann. Z.B. wenn ich oder irgendwer anders nicht mehr mitspielen will. Oder nicht mehr mitspielen kann. Oder was auch immer.
@learner
Wir verfügen doch alleine durch die Anwendung der Modernen Medizin schon über unser Leben selbst.
Ich bin bei der Frage nach Sterbehilfe zwigespalten. Wir greifen in das Leben ein, wenn wir jemandem helfen zu sterben. Wir greifen aber auch in das Leben ein durch künstliche Befruchtung oder durch moderen Medizin und Lebenserhaltende Maßnahmen und genau diese können am Ende eines Lebens auch zu einer Verlängerung von Leid führen. Warum ist es soviel schlimmer einem eh sterbenden am Ende Leid zu ersparen und ihm einen angenehmen Tod zu schenken, wie es für Haustiere üblich ist?
Wo Sterbehilfe definitiv nicht erlaubt sein sollte ist, bei psychischen Erkrankungen (und ich hab da einige eigene Erfahrung in dem Bereich und weiß, wie sch**** Leben sich anfühlen kann und wie hoffnungslos manche Aussicht ist). Einfach, weil dieser Mensch keine eigene objektive Entscheidung in der Hinsicht treffen kann. Und meistens durchaus körperlich in der Lage ist, sich selbst umzubringen.
Sterbehilfe bei Kindern sehe ich auch kritisch. Da muss sehr viel beachtet werden. Es sollte immer der Wille des Kranken im Vordergrund stehen. Und nur die Pflegebedürftigkeit, darf nie ein Grund sein.
Allerdings fallen Grenzen immer mehr, wenn man es mal erlaubt hat. Und Sterben ist so was schleichendes und breites, dass es auch schwer zu fassen ist, wo Grenzen sind.
Ich bin ja für eine stärkere Palleativmedizin und dafür, dass bei Menschen, wo es keine Hoffnung auf Überleben gibt, immer auch Schmerzmittel eingesetzt werden dürfen, die süchtig machen können, oder bei längerer Einnahme schwere gesundheitliche Schäden verursachen oder eben auch das Leben möglicherweise verkürzen können.
Leben zu verlängern koste es was es wolle, kann doch auch nicht in Gottes Sinn sein.
Übrigens finde ich den Begriff Euthanasie an der Stelle nicht gut, weil er irgendwie immer auch beinhaltet, dass jemand festlegt, was ein gutes Leben ist - und das können wir und sollten wir nicht festlegen. Dafür eine Definition zu finde halte ich für gefährlich. Und dazu kommt, dass er einfach mal historisch vorbelastet ist.