Angst vor Jesus nach Film in der Kindheit – brauche Rat
Hallo zusammen,
ich hoffe, ihr könnt mir mit einem Thema helfen, das mich schon länger beschäftigt. Als ich jünger war, habe ich einen Film über das Leben Jesu gesehen, der mich sehr erschüttert hat. Es handelte sich um eine Nachstellung seines Lebens, und ich erinnere mich, dass die Darstellung der Kreuzigung und der letzten Stunden Jesu besonders eindrucksvoll und beängstigend war. Ich denke, es könnte sich um „Die Passion Christi“ von Mel Gibson oder „Jesus von Nazareth“ von Franco Zeffirelli gehandelt haben.
Seitdem habe ich immer wieder Angst vor dem Gedanken, dass Jesus plötzlich vor mir stehen könnte. Nicht, weil ich seine Präsenz ablehne, sondern weil ich erschrocken wäre oder mich dieser Moment überfordern könnte. Ich fühle mich sogar unwohl, wenn ich Bilder von Jesus oder Kunstwerke mit seiner Darstellung sehe.
Ich möchte mich jetzt, wo ich älter bin, mit dieser Angst auseinandersetzen und hoffe, dass ihr mir helfen könnt. Ich würde gerne wissen, wie ich Jesu Leben und seinen Charakter besser verstehen kann, um diese Angst zu überwinden. Gibt es vielleicht Gebete, Bibelstellen oder Rituale, die mir helfen könnten, eine positive Beziehung zu Jesus aufzubauen? Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen mit religiösen Filmen oder Eindrücken gemacht und wie seid ihr damit umgegangen?
Ich möchte den Film, den ich damals gesehen habe, vielleicht noch einmal anschauen, um ihn mit reiferen Augen zu betrachten. Doch zuerst möchte ich verstehen, wie ich meine Angst besser einordnen und überwinden kann.
Vielen Dank im voraus für eure Unterstützung und euren Rat!
Liebe Grüße
Ich habe Dein Anliegen jetzt mehrmals gelesen und versuche. mich hinein zu denken und zu fühlen ...
Bilder, Filme & Darstellungen von Jesus, seiner Passion und seinem Sterben am Kreuz, haben (das zeigt deine Not) u.U. nicht nur tröstende und heilsvermittelnde Wirkung, sondern eben auch erschrockene und belastende Wirkung ... und da bewegen wir uns wohl auch sehr im psychologischen Bereich, d.h. es ist etwas "aufzuarbeiten" ....
Erschrecken, so denke ich, kann man über das, was Menschen damals mit ihm gemacht haben und darüber auch erschüttert sein ... Jesus selbst aber, der sich (und in ihm Gott) dahingibt, ist ja selbst nicht der, vor dem wir Angst und Furcht und Zittern kriegen sollen - sondern im Gegenteil: Er ist die sich gebende LIEBE, der GUTE HIRTE, die BARMHERZIGKEIT *in Person* ... Und IHM (wie auch immer vorgestellt und real) zu begegnen ist Licht & Wärme ...
Es gibt soviele Geschichten in den Evangelien, die zeigen, dass Ihm zu begegnen, von ihm angeschaut und berührt zu werden, Menschen gerade aus ihren Ängsten befreit hat, ihnen Furcht genommen hat, sie die göttliche Liebe hat spüren lassen.
Deshalb wünsche ich Dir: Dass Du zu Christus beten kannst im Sinne von: "Danke, Jesus, dass Du mich mit Augen der Liebe, der Wärme und der Zuneigung anschaust - jetzt, morgen und in Ewigkeit!"
L'Chaim
@raupenflieger „Die Passion Christi“ von Mel Gibson
... ist Gewaltpornografie in religiösem Gewand, dafür ohne Sex. Wer sowas einem Kind vorsetzt, handelt pädagogisch verantwortungslos. Ich - als erwachsener und sicherlich nicht zart besaiteter Mann - hab da mittendrin abgeschaltet. Ich will mich nicht durch Folterbilder emotional überwältigen lassen, das ganze Konzept hinter solchen religiösen Gewaltdarstellungen ist in meinen Augen perfide und dann brauche ich mir auch nicht nur, weil "man es doch, um mitreden zu können, gesehen haben muß", das Gehirn mit solchen Bildern voll zu müllen.
@jack-black Ich hab mir den Film aus ähnlichen Gründen nicht angeguckt.
Das ändert ja nichts daran, dass man an Jesus, seinen Tod und Auferstehung glauben kann - aber angucken wollte ich mir das auch nicht.
.. ist Gewaltpornografie in religiösem Gewand, dafür ohne Sex.
Sehe ich zwar nicht so, ich finde die Geschichte ist eben realistisch dargestellt, aber
Wer sowas einem Kind vorsetzt, handelt pädagogisch verantwortungslos
da bin ich absolut Deiner Meinung, das ist kein Kinderfilm und nichts für zart Besaitete.
Ich will mich nicht durch Folterbilder emotional überwältigen lassen, das ganze Konzept hinter solchen religiösen Gewaltdarstellungen ist in meinen Augen perfide und dann brauche ich mir auch nicht nur, weil "man es doch, um mitreden zu können, gesehen haben muß", das Gehirn mit solchen Bildern voll zu müllen.
Mir fällt es schwer, Dir das abzukaufen 😉 Kann es nicht doch sein, dass es am christlichen Thema liegt, was Dich stört? Musst Du nicht beantworten, nur zum nachdenken, wenn Du magst.
Mir fällt es schwer, Dir das abzukaufen
Kann es nicht doch sein, dass es am christlichen Thema liegt, was Dich stört? Musst Du nicht beantworten, nur zum nachdenken, wenn Du magst.
Ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber natürlich macht es einen Unterschied, welchem Zweck eine Gewaltdarstellung dient. Ich kann mir (meistens) problemlos Horrorfilme anschauen, wenn es aber darum geht, mit Gewaltdarstellungen eine Ideologie zu rechtfertigen, die ich ablehne, dann wird mir das manchmal auch zuviel.
Und Mel Gibson vermittelt ja eine Ideologie, noch dazu eine ganz bestimmte Interpretation des Christentums (Nämlich ein recht wörtliches und plakatives Verständnis der Geschehnisse). Und das Mittel, mit dem er das tut - "emotionale Überwältigung", wie Jack es nannte - finde ich höchst bedenklich. Denn Gibson ging es ja nach seiner Aussage tatsächlich um eine Missionierung. Dafür halte ich einen Film dieser Art für das falsche Mittel.
Dafür halte ich einen Film dieser Art für das falsche Mittel.
Ich habe den Film nie gesehen, bin aber von den Kritiken schon abgeschreckt. Bei mir kommt es so an, als ob eine Gewaltorgie durch Missionierungsanspruch gerechtfertigt soll. Das verstehe ich unter "finsteres Auge", sich in Leid und Gewalt suhlen.
Bei mir kommt es so an, als ob eine Gewaltorgie durch Missionierungsanspruch gerechtfertigt soll. Das verstehe ich unter "finsteres Auge", sich in Leid und Gewalt suhlen.
Starke Worte für etwas, was Du eigentlich nicht beurteilen kannst. Ich verstehe wenn man sich den Film nicht ansehen soll, aber wenn man ihn derart runter macht, sollte man schon mal einen Blick drauf geworfen haben.
Starke Worte für etwas, was Du eigentlich nicht beurteilen kannst. Ich verstehe wenn man sich den Film nicht ansehen soll, aber wenn man ihn derart runter macht, sollte man schon mal einen Blick drauf geworfen haben
Oh, jetzt ist der Film bestimmt ganz traurig darüber, weil ich ihn so runtergemacht habe. Tut mir leid, lieber Film ... verzeihst du mir? Ironie aus.
Eine Frage: würdest du dich dazu zwingen, dir Gewaltpornos anzuschauen, damit du dir ein Urteil bilden kannst?
Ich persönlich bin der Auffassung, man kann sich auch ein Urteil über Filme bilden, die man nicht selbst gesehen hat, sondern von Erzählungen anderer Leute kennt. Gut, wenn du der Meinung bist, man darf nur über Filme urteilen, die man selbst gesehen hat, ist das deine Sache. Ich treffe halt gerne eine Vorauswahl, in dem ich mich auf die Urteile anderer verlasse und dadurch schütze ich mich vor bleibenden Schäden.
Oh, jetzt ist der Film bestimmt ganz traurig darüber, weil ich ihn so runtergemacht habe. Tut mir leid, lieber Film ... verzeihst du mir? Ironie aus.
Auf diesem Niveau diskutiere ich hier bestimmt nicht weiter. Du kannst es ja mal ernsthaft versuchen beim nächsten Mal 😉
Veröffentlicht von: @mariposa22Ich persönlich bin der Auffassung, man kann sich auch ein Urteil über Filme bilden, die man nicht selbst gesehen hat, sondern von Erzählungen anderer Leute kennt. Gut, wenn du der Meinung bist, man darf nur über Filme urteilen, die man selbst gesehen hat, ist das deine Sache. Ich treffe halt gerne eine Vorauswahl, in dem ich mich auf die Urteile anderer verlasse und dadurch schütze ich mich vor bleibenden Schäden.
So halt ich's auch.
Manches muss ich mir nicht mal ansatzweise antun, um zu wissen, dass es mir nicht guttut.
Selbstschutz.
Danke für Deine Antwort. Ich möchte aber nicht darauf eingehen, denn ich teile Deine Einschätzung nicht. Und ich bin müde, mir ständig von Nichtchristen anhören zu müssen, was anderen Christen in ihren Augen mal wieder falsch gemacht haben.
Ich möchte aber nicht darauf eingehen, denn ich teile Deine Einschätzung nicht. Und ich bin müde, mir ständig von Nichtchristen anhören zu müssen, was anderen Christen in ihren Augen mal wieder falsch gemacht haben.
Ich werde mich sicher nicht für das Äussern meiner Meinung entschuldigen... zumal die Zielgruppe, so wie ich Mel Gibon verstanden habe, gar nicht gläubige Christen waren, sondern Leute wie ich, die eben noch nicht glaubten, und mit der Gewaltdarstellung von der Großartigkeit Jesu Opfer überzeugt werden sollten.
Und damals war ja die Zeit, wo ich noch auf der Suche war. Der Film betrifft mich demnach mehr als dich.
Was das mögliche Ergebnis betrifft, so kann man hier ja auf den Eingangsbeitrag verweisen (Auch wenn der Film sicher nicht für Kinder gedacht ist, aber es ist halt keine positive Darstellung).
Mich hat der Film auch nicht überzeugt, und mir ist auch sonst niemand bekannt, der sich im Sinne Gibsons positiv über die Gewaltdarstellungen geäussert hätte.
Und ich nehme an, dass auch der zweite Teil, der 2025 gedreht wird und 2026 erscheinen soll, nicht viel besser werden wird...
Ich werde mich sicher nicht für das Äussern meiner Meinung entschuldigen..
Hab ich auch nicht erwartet 😉 Du darfst auch gern Deine Meinung äußern hier, dazu ist das Forum da. Aber Du weißt ja wie ich inzwischen zu "ja, aber..." und "nein, weil..." Diskussionen mit Dir stehe.
Mich hat der Film auch nicht überzeugt, und mir ist auch sonst niemand bekannt, der sich im Sinne Gibsons positiv über die Gewaltdarstellungen geäussert hätte.
Dich überzeugt ja nicht mal die Kreuzigungsgeschichte aus der Bibel, warum sollte ein Film es tun?
Ich kenne viele aus dem evangelikalen Lager, die den Film gut finden. Und ich finde ihn auch gut.
@tristesse Mir fällt es schwer, Dir das abzukaufen
Ist aber so.
Kann es nicht doch sein, dass es am christlichen Thema liegt, was Dich stört?
Nein, nicht speziell, wobei ich die christliche Version als "Kultur-Christ" natürlich am besten kenne.
Musst Du nicht beantworten, nur zum nachdenken, wenn Du magst.
Oh, ich hab da durchaus drüber nachgedacht. Als der Film in die Kinos kam, fragte mich ein befreundeter Cineast, ob ich da mitkommen wolle, und die Ablehnung wollte gut begründet sein. Ich hatte im Jahr davor auch abgelehnt, mit in Kill Bill (1) zu gehen, weil in den Vorabberichten dazu auch einiges zu den vielen blutigen Gewaltszenen gesagt worden war. Und ich bin absolut kein Fan von Splatter, in der Regel schaue ich bei sich ankündigenden Folter-Szenen einfach eine Weile weg und mache auch, wenn ich was am Monitor anschaue, den Ton weg. Ich will da keine Bilder und Töne im Kopf, die mir meine - üblicherweise sehr angenehmen - Träume versauen.... Nachdem dann alle, die m.M.n. Ahnung von gutem Kino hatten, von dem Tarantino-Streifen schwärmten, ließ ich mich später doch noch breitschlagen und bereute es auch nicht. Und zwar, weil die Gewalt eben offensichtlich stilisiert-künstlich rüberkam und weil mich der Film nicht emotional, sondern ästhetisch überwältigen sollte (und das auch schaffte).
Also hab ich durchaus ernsthaft nachgedacht, bevor ich nun schon wieder wegen der im Vorfeld gespoilerten Gewaltdarstellungen einen "wichtigen" Film auslassen wolle. Ich lehnte aber ab aufgrund dessen, was man halt sonst so im Vorfeld schon gespoilert bekam. Und Bekannte von mir, die ihn im Kino gesehen hatten, konnten mich dann nicht motivieren, es später - so wie bei Kill Bill - nachzuholen. Später dann, als er mal im TV zu sehen war (oder wurde er irgendwo gestreamt? Kann mich nicht mehr genau erinnern), hab ich dann halt trotzdem reingeschaut, weil ich dachte: einen Film, über den soviel geredet wurde, sollte man vielleicht aus eigener Anschauung kennen.
Nun: im Gegensatz zu Kill Bill war die Gewalt hier genau so, wie befürchtet: nicht Stil und Ästhetik standen hier im Zentrum, sie waren nur Mittel zum Zweck. Der Zuschauer sollte emotional am Nasenring des Mitleids durch die Arena geschleift werden. Tarantino hatte bei Kill Bill keine ideologische Agenda, Gibson hingegen sehr wohl. Und das merkte ich und das stieß mich ab, so, wie es mich stets abstößt, wenn jemand mir eine ideologische Botschaft einbläuen will mittelst ästhetischer Überwältigung. Wie das prinzipiell handwerklich funktioniert, dazu hab ich Seminararbeiten über Nazi-Kunst während meines Studium geschrieben (Riefenstahls "Fest der Körper", Josef Thoraks gigantische Protz-Skulpturen/Entwürfe, der Herrenrassen-Kitsch Arno Brekers...). In dem Zusammenhang hab ich mir auch Teile von "Der ewige Jude" gegeben - aber das ebenfalls nicht lange ausgehalten. Die Perfidie bestand dort, wie auch bei den "erträglichen" Nazi-Kunstwerken darin, mit dem Aspekt der Authentizität zu spielen: die pseudo-dokumentarische Aufmachung soll parallel zu dem ästhetischen Impact dafür sorgen, dass man als Betrachter das Gefühl hat, da werde einem etwas Wahres erzählt, das sei nicht einfach nur so ausgedacht... Die Botschaft lautet nicht: "Guck mal, ist das nicht eine abgefahrene Idee?" - sondern: "Guck mal, so ist/war das wirklich!"
Und genau so arbeitet Mel Gibson: allein schon diese pseudo-realistische "Originalsprache" verrät es. Da wird Latein und altertümelndes (ein israelischer Freund erwähnte das mal spöttisch) Hebräisch gesprochen statt Griechisch oder Aramäisch, es geht also nicht um echte Faktentreue, aber Hauptsache, es wirkt auf die Zielgruppe "realistisch". So lange da keine aufdringliche Gewalt zu sehen war, konnte ich mir den Film dann auch mit demselben analytischen Blick angucken, mit dem ich mir Bilder von Adolf Ziegler (Spitzname: Meister des deutschen Schamhaars), Eisensteins "Panzerkreuzer Potemkin" oder auch "Jud Süß" angucken konnte. Aber wenn ich auf unterbewußter Ebene getriggert werden soll, mein Ekel- oder Mitleids-Reflex schamlos im Intimereich begrapscht wird aus einem propagandistischen Kalkül heraus - dann ist die Grenze erreicht.
Dass die Passion Christi christliche Propaganda ist, dürfte offensichtlich sein. Und da behandle ich alle ideologische Propaganda gleich: Ich versuche, ihre Wirkmechanismen zu analysieren und bin dann je nach Fall mal mehr, mal weniger beeindruckt darüber, wie hier psychologisch raffiniert vorgegangen wird beim Einsatz ästhetischer Mittel. Wenn letztere sehr platt und durchschaubar sind, halte ich mich dann freilich auch nicht lange mit der Analyse auf.
Als jemand, der im "christlichen Abendland" aufgewachsen ist und sich für Kunst und Kultur interessiert, bin ich freilich mit Tonnen an christlicher Propagande in Kontakt gekommen, der kann man weder in der Literatur, noch in der Malerei, Musik oder in filmischer Form entkommen. Aber wenn sie gut gemacht ist und wenn sie inhaltlich positiv ist - warum nicht? Bach und Bruckner haben christliche Propaganda-Werke geschaffen, von denen ich kaum genug bekommen kann. Und angesichts von Caravaggios "Emmaus-Mahl" (gibt's in zwei Versionen! 🙂 ) kann ich mich kaum einkriegen vor Begeisterung. Ja, ich durchschaue, wie ich das übewältigt werden soll. Aber was soll's - es ist ja okay, ich hab ja Gefühle und wenn mir das Erhabene, das Großartige, das Staunenswerte und das Geheimnisvolle vermittelt werden sollen - dann ist das völlig okay. Als in Abel Ferraras "Bad Lieutenant" am Ende dem korrupten Cop Jesus persönlich erschien, war ich ergriffen: Gewissensnöte und Erlösungsbedürfnis wurden selten besser in einem Kunstwerk thematisiert als hier. Als vorher im Film die Nonne vergewaltigt wurde, habe ich vermutlich auch weggeguckt, davon sind mir jedenfalls keine Bilder in Erinnerung. Ich brauchte die nicht zu sehen, um mich von ihrer Weigerung, die Täter zu identifizieren, beeindrucken zu lassen: so ernst nahm sie es also mit dem Ideal der Vergebung, das tagtäglich Milliarden von Christen im Vaterunser vor sich herbeten, ohne es i.d.R. dann im Alltag weiter zu beachten: "Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben..."
Also nein: nur, weil etwas christlich ist, kritisiere ich es ganz gewiß nicht.
Sondern es geht mir um die Blut- und Gewaltfixierung, die sich in Teilen der christlichen Ideologie ebenso findet wie in anderen Ideologien. Die schiitischen Aschura-Rituale widern mich genauso an wie aztekische Menschenopfer oder eben die christlichen Passionsspiele - als wenn Leid ein Argument für irgendetwas wäre!
Einer von uns hat gelitten, seht her, seht genau hin, sooo schlimm hat er gelitten, so ein großes Opfer hat er gebracht - also muss doch das, was wir glauben, richtig sein!
<-- Das ist die ganze erbärmliche Struktur des Gedankens, und dass der so erbärmlich platt daherkommt, wagt nur niemand zu sagen, weil man doch irgendwie sich als unempathisches Arschloch outet, wenn man angesichts des präsentierten Leids Kritik zu äußern wagt, statt im Mitleid zu schwimmen...
Also drehe ich Deinen Gedankenanstoß mal um:
Kann es nicht doch sein, dass es am christlichen Thema liegt, was dieser Film viele Zuschauer nicht stört?
Man hat sich über die Jahrhunderte hinweg offenbar an diese Folterdarstellung gewöhnt und findet es nicht empörend, die immer und immer wieder zwecks emotionaler Überwältigung einzusetzen, damit nur die Schäfchen weiterhin schön brav in Reih und Glied bleiben. Während die blutige Opfer-Logik anderer Kulturen als barbarisch abgelehnt wird, rationalisiert man sich dieselbe blutige Opfer-Logik daheim als irgendwie höherwertig zurecht: Da werde ja eigentlich gar kein Mensch geopfert, sondern Gott höchstpersönlich lasse sich zwecks Versöhnung freiwillig opfern.
Aber damit's so richtig in der Amygdala kracht, muss dann doch auf der Leinwand ein Mensch zerfleischt werden...
Aber damit's so richtig in der Amygdala kracht, muss dann doch auf der Leinwand ein Mensch zerfleischt werden...
Danke dass du dir die Mühe mit dem langen Beitrg gemacht hast, ich kann allerdings mit dieser geballten Ladung Sarkasmus und Spott nichts anfangen.
Ich find den Film gut und wichtig, hab ihn mehrfach gesehen und meiner Meinung nach hat Mel Gibson sowohl vielen Christen, als auch vielen Nichtchristen damit einen Gefallen getan.
Nun ist es aber halt so, dass Geschmäcker unterschiedlich sind. Ich kann es stehen lassen, wenn den einer nicht mag, aber ich muss auch nicht überzeugt oder für meinen Geschmack verspottet werden, wie das hier von anderer Seite kam.
Seitdem habe ich immer wieder Angst vor dem Gedanken, dass Jesus plötzlich vor mir stehen könnte. Nicht, weil ich seine Präsenz ablehne, sondern weil ich erschrocken wäre oder mich dieser Moment überfordern könnte. Ich fühle mich sogar unwohl, wenn ich Bilder von Jesus oder Kunstwerke mit seiner Darstellung sehe.
Alles, was dich an die Gewaltszenen erinnert, triggert die Angstgefühle von damals. Dann schieben sich die Angstszenen vor das liebevolle Bild Jesu und lösen diese unguten Gefühle aus.
Der Verstand kann freilich sagen, es war nur ein Film, aber die emotionale und bildliche Speicherung reagiert nicht auf den Verstand. Kommt ein Erinnerungsreiz, geht das Ding los.
Schreckensbilder, die gespeichert sind im Gehirn, kann man loswerden z.B. über Vergebung# und die Bitte an Gott, diese Bilder zu löschen.
# Vergebung denen gegenüber, die diese emotionale Bilder-Gewalt produziert und verfügbar gemacht haben; denen gegenüber, die dich angereizt haben, diesen Film zu schauen; ...
So jedenfalls gehe ich damit um, wenn mir was Bildschreckliches in die Seele fällt und mich belasten will.
@raupenflieger In Film, sowie anderen Kunstformen wird gerne übertrieben. Man will per Schock Zuschauer anlocken und verkaufen.
Erstens wird Jesus nicht mir nix dir nix vor dir auftauchen und zweitens musst du keine Angst vor ihm haben, denn er ist die personifizierte Liebe Gottes.
Nebenbei: Eine Freundin von mir (über 10 Jahre jünger als ich) hatte als Kind Angst vor David Bowie, weil sie seine zweifarbigen Augen und seine spitzen Eckzähne gruselig fand. 😉 Ein Schulkamerad hatte nach dem Video von "Lullaby" von The Cure Alpträume. Ich habe bis heute meine Trigger, aber die werde ich nicht verraten... 😋
In Film, sowie anderen Kunstformen wird gerne übertrieben. Man will per Schock Zuschauer anlocken und verkaufen.
Aber eine Geißelung und Kreuzigung ist nun mal kein Spaziergang, da sind die Darstellungen in der Vergangenheit einfach viel zu weich gespült worden. Ich glaube, "die Passion Christi" ist so ziemlich der einzige Film, der sich realistisch mit einer Kreuzigung auseinandersetzt. Wer zart besaitet ist oder schnell durch Gewalt getriggert wird sollte sich das dann eben nicht anschauen, aber ich denke, die meisten wissen ja, was das für ein Film ist. Oder man schaltet dann eben ab.
Ein Schulkamerad hatte nach dem Video von "Lullaby" von The Cure Alpträume.
So geht es mir auch, ich schaue das Video bis heute nicht mehr an.
Nebenbei: Eine Freundin von mir (über 10 Jahre jünger als ich) hatte als Kind Angst vor David Bowie, weil sie seine zweifarbigen Augen und seine spitzen Eckzähne gruselig fand. 😉 Ein Schulkamerad hatte nach dem Video von "Lullaby" von The Cure Alpträume. Ich habe bis heute meine Trigger, aber die werde ich nicht verraten... 😋
Ich hatte als Kind immer schreckliche Angst vor Nikoläusen, nicht die aus Schoki, sondern die als Nikolaus verkleideten Männer. Vor Clowns hatte ich auch Angst.
Hi,
Zum einen macht das Symbol des Kreuzes deutlich, was Menschen sich gegenseitig antun können, zum anderen zeigt es aber auch, dass dieses ganze Elend überwunden werden kann, nicht auf weltlich gesehen, sondern auf einer viel höheren Ebene.
Du schreibst, du hast Angst davor, Jesus zu begegnen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jesus bei dir an der Tür klingeln und die volle Konfrontationstherapie durchziehen wird 😉. Es wäre aber schön, wenn du dich Schritt für Schritt annähern könntest.
Liebe Grüße und eine schöne Adventszeit!
Veröffentlicht von: @millie49Erstens wird Jesus nicht mir nix dir nix vor dir auftauchen und zweitens musst du keine Angst vor ihm haben, denn er ist die personifizierte Liebe Gottes.
Das ist ER auf der einen Seite und auf der anderen Seite das Gericht mit all seinen Konsequenzen...wenn man IHN ablehnt.