Bekommen die falschen Leute Kinder?
Hey,
ich hab neulich eine Grafik(Cartoon-Stil, Kategorie Propaganda, nicht Statistik) gesehen aus den Dreizigern und dachte mir... hm. die diskussion ist nicht veraltet, das werfe ich mal in den Raum 😉
Dargestellt war die durchschnittliche Anzahl von Kindern bezogen auf bestimmte gesellschaftliche Gruppen.
Akademiker bekämen 1,x Kinder
Mittelschicht 1,y
bildungsferne (man bedenke die zeit) 4,x
Kriminelle 5+ (ich glaube, es waren 7, ist ja erstmal egal, keiner der Damals lebenden Personen bekommt heute noch Kinder, zumindest wäre es SEHR unüblich)
Erklärtes Ziel des Elterngeldes war es, Akademikerinnen das Kinderkriegen zu versüßen, weil ihre Gehaltseinbußen damit deutlich geringer ausfallen. Hintergedanke: davon wollen wir mehr (aka - von den anderen haben wir genug?).
ich habe in der Vergangenheit oft die sehr platte Rechnung aufgestischt bekommen, wonach wir zu jahreszahl X (ich meine, es waren 10 jahre später etwa) muslimisch sein würden, weil Muslime in Deutschland halt 5 und deutsche nur 1,3 Kinder bekommen würden.
Im Zusammenhang mit desaströsen Ergebnissen bei den Schuleingangsuntersuchungen nicht nur hier sondern überall in deutschland, nach denen bei über 30 % der Schulanfängern behandlungsbedürftige Defizite Bezüglich Sprache, Verhalten, Entwicklung vorliegen, stellt sich die Frage:
Bekommen etwa die falschen Leute (zu viele) Kinder?
(Ich empfinde die Frage als provokativ, aber mindestens Unterschwellig erscheint mir dieser "Glaubenssatz" sehr weit verbreitet - es fällt mir schwer, mein eigenes Empfinden dazu zu greifen.)
@streptococcus
Da habe ich eine klare Meinung dazu.
a) Zeitgeist Medien und Politik haben Konservative Werte wie Familiengründung Beispiellos in (West) Deutschland abgewertet. Hier gilt wenn man die Glotze anmacht: Lebe dich aus, mache Party und Karriere
b) Dann wird den Menschen die trotzdem gerne Kinder hätten oder ungeplant welche bekommen, das Kinder bekommen erschwert. Der Staat zeichnet ein Bild das Frau Karriere machen darf soll (Der hohen Rentenansprüche wegen die ein Staat wie der Deutsche in 30 Jahren nicht mehr bedienen können wird, weil man Naturgesetze nicht austricksen kann), gleichzeitig aber bietet er eine beschissene Vereinbarung zwischen Familie und Beruf.
Einer meiner Freunde ist nach Nizza ausgewandert. Beide Karriere in Berufen wie Hotelmanagerin und Pflege - 3 Kinder kein Problem !
Frankreich hat 2% des BSPs genau dafür anstatt in eine Ineffiziente Armee gesteckt. Damit hat Frankreich den Krieg gegen die Überalterung gewonnen , wir verloren.
Deutschland ist meiner Meinung nach komplett Dekadent und Politik und Bevölkerung trägt das mit. Dafür gibt es die Quittung ! Das ungerechte, die Bodenständigen trifft es meist noch härter hierzulande.
Zeitgeist Medien und Politik haben Konservative Werte wie Familiengründung Beispiellos in (West) Deutschland abgewertet. Hier gilt wenn man die Glotze anmacht: Lebe dich aus, mache Party und Karriere
Wer ist denn dieser "Zeitgeist"... muss man da mitmachen, oder hat man da eine Wahl...?
Dann wird den Menschen die trotzdem gerne Kinder hätten oder ungeplant welche bekommen, das Kinder bekommen erschwert. Der Staat zeichnet ein Bild das Frau Karriere machen darf soll (Der hohen Rentenansprüche wegen die ein Staat wie der Deutsche in 30 Jahren nicht mehr bedienen können wird, weil man Naturgesetze nicht austricksen kann), gleichzeitig aber bietet er eine beschissene Vereinbarung zwischen Familie und Beruf.
Die Situation ist nun also besser als vorher... oder schlechter? Und woran genau liegt das...?
@lucan-7 ich glaube, die Situation ist besser geworden. Es gibt mehr Betreuungsmöglichkeiten, bessere medizinische/therapeutische Maßnahmen (was hätte ich gegeben für ne LRS- oder ADHSdiagnose (und Therapie und Nachteilsausgleich)- ich hätte heute ganz ganz andere Möglichkeiten gehabt!), die Zeit, die Eltern in ihre Kinder investieren, ist mehr geworden, ebenso die Wertschätzung ihnen gegenüber (innerfamiliär)
Was sich nicht verändert hat ist die Neigung, mit Blick auf "die Jugend" Probleme und Eigenheiten dramatisiert wahrzunehmen 😆
Was nicht heißt, es ist nicht Luft nach oben.
Wir sind zwei Eltern mit sehr unregelmäßigen Arbeitszeiten. Das ist mega anstrengend und wenn es nach Papa Staat geht, müssen wir sehen wo wir bleiben. Er wird nicht helfen.
@streptococcus
Was sich nicht verändert hat ist die Neigung, mit Blick auf "die Jugend" Probleme und Eigenheiten dramatisiert wahrzunehmen
Das stimmt... ich ertappe mich immer wieder dabei, "die Jugend" für faul und oberflächlich zu halten - und merke dann, dass das genau die gleichen Vorwürfe sind, die die alten Leute seinerzeit uns als Jugendlichen gemacht haben.
Insofern ist die junge Generation kaum schlechter, als wir es damals gewesen sind... ob das jetzt bedeutet, dass alles in Ordnung ist oder Grund zur Sorge muss jeder für sich entscheiden.
Was auf jeden Fall anders geworden ist ist die Wirtschaft... ein Alleinverdiener ist heutzutage kaum in der Lage, eine ganze Familie zu ernähren, dass beide Elternteile arbeiten gehen ist die Regel. Dabei sind die Strukturen aber immer noch so angelegt, als wenn einer von beiden rund um die Uhr zur Verfügung stünde - und das macht es so schwierig.
Frankreich hat 2% des BSPs genau dafür anstatt in eine Ineffiziente Armee gesteckt
Was umgekehrt bedeutet, dass D 2% mehr in seine Armee steckt als F in die seine. Da D aber weniger als 2% ausgibt, kann das nur stimmen, wenn ein (kleiner) Teil des französischen Staatshaushalts durch die Einnahmen aus der Armee gedeckt werden. Ich bezweifle allerdings, dass dem so ist.
Einer meiner Freunde
Ich kenne auch Leute in D, wo beide arbeiten und es gut klappt.
Ich kenne auch Paare, wo nur der Mann arbeitet.
Ich kenne kein Paar, wo nur die Frau arbeitet.
Kurzum: Anekdoten sind schlechte Ratgeber.
Kurzum: Anekdoten sind schlechte Ratgeber.
Definitiv.
Ich kenne kein Paar, wo nur die Frau arbeitet.
Kenn eines. 🙂
@streptococcus
Wenn man »arbeiten« weit genug fasst: Meine Frau und ich sind auch eins 😉
@hkmwk ich meine es erwerbsmäßig, sie Beamtin, er Hausmann. 😎
@streptococcus Die langjährigen „Hausfrauen“, die ich kenne, haben mehrere Kinder (auch Pflegekinder) und sind Tagesmutter, Grafikerin, Fitnesstrainerin, Heilpraktikerin, Künstlerin, Musiklehrerin mit geringem Stundenumfang. Etliche haben zusätzlich einen Hang, einen Garten zur Selbstversorgung zu nutzen. Sie würden sich nie mit „Ich bin Hausfrau“ vorstellen. Sie sind sich im klaren darüber, dass es ein Luxus ist, nicht durchgängig voll arbeiten zu müssen. Aber sie tragen nicht nur indirekt zum Familieneinkommen bei. „Hausfrau“ ist so ein Begriff, der eigentlich kaum etwas aussagt und deshalb fast nur noch ironisch genutzt wird.
Außer - unter älteren, westdeutsch geprägten Paaren sehe ich schon noch die Tendenz, die Berufstätigkeit der Frau runterzuspielen. Ein Bekannter hat sehr gut als Versicherungsmann verdient. Nach einem Burnout hat er wohl kaum noch ein Einkommen. Aber sie tun immer noch so, als würde sie nur dazuverdienen.
Ich kenne auch einige Künstler-, Coaches- und Selbstversorgerpärchen, die gemeinsam diesen Traum leben. Da sind oft die Frauen, die extern arbeiteten, die eigentlichen verlässlichen Verdienerinnen. Die Männer sind die zeitlich unabhängigeren und damit auch mehr für die Wege mit den Kindern zuständig - bis eben mal ein Auftrag richtig läuft. Wahrscheinlich betrifft das auch andere Selbständige mit schwankender Auftragslage. Die Frage ist immer, wie man darüber spricht.
@tagesschimmer ich bin mir gerade nicht sicher, wo ich von Hausfrau gesprochen habe. Ich glaube hier nicht.
@streptococcus
ich meine es erwerbsmäßig
Ich auch.
Nicht die falschen Leute bekommen zu viele , sondern die meisten viel zu wenig in Deutschland. Das Geburtenhoch der letzten Jahre war größtenteils auf frisch eingewanderte Personen zurück zu führen.
Seit 2022 ist das übrigens massiv eingebrochen, trotz großem Zustrom von Ukrainischen Familien.
Kein Wunder , Kitas sind zu eingeschränkt offen und bezahlbare 4Zimmer+ Wohnungen finden Familien da wo Arbeit vorhanden ist, also in Ballungsräumen , eh nicht. Das hat dann auch etwas mit der Verteilung der Flüchtlinge zu tun. Der Staat schützt hier wieder nicht die Belange der angestammten Bevölkerung (Deutsche und Migranten, egal) zugunsten von Personen die Temporär da sein werden, das ist einfach nicht richtig. Ich arbeite selbst in so einer Kommune und sehe es, wie Hunderte Immobilien vom Wohnungsmarkt, gerade für Familien mit kleinem Einkommen, durch die Kommunen weggemietet werden. Es ist dynamischer wie 2016, man bekommt es nur öffentlich nicht mit.
Ja man muss die Menschen in der EU aufnehmen, und Deutschland soll dafür auch den größten Teil bezahlen, alles Richtig. Den Migranten ist in Ihrer eigenen Situation nichts vorzuwerfen. Aber nicht auf die Art und Weise, der Staat müßte das versuchen anders managen als mit der Gießkanne.
@streptococcus
Bekommen etwa die falschen Leute (zu viele) Kinder?
In Israel würde man dieser Frage zustimmen, zumindest, wenn man zum liberalen, demokratisch gesinnten Teil der Bevölkerung gehört. Denn es ist absehbar, daß die jüdisch-orthodoxe wie auch die muslimische Bevölkerung qua Geburtenrate in den nächsten Jahrzehnte zur Majorität im Land werden wird. Was eine in Teilen religiös-konservative Regierung schon jetzt mit dem Land anstellt, war in den letzten Monaten ja ausgiebig zu beobachten. So gesehen müßten die Palästinenser eigentlich nur noch ein paar Jährchen warten und, in "Flüchtlingslagern" seit je in Armut gehalten, weiterhin zahlreiche Nachkommen zeugen, um das jetzt mit Mord und Totschlag anvisierte Ziel auf ganz natürlichem Weg zu erreichen.
Hierzulande haben wir ja eher zu wenige, als zu viele Kinder, ein Phänomen, das wir mit allen Industrienationen teilen (ganz extrem: Südkorea). So gesehen, ist es nachrangig, ob die Kinder nun von den richtigen oder falschen Eltern zur Welt gebracht werden: Kinder sind generell erst einmal eine Chance für eine Gesellschaft. Wenn sie es gut anstellt (davon sind wir immer noch weit entfernt), kann sie die Kinder fördern und formen, mit den hierzulande vertretenen Werten rechtzeitig in Berührung bringen und letztlich für (möglichst viel) Chancengleichheit sorgen.
Je besser es ihr allerdings gelänge, desto geringer wieder die Geburtenraten. Ich weiß nicht, wie liberale, demokratische Gesellschaften aus der Nummer rauskommen wollen.
@mrorleander sie werden vielleicht Entwicklungsländer und betreten den Zyklus von vorn 😬
@streptococcus Irgendwie erinnert die Fragestellung an Dunkeldeutschland, die haben sich auch solche Fragen gestellt und entschieden,wer Kinder bekommen darf.
@jigal Ja, das war Absicht. Besagtes Propaganda-Bildchen stammte aus Dunkeldeutschland und ich wohne in einer dunklen Ecke.
@streptococcus Als unsere Tochter geboren wurde, teilte meine Frau ihr Zimmer mit einer Familie aus sozial problematischem Umfeld. Ich konnte da mitbekommen, wie der Mann seiner Frau vorrechnete, wie viele Kinder sie noch bekommen müsse, damit sie komfortabel vom Kindergeld leben könnten. Vermutlich hat er in seiner prognostischen Bilanz die Ausgabenseite zu wenig bedacht.
Ansonsten finde ich es problematisch, den Menschen vorschreiben zu wollen, wie viele Kinder sie bekommen dürfen. Da ist man dann schnell bei Euthanasie und Menschenzucht - wo in der Regel nur Elend und Verderben draus resultiert. Ich stelle mir da grad die Idealzucht eines "Dackeldeutschen“ vor, der seinem Herrchen brav die Zeitung bringt, der kläfft, wenn er Gefahr wittert oder ihm was nicht passt und wenn er zu laut wird, braucht man nur die Zeitung heben und er zieht den Schwanz zwischen die Beine und trollt sich ...
Es mag Menschen geben, für das verlockend ist. Aber das Intellekt derer kann nicht zu ausgeprägt sein, weil wir für das gemeinsame Werk wirklich alle brauchen und wenn man etwas Positives tun will, dann ist das Bildung, 'Bildung, Bildung!
Wie schmerzlich vermisst Deutschland Visionäre, die das Land in die Zukunft führen können. Wie sehr würden wir juristische Fachkräfte benötigen, die das, was unsere paar vorhandenen Visionäre angehen, auch im System kompatibel machbar vorbereiten!
Wachstum gibt es nicht, wo Leben bekämpft wird. Wachstum gibt es, wo in Freiheit Wachstum gefördert wird und dabei höchstens Rahmenbedingungen gesetzt werden, die eine Richtung des Wachstums fördern und in ungünstiger Richtung erschweren.
Wir haben da in den letzten Jahrzehnten viel Potenzial verloren und das zeigt sich jetzt in wirtschaftlichen Problemen. Zu viel verschlafen, zu viel „einfach Augen zu und durch“, zu wenig Förderung der Bildung, zu wenig Begeisterung und zu viel Lethargie. All das hat Wurzeln und Fundament. Und da, wo mal was Kreatives aufkommt, wird schnell draufgetreten. Geht ja nicht, dass da Impulse von den „falschen“ Menschen kommen.
Es ist traurig, dass viele wirklich gute und nette Menschen keine Kinder haben. Diese werden in der kommenden Generation schmerzlich fehlen.
Aber ich habe Hoffnung für jedes Kind. Gott kann begaben und Lehrer können dies fördern. Insofern ist mir jedes Kind willkommen!