Woher kommen die kranken Gedanken
Hi,
ich selbst rätsele seit Jahren übner einige meiner schädlichen und krassen Gedanken. Die sind wirklich schlimm. Ich will jetzt nicht näher darauf eingehen. Aber mit Seelsorger darüber geredet. Auch gebetet und auch gebietet mit Worten wie ...Nein in Jesu Namen.
Trotzdem sind die da. Hässlich, widerlich.....
Ich weiß bis heute nicht woher die kommen und wie sie reinkamen.
Wie werden manche Menschen dann dadurch so brutal? Selbstverletzend, Verletzend..
Veröffentlicht von: @meriadocHi,
ich selbst rätsele seit Jahren übner einige meiner schädlichen und krassen Gedanken. Die sind wirklich schlimm. Ich will jetzt nicht näher darauf eingehen. Aber mit Seelsorger darüber geredet. Auch gebetet und auch gebietet mit Worten wie ...Nein in Jesu Namen.
Es ist ja nicht möglich, Dir darauf eine wirkliche Antwort hier im Forum geben zu können.
Meine Rückfrage lautet erstmal: "Mit einem Seelsorger" drüber geredet ... in welchem Kontext (Gemeinde, Umfeld, ausgebildeter Ansprechpartner?) hast Du Rat gesucht? Was hast Du für Antworten bekommen?
Ich tendiere dazu, diese inner-psychischen Dinge (die Dir so zusetzen und Dich ratlos machen) nicht sofort ins Geistliche zu stellen (böses Herz, dunkle Mächte etc.), sondern die Phänomene tatsächlich mal psycho-therapeutisch anzugehen und sich einzulassen auf einen kompetent begleiteten Weg der Selbstergründung und Selbsterforschung ...
L'Chaim
Die Bibel spricht über den sündigen Zustand des Menschen von Natur an (Römer 3,10-12 u.a.). Der Mensch ist von Natur für Gott tot, er ist ein Sünder (Römer 1+2), der von sich aus nicht in der Lage ist, Gott zu gefallen, geschweige denn zu begegnen.
Wir dürfen die geistliche Welt betrachten, immer, in jeder Situation. - Wichtig ist, dass wir von Gott etwas in die Hand bekommen haben, um damit gut umgehen zu können, sodass wir dem nicht ausgeliefert sind.
So Gott an uns arbeiten darf, uns ent-wickeln darf, verändert sich das im Laufe der Jahre oder des Lebens. Ganz aufhören wird es wohl nie. Wir leben in einer gefallenen Welt.
@meriadoc Die sind wirklich schlimm. Ich will jetzt nicht näher darauf eingehen.
Wie soll man über etwas reden, auf das nicht näher eingegangen werden soll? 🤔
Weil es nicht um die Gedankeninhalte geht, sondern darum, wieso das so ist und wo die herkommen. 🙂
@neubaugoere Wieso was so ist? Hier kann sich doch jeder das ausdenken, was ihm so in den Sinn kommt. Manche Leute müssen ständig an's Fleischfressen denken, an Schweinesteaks und Nachtigallenzungen-Omelettes, und die gehen dann hin und kaufen Quältierhaltungsfleisch aus der Billigkühltheke im Supermarkt oder lassen sich von Kriminellen Singvögelkadaver liefern.
Ich wiederum habe krasse Gedanken, wenn ich mal wieder von einem Raser, ob in 'nem SUV, einem Quad oder auf 'nem ohrenbetäubend röhrenden Motorrad überholt werden: "Hoffentlich knallst du gegen den nächsten soliden Baum!" Oder wenn ich in Talkshows oder andern TV-Sendungen feiste Lobbyisten oder gewissenlose Politiker ihre Lügen verbreiten sehe und höre, dann schicke ich manchmal Stoßgebete an all die Götter, an die ich nicht glaube, die man aber gut brauchen könnte: "Warum vermögt ihr diesem Armleuchter oder jener Trulla nicht mal ein Kehlkopf-Karzinom schicken, nur so, um die Welt etwas gerechter zu gestalten?!"
Dann wieder gibt es Leute, die halten sexuelle PHantasien für "schädlich und krass". Oder - wir sind hier ja in einem religiösen Forum - einfach nur Gedanken, die gegen die jeweiligen Denkverbote ihrer spezifischen Ideologie verstoßen.
Die entwickeln dann womöglich Auslöschungsphantasien über Leute, die nicht ihre religiösen oder politischen Ansichten teilen oder ihre sexuellen Normen nicht teilen. Das könnte man dann schon als "schädlich und krass" betrachten.
Und dann gibt es Leute, die leiden unter echten Zwangsvorstellungen, fühlen sich von Dämonen oder der Polizei oder linken Aktivisten oder ihren Vorgesetzten im Büro verfolgt...
Was meine krassen Gedanken angeht, so bin ich mir darüber bewußt, dass man nicht anderen Leuten einen schmerzhaften Krebs- oder Unfalltod wünschen sollte. Aber ich weiß halt auch, dass ich hin und wieder emotional aus der Haut zu fahren tendiere - und kann mir diese Anfälle selbst ganz gut verzeihen, weil ich bisher noch niemanden aus so einem Wut-Moment heraus tatsächlich brutal angegangen bin. Obwohl ich echt, also wirklich, GRRRRRRRrrrrr! manchmal Lust dazu hätte. 😀
Kurz: Solange jeder hier das in die vagen Andeutungen des Threaderöffners hineininterpretieren kann, was ihm/ihr gerade assoziativ an nächsten liegt, kann ich keine sonderlich erkenntnisfördernden Diskussionsansätze erkennen.
sanft anstuppse:
Miteinander - Füreinander
@deborah71 In diesem Forum steht nicht die Diskussion im Vordergrund, sondern persönliche Anliegen und Nöte.
Und ich wüsste halt gern, um welche dieser persönlichen Anliegen und Nöte des Threaderstellers es sich handelt. Aber nun gut, wenn Meriadoc konkreter nicht werden mag - ist ja sein Thread hier. ^^
Ja, hat er ja geschrieben, dass es keine Einzelheiten gibt. Dann muss unsereiner als Mitschreiber sich auf die Basics für solche Fälle begnügen und hoffen, dass da ein zündender Tipp dabei ist.
@meriadoc Ich kann Dir nicht sagen, wo die Gedanken herkommen, aber ich kann Dir sagen, wie man sie wieder los wird: Sei Du der Hüter Deines Herzens! Das bedeutet: wenn die Gedanken kommen, sage "STOPP!" und schmeiß sie raus. Du bist der Boss und wenn Du sie hart ablehnst und ihnen den Raum nimmst, werden sie irgendwann ganz verschwunden sein.
Dem widerspricht meine Erfahrung. Solches Erleben überfällt einen ja nicht von außen, wogegen man sich abschirmen könnte, sondern aus dem eigenen Inneren. Wenn man sie brachial versucht, zum Schweigen zu bringen, werden sie nur noch lauter. Am wirksamsten dürfte "Vergleichgültigung" sein, so nach dem Motto "Gedanken kommen, Gedanken gehen, jetzt habe ich keine Zeit für euch". Damit kämpft man nicht gegen diese und die brauchen auch nicht gegen einen zu kämpfen.
"Gedanken kommen, Gedanken gehen, jetzt habe ich keine Zeit für euch". Damit kämpft man nicht gegen diese und die brauchen auch nicht gegen einen zu kämpfen.
"Liebe deine Feinde" gilt auch für störende Gedanken.
Wie darf ich mir das vorstellen? Oh, schön, dass ihr störenden und belästigenden Gedanken da seid, willkommen?
@neubaugoere Gegenfrage: wie gehst du den mit Menschen um, die die auf die Nerven gehen? Genauso kann man es mit Gedanken auch machen. Es ist tatsächlich so, dass Gedanken umso aggressiver werden, je aggressiver man selbst zu ihnen ist.
Für mich sind das zwei Paar Schuhe, nicht miteinander vergleichbar. Und da das hier das Mi-Fü ist, würde ich eine evtl. "Diskussion" nach woanders verlagern.
"schön, dass ihr störenden und belästigenden Gedanken da seid, willkommen?"
Ja, so ähnlich könnte es sein.
Alles, was von außen störend, belästigend und beängstigend wirkt, trifft im Gehirn des Menschen auf Strukturen, die das Erlebte verarbeiten und bewerten. Und die erlauben nicht, dass diese Dinge einfach weggeworfen werden. Schon bei dem Versuch, stärken sie sich um so mehr.
Nimmt man sie zur Kenntnis und sagt den Gedanken "liebe belästigende Gedanken, es ist ja gut, dass ihr da seid, aber im Moment habe ich keine Zeit euch, kommt später wieder", ist die Chance gut, sie loszuwerden.
Es gibt wohl so etwas wie eine "horizontale" und eine "vertikale" Weise im Umgang mit dem, was in unserem Inneren passiert.
Horizontal geht es in die Richtung, die Du ansprichst: Nicht-Identifikation und "Zeuge bleiben" ,,, die Bewusstseinsebene des Wahrnehmens, ohne es sich zu eigen zu machen ... das Beobachten des "Kommen & Gehens" ... und das Erleben einer eventuellen (!) Auflösung und Verflüchtigung, WEIL ich es mir "nicht zu eigen" mache ...
Vertikal bedeutet: Analytisch & therapeutisch In die "Tiefe" gehen, um - das Verstehen suchend - zu er-gründen, warum wieso weshalb und woher das kommt, was mir so zusetzt. Wo kommt es her ... hier kann dann - wenn gewünscht - gestalttherapeutisch oder analytisch ein heilender Erkenntnisprozess gesucht werden,
Wie immer sich im Anschluss an Meriadocs Eröffnungs-Posting UNSERE spekulativen Gedanken hier weiterspinnen: Jack-Black hat wohl recht, dass das Forum (ohne weitere Konkretion) kein wirkliches Packende hat ...
L'Chaim
Vertikal bedeutet: Analytisch & therapeutisch In die "Tiefe" gehen, um - das Verstehen suchend - zu er-gründen, warum wieso weshalb und woher das kommt, was mir so zusetzt. Wo kommt es her ... hier kann dann - wenn gewünscht - gestalttherapeutisch oder analytisch ein heilender Erkenntnisprozess gesucht werden,
Das ist nur die halbe Vertikale für einen Christen. Die obere Hälfte fragt Gott nach Verborgenem, das er bitte hervorbringen möge, damit man nicht unnötig suchen muss. Die Erlaubnis geben, damit man an verschlossene Dinge zielgerichtet herangehen kann. Zur unteren Vertikalen gehören noch die eigenen Reaktionen, die sich evtl verselbständigt haben, obwohl sie nicht mehr nötig sind.
Horizontal und Vertikal = das Kreuzprinzip.
Ergänzende Blickwinkel: Wiederholungsmuster betrachten
Vertikal: Autoritäten, die einen Schaden verursacht haben (Eltern, Lehrer, Ärzte, Vorgesetzte....)
Horizontal: Geschwister, Freunde, Kindergartenkinder, Mitschüler, Kollegen (Peerebene)
Ja, danke für die Ergänzung "nach oben" ...
Allerdings gibt es auch die andere "halbe Vertikale", die nach unten hin defizitär und ggf. ignorant ist.
Damit meine ich: Psychische/seelische Probleme werden nicht therapeutisch und professionell angegangen, sondern "geistlich" verhandelt ohne sich einzulassen auf fachkundige, psychologische Hilfe und Einsichten.
L'Chaim
Das gibt es auch. Jeder muss seine Grenzen erkennen. 🙂
Eine kompetente Zusammenarbeit wird ja inzwischen angestrebt.
Hi, danke
Aber, habe ich das nicht geschrieben? Ich tue das andauernd. Ich hätte aber gern, das diese für immer verschwinden.