Straft Gott mich und meine Familie? Was ist der Fehler?
Hallo, ich bin aus dem kleinen Örtchen Bad Dürkheim. Mit ~19J habe ich eine Ausbildungsstelle angefangen, ich musste sie abbrechen wegen psychischer gesundheitlicher Probleme nachdem ich auf dem Weg Gott zu finden auf die Seite Kath-ZDW gekommen bin und wo es sich quasi alles nur um Teufel, Dämonen, Marienanbetung usw. dreht. Bin dann auf den Exorzismus von Anneliese Michel gestoßen und nachdem ich die Aufnahmen gehört habe wurde ich depressiv und hatte extreme Angst vor Gott dass er sowas den Menschen schickt. Ich befasste mich immer mehr mit dem Katholischen Glauben und kam auf die Marienerscheinungen von Garabandal und Medjugorje die wie sich heutzutage rausgestellt haben doch nicht von der Kath. Kirche als Übernatürlich eingestuft wurden. Ich habe das aber geglaubt, und es hat mir nur psychische Probleme bereitet, Angst und sorge. Deswegen musste ich die Ausbildungsstelle abbrechen und wurde arbeitslos. Ich hatte 2 Monate richtig dicke Angst vor der Hölle. Ich hab mir damals den Katechismus etwas durchgelesen, die Bibel und viele Schriftstellen aus der Bibel in der mit Hölle gedroht wurde. Ich war nervlich am Ende, vor allem da der Katechismus bei quasi allem sagt : Nicht erlaubt. Hoher Sex drive und ich darf kein Selbstanfassen, selbst was in der Ehe sexuell erlaubt ist, ist geregelt. 7 Todsünden, die überhaupt nicht richtig definiert sind und wo ich mich immer gefragt habe, ist das jetzt Todsünde? Wer kann dann noch gerettet werden, dann kommt ja jeder in die Hölle wenn das alles wahr ist. Nur Heilige? Nur die die von der Kath. Kirche heiliggesprochen werden? Da musste ich aus der Not heraus weil der Katechismus ja verbindliche Lehre ist und die Dogmen korrekt sind danach leben, und wenn das falsch ist und mich in die Hölle bringt dann ist es halt so, ich tue was ich kann. Und das funktionierte semi Gut.Was mir im Kopf geblieben ist zu dieser Zeit war, ich muss mir Jesus als Vorbild nehmen,ich muss versuchen die Gebote so gut es geht zu halten, barmherzig sein usw. Die Unzucht war groß, der Rest mmn. ist mir gut gelungen. Dennoch diese ewige ungewissheit ums Heil (im Katechismus gibts glaub ich 6. Dinge die zum Heilverlust führen und die wahrscheinlich jeder irgendwo auf sich selbst beziehen kann). Sonntags bin ich nicht in die Kirche weil meine Eltern auch nicht gingen, nur Ostern und Weihnachten. Als mein Vater krank wurde habe ich kurz danach Gottseidank meine Freundin kennengelernt. Jedenfalls war ich bis ich 30 war 6 1/2 Jahre mit meiner Freundin zusammen ohne Ehe, es lief einfach nicht zwischen uns, aber wir haben uns zusammengerauft und ich hab immer wieder versucht mit ihr auf nen grünen Zweig zu kommen. Leider vergebens, sie hat dann schluss gemacht. Jedoch muss ich zu meiner Schuld sagen dass ich sie nie heiraten wollte und sie das auch wusste, die Liebe hat von meiner Seite gefehlt, ich habe mich nicht von ihr geliebt gefühlt und vice versa, wir waren aus Bedürftigkeit und Gewohnheit zusammen.
Mein Vater starb im Alter von 66 Jahren an Krebs als ich 27 war. Ich wohnte und wohne bis heute mit meiner Mutter zusammen.
Ich hatte mehrere Arbeitsstellen die ich aufgrund von ADS aufgeben musste (routinierte arbeit ohne abwechslung hat mich immer wieder kaputtgemacht, ich bin eingegangen und konnte nicht mehr, ich hab Jobhopping betrieben um irgendwie mal eine vernünftige Stelle zu kriegen, und bei der letzten Stelle wurde ich einvernehmlich durch den Chef gekündigt weil er die halbe Belegschaft entlassen hat und mit psychischen Stress die Leute rausgeekelt hat. Also wurde ich mal wieder arbeitslos. Ich habe oft zu Gott gebetet um eine Arbeitsstelle die mir gefällt, es kam aber keine. Ich lebte weiterhin mit meiner Mutter weil ich mich vor allem um sie kümmern wollte, aber auch irgendwo faul war weil es bequem ist.
Als letztes Jahr im April meine Freundin schluss machte und eine F+ mit nem anderen Typen angefangen hat, wars vorbei für mich. (Wir haben immer noch guten Kontakt, ob sie mich liebt kann ich nicht sagen, aber verlassen kann ich mich mmn. nicht auf sie um es nochmal zu probieren, und auch die Liebe fehlt von meiner Seite).
Neue Frau kennengelernt, reiner Sex aber ohne liebe, habe mich dann nach paar Monaten getrennt weil ich gemerkt habe sie weiß nicht was Liebe bedeutet. Habe an dem Punkt schon eine Frau zum heiraten gesucht. 7-8 Frauen gedated, keine Dabei die (trotz Kirchengängerinnen) wirklich Christlich war oder passen würde für eine Ehe.
Im Letzten Jahr hatte meine Mutter 2 Schlaganfälle, (sie ist 70), sie hatte kaum folgeschäden, ich war durch die ganze Situation irgendwann so gestresst (Arbeitslosigkeit, Mutter krank, keine Frau, kein Geld usw) dass ich Cannabis probiert habe, was dann noch in einer Panikattacke geendet ist und seit dem ich noch zusätzlich ne Angststörung habe. Mein Leben wurde immer schlimmer, ich habe beschlossen mich als IT-Ler selbständig zu machen, wollte ein Spiel programmieren und hatte Pläne für die Zukunft damit ich endlich den Hintern hochkriege und meiner Mutter und mir endlich ein schönes Leben bereiten kann und auch eine Frau finden. Immer mit Gott an meiner Seite, ich habe immer wieder zu Gott um eine Frau gebetet, darum dass er mir hilft mich selbständig zu machen und er für mich das Fundament setzt, und er mich davor bewahre dem Geld zu dienen, sondern nur so wie ich es brauche um glücklich zu sein, und ich würde auch gerne spenden. Durch lauter Langeweile aber auch Neugier habe ich mich seit Januar intensiv mit dem Glauben auseinandergesetzt da ich endlich Gott finden wollte. Ich habe die Bibel komplett durchgelesen, auch die Apokryphen die lt. kath. Lehre erlaubt sind zu lesen aber nicht als wahr gehalten werden sollen, nur als Inspiration. Das führte zu noch mehr Verwirrung bei mir. In meinem Kopf brannte ein Kampf zwischen Katholisch vs. Evangelisch vs Freikirchen - wer hat recht? Die Katholiken haben "komische und schwer umsetzbare Lehren" aber Marienwunder und Eucharistiewunder die ich nicht wegdiskutieren kann. Im Katholischen soll das volle Heil sein, im Evangelischen nur durch Christus, im Katholischen gibts Heilige und Kirchenlehrer die sich aber widersprechen in ihren Aussagen und Meinungen, es fehlte der Rote Faden. Ich ging wochenlang jeden Sonntag zur Messe um die Eucharistie zu empfangen da sie ja durch die Eucharistiewunder recht bedeutsam und wichtig sein muss. Das führte mich aber eher noch mehr weg von Gott weil ich irgendwann so viel wusste und gelesen habe dass ich völlig verwirrt war, was jetzt davon stimmt. Ich wusste nicht mehr was ich glauben soll, bis heute stecke ich in einer riesigen Glaubenskrise weil ich einfach nicht die "konfession" bzw. Kirche und Gemeinde finden kann die mir inneren Frieden gibt. Ich ging nach der Sonntagsmesse zu einem polnischen Pfarrer in der Hoffnung dass er mir meine Glaubensfragen beantworten kann, über Aussagen und Heilige die mich verunsichern, über den Glauben an Gott an sich, Katechismus usw. Leider war der Pfarrer wie sich später herausstellte strenger Missionar und einer der beiden Leiter von nem Christlichen Evangelisationszentrum (Leben im Licht). Durch meine Polnischen Wurzeln bin ich mit meiner Mutter zur Polnischen messe gegangen, die Sprachbarriere (bin völlig unbeholfen im polnischen wenns um christliche Texte geht und kommunikation mit dem Pfarrer, ich habe so ein richtiges Bauernpolnisch drauf und verstehe nur die hälfte und kann nicht richtig formulieren was ich fragen will) ... jedenfalls hat mich der Pfarrer ins Evangelisationszentrum eingeladen und wir haben eine hl. Messe gefeiert. Ich hab 2 Tage nicht geschlafen weil ich endlich meine Glaubensfragen beantwortet haben wollte. Völlig übermüdet und gestresst kam ich an, in der Hoffnung er hilft mir mit meinen Fragen. Nichts, nada. Er lud mich ein mit den Gläubigen seiner Gemeinde zu essen und ich hörte von hinten als ich eine rauchen war wortgemäß "los! Den müssen wir bekehren!", er dachte ich habe das nicht gehört. Ich sagte aber nichts dazu. Danach fingen die Gläubigen stories auszupacken dass wenn der heilige Geist dich trifft dass man nichts dagegen tun kann, dass sie Muslime schon zum Christentum bekehrt haben usw. Während der Messe hat mir übrigens einer der Gläubigen gegen den Fuß getreten als die Hl. Hostie kam weil ich saß und einfach gestresst und übermüdet war, ich solle gefälligst aufstehen. Das machte mir noch weniger Mut und traumatisierte mich. Genau so wie die Gespräche mit den Gläubigen bei denen es nur drum ging mich vom Glauben zu überzeugen - der Pfarrer hat übrigens auch die Messe für mich gefeiert (ich bin getauft, gefirmt, katholisch etc.). Danach ging es ins Pfarrerliche Büro. Ich hatte 1000 fragen gestellt, der Pfarrer antwortete auf keine einzige er sagte nur "es ist halt so im katholischen", er sagte ich soll mir das Buch Glaube und Vernunft (Fides et Ratio) von Johannes Paul II durchlesen. Als ich nachhause fahren wollte kam er mit zum Auto, stand die ganze zeit direkt am Auto (ich hab mich verdammt unwohl gefühlt) und betete, ich hab mich von ihm einfach nur bedrängt gefühlt. Und er guckte auch dauernd nach was ich gerade mache. Als ich nachhause fuhr war ich enttäuscht und traumatisiert, ich dachte hoffentlich wird mir das Buch von JPII wenigstens meine Fragen beantworten. Aber das hat mich noch mehr traumatisiert... Auch Dinge wie : "Wir sind nur geschaffen um Gott zu dienen und nichts weiteres" laut Katechismus und Lehre von JP II im Buch haben mein Weltbild komplett zerlegt. Und soweit ich weiß ist auch das zu glauben im Katholischen verbindlich. Sprich so wie ich es verstanden habe sollen wir betende Roboter sein und nicht mehr materiell denken. (Laut meinem Verständniß des Katholischen glaubens).
Zuhause habe ich gebetet : "Herr Jesus Christus, rette mich, ich übergebe dir mein Leben weil ich mit den ganzen Glaubenszweifeln nicht mehr leben kann, sei mein Kompass und führe mich, du bist mein Herr.". Ab da an gings noch mehr bergab. Ich habe das mit der Selbstbefriedigung (weil ich keine Frau habe) zwar jetzt einigermaßen im Griff, aber dafür sogar noch mehr Zweifel bekommen welche "Lehre" jetzt wahr ist, und wie ich den Glauben endlich gesund leben kann. Am nächsten Tag gings mir so schlecht weil ich völlig überfordert war und ich einfach die ganze Nacht nur dachte was jetzt passiert, ob diese ganzen Bekehrungsgeschichten aus dem Internet wahr sind etc, und ich war durch den Pfarrer traumatisiert , dass ich meiner Mutter am nächsten Tag sagte ich muss zum Arzt und brauch Beruhigungsmedis, sie weiß dass ich sehr gläubig bin. Als sie merkte dass es mir nicht gut ging, ging sie trotzdem zur Reha obwohl ich sie tausendmal gebeten hab zuhause zu bleiben weils mir heute richtig schlecht geht und ich nicht allein sein will. Dann stürzte mein Hund die Treppe runter, ich bin beim Psychologen an dem Tag gelandet zur Beruhigung und meine Mutter hat den 3. Schlaganfall erlitten während der Reha (alles am selben Tag). Es ging weiter bergab, mein Nervensystem ist einfach auf Anschlag seit der Geschichte weil ich das als Strafe gottes sah, aber wissen tue ich es nicht. Ich betete ohne Ende damit Gott meine Familie und mich nicht weiter straft, ich habe meiner Mutter auch gesagt sie soll Jesus ihr Leben übergeben (sie ist auch nervlich am Ende nachdem mein Vater starb). Es führte aber zu nichts, unsicherheit hat sich bei mir breit gemacht ob ich Jesu mein Leben übergeben habe, deshalb hab ichs mehrmals nochmal im Gebet übergeben. Bin zu zwei Deutschen Pfarrern gegangen die sprachen Gott ist liebe und mir viel Hoffnung und Mut gemacht haben, aber es hat sich nichts geändert trotz vieeeel Gebet und Gesprächen. Eines Tages hat mir der Pfarrer dann noch auf Whatsapp geschrieben "Kommst du zur Messe heute, jeder Muss das Kreuz Christi auf sich nehmen, bitte sage mir bescheid ob du kommst oder nicht"... wieder wurde es aufgedrängt. Ich habe das Gefühl Gott will mir einfach nicht helfen. Auch bei so dingen wie, ich Sündige weil ich aus Fleisch bin, aber in der Kath. Kirche bin ich im Stand der Todsünde wenn ich mich mal selbstbefriedige weil ich den Druck nicht mehr aushalten kann, wenn ich theoretisch eine Frau finden würde mit der ich zusammenlebe oder Sex vor der Ehe habe, auch wenn die Beziehung zur Ehe führt... kirchenrechtlich darf ich die HL. hostie nicht annehmen, und das ist die Sache. Es ist kein schönes Gefühl im Stand der Todsünde zu leben wegen sowas... auch wegen Dingen wie "Schimpfwörter benutzen, usw". Wenn ich mir den Beichtspiegel anschaue vergehts mir was alles sünde ist. Im Evangelischen fühle ich mich auch nicht zuhause weil ich die Bibel mittlerweile nicht mehr lesen kann, ich deute, verstehe jede Stelle falsch oder interpretiere notorisch rum wie das gemeint sein könnte. Es sind einfach zu viele Informationen die ich durchs Internet usw. gelernt habe und Bücher. Ich finde mit der Bibel keinen roten Faden mehr und es gibt mehr als genug widersprüchliche Stellen für mich und Stellen die ich absolut nicht nachvollziehen kann (Nächsten Lieben, Vater und Mutter - aber dann bringt Christus das Schwert und wir sollen Vater Mutter etc. Hassen). Und dann wechsel ich mal die Übersetzung und die Aussage ist ne völlig andere ... sowohl in der Deutschen Übersetzung (Einheit, Schlachter usw.) als auch wenn ich sie in Englisch lese. Ich drehe mich mit den Aussagen nur noch im Kreis. Dass im Gottesdienst gelehrt wird dass es wichtig ist Täglich die Bibel zu lesen machts mir nicht besser. Ich musste das jetzt erstmal einstellen weil ich nicht kann und zugrunde gehe mit dem ewigen grübeln.
Ich musste den Beitrag einfach mal schreiben und Bete um euer Gebet und um eure Hilfe, mir gehts echt nicht gut in sachen Glaubensfragen. Ich hoffe der Herr Christus wird mir helfen. Vielleicht hat jemand von euch Tipps, Bücherempfehlungen, Anreize oder sonstiges dazu zu sagen 🙁
Liebe Grüße
Veröffentlicht von: @dominik1995_rlp
... weil ich die Bibel mittlerweile nicht mehr lesen kann, ich deute, verstehe jede Stelle falsch oder interpretiere notorisch rum wie das gemeint sein könnte.
Du erinnerst mich an den Musiker Knut Kiesewetter mit seinem "Keiner hat mich richtig lieb". Es kann bei dir daran liegen, dass in dir eine Art Aufbegehren durch die steifen Interpretationen entsteht und dass tief in deiner Seele dir die Lebendigkeit und Fortschrittlichkeit fehlt. - Das kann ein gutes Zeichen sein ...
@dominik1995_rlp Sie haben viel darüber geschrieben, warum sie glauben etwas glauben zu müssen- nur woran glauben sie eigentlich vom Herzen her? Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Nehmen sie sich etwas Zeit und gehen einfach mal in die Natur, irgendwo abseits von Menschen - einfach damit sie sich selbst überhaupt erst einmal kennen lernen (können). Setzen sie sich irgendwo hin und betrachten die Schönheit der Natur, am besten an einem sonnigen Tag. Die Natur ist schön, ihre Hölle sieht sicher anders aus und kann warten, lassen sie sie einfach Hölle sein. Kommen sie stattdessen zur Ruhe. Ich empfehle Ihnen folgendes Gebet" Veni Sancte Spiritus - Komm, heiliger Geist". Nicht mehr, nicht weniger. Sie können es leise singen oder rezitieren nur konzentrieren sie sich auf jedes Wort, jeden Buchstaben als ob ihr Leben davon abhängt. Rezitieren sie mit Glauben an das was sie sagen. Irgendwann mögen sie die Erfahrung machen still zu werden. Dann achten sie auf ihr Herz! Was haben sie für Empfindungen, was kommt ihnen spontan in den Sinn? Hieran erkennen sie wer sie sind, wo sie stehen und worauf Gott sie hinweist. Beten sie zu unserem himmlichen Vater um Heilung in Jesu Namen wenn dies notwendig erscheint, erfreuen sie sich an der Hinwendung die sie erfahren, worin immer sie auch bestehen mag. Vertrauen sie auf Gott bedingungslos. Möge der Frieden Gottes, jener der in Christus ist auch mit Ihnen sein.