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belastet & beschenkt - 2025


Seidenlaubenvogel
Themenstarter
Beiträge : 2213

Hallo liebe alle,

im März hatte ich schon mal zu diesem Themenformat eingeladen. Es kann vielleicht helfen Belastungen miteinander zu teilen, diese bewusst wahrzunehmen, sie loszulassen, um dann bestenfalls getrost und zuversichtlich nach vorn schauen zu können. Vielleicht können wir einander begleiten, beistehen oder auch Mut zu sprechen.

Ich werfe für mich in die Waagschale…
- erneut belastet mit „Absurdität“ verschiedener Art.
- beschenkt u.a. mit Stabilität, Ausdauer und Zuversicht. 
Dankbar bin ich, dass der beschenkte Anteil überwiegen darf und daran arbeiten will ich, „Absurdität“ besser auszuhalten, stehenzulassen.

Erinnern will ich an ein allseits bekanntes Gebet:

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.


Gott sei mit dir, mit uns!
Wer nicht an Gott glauben kann, darf sich hier auch willkommen fühlen.

Es grüßt
Seidenlaubenvogel. 🙂

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35 Antworten
Lightfire89
Beiträge : 82

belastet mit meinen Schwächen - nicht alles auf die Reihe zu bekommen - ich lasse es los - gebe es meinem Vater,  beschenkt mit größerer Zuversicht und Freude - neuem Mut - kann nur danke sagen!

lightfire89 antworten


Samira-Jessica
Beiträge : 376

Ich habe von September bis jetzt den absoluten Horror erlebt und gleichzeit inmitten dessen immer wieder Gott, der sich tlw. "in letzter Minute" als Retter erwies und sich immer wieder als Kraftspender zum Weitermachen gezeigt hat!

 

Ende September klingelte die Polizei bei mir und teilte mir mit, dass mein kleiner Bruder tot im Haus gefunden wurde, das er mit unserer Mama noch bewohnte, bis sie im letzten November starb (wir waren dabei). Leberzirrhose mit nur 26 Jahren.
Ab dem Tag konnte ich nicht mehr richtig essen und hatte schlimme Angstträume, war zwischenndurch im Krankenhaus, und wurde - mal wieder - von scheinbar allen im Stich gelassen. Zwischendrin schickte mir Gott immer wieder scheinbare Kleinigkeiten, die mir Kraft geben und Menschen, die mich stärkter bei der Beerdigung. Die Beerdingung war der perfekteste Tag, weil die Sonne schien, wir zweimal essen waren, in Restaurants wo wir früher mit ihm zusammen waren, die Beerdigung war super schön, ich habe eine Rede geschrieben und es war das beste, was ich je zu Papier gebracht  habe, und zugleich der traurigste in meinem Leben, weil mein Herz so zerrissen ist!

Aber ... ich bin auch erleichtert. Erleichtert weil jetzt 26 Jahre - wohl sehr berechtigte Sorge (aber ich konnte leider nie etwas für ihn tun .... ich hätte ihn bei unserer Mama am Sterbebett in den Arm nehmen sollen, doch war meine Angst vor Ablehnung größer) und auch die seinen, welche immer sie gewesen sein mögen, dass sie ihn mit nr 14 Jahren so dermaßen in die Sucht trieben, endlich ein Ende haben. Es ist so erleichternd zu wissen, dass er endlich nicht mehr leiden muss!

Ich kann in all dem Schmerz auch wieder aufatmen ... die Sorgen endlich loslassen.

 

Zwischendurch konnte ich mich nicht mehr alleine versorgen und hab keine Energie. Das hat mich zum Verzweifeln aber nie zum Aufgeben gebracht! Auch hier hat Gott mir Leute geschickt, die mir zwar nicht helfen konnte, aber mir zugehört haben und mich anvertrauen und offen sein lassen haben, was mir erhebliche Last genommen hat.

Mittlerweile habe ich endlich Lösungen und Wege gefunden und habe endlich auch wieder in Sachen Versorgung wahnsinnig große Erleichterung! Die letzten zwei Monate waren hart aber ich hab sie überstanden, mit Gottes Hilfe!

Stolz drauf sein kann ich jedoch nicht, weil es hätte nicht sein müssen.

 

Nachtrag: Auch habe ich einige Menschen aus meinem Leben streichen müssen, was anfangs weh tat natürlich, sich aber letztlich ebenfalls als Erleichterung darstellt. Ich kann so jetzt endlich frei atmen und muss mich nicht mehr anpassen und verbiegen und liebe diese mal wieder ein Stück weit mehr gewonnene Freiheit!

samira-jessica antworten
9 Antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1501

@samira-jessica 

Danke, dass Du das hier mit uns teilst.

Es relativiert manche theologischen Streitereien und manches Hin- & Her an anderer Stelle im Forum.

Und alle guten Wünsche Dir im Heute & morgen.

L'Chaim

awhler antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 376

@awhler Was meinst du mit dem zweiten Satz?

samira-jessica antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1501

@samira-jessica 

Sorry, das war sehr unklar und betraf Dich überhaupt nicht.

Es war meinerseits positiv gemeint, dass ich selbst in anderen Threads heute und die letzten Tage in irgendwelche "Streitereien" über theologische Richtigkeiten verstrickt war - und mir Dein Beitrag geholfen hat, für mich und Andere zu sehen, dass das alles so relativ ist - gemessen an dem, was Du schreibst und wir alle u.U, im Leben zu meistern und zu bewältigen haben, und dann auch an Gotteserfahrung &  Hilfe erzählen können ...

L'Chaim

awhler antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 376

@awhler Oha, wow, danke! Freut mich sehr für dich!

(Ich kann sowas leider nicht sehen ... naja doch manchmal.)

samira-jessica antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 2213

@samira-jessica

Hallo liebe Samira-Jessica, es fällt mir schwer einigermaßen passende Worte zu finden, für das, was du durchgemacht hast. Ich halte mich am Motto dieses Theads fest: belastet & beschenkt. Danke, dass Gott dich bei allen Lasten und Herausforderungen nicht allein gelassen hat und dass du sogar auch in deinem Leid wahrnehmen konntest, beschenkt zu werden.

Gott, unser Herr, tröste dich und stehe dir weiterhin treu zur Seite!

seidenlaubenvogel antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 376

@seidenlaubenvogel  ❤️ Genau wegen dem tollen Motto, hab ich es erzählt!

Gott war bisher immer in den dunkelsten Zeiten bei mir und hat mir Licht geschenkt! Ohne ihn, wäre ich vielleicht nicht mehr hier.

Ja, es war so ... krass, dass wirklich inmitten des größten Horrors (die Umstände sind katastrophal, der Tod, das Haus ....) so heftige .. Oh Gott sei Dank!-Momente waren ...

Mein Papa wollte mit mir alleine ins Haus und ich hatte Panik, dass ich oder er oder wir beide das nicht packen (im Nachhinein hätte ich das nicht, Gott sei Dank ging die Tür nicht auf als ich dabei war*) und ich schrieb nachts Freunde von ihm an, dass wir sie am nächsten Tag dringend brauchen. Am nächsten Tag rief der beste just in dem Moment an, als ich die Hoffnung aufgegeben hatte und dachte scheiße, ich muss da allein mit dem  Papa durch, und wären wir nicht gerade bei der Polizei gesessen, wäre ich in Tränen ausgebrochen, weil ich so Dankbar war!

Der Freund war dann dabei als sie ohne mich jmd fanden, der die Tür aufgebekommen hat.

*der Freund sagte "Es ist als würde jmd nicht wollen, dass wir reinkommmen" und ich schwöre, in genau dem Moment schlug die Kirchenglocke!

 

Mach fürs nächste Jahr auch so einen Thread, ich liebe diese Idee! Und ich erzähl sehr gerne wieder von solchen Erlebnissen mit Gott. 

samira-jessica antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 18888

@samira-jessica 

Lieber Vater, ich danke dir, dass du Samira auf diese Art begleitest und sie so aus vollem Herzen von dir sprechen kann, trotz oder vielleicht aufgrund dieser Ereignisse. So vieles ist uns verschlossen und/oder verstehen wir nicht, noch nicht. Danke für Samira. Du hast sie mit Bedacht ausgewählt und sie hier in unsere Reihen gestellt zur Bereicherung und Erinnerung an Dinge, die wir oft nicht sehen wollen oder beiseiteschieben, weil sie unangenehm sind oder oder ... Danke, dass du immer das letzte Wort hast. Danke, dass du den Überblick hast, dass du uns alle kennst bis in die letzte Zelle und dass du es immer gut mit uns meinst, uns begleitest durch die stärksten Stürme des Lebens. - Danke. ❤️ 

neubaugoere antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 376

@neubaugoere 😊 ❤️ 

Danke für diese Zeilen!

samira-jessica antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 2213

@samira-jessica Danke - „belastet & beschenkt“ ist wahrhaft ein wertvolles Motto. Und ich werde einen neuen Thread starten - zeitlos. Es tut gut unser Erleben zu teilen (konkret oder unkonkret) und daran zu erinnern - Gott ist da. Immer. In allem. Und Er kann und wird ALLES zu unserem BESTEN dienen lassen. ❤️ Auch wenn vieles so oft nicht begreifbar ist und normaler Wahrnehmung nach nicht danach aussieht.

Worauf schauen wir? Worin liegt Segen? Was erahnen wir von Gottes Perspektive? Wie bewähren wir uns in Brachzeiten? Und - worauf kommt es an? Wonach streben wir und gelingt das gut? Was ist im Leben wesentlich? Und warum nehmen andere Dinge uns so oft gefangen? Was belastet, blockiert gar und kann genau dadurch oder aber durch dessen Überwindung erst Potential zur Entfaltung bringen? Und was bleibt davon für die Ewigkeit oder was macht erst in (nach) einem weiteren Prozess aus dieser Perspektive Sinn?

Fragen über Fragen - ich werde sie mitnehmen in einen neuen Thread und ergänzen mit Erfahrungen und Eindrücken. Und ich bin dankbar für weiteren Austausch, wie ihr es erlebt „belastet & beschenkt“ zu sein.

Auf bald im März!
Seidenlaubenvogel

seidenlaubenvogel antworten
Samira-Jessica
Beiträge : 376

Ich möchte gern noch zwei große Ent-lastungen teilen:

🍒Nach 15 Jahren (ja, widerwillig) Versuch in die Arbeitwelt einzusteigen, bekomme ich seit Januar EM-Rente, und - oh Gott, danke! - es ist so entlastend, diesen (mütterlichen und gesellschaftlichen) Druck endlich los zu sein! Endlich kann ich freisein und meine Zeit selbst bestimmen, das ist so ... WOW! Und ich kann mich endlich wieder voll und ganz dem Schreiben und tollen Foren widmen! Das habe ich so sehr vermiss inmitten dem ganzen Struggle der Jahre!

🌹Aufgrund des Todes meines Bruders und der damit einhergehenden wochenlangen körperlichen (konnte nicht mehr ohne Angstträume schlafen und nicht mehr richtig essen) und natürlich psychischen Belastung, habe ich nach 11 Jahren endlich die Diagnose PTBS und kann einen ganz schweren Rucksack endlich ab nächstem Jahr ausräumen (Klinikplatz ist vorgemerkt und sie ist eine der besten 🤩), der nicht nur viel Familiäres sondern auch daraus folgenden emotionalen Missbrauch beinhaltet, und den ich schon so lange rumschleppe und den mich bisher noch niemand richtig geholfen hat auszuräumen.

🌺Seit ich als Mensch mit Behinderung die Förderschule vor 15 Jahren verlassen habe, war ich irgendwie nur von pädagogischer Betreuung umgeben, die mich mehr be- als entlastet hat.
Seit Mai habe ich endlich PG 1 und ab nächster Woche endlich wieder wie früher abnehmende Hilfe durch die Pflege, statt solcher, die darauf bestehen, dass man mitmacht.

samira-jessica antworten
19 Antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 28512

@samira-jessica 

Gott sei Dank 🙂

deborah71 antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 376

Nachtrag: Er hat mich auch mit dem Mut beschenkt, nach jahrelanger Nicht-Hilfe bei der Aufarbeitung, die Traumatas nochmal anzugehen.

samira-jessica antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4378

@samira-jessica Ich habe (leider) eine Vorstellung davon, was emotionaler Missbrauch bedeutet. Von daher finde ich deinen Weg spannend und freue mich mit dir über entlastende Erfahrungen.

lg Tatokal

tatokala antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 376

@tatokala Ich freue mich aufrichtig für jeden, der das nicht weiß!

Danke!

samira-jessica antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 2213

@samira-jessica ... ich halte das für sehr bemerkenswert, dass du das so schreibst und ich finde, dass es dich auszeichnet. Danke! ❤️

seidenlaubenvogel antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 376

Eine der besten hat sich leider als 6 Wochen reine Verarsche auf der falschen Station, trotz besseres Wissens von allen Seiten, und ohne Bestätigung der Diagnose weil "keine lebensbedrohliche Situation vorlag"!

samira-jessica antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 18888

@samira-jessica 

Was ist passiert? Magst du erzählen?

neubaugoere antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 376

@neubaugoere Ja.

Neben dem Tod meines Bruders schleppe ich seit Jahren traumatische Erlebnisse mit mir rum und ganz kurz bevor ich endlich die Chance gehabt hätte auf eine Traumatherapie, hieß es plötzlich (! Davor wurde immer von Trauma und einem welchsel auf die Traumastation gesprochen), ich bekomme sie doch nicht, weil es nur auf psychischer Gewalt basiert und "nicht ersichtlich" ist und ich keine lebensbedrohliche Situation erlebt habe ... 

samira-jessica antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 2213

@samira-jessica Liebe Samira-Jessica, das tut mir sehr leid. Bitte bleib da dran, dass du die passende Unterstützung bekommst. Prüfe für dich, welche Form von Therapie dir weiterhilft und setze dich dafür ein. Du schreibst gerade von einer Klinik aus? Wie lange wirst du voraussichtlich noch dort sein? Hast du die Möglichkeit, deine Sicht zu thematisieren?

Welche therapeutische Begleitung ist danach möglich? Wie könntest du darauf bereits jetzt Einfluss nehmen? Es gibt immer irgendwelche Alternativen. Gib da nicht auf.

Ich war 2023 auf Reha und habe brav „wie ein Esel“ alles laufen lassen. So hatte mir die Reha als Auszeit und zur Erholung gut getan. Offensichtlich war aber, dass meine Problematik, weshalb ich um Reha bemüht hatte, nicht behandelt wurde. Ich hab mich angepasst und mich nicht getraut, mich für mich und meine Belange einzusetzen. Ich ging davon aus, man meine es gut mir und habe mich der Behandlung untergeordnet. Und das Ergebnis? Ich schaue seither auf eine Zeit zurück, die ich überwiegend „als Kampf“ erlebt habe, die mich sehr viel Kraft gekostet hat und ja, ich habe dabei auch dazu gelernt - nur ich schaue aber auf sehr, sehr viel „verschenkte“ (Brach-)Zeit zurück und das hätte so nicht sein müssen, hätte ich damals mehr Unterstützung gehabt.
Und neulich stellte sich heraus, auch in dieser Brachzeit wäre voraussichtlich intensivere, persönliche Begleitung zur Hand gewesen (ich habe in Online-Angeboten Unterstützung gefunden). Ich habe das nicht gewusst und bin davon ausgegangen, „mehr“ gibt es für mich halt nicht. Und Gott sei Dank ❤️ - ich habe ein wunderbares, soziales Umfeld! 🤗

Deshalb möchte ich eindringlich ermutigen, achte darauf, dass du die Hilfe bekommst, die zu deiner Problematik passt. Und habe offene Augen für Möglichkeiten, die du vielleicht noch nicht siehst.

seidenlaubenvogel antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 376

@seidenlaubenvogel Ich bin seit einer Woche wieder zu Hause, ohne Unterstützung, aber selbst gewählt, weil ich die nicht nur mit "Depression" und "Anpassungsstörung" bekomme; sonst hätte ich sie in den letzten Jahren schon bekommen - hab ich aber nicht. Weil dann niemand hinschaut und bisher alles runtergespielt wurde. 

Ich lese, du hast auch so etwas erlebt ... tut mir Leid

samira-jessica antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 2213

@samira-jessica Hallo liebe Samira-Jessica, nun bist du seit ca. einem Monat zu Hause. Wie geht es dir in deinem Alltag? Und hast du eine passende therapeutische Begleitung in Aussicht?

LG S.

 

seidenlaubenvogel antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 376

@seidenlaubenvogel Ja mir gehts gut, die Zeit in der Klinik hat mich zumindest aus meinem "wie soll ich jemals weitermachen??"-Tunnel rausgeholt ... weiterführend hab ich unten geantwortet.

samira-jessica antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 376
Veröffentlicht von: @samira-jessica

Ich möchte gern noch zwei große Ent-lastungen teilen:

🍒Nach 15 Jahren (ja, widerwillig) Versuch in die Arbeitwelt einzusteigen, bekomme ich seit Januar EM-Rente, und - oh Gott, danke! - es ist so entlastend, diesen (mütterlichen und gesellschaftlichen) Druck endlich los zu sein! Endlich kann ich freisein und meine Zeit selbst bestimmen, das ist so ... WOW! Und ich kann mich endlich wieder voll und ganz dem Schreiben und tollen Foren widmen! Das habe ich so sehr vermiss inmitten dem ganzen Struggle der Jahre!

🌹Aufgrund des Todes meines Bruders und der damit einhergehenden wochenlangen körperlichen (konnte nicht mehr ohne Angstträume schlafen und nicht mehr richtig essen) und natürlich psychischen Belastung, habe ich nach 11 Jahren endlich die Diagnose PTBS und kann einen ganz schweren Rucksack endlich ab nächstem Jahr ausräumen (Klinikplatz ist vorgemerkt und sie ist eine der besten 🤩), der nicht nur viel Familiäres sondern auch daraus folgenden emotionalen Missbrauch beinhaltet, und den ich schon so lange rumschleppe und den mich bisher noch niemand richtig geholfen hat auszuräumen.

🌺Seit ich als Mensch mit Behinderung die Förderschule vor 15 Jahren verlassen habe, war ich irgendwie nur von pädagogischer Betreuung umgeben, die mich mehr be- als entlastet hat.
Seit Mai habe ich endlich PG 1 und ab nächster Woche endlich wieder wie früher abnehmende Hilfe durch die Pflege, statt solcher, die darauf bestehen, dass man mitmacht.

Ja, es ist Anfang 2026. Aber ich möchte noch etwas zu einem gleichzeitig be- und entlastendem Ereignis aus 2025 hinzufügen, zum Tod meines Bruders nach dem meiner Mutter 2024:

Es ist makaber, doch unsere Beziehungen waren seit Jahren von Schwierigkeiten mit der Akzeptanz ... meines Lebens (warum arbeitest du nicht? Andere mit Behinderungen schaffen das auch. Krankheit yx ist doch nicht schlimm ... sagten die zwei die sich ... ist wahr ... tot geraucht und gesoffen haben) und unerklärlichem Hass mir gegenüber geprägt.
Mit dem Tod fällt auch das weg und ab von mir. So fühle ich das.

Makaber, ja, aber sehr entlastend und befreiend, passend zum Motto "Siehe, ich mache alles neu", mich jetzt endlich selbst zu finden und mein Leben komplett frei und selbstbestimmt zu leben.

samira-jessica antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4378

@samira-jessica So ein Gefühl der Befreiung und Erleichterung wird schon viel kompensieren und da stellt sich vielleicht sogar die Frage, inwieweit es ausreichen könnte, den jetzt nicht so nach deinen Wünschen ausreichend erfüllten Therapiebedarf zu decken - aber ich bin da nicht kein Experte für...

lg Tatokala

tatokala antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 376

@tatokala & @Seidenlaubenvogel:

Ja ... dieser Wunsch ist jetzt schon sehr lange (nicht erst jetzt seit dem Tod meines Bruders) unerfüllt ... jetzt bin ich mal wieder an dem Punkt .. "dann halt nicht" und mach halt so weiter ... schau auf das Gute, mach Urlaubspläne auf die ich mich freuen kann ... mach irgendwie weiter.

samira-jessica antworten
Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1475

@samira-jessica 

Diese Hoffnung auf Therapie kenne ich auch. Und auch eine damit verbundene gewisse Erwartung.

Aber Gott ist mit mir über die Jahre andere Wege der Heilung gegangen. Zwar kam durchaus auch mal kurzfristig etwas „professionell“ therapeutisches, aber auch sehr gute Seelsorge. Das Wichtigste geschah immer durch das Vertrauen, dass Jesus meine Seele heilen kann und will und durch seine Führung und den Heiligen Geist, der aufdeckt.
Und dass ich es irgendwann wirklich ganz tief in mir wusste, dass ich grundsätzlich, so wie ich bin, angenommen und geliebt bin. Und Gott alles in mir zum Guten wenden wird.

Das heißt nicht, dass dein Weg genau so sein muss.

Aber Gott hat sehr viele Möglichkeiten der Heilung, die wir selbst vielleicht gar nicht immer so sehen können.

Ich finde, mit allem was du so schreibst, dass du dich auf einem guten Weg befindest und ich wünsche dir das Vertrauen, dass Gott dich (weiterhin) gut führen wird. Und wer weiß, vielleicht hast du irgendwann die Möglichkeit, ganz leicht einen guten Therapieplatz zu bekommen, weil es zu diesem Zeitpunkt dann einfach dran ist? 

Rückblickend kann ich für mich sagen, dass es zu bestimmten Zeiten gut war, dass es mit einer Therapie da nicht geklappt hat und manches erst später bearbeitet wurde. 

 

ga2 antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 376

@ga2 Ich weiß, was du meinst.

Ohne Gott und seine Hilfe, wäre ich vielleicht schon längst nicht mehr da...

samira-jessica antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 18888

@samira-jessica 

Hallelujah! Dank, Lob, Preis und Ehre IHM!!

neubaugoere antworten
Goldapfel
(@ga2)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 1475

@samira-jessica 

Gott sei Dank für Dich! ❤️

ga2 antworten


Seidenlaubenvogel
Themenstarter
Beiträge : 2213

An meiner Belastung hat sich leider nichts geändert, so hoffe ich nun ganz aktuell und konkret eine  Veränderung zu erreichen.

Sei getrost und unverzagt - so versuche ich mein banges Herz zu stärken. Vertrauen auf Gott will ich. Dankbar für einen ersten konkreten Ansatz, den ich im November initiiert habe, bin ich. Und eben wurde ich auch in einem Telefonat ermutigt, für mich einzustehen und hoffe, dass auch mein Vertrauen in mich (wieder) wächst.

In alledem, wie es mit gerade geht, tut mir mein soziales Netz gut. An dieser Stelle auch danke dafür an euch auf jesus.de, die ihr mir auf virtuelle Weise ein Teil davon seid.

seidenlaubenvogel antworten
Goldapfel
Beiträge : 1475

@seidenlaubenvogel 

Weil es für mich zum Thema passt und meine Erfahrungen der letzten Jahre ganz gut beschreibt, stelle ich mal folgendes Lied vom 

Rend Collective - Blessed are the Ones

in Deinen Thread.

Aus dem Text:

„… Blessed are the ones who can't fix themselves
Blessed are the ones who know they need help
Blessed are the ones who don't have it all together
They're gonna see You come through
They're gonna see You come through

Frei übersetzt von mir 😉:

Gesegnet sind diejenigen, die wissen, sie können sich nicht selbst aus der „Sch*e“ 😉 retten

Gesegnet sind diejenigen, die wissen, dass sie Hilfe brauchen

Gesegnet sind diejenigen, die nicht alles im Griff haben

Sie erfahren, dass du ihnen (durch) hilfst 
Sie werden sehen, dass du ihnen (heraus) hilfst 

Man könnte es auch als beistehen übersetzen. Auch das stimmt, ist aber zu „schwach“ in der Aussage für mich. 😌

Für mich bleibt oder wird? mein größtes Geschenk bei allem anderen, das wachsende Vertrauen, dass Gott grundsätzlich für mich ist. Auch wenn ich selbst es nicht bin, nicht sein kann.

Festhalten am Glauben (wollen) wird durch positive Erfahrungen gestärkt. Und die werden kommen.

Ich bin dankbar für, über die Jahre gesehen, neue, gesunde, wachsende Stabilität in meinem Leben, bessere Bahnen.

Für die vielen vielen Schritte der Veränderung zum Guten hin, wenn sie auch manchmal winzig schienen oder es scheinbaren Stillstand oder kurzfristige Rückschritte gab. 

Dankbar für die wachsende Überwindung von Scham und alten unguten Anforderungen an mich selbst.

Dankbar, immer mehr in der Liebe Gottes anzukommen und „stärker“ zu werden. Ich werde einerseits mehr ich selbst und direkt dann kann Gottes Geist an meinem Charakter arbeiten und korrigieren. Krasses Erfahrung.

Ich verliere im positiven Sinn meine Selbst-be-Herr-schung. 😉😅 Was mir so erst beim Aufschreiben hier, wirklich in der Bedeutung aufgeht.
Großes Geschenk war und ist auch dieses Forum und mein Dank hier jetzt mal konkret an dich, für deinen Zuspruch letztes Mal, doch zu bleiben, deine Impulse. Und meine praktisch gewonnene Erkenntnis, ob mir das Forum Belastung oder Geschenk ist/wird, hängt auch von mir, meinen Entscheidungen und meinem Handeln mit ab. Von Sichtweisen und ob ich bereit bin, mich darauf einzulassen.

Sehr viel geholfen auf meinem Weg hat mir übrigens auch (neben Geschwistern, die meine Not erahnten und mich liebevoll unterstützten) tatsächlich vor einigen Jahren die Erkenntnis aus einem Persönlichkeitstest: Meine „Eigenheiten“ oft auch als „Belastungen“ wahrgenommen oder zumindest auch zu Belastungen führend, entstammen ursprünglich Gottes Plan und können in Seinem Licht, unter Seiner Führung auch Geschenk, Gabe, Segen sein/werden. Und mit allem anderen machen sie eben das „Gesamtpaket Goldapfel“ aus. Einzigartig und von Ihm gewollt. 

Mein Empfinden von „Belastet sein“ kam viel auch aus meinem familiären „Erbe“ so will ich es mal nennen. Selbst eher Belastung zu sein und mich aus diesem Bewusstsein heraus entweder meist grundsätzlich zurückzunehmen oder manchmal dann „rücksichtslos“ die Erfüllung meiner „Bedürfnisse“ zu erzwingen. 

Augenblicklich darf ich wieder deutlich erkennen, wie Gott durchgetragen hat und durchträgt. Und heilt.
Es ist gut möglich, dass irgendwann wieder Nebel oder Störungen auftreten. 
Aber auch da wird Er durch helfen. Entweder indem Er mir Kraft zum Handeln schenkt, den Weg frei macht, Ausdauer und Hoffnung oder Geschwister, die mich tragen oder nochmal ganz anders.

Zur Zeit will ich lernen, fragender und hörender (im Gebet) zu Ihm zu kommen als ich es früher tat. Auch wenn mir größere Herausforderungen begegnen. War auch in den letzten Wochen wieder was da, aber ich konnte insgesamt besser damit umgehen, schneller „richtig“ handeln und ja, auch daran wachsen. Klar, Luft nach oben gibt es noch, aber die Richtung stimmt.

Mit dem Beten klingt vielleicht merkwürdig? Bin ja schon länger unterwegs mit Ihm oder eher Er mit mir. Aber ich hatte selbst beim Beten scheinbar oft den Druck, „es“ „richtig“ machen zu müssen. Was mir lange Zeit gar nicht bewusst war. Auch nicht, wie sehr ich Gott dadurch begrenzt habe. Auch da geschieht durch die Jahre also Veränderung zur Freiheit.

Jetzt hab ich ziemlich viel über mich getextet. Eigentlich wollte ich dir nur Mut machen, am Vertrauen wollen festzuhalten. „Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung in sich trägt“ 

Und ich persönlich glaube/bin überzeugt, dass du mehr „Leichtigkeit“ bekommen wirst, das Belastende entweder geht oder aber leichter zu tragen wird. Es wird weniger Raum fordern in deinem Leben und deinem Alltag, dich weniger quälen oder einschränken. Entweder weil sich dein Blick ändert bzw. er verändert wird, weil das „Beschenkt sein“ in den Mittelpunkt rückt, oder oder  … .
Gott weiß, wie. Er handelt, zeigt Wege auf, schenkt Unterstützung und Hilfe auf ungeahnte Weise.
Weil Er für dich ist.

 

 

 

 

 

ga2 antworten
2 Antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 18888

@ga2 ❤️

neubaugoere antworten
Samira-Jessica
(@samira-jessica)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 376

@ga2

Und ich persönlich glaube/bin überzeugt, dass du mehr „Leichtigkeit“ bekommen wirst, das Belastende entweder geht oder aber leichter zu tragen wird. Es wird weniger Raum fordern in deinem Leben und deinem Alltag, dich weniger quälen oder einschränken. Entweder weil sich dein Blick ändert bzw. er verändert wird, weil das „Beschenkt sein“ in den Mittelpunkt rückt,

Wow, diese Perspektive gefällt mir! Und ja, das stimmt. Man sieht es "im Tunnel" nur nicht immer (sofort).

samira-jessica antworten


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