Benachrichtigungen
Alles löschen

Abschiebungen treffen die Falschen!

Seite 2 / 2

Lucan-7
Themenstarter
Beiträge : 29398

Vorweg: Ich habe die Überschrift allgemein gewählt, tatsächlich geht es um eine persönliche Begegnung, aber ich denke die Richtung ist klar...

Worum geht es konkret? Ich bin kürzlich einem jungen Afrikaner begegnet, der vor einiger Zeit nach Deutschland kam und hoffte, hier ein besseres Leben zu finden. Zur Zeit versucht er, sein Deutsch weiter zu verbessern und geht hier zur Schule, um danach eine Ausbildung zu machen - sein Traumberuf ist LKW- oder Busfahrer. 

Ich habe mich mit ihm unterhalten, welche Möglichkeiten er da hat und welche Wege es gibt, sein Ziel zu erreichen. Er ist sehr aufgeschlossen und interessiert, bemüht sich, weiter zu kommen und sein Ziel zu erreichen.

Ganz nebenbei erwähnte er allerdings, dass er jetzt seine Ausweisung erhalten hat. Und ich konnte es nicht fassen... wie kann es sein, dass wir solche Leute, die sich wirklich bemühen, sich zu integrieren und eine Ausbildung zu machen, in einem Bereich, in dem Leute dringend gesucht werden (!), die alles richtig machen wollen dennoch des Landes verweisen... während mancher Straftäter ständig den Wohnort wechselt, seine Papiere "verliert" und deshalb leider hier bleiben muss...? 

Eigentlich müsste ich dem Jungen jetzt empfehlen, seine Papiere in den Müll zu werfen, damit man ihn nicht ausweisen kann... Ausbildung kann er dann zwar auch vergessen, aber zumindest müsste er nicht in die Trostlosigkeit seiner Heimat zurück.

Denn es herrscht zwar immer wieder Krieg in seiner Heimat (Nähe Sahel-Zone), aber leider nicht genug, um als Flüchtling anerkannt zu werden. Und weil unsere Regierung, getrieben von der AfD, sich genötigt sieht, so viele Menschen wie möglich auszuweisen, ist der Junge jetzt halt eine weitere Nummer auf der Liste der Regierung, mit der diese sich dann brüsten kann, was sie doch alles gegen Migranten unternimmt... indem sie eben auch anständige Leute rausschmeisst, die hier eigentlich dringend gebraucht werden (Was dann natürlich nicht erwähnt wird).

Bei der ganzen Sache stimmt doch etwas grundsätzlich nicht! Warum kann man nicht vernünftig entscheiden, welche Leute wir gerne dabehalten wollen und welche nicht...? Warum driftet das ständig in Extreme ab, nach dem Motto "Alle rein" oder "Alle raus"? Warum ist dabei ständig Rassismus ein Thema? Ganz ehrlich... mir ist es völlig wurscht, wo jemand herkommt oder wie er aussieht, hauptsache die Leute sind anständig... und wer es nicht ist, der fliegt halt raus, brauchen wir nicht... (Ja, nicht so einfach, aber das Prinzip sollte doch klar sein).

Warum bekommen wir das nicht hin...?

Antwort
112 Antworten
Channuschka
Beiträge : 5441

@lucan-7 

Du stellst die richtigen Fragen.

Nur kann ich dir darauf auch keine wirkliche Antwort geben...

Wir schieben die ab, die greifbar sind und sich integiert haben, weil diejenigen, die eigentlich die Probleme machen und um die es in der Diskussion immer geht, untertauchen, sobald man sie abschieben möchte oder eben keine Papiere haben. Ehrlichkeit wird bestraft.

Aber es steigen die Zahlen auf dem Papier... 

Symbolpolitik sozusagen...auf dem Rücken derer, die es richtig machen wollen. 

Find ich das gut? - Nein.

Aber ich spar mir inzwischen zu viel emotionale Energie aufzuwenden, wenn es um das Thema geht, denn ich hab keine Ahnung, was man tun kann um es von Grund an zu ändern. Man kann sich in jeden Einzelfall reinhängen und einige bekommen da ja auch immer wieder viel Unterstützung, zumindest lese ich das immer wieder und bekomme Online-Petitionen zu geschickt und so. Es frustriert mich einfach seit Jahren.

channuschka antworten
60 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@channuschka 

Find ich das gut? - Nein.

Aber ich spar mir inzwischen zu viel emotionale Energie aufzuwenden, wenn es um das Thema geht, denn ich hab keine Ahnung, was man tun kann um es von Grund an zu ändern. Man kann sich in jeden Einzelfall reinhängen und einige bekommen da ja auch immer wieder viel Unterstützung, zumindest lese ich das immer wieder und bekomme Online-Petitionen zu geschickt und so. Es frustriert mich einfach seit Jahren.

Ich halte es für wichtig, das Thema immer wieder anzusprechen. Denn die Politik glaubt ja, sie würde hier den Mehrheitswillen des Volkes umsetzen, indem sie so viele Leute wie möglich rauswirft - egal wen, hauptsache die Zahlen stimmen.

Und das ist gleich doppelt unsinnig: Weder geht deshalb die Zustimmung für die AfD runter, im Gegenteil, sie wird dadurch noch bestätigt, noch ist es egal, wer da abgeschoben wird - Zahlen allein reichen da nicht.

Klar, ein thread in einem wenig besuchten Forum ändert da gar nichts, aber ich spreche das ja auch anderweitig an... und wenn das noch mehr Leute tun, auch solche mit Reichweite, dann ändert sich vielleicht doch mal was.

 

lucan-7 antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5441

@lucan-7 

Ich spreche da auch nur für mich und meine Energie (die eh sehr eingeschränkt ist) und vor allem das emotionale reinhängen. Aufregen lohnt sich nicht. Tu ich aber automatisch, weil es mich wütend macht.

Ich weiß, von einigen die sehr für Abschiebungen sind, aber durchaus der Meinung, dass da vieles falsch läuft und es die falschen trifft und die extrem wütend sind auf die Regierung, dass sie es nicht schafft, "die Richtigen" abzuschieben - und auch die tendieren zur AfD. Denn wichtiger als die Ungerichtigkeit - die sie sehen, denn diejenigen, die nicht kriminell sind und integriert sind, haben sie ja nichts, die dürften bleiben - ist ihnen, dass Straftäter abgeschoben werden um sich wieder sicher zu fühlen.

Aber Differenzierung und Bürokratie passen da irgendwie nicht zusammen. Oder die CDU checkt nicht, worum es vielen geht. Das Gefühl der Sicherheit wird ja nicht besser, wenn der nette Handwerker weg ist, aber die Drogendealer am Bahnhof weiter da.

channuschka antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814
Veröffentlicht von: @channuschka

Aber Differenzierung und Bürokratie passen da irgendwie nicht zusammen.

Das ist grundsätzlich kein gutes Paar. 
Allgemeine Regeln werden dem Individuum selten gerecht. 

Oder die CDU checkt nicht, worum es vielen geht.
Das Gefühl der Sicherheit wird ja nicht besser, wenn der nette Handwerker weg ist, aber die Drogendealer am Bahnhof weiter da.

Die CDU checkt vermutlich schon, worum es vielen geht. 
Aber diese Differenzierung in ein Gesetz zu bringen, dürfte schwierig bis unmöglich sein. 
Und der Drogendealer kennt die diversen Schlupflöcher vermutlich auch besser als der nette Handwerker. 

Und dann zählen am Ende halt doch die Zahlen und man sagt 'Die machen was'.

chai antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@chai 

Aber diese Differenzierung in ein Gesetz zu bringen, dürfte schwierig bis unmöglich sein.

Kann man schon, gibt ja Länder die das tun. Aber da geht es um Arbeitsmigration und da bleiben Unqualifizierte generell draussen. 

derelch antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5441

@derelch Wir brauchen ja aber sogar die Unqualifizierten - also, die unqualifizierten, die sich qualifizieren wollen. Und wir zahlen für ihre Qualifizierung - und schieben sie dann ab... anstatt sie schnell mit einem Arbeitsvisum aus zu statten, wenn die Asylgründe wegfallen und sie damit hier zu behalten. Das finde ich so total unverständlich aus noch ganz anderen Gründen.

channuschka antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@channuschka 

Wir brauchen ja aber sogar die Unqualifizierten - also, die unqualifizierten, die sich qualifizieren wollen.

Wir haben diese bereits im Land. Humanitäre Aufnahme ist das eine, aber in Sachen Arbeitsmigration brauchen wir wenn überhaupt qualifizierte Leute und nicht noch mehr unqualifizierte.

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Humanitäre Aufnahme ist das eine, aber in Sachen Arbeitsmigration brauchen wir wenn überhaupt qualifizierte Leute und nicht noch mehr unqualifizierte.

Es gibt da nur leider ein sehr ungünstiges Alter, von dem ja auch der eingangs erwähnte junge Mann betroffen ist: Zu jung, um schon eine Ausbildung abgeschlossen zu haben, aber zu alt, um minderjährig zu sein.

Da fällt man schnell durchs Raster. Mein Eindruck ist zwar, dass er die Ausbildung schaffen würde... aber da muss man halt erst mal investieren.

lucan-7 antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5441

@derelch 

Wir sollten es erleichtern, wenn jemand kommt und eine Ausbildung machen möchte, das zu ermöglichen - und zwar nicht erst nach drei Jahren, wenn die Motivation sicher gesunken ist und sie Zeit hatten hier Mist zu bauen.

Und wir sollten eben alles dafür tun, diejenigen, die wir ausgebildet haben oder die eine Ausbildung angefangen haben zu halten. Kommt ja oft genug vor, dass Menschen abgeschoben werden, sobald sie ihre Ausbildung hier abgeschlossen haben (und jetzt hier Steuern zahlen würden, würde man ihr Visum in ein Arbeitsvisum ändern, wenn der Asylgrund ausgelaufen ist). 

Ob wir im Ausland werben sollten ist eine ganz andere Sache. Aber es kommen ja genug, die Asyl beantragen und auch willig wären eine Ausbildung zu machen.

channuschka antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@channuschka 

Wir sollten es erleichtern, wenn jemand kommt und eine Ausbildung machen möchte, das zu ermöglichen 

Nö. Sollten wir nicht. Es macht null Sinn. Es gibt 3 Millionen Arbeitslose in Deutschland und das sind nur diejenigen die von der Statistik erfasst werden.

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Nö. Sollten wir nicht. Es macht null Sinn. Es gibt 3 Millionen Arbeitslose in Deutschland und das sind nur diejenigen die von der Statistik erfasst werden.

Und diese Leute werden in 3 Jahren dann die ausreichende Anzahl ausgebildeten Fachkräfte stellen, die wir bis dahin brauchen?

Denn wenn das nicht der Fall sein wird, dann zieht auch deine Argumentation nicht.

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@lucan-7 

Und diese Leute werden in 3 Jahren dann die ausreichende Anzahl ausgebildeten Fachkräfte stellen, die wir bis dahin brauchen?

Die Leute sind nicht arbeitslos, weil sie unqualifiziert sind. Und es kommen jeden Qualifizierte Leute dazu, die vom Markt gekickt werden. Während der Markt jammert, es würden Fachkräfte fehlen, haben gleichzeitig eine massive Diskriminierung von Alten (50+), Berufseinsteigern und Frauen, insbesondere Müttern auf dem Arbeitsmarkt. 

Denn wenn das nicht der Fall sein wird, dann zieht auch deine Argumentation nicht.

Glaub was du willst, aber den Mythos Fachkräftemangel wird man nicht unqualifizierter Einwanderung aus der Sahelzone los.

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Die Leute sind nicht arbeitslos, weil sie unqualifiziert sind. 

Das war nicht die Frage. Die Frage ist, ob wir den Fachkräftemangel aus eigener Kraft und ohne Einwanderung stemmen können, indem wir dazu auf die hiesigen Arbeitslosen zurückgreifen. 

 

Glaub was du willst, aber den Mythos Fachkräftemangel wird man nicht unqualifizierter Einwanderung aus der Sahelzone los.

Habe ich auch nicht behauptet. Ich sage nur, dass dieser junge Mann, den ich da kennengelernt habe, vermutlich einen guten Job in einem Bereich machen würde, in dem Fachkräfte gesucht sind. Denn sein Bemühen ist hier deutlich erkennbar. Und das dürfte auf viele Migranten zutreffen (Wo immer sie auch herkommen) - auch solche, deren Asylgesuch voraussichtlich nicht anerkannt werden wird.

lucan-7 antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8520

@derelch 

Die Leute sind nicht arbeitslos, weil sie unqualifiziert sind. Und es kommen jeden Qualifizierte Leute dazu, die vom Markt gekickt werden. Während der Markt jammert, es würden Fachkräfte fehlen, haben gleichzeitig eine massive Diskriminierung von Alten (50+), Berufseinsteigern und Frauen, insbesondere Müttern auf dem Arbeitsmarkt.

Hast Du da mal Zahlen dazu? Sprich das Verhältnis offene Stellen in einer Branche zum Angebot an arbeitslosen qualifizierten Fachkräften?

Die von Dir genannte Diskriminierung ist das eine, könnte es daneben aber auch sein, dass, wasweißich, die gelernte Bürokauffrau nicht deswegen keinen Job findet, weil sie Mutter ist, sondern deswegen, weil es gerade mehr arbeitslose Bürokauffrauen und -männer gibt als Stellen in diesem Bereich offen sind, während in der Pflege händeringend Personal gesucht wird?

Mich erinnert das an die Schlecker-Pleite. Da hatten einige die grandiose Idee, die arbeitslos gewordenen "Schleckerfrauen" doch einfach in Kindergärten zu schicken, die suchen doch Leute. 

Und man kann auch der arbeitslosen studierten Anglistin oder Historikerin nicht sagen: Bewirb' Dich im Krankenhaus, schließlich herrscht Ärztemangel. Oder bewirb Dich doch als Dachdecker! Da sind auch zig Stellen frei!

Und woran liegt eigentlich der Fachkräftemangel im Handwerk? Hauptsächlich an der Diskriminierung von Alten, Berufseinsteigern und Frauen? Ich nehme da eher das Gejammer der Betriebe war, dass sie nicht genug geeignete Lehrlinge finden.

Und wenn dann ein Betrieb einen "aus der Sahelzone" hat, der geeignet und motiviert ist, dann soll er abgeschoben werden?

Nicht, dass der auch noch einem arbeitslosen Deutschen den Job wegnimmt!

 

 

 

alescha antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@lucan-7 

Und diese Leute werden in 3 Jahren dann die ausreichende Anzahl ausgebildeten Fachkräfte stellen, die wir bis dahin brauchen?

Nö. Tun auch weitere unqualifizierte Migranten nicht. 

Und "wir" brauchen sowieso nicht und die Wirtschaft braucht nur viel Auswahl.

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Nö. Tun auch weitere unqualifizierte Migranten nicht. 

Deshalb sind ja auch qualifizierte Migranten das Thema hier. Und dazu zählen für mich auch Leute, die noch zu jung sind, um schon eine Ausbildung zu haben - aber die Voraussetzungen dafür mitbringen und auch den Willen, eine Ausbildung zu machen.

 

Und "wir" brauchen sowieso nicht und die Wirtschaft braucht nur viel Auswahl.

"Wir" brauchen sehr wohl qualifizierte Leute wie etwa Busfahrer... wenn wir uns mal wieder ärgern, dass ein Bus ausfällt, weil nicht genug Fahrer da sind. Oder Waren zu spät geliefert werden, weil die Speditionen keine Fahrer finden.

 

 

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@lucan-7 

Deshalb sind ja auch qualifizierte Migranten das Thema hier.

Eigentlich nicht. Meine Aussage war, dass "wir" keine unqualifizierte Einwanderung brauchen, woraufhin mir vehement und unlauter wiedersprochen wurde.  

Und auch in deiner Threaderföffnung ging es nicht um qualifizierte Migration. Dein Bekannter ist nicht qualifiziert. 

 

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Und auch in deiner Threaderföffnung ging es nicht um qualifizierte Migration. Dein Bekannter ist nicht qualifiziert. 

Richtig, aber das ist nicht seine Schuld, sondern liegt schlicht an seinem Alter. Deshalb sollte hier auch nicht die Ausbildung, sondern die Leistungsbereitschaft das entscheidende Argument sein. So etwas kann man ja mit bestimmten Schulnoten festlegen.

Ansonsten muss man sich schon fragen, warum man ihn denn überhaupt in die Schule schickt und auf eine Ausbildung vorbereitet, wenn er hier doch eh keine machen kann.

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@lucan-7 

Richtig, aber das ist nicht seine Schuld, sondern liegt schlicht an seinem Alter.

Es liegt eigentlich eher an seiner Herkunft und weniger am Alter. 

Deshalb sollte hier auch nicht die Ausbildung, sondern die Leistungsbereitschaft das entscheidende Argument sein.

Wenn jemand als Asylsuchender kommt, ist das entscheidende Argument die Anspruchsberechtigung auf Asyl oder eben nicht. 

Ansonsten muss man sich schon fragen, warum man ihn denn überhaupt in die Schule schickt und auf eine Ausbildung vorbereitet, wenn er hier doch eh keine machen kann.

Weil man es nicht weiss, ob er anerkannt wird oder nicht, solange das Verfahren nicht abgeschlossen ist und man schlechte Erfahrungen mit unterbeschäftigten Leuten gemacht hat.

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Es liegt eigentlich eher an seiner Herkunft und weniger am Alter. 

Genau das ist doch der Punkt, den ich hier in Frage stelle. Wenn wir hier jemanden haben, der gebraucht wird und arbeiten will, dann sollte die Herkunft keine Rolle spielen - sondern lediglich seine Integrationsbereitschaft.

Natürlich sehe ich auch die Problematik, dass auf diese Weise etliche Asylsuchende hoffen, dauerhaft hier bleiben zu können und damit Anreize für die Einreise geschaffen werden können.

Deshalb ja mein Vorschlag, dass man hier eine europäische Lösung braucht, es also keinen automatischen Anspruch auf Asyl in Deutschland gibt.

Wenn jemand als Asylsuchender kommt, ist das entscheidende Argument die Anspruchsberechtigung auf Asyl oder eben nicht.

Und das ist eben falsch.

Und ich sage ja auch nicht, dass das Problem einfach zu lösen wäre. Aber im Moment heisst es halt nur: "So viel wie möglich raus!" - statt überhaupt auch nur darüber zu sprechen, wie es denn eigentlich optimal wäre.

Ich meine, auf der einen Seite wir Geld investiert, um Fachkräfte aus Kenia anzuwerben. Und auf der anderen Seite werden Leute rausgeschmissen, die bereits hier auf dem Weg zu einer Ausbildung sind.

Da kann mir doch keiner erzählen, dass es hier nicht bessere Systeme geben kann.

lucan-7 antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8520

@derelch 

Und "wir" brauchen sowieso nicht und die Wirtschaft braucht nur viel Auswahl.

Heute wieder darüber gestolpert, wie viele Migranten allein im Gesundheitssektor tätig sind.

Die deutsche Ärzteschaft wird immer diverser. Das geht aus dem aktuellen Jahresgutachten des SVR hervor. Einwanderung ist demnach ein entscheidendes Mittel, um den wachsenden Fachkräftemangel abzufedern.

„Ohne eingewanderte Fachkräfte auf allen Ebenen – das hat die Coronapandemie erneut gezeigt – steht das deutsche Gesundheitswesen vor dem Kollaps“, erklärte die SVR-Vorsitzende Prof. Dr. phil. Petra Bendel bei der Vorstellung des Gutachtens in Berlin. Dass der Beitrag von Menschen mit Migrationshintergrund unverzichtbar ist, macht schon ein Blick auf die Zahlen deutlich (Kasten): Fast ein Viertel aller Erwerbstätigen im Gesundheitswesen hat einen Migrationshintergrund.

Über alle Berufsgruppen zusammengenommen sind die wichtigsten Herkunftsländer Polen, die Türkei, Russland und Kasachstan. Ärztinnen und Ärzte stammen überdurchschnittlich häufig aus Osteuropa und dem Nahen und Mittleren Osten. Und die Tendenz ist stark steigend: Von 2010 bis 2020 ist die Zahl der ausländischen Ärzte in Deutschland auf etwa das Zweieinhalbfache gestiegen. Ebenfalls auf das Zweieinhalbfache ist die Zahl der jährlichen Anerkennungsverfahren ausländischer Abschlüsse gestiegen, nämlich von 6 000 im Jahr 2015 auf 15 000 im Jahr 2019.

Das deutsche Gesundheitswesen wäre also ohne eingewanderte Menschen und ihre Nachkommen in schweren Nöten. Und sie gleichen teilweise Defizite aus: „Ausländische Ärztinnen und Ärzte arbeiten häufiger als ihre Kolleginnen und Kollegen in Kliniken und in eher ländlichen Regionen“, schreibt der SVR.

Quelle: https://www.aerzteblatt.de/archiv/integration-und-migration-unverzichtbare-einwanderung-c8eb19e9-392a-49f0-b3c9-2eab279ce4df

Du willst uns doch jetzt nicht weis machen, dass wir ohne die von Dir diagnostizierte Diskriminierung von Alten (50+), Berufseinsteigern und Frauen, insbesondere Müttern diese Leute aus dem Ausland nicht bräuchten.

Du machst es Dir zu einfach, den Fachkräftemangel nur darauf zu schieben. Ein wesentlicher Faktor ist ganz einfach der demographische Wandel. Wenn z.B. in einem Gebiet 50 KfZ-Mechaniker in Rente gehen, aber nur 20 junge Menschen ihre Ausbildung zum KfZ-Mechaniker abschließen, muss man extrem schlecht in Mathe sein um sich zu wundern, warum man ewig lang auf einen Termin in der Werkstatt warten muss. Ist es da wirklich die Lösung, einfach Frauen weniger zu diskriminieren? Berufseinsteiger werden da eher nicht diskriminiert, man ist froh um jeden Lehrling, der motiviert ist und in der Schule zumindest halbwegs aufgepasst hat. Und was die Altersdiskriminierung angeht, die gibt es in manchen Bereichen, aber gehst Du wie diverse Leute in der Regierung davon aus, dass man auch in körperlich anstrengenden Berufen noch mit 70 fit wie ein Turnschuh ist? Es gibt Berufe, da ist man froh, wenn man es irgendwie bis zur gesetzlichen Rente durchhält und würde gerne früher gehen.

alescha antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814
Veröffentlicht von: @alescha

Wenn z.B. in einem Gebiet 50 KfZ-Mechaniker in Rente gehen, aber nur 20 junge Menschen ihre Ausbildung zum KfZ-Mechaniker abschließen, muss man extrem schlecht in Mathe sein um sich zu wundern, warum man ewig lang auf einen Termin in der Werkstatt warten muss.

Wobei man da auch noch berücksichtigen muss, dass die Anzahl der Kfz-Werkstätten sich drastisch reduziert. 
Allein hier am Ort haben in den letzten Jahren drei Fachwerkstätten geschlossen - entsprechend reduziert sich natürlich auch aus diesem Grund die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze. (Abgesehen davon, dass der klassische 'Schrauber' eben einfach am Aussterben ist.)

Und was die Altersdiskriminierung angeht, die gibt es in manchen Bereichen, aber gehst Du wie diverse Leute in der Regierung davon aus, dass man auch in körperlich anstrengenden Berufen noch mit 70 fit wie ein Turnschuh ist? Es gibt Berufe, da ist man froh, wenn man es irgendwie bis zur gesetzlichen Rente durchhält und würde gerne früher gehen.

Jo. Mit 70 will keiner mehr auf dem Dach rumkraxeln. 

chai antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8520

@chai 

Wobei man da auch noch berücksichtigen muss, dass die Anzahl der Kfz-Werkstätten sich drastisch reduziert. 

Ja, aber was sind die Gründe dafür?

Ich habe es mir mal einfach gemacht und die Google-KI befragt. Die sagt:

Der Rückgang der Kfz-Werkstätten hat im Wesentlichen vier Hauptursachen: den zunehmenden Fachkräftemangel, das hohe Investitionsniveau durch die Elektrifizierung der Fahrzeuge, mangelnde Betriebsnachfolgen sowie den Trend hin zu größeren Werkstattketten, die kleinere Betriebe verdrängen

Da isser wieder, der Fachkräftemangel. Nicht als einziger Grund natürlich, aber einer von vier Hauptursachen. 

 

alescha antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@alescha Ich habe es mir mal einfach gemacht und die Google-KI befragt.

Tu quoque Alescha mi filia? 😪 

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@jack-black 

Tu quoque Alescha mi filia? 😪 

Ja... ich habe mir auch gedacht: "Nicht auch noch Alescha!".

Aber ja, es ist ja so einfach und verführerisch... ich habe ja auch schon KI genutzt...

lucan-7 antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 1200

@lucan-7 

Es hätte auch Vorteile  Die KIs könnten hier bald alleine über Glauben und Theologie diskutieren und wir Menschen hätten mehr Zeit, über Fussball zu sprechen. 😎 

VG

Chey

chey antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@chey 

Es hätte auch Vorteile  Die KIs könnten hier bald alleine über Glauben und Theologie diskutieren und wir Menschen hätten mehr Zeit, über Fussball zu sprechen. 😎 

Klar, dafür sind Computer ja da... uns die lästigen Dinge abzunehmen.

Wobei das bei mir dann eher die Fussballgespräche wären... das würde ich dann der KI überlassen... 😛 

 

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@chey Es hätte auch Vorteile Die KIs könnten hier bald alleine über Glauben und Theologie diskutieren und wir Menschen hätten mehr Zeit, über Fussball zu sprechen.

Oh, es geht mir gar nicht so sehr um's Sprechen, wie um's Zuhören. Warum sollte ich noch mich an Diskussionen in Internetforen beteiligen, wenn ich mir nicht sicher sein kann, dass die Meinungen, auf die ich dort treffe, von konkreten Menschen gehegt werden? Warum sollte ich noch dort vorgebrachte Argumente abwägen und mir um Gegenargumente den Kopf zerbrechen? Wer "die KI fragt", könnte ja ebenso auch den schlauen Peter fragen und dessen Gedanken und Meinungen dann hier posten. Nur: warum sollte mich interessieren, was der schlaue Peter sagt und denkt? Und falls es mich interessieren sollte: dann kann ich ja mit ihm weiterreden, wozu brauche ich dann noch die Vermittlung durch den Forums-User? Das ist recht unabhängig davon, ob ich mir vom Schlauen Peter nun Argumente hinsichtlich irgendwelcher Fragen zur Einwanderungspolitik an die Hand geben lasse, oder zu der Frage, ob Baumann oder Neuer besser in's Tor bei einer Weltmeisterschaft in den faschistoiden Staaten von Amerika gestellt werden sollte: will ich Menschen zuhören, ihnen und dem, was sie denken, Aufmerksamkeit und Zeit schenken - oder will ich mit dem Schlauen Peter diskutieren, dem völlig egal ist, was ich denke, meine und sage?

Konkret:

Kurz hatte ich überlegt, ob ich mich zu dem fragwürdigen Fachkräfte-Mangel-Argument äußern sollte. Aber hey, warum denn? Das stammte ja gar nicht von Alescha, sondern vom Schlauen Peter. Und warum sollte ich mir die Selbst-Denk-Mühe machen, da jetzt weit auszuholen, um es zu kritisieren?

Vielleicht wäre Alescha auch selbst auf das Argument gekommen oder hatte es vermutlich sogar schon im Hinterkopf, als sie den Schlauen Peter befragte, denn dieses eine von den vier Argumenten, die er sofort rauskotzte, war es ja, das am besten in den Diskussionsverlauf passte und dass sie also dann verwendete. Aber  warum sollte ich lang und breit auf die Fragwürdigkeit des Arguments zu sprechen kommen, wenn es (das Argument) für Alescha nicht so wichtig war, dass sie selbst, bevor sie's anbrachte, es auf Hieb- und Stichfestigkeit hin abgeklopft hätte?

Ganz im Ernst: dieses Krebsgeschwür KI macht mich unendlich traurig, weil es überall das Internet durchwirkt, wie ich es mal als Austausch-Möglichkeit mit anderen Menschen zu lieben lernte. 

jack-black antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8520

@jack-black 

Vielleicht wäre Alescha auch selbst auf das Argument gekommen oder hatte es vermutlich sogar schon im Hinterkopf, als sie den Schlauen Peter befragte

Ganz genau. Alescha war auf das Argument gekommen.

wenn es (das Argument) für Alescha nicht so wichtig war, dass sie selbst, bevor sie's anbrachte, es auf Hieb- und Stichfestigkeit hin abgeklopft hätte?

Üblicherweise mache ich das auch. V.a. weil ich weiß, dass die KI manchmal Bullshit erzählt. Habe ich u.a. hier gelesen und selbst schon ausprobiert, indem ich Fragen in einem Gebiet stellte, in der ich mich sehr gut auskenne.

Es gibt aber tatsächlich so Momente, wo ich keine Zeit oder Muße habe, alles abzuklopfen.

Mein Gedanke war: Der Fachkräftemangel wird's nicht alleine sein, der dazu führt, dass immer mehr Werkstätten dicht machen. Also mal gucken, was es sonst noch für Gründe gibt, die mir gerade nicht einfallen. Die Gründe, die dann genannt wurden, entsprachen dann dem, was ich tatsächlich auch schon gehört/gelesen hatte.

Aber bitte, das nächste Mal mache ich es mir auch einfach und haue monokausale Erklärungen raus. 

Manchmal frage ich mich sowieso, warum ich lang und breit nach Quellen und Belegen suche - einfach irgendwelche Behauptungen ohne Begründung und Belege in den Raum zu werfen tut's doch auch. 

Wirkt dann wohl authentischer und spart mir Zeit und Mühe. 

 

alescha antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@lucan-7 Aber ja, es ist ja so einfach und verführerisch...

Eben. Der Zucker in der Cola ist dagegen ein Witz.

jack-black antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814
Veröffentlicht von: @alescha

@chai 

Wobei man da auch noch berücksichtigen muss, dass die Anzahl der Kfz-Werkstätten sich drastisch reduziert. 

Ja, aber was sind die Gründe dafür?

In den hiesigen Fällen hat es viel mit der Vertriebspolitik der Autohersteller zu tun. 
Die wollen ja gar keine kleinen Händler mehr. 
Und - auch das wird woanders nicht wesentlich anders sein - die Werkstatt muss ja einen immer größeren Wasserkopf mit finanzieren. 

chai antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8520

@chai 

Ja, sicher spielt das eine Rolle. 

Aber wenn Betriebe - jetzt mal nicht nur auf den KfZ-Bereich beschränkt - nur noch 3 mal in der Woche auf hat statt 5 Mal, die Öffnungszeiten kürzt oder man ewig lang auf einen Termin warten muss, und die Begründung dann lautet: Ja sorry, uns fehlt das Personal, frage ich mich halt, ob das wirklich nur mit der Diskriminierung von älteren Menschen, Berufsanfängern und Frauen, v.a. Müttern erklärt werden kann. Ich meine: Nein. 

 

alescha antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814

@alescha Wollen Betriebe noch ausbilden? Oder ist ein Anton-Anrufbeantworter in der Arztpraxis nicht pflegeleichter und günstiger? Und dann kann man ja auch noch über den Fachkräftemangel jammern und jeder hat Verständnis, dass es nur noch den Anton gibt? 
Ist es realistisch, dass eine Autowerkstatt nur noch Abiturienten mit gutem Abschluss zum Mechatroniker ausbilden will?
Ich hab noch nicht ganz rausgefunden, was Ei und was Huhn ist.

chai antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8520

@chai 

Oder ist ein Anton-Anrufbeantworter in der Arztpraxis nicht pflegeleichter und günstiger?

Ja, das wird immer mehr zur Unsitte. Aber wenn man dann die Praxis betritt laufen da noch genauso viele MFA rum wie früher auch. Meine Beobachtung daher: Anton ersetzt keine MFA. Die hat dafür mehr Zeit für andere Sachen in der Praxis.

Die KI frage ich jetzt besser nicht dazu, sonst ziehe ich wieder den Unmut der KI-Verächter auf mich. Daher bleibt es bei der anekdotischen Evidenz.

Es gibt definitiv Arbeitsplätze, die durch KI wegfallen. Spontan fallen mir da Übersetzer ein. Personal im medizinischen und Pflegebereich bekommt vermutlich aber erst dann ein Problem, wenn es Roboter zur Serienreife bringen, die Blut abnehmen, Blutdruck messen, Spritzen setzen, Tabletten verabreichen, Windeln wechseln oder gar alleine operieren können.

Ist es realistisch, dass eine Autowerkstatt nur noch Abiturienten mit gutem Abschluss zum Mechatroniker ausbilden will?

Ich weiß jetzt nicht, wie die Anforderungen in Autowerkstätten gerade aussehen, aber ich lese immer wieder Job- oder Ausbildungsplatz-Angebote, wo auch ein guter Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife reicht. 

Was ich schon öfters gelesen habe ist die Klage darüber, dass ausbildungswillige Betriebe keine geeigneten Bewerber mehr finden, weil es immer mehr Leute gibt, die keinen geraden Satz zustande bringen und noch schlechter in Mathe sind als ich. Jetzt wird der berechtige Einwand kommen, dass der Bewerber aus der Sahelzone diese Voraussetzungen wohl kaum mitbringt. Wenn ich aber die Ergüsse in den sozialen Medien so sehe, tun das auch erschreckend viele sog. Biodeutsche nicht. 

Und da ist es mir unverständlich, warum man Lehrlinge oder Angestellte, die gut Deutsch können, motiviert sind, mit denen deren Chefs hochzufrieden sind abgeschoben werden. 

Inzwischen kommt es ja schon vor, dass Pflegeheimen die Schließung droht, weil 1 Drittel der Belegschaft abgeschoben werden soll. Klick.

alescha antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814
Veröffentlicht von: @alescha

@chai 

Oder ist ein Anton-Anrufbeantworter in der Arztpraxis nicht pflegeleichter und günstiger?

Ja, das wird immer mehr zur Unsitte. Aber wenn man dann die Praxis betritt laufen da noch genauso viele MFA rum wie früher auch. Meine Beobachtung daher: Anton ersetzt keine MFA. Die hat dafür mehr Zeit für andere Sachen in der Praxis.

Hier schon. Und deshalb meine Frage nach Ei und Huhn. 
Fehlen die Leute, weil die Bedingungen sch...lecht sind oder sind die Bedingungen sch...lecht, weil Leute fehlen? 
Bei mindestens zwei Praxen könnte ich Antwort geben. 

Ist es realistisch, dass eine Autowerkstatt nur noch Abiturienten mit gutem Abschluss zum Mechatroniker ausbilden will?

Ich weiß jetzt nicht, wie die Anforderungen in Autowerkstätten gerade aussehen, aber ich lese immer wieder Job- oder Ausbildungsplatz-Angebote, wo auch ein guter Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife reicht. 

Es gibt immer noch Jungs, die gute Mechaniker wären, aber die Anforderungen des (inzwischen geschlossenen) Betriebs an die schulischen Leistungen nicht erfüllen konnten. (Weiß ich von einem früheren Kollegen aus der Kfz-Werkstatt, der lange Jahre als Meister und Ausbilder gearbeitet hat)

Was ich schon öfters gelesen habe ist die Klage darüber, dass ausbildungswillige Betriebe keine geeigneten Bewerber mehr finden, weil es immer mehr Leute gibt, die keinen geraden Satz zustande bringen und noch schlechter in Mathe sind als ich. Jetzt wird der berechtige Einwand kommen, dass der Bewerber aus der Sahelzone diese Voraussetzungen wohl kaum mitbringt. Wenn ich aber die Ergüsse in den sozialen Medien so sehe, tun das auch erschreckend viele sog. Biodeutsche nicht. 

Das ist die andere Seite. 

Und da ist es mir unverständlich, warum man Lehrlinge oder Angestellte, die gut Deutsch können, motiviert sind, mit denen deren Chefs hochzufrieden sind abgeschoben werden. 

Inzwischen kommt es ja schon vor, dass Pflegeheimen die Schließung droht, weil 1 Drittel der Belegschaft abgeschoben werden soll. Klick.

Die Katze beißt sich in den Schwanz. 

chai antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@alescha 

Inzwischen kommt es ja schon vor, dass Pflegeheimen die Schließung droht, weil 1 Drittel der Belegschaft abgeschoben werden soll.Klick.

Olle Kamelle. Ist längst vom Tisch. Man kann sich aber schon fragen, weshalb jemand sein Geschäftsmodell so betreibt, dass man auf 10 ungelernte Asylsuchende zurückgreift, die kaum Aussicht auf Bleiberecht haben und angeblich ein Drittel der Belegschaft bilden.

Seriös ist das nicht. 

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Man kann sich aber schon fragen, weshalb jemand sein Geschäftsmodell so betreibt, dass man auf 10 ungelernte Asylsuchende zurückgreift, die kaum Aussicht auf Bleiberecht haben und angeblich ein Drittel der Belegschaft bilden.

Seriös ist das nicht. 

In der Tat. 

Aber das ist halt nur eine Perspektive. die andere ist eben die hier Angesprochene: Warum schieben wir Leute ab, die hier gebraucht werden?

Was wir brauchen sind Einwanderungsregeln nach Bedarf. Und gleichzeitig strengere Asylregeln, die für Leute auf der Flucht eben keinen garantierten Aufenthalt in Deutschland bedeuten, sondern eine Verteilung irgendwo in der EU.

Da ich denke, dass das letztlich allen Ländern der EU nützt, sollte man hier ansetzen.

lucan-7 antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8520

@derelch 

Olle Kamelle. Ist längst vom Tisch.

Das war ja auch nur ein Beispiel. 🙄

Man kann sich aber schon fragen

Vielleicht weil es nicht genügend "Biodeutsche" gibt, die solche Jobs machen wollen?

Vielleicht sollte man sich eher fragen, warum bestimmte Branchen Probleme haben, Leute zu bekommen.

Dass es nur an "Wir stellen keine Berufsanfänger/Personen über 50/Mütter ein" liegt, glaube ich dabei nicht. 

alescha antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@alescha 

Vielleicht weil es nicht genügend "Biodeutsche" gibt, die solche Jobs machen wollen?

Auch... aber der Elch hat da schon einen Punkt: Es wird immer Leute geben, die jegliche Möglichkeit ausnützen, maximalen Gewinn zu machen - und den macht man nun einmal nicht, wenn man gute Löhne auszahlt und Menschen mit Ansprüchen einstellt. Dann lieber Leute mit eingeschränkter Aufenthaltserlaubnis, die man unter Druck setzen kann und die sich nicht wehren können.

Ich habe selber mal vor vielen Jahren für ein paar Tage für eine Firma gearbeitet, die mir nie den Lohn am Ende des Monats gezahlt hat. Und dort waren auch etliche Ausländer als Leiharbeiter beschäftigt.

Ich habe meinen Lohn bekommen, nachdem ich mich beschwert habe... aber ob die Ausländer das auch alle gemacht haben, vor allem wenn sie nur ein paar Tage dort waren...? Mein Eindruck war, dass es die Firma drauf ankommen liess, und wer sich nicht meldet hat halt Pech gehabt...

lucan-7 antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8520

@lucan-7 

aber der Elch hat da schon einen Punkt: Es wird immer Leute geben, die jegliche Möglichkeit ausnützen, maximalen Gewinn zu machen - und den macht man nun einmal nicht, wenn man gute Löhne auszahlt und Menschen mit Ansprüchen einstellt. Dann lieber Leute mit eingeschränkter Aufenthaltserlaubnis, die man unter Druck setzen kann und die sich nicht wehren können.

Ja sicher. Das habe ich auch nicht in Abrede gestellt.

Ich habe selber mal vor vielen Jahren für ein paar Tage für eine Firma gearbeitet, die mir nie den Lohn am Ende des Monats gezahlt hat. Und dort waren auch etliche Ausländer als Leiharbeiter beschäftigt.

Ich habe meinen Lohn bekommen, nachdem ich mich beschwert habe... aber ob die Ausländer das auch alle gemacht haben, vor allem wenn sie nur ein paar Tage dort waren...? Mein Eindruck war, dass es die Firma drauf ankommen liess, und wer sich nicht meldet hat halt Pech gehabt...

Da sagst Du was...

Meine Kollegin - eine "Biodeutsche" - ist bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt, arbeitet aber schon zig Jahre im gleichen Betrieb. Die zulässige Höchstüberlassungsdauer ist schon deutlich überschritten, rein theoretisch könnte sie auf eine Festanstellung klagen. In Aussicht gestellt hat man ihr das schon ein paar Mal, passiert ist nichts. Aber natürlich klagt sie nicht, weil sie dann genau weiß, dass sei bei nächster Gelegenheit vor die Tür gesetzt wird. Und da hat derElch natürlich auch einen Punkt: Ab einem gewissen Alter hat man es schwerer, einen neuen Job zu finden, auch wenn man da auch durchaus Glück haben kann.

Auch Schikanen gegen Mütter gibt es natürlich, und auch da tricksen Arbeitgeber: Als ich nach 9 Jahren Elternzeit in meine Firma zurückkam und mein Recht auf Teilzeit geltend machte hatte ich vermutlich das Glück, dass die Personalerin gepennt und nicht rechtzeitig meinem Ansinnen widersprochen hat (jedenfalls habe ich Gründe zu der Annahme). Ich hatte schon prophylaktisch meinen Anwalt konsultiert, und der erklärte mir, dass es nicht unüblich sei, dass Arbeitgeber den Antrag auf Teilzeit ablehnen. Dagegen kann man natürlich klagen, bis dahin muss man aber die im ursprünglich im Arbeitsvertrag festgelegte Arbeitszeit einhalten, und die AG wissen natürlich, dass das viele Mütter nicht darstellen können - und das Handtuch werfen.

Trotzdem ist mir die These, dass es genug Fachkräfte im Land gibt, die aber nur aufgrund von Diskriminierung nicht zum Zuge kommen, und wir folglich eigentlich kaum oder gar keine Leute aus dem Ausland brauchen, zu schlicht. Aus Gründen, die ich schon genannt habe.

 

 

alescha antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@alescha 

Trotzdem ist mir die These, dass es genug Fachkräfte im Land gibt, die aber nur aufgrund von Diskriminierung nicht zum Zuge kommen, und wir folglich eigentlich kaum oder gar keine Leute aus dem Ausland brauchen, zu schlicht.

Diese These hab ich auch nicht aufgestellt. 

derelch antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8520

@derelch 

Du hast geschrieben, dass wir 3 Millionen Arbeitslose haben, und

Die Leute sind nicht arbeitslos, weil sie unqualifiziert sind. Und es kommen jeden Qualifizierte Leute dazu, die vom Markt gekickt werden. Während der Markt jammert, es würden Fachkräfte fehlen, haben gleichzeitig eine massive Diskriminierung von Alten (50+), Berufseinsteigern und Frauen, insbesondere Müttern auf dem Arbeitsmarkt. 

Heißt doch: Wir haben eigentlich genug Fachkräfte. Die 3 Millionen sind nicht arbeitslos, weil sie unqualifiziert sind (als ob es keine Leute ohne Schulabschluss oder abgeschlossene Ausbildung gäbe). Sondern weil zuhauf qualifizierte Leute aus Gründen irgendeiner Diskriminierung nicht eingestellt werden (Du hast übrigens die Diskriminierung aufgrund der Herkunft vergessen.)

Den Fachkräftemangel ernennst Du kurzerhand zum Mythos, und deswegen brauchen wir auch keine Arbeitskräfte aus dem Ausland.

Wenn ich Dich falsch verstanden habe, kläre mich bitte auf, wo das Missverständnis liegt.

 

alescha antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@alescha 

Wenn ich Dich falsch verstanden habe, kläre mich bitte auf, wo das Missverständnis liegt.

Ich würde es jetzt nicht als Missverständnis bezeichnen, wenn du meine Aussagen in unterschiedlichen Postings an unterschiedliche Leute vom Kontext befreist und mit deiner Interpretation erweiterst. 

Dass das jetzt an verschiedensten Stellen und immer leicht anders passiert, macht es jetzt nicht gerade unaufwendiger auf alle Aspekte einzugehen. Ich hab nicht die Zeit auf jedes einzelne deiner Postings antworten.

Ist mir ehrlich gesagt auch nicht verständlich, dass dich das Thema so umtreibt und dich meine Meinung anscheinend auf die Palme bringt.

 

derelch antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8520

@derelch 

Ist mir ehrlich gesagt auch nicht verständlich, dass dich das Thema so umtreibt und dich meine Meinung anscheinend auf die Palme bringt.

Es gibt durchaus Leute, die hier mehr Beiträge verfasst haben. Also so arg treibt mich das Thema nun auch nicht um.

Und Deine Meinung bringt mich nicht auf die Palme, mir war Dein

Die Leute sind nicht arbeitslos, weil sie unqualifiziert sind. Und es kommen jeden Qualifizierte Leute dazu, die vom Markt gekickt werden. Während der Markt jammert, es würden Fachkräfte fehlen, haben gleichzeitig eine massive Diskriminierung von Alten (50+), Berufseinsteigern und Frauen, insbesondere Müttern auf dem Arbeitsmarkt. 

einfach zu simpel.

 

alescha antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814
Veröffentlicht von: @lucan-7

@alescha 

Vielleicht weil es nicht genügend "Biodeutsche" gibt, die solche Jobs machen wollen?

Auch... aber der Elch hat da schon einen Punkt: Es wird immer Leute geben, die jegliche Möglichkeit ausnützen, maximalen Gewinn zu machen - und den macht man nun einmal nicht, wenn man gute Löhne auszahlt und Menschen mit Ansprüchen einstellt. Dann lieber Leute mit eingeschränkter Aufenthaltserlaubnis, die man unter Druck setzen kann und die sich nicht wehren können. ...

Ich weiß, dass jetzt ein paar Klischees kommen. 
Es gibt und gab schon immer Jobs, die niemand machen will und wollte. (Stadtreinigung, Gebäudereinigung, Müllsortierung ...) 
Und ein / zwei Generationen früher waren das die Jobs, die ungelernte 'Ausländer' machten. Das brauchte man keine Sprachkenntnisse, da brauchte man keine Ausbildung, da machte man Überstunden und schickte Geld in die Heimat, da durften die Frauen ihr Kopftuch tragen ...
Und dann wollten die Eltern, dass es ihre Kinder mal besser haben; jetzt haben die Kinder deutsche Schulabschlüsse und Ausbildungen, die Mädels haben das Putzen auch nicht in den Genen wie ihre Mütter und den Putzblitzen mit Dumpinglöhnen fehlen die Leute ... 

chai antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@channuschka 

Ob wir im Ausland werben sollten ist eine ganz andere Sache. Aber es kommen ja genug, die Asyl beantragen und auch willig wären eine Ausbildung zu machen.

An dieser Stelle wird es natürlich wieder kompliziert. Wenn wir - mal völlig übertrieben - sagen würden: "So, von den 10 Millionen Asylbewerbern suchen wir uns jetzt die 10.000 raus, die eine gute Ausbildung machen werden, den Rest schicken wir zurück!", dann wird das niemals funktionieren.

Natürlich sind die Zahlen jetzt übertrieben, aber es werden zu oft einfach nur die Zahlen als solche gesehen, ohne sich die Leute genauer anzuschauen. 

Denn Asyl und Arbeitsmigration sollten ohnehin zwei verschiedene Themen sein... da wird praktisch überhaupt nicht mehr unterschieden (Obwohl es Bemühungen gibt, etwa in Kenia künftige Pflegekräfte anzuwerben, aber solche Dinge spielen in der Debatte kaum eine Rolle).

Mein Argument ist einfach, dass wir uns mehr auf die Individuen konzentrieren sollten. Was aber nur funktioniert, wenn wir auch gleichzeitig darüber reden, wen wir überhaupt ins Land lassen.

Denn wenn wir jedem Asylbewerber die Chance geben, durch entsprechendes Benehmen zum legalen Arbeitsmigranten zu werden, dann wird es an dieser Stelle auch früher oder später entsprechenden Betrug geben, um das normale Verfahren zu umgehen.

Wenn ich also fordere, dass man solchen Leuten eine Chance geben sollte, dann sage ich nicht, dass das einfach und völlig problemlos sein würde...

lucan-7 antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 5441

@lucan-7 

Denn wenn wir jedem Asylbewerber die Chance geben, durch entsprechendes Benehmen zum legalen Arbeitsmigranten zu werden, dann wird es an dieser Stelle auch früher oder später entsprechenden Betrug geben, um das normale Verfahren zu umgehen.

Betrug wird es immer geben, weil es einfach immer Menschen gibt, die Schlupflöcher suchen. Da ist Nationalität und Geldbeutel egal. So sind halt einige Menschen. Wo Menschen sind wird es immer solche geben, die versuchen alles zu bekommen ohne zu leisten.

Ich will auch nicht jeden zurück schicken, wenn er nicht arbeitet, solange noch ein Asylgrund besteht.

Ich würde nur ein einfach(eres) Verfahren für diejenigen bevorzugen, die integriert sind und arbeiten, bzw. die arbeiten und lernen wollen und für die es keinen Asylgrund gibt oder der Asylgrund wegfällt, weil sich die politische Lage im Herkunftsland verändert hat.

Und ja - vermutlich geht es nur, wenn man mehr auf Individuen schaut.

channuschka antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 2325

@channuschka

Und ja - vermutlich geht es nur, wenn man mehr auf Individuen schaut.

offtopic

Das fällt mir diese Woche bei verschiedenen Themen vorrangig im Arbeitsleben auf. Wir wollen Klarheit, Gerechtigkeit, Einheitlichkeit… Und ja, es macht Sinn Regeln zu haben. Um das Ziel zu erreichen ist (leider) Standard, dass wir alle „auf Linie bringen“; auch die, bei denen es gar nicht nötig wäre. Und anstatt dass man einzeln auf jd zugeht und ggf. Fehlverhalten anspricht, werden alle pauschal angesprochen und teilweise auch unnötigen Normierungen unterworfen.

 

seidenlaubenvogel antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@channuschka 

Ich spreche da auch nur für mich und meine Energie (die eh sehr eingeschränkt ist) und vor allem das emotionale reinhängen. Aufregen lohnt sich nicht. Tu ich aber automatisch, weil es mich wütend macht.

Viel mehr als darüber reden kann ich auch nicht... ich bin kein Aktivist, der Demonstrationen organisiert oder ähnliches. Da ist meine Kraft auch begrenzt.

 

Aber Differenzierung und Bürokratie passen da irgendwie nicht zusammen. Oder die CDU checkt nicht, worum es vielen geht. Das Gefühl der Sicherheit wird ja nicht besser, wenn der nette Handwerker weg ist, aber die Drogendealer am Bahnhof weiter da.

Eben. Man muss doch auch mal unterscheiden, wen wir überhaupt meinen, wenn wir von "Migranten" reden...

 

 

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@lucan-7 

Denn die Politik glaubt ja, sie würde hier den Mehrheitswillen des Volkes umsetzen, indem sie so viele Leute wie möglich rauswirft - egal wen, hauptsache die Zahlen stimmen.

Ja natürlich trifft sie damit den Mehrheitswillen der Bevölkerung. Allerdings werden garnicht so viele abgeschoben und schon garnicht in Länder nahe der Sahelzone. Das Hauptaugenmerk der aktuellen Regierung liegt sowieso darauf die Einreise zu verhindern. Eben weil es kaum möglich ist Ausreisepflichtige abzuschieben.

Und das ist gleich doppelt unsinnig: Weder geht deshalb die Zustimmung für die AfD runter, im Gegenteil,

Die Zahlen sinken aber auch nicht, wenn man nichts macht.

noch ist es egal, wer da abgeschoben wird - Zahlen allein reichen da nicht.

Eigentlich ist es egal. Man hat Bleiberecht oder man hat kein Bleiberecht. Und das bemisst sich nicht daran, ob jemand nett ist. Wir reden hier nicht von Arbeitsmigration. 

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Ja natürlich trifft sie damit den Mehrheitswillen der Bevölkerung. 

Bei der Bevölkerung geht es vor allem um Angst vor ausländischen Kriminellen.

 

Allerdings werden garnicht so viele abgeschoben und schon garnicht in Länder nahe der Sahelzone. 

Offenbar doch. Wenn es da keinen anerkannten Krieg gibt, sondern nur ab und zu ein paar Scharmützel, dann gilt das Land halt als "sicher".

 

Die Zahlen sinken aber auch nicht, wenn man nichts macht.

Nein, aber man muss es richtig machen. Die Politik der AfD zu bestätigen ist der falsche Weg. Richtig wäre eine bessere Politik zu machen, als die AfD sie vorhat.

 

Eigentlich ist es egal. Man hat Bleiberecht oder man hat kein Bleiberecht. Und das bemisst sich nicht daran, ob jemand nett ist. Wir reden hier nicht von Arbeitsmigration. 

Genau das ist ja der Fehler. Es werden eh nicht viele Leute abgeschoben. Wenn aber dann noch Leute dabei sind, die wir hier eigentlich gut brauchen könnten - warum gibt es dann keine Mechanismen für eine Ausnahmeregelung?

Das einzige Kriterium ist die Frage nach dem "sicheren Herkunftsland", nicht aber, wer das überhaupt ist, der da zu uns kommt.

 

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@lucan-7 

Bei der Bevölkerung geht es vor allem um Angst vor ausländischen Kriminellen.

Das halte ich für eine irrige Annahme. 

Offenbar doch. Wenn es da keinen anerkannten Krieg gibt, sondern nur ab und zu ein paar Scharmützel, dann gilt das Land halt als "sicher".

Nö, die Zahlen sind ja vorhanden. Die Abschiebungen erfolgen hauptsächlich nicht nach Afrika.

Platz 1 ist Georgien. Es folgen Türkei, Afghanistan, Nordmazedonien ... das erste afrikanische Land ist Algerien auf Platz 10 mit 799 Abschiebungen von ca. 20.000 (2024).  

Nein, aber man muss es richtig machen. Die Politik der AfD zu bestätigen ist der falsche Weg. Richtig wäre eine bessere Politik zu machen, als die AfD sie vorhat.

So ein richtiger Politikersatz. Aussage mit Null Inhalt. 

Genau das ist ja der Fehler. Es werden eh nicht viele Leute abgeschoben. Wenn aber dann noch Leute dabei sind, die wir hier eigentlich gut brauchen könnten - warum gibt es dann keine Mechanismen für eine Ausnahmeregelung?

Man kann die Leute nicht brauchen, nur weil du sie nett findest oder irgendein Unternehmer jammert, dass er keine Leute findet. 

Ansonsten gibt es den §60c AufenthG (Ausbildungsduldung). Aber da müsste dein Bekannter wahrscheinlich schon eine qualifizierte 3jährige Ausbildung zum Berufskraftfahrer machen und keine Busfahreranlerngeschichte oder sich einen anderen Traum suchen.

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Das halte ich für eine irrige Annahme. 

Es war das Nummer 1 Argument aller AfD Anhänger, mit denen ich bislang gesprochen habe. Es ist auch das Thema, mit dem die AfD immer wieder Wahlkampf macht. Denn mit Angst lässt sich Stimmung machen.

 

Nö, die Zahlen sind ja vorhanden. Die Abschiebungen erfolgen hauptsächlich nicht nach Afrika.

Platz 1 ist Georgien. Es folgen Türkei, Afghanistan, Nordmazedonien ... das erste afrikanische Land ist Algerien auf Platz 10 mit 799 Abschiebungen von ca. 20.000 (2024). 

Na, da wird der Junge aber froh sein, dass du hier seine Abschiebung für ungültig erklärst.

 

So ein richtiger Politikersatz. Aussage mit Null Inhalt. 

Es ist nicht an mir zu sagen, welche Inhalte Politiker anbieten wollen, um gewählt zu werden. Nur DASS sie Inhalte anbieten sollten, statt einfach nur zu sagen wie schlecht und faschistisch die AfD ist - das ist kaum zu viel verlangt.

 

Man kann die Leute nicht brauchen, nur weil du sie nett findest oder irgendein Unternehmer jammert, dass er keine Leute findet. 

Aber mir Sätze mit "Null Inhalt" vorwerfen...

Entweder die Leute werden hier gebraucht, oder nicht. Wenn sie gebraucht werden, wir sie aber trotzdem rauswerfen, dann können sie die Stellen auch nicht antreten.

Simple Mathematik.

 

lucan-7 antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8520

@derelch 

Bei der Bevölkerung geht es vor allem um Angst vor ausländischen Kriminellen.

Das halte ich für eine irrige Annahme. 

Kannst Du auch begründen, warum Du das für eine irrige Annahme hältst?

Die AfD spielt doch genau auf dieser Klaviatur. Messermänner, islamistische Terroristen, dunkelhäutige Männer, die deutsche Mädels begrabschen oder gar vergewaltigen.

 

 

alescha antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@alescha Kannst Du auch begründen, warum Du das für eine irrige Annahme hältst?

Ich bin zwar nicht derElch, aber ich halte die Annahme auch für irrig. Dass man Angst vor den ausländischen Kriminellen hätte, ist in meinen Augen ein Deckmäntelchen für die eigentliche fremdenfeindliche Motivation, die sich aus zwei Teilen zusammensetzt.

Erstens ist da der Reflex, dass man keine "Fremden" und somit "anderen" in der Nachbarschaft haben mag. Weil: mag man halt nicht. So ein Reflex ist m.A.n. angeboren und wird durch den gegenteiligen Effekt: die Neugier auf das Neue und Andere - nicht aus der Welt geschafft. Beides kommt vor, häufig sogar gleichzeitig, bzw. denselben Personen (da dann allerdings zeitversetzt nacheinander).

Zweitens ist da der Futtertrog-Konkurrenz-Reflex. Ausländer könnten die Ressourcen für sich beanspruchen, die man selbst gern für sich hätte. Daher ja auch der weitverbreitete Schmarotzer-Mythos mit seinen Narrativen der in die sozialen Hängematten und Arztterminlisten einwandernden "angeblich" Asyslsuchenden.

Damit sei nicht in Abrede gestellt, dass manche Einheimischen wirklich Angst vor den ausländischen Kriminellen hätten. Aber das "vor allem" glaube ich nicht. Die Leute nehmen nur lieber für sich in Anspruch, von "berechtigten" Ängsten geplagt zu werden, anstelle von Futterneid und stumpfer Ablehnung alles Fremden. Entsprechend sind die von Dir erwähnten AgD-Skandalisierungen auch so anschlußfähig. Bei den Boulevardmedien lassen die sich drüberhinaus viel besser verwerten, d.h. mit deutlich weniger Aufwand als z.B. bei Berichten über den Impact der Zuwanderer auf die Arbeitsmärkte lassen sich mit Verbrechensgeschichten* viel mehr Emotionen in Wallung bringen.

Fallbeispiel ist mir hier unsere Putzfrau. Sie stammt aus Russland, heiratete einen Deutschen, von dem sie aber längst getrennt lebt und ihre zwei Kinder (wie ich finde: bemerkenswert erfolgreich) allein großzieht. Sie hat keinen validen Schul- oder Ausbildungsabschluss und rackert sich in diversen Jobs ab. Als Melkerin, als Putzfrau, als Servierhilfe und nicht zuletzt als sorgende Mutter... Ich unterstütze sie gerade dieser Tage etwas bei der Vorbereitung auf ihren Einbürgerungstest (beim letzten fiel sie durch, angeblich weil sie nicht auf den Begriff "Genozid" kam als Beschreibung dessen, was Hitler einst mit den Juden veranstaltete. Ich vermute, sie kam auch nicht auf das deutsche Wort "Völkermord", aber whatever - ich helfe ihr gern, auch wenn sie sich vermutlich nicht die Bohne für die ganze Holocaust-Thematik interessiert, mag ich sie als Menschin... 😉 ). Die xenophoben Meinungen, die sie über Zuwanderer nach Deutschland hegt, beziehen sich insbesondere auf Ukrainer und noch spezieller auf Ukrainerinnen (O-Ton, der trotz ihres starken Akzents als Beleg für ihre perfekte Integration dienen mag: "Gegen Türken hab ich nix, die stinken auch gar nicht wie Knoblauch, das ist Quatsch mit Biersoße!") Die mag sie nicht. Weil die sich "gar nicht anstrengen und alles kriegen". "Die kriegen Sprachkurse bezahlt und dann lernen die nicht mal richtig Deutsch! Die kriegen Essen, Wohnung und sogar Waschmaschine und alles und brauchen gar nicht arbeiten. Und die kümmern sich nicht mal richtig um die Kinder, weißt du;  die sagen, das sollen die Lehrer manchen, das ist echt wahr, aber was sollen die machen, die Kinder sprechen ja auch nicht Deutsch und sagen nur in ihrer Sprache freche Sachen zu denen... Und weißt du, ich verstehe, was die sagen, das würden deutsche Kinder niemals sagen. Und die Frauen, da verstehe ich auch, was die sagen, das wissen die aber nicht. Aber weißt du, sowas würden deutsche Frauen auch nicht sagen, das sind so schlimme Wörter, das sagen die nur, weil sie denken, keiner kriegt das mit..."

Aus jeder Klage über diese ukrainischen Zuwanderer kann ich etwas über die tatsächlichen Alltagssorgen unserer Putzfrau lernen: Angst vor Kriminalität herrscht da weit und breit nicht. Sondern eben (womöglich durchaus begründeter) Futterneid und jenes gekränkte Gerechtigkeitsempfinden, das die "kleinen Leute" dort an den Tag legen, wo jemand sich nicht so sehr anstrengte wie sie selbst und dennoch das Gleiche oder sogar mehr erreichte. Manchmal versuche ich, in ihr so ein bißchen das Bewußtsein für die Klassenproblematik zu wecken: dass diese Ukrainerinnen ihr eigentlich nichts wegnehmen und für den Fall, dass die alle (wie von ihr befürwortet) "weggeschickt" würden, ihr selbst ja nun nicht deswegen die frei gewordenen kostenlosen Sprachkurs-Plätze angeboten würden oder eine neue Waschmaschine oder vielleicht etwas Hilfe bei der Kinderbetreuung (na gut, ihre Kinder sind inzwischen aus dem Gröbsten heraus, die Tochter sogar schon in der Ausbildung als Krankenschwester mit einer ordentlichen Ausbildungsvergütung)... Dass die wirtschaftlichen Probleme, vor denen sie lange Jahre stand und immer noch, wenn auch nicht mehr in selbem Maße, steht, weniger an den Ukrainerinnen kranken und durch deren Ausweisung entsprechend auch nicht behoben würden. Na, mal schaun, wie weit ich Caféhaus-Sozialist da mit meiner Aufklärung der arbeitenden Klasse kommen werde - die fällt mir ja umso schwerer, als wir sie über die Firma, die sie uns vermittelt hat, in dem Ausbeutungsverhältnis mit gefangen halten, was mit dem einen oder anderen kleinen Extra-Trinkgeld nicht grundsätzlich ausgeglichen werden kann...

Oh, ich schwiff ab. Also, langer Ausführungen kurzer Sinn: die tatsächliche oder gefühlte ökonomische Konkurrenz dürfte bei den meisten Einheimischen als tatsächliches Ablehnungs-Motiv gegenüber Zuwanderern/Ausländern stärker wiegen als die Angst vor Kriminellen unter ihnen. Nur mag das kaum jemand auch so zugeben, denn darunter litte ja das Eigenbild.

 

 

 

 

 

*Wenn dann noch Sex und/oder Übergriffigkeit gegenüber "unseren" Mädchen und Frauen mit in die Geschichte kommt, dann gibt's aufmerksamkeitsökonomisch kaum was Lukrativeres. 

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@jack-black 

 Die Leute nehmen nur lieber für sich in Anspruch, von "berechtigten" Ängsten geplagt zu werden, anstelle von Futterneid und stumpfer Ablehnung alles Fremden.

Ganz genau. Mein Eindruck ist: Die Leute sind zwar fremdenfeindliche Rassisten, wollen es aber nicht sein. Denn gesellschaftlich ist so etwas halt nicht akzeptiert.

Daher suchen sie nach Gründen, welche ihre Haltung plausibler erscheinen lässt - und zwar nicht nur gegenüber Aussenstehenden, sondern auch vor sich selbst.

Und mit jeder Schlagzeile, die Ausländer mit Kriminalität in Verbindung bringt, sehen sie sich bestätigt: "Ich hab's doch gewusst, diese Leute sind wirklich so!"

Denn schliesslich benötigt auch jeder Rassist und Antisemit scheinbar "objektive" Gründe für seine Haltung. Auch der übelste Nazi wird nicht sagen: "Na ja, ich mag halt keine Juden, ist halt so, weiss auch nicht warum." Er wird selbstverständlich nach Gründen suchen, um seine Abneigung auch vor sich selbst zu rechtfertigen.

Und mit diesen Gründen kann man sich dann auch jenen Leuten gegenüber "überlegen" fühlen, welche die "Wahrheit" einfach nicht sehen wollen.

Andernfalls müsste man sich ja noch selber eingestehen, einfach nur ein fremdenfeindliches Arschloch zu sein, das völlig irrational denkt...

lucan-7 antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 1200

@lucan-7 

Ich denke, das ist zu einfach gedacht. Und Teil des Problems.

Wir haben in bestimmten Migrantenkreisen besondere Kriminalitätsprobleme. Hierauf reagieren nun die beiden gesellschaftlichen Seiten entgegengesetzt:

- die einen negieren das oder reden das schön

- die anderen verallgemeinern es und sehen darin die Ursache für fast alle Probleme, obwohl die nichts damit zu tun haben.

Ich denke, das 2. ist auch eine Reaktion auf das erste. Wir haben zu lange bestimmte Fehlentwicklungen ignoriert oder idealisiert als kulturelle Bereicherung.

In Berlin sind derzeit jetzt wohl an 5 Tagen 4mal auf offener Straße mitten in der Stadt geschossen worden. Jeder weiß eigentlich, woher die Täter kommen. Es ist Clankriminalität. Ein gutes Beispiel, wohin Jahrzehnte des Wegschauens führen. Zu leiden haben darunter vor allem die unbescholtenen Migranten. Erstens sind sie meist Opfer dieser Gewalt und zweitens werden sie auch noch dafür von einem Teil der Bevölkerung mit verantwortlich gemacht.

Auch der Spruch 'wann stört Frauenfeindlichkeit und Antisemitismus nicht die Linken? Wenn es von Migranten kommt', da ist auch was wahren dran, wenn natürlich sehr zugespitzt. 

VG

Chey

 

chey antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@chey 

- die einen negieren das oder reden das schön

- die anderen verallgemeinern es und sehen darin die Ursache für fast alle Probleme, obwohl die nichts damit zu tun haben.

Ich denke, die Ursache dafür ist der Wunsch nach einfachen Lösungen. Menschen wollen in klaren Schwarz-Weiss Mustern denken.

Das sehen wir ja auch im Nahostkonflikt. Da begeht Israel Kriegsverbrechen, und unschuldige Menschen sterben. Damit sind die Israelis die "Bösen", womit die Palästinenser die "Guten" sein müssen. Alles andere wird ausgeblendet und ignoriert. Und umgekehrt funktioniert es genau so.

Dass beide Seiten auf völlig unterschiedliche Weise Verbrechen begehen und man diese auch nicht aufrechnen kann, sondern jede Situation für sich betrachten muss... das ist komplex und mühsam.

Bei den Migranten ist es genau so. Das sind Opfer, die vor einem Krieg davonrennen. Also müssen es die "Guten" sein... sind ja "Opfer".

Dass aber auch Opfer Verbrecher sein können wird dann ignoriert. Dass es in der Geschichte meist Schwarze waren, die in Afrika Sklaven an die Weißen verkauft haben, kommt in den meisten Erzählungen nicht vor.

Und so müssen Migranten eben entweder verfolgte, unschuldige Opfer sein... oder Kriminelle.

Dass man letztlich beides findet, und das auch je nach Herkunft in einem unterschiedlichen Ausmaß (Manche Ethnien verursachen mehr Probleme als andere) ist schon zu komplex...

 

 

lucan-7 antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8520

@jack-black 

Dass man Angst vor den ausländischen Kriminellen hätte, ist in meinen Augen ein Deckmäntelchen für die eigentliche fremdenfeindliche Motivation, die sich aus zwei Teilen zusammensetzt.

Die von Dir genannten Faktoren spielen natürlich auch eine wesentliche Rolle, und der Narrativ der "Futtertrog-Konkurrenz" wird ja auch sehr laut bespielt.

Natürlich ist aber die Sorge vor einer zunehmenden Kriminalität "bürgerlicher".

*Wenn dann noch Sex und/oder Übergriffigkeit gegenüber "unseren" Mädchen und Frauen mit in die Geschichte kommt, dann gibt's aufmerksamkeitsökonomisch kaum was Lukrativeres. 

Es sei denn, der Täter ist "biodeutsch". Dann soll sich die Trulla mal nicht so anstellen bzw. die Schlampe hat es ja selber so gewollt. 

alescha antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@alescha 

Kannst Du auch begründen, warum Du das für eine irrige Annahme hältst?

Es gibt verschiedene Erklärungsmodelle für Fremdenfeindlichkeit. Ist auf Wikipedia zusammengefasst. Jeder einzelne ist schlüssiger, als diese Schutzbehauptung.

Die AfD spielt doch genau auf dieser Klaviatur. 

Und? Die AFD hat doch die Fremdenfeindlichkeit nicht erfunden. Und AFD-Anhänger sind auch nicht die einzigen fremdenfeindlichen Menschen.

Neu ist allerdings die Verpackung. Man gibt sich bei der AFD sehr Mühe Rechtsaussenpositionen als neue Mitte zu etablieren.

Die Kriminalitätslegende ist Teil von diesen Bemühungen und man ist damit gesellschaftlich halbwegs akzeptiert. 

derelch antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8520

@derelch 

Die Kriminalitätslegende ist Teil von diesen Bemühungen und man ist damit gesellschaftlich halbwegs akzeptiert. 

Ja sicher. 

Wurde Fremdenfeindlichkeit früher mit minderwertigen Rassen begründet oder damit, dass uns die Ausländer die Jobs wegnehmen etc. pp. ist es heute die Furcht vor zunehmender Kriminalität, die dazu herhalten muss, um Hass zu schüren. 

Jedes Mal, wenn jetzt irgendjemand andere niedersticht, zusammenschlägt, über den Haufen fährt oder die sexuelle Selbstbestimmung verletzt wird inzwischen reflexhaft davon ausgegangen, dass es jemand mit Migrationshintergrund ist, selbst dann, wenn explizit die deutsche Staatsangehörigkeit des Täters benannt wird, in diesem Fall wird umgehend nach dem Vornamen gefragt. 

Und dann sind die Leute ja nicht nur kriminell, die beuten ja auch noch unsere Sozialsysteme aus

Und wie behebt man dieses Problem laut AfD: Indem man millionenfach remigriert. Und wenn man sich dann die Sprüche mancher AfD-Politiker anhört, wie viele da nun zur Ausreise bewegt werden sollen, weiß man, dass man nicht nur kriminelle und illegale Personen mit Migrationshintergrund loswerden möchte. Und da es ja keinen Fachkräftemangel gibt, kann man sich das ja auch durchaus leisten. 

alescha antworten


JohnnyD
Beiträge : 1778

@lucan-7 

Es gibt auch da rechtlich vorgesehene Möglichkeiten zumindest für die Zeit der Ausbildung.

Er wird ja sicherlich von einem Spezialisten anwaltlich vertreten sein und sollte sich beraten lassen; also nicht nur von irgendwelchen Hobbyflüchtlingshelfern mit kurzsichtigen Tipps zum Untertauchen, falschen Generalisierungen oder gar bewusst irreführenden Geschichten.

johnnyd antworten
1 Antwort
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@johnnyd 

Es gibt auch da rechtlich vorgesehene Möglichkeiten zumindest für die Zeit der Ausbildung.

So weit ist er noch nicht. Man müsste ihm da schon einen Vertrauensvorschuss geben, dass er die Schule abschließt und anschließend eine Ausbildung macht.

 

 

lucan-7 antworten
Kappa
 Kappa
Beiträge : 1626

@lucan-7 

Ich glaube das liegt daran, weil Deutschland sich "verhoben" hat. 

Wir haben träge Strukturen, in Ballungsräumen keinen Platz. Deutschland hatte bis vor kurzem zwar sehr viel Geld für das alles, aber nicht die Möglichkeiten das Thema Effizient zu Managen oder notwendigen Wohnraum zu schaffen oder die Menschen dort anzusiedeln wo Leerstand ist.

Jetzt geht's ans Eingemachte für alle, der Staat wird immer Unsozialer werden insbesondere für Familien was zu noch weniger Nachwuchs und einer noch größeren Demografischen Schieflage führen wird.  Gleichzeitig verlieren wird gut ausgebildete Personen durch Auswanderung.

Ich habe sowas schon vor 10 Jahren befürchtet, das dies uns brutal auf die Füße fallen kann, zahlreiche Leserbriefe habe ich in der örtlichen Zeitung veröffentlicht bekommen.

Es wäre besser gewesen das Geld von Deutschland innerhalb der Europäischen Union einzusetzen, um dadurch eine gleichmäßigere Verteilung der Personen zu erreichen. Mit viel Geld oder auch Druck hätte man vielleicht was erreichen können. Aber Deutschland ist lieber der "nette" wo niemand außer der eigenen Bevölkerung was zumutet.

Was die kommenden Jahre wirtschaftlich, demografisch und politisch geschehen wird, das war abzusehen und da muss sich keiner wundern. Ich finde das nicht gut, ich habe selbst zwei Kinder und was für ein Land werden die haben. Kann man nur zum Auswandern raten.

 

 

 

 

kappa antworten
3 Antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8520

@kappa 

Kann man nur zum Auswandern raten.

Wohin? Wo läuft es Deiner Meinung nach besser?

alescha antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@kappa 

Ich glaube das liegt daran, weil Deutschland sich "verhoben" hat.

Wir haben träge Strukturen, in Ballungsräumen keinen Platz. Deutschland hatte bis vor kurzem zwar sehr viel Geld für das alles, aber nicht die Möglichkeiten das Thema Effizient zu Managen oder notwendigen Wohnraum zu schaffen oder die Menschen dort anzusiedeln wo Leerstand ist.

Das größte Problem in Deutschland ist, dass die Menschen hierzulande erwarten, dass alles genau so bleibt, wie es ist - was absurd erscheint, wenn man bedenkt wie gerne darüber gmeckert wird, wie schlecht doch alles sei.

Und die Politik richtet sich genau nach diesem Wunsch... nicht zuletzt, weil Lobbyverbände genau dasselbe fordern, um schnell noch ein paar Milliarden mit Öl und Gas zu verdienen, beispielsweise.

Alles, was anders erscheint als wir es aus den letzten Jahrzehnten kennen, wird als Gefahr betrachtet. Menschen, die anders aussehen, Männer, die Männer heiraten, Windräder, Wärmepumpen, schnelles Internet, eine neue Aussenpolitik, die auf neue Realitäten reagiert... alles Teufelszeug, so etwas darf es nicht geben, früher ging es doch auch, und da war eh alles besser!

 

Was die kommenden Jahre wirtschaftlich, demografisch und politisch geschehen wird, das war abzusehen und da muss sich keiner wundern. Ich finde das nicht gut, ich habe selbst zwei Kinder und was für ein Land werden die haben. Kann man nur zum Auswandern raten.

Wenn ich jetzt aber frage "Wohin denn?" wird wahrscheinlich die Antwort kommen: "Na ja, irgendwie wird ja alles überall schlechter!", richtig...?

lucan-7 antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814
Veröffentlicht von: @lucan-7

Alles, was anders erscheint als wir es aus den letzten Jahrzehnten kennen, wird als Gefahr betrachtet.
Menschen, die anders aussehen, Männer, die Männer heiraten, Windräder, Wärmepumpen, schnelles Internet, eine neue Aussenpolitik, die auf neue Realitäten reagiert... alles Teufelszeug, so etwas darf es nicht geben, früher ging es doch auch, und da war eh alles besser!

Da wird halt auch immer viel untereinander gemixt. 

chai antworten


Mr.K
 Mr.K
Beiträge : 290

@lucan-7

Veröffentlicht von: @lucan-7

Warum bekommen wir das nicht hin...?

Ich denke, die Antwort darauf liegt weder im propagierten Rassismus noch in irgendeiner bösen Absicht. Die Mühlen der Bürokratie, sie mahlen - oder sollte ich zermahlen - den Amtsmitarbeiter, den Antragsteller, das Volk...

Unsere Ausländerämter sind einfach chronisch unterbesetzt. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigte, dass ein einzelner Mitarbeiter für bis zu 1.500 bis 1.600 Ausländerakten gleichzeitig zuständig ist. Ist bei diesem Mengengerüst eine Bearbeitung der Fälle inklusive gründliche Fallprüfung auf menschenwürdige Art und Weise überhaupt möglich? Ich würde sagen Nein. Wie soll ein einzelner Mitarbeiter denn gerecht entscheiden können, ob ein Mensch bleiben darf oder gehen muss, wenn ihm kaum Zeit bleibt, die Fälle tatsächlich ordentlich zu prüfen?

Die Ausländerbehörden sind nicht die einzige Stellen, die mit dieser Personalknappheit zu kämpfen haben. Die dbb beamten- und tarifunion meldet einen Mangel von 600.000 Stellen im öffentlichen Dienst. Er warnt ebenso seit Langem eindringlich vor dem strukturellen Kollaps der rund 550 Ausländerbehörden in Deutschland. Aus Sicht der Gewerkschaft sind diese Ämter das Paradebeispiel dafür, wie ein eklatanter Personalmangel, politische Fehlplanungen und überbordende Bürokratie die Verwaltung handlungsunfähig machen.

Der Grund für solche eklatanten Fehlentscheidungen ist der gleiche Grund, warum es in Deutschlands Bürgerbüros wochen- oder monatelange Wartezeiten für einfache Termine wie die Beantragung eines Personalausweises oder die Ummeldung eines Wohnsitzes gibt. Oder warum Familien teilweise drei bis sechs Monate auf die Auszahlung des Elterngeldes warten müssen. Oder warum die Bearbeitung eines einfachen Bauantrages in vielen Kommunen zwischen sechs Monaten und über einem Jahr dauert. Oder warum die Einkommenssteuererklärung vom Finanzamt so lange bearbeitet wird oder Betriebsprüfungen nicht mehr im nötigen Umfang stattfinden können. Ich könnte die Liste endlos fortsetzen.

Unser deutscher öffentliche Dienst befindet sich in einem chronischen Überlastungskollaps. Eine veraltete Zettelwirtschaft, praxisferne Gesetze und die durch den demografischen Wandel befeuerte Pensionierungswelle sorgen dafür, dass einfach zu viele Arbeitskräfte im System fehlen. Unser Staat ist in seiner Funktion dadurch massiv eingeschränkt.

 

mr-k antworten
24 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@mr-k 

Ich denke, die Antwort darauf liegt weder im propagierten Rassismus noch in irgendeiner bösen Absicht. Die Mühlen der Bürokratie, sie mahlen - oder sollte ich zermahlen - den Amtsmitarbeiter, den Antragsteller, das Volk...

Das ist sicher auch ein Punkt, und ich beneide die Leute nicht, die sich durch diese Aktenberge wühlen müssen.

Ich glaube aber nicht, dass es Zeitmangel war, der in diesem Fall zur Abschiebung geführt hat. Es geht schon auch um die politischen Vorgaben.

Natürlich würde es noch etwas mehr Aufwand erfordern, sich die Leute genauer anzuschauen, von daher stimmt dein Einwand. Aber das würden ja nicht die Beamten selbst tun, sondern etwa die Lehrer an der Schule oder Betriebe, die Praktikumsbescheinigungen ausstellen.  

 

lucan-7 antworten
Mr.K
 Mr.K
(@mr-k)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 290

@lucan-7 

Veröffentlicht von: @lucan-7

Aber das würden ja nicht die Beamten selbst tun, sondern etwa die Lehrer an der Schule oder Betriebe, die Praktikumsbescheinigungen ausstellen.  

Das möchte ich jetzt in Frage stellen. Die Medien berichten regelmäßig von Fällen, in denen die Ausbildungsbescheinigungen vorlagen, die Zeugnisse astrein waren und sich Arbeitgeber, Bürgermeister, ganze Dörfer für den Verbleib einzelner Migranten eingesetzt hatten.

Die Ausländerbehörden haben trotzdem abgeschoben.

https://www.tagesschau.de/investigativ/panorama/migrationspolitik-abschiebungen-ausbildung-100.html

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ulm/baeckerei-azubi-abschiebung-guinea-100.html

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/tuebingen/asylbewerber-aus-syrien-soll-abgeschoben-werden-100.html

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/kaiserslautern/droht-familie-arango-abschiebung-neuhemsbach-kreis-kaiserslautern-entsetzt-100.html

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/mannheim/ausbildung-zum-pflegehelfer-afrikaner-wird-abgeschoben-100.html

Es wirkt fast schizophren. Gewerkschaften klagen über Personalmangel. Wirtschaftsverbände klagen über Personalmangel. Arbeitgeger klagen über Personalmangel. Behörden selbst klagen über Personalmangel. Und was machen wir? Wir schieben die Menschen ab, die hier arbeiten wollen. Lutsch mich rund und nenn mich Bärbel, sind wir eigentlich vollkommen retardiert?

Aber wo der Platz für Gnade, Herz und Nachsicht fehlt, weil die Zeit nicht da ist, wird das Gesetz eben stringent und restriktiv angewendet. War schon immer so.

 

 

mr-k antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@mr-k 

Die Medien berichten regelmäßig von Fällen, in denen die Ausbildungsbescheinigungen vorlagen, die Zeugnisse astrein waren und sich Arbeitgeber, Bürgermeister, ganze Dörfer für den Verbleib einzelner Migranten eingesetzt hatten.

Die Ausländerbehörden haben trotzdem abgeschoben.

Ja, und genau das stelle ich ja auch in Frage. Und das liegt nicht an überarbeiteten Beamten, sondern an entsprechenden Vorgaben. Genau hier sollte es einen gewissen Spielraum geben, aber der muss dann auch entsprechend ausformuliert werden, um den Entscheidungsträgern auch Sicherheit zu geben.

lucan-7 antworten
Mr.K
 Mr.K
(@mr-k)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 290

@lucan-7 Das ist der Punkt. Formal gibt es diesen Spielraum bereits jetzt. Zum Beispiel könnten sich die Amtsmitarbeiter (nicht jeder dort ist verbeamtet) jeden Fall einer ordentlichen Einzelfallprüfung unterziehen und hätten die Möglichkeit, den Leute auch durch bessere Beratung zielführender zu helfen. Und genau dies bleibt in der Realität auf der Strecke.

mr-k antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 1778

@mr-k 

Rückkehrberatung existiert; ebenso wie Rechtsbelehrungen.

Außerdem gibt es gerade in diesem Bereich haufenweise Lobbyorganisationen.

Und es gibt Rechtsanwälte - sogar mit einschlägiger Spezialisierung.

johnnyd antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 1200

@johnnyd 

Beratung und insbesondere Rechtsanwälte mit Erfahrung sind hier sehr schwer zu bekommen. Wir haben im Bekanntenkreis gerade so einen Betreuungsfall. Die  die es machen  sind völlig überlastet. 

VG

Chey

chey antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 1778

@chey 

Solche Anwälte kann man ruhig überregional suchen.

Was meinst du mit Überlastung?

 

johnnyd antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 1200

@johnnyd 

Nein, Du brauchst einen Anwalt vor Ort. Die Problemlage ist ja oft sehr komplex, dazu kommen kulturelle und psychische Probleme, die sich alle auch auf drn juristischen Sachverhslt auswirken.

Und bei uns sind die ehrenamtlichen Beratungsstellen überlastet. 

VG

Chey

chey antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 1778

@chey 

Im Verwaltungsgerichtsbezirk und allen angrenzenden Verwaltungsgerichtdbezirken ist völlig ausreichend.

Das ist ein Schreibtischjob mit vereinzelten Besprechungen.

johnnyd antworten
Chey
 Chey
(@chey)
Beigetreten : Vor 3 Monaten

Beiträge : 1200

@johnnyd 

In der Theorie vielleicht. Bei den Fällen in der Praxis, die ich kenne, ist das immer anders.

VG

Chey

chey antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 1778

@chey 

Nein. Das ist Praxis vs. illusorisches Anspruchsdenken.

johnnyd antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@mr-k 

Gewerkschaften klagen über Personalmangel. Wirtschaftsverbände klagen über Personalmangel. Arbeitgeger klagen über Personalmangel. Behörden selbst klagen über Personalmangel.

Was nicht heisst, dass es objektiv stimmt. Jeder von denen hat eine andere Motivation diese Story runterzuleiern.

Und was machen wir? Wir schieben die Menschen ab, die hier arbeiten wollen.

"Wir" schieben Menschen ab, die einen Asylantrag stellten, der abgelehnt wurde. Das hat nichts mit arbeiten wollen oder nicht arbeiten wollen zu tun.

Arbeitsmigration ist eine andere Kiste als das Flüchtlingsgeschichte. 

Aber wo der Platz für Gnade, Herz und Nachsicht fehlt, weil die Zeit nicht da ist, wird das Gesetz eben stringent und restriktiv angewendet. War schon immer so.

Es werden pro ca. 20 bis 25k abgelehnte Asylsuchende abgeschoben. Das ist recht wenig bei 3 Millionen Flüchtlingen und jeder ablehnte Asylsuchende kann den Rechtsweg beschreiten.

Also mangelnde Gnade Herz und Weitsicht braucht sich Deutschland wirklich nicht vorwerfen lassen.

 

 

derelch antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8520

@derelch 

Was nicht heisst, dass es objektiv stimmt. Jeder von denen hat eine andere Motivation diese Story runterzuleiern.

Hast Du eigentlich schon mal irgendwo begründet, warum das mit dem Fachkräftemangel nicht stimmt?

Und nochmal, "Während der Markt jammert, es würden Fachkräfte fehlen, haben gleichzeitig eine massive Diskriminierung von Alten (50+), Berufseinsteigern und Frauen, insbesondere Müttern auf dem Arbeitsmarkt" reicht da nicht. Warum nicht, habe ich nun wiederum zumindest ansatzweise begründet.

"Wir" schieben Menschen ab, die einen Asylantrag stellten, der abgelehnt wurde. Das hat nichts mit arbeiten wollen oder nicht arbeiten wollen zu tun.

Das mag sein. 

Trotzdem löst es doch ein gewisses Unverständnis aus, wenn man Leute, die man hier brauchen kann und die sich integriert haben, abschiebt, weil man weiß wo die wohnen/zur Schule gehen/arbeiten, während Leute, die hier nichts machen oder schlimmstenfalls sogar kriminell sind, nicht abgeschoben werden. 

Ich habe den Eindruck, dass da einfach, weil die AfD die "Altparteien" vor sich her treibt, eine gewisse Quote erfüllt werden muss um sagen zu können: Seht her, wir machen doch was! Dass es da hin und wieder die "falschen" erwischt, nunja, die haben halt Pech gehabt.

alescha antworten
Chai
 Chai
(@chai)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 4814
Veröffentlicht von: @alescha

Trotzdem löst es doch ein gewisses Unverständnis aus, wenn man Leute, die man hier brauchen kann und die sich integriert haben, abschiebt, weil man weiß wo die wohnen/zur Schule gehen/arbeiten, während Leute, die hier nichts machen oder schlimmstenfalls sogar kriminell sind, nicht abgeschoben werden. 

Genau so sieht's aus. 

 

chai antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@alescha 

Hast Du eigentlich schon mal irgendwo begründet, warum das mit dem Fachkräftemangel nicht stimmt?

Nein. Ich hab aber auch keine Lust, dass du mir dann wieder 2 Wochen lang Dinge unterstellst, die ich nicht gesagt habe. Du hast dich entschieden, das Arbeitgebernarrativ für wahr zu halten. Also dann sei es so. 

derelch antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8520

@derelch 

Du hast dich entschieden, das Arbeitgebernarrativ für wahr zu halten. Also dann sei es so. 

Tja. Solange mir niemand nachvollziehbar erklären kann, warum das ein Arbeitgebernarrativ ist und sonst nichts, werde ich wohl uninformiert bleiben müssen und falschen Narrativen aufsitzen. 

Ist inzwischen in den sozialen Medien ja gang und gäbe: Behauptung raushauen, und auf Rückfrage kommt nichts. Dein "Also dann sei es so" ist da immerhin noch die freundliche Variante.

 

 

alescha antworten
Mr.K
 Mr.K
(@mr-k)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 290
Veröffentlicht von: @derelch

Es werden pro ca. 20 bis 25k abgelehnte Asylsuchende abgeschoben. Das ist recht wenig bei 3 Millionen Flüchtlingen und jeder ablehnte Asylsuchende kann den Rechtsweg beschreiten.

Und wieso erwischt es dann scheinbar ausschließlich die, die hier bleiben wollen und bereit sind, etwas dagegen zu tun?

Veröffentlicht von: @derelch

"Wir" schieben Menschen ab, die einen Asylantrag stellten, der abgelehnt wurde.

Dann sollten die Ablehnungsgründe auch legitim bleiben. Und ganz ehrlich: Für mich sind Aussagen wie "Statt Antrag A wurde Antrag B ausgefüllt" oder "Es fehlte Dokument C" oder "Auf Anlage XII des 5. Subparagraphen der Anlage XY zum Antrag A12-IV-Drei war ein nicht der Rechtsnorm A38 entsprechender Tintenfleck" oder "Es fehlte das Häkchen auf Formular B4-Subterrain J-Lamda Echo 5" keine legitimen Gründe, einem Menschen das Recht zu nehmen, hier zu bleiben. Das sind keine Gründe. Das ist bürokratische Sülze!

De facto wollen wir ausgebildete Arbeitskräfte. Die Wirtschaft will diese Arbeitskräfte zur Not auch selbst ausbilden - die entsprechende Rechtsnorm hierfür gibt es seit 2019, wird jedoch immer seltener angewendet. Was zu solchen Geschichten führt, dass der deutsche Lehrmeister, der endlich einen Lehrling gefunden hat, dann irgendwann blöd guckt, weil der Lehrling plötzlich nicht mehr kommt - ausgewiesen trotz Ausbildung.

Veröffentlicht von: @derelch

Das ist recht wenig bei 3 Millionen Flüchtlingen und jeder ablehnte Asylsuchende kann den Rechtsweg beschreiten.

Du willst mich gerade zum Lachen bringen, merke ich...

Es ist zwar theoretisch richtig - aber wer sagt es denen?

Beziehungsweise: Müsste der Rechtsweg denn beschritten werden wenn der Mensch von Anfang an auf seine rechtlichen Mittel und Wege komplett hingewiesen wurde - und zwar durch eine kompetente Beratung einer Sachbearbeiterin auf der Behörde, die auch entsprechend Zeit für den Antragsteller hat?

mr-k antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@mr-k 

Und wieso erwischt es dann scheinbar ausschließlich die, die hier bleiben wollen und bereit sind, etwas dagegen zu tun?

Davon mal abgesehn, dass dein Satz nicht verständlich ist, liegt wahrscheinlich an deiner Wahrnehmung und der Annahme, dass durch Medien kommunierte Sachverhalte den allgemeinen Durchschnitt darstellen. 

Dann sollten die Ablehnungsgründe auch legitim bleiben. Und ganz ehrlich: Für mich sind Aussagen wie "Statt Antrag A wurde Antrag B ausgefüllt" oder "Es fehlte Dokument C" oder "Auf Anlage XII des 5. Subparagraphen der Anlage XY zum Antrag A12-IV-Drei war ein nicht der Rechtsnorm A38 entsprechender Tintenfleck" oder "Es fehlte das Häkchen auf Formular B4-Subterrain J-Lamda Echo 5" keine legitimen Gründe, einem Menschen das Recht zu nehmen, hier zu bleiben. Das sind keine Gründe. Das ist bürokratische Sülze!

Es gibt nicht grundsätzlich ein Recht, hier zu bleiben. Ob es das Recht gibt, wird auf Antrag geprüft und wenn die Vorraussetzungen nicht vorliegen und glaubhaft gemacht werden können, wird der Antrag abgelehnt. Und wenn man als Asylsuchender einreist und keine Asylgründe vorliegen, dann muss man wieder ausreisen und kann nicht einfach als Arbeitsmigrant bleiben. Die bürokratische Sülze nennt sich Rechtsstaat. 

De facto wollen wir ausgebildete Arbeitskräfte.

Wer ist denn wir? Und wofür wollen wir die? 

Die Wirtschaft will diese Arbeitskräfte zur Not auch selbst ausbilden -

Zur Not. Sehr bezeichnend. Eigentlich will "die Wirtschaft" das nämlich nicht. Sie beteiligt sich weder an der Prequalifikation von unqualifizierten Einwanderungswilligen, noch trägt sie die Lebenshaltungskosten derjenigen. Die Wirtschaft inverstiert auch sonst sehr ungern in Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. 

 

die entsprechende Rechtsnorm hierfür gibt es seit 2019, wird jedoch immer seltener angewendet. Was zu solchen Geschichten führt, dass der deutsche Lehrmeister, der endlich einen Lehrling gefunden hat, dann irgendwann blöd guckt, weil der Lehrling plötzlich nicht mehr kommt - ausgewiesen trotz Ausbildung.

Ich nehme mal an, du sprichts von der Ausbildungsduldung. Ja das ist ein Missstand, aber das weiss man als Ausbildungsbetrieb vorher. Duldung bedeutet zeitlich befristetete Aussetzung der Abschiebung eines ansich Ausreisepflichtigen.

Unser Unternehmen verzichtet tatsächlich aus dem Grund auf Ausbildung von Menschen mit unsicherem Aufenthaltsstatus. Allerdings stellt sich die Frage auch nicht wirklich, wir können alle Ausbildungsplätze problemlos besetzen. Und ganz ehrlich, wenn es nicht so wäre, dann eben nicht. Davon geht die Welt davon nicht unter. Den Bedarf an qualifizierten Leuten mit Erfahrung können wir nicht decken, aber auch davon geht die Welt nicht unter. 

Du willst mich gerade zum Lachen bringen, merke ich...

Nö.

Es ist zwar theoretisch richtig - aber wer sagt es denen?

Auf jedem Bescheid, den eine deutsche Behörde ausstellt, steht eine Rechtsmittelbelehrung.
Zusätzlich gibt es eine grosse Anzahl von NGOs und Privatpersonen, die Asylsuchenden zu Seite stehn.
90% der Ablehnungsbescheide werden angefochten. Also geh davon aus, dass das Wissen und die Möglichkeiten vorhanden sind, einen Ablehnungsbescheid anzufechten.

Beziehungsweise: Müsste der Rechtsweg denn beschritten werden wenn der Mensch von Anfang an auf seine rechtlichen Mittel und Wege komplett hingewiesen wurde - und zwar durch eine kompetente Beratung einer Sachbearbeiterin auf der Behörde, die auch entsprechend Zeit für den Antragsteller hat?

Es ist nicht Aufgabe der Behörden, jedem der das will ein Aufenthaltsrecht zu verschaffen.
Bei ganz vielen wäre es eigentlich auch recht eindeutig ohne Zeitaufwand feststellbar. Die meisten Asylsuchenden der letzten Jahre wären eigentlich Dublinfälle gewesen.

 

 

 

 

 

derelch antworten
Mr.K
 Mr.K
(@mr-k)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 290

@derelch 

Veröffentlicht von: @derelch

Es ist nicht Aufgabe der Behörden, jedem der das will ein Aufenthaltsrecht zu verschaffen.
Bei ganz vielen wäre es eigentlich auch recht eindeutig ohne Zeitaufwand feststellbar. Die meisten Asylsuchenden der letzten Jahre wären eigentlich Dublinfälle gewesen.

Nein, aber es ist die Aufgabe der Behörden, Antragssteller über ihre Rechte zu informieren, bzw. über die jeweiligen Voraussetzungen, die gelten. Dabei ist es egal, ob es das Baurechtsamt, das Einwohnermeldeamt, das Standesamt, das Finanzamt oder das Ausländeramt ist. Und genau dies geschieht hier m.E. zu wenig.

Veröffentlicht von: @derelch

Davon mal abgesehn, dass dein Satz nicht verständlich ist, liegt wahrscheinlich an deiner Wahrnehmung und der Annahme, dass durch Medien kommunierte Sachverhalte den allgemeinen Durchschnitt darstellen. 

kommunierte

1. Was hat denn das Thema jetzt mit der Kommunion der katholischen Kirche zu tun?

2. Finde ich schon lustig. Da wird gesagt, meine Sätze sind unverständlich, und im gleichen Abschnitt verwendet man dann das falsche Verb - noch dazu eines, das der Duden nicht kennt.

 

Veröffentlicht von: @derelch

Wer ist denn wir? Und wofür wollen wir die?

Am meisten fordern dies Arbeitgeber, Handwerksinnungen, Kliniken, soziale Betriebe, aber auch mehrere branchenübergreifende Gewerkschaften, wie z.B. Verdi. Und das ist auch logisch: Wie sonst sollen wir denn die 4,3 Millionen Arbeitskräfte herbekommen, die uns bis 2036 aufgrund des demografischen Wandels fehlen? Das wird in 10 Jahren sein. Selbst mit einem Schnackseln-fürs-Vaterland-Programm kriegt man das nicht mehr eingeholt.

Veröffentlicht von: @derelch

Die Wirtschaft inverstiert auch sonst sehr ungern in Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter.

inverstiert

Die Aussage ist so nicht ganz richtig. Laut der Weiterbildungserhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln investierten Unternehmen zuletzt über 46 Milliarden Euro pro Jahr in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten. Im Schnitt wendet ein Betrieb 1.347 Euro pro Jahr und Mitarbeiter für Fortbildungsmaßnahmen auf. 

mr-k antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@mr-k 

Und genau dies geschieht hier m.E. zu wenig.

Ja nun. Dann siehst du das halt so. 

Am meisten fordern dies Arbeitgeber, Handwerksinnungen, Kliniken, soziale Betriebe, aber auch mehrere branchenübergreifende Gewerkschaften, wie z.B. Verdi.

Arbeitgeber vertreten die Interessen von Arbeitgebern. 
Handwerksinnungen vertreten die Interessen von Arbeitgebern.
Kliniken vertreten die Interessen von Arbeitgebern.
Gewerkschaften, wie z.B. Verdi vertreten die Interessen ihrer Mitglieder, vor allen derjenigen bei deren Arbeitgebern was zu holen ist.  

Ob die Interessen von Arbeitgebern und die der Gesellschaft deckungsgleich sind, kannst du dir selbst überlegen. Ich meine nicht. Von daher verweigere ich mich deinem "wir". 

Und das ist auch logisch: Wie sonst sollen wir denn die 4,3 Millionen Arbeitskräfte herbekommen, die uns bis 2036 aufgrund des demografischen Wandels fehlen? Das wird in 10 Jahren sein. 

Daran ist nichts logisch. Die Zahl stammt vom Institut für Wirtschaft Köln, die vor 2 Jahren im übrigen noch ganz andere Zahlen kommuniziert haben und 2028  auch wieder andere Zahlen kommunizieren werden. Sie haben lediglich ausgrechnet, dass das Arbeitnehmerpotential sinkt. Ob diese gebraucht werden, ist eine ganz andere Geschichte, auf die sie nicht eingehen.

https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/babyboomer-in-rente-bis-2036-fehlen-43-millionen-arbeitskraefte.html

Genauso wenig gehen sie auf das Arbeitnehmerpotiential ein, was vorhanden und ungenutzt ist. Aber das will hier keiner hören. 

Selbst mit einem Schnackseln-fürs-Vaterland-Programm kriegt man das nicht mehr eingeholt.

Es wäre auch eher schnackseln für die Shareholder und mit schnackseln ist es auch nicht getan. Davon bekommt man nicht automatisch frisches Humankapital.

Die Aussage ist so nicht ganz richtig.

Doch ist sie. 

Laut der Weiterbildungserhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln investierten Unternehmen zuletzt über 46 Milliarden Euro pro Jahr in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten. Im Schnitt wendet ein Betrieb 1.347 Euro pro Jahr und Mitarbeiter für Fortbildungsmaßnahmen auf.

46 Miliarden hört sich toll an, aber dass 1347 Euro pro Mitarbeiter ein blöder Witz sind, weiss jeder der rechnen kann und über ein Minimum unternehmerischen Denkens verfügt.

Die Zahl, die sich hälftig aus direkten und indirekten Kosten zusammensetzt, bedeutet nämlich, dass damit 1 Weiterbildungstag finanziert ist. Damit kann man niemanden weiterqualifizieren. Damit bleiben viele Berufsgruppen nicht mal uptodate.

Die Rekrutierung eines neuen qualifizierten (kein Anfänger) Mitarbeiters kostet ein vielfaches und wird ohne mit der Wimper zu zucken ausgegeben. Da reden wir inkl. Einarbeitung von niedrigen bis mittleren 5stelligen Beträgen.

Im übrigen ist das "Institut für Wirtschaft" ein Sprachrohr der Arbeitgeber und kein neutraler Verein. Ich finde es sehr seltsam, sich Arbeitnehmer die Sicht von Arbeitgebern einfach zu eigen machen.

derelch antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@mr-k Es wirkt fast schizophren. Gewerkschaften klagen über Personalmangel. Wirtschaftsverbände klagen über Personalmangel. Arbeitgeger klagen über Personalmangel. Behörden selbst klagen über Personalmangel.

Ich find's zwar etwas seltsam, dass Du ausgerechnet die Gewerkschaften an die erste Stelle setzt, denn die klagen, soviel ich das mitbekomme, eher über Mitglieder- als Personalmangel. Ansonsten jedoch stimme ich Dir bei diesem Befund zu und ist das Klagen über fehlendes Personal, also genügend Lohnarbeiter, die Standardklage im Kapitalismus. Denn der Profit wird ja durch das Ausbeuten der Arbeiter erwirtschaftet, und also braucht man genug von denen, damit man sie zueinander in Konkurrenz treten lassen und also ihre Löhne möglichst niedrig halten kann. Soweit erstmal business as usual. Aber nun geht's ja weiter:

(...) wo der Platz für Gnade, Herz und Nachsicht fehlt, weil die Zeit nicht da ist, wird das Gesetz eben stringent und restriktiv angewendet.

Das Gesetz ist ja eines, mit dem sich der Nationalstaat (oder seit Neuestem der Verbund der europäischen Nationalstaaten - in diesem Sinne sind übrigens die Grünen die kompromißlosesten Nationalisten, die man sich nur vorstellen kann) abschottet gegen den "Rest der Welt". Als Markt, auf dem man seine Produkte absetzen kann, möchte man Zugriff auf diesen Rest der Welt. Als Lieferanten von Rohstoffen, die man zu Profitzwecken dann in Waren verarbeiten kann, will man auch Zugriff auf diesen Rest der Welt. Aber man möchte nicht, dass die Ungerechtigkeit, die im ausbeuterischen kapitalistischen System enthalten ist, und das man bisher in den "Rest der Welt" auslagerte, um die einheimische Bevölkerung von revolutionären Spinnereien abzuhalten, hierher zurück schwappt. Gnade? Was soll das für eine Gnade sein, wenn man einen Menschen, der hierzulande arbeiten will, hier arbeiten lässt? Hat er ein Verbrechen oder eine Sünde begangen darin, arm zu sein und in seiner Heimat kein Auskommen für sich und seine Familie gefunden zu haben? Was genau kann ihm zum Vorwurf gemacht werden? Dass er dorthin geht, wo sich ihm Chancen auf ein besseres Leben zu bieten scheinen?

Als "Gastarbeiter" wäre man ja gewillt, ihn herkommen und  seine Arbeitskraft billig verkaufen und so das Lohnniveau noch ein bisserl weiter drücken zu lassen. Aber dann, wenn man ihn fertig ausgebeutet hat, müsste man ihn ja wieder rausschaffen können, und das funktioniert irgendwie nachweislich weniger gut, als man's gern hätte. Im Gegenteil: dieses "Personal" hat die nervige Tendenz, sich "festzusetzen", Kinder und Eltern und Tanten mit behandlungsbedürftigen Backenzähnen nachzuholen, irgendwas von "erworbenen Ansprüchen" zu faseln... Was erlaube sich Gastarbeiter?

Die sollen draussen bleiben und, von mir aus auch verrecken, bitteschön, wozu hat uns der liebe Herrgott denn das Mittelmeer gegeben? Da wird er sich schon was dabei gedacht haben. Oder sie sollen von mir aus halt illegal kommen und als rechtlose Erntesklaven schuften, das ist ja viel profitabler und die Erdbeeren im Supermarkt können per trickle down effect sich dann auch die Leute aus der "Mittelschicht" leisten - womit sie einverstandener sind mit dem System. Das Gesetz ist Ausdruck der Interessen der herrschenden Klasse, welche der (von ihnen ausgebeuteten) Arbeiterklasse suggeriert, die Interessenkonflikte bestünden natürlicherweise nicht zwischen den Klassen, sondern entlang von Linien auf den Landkarten. Es wird dann von "wir" gesprochen: Wir brauchen dann Fachkräfte, und wir brauchen Beitragszahler und wir brauchen Abschieberegeln für "Illegale", denn wir wollen ja nicht, dass die unsere Sozialsystem-Hängematten kaputt liegen mit ihren muslimischen Negerärschen, aus denen sie, unqualifiziert und integrationsunwillig kein verständliches Wort zu pressen vermögen. Wir, die Deutschen, qualifiziert und vereint per Geburt auf der richtigen Seite der Linie auf der Karte, die wir ja ohnehin schon demnächst noch ein paar Jahre länger bis zur spärlicheren Rente arbeiten müssenwollenwerden.

Das ist nicht schizophren. Das ist notwendig. Der Kapitalismus mit seinem inhärenten Wachstumszwang erzeugt Widersprüche, die sich nicht innerhalb seiner selbst per Gesetz auflösen lassen, sonder nur per Gewalt übertünchen. Per Gewalt nach außen und per Gewaltandrohung nach innen. Dazu brauchts halt das staatliche Gewaltmonopol. So werden die arbeitenden Menschen gegeneinander gehetzt: die da auf der anderen Seite der Kartenlinie sind die, die euch hier was wegnehmen wollen. Wir sollten gemeinsam was dagegen tun. Die Grenzen sichern. Aufrüsten: denn am Ende kommen die ja noch hier rüber und holen sich das, was uns gehört, mit Gewalt. Das darf nicht sein! Und das Volk stimmt, wähnend, mit "was uns gehört" wären sie mitgemeint, zu. Weil: unsere Nation, unsere Interessen.

Mit etwas mehr Gnade, Herz oder Nachsicht (Welchen Migranten wäre etwas nachzusehen? Welchen moralischen Vergehens haben sie sich schuldig gemacht?) ist da überhaupt nix zu ändern. Nur per Erkenntnis der tatsächlich vorhandenen, objektiven Interessenkonflikte*. Die Angst der Deutschen, aufgrund der sie den immer restriktiveren Abschottungsgesetzen, oh, sorry! - Migrationsbegrenzungsgesetzen zustimmen, ist ja die Angst, die Immigranten können ihnen etwas wegnehmen von dem, was sie per Leistung an Werten geschaffen haben.

Dabei wird ihnen, wo immer sie Lohnarbeit verrichten, täglich etwas weggenommen: von ihren angeblichen Arbeitgebern, die viel präziser als Arbeitsleistungs-Wegnehmer oder -Aneigner bezeichnet würden: diejenigen, deren Eigentum an den Produktionsmitteln, d.h. ihre Profitinteressen zu schützen der allerhöchste und heiligste Zweck all unserer nationalen Gesetze ist: die freiheitlich finanzkapitalistische Grundordnung.

 

Gnade, Herz, Nachsicht? Es gibt kein wahres Leben im Falschen.

 

 

 

 

*Diese Erkenntnis ist aber nur rar gesät und darf per Gesetz auch gar nicht offen beworben werden, weil tatsächlich, wenn man Konsequenzen aus ihr ziehen wollte, die nationale Grundordnung mit ihrem König Geldprofit abgeschafft werden müsste. Da hört dann aber die ganze Meinungsäußerungsfreiheit ganz schnell auf und der Verfassungsschutz wird hellhörig, so von wegen: wehrhafter Staat. Kritik ist erlaubt, solange sie nicht substantiell ist, sondern nur dazu beitragen könnte, die Risse im System noch ein Weilchen zu kitten.

jack-black antworten
Mr.K
 Mr.K
(@mr-k)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 290

@jack-black 

Veröffentlicht von: @jack-black

Ich find's zwar etwas seltsam, dass Du ausgerechnet die Gewerkschaften an die erste Stelle setzt, denn die klagen, soviel ich das mitbekomme, eher über Mitglieder- als Personalmangel.

Ja nü, das is so nicht ganz korrekt. Weiter oben habe ich bereits die Ansicht der dbb zitiert, aber die Verdi, die DBG und andere Gewerkschaften sagen das gleiche nun auch schon seit einigen Jahren.

Was den Rest Deines Textes angeht... Da steckt ziemlich viel drin. Ich verstehe, dass du eine grundlegende Kritik am Wirtschaftssystem formulierst. Für die Diskussion über Fehlentscheidungen in der Durchführung der Migration in Deutschland halte ich es aber für sinnvoller, über konkrete Lösungen zu sprechen: menschenwürdige Behandlung, klare Regeln, Integration und Schutz fairer Bedingungen für alle Betroffenen.

mr-k antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@mr-k 

Ich verstehe, dass du eine grundlegende Kritik am Wirtschaftssystem formulierst. Für die Diskussion über Fehlentscheidungen in der Durchführung der Migration in Deutschland halte ich es aber für sinnvoller, über konkrete Lösungen zu sprechen: menschenwürdige Behandlung, klare Regeln, Integration und Schutz fairer Bedingungen für alle Betroffenen.

Da gibt es allerdings einen klaren Zusammenhang... vor allem, weil das eben nicht geschieht.

Und natürlich ist das komplex. Denn auch jenseits wirtschaftlicher Zusammenhänge ist das Zusammenleben verschiedener Ethnien je nach Fall nicht immer leicht. Und es macht etwas mit einem Land, wenn sich ein großer Teil seiner Einwohner nicht mit diesem identifiziert.

Das sind alles Faktoren, die ebenfalls hier hineinfliessen müssen... während ein Großteil der Bevölkerung einfache Erklärungen in wenigen, kurzen Sätzen bevorzugt.

Was soll da dann schon herauskommen....?

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@mr-k Da steckt ziemlich viel drin. Ich verstehe, dass du eine grundlegende Kritik am Wirtschaftssystem formulierst.

Naja, ich bin in den letzten Wochen wohl dabei mich zum Kommunisten zu entwickeln/weiter zu bilden und also daher vermutlich gerade etwas allzu frischbekehrt unterwegs. 😀 Aber es ist für mich (einen alten Knacker in den späten 5oern) einfach krass, wie häufig es inzwischen bei allen möglichen gesellschaftlichen/politischen Themen "klick" macht und alles plötzlich Zusammenhänge und Nachvollziehbarkeiten bekommt. 

(...) konkrete Lösungen zu sprechen: menschenwürdige Behandlung, klare Regeln, Integration und Schutz fairer Bedingungen für alle Betroffenen.

Wie, wenn solche konkreten Lösungen im bestehenden System schlicht nicht möglich wären? "Es muss doch wohl möglich sein!" ist kein zielführendes Argument, so, wie der Wunsch nach Anstand und Fairness keins ist.  

 

jack-black antworten
Meriadoc
Beiträge : 990

@lucan-7 

 

Mittlerweile glaube ich das nicht. Das es immer die "falschen" trifft.

 

Es sind eben die rechtliche Gründe wenn jemand abgeschoben wird oder auch nicht abgeschoben werden kann.

 

M.

meriadoc antworten
2 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@meriadoc 

Mittlerweile glaube ich das nicht. Das es immer die "falschen" trifft.

Wo genau hast du das "immer" gelesen...?

 

 

 

lucan-7 antworten
Meriadoc
(@meriadoc)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 990

@lucan-7 Stimmt, danke für den Hinweis.

meriadoc antworten


Seite 2 / 2
Teilen:

Hey du!

Dieses Forum ist für dich kostenlos.
Das funktioniert nur, weil uns treue Menschen regelmäßig mit ihrer Spende unterstützen.
Bist du dabei?