Benachrichtigungen
Alles löschen

Gefährder melden?

Seite 2 / 3

Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Hi,

es verdichten sich Hinweise, das der Schützenverein des Attentäters, sich Gedanken gemacht haben über seine Art...wie er sich gab.

Wäre es nicht besser, wenn die Polizei offener wäre, für Hinweise aus der Bevölkerung. Wenn z.B. ein Kind in Not ist, da rattert die Jugendamtmaschinerie.

Soll man, Gefährder (auch bei Verdacht) aus Vereinen werfen, ansprechen? Sollte es nicht nur eine interkulturelle Sensibilisierung, sondern auch eine zwischenmenschliche Sensibilisierung geben.

Oder beruft man sich auf die Freiheit des einzelnen und lebt mit dem Risiko, das jemand mal ausrastet und mordet.

M.

Antwort
65 Antworten
DerNeinsager
Beiträge : 1449

Ich denke dieser Täter war im reinsten Sinne A Sozialisiert und lebte in seiner eigenen Welt. Solchen gehören keine Waffen. Nur wie identifiziert man sie? Geht nur über den Bekanntenkreis eigentlich... Allerdings hätten wir da ein fragwürdiges System was an die DDR erinnert.

Ich glaube das fängt früh an und in der Gesellschaft. Erfährt ein Mensch zuviel Ablehnung ist das ein guter Nährboden für das alles. Ging mir selber früher zb so das ich das Gefühl hatte, keiner mag einen, kein Erfolge bei der Partnerschaft, Eltern sind unzufrieden mit einem etc. Man bekommt in einsamen Momenten wenn man andere Glücklich sieht und sich ausgeschlossen fühlt, schon dumme zornige Fantasien , das ging zumindest mir so wenn ich ehrlich bin. Gott sei dank, legte sich das auch wieder.

derneinsager antworten


frosch80
Beiträge : 791

Offtopic (?)
Hej Meriadoc,

Veröffentlicht von: @meriadoc

Wenn z.B. ein Kind in Not ist, da rattert die Jugendamtmaschinerie.

Tut sie das?

Ja, zuweilen sicher.

Die "Jugendamtmaschinerie" rattert aber nur dann, wenn das Jugendamt von der Not eines Kindes erfährt. Was es aber, so fürchte ich, in nicht mal in 10% aller Fälle, wo ein Kind in Not ist, tut.

Liebe Grüße
fr😊sch

frosch80 antworten
frischebrise
Beiträge : 266

Im Schützenverein nicht auffällig
Ich habe gelesen, dass er im Schützenverein nicht auffällig war. Auch keinerlei rassistische Äußerungen - eher höflich.
https://www.tagesschau.de/inland/hanau-sportschuetze-101.html

https://www.focus.de/politik/deutschland/terror-von-hanau-im-schuetzenverein-von-tobias-r-ein-solcher-mann-kann-kein-kamerad-sein_id_11688125.html

Bei den Behörden wurde er mal auffällig. Aber im Schützenverein hätte man dass wohl kaum gedacht.

frischebrise antworten


Tertullian
Beiträge : 412

Egal, ob es sich um Nazis, Pädophile oder Islamisten handelt: Das ist ein ungeheuer zweischneidiges Schwert. Wenn jemand, den man im leisen Verdacht hatte, tatsächlich eine schlimme Straftat verübt, wird man sich ungeheuerliche Vorwürfe machen. Erweist sich ein Verdacht als nichtig und jemand bekommt ein jahrelanges Verfahren an den Hals, ist das im besten Falle ebenso. Nicht umsonst ist die Unschuldsvermutung ein hohes Gut in unserem Rechtsstaat - und Denunziationen waren nur eines der furchtbaren Kapitel des Dritten Reichs. Wenn Fälle wie Harry Wörz oder Gustl Mollath sich in Deutschland deswegen häufen wäre das keine gute Entwicklung.

Das größte Problem in der Vergangenheit war eher nicht das fehlende Meldewesen in der Bevölkerung, sondern schon deutlich eher das Versagen der Spezialisten, etwa beim NSU, bei Anis Amri - und auch bei zahlreichen Sexualdelikten.

tertullian antworten
3 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15595
Veröffentlicht von: @tertullian

Das größte Problem in der Vergangenheit war eher nicht das fehlende Meldewesen in der Bevölkerung, sondern schon deutlich eher das Versagen der Spezialisten, etwa beim NSU, bei Anis Amri - und auch bei zahlreichen Sexualdelikten.

Und auch die sind häufig überfordert und überlastet... das ist kein Job mit dem ich gerne tauschen würde.

lucan-7 antworten
Anonymous
 Anonymous
(@Anonymous)
Beigetreten : Vor 1 Sekunde

Beiträge : 0

Niemand, der einigermaßen bei Trost ist will den Blockwart geben. Daher ist allein das schon äußerst schwierig.
Und diejenigen, die sich dazu berufen fühlen sind dann eben besonders kritisch zu hinterfragen.

Spezialisten können hinsichtlich des Bestehens einer Gefahr und sogar bezüglich des tatsächlich Geschehenen besonders in kritischen Fällen nicht viel mehr als qualifiziertes raten anbieten. Und das ist nicht abschätzig gemeint. Das ist nicht nur bei Justizfragen so, Mediziner sehen sich einem ähnlichen Problem gegenüber. Ich tue mich daher mit dem Wort versagen schwer. Insbesondere dann, wenn die meisten anderen Fachkräfte zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen wären. Man muss einfach und bedauerlicherweise dem Risiko von Fehlern leben solange man keinen Weg gefunden hat Fragen mit Gewissheit beantworten zu können.

Die Antwort auf dieses Dilemma müsste also ein präjustiziell stattfindendes Verfahren sein, das besonders auf den Betroffenen nicht stigmatisierend wirkt. Seine Grundrechte dürfen eben nicht allein aufgrund eines vagen Verdachts en passant eingeschränkt werden. Aber wie soll so etwas gehen?

Anonymous antworten
Buecherwand
(@buecherwand)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 151

Leider irrst du dich. Es gibt eine Menge Leute, die mit Freuden den Blockwart mimen würden. Eine Denunziationskultur ist für alle schlecht.

Herr R. litt an einer Psychose. Da wäre eine Meldung des Schützenvereins sicher angemessen gewesen, aber wahrscheinlich wäre sie folgenlos geblieben, weil gegen Herrn R. noch nie etwas vorgelegen hatte.

Aber wozu müssen Privatleute, die nicht gerade Jäger sind überhaupt Waffen besitzen dürfen? Das ist leider nicht die erste Tat mit legalen Waffen. Würde man sie einfach verbieten - wie es in West-Berlin vor der Wende war - würde das zweifellos Menschenleben retten.

buecherwand antworten
mirwirdnichtsmangeln
Beiträge : 106

Ich meine unabhängig von dem aktuellen Fall, ja, selbstverständlich sollte man Menschen, von denen man weiß dass sie psychisch krank sind und eine Gefahr sein können für ihre Umgebung (was nur für einen kleinen Teil der psychisch Kranken zutrifft), bei den zuständigen Behörden (Gesundheitsamt bzw. Sozialpsychiatrischer Dienst) melden.

Das hat nichts mit Blockwart zu tun. Ein Urteil verschaffen müssen sich die dann ja selbst, und vorsorglich auf Verdacht eingesperrt wird man in unserem Land auch nicht. Aber dass drauf geschaut wird, ist schon mal ein Fortschritt.

Von der Familie darf man das am Wenigsten erwarten. Die können es sich nicht leisten, die Aggression der Betroffenen auf sich zu ziehen durch die Weitergabe ihrer Bedenken.

mirwirdnichtsmangeln antworten


Vigil
 Vigil
Beiträge : 386

Vielleicht gut gedacht.
Aber nicht umzusetzen.

Was sind mir viele Menschen in meinem Leben begegnet, die ich für "schräg", auffällig oder sonst was hielt!
Sie waren so gut wie alle völlig harmlos und sind es immer noch.
Es war alleine meine Denke, die sie so einstufte, es waren meine diffusen Ängste womöglich, die mich so denken ließen, es waren meine Vorurteile.

Wir werden damit leben müssen, dass immer wieder Menschen ausbrechen aus dem gesellschaftlichen Konsens und Täter aller Art werden können.

V.

vigil antworten
Seite 2 / 3
Teilen: