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belastet & beschenkt - 2025


Seidenlaubenvogel
Themenstarter
Beiträge : 2172

Hallo liebe alle,

im März hatte ich schon mal zu diesem Themenformat eingeladen. Es kann vielleicht helfen Belastungen miteinander zu teilen, diese bewusst wahrzunehmen, sie loszulassen, um dann bestenfalls getrost und zuversichtlich nach vorn schauen zu können. Vielleicht können wir einander begleiten, beistehen oder auch Mut zu sprechen.

Ich werfe für mich in die Waagschale…
- erneut belastet mit „Absurdität“ verschiedener Art.
- beschenkt u.a. mit Stabilität, Ausdauer und Zuversicht. 
Dankbar bin ich, dass der beschenkte Anteil überwiegen darf und daran arbeiten will ich, „Absurdität“ besser auszuhalten, stehenzulassen.

Erinnern will ich an ein allseits bekanntes Gebet:

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.


Gott sei mit dir, mit uns!
Wer nicht an Gott glauben kann, darf sich hier auch willkommen fühlen.

Es grüßt
Seidenlaubenvogel. 🙂

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17 Antworten
Lightfire89
Beiträge : 82

belastet mit meinen Schwächen - nicht alles auf die Reihe zu bekommen - ich lasse es los - gebe es meinem Vater,  beschenkt mit größerer Zuversicht und Freude - neuem Mut - kann nur danke sagen!

lightfire89 antworten


Samira-Jessica
Beiträge : 245

Ich habe von September bis jetzt den absoluten Horror erlebt und gleichzeit inmitten dessen immer wieder Gott, der sich tlw. "in letzter Minute" als Retter erwies und sich immer wieder als Kraftspender zum Weitermachen gezeigt hat!

 

Ende September klingelte die Polizei bei mir und teilte mir mit, dass mein kleiner Bruder tot im Haus gefunden wurde, das er mit unserer Mama noch bewohnte, bis sie im letzten November starb (wir waren dabei). Leberzirrhose mit nur 26 Jahren.
Ab dem Tag konnte ich nicht mehr richtig essen und hatte schlimme Angstträume, war zwischenndurch im Krankenhaus, und wurde - mal wieder - von scheinbar allen im Stich gelassen. Zwischendrin schickte mir Gott immer wieder scheinbare Kleinigkeiten, die mir Kraft geben und Menschen, die mich stärkter bei der Beerdigung. Die Beerdingung war der perfekteste Tag, weil die Sonne schien, wir zweimal essen waren, in Restaurants wo wir früher mit ihm zusammen waren, die Beerdigung war super schön, ich habe eine Rede geschrieben und es war das beste, was ich je zu Papier gebracht  habe, und zugleich der traurigste in meinem Leben, weil mein Herz so zerrissen ist!

Aber ... ich bin auch erleichtert. Erleichtert weil jetzt 26 Jahre - wohl sehr berechtigte Sorge (aber ich konnte leider nie etwas für ihn tun .... ich hätte ihn bei unserer Mama am Sterbebett in den Arm nehmen sollen, doch war meine Angst vor Ablehnung größer) und auch die seinen, welche immer sie gewesen sein mögen, dass sie ihn mit nr 14 Jahren so dermaßen in die Sucht trieben, endlich ein Ende haben. Es ist so erleichternd zu wissen, dass er endlich nicht mehr leiden muss!

Ich kann in all dem Schmerz auch wieder aufatmen ... die Sorgen endlich loslassen.

 

Zwischendurch konnte ich mich nicht mehr alleine versorgen und hab keine Energie. Das hat mich zum Verzweifeln aber nie zum Aufgeben gebracht! Auch hier hat Gott mir Leute geschickt, die mir zwar nicht helfen konnte, aber mir zugehört haben und mich anvertrauen und offen sein lassen haben, was mir erhebliche Last genommen hat.

Mittlerweile habe ich endlich Lösungen und Wege gefunden und habe endlich auch wieder in Sachen Versorgung wahnsinnig große Erleichterung! Die letzten zwei Monate waren hart aber ich hab sie überstanden, mit Gottes Hilfe!

Stolz drauf sein kann ich jedoch nicht, weil es hätte nicht sein müssen.

 

Nachtrag: Auch habe ich einige Menschen aus meinem Leben streichen müssen, was anfangs weh tat natürlich, sich aber letztlich ebenfalls als Erleichterung darstellt. Ich kann so jetzt endlich frei atmen und muss mich nicht mehr anpassen und verbiegen und liebe diese mal wieder ein Stück weit mehr gewonnene Freiheit!

samira-jessica antworten
8 Antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1188

@samira-jessica 

Danke, dass Du das hier mit uns teilst.

Es relativiert manche theologischen Streitereien und manches Hin- & Her an anderer Stelle im Forum.

Und alle guten Wünsche Dir im Heute & morgen.

L'Chaim

awhler antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 245

@awhler Was meinst du mit dem zweiten Satz?

samira-jessica antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1188

@samira-jessica 

Sorry, das war sehr unklar und betraf Dich überhaupt nicht.

Es war meinerseits positiv gemeint, dass ich selbst in anderen Threads heute und die letzten Tage in irgendwelche "Streitereien" über theologische Richtigkeiten verstrickt war - und mir Dein Beitrag geholfen hat, für mich und Andere zu sehen, dass das alles so relativ ist - gemessen an dem, was Du schreibst und wir alle u.U, im Leben zu meistern und zu bewältigen haben, und dann auch an Gotteserfahrung &  Hilfe erzählen können ...

L'Chaim

awhler antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 245

@awhler Oha, wow, danke! Freut mich sehr für dich!

(Ich kann sowas leider nicht sehen ... naja doch manchmal.)

samira-jessica antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 2172

@samira-jessica

Hallo liebe Samira-Jessica, es fällt mir schwer einigermaßen passende Worte zu finden, für das, was du durchgemacht hast. Ich halte mich am Motto dieses Theads fest: belastet & beschenkt. Danke, dass Gott dich bei allen Lasten und Herausforderungen nicht allein gelassen hat und dass du sogar auch in deinem Leid wahrnehmen konntest, beschenkt zu werden.

Gott, unser Herr, tröste dich und stehe dir weiterhin treu zur Seite!

seidenlaubenvogel antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 245

@seidenlaubenvogel  ❤️ Genau wegen dem tollen Motto, hab ich es erzählt!

Gott war bisher immer in den dunkelsten Zeiten bei mir und hat mir Licht geschenkt! Ohne ihn, wäre ich vielleicht nicht mehr hier.

Ja, es war so ... krass, dass wirklich inmitten des größten Horrors (die Umstände sind katastrophal, der Tod, das Haus ....) so heftige .. Oh Gott sei Dank!-Momente waren ...

Mein Papa wollte mit mir alleine ins Haus und ich hatte Panik, dass ich oder er oder wir beide das nicht packen (im Nachhinein hätte ich das nicht, Gott sei Dank ging die Tür nicht auf als ich dabei war*) und ich schrieb nachts Freunde von ihm an, dass wir sie am nächsten Tag dringend brauchen. Am nächsten Tag rief der beste just in dem Moment an, als ich die Hoffnung aufgegeben hatte und dachte scheiße, ich muss da allein mit dem  Papa durch, und wären wir nicht gerade bei der Polizei gesessen, wäre ich in Tränen ausgebrochen, weil ich so Dankbar war!

Der Freund war dann dabei als sie ohne mich jmd fanden, der die Tür aufgebekommen hat.

*der Freund sagte "Es ist als würde jmd nicht wollen, dass wir reinkommmen" und ich schwöre, in genau dem Moment schlug die Kirchenglocke!

 

Mach fürs nächste Jahr auch so einen Thread, ich liebe diese Idee! Und ich erzähl sehr gerne wieder von solchen Erlebnissen mit Gott. 

samira-jessica antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 18419

@samira-jessica 

Lieber Vater, ich danke dir, dass du Samira auf diese Art begleitest und sie so aus vollem Herzen von dir sprechen kann, trotz oder vielleicht aufgrund dieser Ereignisse. So vieles ist uns verschlossen und/oder verstehen wir nicht, noch nicht. Danke für Samira. Du hast sie mit Bedacht ausgewählt und sie hier in unsere Reihen gestellt zur Bereicherung und Erinnerung an Dinge, die wir oft nicht sehen wollen oder beiseiteschieben, weil sie unangenehm sind oder oder ... Danke, dass du immer das letzte Wort hast. Danke, dass du den Überblick hast, dass du uns alle kennst bis in die letzte Zelle und dass du es immer gut mit uns meinst, uns begleitest durch die stärksten Stürme des Lebens. - Danke. ❤️ 

neubaugoere antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 245

@neubaugoere 😊 ❤️ 

Danke für diese Zeilen!

samira-jessica antworten
Samira-Jessica
Beiträge : 245

Ich möchte gern noch zwei große Ent-lastungen teilen:

🍒Nach 15 Jahren (ja, widerwillig) Versuch in die Arbeitwelt einzusteigen, bekomme ich seit Januar EM-Rente, und - oh Gott, danke! - es ist so entlastend, diesen (mütterlichen und gesellschaftlichen) Druck endlich los zu sein! Endlich kann ich freisein und meine Zeit selbst bestimmen, das ist so ... WOW! Und ich kann mich endlich wieder voll und ganz dem Schreiben und tollen Foren widmen! Das habe ich so sehr vermiss inmitten dem ganzen Struggle der Jahre!

🌹Aufgrund des Todes meines Bruders und der damit einhergehenden wochenlangen körperlichen (konnte nicht mehr ohne Angstträume schlafen und nicht mehr richtig essen) und natürlich psychischen Belastung, habe ich nach 11 Jahren endlich die Diagnose PTBS und kann einen ganz schweren Rucksack endlich ab nächstem Jahr ausräumen (Klinikplatz ist vorgemerkt und sie ist eine der besten 🤩), der nicht nur viel Familiäres sondern auch daraus folgenden emotionalen Missbrauch beinhaltet, und den ich schon so lange rumschleppe und den mich bisher noch niemand richtig geholfen hat auszuräumen.

🌺Seit ich als Mensch mit Behinderung die Förderschule vor 15 Jahren verlassen habe, war ich irgendwie nur von pädagogischer Betreuung umgeben, die mich mehr be- als entlastet hat.
Seit Mai habe ich endlich PG 1 und ab nächster Woche endlich wieder wie früher abnehmende Hilfe durch die Pflege, statt solcher, die darauf bestehen, dass man mitmacht.

samira-jessica antworten
5 Antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 27505

@samira-jessica 

Gott sei Dank 🙂

deborah71 antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 245

Nachtrag: Er hat mich auch mit dem Mut beschenkt, nach jahrelanger Nicht-Hilfe bei der Aufarbeitung, die Traumatas nochmal anzugehen.

samira-jessica antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4122

@samira-jessica Ich habe (leider) eine Vorstellung davon, was emotionaler Missbrauch bedeutet. Von daher finde ich deinen Weg spannend und freue mich mit dir über entlastende Erfahrungen.

lg Tatokal

tatokala antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 245

@tatokala Ich freue mich aufrichtig für jeden, der das nicht weiß!

Danke!

samira-jessica antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 2172

@samira-jessica ... ich halte das für sehr bemerkenswert, dass du das so schreibst und ich finde, dass es dich auszeichnet. Danke! ❤️

seidenlaubenvogel antworten


Seidenlaubenvogel
Themenstarter
Beiträge : 2172

An meiner Belastung hat sich leider nichts geändert, so hoffe ich nun ganz aktuell und konkret eine  Veränderung zu erreichen.

Sei getrost und unverzagt - so versuche ich mein banges Herz zu stärken. Vertrauen auf Gott will ich. Dankbar für einen ersten konkreten Ansatz, den ich im November initiiert habe, bin ich. Und eben wurde ich auch in einem Telefonat ermutigt, für mich einzustehen und hoffe, dass auch mein Vertrauen in mich (wieder) wächst.

In alledem, wie es mit gerade geht, tut mir mein soziales Netz gut. An dieser Stelle auch danke dafür an euch auf jesus.de, die ihr mir auf virtuelle Weise ein Teil davon seid.

seidenlaubenvogel antworten
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