Unsicherheit und Zweifel und überhaupt
Hallo, wie sicher erkannt, ist mein Name Michael, ich bin 58 Jahre alt und bin voller Zweifel, wie ich es angehen soll. Irgendwie habe ich mich schon immer als gläubiger Mensch gesehen, nur zweifele ich daran, ob das auch wirklich so ist. Mir geht es in jeder Hinsicht ausgezeichnet, klar hat man seine Sorgen, aber nichts, was ich als ansatzweise bedrohlich empfinde. Ich bin beruflich gut etabliert, habe keine finanziellen Sorgen, bin für mein Alter noch relativ gesund, klar. Wehwehchen sind an der Tagesordnung.
Und wenn es einem gut geht, dann scheint Glauben recht einfach zu sein. Aber glaube ich wirklich, oder ist das nur ein so tun als ob? Ich fühle da nicht wirklich eine Art göttlicher Präsenz, wie ich es immer wieder lese. Wie empfindet ihr das?
Hallo Michael,
ich antworte dir mal mit einem Bibelzitat:
Johannes 20,27-29
27Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 28Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!29Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
Es wird als eine Form des Glücks und der Segnung betrachtet, einen Glauben zu haben, der nicht vom bloßen Anblick oder Beweis abhängig ist.
Irgendwie habe ich mich schon immer als gläubiger Mensch gesehen, nur zweifele ich daran, ob das auch wirklich so ist
Also…so schlecht ist das nicht, was du da machst…du hast dazu den „Daumen-hoch“ von Jesus selbst.
Wertschätze es und halte daran fest! 🙂
@stern Vielen Dank für deine Worte, der ungläubige Thomas ist mir gestern in diesem Vers schon vorher begegnet, interessant. Und das passt ganz gut auf meine Situation, denn ich tendiere auf jeden Fall zu greifbaren Fakten und genau dies dürfte mir im Weg stehen.
Der Weg hin zu diesem Glauben ohne Beweis ist somit schwierig für mich.
Der Weg hin zu diesem Glauben ohne Beweis ist somit schwierig für mich.
Was ich dir aus eigener Erfahrung dazu sagen kann, ist dies:
Jesus fordert uns dazu auf, gläubig zu sein. Das heisst, es ist in unserem Vermögen, das eben zu tun (oder nicht zu tun). Das heißt für mich aber auch, es ist eine Entscheidung.
Und solange du schwankst, wirst du so hin und hergerissen bleiben. Mal da…mal dort.
Vielleicht kommt dann eines Tages der Punkt, an dem du sagst: ok, entweder es gibt Gott oder nicht, ich muss mich für mich selbst entscheiden, damit ich die Segel setzen kann….zumindest war es bei mir so, dass ich das für mich eines Tages fest machen musste. Weil das Hin und Her so sinnlos war.
Andere können da eventuell länger und besser mit einem ungeklärten Status in dieser Frage leben.
Und wenn man sich das selbst beantwortet hat - dann brauch es keinen Beweis…das ist das Gute daran.
Du lebst einfach - entweder im Bewusstsein einer Verantwortung vor Gott - oder eben ohne Verantwortung vor Gott. Was dich ja nicht automatisch zum schlechten Menschen macht, genauso wenig wie gläubig zu sein, dich automatisch zu einem guten macht.
Objektiv betrachtet mag man vielleicht keinerlei Vorteile zu sehen, wenn man an Gott glaubt. Man ist ja trotzdem den gleichen Bedingungen ausgesetzt. Für mich innen drin ist es ein Unterschied.
Aber sämtliche Zweifel fallen erstmal weg, wenn man sich fest gemacht hat. (Was aber noch keine Aussage über die ferne Zukunft möglich macht.)
ich habe hier viele liebe Gedanken und Zuspruch gefunden, die mich bestärken, nur, von der Existenz Gottes bin ich überzeugt, sonst würde es uns schließlich gar nicht geben. Meine Hürde ist es, einen Weg zu ihm zu finden.
Sorry für die etwas kurze Antwort, ich bin jetzt etwas knapp mit der Zeit, ich werde noch ausführlicher zurückkommen
@stern Die Entscheidung, dass da etwas großes ist, fällt leicht, man siehe sich nur das Wunder des Lebens an, das Universum und stelle sich die einfache Frage: Wenn die Wissenschaft vom Urknall überzeugt ist - und das ist sie - was hat ihn ausgelöst, worin dehnt sich unser Universum aus? Wie groß muss diese "Macht" sein und so etwas gigantisches entstehen zu lassen. In der Bibel wird gern über die minimalistischen Senfkörner gesprochen, was ist wenn dieses unser Universum vielleicht nur eines ist? Mein Verstehen wird damit völlig gesprengt.
Also MUSS da zwangsläufig etwas sein und das MUSS einem Zweck dienen, aber das entzieht sich unserer Kenntnis. Im kleinen machen wir das auch, mit Pflanzen und Tieren und wenn man Tiere gut behandelt und ins Herz schließt, merken diese das überlicherweise. Und jetzt auf den Menschen projiziert...erkärt sich einiges.
Und ja, ich mag eher die rationalen Ansätze. Jetzt muss dieser Ansatz noch im Herzen ankommen und ihr alle habt mir jede Menge Input dazu geliefert. Ihr seid so lieb ❤️
Wie groß muss diese "Macht" sein und so etwas gigantisches entstehen zu lassen.
Wo sind denn deine Zweifel, wenn du den Schöpfer gar nicht in Frage stellst?
Die Entstehung von Leben aus toter Materie nehme ich auch als Hinweis auf einen Schöpfer, in christlicher Wortwahl auf Gott.
Ein Gottesbeweis ist das aber nicht. Dein "MUSS" sehe ich nicht. Es kann mehrere Erklärungen geben, evtl. sogar ganz natürliche. Die Wahrheit hängt nicht davon ab, dass ich sie verstehe, oder dass irgendein Mensch sie versteht. Die Menschheit ist und bleibt auf der Suche.
Um meine tiefe Ehrfurcht vor dem Geist des Lebens auszudrücken, verwende ich die christliche Terminologie. Das heißt aber nicht, dass ich mich verpflichtet fühle, in jedem Detail das zu glauben, was in der Bibel steht oder was Tradition und kirchliche Lehre sagen. Wir wissen z. B. heute, dass die Erde Kugelform hat und sich um die Sonne dreht. Zu biblischen Zeiten herrschten andere Vorstellungen, und die sind in die Bibel eingeflossen.
Ich halte Glauben für eine Entscheidung, vermute aber, dass diese Entscheidung bei mir, wie auch bei den meisten anderen Menschen, nicht so rational getroffen wird, wie man es sich gern einbildet. Da sind u.a. soziale und psychologische Effekte im Spiel. Als Gläubiger wird man auf diesen Ebenen sprachfähig. Darin liegt eine der Stärken des Glaubens.
Veröffentlicht von: @michael_eDer Weg hin zu diesem Glauben ohne Beweis ist somit schwierig für mich.
Es gibt keinen Gottesbeweis. Darin sind sich sogar die meisten Theologen einig.
Lieben Dank für deine Worte.
einen Beweis wird es wohl auch nicht geben, aber ich kann Rückschlüsse ziehen und da magst du vollkommen richtig liegen, dass MUSS nicht so sein, wie ich es sehe, nur, wenn ich mir ansehe, wie Wissenschaftler versuchen hochkomplexe Modelle zu erstellen, die vielleicht 10 Menschen verstehen und dann doch nicht richtig liegen, wie so oft in der Vergangenheit, dann sehe ich durchaus einen göttlichen Faktor. Da werden 10 dimensionale Modelle erstellt, es gibt eine String Theorie, tatsächlich gesehen hat sie niemand.
Es gibt aber einen Nachweis, dass zumindest ein großer Plan, wie er in der Bibel genannt wird, existiert, der Kosmologe Brandon Carter hat bereits vor 50 Jahren den - bisher unbestrittenen - Beweis angeführt, dass das Weltall auf einer bewussten und sorgfältigen Planung basiert. Also wird da wohl "jemand" sich viele Gedanken gemacht haben und das kann doch nur eine göttliche Kraft sein.
Ich glaube nicht, dass die Menschheit ohnehin noch die Zeit hat, um jemals hinter das große und ganze zu kommen.
Die einen kommen auf dem einen Weg zu Gott, ich versuche meinen Weg, viele Wege führen zum Ziel.
Es gibt aber einen Nachweis, dass zumindest ein großer Plan, wie er in der Bibel genannt wird, existiert, der Kosmologe Brandon Carter hat bereits vor 50 Jahren den - bisher unbestrittenen - Beweis angeführt, dass das Weltall auf einer bewussten und sorgfältigen Planung basiert. Also wird da wohl "jemand" sich viele Gedanken gemacht haben und das kann doch nur eine göttliche Kraft sein.
Ein solcher Nachweis existiert nicht, zumal es in der Naturwissenschaft ohnehin keine Beweise gibt. Und mit Mathematik allein wird man hier nicht weiterkommen.
Natürlich gibt es philosophische Ansätze - aber nichts, das zu endgültigen Schlüssen führen würde.
Es bleibt wohl dem persönlichen Glauben vorbehalten, hier die Lücken zu füllen...
Kleine Ergänzung.
Wenn du für dich „die Sache mit Jesus“ schon mal „klar gemacht“ hast, vielleicht ist dann auch einfach der nächste Schritt dran und in die Beziehung mit ihm tiefer hinein zu gehen. Ihn vielleicht besser kennenzulernen durch Bibellesen und Gebet und aktiv zu fragen „Herr, was möchtest du, was ich tue?“
Plüschmors Impuls in Sachen Dankbarkeit und Lobpsalmen finde ich in dem Zusammenhang auch sehr gut. Denn es ist nicht selbstverständlich, dass du hast, was du hast.
Glaube will gelebt werden.
@ga2 Vielen Dank. Du empfiehlst mir, ins Gebet zu gehen und die Bibel zu lesen. Tatsächlich habe ich mir die Stuttgarter Version zugelegt und fange gerade damit an.
Gebete fallen mir erstaunlich schwer, ich versuche es als eine Art Dialog mit Gott und finde nicht die richtigen Worte. Oft artet es in einer Art Selbstgespräch aus. Amüsantes Beispiel (etwas überspitzt): Mein Beginn: Hallo Gott, ich hab da mal ne Frage", wo dann meine innere Stimme antwortet: "So kannst du doch nicht mit dem Schöpfer reden" und die nächste Stimme reagiert mit "Doch, er kennt dich und deine Macken". Danach setze ich dann nochmal neu an, respektvoller. Und beim Schreiben dieser Worte fällt mir unwillkürlich auf, dass hier meditative Aspekte mit einfließen.
Dankbarkeit werde ich üben.
Veröffentlicht von: @michael_eGebete fallen mir erstaunlich schwer, ich versuche es als eine Art Dialog mit Gott und finde nicht die richtigen Worte. Oft artet es in einer Art Selbstgespräch aus. Amüsantes Beispiel (etwas überspitzt): Mein Beginn: Hallo Gott, ich hab da mal ne Frage", wo dann meine innere Stimme antwortet: "So kannst du doch nicht mit dem Schöpfer reden" und die nächste Stimme reagiert mit "Doch, er kennt dich und deine Macken". Danach setze ich dann nochmal neu an, respektvoller. Und beim Schreiben dieser Worte fällt mir unwillkürlich auf, dass hier meditative Aspekte mit einfließen.
Vielleicht ist das DEIN Weg.
Ich bin 'fromm' aufgewachsen - ich kenne biblische Texte; ich hab mich in jungen Jahren des Öfteren bekehrt; ich weiß, wie 'man' betet.
Dummerweise sagt mir nicht jeder biblische Text was; dummerweise ist der Effekt dieser 'Bekehrungen' im Lauf der Zeit immer wieder verpufft; dummerweise weiß ich zwar, wie 'man' betet, aber so mag und kann ich nicht beten. D.h. ich 'könnte' das zwar, aber das wäre halt aufgesetzt.
Aber Gott hat mich doch nicht losgelassen und so hab ich ihm halt irgendwann gesagt, dass ich ihn ja eh nicht loswerde, dann können wir auch den Weg zusammen gehen.
Also lese ich ab und zu ein Andachtsbuch von Adrian Plass (der kann ernsthafte Gedanken humorvoll verpacken) und rede mit Gott in meinen komplett unfrommen Worten, als ob er neben mir stehen würde. Ab und zu denke ich mir dann auch, dass diesen Gesprächen die Ernsthaftigkeit und 'Ehrfurcht' fehlt, aber an anderer Stelle wurde auch schon gesagt, dass man mit Gott reden kann wie mit einem Freund. Und damit hält unsere Beziehung jetzt schon relativ lange.
Dankbarkeit werde ich üben.
Das ist definitiv nicht schlecht.
@chai
Ja, der Punkt mit dem Freund ist etwas, mit dem ich mich auch gut anfreunden kann. Jesus selbst müsste an sich ein humorvoller "Typ" gewesen sein, die damalige Sprache war von humoristischen Spitzen geprägt und ein Kamel durch ein Nadelöhr ist schon recht witzig.
Deine Worte bestärken mich, diese Art beizubehalten.
Bibeltexte fallen mir auch schwer. Wie ich schrieb, nutze ich die kommentierte Stuttgarter Version, das hilft mir enorm, sie beleuchtet die Texte in einer Art, die mir so nicht klar gewesen wären, mit geschichtlichen, sozialen und politischen Hintergründen, soweit bekannt und stell die Zusammenhänge gut dar. Teilweise lese ich zwar die Texte mehrfach, bis ich sie glaube verstanden zu haben.
Darf ich fragen, ob das immer so war? Ging es dir immer "gut" - ich tausche gern ;). Bei mir ist es emotional betrachtet eher das Gegenteil.
Viele Christen berichten das wenn sie in großen Problemen Gott stärker erlebten, das ist wohl richtig.
In der Regel ist es schon so das Leben als Christ ist zumindest nicht immer einfach, auch durch gewisse Gebote und Regeln, welche uns schon auch mal was abverlangen können, auch ohne große Private Probleme.
@kappa Natürlich darfst du fragen! Nein, es ging nicht immer gut, eine meiner Töchter wäre fast gestorben, wir hatten Zeiten großer finanzieller Not und ich selbst hatte gefährliche Herzprobleme. Durch glückliche Fügungen (durch Gottes Wirken?) hat sich dies aber alles für mich sehr gut gelöst, von den altersbedingten Wehwehchen halt abgesehen.
Zu keiner Zeit habe ich etwas von Gottes Wirken gespürt, zugegeben, ich habe wohl auch nicht gesucht oder überhaupt verspüren wollen. Dankbar bin ich allerdings sehr und richte ihm das auch aus.
Darf ich im Gegenzug fragen, wo es bei dir "hakt"?
Welche Regeln und Gebote hast du im Sinn?
@michael_e Und wenn es einem gut geht, dann scheint Glauben recht einfach zu sein.
Das sehe ich nicht so. Wenn es einem so richtig gut geht, dann ist der Glaube schwierig. Es sieht so aus, als würde ich Gott nicht brauchen und dann ist die Beziehung zum Herrn maximal so ein Nebending. Vielleicht mal ein Gottesdienstbesuch, ein Gebt - und das war es dann.
Glaube wächst in der Not. Wenn ich deutlich spüre, dass ich mit meinen Mitteln am Ende bin - dann erinnern sich viele an Gott und dann kommen die Menschen auch Gott wieder näher.
Natürlich muss das nicht immer so sein, aber es ist das ein häufig zu beobachtender Mechanismus.
Viele glauben sogar, dass Gott genau deshalb Nöte bei Menschen zulässt.
Von Deiner Position aus: Mach Dir doch mal bewusst, wie beschenkt Du bist! Materiell, Gesundheitlich, sozial ...
Und dann fang an "Danke!" zu sagen - immer wieder.
Glaube ist Beziehung zum Herrn. Diese Beziehung ist ein Wert an sich und vermutlich das, was uns letztendlich aus dem Gericht hinaus bringt. Wenn Du vor Jesus stehst, dann sollte er Dich kennen, weil ihr viel Zeit miteinander verbracht habt.
Und es ist das wirklich ein Wert, den kann Dir nichts ersetzen.
Ich fange grad an, mich über den Begriff "lebendiges Wasser" zu informieren. Ich bin da noch ganz am Anfang. Aber das ist z.B. etwas, das Jesus uns umsonst geben will. Lebendiges Wasser ist Wasser, dass Kontakt hat zum globalen Wasserkörper. Keine dreckige Pfütze, sondern es kommt aus der Quelle und endet im Meer.
Es ist das keine wissenschaftliche Bezeichnung, aber solches Wasser ist auch in einer Mikwe, dem jüdischen Reinigungsbad für rituelle Reinigungen. Das Wasser eine Mikwe muss "lebendiges Wasser" sein.
Jesus will uns also etwas geben, das reinigt. Indem Jesus unsere Schuld trägt, macht er uns frei von Konsequenzen unserer Sünden. Das befreit, nimmt den Druck, macht "lebendig".
Aber ich frage mich, ob da nicht noch mehr ist.
Lobpreis und Gebet ist etwas, dass ich selber als "lebendiges Wasser" erkannt habe. Es baut mich das auf, macht mich stark und macht mich fröhlich im Herzen. Und wenn Du sagst: Wenn ich immerzu nur loben soll, dann sage ich oft dasselbe. Dann lasse ich den Heiligen Geist einfach geben. Ich gebe meine Zunge frei für Zungengebet. Ich komme nicht aus einem gemeindlichen Kontext, wo das praktiziert wird, aber es funktioniert. Bin einfachmal damit angefangen. Kritiker sagen mir dann, dass ich ja nie wissen könnte, ob ich da nicht ganz schlimme Dinge sage. Das kann ich ausschließen. Wenn ich in Zungen bete und dann an Jesus denke, dann spüre ich, wie der Heilige Geist ganz in Begeisterung gerät. Das würde nicht passieren, wenn ich ganz böse Dinge sage oder eine böse Macht sich meiner Zunge bedient.
Was hat das jetzt mit lebendigem Wasser zu tun und mit Deiner Frage?
Ich denke, dass der Heilige Geist uns auch lebendiges Wasser ist. Ich empfinde das Wirken des Heiligen Geistes als total aufbauend und schön.
Das ist eine Bereicherung, die ich Dir auch wünsche.
Gott ist nicht nur für uns da, wenn es uns schlecht geht. Wir können auch sehr gute und aufbauende Zeit mit Jesus, mit dem Heiligen Geist verbringen, wenn es uns sonst richtig klasse geht. Und Du wirst merken, dass da Potential in Dir ist, an das Du zuvor nie gedacht hast.
Wenn ich Jesu lebendiges Wasser trinke, habe ich auch weniger Verlangen nach Dingen, die nicht so im Einklang mit Gottes Willen sind, denen ich aber sonst mal leichter nachgebe, habe ich festgestellt.
Situationen, in denen ich dieses lebendige Wasser aufgenommen habe, waren auch Zeiten, in denen ich Gemeinschaft mit Geschwistern verbracht habe und Jesus ganz klar dabei war. Das war zB auch mal ein gemeinsames Wochenende mit einer befreundeten Familie oder Dienst mit anderen bei einem christlichen Jugend- oder Ferienprojekt. Wo man Unterschiede beiseite ließ und einfach nur Gemeinschaft hatte in Jesu Namen.
@goodfruit Danke für deine tolle Antwort, nur, ich sehe das eher so: wenn es einem gut geht, gibt es keinen Grund an seiner Gläubigkeit zu zweifeln, wenn es nicht gut geht, fragt man sich dann nicht, warum Gott diesen Zustand überhaupt zulässt und beginnt zu hadern? Ich hatte diesbezüglich ein tolles Gespräch mit einem Pfarrer und er empfahl mir Hiobs Geschichte. Aber diese wartet noch auf mich.
Der Begriff "Lebendiges Wasser" ist mir noch nicht begegnet, ich werde mich aufschlauen.
👍 Und vor dir liegt eine einzigartige Zeit und eine Fülle wartet bei Gott auf dich. 🙂
wenn es nicht gut geht, fragt man sich dann nicht, warum Gott diesen Zustand überhaupt zulässt und beginnt zu hadern?
Ich weiß, dass viele so denken. Sie glauben, dass unser Wohlergehen von unseren guten Taten abhängt und so suchten denn Hiobs Freunde ja auch nach der Ursache für seine Misere in Fehlern bei Hiob.
Aber so ist das nicht. Weder bekommen wir besonders viel oder besonders gutes, wenn wir besonders fromm leben, noch sind es die schlechten Leute, denen es auch schlecht geht.
Dies war eine im Kontext des AT verbreitete Denke und auch da funktionierte dass nicht zuverlässig:
Jer 12,1 HERR, wenn ich auch mit dir rechten wollte, so behältst du doch recht; dennoch muss ich vom Recht mit dir reden. Warum geht’s doch den Gottlosen so gut, und die Abtrünnigen haben alles in Fülle?
Mein Eindruck ist der:
Besonders gute Menschen werden oft von Satan bedrängt. Er hat wenig Einfluss auf sie und er mag ihnen Erfolg nicht gönnen und er wünscht sich diese Menschen von Gott getrennt. Es gibt wirklich eine Gefahr, in der Zeit der Not von Gott abzufallen, weil man sich ungerecht behandelt fühlt. Dabei hat Gott damit meist überhaupt nichts zu tun, sondern es ist Satan, der die Dinge ungünstig führt.
Abhilfe: Satan hat kein Recht auf Christen! Seine Macht gründet auf Lüge und Betrug, Mord und Totschlag. Es ist wichtig, dass Christen das wissen, denn dann können sie ihn konfrontieren, wenn er sich etwas herausnehmen will, auf das er kein Anrecht hat.
Und nun zur anderen Seite: Gott gehört alles und so ist Gott unvorstellbar reich. Gott kann uns reich beschenken. Und wir können von Gott viel erbitten.
Schau mal:
Jak 4,2 Ihr seid begierig und erlangt’s nicht; ihr mordet und neidet und gewinnt nichts; ihr streitet und kämpft; ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet;
Jak 4,3 ihr bittet und empfangt’s nicht, weil ihr in übler Absicht bittet, nämlich damit ihr’s für eure Gelüste vergeuden könnt.
Joh 16,24 Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr empfangen, auf dass eure Freude vollkommen sei.
Hier die Ursache, warum manche Menschen arm sind, obwohl sie doch Gott treu dienen und wissen sollten, dass Gott sie beschenken möchte, dass Gott möchte, dass es ihnen auch wirtschaftlich gut geht.
Oft ist es sogar so, dass Christen, die die Möglichkeit hätten zu Geld zu kommen, lieber arm leben. Da ist irgendein Glaube da, dass es christlichen Glauben nur in asketisch, nur in bedürftig gibt. Aber das ist falsch. Es gibt eine Gefahr im Mammon. Aber Geld eröffnet auch Möglichkeiten und mit Geld lebt es sich angenehmer. Man muss aufpassen, dass Geld nicht zum Gott wird und dass der Geber der Gaben mir immer bewusst bleibt.
@goodfruit da hast du einen Punkt erwähnt, der sehr interessant ist, erbitten für die persönliche Bereichung. Klar Geld und Materielles sind sicher falsche Wünsche und Egosimus wird nach dem Hinscheiden sicher kein gutes Gefühl hinterlassen, spätestens bei der Retrospektive.
Auch an dich, falls ncht schon vorher geschehen, einen ganz herzlichen Dank für die Mühe, die Zeit die du (ihr) euch genommen hast und das Vermitteln eines neuen Blickwinkels.
Veröffentlicht von: @ga2„Jesus, wenn es dich wirklich gibt, dann zeig dich mir bitte, dass ich dich näher kennenlernen kann“.
Einige meiner Bitten hatten einen fast wortgleichen Inhalt. Entweder war ich zu blind es zu erkennen, oder es ist nichts passiert.
Erstaunlicherweise glaube ich meinen Sinn im Leben gefunden zu haben. Ich habe mich lange mit dem Thema Tod beschäftigt und was wohl danach passieren könnte. Es hat lange gedauert, aber ich denke, der Sinn des Lebens ist es Erfahrungen zu sammeln, zu lernen und sich mit immateriellen Dinge zu beschäftigen, denn diese nimmt man nach dem eigenen Ableben mit in den (ich nenne es liebevoll) nächsten Level. Das impliziert selbstverständlich einen Glauben auf eine Weiterexistenz. Ein Philosoph (1600 und) hat es sinngemäß ausgedrückt, mit "als ob der Finger wüsste, dass er zur Hand gehört". Heißt also die Aufnahme der Seele(?) in eine größere Entität.
Naja, nix passiert würde ich jetzt nicht so sagen, wenn ich dich hier lese. Es scheint ja irgendwas angerührt zu sein und du fragst bei Christen nach.
wo sonst hätte ich nachfragen sollen? Ich bin sehr erfreut, hier so viel Inspiration und Hilfe bekommen zu haben, obwohl ich ganz frisch und unbekannt bin. Vielen vielen Dank
Hallo lieber Michael_E,
schön, dass du hier gelandet bist und danke für deine Offenheit. Ich bin ein paar Jährchen jünger und kann nicht nicht-glauben. Wie ich zum Glauben gefunden, Glaube gelernt habe? Es hat sich „einfach so“ ergeben. Prägend waren dabei für mich Gruppen wie Schülerbibelkreis, Mädchen- und Jugendkreis und danach Hauskreise. Dabei war die Bibel stets feste, begleitende Basis.
Zweifel kenne ich auch. Ich bin ein Typ, der gerne in Frage stellt, eher kritisch ist. An Gott gezweifelt habe ich eher selten; mehr an den Menschen, an mir. Meine Fragen haben (zeitweise) auch aushalten müssen, dass ich keine Antwort fand; auch darin bin ich gewachsen.
… glaube ich wirklich, oder ist das nur ein so tun als ob?
Wenn du dir diese Frage stellst, scheint dein Glaubensfundament nicht sehr sicher zu sein. Gegenfrage: Woran machst du deinen Glauben fest? Worin zeigt sich dein Glaube?
Für mich ist mein Glaube darin präsent, dass ich auf Gott vertraue. Ich weiß um Ihn, der es gut mit mir meint und der für mich sorgt. Göttliche Präsenz wäre jetzt nicht meine Wortwahl. Ich würde es so bezeichnen, dass ich mich in Ihm geborgen fühle. Ich erlebe, wie Er mich führt, leitet und beschenkt. Und ich sehe mich in Jesu Nachfolge; bin dankbar für Liebe und Barmherzigkeit, die ich - so wie es mir gelingt - gerne weitergebe. Dabei prägt mich die Bibel, so wie ich sie lese oder Impulse anderer daraus wahrnehme.
Empfehlen kann ich dir folgenden, angenehm kurzen Input zur Tageslosung. Und - mach dir keinen Druck. Ich bin mir sicher, Gott schätzt es, wenn wir uns und Ihm nichts vormachen; mehr braucht es nicht - besser formuliert, das ist als Ausgangsbasis völlig ausreichend.
LG Seidenlaubenvogel
Weil ich genau an diesem Fundament zweifele, habe ich mich an diese Community gewandt.
Du stellst mir zwei Fragen, auf die ich eigentlich gar keine richtige Antwort habe.
In der Vergangenheit bin ich aber immer und immer wieder mit dem Thema Glauben in Kontakt gekommen und versuche den christlichen Werten entsprechend zu leben und agieren. Zumindest einigen, z.B. Vergebung, Mitgefühl, Loyalität, Gleichwertigkeit. Das gelingt bei weitem nicht immer. Wo es bei mir hapert, sind z.B. Demut und diese bedingungslose Liebe zu Gott, ich verspüre sie einfach nicht. Gottvertrauen heißt es immer. Ich bin an sich ein vertrauensvoller Mensch und versuche oft das Gute zu sehen - und falle prompt auch oft auf das Näschen, aber ich gebe es nicht auf.
Ich habe öfter durchaus das Gefühl, dass es "jemand" gut mit mir meint. Und jetzt kommt prompt der innere Zweifler und sagt mir: "Quatsch, du hast einfach nur Glück".
Veröffentlicht von: @michael_e... und diese bedingungslose Liebe zu Gott, ich verspüre sie einfach nicht.
'Bedingungslose Liebe' ist schon ein hoher Anspruch.
Ich denke, es gibt so eine Art Urvertrauen - eben dieses Gefühl, dass da dieser Eine ist.
Ich habe öfter durchaus das Gefühl, dass es "jemand" gut mit mir meint.
Und jetzt kommt prompt der innere Zweifler und sagt mir: "Quatsch, du hast einfach nur Glück".
Kennst Du den Spruch, dass 'Zufall' ein Pseudonym Gottes ist?
Natürlich hast Du manchmal 'einfach nur Glück'. Aber vielleicht wird das ja von diesem 'Jemand' gelenkt?
Er wird dir begegnen. Du sehnst dich danach. Suche ihn; denn Er sagt, dass Er sich finden lässt ...
Glauben ist eben Glauben, nicht Wissen ... und zu glauben fällt vielen oft schwer. Ich bin überzeugt davon, dass Gott die Liebe zu sich in die Herzen seiner Schöpfung gepflanzt hat, weshalb Sehnsucht da ist. Suchen tun Menschen dann an ganz unterschiedlichen Orten. Aber das nur nebenbei.
Unser Gott, dieser unser Gott ist ein personaler Gott, Er ist ein Gegenüber, Er ist erlebbar, erfahrbar ... Er ist nicht "bloß" jemand, über den da geschrieben wurde. Er ist da. Und Er freut sich über dich und deine Suche.
Er wird dir begegnen. Du sehnst dich danach. Suche ihn; denn Er sagt, dass Er sich finden lässt ...
Vielleicht, vielleicht auch nicht...
Ich schalte mich an der Stelle einmal ein, weil mir genau das früher ja auch so gesagt wurde. Und das hat mich damals ziemlich unter Druck gesetzt und eine bestimmte Erwartungshaltung verursacht. So, als müsste da wirklich ein ganz besonderes Erlebnis kommen, quasi mit Jesus persönlich, der vorbeischaut und sagt: "Hey, du hast nach mir gesucht...? Hier bin ich!".
Und das Erlebnis kam dann nie...
Mag natürlich sein, dass es Leute gibt, die genau so ein Erlebnis hatten, in irgendeiner Form. Mir sind aber auch Christen begegnet, die mit so einer Vorstellung nicht viel anfangen konnten, und dergleichen auch nicht erwartet haben.
Da gab es keine "Begegnung" und keine "Gespräche mit Gott", aber trotzdem eine tiefe Gewissheit, dass Gott da ist, und dass er zuhört. Die haben sich ihre Leitlinien dann der Bibel entnommen, statt ein "direktes Gespräch" zu führen. Das ist dann der erwähnte "nüchterne" Glaube, und ich zweifle nicht daran, dass dieser genau so aufrichtig ist wie jener, der eher emotional geprägt ist.
Und natürlich gibt es auch die Möglichkeit, dass man irgendwann enttäuscht aufgibt, wenn man keine Möglichkeit mehr sieht... das ist aber logischerweise nichts, das man aktiv anstrebt, sondern eben auch ein mögliches Ergebnis.
Entscheidend ist am Ende immer, dass man sich nichts vormacht. In welcher Richtung auch immer...
Gott spüren… Hmm, für mich ist das ganz stark verbunden mit der Schöpfung und ihrem Schöpfer und mit dem, was ich von Gott aus der Bibel erfahre und wie es ergänzend zu meinem Erleben passt.
Weiteren guten Rat habe ich nicht - empfehlen würde ich an „deiner Suche“ dran zu bleiben, aber keinen Druck aufzubauen. Entscheidend ist, Glaube lässt sich - wie auch Leben - nicht kopieren. Gott geht mit uns allen einen individuellen Weg und wir mit Ihm.