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Wiedertaufe

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rolando2433245
Themenstarter
Beiträge : 7

Hi,

mich umtreibt das Thema Wiedertaufe jetzt seit einigen Jahren, denn ich bin unentschlossen, ob ich mich erneut taufen lassen sollte. Hier meine Geschichte:

Ich bin evangelisch. Mit 13/14 Jahren bekam ich einen Brief, dass ich am Konfirmationsunterricht teilnehmen kann. Das habe ich getan, weil das einige meiner Freunde getan haben. Gläubig war ich nicht, sind meine Eltern auch nicht. Keiner in meiner Familie ist das.
Ich habe in diesem Unterricht mehr Quatsch gemacht, als alles andere. Nichts davon habe ich ernst genommen und nichts davon hat mich im Herzen erreicht. Kurz vor der Konfirmation kam der Dorfpfarrer (der uns auch unterrichtete) und sagte: Du bist ja noch gar nicht getauft. Wir müssen dich vor Ostern taufen, also bevor du konfirmiert werden kannst. Dem habe ich zugestimmt. Ich habe mich dann taufen lassen, wieso weiß ich nicht genau, aber ich habe mich freiwillig dafür entschieden. Es war aber sicher kein tiefgründiger Glaube mit einer vorausgegangenen Bekehrung. Ich kann mich kaum an die Taufe selbst erinnern, weiß aber, dass mir Wasser über den Kopf gegossen wurde (Ich stand an einer Schale). Ich habe dann meine Taufurkunde bekommen und gut war's. 

Heute ist alles anders, ich bin sehr gläubig geworden, beschäftige mich mit dem Wort und gehe mit meiner Frau in eine freikirchliche Gemeinde. Wie bereits erwähnt beschäftigt mich das Theme zunehmend. Im Grunde also: Kann ich meine Taufe für mich anerkennen, oder war sie ungültig?

Die Antwort der Freikirche ist klar: Sie ist ungültig, du muss dich richtig taufen lassen. Mit vollständigem Untertauchen. 

Jetzt könnte ich ja einfach"gehorchen" und das auch so machen, aber irgendwas in mir stört mich daran. Die Sache ist nämlich gar nicht so klar, wie sie scheint. Viele Kirchen sehen das ganz anders. Biblisch gibt es nur EINE Taufe. Es gibt kein Beispiel, dass jemand noch mal getauft wurde. Würde eine Wiedertaufe nicht auch irgendwie misstrauen Gott gegenüber bedeuten? Er wusste es vielleicht einfach besser, als ich. Was mich an der Sicht der Freikirchen aber am meisten stört ist, dass ihre durchaus guten Argumente auch bedeuten, dass nahezu 1500 Jahre lang niemand ordentlich getauft wurde, weil sie ja auch die Kindertaufe ablehnen. Ich würde gerne wissen, wie ihr das seht. In der Bibel gibt es keine Beispiele für diesen Fall. Bzw. sehe ich dort keine. 

Gruß und danke für eure Meinung,
Roland

Antwort
66 Antworten
Adjutante
Beiträge : 3438

@rolando2433245 

Das glaube ich auch, eine Taufe genügt. Meine Taufe war im Alter von 6 Wochen in der Küche meiner Eltern. Und ich sehe es so, dass damit Gott zuerst sein "ja" zu mir gesagt hat.

adjutante antworten
3 Antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297
Veröffentlicht von: @adjutante
 
Und ich sehe es so, dass damit Gott zuerst sein "ja" zu mir gesagt hat.

Auf den Punkt .... dieses "zuerst sein JA zu mir gesagt" trifft es auch in meinem Verständnis der Baby- und Kleinkindtaufe.

L'Chaim

awhler antworten
rolando2433245
(@rolando2433245)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 7

@adjutante Hi, vielen Dank für deine Antwort! Das finde ich super und ich freue mich für dich, dass du das so in deinem Herzen hast. Viele Grüße!

rolando2433245 antworten
Adjutante
(@adjutante)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 3438

@rolando2433245 

Das finde ich super und ich freue mich für dich, dass du das so in deinem Herzen hast.

Danke!

Ja, ich habe inneren Frieden darüber und vermisse nichts in meiner Beziehung zu Jesus.

adjutante antworten


frosch80
Beiträge : 920

@rolando2433245 

Hej Roland,

herzlich Willkommen!

" Ich habe mich dann taufen lassen, wieso weiß ich nicht genau, aber ich habe mich freiwillig dafür entschieden."

Ok...

"Heute ist alles anders, ich bin sehr gläubig geworden,"

Fein... 🙂

"Kann ich meine Taufe für mich anerkennen"

Sicher kannst du das.

"oder war sie ungültig?"

Ein Standpunkt, der von vielen - aber nun wahrlich nicht allen! - Freikirchlern vertreten wird. Ich persönlich gehöre zu denen, die ihn NICHT vertreten. So viel scheint mir aber rein logisch gesehen klar zu sein; WENN du (ja, DU!) diese Taufe für ungültig hältst, kannst du sie schlecht für dich anerkennen, oder?

"Die Antwort der Freikirche ist klar: Sie ist ungültig, du muss dich richtig taufen lassen. Mit vollständigem Untertauchen."

Das ist die Antwort DIESER Freikirche, in der du  bist!

"Biblisch gibt es nur EINE Taufe."

Richtig. Und da gibt es unter den Christen einen sehr breiten Konsens. Und genau deshalb halte ich das Wort "Wiedertaufe" für generell falsch. WENN du der Ansicht bist, dass deine Taufe mit 13, 14 ungültig war, dann bist du ja gar nicht getauft, und wenn du dich dann jetzt taufen lässt, ist es keine Wiedertaufe. Dann allerdings solltest du wirklich der Überzeugung sein, dass die Taufe  mit 13, 14 gar keine Taufe war. Du machst auf mich aber kein bisschen den Eindruck, als würdest du das so sehen.

"Würde eine Wiedertaufe nicht auch irgendwie misstrauen Gott gegenüber bedeuten? Er wusste es vielleicht einfach besser, als ich."

Guter Gedanke, finde ich; abgesehen natürlich davon, dass das Wort "Wiedertaufe" darin vorkommt. 😀 

" Was mich an der Sicht der Freikirchen aber am meisten stört ist, dass ihre durchaus guten Argumente auch bedeuten, dass nahezu 1500 Jahre lang niemand ordentlich getauft wurde, weil sie ja auch die Kindertaufe ablehnen."

Den Satz halte ich SO formuliert schlichtweg für falsch, weil er in völlig unzutreffender Weise alle Freikirchen über einen Kamm schert. Zunächst präferieren die Methodisten generell die Kindertaufe, aber auch andere Freikirchen taufen keineswegs selbstverständlich Menschen, die als Baby (oder gar als 14-Jähriger) bereits getauft worden sind. Die FEG (Freie Evangelische Gemeinde) hat das soweit ich weiß eher noch nie so gehandhabt, die Baptisten haben sich inzwischen teilweise von der Forderung gelöst, dass eine Gemeindemitgliedschaft zwingend eine Gläubigentaufe voraussetzt; sie nähern sich ein wenig dem Standpunkt an, den ich persönlich schon seit Jahrzehnten habe. Zu sehen ist dabei freilich auch, dass sowohl in der FEG als auch bei den Baptisten (im Bund EFG) die einzelnen Gemeinden eine große Unabhängigkeit haben, und es in der Praxis starke Unterschiede zwischen den Gemeinden geben kann.

Jedenfalls wünsche ich dir alles Gute! Und... ich gehe davon aus, dass für Jesus diese Frage weniger bedeutsam ist als für so manche Christen (welcher Art auch immer). 

Liebe Grüße

fr 🙂 sch

(Häretischer Baptist)

 

 

 

 

 

 

 

 

frosch80 antworten
1 Antwort
rolando2433245
(@rolando2433245)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 7

Hi @frosch80, danke für deine Antwort. Mir geht es nicht darum, jemandem etwas vorzuwerfen. Freikirchen – besonders die Baptisten – unterscheiden sich ja unter anderem durch die Glaubenstaufe von vielen anderen christlichen Traditionen.

Das bedeutet aber, dass Freikirchen, die die Kindertaufe ablehnen, einem Großteil der Christen der ersten 1500 Jahre nach Christus die Gültigkeit ihrer Taufe absprechen würden. Denn die meisten Christen wurden damals als Kinder getauft. Daraus ergibt sich, dass sich die Kirche – bis zum Aufkommen der Täuferbewegungen – geirrt hätte. Dieses Ausmaß lässt mich eben aufhorchen. Dass einzelne Freikirchen das heute anders sehen, ist ja offensichtlich.

Mein Problem ist: Meine persönliche Sicht auf die Taufe sollte eigentlich keine Rolle spielen. Die Frage nach der Gültigkeit einer Taufe muss theologisch beantwortet werden, nicht individuell. Daher möchte ich verschiedene Sichtweisen hören, um mich irgendwo verorten zu können. Ich finde es schwer auszuhalten, dass die Bibel keine vollständig ausgearbeitete Tauflehre bietet. Für mich fühlt es sich an, als stünde diese Frage zwischen mir und meinem Glaubensleben. Ich kann so ja auch nicht am Abendmahl teilnehmen, weil manche Gemeinden das ablehnen und weil ich selbst unsicher bin, ob es mir zusteht. „Jeder prüfe sich selbst“ heißt es – aber genau diese Prüfung fällt mir in diesem Punkt schwer.

rolando2433245 antworten
AWHler
 AWHler
Beiträge : 2297

@rolando2433245 

Als Pfarrer der Rheinischen Kirche (nun i.R.) habe ich fast 40 Jahre regelmäßig getauft - Babys & Kleinkinder, Kinder im fortgeschrittenen Grundschul-Alter, Jugendliche vor der Konfirmation (laut Kirchenordnung ist die Konfirmation ja sowas wie das nachgeholte religionsmündige JA zur eigenen Kleinkind-Taufe, nach einem KU, der eigentlich auch nachgeholter Taufunterricht = Unterweisug im Glauben ist) und hin und wieder auch Erwachsene.

Eine Wiedertaufe (2. Taufe)  gibt es in unserer Ev. Kirche nicht (auch eine katholische Taufe ist bei Konfessionswechsel und Übertritt gültig), weil wir daran glauben, dass der Zuspruch der Taufe für einen Menschen einmalig ist, nicht durch irgendwas unwirksam wird und ein Leben lang gilt.

Hier liegt wohl dann auch der Streitpunkt: Denn die Ablehnung der Kindertaufe und die Befürwortung der Erwachsenentaufe, verbunden mit einer Glaubensentscheidung (Bekehrung), legt den Akzent darauf, dass die Glaubensentscheidung eine Taufe erst sinnvoll, gültig und wertvoll macht.

Mein Akzent lag und liegt dagegen im Zuspruch der Liebe Gottes für ein Menschenkind (Kindertaufe) und im  Verweis auf die freie Gnade Gottes, die jedem gilt,  und auf der Überzeugung, dass wir alle letztlich "aus Gnade" (und ohne unser beteiligtes Erwirken, Zutun oder erst in-Kraft-Setzen diese Liebe Gottes, für die in Christus ein für allemal den Grund gelegt hat) selig werden.

Bei Taufanspachen habe ich oft gesagt: Was immer aus Dir auf krummen oder geraden Lebenswegen einmal wird, Du Menschenkind, Gottes Liebe steht als Zuspruch nicht erst als mögliches und fragwürdiges Gültigsein am Ende Deines Lebens, sondern am Anfang und zum Start in diese Welt. Gewünscht sei Dir aber auch, den Glauben und das Geschenk der Taufe in Deinem weiteren Leben anzunehmen und auszupacken. Und wenn Du einmal später über Dich, Deinen Lebenswert und Deine Identität zutiefst verzweifelt bist, sag Dir, wie Luther, gegen alle Anfechtung: "Ich bin getauft und stehe unter dem Zuspruch der höchsten Instanz, dem Zuspruch Gottes!"

Andererseits finde ich die Erwachsenentaufe auch gut begründet und gut, weil sie ihre Agumente hat und kann bis heute beides von Herzen bejahen.

Dir selbst möchte ich sagen: Sag nocheinmal bewusst "Ja" zu Deiner bereits vollzogenen Taufe (vielleicht mit einer Segnung im freikirchlichen Gottesdienst und mit einem von Dir gesprochenen Bekenntnis vor Allen) und glaube daran, dass Du mit einem zweiten Mal nicht "gültiger" oder "besser" getauft sein wirst. Du bist es bereits und das nimmst Du nun aus vollstem Herzen an 🙂

L'Chaim

awhler antworten
12 Antworten
rolando2433245
(@rolando2433245)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 7

@awhler Das war sehr schön formuliert! Vielen dank, das macht mir Mut. Ich leide unter dieser "Einschränkung" wirklich sehr. Ich fühle mich auch keiner Gemeinde wirklich zuhause. Mal bin ich im Dom bei uns, weil ich das Katholische auch sehr schätze, mal bin ich in unserer Freikirche, die Familiengemeinde meiner Frau. Unsere Kinder gehen singen im Chor und nehmen an vielen kirchlichen Veranstaltungen teil. Aber diese eine Sache mit der Taufe, das treibt mich wirklich um. Denn sie verhindert auch meine Teilnahme am Abendmahl. Die Taufe ist in vielen Gemeinden Voraussetzung für das Abendmahl. 

Vielen dank noch mal und Gottes reichlichen Segen wünsche ich Ihnen!

rolando2433245 antworten
bluelite
(@bluelite)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 13

@awhler

Ja ja, die Kirchenordnung der ev.-luth. Kirche, da steht doch tatsächlich, daß die Taufe die Aufnahme in die Gemeinde bedeutet - und das auch schon bei Säuglingen ... Und wenn man als Institution 500 Jahre Zeit hat, kann man sich gute Begründungen zurechtschmieden, z.B. daß die Säuglingstaufe das "Ja" von Gott zum Täufling ist und die Konfirmation das nachgeschobene "Ja" des Konfirmanden zu Gott und zur Kirche ist. Dann gilt also das frühe "Ja" von Gott zu mir mehr als mein spätes "Ja" zu Gott? Dann bräuchte ich doch eigentlich gar nicht mehr "Ja" sagen, darauf scheint es ja nicht so anzukommen? Ich sehe das anders, beide "Ja" sind gleich wichtig, also sollte die Taufe auf dem Willen des Täuflings beruhen, was eine Säuglingstaufe ausschließt - außer in Fällen von Nottaufen.

bluelite antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297

@bluelite 

Ich hab's ja ausgeführt, wie ich die Zuordnung von Zuspruch UND menschlichem "Ja" verstehe und muss es nicht nochmal wiederholen - die ist ja auch nicht rein lutherisch, sondern allgemein-evangelisch und katholisch vertreten.

Jedenfalls geht aus meinen Worten doch auch hervor, dass das menschliche "Ja" einer Annahme & Lebensantwort die andere Seite der Taufe und überhaupt nicht belanglos oder irrelevant ist, im Gegenteil. Nur die Gewichtung ist in der Diskussion über die Taufe eben eine andere.

L'Chaim

 

awhler antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 1200

@awhler 

Kann man Deiner Ansicht nach die eigene Kindertaufe wieder los werden?

Kirchenrechtlich geht das ja meines Wissens nicht, getauft ist getauft.

VG

Chey

 

chey antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297
Veröffentlicht von: @chey

@awhler 

Kann man Deiner Ansicht nach die eigene Kindertaufe wieder los werden?

Kirchenrechtlich geht das ja meines Wissens nicht, getauft ist getauft.

VG

Chey

 

Was meinst Du mit "die eigene Kindertaufe wieder los werden"? 😉 

Den Zuspruch der Liebe Gottes - auf den Kopf und persönlich, mit diesem Sakrament und Ritual - "wieder los werden" WOLLEN?

Kirchenrechtlich kannste austreten, praktisch für Dich die eigene Taufe für unbedeutend oder falsch halten, Dich einer anderen Religion zuwenden und konvertieren, Dich vom christlichen Glauben lossagen, mit Deinen Eltern hadern, die Dich einer "Zwangstaufe" ungefragt hingegeben haben, Gott gegenüber "Protest" einlegen - den Zuspruch seiner Liebe  wirste nicht los und "das ist gut so" ... 

L'Chaim

awhler antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 1200

@awhler 

Hinter der Taufe steht ja der christliche Glaube. Das zeigt ja auch gerade Deine Erklärung.

Ein Säugling kann zu diesem aber noch nicht ja sagen. 

Und auch Du musst ja zugeben, dass es Erwachsene gibt, die zum christlichen Glauben aus voller Überzeugung nicht ja sagen und nicht ja sagen wollen. Die Deine positive Interpretation nicht teilen, die ja von Deinem Glauben geprägt ist, aber nicht von ihren.

Ich habe das mal vor einiger Zeit bei EKD und rkK nachgelesen. Die Taufe ist nicht auflösbar oder ablegbar.

Ich halte das in diesen Fällen für übergriffig. 

Ich war früher auch für die Säuglingstaufe, sehe das aber heute anders und teile heute genau aus diesen Gründen die Einstellung der Freikirchen, die nur Erwachsenentaufen machen. Weil da eben die eigene Entscheidung des Täuflings gegeben ist.

Ich diskutiere hier übrigens nicht persönlich. Ich bin zwar auch säuglingsgetauft, hatte aber als junger Mensch durch meine Konfirmation und auch danach bewusst ja zum christlichen Glauben gesagt. Damit liegt das und die Folgen in meiner Verantwortung. 

VG

Chey

 

chey antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297

@chey 

Ja, die Taufe und das Verständnis des Glaubens ist die christliche Sichtweise, was sonst. Und die ist natürlich in Ablehnung so begründbar, wie Du es anführst.

"Übergriffig" ist ein starkes und vorwurfsvolles Wort, das ich natürlich als Argument stehen lasse, wenn Jemand mit dem christlichen Glauben und dem Evangelium im Contra steht, und damit auch mit der Praxis der Großkirchen. 

Aber erstens ist die Baby- und Kindertaufe ja ein Wunsch der Mamas/Papas/Eltern/Familien (die auch die Verantwortung in der Vermittlung des Glaubens bejahen und mit-übernehmen), zweitens gibt es ja auch gesellschaftlich keine sozialen oder rein traditionellen Zwänge mehr, die Taufen aus "Pflicht- und Anpassungsgründen" zum Automatismus machen, und drittens (da argumentiere ich in der Tat bei der christlichen Taufe auch christlich) tun wir dem Menschenkind nichts zwangverpflichtend Böses, sondern sagen bei einer Taufe ein Gott-sei-Dank für sein Dasein, befehlen es der Liebe Gottes an, stellen es unter den Zuspruch des Evangeliums (das jedem Menschenwesen gilt) und nehmen es einladend auf in die kirchliche Gemeinschaft ...

Ja, das ist anfechtbar, das ist glaubend begründet - aber et is nich bös' 🙂

L'Chaim

awhler antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 1200

@awhler 

Stimmt, die Erziehungsberechtigten wären auch jemand, auf den der Getaufte dann sauer sein könnte.

Aber Folgen hat das schon. Man wird durch die Säuglingstaufe, wenn man anschließend nichts mehr macht, Kirchensteuerpflichtig. Ohne Willenserklärung als später Geschäftsfähiger. Das gibt es meines Wissens nur in diesem Fall

(Vielleicht auch noch auf Schalke, da werden ja wohl auch schon Babys aufgenommen, aber das fällt eigentlich ebenfalls unter Religion)

Ich selbst unterstelle da auch nichts böses, sehe aber, dass man das auch anders sehen kann. Kirchen und auch den christlichen Glauben negativ zu sehen, dafür gäbe es ja durchaus Gründe.

VG

Chey

chey antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297
Veröffentlicht von: @chey

@awhler 

Vielleicht auch noch auf Schalke, da werden ja wohl auch schon Babys aufgenommen, aber das fällt eigentlich ebenfalls unter Religion ...

VG

Chey

Definitiv ... nachdem wir wieder in meiner Heimatstadt Essen zurück sind, gehöre ich z.Zt. zur "Trauer-Gemeinde" des RWE 😉 und erlebe bei Tochter und Schwiegersohn, wie schon die "unmündigen Kinder" Richtung Hafenstraße zwangs-indoktriniert wurden .. . ob eine Taufe mit "Stauder" über'n Kopf oder gar Eintauchen stattgefunden hat, weiß ich allerdings nicht ...

Wolfgang Niedecken - BAP und 1. FC Köln - hat mal jesacht: "Drei Dinge kannste Dir im Leben nich aussuchen - Deinen Vadder, Deine Mutter und Deinen Fußball-Verein!"

L'Chaim

awhler antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4812

@chey Ich selber bin kein großer Freund der Kindertaufe und beobachte, dass sich in dem frommen Bereich, in dem ich mich bewege, wohl der Trend zur Kindersegnung durchsetzt. Dann hat das Kind den von Gott zugesprochenen Segen, ohne in einen 'Verein' aufgenommen zu werden, in den es möglicherweise gar nicht aufgenommen werden will und kann sich zu gegebener Zeit selbst entscheiden. 
Zumal es nun mal halt auch so ist, dass die Kirche in diesem Fall schon auftritt wie eine Behörde - das merkt man dann, wenn man als Kind nicht getauft wurde und in einem anderen Kirchenbereich getauft und/oder konfirmiert oder getraut werden will als dem Bereich, in dem man von Amts wegen gemeldet ist. Da braucht's dann eine 'Dimissoriale' und Papierkrieg - das hat mehr mit Amt als mit Glauben zu tun. 
(Das ist wiederum ein Argument meiner Mama für die Kindertaufe - man lässt das Kind taufen und kann sich viel Papierkrieg ersparen.)

chai antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 5779

@chai Dr. Martin Luther wurde auf den Namen Martin getauft, weil er am 10 November geboren wurde. Am 11. November ist Martinstag, sein Tauftag.

Wenn er psychische Probleme (Angriffe des Teufels) hatte, schrieb er mit Kreide auf den Tisch ich bin getauft - in lateinischer Sprache.

Ich  glaube nicht dass ein Mennonit oder eine andere Konfession sich mit 14 bewusst entscheidet sich taufen zu lassen. Das wird dann auch gemacht, weil es die Zeit ist, ähnlich der Konfirmation, der Bar Mizwa (bzw. Bat Mizwa bei den jungen Frauen).  Die Firmung ist im ähnlichen Alter. 

jigal antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4812

@jigal Mit 14 wird ein Mensch religionsmündig. Ob er da tatsächlich 'mündig' ist, kann man sicher in Frage stellen, aber ich denke schon, dass das was mit dem Anfang der Pubertät (ich weiß, dass die heute oft früher anfängt) zu tun hat. Zudem kamen die Kinder früherer Zeiten in diesem Alter oft aus der Schule - es war die Schwelle zum Erwachsenwerden.

chai antworten


Stern
 Stern
Beiträge : 3214

@rolando2433245 

Hallo!

Ich habe mich im Erwachsenenalter nochmal taufen lassen in einer freien Gemeinde, aber freiwillig, also nicht auf deren Wunsch und war da bereits katholisch getauft. Ich habe die zweite Taufe bewusst als Zeichen der Hinwendung an Jesus für mich gewollt.

Was daran für mich dabei schön war, dass ich es erinnern kann, als einen bewussten Schritt, der mich auch in Krisenzeiten in der Erinnerung bestärkt. Da ich das erste Mal als Baby getauft wurde, hatte ich zur ersten Taufe gar keinen Bezug.

Ich denke deshalb, dass es für mich einen Unterschied macht- aber nicht für Gott  oder in Bezug auf eine Heilsgewissheit, sondern nur für mich, als Ankerpunkt, als ein vorher-nacher…

Du lebst doch jetzt ein gottzentriertes Leben, das ist das, was zählt. Eine Wiedertaufe macht das weder besser noch schlechter.

stern antworten
1 Antwort
rolando2433245
(@rolando2433245)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 7

@stern Vielen Dank für deine Antwort! Das bewusste erleben der Taufe als Grund sich erneut taufen zu lassen kann ich auch sehr gut nachvollziehen.

Heilsgewissheit habe ich, dennoch bin ich in diesem Sinne durch die fehlende Taufe kein Gemeindemitglied. Nehme nicht am Abendmahl teil und habe auch sonst dort keine Aufgaben. Ein gutes Christenleben ist das wohl nicht.

rolando2433245 antworten
Deborah71
Beiträge : 29331

@rolando2433245 

Hi, in der Bibel bedeutet "richtig taufen" nicht unbedingt ganz untertauchen, auch wenn das eine starke Erfahrung ist und es Beispiele dafür gibt. 

Am ersten Pfingsten wurden diejenigen, 'denen die Botschaft und der Heilige Geist durchs Herz ging' also zuerst im Herzen berührt und dann fragten sie nach, was sie tun sollten. Die Abfolge war also Glaube, Wassertaufe, Gabe des Heiligen Geistes. 

Das steht aber nicht in Stein gemeisselt. Beim Hauptmann Kornelius war erst Glaube, Gabe des Heiligen Geistes, Wassertaufe. 

In Matthäus 28,18-20 im Sendungsbefehl steht je nach Übersetzung, die Jüngerschaft (d.h. Glaube und Nachfolgewillen) vor der Taufe. 

Ich lese  immer zuerst  Glaube bei den Berichten am Anfang. Zuerst wird mMn das Herz getauft (berührt), dann wird in das hinein getauft, was man glaubt : mit Christus gestorben, begraben und durch den Heiligen Geist mitauferstanden zu neuem Leben von oben, deutlich im Wasser gemacht. 

Es wurde in den Leib Christi hineingetauft, nicht in eine Denomination. Die gab es damals noch gar nicht. 

Solange du unsicher bist und keinen inneren Frieden hast, lasse dich besser zu nichts drängen. Nach der Babytaufe und einer Taufe, die auf der damaligen Unsicherheit eines rkk Pfarrers beruhte (schon ca 63 Jahre her) hatten mir die kirchlichen Regularien eine gültig/ungültig Achterbahnfahrt beschert. Erst nachdem Jesus mir begegnet ist und das Nachforschen über Taufe in der Schrift mir eine Entscheidung mit Innerem Frieden brachte, habe ich um eine Taufe mit dem Inhalt der Jüngerschaft gebeten und sie freikirchlich erhalten. Ich wurde dann in den Namen(= Person)  Jesu hinein getauft. Damit konnte ich einem Beispiel des Paulus folgen. Ich meine, dass ich in etwa nachvollziehen kann, was dich bewegt. 

Schau dir vllt die inhaltlichen Erklärungen der Kirchen an, was sie mit Taufe verbinden. Findest du dich darin wieder, ok.... findest du dich in der Taufe nach Röm 6, 3ff und dem Entschluß zur Jüngerschaft wieder, ...auch ok. 

 

 

deborah71 antworten
7 Antworten
rolando2433245
(@rolando2433245)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 7

@deborah71 Ich würde gerne frei von Zweifeln sein und meine Taufe, bei der ich ganz klar noch ungläubig war annehmen. Und ich würde sie gerne vor mir tragen so wie Luther. Aber dann kommen die Gedanken: Viele sagen, du bist nicht getauft. Was würde Gott sagen? Kann ich am Abendmahl teilnehmen? Oder bin ich unwürdig? Gehöre ich zum Bund?.... 

Danke für deine Antwort!

rolando2433245 antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@rolando2433245 

Das sind einige Punkte, die der Klarheit bedürfen. Solange du nicht sicher bist, Füße stillhalten, bis du Klarheit und inneren Frieden hast. Gott ist kein Gott der Unordnung (Chaos, Gefühlschaos) sondern des Friedens. In diesem Vers endet die Aussage nicht bei Ordnung..... es kann alles ordentlich sein, aber trotzdem der Fried fehlen.... sondern Sein Friede soll dich regieren. Dazu braucht es manchmal Geduld. 

Viele sagen, du bist nicht getauft:  die einen sagen, du bist getauft, die anderen das Gegenteil. Das verunsichert. Im Hebräischen gibt es im Wort Zweifel ein eindrückliches Bild versteckt: ein flatternder Vogel, der sich nicht entscheiden kann, auf welchem von zwei Zweigen er sich niederlassen soll. Ein sehr ungemütlicher Zustand, aber oft erstmal notwendig. 

Was würde Gott sagen?  Ja, frag Ihn doch und bitte Ihn um Klarheit. Warte auf Antwort ...sie kann schnell kommen, aber auch deinen Willen testen durch etwas Dauer. (Ich hatte ein halbes Jahr intensive Beschäftigung mit den Belangen von Taufe und dann auf einmal war das "JETZT" da und auch die Gelegenheit.)  Der Widersacher treibt, der Heilige Geist führt. 

Kann ich am Abendmahl teilnehmen? Das musst du mit deinen Leitern klären, wie sie ihre Gemeinderegeln aufgestellt haben. Privat kannst du selbst mit Jesus Mahlgemeinschaft halten. Ich habe schon erlebt, dass seine Gegenwart plötzlich spürbar war und ich die Worte stark im Inneren hatte: Ich will Mahlgemeinschaft mit dir haben. Da sträuben sich bei manchen sicherlich die Nackenhaare, weil es sehr ungewohnt ist, aber das hat Jesus nicht gekümmert. 

Oder bin ich unwürdig?  ah.... diese Bibelstelle dreht sich nicht um dein Sein, sondern um dein Verhalten und Wissen um den Inhalt des Abendmahls.  In der deutschen Übersetzung ist das Wort unwürdig nicht eindeutig positioniert. Es kann als Adverb (zum Tätigkeitswort gehörend) gelesen und verstanden werden, genauso aber auch als Adjektiv zum Zustand einer Person interpretiert werden. Original ist es ein Adverb, zählt also zum Verhalten.

Du bist aus Gnade durch Glauben gerechtfertigt und damit durch Jesus würdig gemacht als gläubiges Kind Gottes. 

Im Abendmahl feierst du nicht nur das Gedächtnis, sondern auch den Bundesschluß. Ein Bundesschluß im AT hatte bestimmte Elemente. Das letzte Element war das gemeinsame Essen und dann ein sich gegenseitig Füttern mit Brot und Wein. Jesus brach das Brot und reichte es den Jüngern....

 

deborah71 antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297
Veröffentlicht von: @rolando2433245

Viele sagen, du bist nicht getauft. Was würde Gott sagen? Kann ich am Abendmahl teilnehmen? Oder bin ich unwürdig? Gehöre ich zum Bund?.... 

Danke für deine Antwort!

Wenn Du getauft bist, bist Du getauft und der Zuspruch der Taufe hat von Gott her keinen Vorbehalts- , Ungültigkeits- und Rückgabe-Charakter. Der Zuspruch Gottes ist ersteinmal unabhängig vopm menschlichen Zutun oder Gültigmachen. Gottes Zuspruch steht und gilt und wird als Annahme - wenn auch nocheinmal später im Leben - nicht erst "in Kraft gesetzt", als würde von Gottes Seite her erst ein "für gültig erklärt" passieren!

Dass mit dem "unwürdig am Abendmahl teilnehmen" (bezogen auf die Paulus-Stelle) unterliegt mMn immer noch einem groben Missverständnis, bis heute. Er galt dem unmöglichen Verhalten der mit sich verkrachten Korinther, beim Liebes- und Abendmahl Trennungen des Leibes Christi dadurch zuzulassen, dass die Wohlhabenden unter sich blieben am reich gedeckten Tisch und auf die Armen herabschauten und sie auf Abstand und links liegen ließen. Dies hielt er ihnen vor, als "unwürdige Teilnahme" an dem EINEN Leib Christi.

Ich habe da immer wieder erlebt, dass gerade die Gewissensgeplagten und Bedrückten, die sich vorkamen wie die verlorenen Söhne (und Töchter) und sich mit dem, was sie mitbrachten, nicht als nicht "würdig" empfanden und sitzenblieben - obwohl gerade sie eingeladen waren/sind zum Empfang von Brot & Wein, Vergebung & Annahme!  

L'Chaim

awhler antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4812
Veröffentlicht von: @awhler

Dass mit dem "unwürdig am Abendmahl teilnehmen" (bezogen auf die Paulus-Stelle) unterliegt mMn immer noch einem groben Missverständnis, bis heute. Er galt dem unmöglichen Verhalten der mit sich verkrachten Korinther, beim Liebes- und Abendmahl Trennungen des Leibes Christi dadurch zuzulassen, dass die Wohlhabenden unter sich blieben am reich gedeckten Tisch und auf die Armen herabschauten und sie auf Abstand und links liegen ließen. Dies hielt er ihnen vor, als "unwürdige Teilnahme" an dem EINEN Leib Christi.

Ich habe da immer wieder erlebt, dass gerade die Gewissensgeplagten und Bedrückten, die sich vorkamen wie die verlorenen Söhne (und Töchter) und sich mit dem, was sie mitbrachten, nicht als nicht "würdig" empfanden und sitzenblieben - obwohl gerade sie eingeladen waren/sind zum Empfang von Brot & Wein, Vergebung & Annahme!  

Diese Erklärung fand ich auch schon sehr erleichternd. 
Wobei ich persönlich finde, dass die Atmosphäre beim Abendmahl oft sehr 'steif' ist - aus meiner Sicht sollte das irgendwie 'lockerer' und / oder fröhlicher sein. 
Aber ich hab eben ein grundsätzliches Problem mit so ritualisierten Abläufen. 

chai antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297
Veröffentlicht von: @chai

Wobei ich persönlich finde, dass die Atmosphäre beim Abendmahl oft sehr 'steif' ist - aus meiner Sicht sollte das irgendwie 'lockerer' und / oder fröhlicher sein. 
Aber ich hab eben ein grundsätzliches Problem mit so ritualisierten Abläufen. 

Es kommt in der Tat wohl sehr darauf an, wie und in welchem Kontext das Abendmahl gefeiert wird - und das passiert tatsächlich sehr unterschiedlich.

Sicher gibt es immer noch bedrückende, dunkle Kirchräume, strenge Liturgien & alte Gesangbuchlieder, die das Ganze & die gefühlte Raumtemperatur Richtung Gefrierpunkt bringen ... aber auch Abendmahlsfeiern, die getragen sind von einem befreienden, aufrichtenden und frohmachenden Miteinander, bei dem Menschen nicht versteift & erstarrt nebeneinander stehen. Und ein Lächeln während des Austeilens & Empfangens Raum hat.

Wobei Gründonnerstag/Karfreitag das "Framing" natürlich nochmal anders ist als zu Ostern und zu Pfingsten, am Totensonntag anders als im Advent ... oder im Familiengottesdienst 🙂

In "meiner" (alten) Gemeinde standen wir in einer hellen, freundlichen Kirche rund um den Abendmahlstisch und (wie immer Einzelbefindlichkeiten der Teilnehmer jeweils sind) die Atmosphäre habe ich als Austeilender (mit anderen Austeilenden und Empfangenden) als eine Mischung von Würde, Freude, Dank und menschlicher Verbundenheit erlebt. Zum Segensspruch am Ende haben wir uns alle angeschaut und die Hände gereicht. 

L'Chaim

awhler antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4812

@awhler Ja klar. Ich hab da auch schon unterschiedliche Szenarien erlebt und beochbachtet.

chai antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 29331

@awhler 

Zum Beitrag

Dass mit dem "unwürdig am Abendmahl teilnehmen" (bezogen auf die Paulus-Stelle) unterliegt mMn immer noch einem groben Missverständnis, bis heute. Er galt dem unmöglichen Verhalten der mit sich verkrachten Korinther, beim Liebes- und Abendmahl Trennungen des Leibes Christi dadurch zuzulassen, dass die Wohlhabenden unter sich blieben am reich gedeckten Tisch und auf die Armen herabschauten und sie auf Abstand und links liegen ließen. Dies hielt er ihnen vor, als "unwürdige Teilnahme" an dem EINEN Leib Christi.

Danke, dass du diesen wesentlichen Punkt aufgegriffen hast. 
In der deutschen Übersetzung kommt nicht wirklich heraus, ob das 'unwürdig' ein Adjektiv (dem Menschen zugeordnet) oder ein Adverb (dem Verhalten zugeordnet) sein soll. Im Englischen ist es eindeutig dem Verhalten zugeordnet, das Arme ausgrenzte. 

Erschwerend für das Verständnis kommt noch ein Satz vor der Eucharistie zum tragen, in dem das  nicht-würdig auf die Person bezogen wird (Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach.....). Wird das Sonntag für Sonntag gesprochen, hat es Auswirkungen. 

Im Glauben sind wir gerechtfertigt und durch Jesus würdig gemacht, am Mahl teilzunehmen und seinen Sieg zu verkünden damit. 

 

 

deborah71 antworten


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