Unsicherheit und Zweifel und überhaupt
Hallo, wie sicher erkannt, ist mein Name Michael, ich bin 58 Jahre alt und bin voller Zweifel, wie ich es angehen soll. Irgendwie habe ich mich schon immer als gläubiger Mensch gesehen, nur zweifele ich daran, ob das auch wirklich so ist. Mir geht es in jeder Hinsicht ausgezeichnet, klar hat man seine Sorgen, aber nichts, was ich als ansatzweise bedrohlich empfinde. Ich bin beruflich gut etabliert, habe keine finanziellen Sorgen, bin für mein Alter noch relativ gesund, klar. Wehwehchen sind an der Tagesordnung.
Und wenn es einem gut geht, dann scheint Glauben recht einfach zu sein. Aber glaube ich wirklich, oder ist das nur ein so tun als ob? Ich fühle da nicht wirklich eine Art göttlicher Präsenz, wie ich es immer wieder lese. Wie empfindet ihr das?
Hast du Jesus jemals persönlich erlebt, so dass du es im Inneren gespürt hast 'das war ER'?
@deborah71 Nein, ich denke nicht. Wie ich weiter unten schrieb, gib es Menschen, die mich auf Anhieb einfangen, aufgrund der Ausstrahlung, der Wortwahl oder einfach weil sie sind, wie sie sind. Aber einen AHA Effekt, den hatte ich nicht.
Ich habe weiter unten gelesen, was du über deine Sichtweisen schriebst. Aus welchem Hintergrund kommst du? Evangelisch oder katholisch oder anders evangelisch?
Kurz:
Jesus ist für dein Getrenntsein von Gott und den daraus folgenden Sünden gestorben, damit die Trennung beseitigt wird, wenn du ihm das glaubst.
Jesus ist auferstanden und in die unsichtbare Dimension gewechselt. (Himmelfahrt) Er kann in allen Dimensionen präsent sein.
Er hat sein Leben für die Rettung deines Lebens für die ewige Gemeinschaft mit dem dreieinen Gott gegeben. Deine Antwort könnte sein, dass du das dankend annimmst und ihn einlädst, Herr über dein Lebenzu sein und dir zu unmissverständlich im Herzen zu begegnen. Denn es wird mit dem Herzen geglaubt, nicht mit dem Verstand versucht, für wahr zu halten.
Veröffentlicht von: @deborah71und ihn einlädst, Herr über dein Lebenzu sein und dir zu unmissverständlich im Herzen zu begegnen
Ich wurde katholisch getauft, empfinde aber nicht "katholisch", klar ich besuche katholische Kirchen, aufgrund meiner Taufe, die Unterschiede zwischen den Richtungen sind aber für mich eher auf intellektueller Ebene zu finden.
Jetzt komme ich ganz naiv daher (ich kann ja auch gar nicht anders), aber wie verinnerliche ich das? Ich kann im Gebet die Führung erbitten, das sollte dann letztendlich konkrete Auswirkungen auf mein Handeln haben, oder verstehe ich da etwas völlig falsch? Ändert sich mein Denken und folglich Handeln? Fange ich an, den verhassten Kollegen mit anderen Augen zu sehen?
Bsp: ein anderer Abteilungsleiter hat sich bei mir mehrfach böse unbeliebt gemacht und ich stehe ihm entsprechend mit einer ziemlichen Abneigung gegenüber, egal was er sagt oder macht, in meinen Augen hält nichts stand. Änderte sich meine Einstellung? Zugegeben, die Situation deutlich komplexer, aber das Beispiel ist präsent und bewegt mich aktuell.
Ich zeige dir mal etwas anhand von zwei Texten:
Eucharistie: Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.
Offb 3,20: Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen und er mit mir.
Da ist eine Spannung zwischen beiden Texten.... sprich mit mir von fern, Herr Jesus vs. komm herein, Herr Jesus, ich öffne dir mein Herz, weil ich erkenne, dass es nur eine Türklinke innen hat und du meine Person nicht überfällst.
Viele Christen sprechen mit Gott durch die geschlossene Tür und wundern sich, dass sie ihn so schlecht verstehen oder wahrnehmen.
Ein frommer Lebensstil rettet nicht. Die Einladung des Retters ins Herz rettet, die Beziehungsaufnahme und das Anerkennen, dass wir uns nicht selbst gerecht machen können.
Der verletzthabende Abteilungsleiter. Der Splitter sitzt in deiner Seele und Gott zieht den Splitter und löst dich vom Verletzer und der Verletzung, wenn du vor Gott willentlich dem Verletzer Vergebung gewährst (xy ich vergeben ihnen...das und das und lasse sie los) im stillen Kämmerlein.
du hast eine interessante Art Dinge darzustellen und ich erstmal wieder etwas zu nachdenken. Ich danke dir dafür!
Hallo Michael,
was bedeutet „gläubiger Mensch“ überhaupt für dich? Was glaubst du? An wen glaubst du?
Kennst du Jesus oder ist er nur der Jesus, den du aus normalem Kirchgang/Religionsunterricht vom Hörensagen kennst?
Falls dem so seien sollte, lädt Jesus dich ein, ihn persönlich kennenzulernen und dein Leben durch ihn verändern zu lassen. ❤️
@ga2 Jesus ist für mich eher eine historische Person, nicht eine gegenwärtige, das steht mir wahrscheinlich ziemlich im Weg.
Gläubig in dem Sinn, als dass ich verstanden habe, dass es mehr geben muss, dass da eine höhere Instanz existiert. Ich benenne es als Gott, bzw. in seiner Dreifaltigkeit.
Ich soll Jesus kennenlernen, sehr gern. Nur wie? Ist er als Person da, oder als eine Art Absicht? Oder rein intellektuell?
Bei manchen Menschen hat der Glaube mit einem Gebet begonnen wie „Jesus, wenn es dich wirklich gibt, dann zeig dich mir bitte, dass ich dich näher kennenlernen kann“.
Andere haben in den Evangelien über ihn gelesen und waren ergriffen, wie ein „so guter Mensch“ so gelitten hat am Ende.
Ich selbst habe diese ganze Erlösergeschichte erst im Laufe der Zeit mehr und mehr begriffen. Da war erst das Angenommenwerden wichtiger und Jesus als Gottes Sohn vor allem derjenige, der die Zugewandtheit des Vaters, sein Ja zu den Abgelehnten zeigte und lebte und mich annahm.
Im christlichen Glauben ist Jesus real und lebendig. Er ist Gottes Sohn, der ganz klein wurde aus Liebe zu den Menschen. Er hat gezeigt, wie Gott ist und hat durch seinen Tod und die Auferstehung die Schuld der Menschen getilgt, damit diejenigen, die an ihn glauben, Freiheit von der Sünde und ihren Konsequenzen erfahren. Nachdem er wieder zum Vater zurück gekehrt ist, wird er eines Tages für alle Menschen sichtbar zurückkehren.
In der Zwischenzeit lässt er sich von denen erfahren, die ihn ernsthaft suchen und ein „Mehr“ brauchen, von denen, die einen Sinn und ein Ziel in diesem Leben und über dieses Leben hinaus suchen.
Hallo Michael, herzlich willkommen in unserer Runde 🤗 !
Und wenn es einem gut geht, dann scheint Glauben recht einfach zu sein.
Ich finde es andersrum. Wenn es einem gut geht, vergisst man Gott sehr schnell. "Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht", wie es heißt. Glaube bewährt sich vor allem in Anfechtungen, hilft in Nöten, spendet Trost in Traurigkeit, bringt zur Ruhe in Ängsten, bewahrt vor Verzweiflung.
Was denn nun aber, wenn alle diese Dinge fehlen? Dann schau doch einmal auf Dein "in jeder Hinsicht ausgezeichnetes" Leben. Ich meine doch, Du hast mehr als andere, die täglich geplagt sind, Gott zu danken und zu loben und kannst ein fröhliches Bild denen abgeben, die immer sagen, die Christen seien nicht fröhlich genug.
😀
Betest Du regelmäßig? Nimm Dir doch einfach mal ein paar Lobpsalmen vor und ein paar Danklieder dazu und treib das eine Weile. Du wirst sehen, dass Dein Wohlergehen nicht "einfach so" vom Zufall stammt, sondern von einem liebenden Gott, der Dich damit wirtschaften lassen möchte.
Alles Liebe und Gute Dir!
Plueschmors.
@plueschmors darf ich dazu später antworten? Muss erst darüber nachdenken
@plueschmors Vielen Dank für deine Rückmeldung. Diese hat mir - wie geschrieben - zu denken gegeben und ich merke, dass mir wohl dieses Glaubensfundament noch fehlt, denn, wenn es einem gut geht, kann man einfach sagen "Danke für deine Fürsorge", wenn es aber nicht gut geht und die Basis nicht fest zementiert ist, kommen (zumindest bei mir noch) Zweifel hoch. Ein Pfarrer empfahl mir dazu das Buch Hiob zu lesen. Das wartet aber noch auf mich.
Bisher habe ich mehr oder weniger gar nicht gebetet und ich habe damit so meine Schwierigkeiten (habe ich in einer anderen Antwort beschrieben). Ab und an habe ich Gott schon für meine - jetzt gute - Situation gedankt, aber die Inbrunst, die ich überall zwischen den Zeilen erkenne, die fehlt mir zutiefst.
Du siehst, ich habe wohl noch einen langen Weg vor mir und ich hoffe, ich muss dafür nicht wieder schwere Zeiten erleben.
Ich merke, dass mir wohl dieses Glaubensfundament noch fehlt, denn, wenn es einem gut geht, kann man einfach sagen "Danke für deine Fürsorge", wenn es aber nicht gut geht und die Basis nicht fest zementiert ist, kommen (zumindest bei mir noch) Zweifel hoch.
Darf ich Dich so verstehen, dass Du Dich für kommende Krisenzeiten "rüsten" möchtest, damit nicht gleich die erste Bö Dich umhaut? Da ist tatsächlich dann der regelmäßige Umgang mit Gottes Wort äußerst hilfreich. Die Bibel als Buch im Bücherschrank ist gut. Noch besser, wenn gewisse Worte daraus in Deinem Herzen stehen und Dich halten, wenn aller Halt verlorengeht.
Ein Pfarrer empfahl mir dazu das Buch Hiob zu lesen. Das wartet aber noch auf mich.
Spoilerwarnung vorab! - Das Buch Hiob beschreibt einen Menschen, der Grauenhaftes durchmachen muss und dennoch an Gott festhält. Allerdings bekommt er keine Erklärung für das, was er durchmachen muss. Das behält Gott für sich. Viele Menschen meinen ja, Gott müsse erklären, warum so viel Leid und Elend auf der Welt geschieht. Und Hiobs Freunde tun das auch nach bestem Wissen. Aber Gottes Wege sind unerforschlich und der Mensch vermag sie nicht vollständig zu ergründen. Hiob hält trotz dieses Schweigens in seinem Leiden an Gott fest und wird letztendlich belohnt.
Die Inbrunst, die ich überall zwischen den Zeilen erkenne, die fehlt mir zutiefst.
In einem anderen Thread geht es gerade um das Maß des Glaubens, das Gott einem jeden individuell zuteilt. Schau doch mal rein, ich bin sicher, da wirst Du einiges für Dich finden können.
Liebe Grüße und Segen,
Plueschmors.
@plueschmors
nein, ich glaube nicht, dass ich Zukunftsängste habe oder Krisen erwarte. Ich ignoriere jetzt einfach die politischen Missstände.
Ich kann dir gar nicht so wirklich sagen, warum das konkret jetzt hochkocht, das Thema Glauben hat mich immer zwischendurch berührt, aber aktuell habe ich einen heftigen Drang mehr zu wollen. Jein, mag sein dass mich Serie "The Chosen" etwas getriggert hat, vielleicht ist das auch ein Schubserchen in die richtige Richtung? Literatur zu den Thema habe ich zwischendurch immer wieder gelesen, aber noch nie vorher hat es mich so erwischt.
Zu Hiob hatte ich in der Vergangenheit schon etwas recherchiert und habe eine grobe Idee, was mich erwartet. Aber vielen Dank nochmal für deine Worte.
Das klingt sehr spannend und nach einer „Einladung“ an dich. 🤗
Ein Erlebnis hatte ich nicht, es gibt Menschen, die ich auf Anhieb mag, weil ich bei denen intuitiv starke Anziehungskraft spüre. Aber ein Aha Erlebnis nicht.
Jesus ist für mich eher eine historische Person, nicht eine gegenwärtige, das steht mir wahrscheinlich ziemlich im Weg.
Gläubig in dem Sinn, als das ich verstanden habe, dass es mehr geben muss, das da eine höhere Instanz existiert. Ich benenne es als Gott, bzw. in seiner Dreifaltigkeit.
Ich soll Jesus kennenlernen, sehr gern. Nur wie? Ist er als Person da, oder als eine Art Absicht? Oder rein intellektuell?
Ich soll Jesus kennenlernen, sehr gern. Nur wie? Ist er als Person da, oder als eine Art Absicht? Oder rein intellektuell?
Als ich gleichsam über Nacht plötzlich Christ war, da fragte ich mich: "Ja... Und nun?"
😆
Ich habe mich zuerst sehr streng an die Bibel gehalten, wurde sehr gesetzlich und bin damit überhaupt nicht gut gefahren. Später habe ich mich viel in christlichen Buchhandlungen herumgetrieben, um Christen zu finden, die vielleicht ähnliche Erfahrungen im Leben gemacht haben wie ich. Und tatsächlich habe ich viel Hilfe und Unterstützung gefunden.
Mir gefiel auch immer der Jesus-Film von 1979.
Man muss sich also - aus meiner Sicht - zuerst einmal umschauen und zurechtfinden im christlichen Lager.
Und wer nun Jesus Christus ist, der Auferstandene, der alle Tage bei uns sein will bis zum Ende der Welt, das lässt sich nur erfahren und sehr schlecht erzählen. Er ist jedenfalls als Person da. Er lebt. Er ist keine Idee oder Theorie. Er ist der, dessen Stimme wir hören und dessen Worten wir folgen. Und nach und nach werden wir mehr und mehr verwandelt. Gott zur Ehre.
Das lässt sich nur schwer mit Worten beschreiben.
Wenn Du jedenfalls Dein Glaubensleben intensivieren möchtest, rate ich Dir zuerst einmal Dich umzusehen. In Büchern, in der Bibel, in Gottesdiensten. Was spricht Dich an? Und von dieser Ansprache gehe weiter Schritt für Schritt. Es wird sich bald darauf der zu Dir gesellen, der nimmermehr von Deiner Seite weichen und Dich vor allem Unheil bewahren will.
@plueschmors
Auch dich (wie an alle anderen) ganz lieben Dank für deine Mühe und die Inspiration. Ich hab einiges nachzudenken und werde eure Aspekte und Ideen und Vorschläge und ... beherzigen.
@plueschmors
Als ich gleichsam über Nacht plötzlich Christ war
Einfach so?
Nein. Ich habe diese schreckliche Nacht im Bauch des Fisches verbringen müssen.
Lieber Michael,
weißt du, so wie du einen Menschen nicht nur durch Bücher, sondern erst in der Begegnung kennenlernst, so ist es auch mit Jesus.
Er ist nicht nur eine historische Figur, er ist heute gegenwärtig – nicht als bloße ‚Absicht‘, sondern als lebendige Person in einer geistigen Wirklichkeit.
Du musst dafür nicht perfekt glauben oder die richtigen Worte haben. Fang einfach an, ihn anzusprechen, so wie du mit einem Freund reden würdest:
‚Jesus, wenn es dich gibt, wie sie sagen, dann zeig dich mir.‘
Und dann lass dein Herz offen. Er kommt leise, oft unscheinbar, in Gedanken, in Menschen, in kleinen Begebenheiten – und plötzlich merkst du: Er ist wirklich da.
In aller Liebe Dein Bruder
Oh Je, größer Fauxpas,
Natürlich ein freundlicher Hallo an alle.