Einsam unter Menschen
Hallo ihr Lieben,
Wo soll ich nur beginnen? Ich bin 18 und komme aus Sachsen. Viele aus meiner Klasse sind auf diesem neurechten Trend aufgesprungen, sind jetzt gegen Menschen mit Migrationshintergrund, gegen Menschen, die auch nur ein wenig von ihrem Bild von einem Menschen abweichen, gegen Gott und Religion und erzählen dann aber doch von Odin und so weiter. Ich fühl mich oftmals schrecklich allein, hab manchmal keine Kraft ihnen allen zu wiedersprechen und fühl mich dann schrecklich, weil ich doch genau das tun müsste.
Außerdem sind für viel Männer in meinem Alter, Frauen nur noch ein Objekt, wenn man sich nicht sexualisiert kleidet, wird über einen hergezogen, wenn man den Mund aufmacht und gegenspricht, wird man zum Teil bedroht.
Jesus kämpfte gegen Ungerechtigkeit, indem er sich aktiv für die Ausgegrenzten einsetzte. Warum schaffe ich das nicht auch?
Liebe, liebe Sophie,
vielen Dank, dass Du Deine Geschichte hier mit uns teilst. Ich bin Mutter von vier jugendlichen Kindern, und verstehe Dich sehr gut. Für Eure Generation sind diese Zeiten sehr herausfordernd!
In Epheser 6,12 heißt es:
Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.
D.h., wir als Christen kämpfen nicht bzw. brauchen nicht gegen andere Menschen zu kämpfen. Es ist ein geistiger Kampf, der tobt. Dieser geistige Kampf ist sehr herausfordernd und wir müssen uns darin üben.
Wenn es Dich anstrengt, dann bitte schone Dich, sorge für Dich, richte Dich auf das Schöne, auf das Gute, auf die Schöpfung aus! Suche Dir liebe Menschen, die Dich verstehen! Lass Dich versorgen! Du bist eine junge Frau, bitte erschöpfe Dich nicht in anstrengenden und sinnlosen Diskussionen! Du siehst diese Ungerechtigkeiten und Unwahrheiten, aber die anderen Menschen (noch) nicht. Nur Gott kann ihre Herzen verändern, und er wird das tun, wenn es Zeit dafür ist.
Vielleicht hilft es Dir, Dich damit zu befassen, wie Jesus mit solchen Situationen umgegangen ist. Manchmal hat er geschwiegen, manchmal ist er gegangen. Er hat seine Kräfte geschont.
Ich denke, Du, als Frau, hast noch viel mehr Recht, das zu tun. Schone Dich, sorge gut für Dich! Gibt Deine Sorgen an Gott ab! Stärke Dich! Lass die Kraft Gottes in Dir wachsen, dann wirst Du auch einiges Tages dazu beitragen können, dass andere Menschen ihre Herzen öffnen.
Ich verstehe Dich so gut, denn ich habe auch so gefühlt und gedacht wie Du - allerdings bin ich schon 47! ;-))) Und immer wieder habe ich mich in Kämpfen verloren und verausgabt. Immer wieder zeigt mir Gott, dass ich mich zurückziehen darf, mich entspannen darf, still sein darf. Und dann, plötzlich, kommen Momente, wo ich die Gelegenheit habe, mit ganz achtsamen Worten dazu beizutragen, dass Menschen loslassen können und sich öffnen können. Aber, das hat gedauert, und Gott hatte soooooo viel Geduld mit mir!
Bitte sei geduldig, achtsam und liebevoll mit Dir selbst! Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!
Alles Liebe, und alles, alles Gute für Dich, meine Liebe!
@sorrow_sophie Liebe Sophie, ich will dir eigentlich nur sagen: Ich finde es toll, dass du deine Werte kennst und diese vertrittst. Du kannst so stolz auf dich sein und junge Menschen wie du geben mir wirklich Hoffnung. Suche nach Freundinnen und Freunden, bei denen du dich nicht so einsam fühlst, sondern verstanden!