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Veränderungen - wie geht ihr damit um?

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mmieks
 mmieks
Themenstarter
Beiträge : 985

Liebe Mitlesende und Mitschreibende,

Veränderungen, wie geht ihr damit um?
Wenn sie gewollt sind?
Aber vor allem, wenn sie aufgezwungen sind?
Zum Beispiel im Berufsalltag, wenn es vom Chef ausgeht? Wenn Umstrukturierungen der Firma sie notwendig machen (Personaleinsparungen, Schwerpunkt bisheriger Dienstleistungen werden verändert etc.)
Veränderungen, wenn ihr "als kleinstes Rad im Getriebe" damit konfrontiert seid?
Macht das was mit euch?
Was macht ihr, wenn es euch nicht gut dabei geht? Jedoch keine persönlichen Alternativen habt?
Und vor allem, wenn solche "Veränderungsprozesse" über Jahre verteilt dauern und sich viele denken: Wann läuft das wieder mal, dass man sich darauf verlasen kann?
Und vor allem, wenn solche Sachen im Sozialbereich stattfinden?

Ich möchte das bewusst im Mi-Fü thematisieren. Vielleicht gibt es Betroffene hier. Als Arbeitgeber mit einem Dachverband über euch? Als Arbeitnehmer? Als Klient?

Mich beschäftigt persönlich als Klient diese lange Dauer von solchen Prozessen, wenn man dann auch wieder drei Schritte zurück gehen muss, weil nicht durchführbar, nicht bezahlbar oder gerade "nicht in"? Benötigt man nicht auch Zeiten von Stabilität wo mal keine Fluktuation stattfindet? Wo man Entscheidungen kommuniziert und Feedback erwünscht ist?

Mal schauen, was aus diesem Thread wird?

mmieks

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59 Antworten
Herbstrose
Beiträge : 14193

Ganz einfach: aufstehen, Schmutz abschütteln, Krönchen richten, weitergehen.

Und ganz im Ernst: ich vertraue darauf, dass Gott auch diese Situation in seiner Hand hat. Ihm darf ich alles bringen und bei ihm abgeben, was mich niederdrücken will.

herbstrose antworten
3 Antworten
mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 985

Aufstehen, Schmutz abschütteln, Krönchen richten, weiter gehen .. hat für mich eher etwas mit persönlichem Scheitern zu tun. Das ist oft nicht der Grund für aufgezwungene Veränderungen. Eher die Erfahrung von Macht und Diktat.

mmieks antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Eher mit Situation annehmen, wie sie ist, dem Verlorenen nicht nachtrauern und stattdessen den Blick nach vorn richten. Und vor allem: sich nicht von der Situation unterkriegen lassen.

Das beste ist: egal, was uns widerfährt oder zu Veränderung zwingt: wir sind in Gottes Hand.

herbstrose antworten
schneeflloeckchen
(@schneeflloeckchen)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 392

*zustimm*

LG flöckli

schneeflloeckchen antworten


Tineli
 Tineli
Beiträge : 1374

Fatalismus und Freiräume...
Plueschmors hatte schon den Spruch angeführt:

Veröffentlicht von: @plueschmors

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Daraus abgeleitet mein Umgang mit Veränderungen:

Zum einen: Fatalismus. Es ist, wie es ist. Ich kann's grad nicht ändern, also bringt Aufregen nur Energieverlust. Es hilft wirklich, sich einfach zu fügen und es hinzunehmen, wie es ist.

Zum anderen: Freiräume feststellen und erweitern. Wo habe ich - in den Zwängen und Begrenzungen, die ich nicht ändern kann - die Möglichkeit, mir Freiräume zu schaffen? Was hilft mir, die Energie zu bekommen, die ich brauche? Welche vielleicht auch kleinen Änderungen machen die Sache etwas angenehmer und geben mir das Gefühl, nicht ganz so hilflos zu sein?

Das beides zusammen (und nicht zuletzt, mich immer wieder an Gott zu wenden und ihn um Kraft, um Veränderung etc. zu bitten) hat mir bislang geholfen.

Gruß, Tineli

tineli antworten
3 Antworten
mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 985

Also müsste mein Gebet lauten:

Gott, gebe mir Gelassenheit, die Änderungen hinzunehmen, die mir Freiräume nehmen, die für viele andere selbstverständlich sind. 🙁

Sagst du das auch Menschen, die von hier auf jetzt ihr Leben ändern müssen (Schlaganfall, Tod von nahen Angehörigen, Verlust der Arbeit usw.). Das Feld von aufgezwungenen Veränderungen ist weit.

mmieks antworten
Tineli
 Tineli
(@tineli)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1374
Veröffentlicht von: @mmieks

Sagst du das auch Menschen, die von hier auf jetzt ihr Leben ändern müssen (Schlaganfall, Tod von nahen Angehörigen, Verlust der Arbeit usw.). Das Feld von aufgezwungenen Veränderungen ist weit.

Ja. Vielleicht wähle ich - je nach Umständen - die Worte sensibler, passe sie den konkreten Umständen an, aber der Inhalt bleibt im Prinzip derselbe. Vielleicht braucht es, gerade bei solch plötzlichen Ereignissen, "Übergangshilfen", aber letztlich läuft es auf dasselbe hinaus: Akzeptiere, was du nicht ändern kannst.

Wir sind immer in irgendwelche Umstände geworfen, die wir nicht ändern können. Keiner von uns hat sich Zeit und Ort seiner Geburt ausgesucht, aber ob du im 21. Jahrhundert oder im 15. lebst, ob du in Deutschland oder in einem Slum in Afrika lebst, schon allein das macht eine Menge aus, wie dein Leben aussieht. Dazu kommen dann die "Wechselfälle" des Lebens: Krankheiten oder Unfälle, aber auch Gutes: liebevolle Eltern, ein Lehrer, der positiv fördert, eine gute Arbeitsstelle. Sehen wir letzteres auch als "Schicksal" an, als etwas, das wir uns nicht ausgesucht haben und das uns betrifft?

Letztlich können wir doch nur hinnehmen, was sich nicht ändern lässt, und dort, wo sich Freiräume auftun, diese nach Kräften einnehmen und erweitern. Manchmal muss man auch um diese kämpfen, aber es bedarf viel Weisheit, ob sich das Kämpfen lohnt, ob es Aussicht auf Erfolg hat.

Veröffentlicht von: @mmieks

Gott, gebe mir Gelassenheit, die Änderungen hinzunehmen, die mir Freiräume nehmen, die für viele andere selbstverständlich sind. 🙁

Gibt es eine Aussicht auf Erfolg, dass du für diese Freiräume kämpfen kannst, die Änderungen aufhalten kannst? Dann kämpfe. Vielleicht auch nur um einen Teilbereich. Wenn man mir "10" nehmen will und ich kann erreichen, dass ich "5" behalten kann, dann ist doch auch was gewonnen.

Aber manchmal ist klar, dass man gar nicht kämpfen kann. Eine Krankheit z.B. nimmt einem u.U. auch Freiräume, die für andere selbstverständlich sind. Eine Freundin von mir hat MS, sie erlebt das derzeit immer wieder, dass Dinge einfach nicht mehr gehen, die für andere Menschen selbstverständlich sind. So ist das Leben eben. Gerecht ist es oft nicht. Dann ist Gelassenheit und Annahme der Situation, wie sie ist, oft hilfreicher, als sich innerlich aufzulehnen gegen etwas, was nicht zu ändern ist.

Gruß, Tineli

tineli antworten
schneeflloeckchen
(@schneeflloeckchen)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 392
Veröffentlicht von: @mmieks

Gott, gebe mir Gelassenheit, die Änderungen hinzunehmen, die mir Freiräume nehmen, die für viele andere selbstverständlich sind. 🙁

Es soll aber auch Menschen geben, die von Geburt an weniger "körperliche Kraft" mitbekommen haben. Die gleich diese "Freiräume" nicht erfahren durften.

"Das Glas des Lebens" ist immer halb voll.
Auch ist jedes Leben wie ein Weihnachtsgeschenk, man packt es aus, und denkt "naja".
Und andere halten es für das Besondere , Erstrebenswerte.

Irgendwo in der Bibel habe ich mal gelesen: #Steh auf#, nimm dein Lager, und geh. (MK 2/11)
Da steht nicht: bleib am Boden liegen und kritisiere die Umstände.

In wie weit was für Dich möglich ist, weiß ich nicht.
Aber den "Freiraum", mit Gott / Jesus tiefer ins Gespräch zu kommen, hast Du immer.

schneeflloeckchen antworten
Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Hi,

ich erlebe in meiner Arbeit ständig Veränderungen. Jede Arbeit braucht ein Update und ein Upgrade und manche sind für Laien oft nicht nachvollziehbar. Es wird hier ständig hinterfragt und kritisiert. Aber ich bin nur ein kleiner Angestellter.

Öffentliche Einrichtungen leben nun mal von Geldern und Gelder müssen oft eingespart werden. Da leiden nun mal auch andere darunter. Arbeitsplatzverlust, Einsparungen, weniger Leistung. Das ist nun mal so.

Sei froh das einen Arbeitsplatz hast.
Sei froh das es Flexibilität gibt.
Sei froh das jeden Monat dein Geld auf Konto kommt.

Sei einfach mal dankbar, dass einen Job hast. Andere haben viel mehr Sorgen und wären gerne an deiner Stelle. Es drohen wegen Corona rausschmiss aus Wohnungen, Firmen gehen Pleite und die Kosten steigen.

Verändere mal deine Sichtweise. Es geht den allermeisten Menschen auf diesem Planeten viel dreckiger und jeden Tag ist für manch einem ein Kampf ums überleben.

Denk mal darüber nach.

Gut, manch einer ist sensibel auf Veränderungen, aber so ist das Leben nun mal. Es gibt oft wenig Rücksicht auf schwächere.

M.

Anonymous antworten
4 Antworten
mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 985

Job. hab ich keinen mehr Eine sichere Rente, ja, das schon..
Die Pflege- und Hilfsbedarf wird höher, nicht nur bei mir, sondern in allen ähnlichen Institutionen. Flexibilität? Wo?
Genügt warm, satt, sauber?

Du hast recht, dass es anderen schlechter geht und ich solche Sorgen nicht habe, soll mich dankbar machen.

Auch ich erlebe Corona in sehr sensiblen Bereichen.

mmieks antworten
schneeflloeckchen
(@schneeflloeckchen)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 392
Veröffentlicht von: @mmieks

Genügt warm, satt, sauber?

Immer noch besser als kalt, hungrig und verdreckt. 😊
(Viele alte hilfsbedürftige Menschen leben leider so. Ihnen ist es peinlich, daß sie ihren Haushalt nicht mehr schaffen, und lassen keinen in ihre Wohnung. Sie merken, daß keiner mehr kommt, und werden unfreundlich zu z.B. dem Briefträger. Weil sie nur wenig Rente bekommen, bezahlen sie keinen Pflegedienst oder Essen auf Rädern. Weil sie nicht mehr gut laufen können, und auch nicht tragen, haben sie kaum was zu Essen im Haus. Weil es aber noch "für morgen reichen muss", sind sie kurz vor dem Verhungern, - sie sind in einem Teufelskreis gefangen - )

Veröffentlicht von: @mmieks

Die Pflege- und Hilfsbedarf wird höher, nicht nur bei mir, sondern in allen ähnlichen Institutionen. Flexibilität? Wo?

Was erwartest Du vom Personal?

(Einen alten Mann, der immer freundlich war, und auch mal einen Witz erzählte, obwohl er starke Schmerzen gehabt haben muß, habe ich mal vor vielen Jahren gesagt, daß ich darüber erstaunt bin. Er antwortete mir: "Ist ganz einfach, wenn ich jetzt unfreundlich werde, kommt kein Mensch mehr in das Zimmer. So kommen alle gerne."
Ich werde ihn nie vergessen.)

Veröffentlicht von: @mmieks

Auch ich erlebe Corona in sehr sensiblen Bereichen.

Ja, aber Corona trifft alle.
Und auch die Betreiber der "Institutionen" haben ihre Nöte, und Zukunftsängste.
Sie tragen aber auch die Verantwortung für Personal wie Klienten.

Wie wäre es, wenn Du versuchen würdest Kontakte zu anderen Menschen zu knüpfen, nicht nur zum Personal, daß immer unter einem Zeitdruck stehen, wenn sie für #alle# "gleich gut" da sein wollen.
Die höchsten Kosten waren immer schon die Personalkosten.
Dank Corona sind aber auch die Preise für z.B. Lebensmittel gestiegen.

schneeflloeckchen antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Hi,

nicht das man mmieks nicht versteht. Man kann viel verstehen. Aber (ich sag es mal geradeaus) jammern über dies und das...was, wem, wie sollte das was bringen?

Pflegepersonal werden auch durch Corona krank und müssen sich und ihre familien und Umgebung schützen und andersrum müssen die einen Aufwand betreiben um Heimbewohner / häuslich Pflegende zu schützen.

Ich bin 54 Jahre alt und ich mache mir heute kaum mehr Gedanken mehr. Klar habe ich Sorgen hier und da,.....aber die können einen Auffressen wenn man nicht lernt loszulassen.

M.

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Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0
Veröffentlicht von: @mmieks

Job. hab ich keinen mehr Eine sichere Rente, ja, das schon..
Die Pflege- und Hilfsbedarf wird höher, nicht nur bei mir, sondern in allen ähnlichen Institutionen. Flexibilität? Wo?
Genügt warm, satt, sauber?

Warm Satt Sauber?

Das sind Grundbedürfnisse und die wünsche ich jedem. Aber der grösste teil der Menschheit ist nicht satt und nicht sauber. Viele leiden unter der Hitze ubnd wünschen soich sogar kühle.

Meine Mutter starb mit Gram. Obwohl man sie wusch, essen gab und so weiter, hat sie meine Schwester immer hasserfüllt angeschrien.

Mein Vater war meistens zufrieden. Er lebte in einem heim und nutze gelegenheiten zum rausgehen. Er hat nicht lange gelitten, Meine mutter 30 Jahre.

Gram macht krank und verbittert. Achte auf dein Herz!

M.

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Anonymous
 Anonymous
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Erz. uns mal wie du lebst.

Bist du Mobil? Zu Fuß, Rolli, Rollator.

Land? Stadt?

Haus, Hichhaus???

Stadt? Welche?

M.

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mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 985

Seit Geburt körperbehindert.

Eltern .geschieden , als ich vier war

Schule, Ausbildung in kirchlichen Internaten.

Keine Berufsmöglichkeit

Einzug in ein Wohnheim mit 30 Klienten, dieses wurde zu klein.

Woanders größer gebaut. Heute: Insgesamt 400 Klienten, 600 MA, davon 150 in der Pflege. (12 Wohneinheiten in je 2 Häusern;: Therapiestation für die ganze Region (Ergo, Physio, Logopädie,)

Her lebe ich seit über 40 Jahren. War mehrere Perioden Vorsitzende der Interessensvertretung, habe 6,5 Jahre als Sekretärin eine 50% Stelle, weil der Bereich einen Behinderten einstellen mussten.

Von 13 - 55 Jahren gehfähig. Nach einer Hüft-OP im Rollstuhl, Gehfähigkeit verloren.

Seit 3 Jahren eine Schulterarthrose, Dauerschmerzen, Hilfsbedarf wird höher - bei allen Klienten, Personal wird gekürzt.

arm-satt-sauber: Leben ist mehr als diese Grundbedürfnisse..

Ich lebe am Land, wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen. Einkaufen muss ich mir organisieren.

Wir haben ein Kulturzentrum für die Region, ein Cafe - wegen Corona alles zu. Besuchsbeschränkungen

Mobil mit einem Elektrorollstuhl, komme ungefähr damit 10 km.

Behinderungen:
Spastische Athetose
Hochgradige Schwerhörigkeit
Depression und Angststörung kam mit Corona zurück
Hochgradige Arthrose an Schultern und Oberarmen.

So - und jetzt erzählst du mir deinen Lebenslauf. Ich bin 68 Jahre alt.

mmieks antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Nicht aufs Gymi zu dürfen trotz 1er Realschulabschluss ist nicht so toll. Das erste Kind 8 Wochen vor dem Termin tot geboren. Erst recht nicht witzig. Ehemann aufgrund mehrerer schwerer Erkrankungen berentet. Alles, wirklich alles (Haushalt, Einkauf, Kinder, Geld verdienen...) bleibt an mir hängen. Hilfe habe ich keine. Niemand nimmt mir irgend etwas ab. Es gibt Tage, da drehe ich echt am Rad. Vor allem, wenn Schatz mal wieder ungerecht ist. Jetzt fällt auch noch seine Therapie weg. Die Krankenversicherung zahlt keine weiteren Termine.
Ach ja, wegen der Rente: beim letzten Mal mussten wir vor das Sozialgericht. Und hatten über mehrere Monate kein Geld, durften aber weiter Miete zahlen.
Und nein, wir haben kein Auto. Ich hab noch nicht mal ben Führerschein. Und zu Beginn der Pandemie führen die Öffis nach Sonntagsfahrplan. Ich durfte mir also Gedanken machen, wie ich auf Arbeit komme. Und meine schwer kranken Eltern durfte ich auch nicht besuchen. Die wohnen auch nicht gerade ums Eck. Ich brauche 8 (!) Stunden bis zu ihnen.

Aber: ich jammere deswegen nicht rum sondern vertraue auf Gott. Bisher war er immer treu und hat mich/uns in jeder Situation getragen. Und uns versorgt.

herbstrose antworten
mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 985

... da hast du einem ganz schweren Rucksack zu tragen. Und ich glaube, mich erinnern zu können, dass du in Threads schon erzählt hast, wo ich mir dachte, da ist mein Binkerl klein dagegen.

Aber jeder Mensch geht anders mit seinem Binkerl um. Ich räume halt manchmal aus, schaue es an und überlege, ob man was ändern kann daran. Ich hoffe nicht, dass ich hier den Eindruck erwecke, mich nur über meine Behinderung zu definieren. Wenn doch, dann sagt mir das bitte (in einer PN).

In der Bibel gibt es die Aussage:

Es gibt eine Zeit, sich zu freuen.
Es gibt eine Zeit zu klagen ...

Also darf auch klagen sein.

mmieks antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

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Klagen, Weinen, Lachen, Feiern......allseits erlaubt.

Ich feiere mit Freunden und das 2x im Jahr so richtig. Und ja, eine ganze Flasche Wodka muss weg.

M.

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Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Zu wievielt teilt ihr euch die Flasche?

herbstrose antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Zu dritt

M.

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Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Natürlich darf klagen sein, auch trauern. Aber irgendwann ist diese Zeit rum. Dann gilt - ebenfalls in der Bibel nachzulesen- ich schaue nicht zurück, sondern auf das, was vor mir liegt.

herbstrose antworten
mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 985

Ich denke, Veränderungen bedürfen eines Trauerprozesses. Wenn du lieb gewordenes loslassen musst, ist mal alles dabei: Wut, Tränen, Trauer, Annehme der Situation, ein volles Ja dazu. Und diese "Zustände" kommen nicht unbedingt in dieser Reihenfolge, wie ich sie jetzt aufgezählt habe.

Mein Momentum ist jetzt die Phase der Trauer. Ich lasse mir nicht vorrechnen, wann diese zu Ende sein soll. Und ich weiß, Trauer und Tränen sind bei Gott nicht umsonst, ER wird sie abwischen. ZU SEINER Zeit.

mmieks antworten
lubov
 lubov
(@lubov)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 2510

Wenn du Trost wünscht, trösten wir gerne. Jeder hat wohl schon getrauert im Leben, ja, das ist manchmal einfach dran.

Nein, das lässt sich nicht immer "auf Ansage" oder "auf guten Rat hin" beenden. Auch, wenn das manchmal das einzige ist, was hilft.

Daher: Trauere. Lass dich dabei bitte nicht bitter werden gegen die, von denen du vermutest, dass sie deine Trauer verursacht haben.

Sei gewiss: Es gibt Menschen, die an dich und deine Trauer denken - und Gott sieht sie sowieso, ist bei dir und will dir Trost spenden.

Gruß und Segen
lubov

lubov antworten
Herbstrose
(@herbstrose)
Beigetreten : Vor 7 Jahren

Beiträge : 14193

Du hast vollkommen Recht! Deine aktuelle Situation schreit erst mal nach Frustration. Natürlich hast du jedes Recht, traurig, verletzt und wütend zu sein. Jeder braucht da seine eigene Zeit. Wichtig ist nur, dass man in dem Loch, in das man da gefallen ist, nicht stecken bleibt. Ich wünsche dir, dass sich die Wogen schnell glätten und du Lösungswege für dich findest.

herbstrose antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Hi,

dann will ich es mal mit weltlicher Sicht sagen.

Das ist ein beschissenes Leben und ich kann dich sehr gut nachfühlen.

Aber denkst du, das Gott einen Fehler gemacht hat? Nick Vujicic sagte das nicht so. Gott kann aus nichts eine menge machen. Tut er auch bei mir...obwohl es an manchem hakt.

Aber ich verstehe deine Situation jetzt besser.

Aber bete mal mutig zu einem der mehr bewirken kann.

Sag ihm mal: Herr, ich kann hier nichts machen und ich sags dir ehrlich, das ist echt anstrengend. Welche Gedanken und Ideen hast du für mich.

Lass mal deine Vorstellung weg und schau was passiert.

Dann sei überrascht.

Max

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mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

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hi,

also "beschissen" ist nicht das richtige Wort dafür, ich kenne ja keinen anderen Zustand als körperbehindert. sein und jetzt die Probleme des Älterwerdens.

Nein, Gott hat keinen Fehler gemacht. Ich weiß um die Ursache meiner Behinderung und schiebe sie nicht Gott zu. Meine Mutter tat sich wesentlich schwerer und hat mich mit ihren Warumfragen oft konfrontiert. Das färbt halt ab. Als erwachsene Frau habe ich sie aber gebeten, sich nicht die Schuld zu geben und auch Gott nicht.. Da ich seit meinem 15. Lebensjahr dauerhaft in Heimen lebe, hat sich keine Nähe aufgebaut. Wir sind einander fremd geblieben.

Vielleicht ist das ein Punkt, warum ich mit "Vertrauen" mich schwer tue.

Ich weiß Gott als Lebensbegleiter. Streckenweise hüllt er sich in Schweigen .-), wo ic gerne schnellere Antworten hätte 😊

mmieks antworten
mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 985

hi,

also "beschissen" ist nicht das richtige Wort dafür, ich kenne ja keinen anderen Zustand als körperbehindert. sein und jetzt die Probleme des Älterwerdens.

Nein, Gott hat keinen Fehler gemacht. Ich weiß um die Ursache meiner Behinderung und schiebe sie nicht Gott zu. Meine Mutter tat sich wesentlich schwerer und hat mich mit ihren Warumfragen oft konfrontiert. Das färbt halt ab. Als erwachsene Frau habe ich sie aber gebeten, sich nicht die Schuld zu geben und auch Gott nicht.. Da ich seit meinem 15. Lebensjahr dauerhaft in Heimen lebe, hat sich keine Nähe aufgebaut. Wir sind einander fremd geblieben.

Vielleicht ist das ein Punkt, warum ich mit "Vertrauen" mich schwer tue.

Ich weiß Gott als Lebensbegleiter. Streckenweise hüllt er sich in Schweigen .-), wo ic gerne schnellere Antworten hätte 😊

mmieks antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Hey,

kennst du die Geschuchte von dem Typ am Teich Betehsda.

Hier mal eine Erklärung

https://www.bibelkommentare.de/index.php?page=dict&article_id=711

Haus der Barmherzigkeit

In Jesushaben wirein Haus der Barmherzigkeit und ab jetzt schon. Was ist das Leben hier und jetzt im Vergleich zu dem was in in der Ewigkeit auf uns zukommt.

Der Vorhang zum allerheiligsten ist zerrissen und jeder , der an Jesus glaubt, darf mit Freimut herantreten.

Ich gehe mit einem Herzen hin der ohne Heuchelei ist. Ehrlich und frei bringe ich nicht nur meine Not, sondern Dank hin.

Ich wünsche dir, dass du seiner Liebe gewis bist und erkennst wie kostbar du in den Augen des Herrn bist. Das er die Kraft, Glauben und Freimut schenkt. Das du Hoffnung und Freude hast, die weiter gibst. An Betreuer, Nachbar, Freunde.

M.

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mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

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Klar kenne ich diesen Typ vom Teich Bethesda 😊 Du zauberst mir Ein Lächeln ins Gesicht.

Ich danke dir herzlich für den Austausch hier und nehme viele gute Gedanken mit.

Und sage einfach danke dafür.

mmieks

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Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Hallo mmieks,

wir sind uns ja schon in deinem anderen Thread begegnet, in dem du von der sehr bestimmenden Leitung erzählt hast.

Ich kenne die Situation aus Leitungssicht. Und deine Frage habe ich so verstanden, dass du fragst, wie andere mit Veränderungen umgehen, die sie nicht selbst beeinflussen können.

Sicher ist es richtig zu sage, dass das Leben immer aus Veränderungen besteht, wir diese sehr häufig nicht beeinflussen können und lernen müssen, damit umzugehen. Dazu wurde viel geschrieben und ich bin davon überzeugt, dass fast jeder bis zu solchen Erkenntnissen einen Lernprozess hinter sich hat.

Was ich bei Dir eher rauslese ist deine Gefühl der Machtlosigkeit, weil du durch die Wohnform in der du lebst noch viel mehr wie diejenigen, die komplett selbständig leben, abhängig bist von Entscheidungen anderer und deren Konsequenzen. Das ist für mich noch mal etwas getrennt von Dingen, die auch jedem anderen passieren können wie Krankheit, Tod, existenzielle Probleme udgl. mehr. Die Palette auch das ist unendlich und es gibt zwei Wege damit umzugehen - Annahme oder Resignation. Wobei der gesündere Weg der erste ist.

Ich leite eine Wohnform und erlebe auch die Reaktionen der Bewohner/innen dieser Wohnform auf Veränderungen, denen sie ausgeliefert sind. Das sind zunächst häufig personelle Veränderungen, es sind Angebote auf die sie sich gefreut haben, aber aufgrund kurzfristem Personalausfall plötzlich nicht mehr durchgeführt werden, das sind abgesagte Besuche und im Moment ist für sie die größter Herausforderung natürlich auch die Veränderungen durch die Situation die Corona verursacht hat.

Von einem Tag zum anderen durften sie nicht mehr in die Werkstatt oder Förderstätte, brach der Kontakt zu Freunden außerhalb, zu Bezugspersonen außerhalb ab, fanden plötzlich keine notwendigen Therapien mehr statt, kam niemand mehr ins Haus außer den Mitarbeitern. Gibt es strukturelle Veränderungen ist das Stress pur. Kommen neue Mitbewohner dazu, haben sie keinen Einfluss darauf, wer das ist. Ebenso auf die Mitarbeiter. Dazu kommen z. T. persönliche Krisen, wie wir sie auch haben.

Ich kann mir gut vorstellen, dass du auch in diesem Dilemma lebst. Gerade auch, weil du auf Hilfsmittel angewiesen bist, auf die Versorgung durch andere, vermutlich auch wechselndes Pflegepersonal etc.

Und dennoch, auch da hilft es, erst mal anzunehmen, was möglich ist. Aber auch da etwas zu sagen, wo es notwendig ist. Es ist eine Gratwanderung, das kann ich mir gut vorstellen.

Auch ich muss Veränderungen herbei führen. Manche würde ich lieber lassen, manche sind sinnvoll, werden aber nicht immer verstanden.

Und ebenso bin ich auch eine die mit Veränderungen und neuen Verordnugnen konfrontiert ist und nicht mit allen Einverstanden bin. Manchmal kann ich nichts machen, manchmal suche ich einen Weg, gut damit umzugehen.

Ich merke sowohl bei Mitarbeitern, als auch Bewohnern, dass Veränderungen immer irritiation und Verunsicherung auslösen. Also insbesondere Veränderungen, die nicht transparent sind. Mir ist es wichtig, so transparent wie möglich in alle Richtungen zu sein, aber das geht nicht immer und manchmal muss auch ich sagen, dass es jetzt halt so ist.

Ich selbst tue mich grundsätzlich auch schwer mit Veränderungen, nicht nur beruflich auch als Privatperson. Aber inzwischen habe ich gelernt damit umzugehen, manchmal leide ich auch und dann ist es gut, wenn ich darüber sprechen kann.

Aber dann geht es weiter. Ich habe zu viel Lebenszeit damit vergeudet mich in Gedankenkreisel, jammern und auch ein Stück weit Selbstmitleid zu verlieren.

LG

adventurelife

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2 Antworten
mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 985

Hallo adventurelife,

dann erzähle ich dir einfach weiter.

Die neue Leitung ist altersmäßig die jüngste der Belegschaft, zwei Kinder im Alter von 4 und 6 Jahren und 100% Arbeitszeit. Berufsausbildung: Behindertenpädagogin (heißt bei euch HEP). Sie fängt am 1. September an.

In ihrer bisherigen Wohneinheit gehen zwei in Karenz (Im Winter wird es bei uns etliche Corona-Babys geben), einige haben gekündigt bzw. intern woanders angefangen, weil sie die Veränderungen nicht mittragen wollen.

In meiner WE gibt es nur noch eine Diplomkraft (DGuKP) mit 60%, die wird vorübergehend nicht in der Pflege direkt arbeiten können, da sie die neue Leitung einschult. geplant wären 3,4 Diplomstellen.

Was die Veränderungen schwierig macht, ist dass oft Einschränkungen verkündet werden, die so nicht gedacht waren und wir kommen später drauf, dass in manchen Punkten keine Einschränkungen sind, sie wurden auf den verschiedenen Entscheidungsetagen falsch vermittelt oder falsch interpretiert.

Heute hat sich einiges aufgeklärt. Und ich habe eine ziemliche Wut im Bauch. Man sollte als letztes Glied im Getriebe auch mal den Mut haben, auf Unlogisches hinzuweisen. Mein Widerstand hatte seinen Preis ... aber er hat sich gelohnt.

Die !-Stunde-Regelung für Besuch in meinem Zimmer ist seit heute unter dem Tisch. Für alle. Diese Regelung hätte es schon länger gegolten. Heute hat mich mein morgiger Besuch selbst auf diese Regelung hingewiesen, er arbeitet in einer anderen Einrichtung.

Für mich sind deine Sichtweisen sehr spannend, weil du mir das Gefühl gibst, auf Augenhöhe zu sein. Dafür danke ich dir.

mmieks

mmieks antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Du bist echt wunderbar.

Toller Beitrag.

M.

Anonymous antworten


Blackhole
Beiträge : 982

Wären die Veränderungen gut, also würden sie auf Deiner Arbeit etwas positives bewirken, würdest Du anderst darüber schreiben.

Das ist natürlich schwierig, man fühlt sich hilflos, ohnmächtig, und vor allem in der eigenen Erfahrung und der eigenen Kompetenz nicht für voll genommen.

Ist leider so: Viele Chefs sind nur Theoretiker, haben nur spärlich Praxiserfahrung und die ist lange her, oder übverhaupt keine, d.h. sind nur Manager die lediglich Geld und Personal verschieben können, und haben nicht wirklich Ahnung was "an der Front" läuft.
Solange das Arbeitsleben noch so strukturiert ist, leben wir nicht zu 100% in einer Demokratie.

blackhole antworten
1 Antwort
mmieks
 mmieks
(@mmieks)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 985

Vor allem die Politiker sind Theoretiker 😊 Aber sie sitzen am längeren Hebel.

mmieks antworten
Seite 2 / 2
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