Lärmbelästigung
Mein Problem: In meiner Nachbarschaft wurde ein Haus neu vermietet (oder verkauft), in dem sich nun Jugendliche unter 20 Jahren aufhalten und sehr laut sind, vor allem mit Musik.
Es gab bereits 2 lautstarke Feten; gestern wurde ab Mittag bis Abend in einem Festzelt gefeiert. Die Erwachsenen die ausnahmsweise dabei waren, griffen nicht ein, was Gegröle und Bässe anging.
Für mich sind die jungen Leute die Hölle! Die Nachbarn daneben reagieren kein Stück - warum??? Ich wollte die Polizei rufen, doch mein Mann hielt mich zurück.
Schließlich habe ich vor Verzweiflung und Wut angefangen zu heulen! Was soll ich tun? Ich bat Jesus um Großmut und Verständnis, aber in mir hat es gebrodelt. Nun bin ich derart angespannt, weil ich Angst habe, gleich geht es wieder mit Musik und Gekreische los...
Soll ich wirklich mit dem Dampfhammer, also Polizei, arbeiten? Was tun bei dieser Angst, dieser Verzweiflung, dieser Wut? Wut auf die jungen Leuten und die feigen Nachbarn!
Danke für eure Hilfe!
@caffita Eigentlich hat Lucan-7 schon alles Wesentliche geschrieben, aber ich frage noch mal nach: Hast Du denn diese Nachbarn schon mal daraufhin angesprochen, dass ihr Lärmen Dich stark stört? Vielleicht kannst Du mit ihnen Zeiten abmachen, in denen das Lärmen kein Problem für Dich ist, weil Du z.B. ausser Haus bist. Oder sie darum bitten, Dir bescheid zu geben, wann das nächste Mal bei ihnen gefeiert wird - allein schon, damit Du nicht den Rest der Zeit mit dem Gedanken beschäftigt bist, dass der Lärm jederzeit wieder unvermittelt aufbrausen könne?
Die Polizei einzuschalten bringt wirklich nur dann was, wenn auch gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen wird, also meines Wissens wenn zwischen 22.00 und 6.00 Uhr die Nachtruhe gestört wird. Wir hatten früher mal mit unseren Nachbarn uns zusätzlich auf 2 Stunden Mittagsruhe geeinigt, da sowohl meine Eltern als auch die Nachbarn Mittagsschlaf zu halten gewohnt waren. Das ist nun schon zwei, drei Jahrzehnte her, aber in unserer Siedlung halten sich immer noch alle Alteingesessenen dran (z.B. was das Rasenmähen angeht oder sonstige lärmenden Arbeiten). Und als Neu Zugezogene sich irgendwann letztes Jahr nicht dran hielten und meine greise Nachbarin sich mir gegenüber drüber beschwerte "Es ist ganz schrecklich, und man kann da ja nicht mal die Polizei einschalten!", ging ich halt rüber zu den "Neuen" und bat sie ganz freundlich, ob sie sich nicht vielleicht auch an diese Mittagsruhen-Tradition in der Nachbarschaft halten wollten. Ergebnis: sie entschuldigten sich vielfach nicht dran gedacht zu haben, und standen zwei Tage später mit einem Entschuldigungskuchen vor der Tür meiner Nachbarin - was die wiederum total rührte. Inzwischen sind die beste Nachbarschaftsfreunde. 🙂 Wenn die "Neuen" mal feiern möchten (sind halt ein junges Ehepaar, die Frau ist gerade schwanger und daher werden die wohl in nächster Zeit nicht mehr so viel zum Feiern kommen, also müssen sie da jetzt vielleicht auch nochmal etwas auf Vorrat herum-feten...), geben sie immer einen Tag vorher bescheid, dass es etwas lauter werden könne. Und da ist es dann für die Nachbarschaft auch okay, wenn nicht unbedingt punkt zehn Uhr abends Zapfenstreich ist.
Im übrigen: Ich bin auch jemand, der schnell durch Lärm und Musik aus der Nachbarschaft genervt ist, und insbesondere die hohen Frequenzen von Kinderstimmen vermag ich schwer "auszublenden". Dennoch sehe ich ein, dass Kinder und junge Leute nun mal dazu neigen, ein bisserl lauter zu sein - und das ist doch auch irgendwie schön, im Sinne von: trubelig-lebendig.
Wenn mich also die Kids der Nachbarn mit ihrem Geschrei stören, schließe ich auch als Frischluftfanatiker einfach das Fenster (seit wir unser Haus energetisch saniert und also neue, gut abdichtende Fenster drin haben, ist es manchmal schon gespenstisch still hier drinnen und ich öffne die schon allein, um mich zu versichern, dass nicht plötzlich alle Singvögel gestorben seien... 😉 ) und wenn dann immer noch leise "Restgeräusche" eindringen, dann leg ich mir eine Platte mit guter Musik auf, welche die "Störsignale" übertönt.
Bei allem Respekt, es gehört zum guten Ton, Nachbarn auf eventuelle Festlichkeiten mit eventuellen Lärm, hinzuweisen. oder mitzuteilen.
So habe ich das IMMER gemacht. Auch als ich noch NICHT Christ war.
@meriadoc Hab ich das bestritten? Andererseits: wenn man den guten Ton in so einem ALLCAPS- Ton einfordert, muss man sich nicht wundern, wenn die anderen tonal eher mißgestimmt reagieren. 😉
@jack-black Du machst mich fertig. 😀 😀
Was ist denn ein "ALLCAPS-Ton"???
@neubaugoere Du machst mich fertig.
Das ist ja schön, wiewohl mir gar nicht bewußt war, dass es sich bislang bei Dir um eine Unvollendete handelte. 😉
Was ist denn ein "ALLCAPS-Ton"?
ALLCAPS = alles in Großbuchstaben* schreiben. Das wurde einst (und wird es von vielen heute noch, ähnlich wie die sinnfreie Aneinanderreihung von Ausrufe- oder Fragezeichen 😉 ) als schriftliche Form des Brüllens/Schreiens interpretiert, d.h. als Unhöflichkeit. Es handelt sich dabei um etwas anderes als das _Betonen_ eines oder mehrerer Wörter: Dies wird dort, wo nicht, wie hier im Forum, Formatierungsmöglichkeiten wie das Kursiv- oder Fett-Setzen bestehen, dadurch signalisiert, dass man betonte Passagen eben zwischen zwei Unterstriche setzt.
Ein ALLCAPS-Ton (die Wortfindung ist von mir, bezogen auf das Threadthema "Lärm") ist also ein lauter, tendenziell unhöflicher, jedenfalls nicht verbindlicher Von-oben-herab-Tonfall. Wie ihn Meriadoc schriftlich an den Tag legte. Allein die Formulierung "es gehört zum guten Ton...!" hat schon etwas Apodiktisches, das durch die Einleitung "bei allem Respekt" nicht konzilianter zu wirken vermag - eher im Gegenteil:
Stelle Dir vor, Dein Nachbar klopft an Deiner Tür, und wenn Du die öffnest, blafft er Dich an: "Es gehört zum guten Ton, dass XYZ!"
Wie wird dann Deine Reaktion sein? Meine sähe so aus: "Danke für Ihren Meinungsbeitrag, verehrter Unbekannter, aber niemand hat Sie um Beratung gebeten. Verdünnisieren Sie sich mal ganz fix, bevor mein Fiffi Ihnen die Bügelfalten durcheinanderbringt!!"
*(small) Caps ist die englische (Kurz?-) Bezeichnung für Kapitälchen.
Danke. Meine "Ahnung" ging schon in die Richtung, ich war mir aber nicht sicher, deshalb dachte ich, ich frag einfach mal nach. 👍
@neubaugoere Ich würde sagen in Deutschland ist das Feldwebel oder Kasernenhofton.
Egal, wie wir es benennen - müssen wir das eigentlich immer? -, der Ton ist einfach schlicht "unhöflich" und nicht zielführend, zeugt aber von den Emotionen des Schreibers, die wir auch durchaus - erst recht als Geschwister - mal wahrnehmen können/dürfen.
@neubaugoere zeugt aber von den Emotionen des Schreibers, die wir auch durchaus (...) mal wahrnehmen können/dürfen.
Na klar! Den Zwinker-Smiley hatte ich nicht von ungefähr an Meriadoc gerichtet, ich bin mir nicht mal sicher, ob nicht sein ALLCAPS selbst schon (selbst-)ironisch gemeint gewesen war. Ich glaube kaum, dass er so drauf wäre, im jigal'schen Kasernenhofton die feiernden Nachbarn anzublaffen.
Allerdings bezeichnete die Threaderöffnerin die lärmenden Nachbarn schon als Idioten und schreibt im Eingangsposting von den feigen Nachbarn, weil die offenbar nicht sich des Lärms wegen beschweren... Wenngleich kaum zu vermuten steht, dass sie diesen Leuten solche Begrifflichkeiten direkt in's Gesicht wirft, ist allein diese Art der Schilderung schon ein Anzeichen dafür, dass die Emotionen auch der Threaderstellerin selbst womöglich einer einvernehmlich-friedlichen und gutnachbarschaftlichen Lösung des Interessenskonflikts (um nichts anderes handelt es sich objektiverweise: die eine will Ruhe, die anderen wollen feiern, wobei es in der Sache liegt, dass sowas nicht still vonstatten geht) im Wege stehen könnten: Wenn einem jemand nicht direkt in's Gesicht sagt, dass man als Idiot betrachtet werde, so lässt sich dies bei etwas Aufmerksamkeit ja schon an Miene und Tonfall ablesen...
Dass der Lärm der anderen einen ziemlich schnell auf hundertachtzig bringen kann (wir fühlen entsprechend selbstverständlich alle mit der Threaderstellerin), ist indes keine sonderlich neuartige Entdeckung. Mein Lieblings-Philosoph und Schimpfakrobat Arthur Schopenhauer hatte einst in seinen Parerga und Paralipomena eine kleine Abhandlung - heute würde man's vermutlich "Rant" nennen, über "Lerm und Geräusch" verfasst. Ich finde, wenn man sich so richtig doll über die lärmenden Nachbarn echauffieren möchte, sollte man diese immer nochmal durchlesen; es hilft dabei, sich so richtig schön den Dampf ins Gemüt zu blasen... 😉
@neubaugoere Ich hab mir das Fragen nicht getraut - lag aber mit meiner Vermutung nicht ganz daneben...
Damit will mit NA CHDRUCK mitteilen, dass man Nachbarn auf Partys hinweisst und es eventuell LAUT werden kann.
MANNOO.... 🤣
Es gab bereits 2 lautstarke Feten; gestern wurde ab Mittag bis Abend in einem Festzelt gefeiert.
2 Feten in welchem Abstand? Vielleicht hatten die ja Zufällig jetzt zwei Geburtstage. Also bei zwei Vorkommnisse würde ich noch abwarten, wie es sich weiter entwickelt.
Je nach Ort, gibt es noch eine Mittagsruhe, die einzuhalten wäre. Ob es so etwas bei euch gibt, muss du bei der Kommune nachfragen.
Aber ansonsten hört sich das erst mal nach akzeptablen Zeiten an. Stell dir vor, dass sie die Nacht durch feiern würden...
Und bevor du die Polizei rufst, könntest du ja auch mal mit den Menschen reden. Oder schick dein Mann hin, falls es für dich zu emotional ist.
Schau mal, da gibt es bei Kind (und anderen Akustikern) sehr gute angepasste Gehörschutz. Diese Ohropax kannst vergessen. Die sind so konzipiert das man anderen beim Gespräch trotzdem hören kann.
https://www.kind.com/de-de/magazin/hoeren/besser-hoeren/gehoerschutz/angepasster-gehoerschutz-kosten
Ich fahre Roller und ich werd mir mal das gönnen. Ist schon laut.
Nur nicht díe Nerven verlieren 🙂