Eintritt in Kirchen
Der Kölner Dom wird zukünftig Eintritt verlangen: 12 EUR je Erwachsener, 6 EUR für Jugendliche ab 14. Es gibt einige Ermäßigungen auf 6 EUR. Gottesdienste sind frei.
EKD-Kulturbeauftragter: Maßvolle Eintrittsgebühr für Kirchen angemessen | Jesus.de
Da kommt eine Familie, je nach Alter der Kinder, schnell mal auf 30 EUR oder mehr.
Es werden wohl weitere Kirchen bald nachziehen.
Finanziell nachvollziehbar, aber christlich?
Und wie ist das mit Kirchenmitgliedern, die wie jeder andere auch jetzt Eintritt für ihre eigenen Gebäude bezahlen müssen?
Was meint Ihr dazu? Generell und zur Höhe des Eintritts. Ist das maßvoll?
VG
Chey
Wie ich gestern in einer Ankündigung im Fernsehen (es gab einige davon) mitbekam, ist der Eintritt auch frei für Menschen, die eine Kerze anzünden (ich hab keine kirchlichen Fachbegriffe parat) ...
... und dann war da noch was, was ich schon wieder vergessen habe. ==> Da sind sie wieder, meine drei Probleme:
- Vergesslichkeit,
- Dings,
- und das andere ... 😎
🤣
ist der Eintritt auch frei für Menschen, die eine Kerze anzünden
Ok, und das funktioniert?
Komisch, wie viele Leute auf einmal Kerzen anzünden... so ungefähr.
Kerzen werden im Nordquerhaus angezündet. Wenn du in die Schatzkammer, Turm oder Dominnenraum möchtest, musst du Geld zahlen.
Das musst du dort nachfragen. Sie werden ihre Erfahrungen machen. Nichts machen, ist auch doof. Dann lieber was machen und Erfahrungen sammeln. Es heißt ja nicht umsonst: "Im schlimmsten Fall wird's ne Erfahrung." <-- Sprichwort
Wie ich gestern in einer Ankündigung im Fernsehen (es gab einige davon) mitbekam, ist der Eintritt auch frei für Menschen, die eine Kerze anzünden (ich hab keine kirchlichen Fachbegriffe parat) ...
Korrekt.
„Außerhalb der Gottesdienstzeiten sei das Nordquerhaus des Domes für alle geöffnet, die den Dom zum persönlichen Gebet aufsuchen oder an der Schmuckmadonna eine Kerze entzünden möchten“, erklärt Dombaumeister Peter Füssenich.
Quelle: https://www.koelner-dom.de/aktuelles/domkapitel-erlaeutert-details-zum-neuen-besichtigungskonzept
Ich würde das Thema nicht zu hoch hängen. In Köln gibt es viele Kirchen, die fast alle ohne Eintritt betreten werden können. Wer ein Gotteshaus sucht, wird schnell fündig, in 200 Metern ist St. Maria Himmelfahrt, und eine Kirche (kein Name in OSM angegeben) bei Burgmauer 1 (ist die evtl. nicht katholisch?).
Wer unbedingt den Dom sehen will, der muss also Eintritt bezahlen. Ansonsten gibt es andere Kirchen.
Das Problem haben aber eigentlich nur die Touristen, die wegen dem Dom kommen - normale Gläubige werden es wohl kaum an den steinernen Gebäuden festmachen, ob sie da ihre Andacht verrichten können - oder was sie sonst dort wollen.
@hkmwk Mir ist schon klar, daß es um die Touristen geht.
wohl kaum an den steinernen Gebäuden festmachen,
Das sehe ich anders. Ich bin in meiner Heimatstadt auch von diesem Problem betroffen, wenn ich eine bestimmte Kirche besuchen will. ...man kann durchaus eine gewisse Beziehung zu einem Ort haben.
Deswegen wäre ich für eine Sonderregelung für Kirchen- oder zumindest Gemeindemitglieder.
@chey Was meint Ihr dazu? Generell und zur Höhe des Eintritts. Ist das maßvoll?
Ich find's total gut. Wie alles, das Massentourismus verteuert. Naja, total gut ist vielleicht nicht ganz richtig. Eher: ausbaufähig, ein Schritt in die richtige Richtung: Die Massen sollten gemolken werden, das bringt dringend benötigte Einnahmen. So kann man die Sehenswürdigkeiten pimpen (für unsere Kleinen: in sie investieren) und das lockt noch mehr zahlende Kundschaft an. Dann kann man mit dem Geld noch mehr pimpen - und so weiter. Dringendbenötigteswachstum nennt sich das. Hat sich das Konzept des Kapitalismus noch nicht rumgesprochen?
A propos dringend. Der öffentliche Raum sollte überhaupt und ganz generell dringend mit vielen Mautstellen gepflastert werden. Wer den Dom von innen sehen möchte, soll zahlen? Warum nur die Aussicht von innen gebührenpflichtig machen? Auch ausserhalb sollte abkassiert werden. Im Sommer könnte man in den Großstädten auch eine Schatten-Gebühr erheben für Leute, die vor der Sonne Schutz im Schatten des Doms suchen. Oder, wo wir schon mal dabei sind: auch der Schattenbesuch anderer Hochhäuser sollte kostenpflichtig werden. Je mehr Rekordhitze, umso mehr Einnahmen. Den Klimawandel mal als Chance wahrnehmen! Niemand ist verpflichtet, sich müßig mitten in der Stadt rumzutreiben, ohne was für die Umsätze beizutragen. Fragt die Besitzer von edlen Bank- oder Kaufhäusern und Einkaufspassagen, wie genervt die z.B. von all den störrischen Pennern sind, die nie was kaufen und immer nur auf irgendwelchen Bänken sitzen wollen - oder gar ihre Getränke ausserhalb kaufen. Das geht ja mal gar nicht!
Kleiner Optimierungsvorschlag: Kopfbedeckungen in Innenstädten komplett verbieten - so ließen sich höhere Ticketspreise für die Schattenzonen den Verbrauchern besser vermitteln und in den Kirchen wäre Barhäuptigkeit leichter durchzusetzen. Kirchen und Kommunen könnten Staatsverträge darüber abschließen, ob vielleicht eine Ausnahme für offizielle Baseballcaps gemacht werden kann, die, auf Minutenbasis abgerechnet an dafür zuständigen CCSs (City-Cap-Stands) ausgeliehen werden können. In diese Kappen integrierte Sensor-Chips könnten auf die Sekunde genau berechnen, wie lange sie in den Kircheninnenräumen Kontakt zu Kopfhaut oder Haaren hatten und die dabei berechneten Zusatzkosten können dank hilfreicher KI-Unterstützung ohne viel Bürokratie direkt an die jeweiligen Kirchenbetreibungsgesellschaften abgeführt werden.
Man könnte und sollte vielleicht um alle Innenstädte einen Zaun errichten und ganz allgemein Eintritt fordern. Unterschiedliche private Anbieter - Konkurrenz ist immer gut und sorgt bekanntlich für faire Preise - könnten, nachdem sie Milliardenlizenzen bei den entsprechenden öffentlichen Ausschreibungen entrichtet haben, unterschiedlich gestaffelte Eintritts-Angebote machen. Der einstmals öffentliche Raum könnte zu diesem Zweck in unterschiedliche Komfort- und Preiszonen gegliedert werden. Jobs würden entstehen wie z.B. die der verdeckten Ticketkontrolleure und Innenstadtpreiszonenvermessungsbeauftragten. Türsteher, die aufgrund der angespannten Discoevent-Wirtschaftslage und steigender Preise auf dem Anabolika-Markt um ihre berufliche Zukunft bangen, könnten umgeschult werden zu städtischen Zonenticketverkaufsberatern oder bei der Stadtbesuchsantragsstellerbeurteilunsabteilung. Wer mit einem kurzen Blick erkennt, welche Tanztempel-Besucher den besten Umsatz versprechen, und wer nur geizig den Mädels auf die Ärsche glotzen will, der hat auch ein Auge dafür, zwischen ertragsversprechenden und geizgeilen StadtbesuchsticketanstragsstellerInnen zu unterscheiden. Endlich müssten brave Stadtbesucher nicht mehr den Platz mit Zahlungsverweigerern teilen und das Allerallerbeste: Flüchtlinge mit Duldungsstatus könnten überhaupt nicht mehr die Innenstädte mit ihrer Anwesenheit verschandeln, denn in den ersten achtzehn Monaten kann unserem Staat bekanntlich nicht zugemutet werden, deren Teilhabe an Kultur zu finanzieren. Und nichts anderes, als die Teilhabe an Kultur ist doch wohl der Besuch des öffentlichen Raums, das weiß doch jeder! Was nix kostet, ist auch nix. Umsonst-Kultur ist Unkultur!
Helmuts Hinweis darauf, dass immer noch viele Kirchen in Köln eintrittsfrei sind, zeigt indessen, wie viele Löcher es noch für Schmarotzer zu stopfen gilt. Am besten möglichst rasch, es ist auch eine Frage, ob man das als richtig Erkannte wirklich effektiv durchsetzen möchte: Ohne zu bezahlen sollte Teilhabe in Deutschland zukünftig komplett verboten werden.
Ich denke, jedem ist klar, dass Deine Ideen richtig und wohldurchdacht sind ich finde sie so selbstverständlich, dass ich sie gar nicht erst genannt habe.
VG
Chey
@chey Oh, da bin ich mit meinen Eulen wohl doch wieder Richtung Athen abgebogen. 😳
Der Dom wird jetzt abgerissen, das Thema hat sich erledigt.
https://www.der-postillon.com/2024/06/baugenehmigung-dom.html
VG
Chey
Die Kölner rotten sich schon zum Protest & Generalstreik zusammen!
https://www.youtube.com/watch?v=QAwnlECbzxo
L'Chaim
@awhler Die Kölner rotten sich schon zum Protest & Generalstreik zusammen!
Da hätten sie mal eine richtig gute Idee, so ein Generalstreik ist eine sinnvolle Angelegenheit. Gib bescheid, wenn's losgeht, trotz der mir eher befremdlichen Musik dazu würde ich mitmachen.
Lieber Black Metal statt Bläck Fööss? Oder lieber Roy Black? 😉
Ich würd den Niedecken dazuholen.
L'Chaim
Veröffentlicht von: @cheynd wie ist das mit Kirchenmitgliedern, die wie jeder andere auch jetzt Eintritt für ihre eigenen Gebäude bezahlen müssen?
@chey Es ist beizeiten doch ganz hilfreich, mehr zu lesen als nur die Überschriften. So sagte der EKD-Kulturbeauftragte zum Beispiel auch, dass Kirchenmitglieder davon auszunehmen wären.
Und er sagt auch nicht, wie weit er das ziehen würde. Nehmen wir mal an, der Hamburger Michel würde so eine Gebühr erheben. Hamburg gehört zur Nordkirche. Betrifft das nur die unmittelbaren direkten Gemeindemitglieder oder z.B. auch Christen der EKD als Schleswig-Holstein (ebenfalls Nordkirche), die mit ihren Kirchensteuern das ja mit finanzieren?
Und wie kontrolliert man das, insbesondere sollen die Kontrollen ja nicht mehr kosten. als es überhaupt einbringt.
Ich denke, da wird man schnell eben doch von allen die Gebühr verlangen, weil es einfach unbürokratischer ist.
VG
Chey
Veröffentlicht von: @cheyUnd er sagt auch nicht, wie weit er das ziehen würde. Nehmen wir mal an, der Hamburger Michel würde so eine Gebühr erheben. Hamburg gehört zur Nordkirche. Betrifft das nur die unmittelbaren direkten Gemeindemitglieder oder z.B. auch Christen der EKD als Schleswig-Holstein (ebenfalls Nordkirche), die mit ihren Kirchensteuern das ja mit finanzieren?
Naja, doch, schon ein Stück weit. Es soll ja nur die touristischen Großkirchen betreffen. Da meine eigene Kirche sich im Gebäude einer aufgegebenen Gaststätte befindet habe ich da jetzt zugegebenermaßen wenig Bezug zu. Aber auf der anderen Seite: Wenn ein Mitglied der EKD aus Baden-Württemberg den Hamburger Michel während des Urlaubs aufsucht - tut er das dann aus religiösen oder aus touristischen Motiven?
Ich mein, die Punkte sind ja durchaus nachvollziehbar. Die touristischen Besuche von Kirchen sind ein Mehraufwand für die jeweiligen Gemeinden und gerade die altehrwürdigen Kirchenbauten sind tatsächlich auch in gewisser Weise beides - Anbetungsort und Touristenattraktion. Und die Spendenboxen zum Erhalt der Kirchen dürften ja kaum kostendeckend sein.
Und da stellt sich dann die Frage: Sind es noch Kirchen für Gläubige oder touristische Sehenswürdigkeiten und die Kirche ein Tourismusunternehmen?
Ich bin nicht in der EKD oder RKK. Insofern nicht tangiert. Aber bei 12 EUR würde ich mich nicht willkommen fühlen und meine Frau und ich würden auch nicht 24 EUR für einen Besuch zahlen.
VG
Chey
@chey Das Ding is... Genau das. Wo ist die Grenze zwischen der Anbetungsstätte und des historischen Kulturguts / Tourismusattraktion. Und das ist eine Frage der Organisation, denke ich. Eventuell ließen sich besondere Gebetszeiten einrichten, in denen die Kirche nur von denen gebührenfrei genutzt wird, die tatsächlich beten wollen. Aber wer kontrolliert das, und ist eine Andachtszeit unter Securityschutz wirklich dasselbe?
Anderersetis ist halt der enorme Besuchersturm immer mit höheren Kosten verbunden. Mehr Reinigung, mehr Pflege, mehr Wartung. Und die Kosten für den touristischen Aufmarsch wirste ja wohl auch nicht an den Kirchensteuerzahlern aufhängen, oder?