Vom Zweifeln, Hoffe...
 
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Vom Zweifeln, Hoffen und Glauben

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Loslassen
Themenstarter
Beiträge : 8

Hallo,

ich versuche, meine Frage kurz zu formulieren. Bitte verzeiht mir, wenn mein Anliegen nicht ganz klar ist. 

Seit fast dreu Jahren suche ich Gott intensiver, wobei er mich schon seit meiner Kinder in gewisser Weise immer begleitet hat. Ich bin in zum ersten Mal in eine freikirchliche Gemeinde gegangen, habe regelmäßig gebetet und in der Bibel gelesen. Ich hatte das Gefühl, dass ich Gott besonders nahe bin.. Ich habe um eine Erfüllung mit dem Heiligen Geist gebetet / auch andere für mich. Irgendwie hatte ich das Gefühl, kurz vor einem Durchbruch mit Gott zu stehen.

Dann sind zwei Sachen passiert: Ich habe bei jedem Besuch eines Gottesdienstes geglaubt, dass es heute passieren wird; dass ich eine Art Berührung von Jesus erfahre und mir die Augen geöffnet werden (der Schleier von meinen Augen genommen wird). Umso öfter dies nicht passiert, umso größer ist meine Enttäuschung geworden.. Mein Glaube wurde langsam weniger. Das Zweite war, dass ich zwei Gebete hatte, die mir enorm wichtig waren / sind und in diesen Bereich ist es immer weiter bergab gegangen. Auch dies hat meine Zweifel immer größer gemacht.

Warum erfahren andere Jesus, wenn sie ihn aus tiefstem Herzen darum bitten? Ist alles nur Wunschdenken? Oder will Gott alle anderen, und mich will er nicht, und daher offenbart er sich mir nicht?

 

Ich danke euch, für eure Antworten!

Liebe Grüße 

Loslassen

Antwort
42 Antworten
Kappa
 Kappa
Beiträge : 1626

@loslassen guten Abend.

An was machst Du das fest, das Voll- erfüllt sein und ihm begegnen? Achte weniger auf Subjektive Erfahrungen anderer. Das ist Subjektiv.

Man kann Gott bestimmt auch ganz anders begegnen. Wenn man zum Beispiel, ganz armen und hilfsbedürftigen Menschen beisteht, dann begegnest du dem Herrn. Einmal in den anderen und einmal vielleicht auch in deinem Herzen.

Es gibt auch Beispiele von Menschen, die in tiefer innerer Verzweiflung Gott Erfahren haben. Da gibt es den sogenannten Johannes vom Kreuz, der hat vor langer Zeit ein Buch über diese Erfahrung geschrieben. Mache dich nicht verrückt weil nicht alles subjektiv so Happy Klappy wirkt wie bei anderen. Ging mir früher auch so.

 

Gruß Eddie 

 

 

kappa antworten


Suse
 Suse
Beiträge : 29
Veröffentlicht von: @tamaro

Bei mir ist es gerade umgekehrt, nämlich dass Aussenstehende erfahrungsgemäss nicht nachvollziehen können, wie tiefgreifend und berührend sich eine Jesuserfahrung anfühlt. Deshalb spreche ich auch nicht so gerne darüber.

Das ist bei mir exakt das Gleiche. Und ich bin wirklich froh, dass es hier Menschen gibt, die Ähnliches erlebt haben. Im katholischen Umfeld wird man da gerne gleich mal in die Esoterik-Ecke einsortiert. Und ich kann mir vorstellen, dass das im "landeskirchlich-Evangelischen" nicht viel besser ist.

Veröffentlicht von: @neubaugoere

Ich selbst habe Jesus nicht gesucht, habe Gott nicht gesucht, habe nichts mit Gott zu tun haben wollen, weil das für mich eine Erfindung von (einigen) Menschen war und die für mich alle nicht lebensfähig waren, alle einen an der Waffel hatten.

Das könnten meine Worte sein.

Ich war im Anschluss extrem überfordert mit dem Ganzen. Ich wusste ja überhaupt nicht, dass es so etwas geben kann! Ich dachte immer, Kirche erschöpft sich in freudlosen Sonntagsgottesdiensten und Rosenkranz. Und dass es öde-katholisch, öde-evangelisch und die bekloppten Zeugen Jehovas gibt. 

Wohin also mit meinen überbordenden Emotionen??

Gott sei Dank bin ich zur rechten Zeit den richtigen Leuten begegnet. Ich bin mir sicher, ER hat sie mir geschickt.

 

suse antworten
2 Antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 19188

@suse 

Wenn ich dir einen Spruch mitgeben darf (daraufhin):

"Erdachtes mag zu Denken geben, doch nur Erlebtes kann beleben." (weiß leider nicht, von wem der ist)

Im Erlebten steckt eben auch das Leben ... also nur keine Scheu, denk an diejenigen, die es belebt. 😉

neubaugoere antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@suse 

Kurz nach meiner Jesusbegegnung war ich auf einem beruflichen Lehrgang in Bad Säckingen (einmal längs durch Deutschland) und las eine abendliche Gottesdiensteinladung ..wohl freikirchlich. Ich hatte ja noch von nix ne Ahnung. Dort wollte ich dann hingehen und an dem Abend fing es dann an zu schütten, was nur so vom Himmel runterging. Erst zögerte ich, packte mich dann in Regenkleidung und ging los. Ich konnte auch nicht umdrehen....es war als wäre ich gezogen und meine Beine wollten dahin. Im Eingang bin ich herzlich als Glaubensschwester begrüßt worden und ein junges Paar hat mich dann nach dem beruflichen Lehrgang (ich musste ja wieder in den Norden)  einige Zeit mit einer glaubensfördernden Zeitschrift versehen, dem Herold. Das hat mir auch anfangs weitergeholfen. Heute weiß ich, dass es eine neuapostolische Gruppe war und Gott hat sie mir zugute kommen lassen.

 

deborah71 antworten
Suse
 Suse
Beiträge : 29
Veröffentlicht von: @deborah71

..wohl freikirchlich. Ich hatte ja noch von nix ne Ahnung.

😄😄😄

Jup, keine Ahnung von nix, so war's bei mir auch... Ich hatte auch noch nie von Freikirchen gehört. Oder von Lobpreis. Oder von Menschen, die ihre Arme heben und mit verzückt-entrücktem Ausdruck Lobpreis singen. Und dass es solche Menschen auch bei den Katholen gibt! Mein erstes Nightfever... ich dachte, ich bin im falschen Film 🤣...

Oh je... ist jetzt hier aber völlig OT 🙈.

 

suse antworten


Blackhole
Beiträge : 1274

@loslassen 

Meistens passiert, wenn man sich selbst Druck macht: "Ich muss jetzt unbedingt Gott erfahren!"..... nichts.

Gottes Signale sind halt meistens ziemlich leise. Und wir haben heutzutage einen derart lauten Alltag... Und wenn man mit eigenem Stress diese leise Stimme erst recht überbrüllt, nun ja....

Man muss lange üben, nichts zu erwarten, nicht zu erzwingen versuchen, jetzt unbedingt ein Gotteserlebnis zu haben, und das ist schwer, ich weiß.

Ein besserer Weg ist, sich eher eine Haltung der Neugier anzutrainieren: Was wird heute passieren?
D.h. nichts zu erwarten, sondern offen für Unerwartetes sein.
Ist heutzutage aber schwer, wir sind es gewohnt, alles durchgeplant haben zu wollen.

blackhole antworten
Loslassen
Themenstarter
Beiträge : 8
Veröffentlicht von: @deborah71

wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet

Hallo Deborah,

erstmal möchte ich mich für deine Gedanken zu meiner Situation bedanken 🙂 

Diese Bibelstelle ist mir gut bekannt und ich habe mich schon regelmäßig an ihr "festgehalten", um an meiner Glaubensreise dranzubleiben. Ich möchte, dass Jesus ganz bei mir einzieht. Ich sehne mich sehr danach. Warum sich meine Tür von mir nicht öffnen lässt, konnte ich bis jetzt nicht herausfinden. Es fühlt sich eher so an, als würde ich die ganze Zeit an einer verschlossenen Türe rütteln :/

Veröffentlicht von: @deborah71

Bei einigen kommt er eher spektakulär, wie schon Bepe sagte, bei anderen sanft und freundlich

Ja, das verstehe ich! Sanft und freundlich wäre ebenso schön für mich. Es muss nicht eine bestimmte Art und Weise sein. Ich hätte nur so gerne, dass mein Sehnen / meine Suche endlich das Ziel findet.

 

Liebe Grüße 

Loslassen

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3 Antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@loslassen 

Ich sehne mich sehr danach. Warum sich meine Tür von mir nicht öffnen lässt, konnte ich bis jetzt nicht herausfinden. Es fühlt sich eher so an, als würde ich die ganze Zeit an einer verschlossenen Türe rütteln

hmm....ich denke in Bildern, mal so als Nebeninformation.

mein erster Gedanke dazu: geht deine Tür denn nach aussen oder nach innen auf? steckt in der Tür ein Schlüssel?

Was passiert, wenn du in deiner Vorstellung den Schlüssel reinsteckst und umdrehst; oder wenn einer innen drin steckt, ihn einfach umdrehst ... zur Hilfe kann man einen tatsächlichen Schlüssel vors Herz halten und aufschließen oder eine Tür der Wohnung für die Umsetzung benutzen.

Steckt der Schlüssel aussen?  Dann kannst du demjenigen vergeben, der durch seine Worte deine Tür geschlossen hat und Jesus bitten, die Tür nun aufzuschließen. (Hilf mir, meine Tür zu  öffnen).

 

Über solche Hilfshandlungen wird deine ganze Person mit einbezogen und die Lösung ist nicht nur ihm Kopf.

Ist das etwas, womit du umgehen könntest?

Ist es dir recht, wenn ich für dich bete, dass die Tür frei wird?

lg

Deborah

 

 

 

deborah71 antworten
Loslassen
(@loslassen)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 8

@deborah71 

Danke für dein Bild! Ja, ich kann es nachvollziehen. Ich hab versucht, mir das alles vorzustellen und sah dann eine Mauer vor meiner Tür. Ich weiß noch nicht ganz, wem ich vergeben sollte.. vielleicht dem Leben an sich, das mich irgendwie enttäuscht hat..

Sehr gerne kannst du für mich beten - danke 🙂 

loslassen antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@loslassen 

Danke für deine Rückmeldung. 🙂

Ja, Enttäuschung kann ein dickes Hindernis sein. Doch wenn Gott eine Täuschung aufdeckt, die hinter einer Enttäuschung steckt, dann kann die Täuschung nicht weiter negativ wirken und den entstandenen Schaden nicht mehr vergrößern. Sie wird ent - täuscht, aufgedeckt.  Vergeben und auf zu neuen Ufern.  Enttäuschungen durch väterliche Personen können eine Angst in einen Herzenswinkel setzen: "was ist, wenn Gott/Jesus  so ist wie mein ....  (irgendeine wichtige Bezugsperson). Gott aber ist ganz anders. Er will Stück für Stück Heilung bringen. Damit wächst auch Vertrauen, sich anvertrauen.

deborah71 antworten


Suse
 Suse
Beiträge : 29

@loslassen 

Hast du dir schon mal "The Chosen" angesehen? Ich finde die Serie emotional tief berührend. Vielleicht berührt es auch dich und hilft dir so, dich zu öffnen.

Andere Idee: Vielleicht kommst du nicht vom Sohn zum Vater, sondern vom Vater zum Sohn? Mir ging es nämlich so. Jesus war mir lange eher fremd, auch wenn ich absolut an seine Göttlichkeit geglaubt habe. Aber eine "Beziehung" hatte ich am Anfang meines Glaubensweges mit dem Vater, mit dem Gott des Alten Testaments. Jesus kam später 😉.

Ich weiß nicht, ob du dich bisher nur auf das Neue Testament konzentriert hast. Wen ja, dann lies einfach mal das Alte. Fange vorne an und lies die 5 Bücher Mose durch. Genesis, aber vor allem Exodus und Deuteronomium haben so starke und überwältigende Gottesbilder, das ging mir extrem nah und ließ mich vor Ehrfurcht regelrecht erzittern und erbeben. Vielleicht ist es ja bei dir auch so, dass diese Facette Gottes der Schlüssel ist.

suse antworten
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