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'Nebenan' ist Krieg - Wie geht es Dir damit?

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komMODe
Moderator
Themenstarter
Beiträge : 247

In Europa fallen wieder Bomben. Der Krieg ist nebenan. Bei Freunden.

Jeder Krieg, jede Not, jede Katastrophe ist schrecklich, darf und soll nicht kleingeredet werden. Egal wo, egal wie weit weg von uns.

Dieser Krieg, den Putin gerade gegen die Ukraine führt, löst bei mir und vielen Menschen in meinem Umfeld durch unterschiedliche Gründe besonders viele Sorgen und Ängste aus. Wie geht es den Freunden/Verwandten in der Ukraine? Leben sie? Kann der Wahnsinn gestoppt werden? Wird es einen Atomkrieg geben? Reicht mein Einkommen für Heizöl und die Fahrt zur Arbeit? Was mache ich, wenn es hier auch Krieg gibt? Wird es jemals wieder sowas wie Frieden geben? Was wird aus meinen Kindern?....

Hier soll ein Raum jenseits der politischen, militärischen Fragen entstehen. Diese können gerne (weiterhin) in den passenden Forenbereichen diskutiert werden. In diesem Raum hier dürfen die Dinge an- und ausgesprochen werden, die Dich durch die aktuelle Situation belasten. Diese Sorgen können ganz unterschiedlich und individuell sein.

Nehmen wir die Ängste der anderen ernst, selbst wenn sie mir selbst absurd erscheinen, akzeptieren wir, dass durch persönliche Lebensumstände, eigenes Erleben etc möglicherweise die Wahrnehmung und das Empfinden anders ist als meins.
Spielen wir Nöte nicht gegeneinander aus, verzichten wir auf Whataboutism.

Sorgen auszusprechen, verstanden werden, damit nicht alleine zu sein, kann erleichtern. Zu berichten, was Dir geholfen hat/hilft, mit den aktuell aufkommenden Ängsten umzugehen, kann anderen eine Anregung sein.

Kurz: Hier ist Raum für das, was dieser Krieg mit Dir macht.

Weshalb habe ich so viele Worte verloren, wenn es auch kurz gegangen wäre? Mit diesem Thread sind wir bewusst ins Miteinander-Füreinander gegangen. Es sollen aber unbedingt auch die eingeladen sein, die sich sonst eher nicht hier aufhalten und denen das Miteinander hier nicht so geläufig ist.

Herzliche Einladung zum Austausch - gerne auch unter Nutzung der Anonymitätsfunktion.

komMODe

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32 Antworten
ALF.MELMAC
Beiträge : 2153

Wir hoffen, dass der Krieg an uns vorüberzieht

Die Einstellung gegenüber Flüchtlingen scheint positiv zu sein im Gegensatz zu 2015, sie kommen ja nicht aus muslimischen Ländern

Angst hab ich keine, was kommt, das kommt - sagt der Kölner auf hochdeutsch, damit müssen wir fertig werden

alf-melmac antworten


Lucan-7
Beiträge : 15595

In erster Linie sehe ich hier den Umgang der Menschen, der plötzlich ein ganz anderer ist... und ich versuche das irgendwie einzuordnen.

Dieser Krieg ist nicht neu. Noch nicht einmal der Schurke ist neu. Die Menschen in Syrien wissen schon lange, was Putin tut. Sie kennen die Vorgehensweise der russischen Armee, die gezielte Bombardierung von Krankenhäusern und Zivilisten. Und sie wissen, was es bedeutet, deswegen aus seiner Heimat fliehen zu müssen.

Jetzt passiert dasselbe noch einmal in einem anderen Land... und trotzdem scheint irgendwie alles ganz anders zu sein.
Als würden wir es erst jetzt richtig wahrnehmen... und ich nehme mich da nicht aus.

Ich habe schon vor einiger Zeit mit traumatisierten Jugendlichen aus Syrien gesprochen. Demnächst werden es wohl auch traumatisierte Jugendliche aus der Ukraine sein.

Ich könnte jetzt hier vieles kritisieren, anklagen und bemängeln... aber ich versuche, das Positive zu sehen: Dass die Politik und die Menschen hierzulande endlich reagieren. Ob sie richtig oder falsch reagieren... darüber kann man streiten, und das werden wir eh erst am Ende sehen.

Aber für den Moment habe ich Hoffnung. Was bleibt auch sonst?

lucan-7 antworten
1 Antwort
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 435
Veröffentlicht von: @lucan-7

Demnächst werden es wohl auch traumatisierte Jugendliche aus der Ukraine sein.

Und Kinder. Letztens hieß es, viele Kinder hatten aufgehört zu sprechen. Sie reden einfach nicht mehr, können nicht mehr reden, weil sie traumatisiert sind. Oder, so hieß es, sie schließen die Augen und sagen sie wollen schlafen und sagen: weck mich wieder, wenn alles vorbei ist.

amalia antworten
Amalia
 Amalia
Beiträge : 435

Danke für's Eröffnen dieses Threads.

Veröffentlicht von: @kommode

Wird es jemals wieder sowas wie Frieden geben?

Ich glaube, solange es Menschen gibt, wird es immer wieder Kriege geben.

Ich habe immer nur vom Krieg gehört, aber so nah hat sich das bis jetzt noch nie angefühlt. Ich mache mir über mich keine Sorgen, weil ich denke, irgendwie komme ich schon durch, egal wie die Umstände sind und wenn ich sterbe, sterbe ich. Doch in mir kommen Sorgen auf, wenn ich an meine Kinder denke. Ich möchte sie nicht leiden sehen und möchte nicht, dass sie ohne Eltern aufwachsen.

Vor kurzem sah ich ein Video von einem Reporter in den Nachrichten, dass hat mir das Herz zerrissen. Ein kleiner Junge von vielleicht 5/6 Jahren geht weinend mit einer Tüte in der Hand ohne Eltern zu Fuß Richtung Polen. Auch jetzt kommen mir wieder die Tränen beim Schreiben, wenn ich an diesen kleinen Jungen denke.

Es passt zwar nicht direkt hier rein, aber noch was macht dieser Krieg mit mir. Es geht auch um Corona. Zweimal habe ich nun gesehen, wie die ganze Welt gemeinsam auf ein Problem schaut und gemeinsam versucht das Problem anzugehen, zu lösen. Alles dreht sich darum, also das geht....aber warum wurde bisher nie so reagiert, wenn es um die täglich verhungernden Kinder auf der Welt geht?
Ich verstehe das nicht, das geht mir nicht in den Kopf. Sowohl Corona als auch der Krieg zeigen mir, wie unsicher dieses Leben ist und wie sich von heut auf morgen alles ändern kann.

Ich denke in letzter Zeit öfters : Lieber Gott, du mutest den Menschen viel zu.
Mein Glaube und mein Festhalten an Gott hilft mir immer wieder mich zu beruhigen und die Hoffung nicht zu verlieren.
Aber ich finde das schwer das Leid anderer mitanzusehen und zu ertragen. Ich muss mich manchmal bewusst etwas distanzieren und mich auf Gott besinnen, um wieder Kraft bei ihm zu tanken.

amalia antworten
4 Antworten
Kintsugi
(@kintsugi)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 222
Veröffentlicht von: @amalia

Ich denke in letzter Zeit öfters : Lieber Gott, du mutest den Menschen viel zu.
Mein Glaube und mein Festhalten an Gott hilft mir immer wieder mich zu beruhigen und die Hoffung nicht zu verlieren.
Aber ich finde das schwer das Leid anderer mitanzusehen und zu ertragen. Ich muss mich manchmal bewusst etwas distanzieren und mich auf Gott besinnen, um wieder Kraft bei ihm zu tanken.

Mir geht es ganz genauso. In den letzten Tagen ist mein erster Griff nach dem Aufwachen zum Handy, um zu sehen, was in der Nacht passiert ist.

Und das tut mir nicht gut, weil ich auch Mühe habe, das distanziert zu betrachten. Ich zwinge mich jetzt dazu, nur 1-2 x am Tag zu sehen, was geschehen ist.

Ich wünschte, ich könnte sagen, mein Glaube gibt mir so viel Halt und Kraft, dass ich keine Angst habe, aber das stimmt nur teilweise. Ich bin in Sorge um meine Familie und unser aller Gesundheit und Unversehrtheit. Und ich finde das Leid der Menschen dort unerträglich. Aber das geht mir bei allen Konflikten auf der Welt so…

Danke für die Idee zu diesem thread! ❤

kintsugi antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 435
Veröffentlicht von: @kintsugi

In den letzten Tagen ist mein erster Griff nach dem Aufwachen zum Handy, um zu sehen, was in der Nacht passiert ist.

O.k., also das würde mir nicht gut tun, direkt nach dem Aufwachen solch schrecklichen Dinge zu lesen. Für mich hat der Moment des Wach werdens und der Moment kurz vorm Schlafen was Besonderes in sich. Daher beginne ich beim Aufwachen damit meine Gedanken und mein Herz Richtung Gott zu bewegen und denke an ihn und rede kurz mit ihm.
Daselbe auch am Abend im Bett. Ich richte meine (letzten) Gedanken und mein Herz auf ihn vorm Einschlafen. So beginnt der Tag mit Gott und endet mit Gott.
Ich weiß nicht, vielleicht würde dir das auch helfen?

Veröffentlicht von: @kintsugi

Ich zwinge mich jetzt dazu, nur 1-2 x am Tag zu sehen, was geschehen ist.

Das schaffe ich noch nicht. Ich schaue da öfters rein. Wahrscheinlich wäre es besser, das auch zu reduzieren.

Veröffentlicht von: @kintsugi

Ich wünschte, ich könnte sagen, mein Glaube gibt mir so viel Halt und Kraft, dass ich keine Angst habe, aber das stimmt nur teilweise. Ich bin in Sorge um meine Familie und unser aller Gesundheit und Unversehrtheit.

Das ist doch total verständlich. Krieg ist eine Extremsituation.

Veröffentlicht von: @kintsugi

Und ich finde das Leid der Menschen dort unerträglich. Aber das geht mir bei allen Konflikten auf der Welt so…

Ja, es macht einen echt sprachlos, fassungslos. 😠 Ich denke, es ist gut, dass man noch fühlt, mitfühlt und auch mittrauert, mit weint. Das macht uns u.a. als Mensch ja auch aus. Allerdings darf man da nicht selbst vor die Hunde gehen. Einen gesunden Mittelweg zu finden sich emotional trotzdem zu schützen, ist nicht immer leicht.
Nur kommt man da leider nicht drumrum einen Weg zu finden mit den Konflikten dieser Welt umzugehen, denn die wird es ja immer geben.

amalia antworten
paramaribo1954
(@paramaribo1954)
Beigetreten : Vor 8 Monaten

Beiträge : 510

Hallo Amalia,

Veröffentlicht von: @amalia

Vor kurzem sah ich ein Video von einem Reporter in den Nachrichten, dass hat mir das Herz zerrissen. Ein kleiner Junge von vielleicht 5/6 Jahren geht weinend mit einer Tüte in der Hand ohne Eltern zu Fuß Richtung Polen. Auch jetzt kommen mir wieder die Tränen beim Schreiben, wenn ich an diesen kleinen Jungen denke.

Ich habe beim Anblick dieser Szene mit dem kleinen Jungen, der mit einer kleinen Tüte in der einen und einen Zettel mit einer Telefon Nr.
in der anderen Hand , ganz allein auf dem Weg in Richtung Polen war.
ich war traurig und erschüttert. Mein Enkel ist so alt und sem Jungen sehr ähnlich.
Gestern Abend bei der LANZ Sondersendung im ZDF kam das Bild auch zur Sprache und eine Ukrainerin konnte berichten, das der Junge
inzwischen bei seinen Eltern ist.
...es gibt auch noch etwas schönere Nachrichten.❤😇

paramaribo1954 antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 5 Monaten

Beiträge : 435
Veröffentlicht von: @paramaribo1954

Gestern Abend bei der LANZ Sondersendung im ZDF kam das Bild auch zur Sprache und eine Ukrainerin konnte berichten, das der Junge
inzwischen bei seinen Eltern ist.
...es gibt auch noch etwas schönere Nachrichten.❤😇

Gott sein dank!! ❤❤ Vielen dank für diese wundervolle Nachricht lieber paramaribo. 😊

amalia antworten


bepe0905
Beiträge : 1133

Mal ganz angesehen vom Mitgefühl für die betroffenen Menschen und einer Mischung aus Zorn und (hilfloser) Wut über Putin und seine willfährigen Genossen mache ich mir Gedanken über meinen kommenden Urlaub.
Das hört sich jetzt vielleicht banal, etwas egoistisch und ziemlich gleichgültig an, hat aber konkrete Hintergründe:
Wir wollen nämlich Ende Mai bis Mitte Juni durch Georgien und Armenien reisen und diese interessanten Länder mitsamt ihren frühchristlichen Quellen und ihrer alten Kultur sowie die Menschen dort kennen lernen.

Aber beides sind abtrünnige Sowjetrepubliken, in Georgien hat sich eine zu Russland haltende Minderheit mit russischer Hilfe abgespalten und schürt auch im Lande selbst immer wieder Unruhe. Und in beiden Ländern gibt es Ängste vor Putins weiteren Begehrlichkeiten.

Ich weiß, dass es den Menschen dort wichtig ist, Kontakte nach Westeuropa zu haben - auch ein Grund, dort hin zu fahren. Und vielleicht wird es eine der letzten Möglichkeiten sein, die Länder zu besuchen, bevor auch dort Putin (oder seine Anhänger) einen Krieg beginnen.

bepe0905 antworten
Tagesschimmer
Beiträge : 978
Veröffentlicht von: @kommode

Mit diesem Thread sind wir bewusst ins Miteinander-Füreinander gegangen. Es sollen aber unbedingt auch die eingeladen sein, die sich sonst eher nicht hier aufhalten und denen das Miteinander hier nicht so geläufig ist.

Danke, die ersten Tage hat es mich nicht in Ruhe gelassen. Ich habe auch gleich eine ukrainische Freundin gefunden, der ich etwas für einen Hilfstransport geben konnte. Eine andere Freundin, die direkt mit ankommenden Ukrainern zu tun hat, kennt meine Situation und schaut, ob ich passende Gäste bekomme. Eine dritte Freundin, die russischstämmig ist, hat keine Anfeindungen erlebt - auch das ist gut und war mir wichtig, anzusprechen. Ich bleibe durch zwei regionale Gruppen informiert und konnte schon ab und zu einen kleinen Tipp geben.

Natürlich bete ich und sehe mit Freude, dass es eine Menge Menschen gibt, die wieder auf Gebet setzen. So sind die Helfenden schon jetzt gesegnet. Seit ich das alles eingerichtet habe, bin ich beruhigt und lebe meinen Alltag.

Ohne unsensibel zu sein will ich weiter leben: Die Freude am Herrn ist meine Stärke. Ich denke nicht, dass ich das besonders raushängen lasse. Es war aber doch schön, dass eins meiner Tageskinder sagte: „Ihr Christen seid immer fröhlich“. Gerade in Krisenzeiten werden die einfachen Dinge noch wichtiger.

tagesschimmer antworten


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