Kleinkind verhält sich auffällig
Die zweijährige Tochter meiner Freundin verhält sich auffällig. Sie macht laufend Dinge kaputt und freut sich dann drüber. Gestern hat sie den Fernseher runtergeschmissen, er funktioniert nicht mehr. Wenn sie geschimpft wird, lacht sie einfach. Meine Freundin ist verzweifelt und frustriert und weiß nicht, wie sie damit umgehen soll. Das Kind reagiert nicht auf Zurechtweisungen und "nein". Was ist zu tun? Was könnte der Grund für ein solches Verhalten sein?
Danke für Eure Antworten.
@strandlaeufer Hört sich ganz nach Laisser-faire an. Wie konnte es soweit kommen?
@strandlaeufer Wenn sie geschimpft wird, lacht sie einfach. Meine Freundin ist verzweifelt und frustriert und weiß nicht, wie sie damit umgehen soll.
Dieses Lachen kommt mir auch ganz schön verzweifelt und frustriert vor. Die Kleine scheint einen Mangel zu haben, den sie nicht ausdrücken kann. Mit ihrem Verhalten bekommt sie punktuell auch etwas, das sie irgendwie gebrauchen kann, nämlich Aufmerksamkeit. Aber ist das wirklich der eigentliche Mangel?
Mir sieht es eher nach einem Schrei nach Ordnung/Geborgenheit aus. Ihr das zu geben, dazu gehört eine gewisse Stärke und Sicherheit bei der Mutter. Ja, es ist manchmal eine Art Gewalt nötig, wenn Eltern ihre Kinder erziehen. Das spüren die Eltern und wenden sich davon entsetzt ab. Sie glauben, Gewalt erzeugt immer Gegengewalt. Aber Eltern, die das richtige Maß an Gewalt finden, gepaart mit der natürlichen Autorität, die sie haben, geben Geborgenheit. Das ist das, was in manchen Großfamilien so gut funktioniert, obwohl die Eltern pro Kind gar nicht viel Zeit haben.
Ich muss natürlich noch etwas zu „Gewalt“ sagen. Damit meine ich, zu priorisieren und in den entscheidenden Momenten seinen Willen durchzusetzen. Dazu ist keine körperliche Gewalt nötig, auch kein Schreien. Aber es kann vereinzelt zu Momenten kommen, die von außen als „unmöglich“ bewertet werden. Wir alle sind dafür mit-verantwortlich, dass Eltern solche Situationen aushalten.
Wer sich heute mit Pädagogik beschäftigt, kommt schnell zu dem Thema Gewalt. Schon ein ungefragtes anfassen, Wickeln ohne ausdrückliches Einverständnis oder dem Kind den Teller zu befüllen, lösen in Kitas Diskussionen aus. Damit gehen Eltern unterschiedlich um. Die einen haben nach der Vollzeit-Kita immer abends und am Wochenende noch ein Programm, sodass die Kinder zu Hause gar keine Kraft zum rebellieren haben. Manche übernehmen mehr Erziehungsarbeit selbst und kommen in diese Hilflosigkeit, dass es perfekt laufen muss, aber ohne dass sie klare Vorgaben schaffen.
Also, stärke deine Freundin, damit sie das Selbstbewusstsein hat, die Leitung zu übernehmen. Dann muss die Kleine auch nicht alles selbst ausprobieren. Ist sie in einer Gemeinde oder kannst du sie dahin einladen? Kennst du vielleicht eine Familie, in der es gut klappt und die offen wären, den Kontakt zu den beiden zu halten? Wahrscheinlich tut es der Mutter gut, mal zu sehen, wie andere Eltern im privaten mit ähnlichen Situationen umgehen.
Ja, es ist manchmal eine Art Gewalt nötig, wenn Eltern ihre Kinder erziehen.
Ich hoffe du meinst damit nur, dass die Eltern aufpassen und das Kind gegebenenfalls daran hindern, den Fernseher runterzuschubsen…und kein körperliches Züchtigen…
@strandlaeufer Ich bin Mutter von vier Kindern, und ich möchte unbedingt dazu sagen: kleine Kinder in dem Alter brauchen Liebe und Zuwendung! Bitte keine Strafen oder Konsequenzen. Strafen, die der Mensch sich ausdenkt, sind oft ungerecht - ea heißt ja 'richtet nicht, denn sonst werdet Ihr gerichtet.'
Erziehung bedeutet Vorbild und Liebe.
Bekommt das kleine Mädchen alles, was es braucht? Geht es der Mutter gut? Kann die Mutter es lieben und annehmen, wie es ist? So ist Gott mit uns, er liebt uns bedingungslos. Er hat sein Leben für uns gegeben, damit wir leben können. Er straft uns nicht. Diese Idee kommt nicht von ihm.
Wir sollen ihm gleich werden. Gott möchte, das die Mutter lernt, das Kind zu lieben und anzunehmen, auch und besonders dann, wenn es Fehler macht.
Vielleicht braucht die Mutter Hilfe, praktische Unterstützung, oder Therapie oder Seelsorge. Viele von uns wurden durch kranke Erziehungsvorstellungen geprägt, und wir hatten schwierige Erziehungsvorbilder. Wir Eltern brauchen deshalb Begleitung und Unterstützung, um unsere Kinder gesund groß zu ziehen. Das ist wichtig, auch für unseren Seelenfrieden.
Ich wünsche der Mutter von Herzen, dass sie Ihr Kind gut begleiten und lieben kann!
Alles Liebe und Gute!
Wenn sie geschimpft wird, lacht sie einfach.
Das ist normal…
Sie ist erst zwei!…und entdeckt gerade was sie alles bewirken kann und sie ordnet das schimpfen auch so ein…vermutlich.
Eines meiner Kinder hat das auch in dem Alter gemacht und ist heute ein ganz sozialer Junge. Ich habe mich jedesmal höllisch (innerlich) darüber aufgeregt, dass das Schimpfen überhaupt nicht ankommt aber ich finde, in dem Alter kannst du noch nicht wirklich irgendeine vernunftbegabte Handlung erwarten…auch nicht, dass das Kind das aus Angst vor der Schimpfe in Zukunft nicht mehr macht - weil es das vermutlich far nicht in Zusammenhang setzt. Selbst wenn du jetzt gleich schimpfst mit dem Kind, wird das nicht dazu führen, dass sich das Kind vorher schon Gedanken macht. Es wird eben tun, was es tut.. Denn die Situationen sind ja nicht immer tupfig gleich und für das Kind ist jeder Augenblick neu. Sowas hilft ab sechs oder sieben oder acht oder so…nämlich dann, wenn sie kognitiv auch in der Lage sind zu verstehen, wieso sie Sachen nicht kaputt machen sollen und sowas wie Impulskontrolle haben und selbst adäquat mit der Zurechtweisung für die Zukunft umgehen können. Das kann so ein Zweijähriges einfach nicht.
Die ersten Jahre muss man einfach aufpassen, wenn sowas nicht passieren soll. Das ist anstrengend, ja, aber der Erwachsene hat es nicht schwer, so ein Kind an etwas zu hindern…er ist ja viel grösser und stärker…das reicht als Erziehungsmassnahme aus in meinen Augen. Hinterher etwas zu unternehmen (Schimpfen) ist dem Alter nicht angemessen. Das ist meine persönliche Meinung (als Mutter).