Gehorsam gegen die Orbrigkeit: Wie ist Röm.13., 1ff zu verstehen?
Ich würde gerne ein Thema diskutieren, was mir immer wieder die gleichen Kopfschmerzen bereitet. Nämlich die Frage des Verhaltens gegenüber dem Staat und seinen Repräsentanten, ob man sich politisch engagieren soll, ob man ggf. gegen den Staat vorgehen soll, etwa wie im Widerstand gegen den Hitlerfaschismus. Es geht um das Verständnis von
Röm.13, 1-7: 1. Ein jeder soll sich der obrigkeitlichen Gewalt unterordnen! Denn es gibt keine staatliche Gewalt, die nicht von Gott stammt; die da bestehen, sind von Gott angeordnet. 2. Wer sich daher gegen die staatliche Gewalt auflehnt, lehnt sich gegen die Anordnung Gottes auf; wer sich aber gegen diese auflehnt, zieht sich das Gericht zu. etc. .Dazu gehört dann auch Steuern zahlen etc. …
Siehe auch in Verbindung mit Tim.1,1 ff:
1.Erinnere sie, der obrigkeitlichen Gewalt untertan, gehorsam und zu jedem guten Werk bereit zu sein, …
Gegen diese affirmative Haltung zum Staat steht Apg.5, 27 ff, in der sich die Apostel weigern, dem Predigtverbot nachzukommen mit den Worten „… Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Vers 29). Nach Röm.13,1 hat Gott die Obrigkeit doch eingesetzt.
Wie lassen sich die Widersprüche auflösen? Gibt es eine Grenze des Gehorsams gegen den Staat? Wie soll man darüber denken, wenn jemand sich weigert Steuern zu zahlen, weil ein Teil des Geldes in Waffen für die Ukraine und Israel fließen. Ist nicht sogar ziviler Ungehorsam Pflicht?
Veröffentlicht von: @herbertdie Frage des Verhaltens gegenüber dem Staat und seinen Repräsentanten
Lieber Herbert.
Vor allem sollen wir für unsere Obrigkeiten beten. Das beruhigt unseren Geist und führt uns in eine gefestigte Grundhaltung:
Hast du dir mal den Schütz-Satz angehört, den ich verlinkt habe?
Es ist eine Vertonung von 1. Timotheus 2,2.
"[Betet für] die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit."
Ein Hinweis des Paulus bzgl des Gemeindegebets.
Veröffentlicht von: @marthaEs ist eine Vertonung von 1. Timotheus 2,2.
"[Betet für] die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit."
Ein Hinweis des Paulus bzgl des Gemeindegebets.
Hat das jemals etwas gebracht.?.wie ein ruhiges, stilles Leben.?..Frömmigkeit und Ehrbarkeit.?Wohl kaum.
@blumenwiese
Hat das jemals etwas gebracht.?
Um das zu entscheiden müssten wir uns anschauen, wie es einem Land bzw. den Christen ergangen ist, und sie beteten, und wie es dem Land in der gleichen Situation ergangen ist, und die Christen haben nicht gebetet.
Dürfte methodisch schwierig sein 😉
Veröffentlicht von: @hkmwk@blumenwiese
Hat das jemals etwas gebracht.?
Um das zu entscheiden müssten wir uns anschauen, wie es einem Land bzw. den Christen ergangen ist, und sie beteten, und wie es dem Land in der gleichen Situation ergangen ist, und die Christen haben nicht gebetet.
Dürfte methodisch schwierig sein 😉
Nunja, ich gehe davon aus, dass überall Christen leben, die dafür beten, da es ja biblisch ist.
Vielleicht geht es in diesen Gebeten weniger darum, dass es etwas nützt, sondern dass Christen einfach Gehorsam sind.
@blumenwiese
Du hattest gefragt, ob es was gebracht hat. Ich habe darauf hingewiesen: Das kann man nicht wissen.
Haben die verschiedenen Gebetsinitiativen in den 80-er Jahren etwas gebracht, oder wäre die Mauer auch ohne sie gefallen? Wer weiß das schon?
Damit war deine Frage sinnlos (höchstens geeignet, Zweifel zu säen).
Deine Empfehlung für ungerechte Herrscher zu beten, hat mich im ersten Moment herausgefordert, dann aber habe ich gedacht, dass das genau dem entspricht was Feindesliebe ausmacht. Bleibt dennoch die Frage offen, ob ggf. ein Attentat auf einen Despoten vor Gott erlaubt wäre. Man kann argumentieren, dass man im Sinne der Nächstenliebe den Tyrannen davor bewahrt, weitere Sünden zu begehen (ist ernst gemeint, nicht zynisch). Ich denke, wenn jemand innerlich davon überzeugt ist und sich im Einklang mit seiner inneren Stimme befindet, wäre das o.k.
@ alle: Vielen Dank für die rege Diskussion. Sie spiegelt die vielen Fragen die mir durch den Kopf ganz gut wieder. Leider bin ich bei den Antworten nicht weiter, aber die eine oder andere Frage kann ich nunmehr klarer formulieren bzw. in einen Zusammenhang stellen, was – eine gute Frage ist die halbe Antwort – wohl helfen könnten Klarheit zu gewinnen.
Ich fange mal mit einem Punkt an. „Denn es gibt keine staatliche Gewalt, die nicht von Gott stammt; die da bestehen, sind von Gott angeordnet.“
Einige verstehen das in Sinne von eingesetzt, andere im Sinne von zugelassen. Gibt es zwischen beiden Auffassungen einen signifikanten Unterschied? Die Varianz der Übersetzungen umfasst beispielsweise „… angeordnet / eingesetzt / verordnet
Die zweite Frage lautet, ob es bei „staatlicher Gewalt“ um die Institution ´Regierung` an und für sich handelt oder um den je konkreten Machthaber geht. Letzteres wäre bei parlamentarischen Demokratien schwer einzuordnen. Ist Merz eine staatliche Gewalt im gemeinten Sinne?
2 Wer sich daher gegen die staatliche Gewalt auflehnt, lehnt sich gegen die Anordnung Gottes auf; wer sich aber gegen diese auflehnt, zieht sich das Gericht zu.
Einige habe ja darauf hingewiesen, dass staatliche Gewalt, die sich selbst gegen Gott auflehnt, nicht unter dieses Gebot fallen kann. Diese Ansicht scheint mir durch den folgenden Vers bestätig:
3 Denn die Regierenden sind nicht ein Schrecken für gute, sondern für schlimme Taten. Willst du vor der Staatsgewalt ohne Furcht sein, so tue das Gute, und du wirst Anerkennung bei ihr finden (andere Übersetzungen sprechen von Lob erhalten / gelobt werden)
Damit wird ´Regierende` im Sinn von ´gerecht regieren` definiert. Ein ungerechter Herrscher, der umgekehrt eine Schrecken für die Guten und kein Schrecken für die Schlimmen ist, ist im Sinne des Evangelium keine von Gott eingesetzte Obrigkeit. Und kann keinen Gehorsam verlangen. (z.B. Sir.4, 27: Unterwirf dich nicht dem Toren und ergreife nicht Partei für einen Mächtigen.
Auch kann ich nicht verstehen, dass „Willst du vor der Staatsgewalt ohne Furcht sein …“ dem wörtlich Sinn nach dem Verständnis von Nachfolge Jesus entspricht, der mehrmals vor den negativen Folgen öffentlicher Anerkennung und Prestigesucht (Anerkennung bei ihr finden.) Wieso sollte Jesus empfehlen, sich um staatliche Anerkennung zu bemühen?
Quintessenz: Keine staatliche Macht hat Anspruch auf Gehorsam und Gefolgschaft, nur weil sie die Machtposition inne hat. Es hängt definitiv von ihrer Qualität ab. Und die muss jeder Untertan beurteilen, bevor er sich zum Gehorsam oder Widerspruch oder gar Widerstand entscheidet.
Die Erkenntnis scheint trivial, ist es aber nicht, wenn man auf den ersten und zweiten Weltkrieg zurückblickt, wo die beiden Amtskirchen mit diesem Argument von ihren Kirchengläubigen Staatsraison bis in den Tod als Soldat gefordert haben.
Der letzte Punkt, ´Bemühen um Anerkennung von staatlicher Autorität` bringt mich auf den Gedanken, dass man diese Apostelaussage auch im Sinne des Steuergleichnis (Mt.22,17) verstehen kann. Dann wäre die staatliche Autorität der ´Zwang des Faktischen`, der die irdischen Lebensbedingungen ausmacht und die Aussage Paulus`gemahnt daran, die profanen Lebensumständen nicht a priori zu verteufeln, sondern ihnen die gebührende Beachtung zu schenken. Dann würde „Willst du vor der Staatsgewalt ohne Furcht sein …" , dass man das Weltliche und das Geistig in ein rechtes Gleichgewicht bringen muss. So z.B. dass man hier ein ´weltliches` Internetforum hat, dass man gut für die eigene geistige Entwicklung nutzen kann und man es nicht von vorherein verteufeln soll. Nach dem Motto, prüfe alles, und was gut ist nutze es dementsprechend.
Was denkt ihr zum letzten Gedanken?
es drängt mich, dir zu antworten - aber da ich gleich einen Termin habe, wird meine Antwort eher kurz und knapp sein.
Ich stimme deinen Überlegungen weitestgehend zu - und auch die Fragen bleiben.
Eine Frage meinerseits wäre, in welcher Situation der Apostel damals war, als er dies schrieb.
Die zweite Frage ist, ob wir brutale Diktatoren und Obrigkeiten, die sich nicht an Gesetze halten und Menschenrechte missachten, ebenfalls als "von Gott eingesetzt" anerkennen müssen (MEINE Antwort: "NEIN").
Beten kann (und soll) ich aber trotzdem für sie - diesem Wunsch stimme ich uneingeschränkt zu.
Klar wäre auch, dass es ohne eine "Obrigkeit" wohl zu (noch mehr) Gewalt, gegenseitiger menschlicher Missachtung, ausgelebtem Egoismus, Recht des Stärkeren usw. kommen würde, dass also die Obrigkeit grundsätzlich akzeptiert und auch in ihrem Handeln unterstützt werden sollte.
Deine Empfehlung für ungerechte Herrscher zu beten, hat mich im ersten Moment herausgefordert, dann aber habe ich gedacht, dass das genau dem entspricht was Feindesliebe ausmacht.
Wenn du als Minderheit unter einer Regierung leben musst, die dich allenfalls duldet, ist es einfach klug, möglichst deinen Frieden mit ihr zu machen.
Vermutlich wollte Paulus, dass seine jung gegründete Gemeinde wachsen und gedeihen kann.
Leider erst unter Konstantin durften die Christen ihre Religion in Freiheit ausleben. Er wusste es zu schätzen, dass sie sich um die sozialen Belange des Volkes kümmerten.
Bleibt dennoch die Frage offen, ob ggf. ein Attentat auf einen Despoten vor Gott erlaubt wäre. Man kann argumentieren, dass man im Sinne der Nächstenliebe den Tyrannen davor bewahrt, weitere Sünden zu begehen (ist ernst gemeint, nicht zynisch). Ich denke, wenn jemand innerlich davon überzeugt ist und sich im Einklang mit seiner inneren Stimme befindet, wäre das o.k.
👆
Dazu sah ich letztens einen Film (Netflix, 2018) über Walraven van Hall, einen niederländischen Bankier, der den Widerstand während der deutschen Besatzung der Niederlande finanzierte.
Als er die ersten Pläne dazu schmiedete und seine Frau fragte, wie sie darüber denkt und ob er das tun soll, sagte sie sofort: "Nein. Natürlich bin ich dagegen."
Und dann, nach einer längeren Pause: "Aber natürlich musst du es tun."
Sie hat ihren Mann gekannt und sein Tun respektiert. Sie wusste, dass es ihn umtreiben würde, wenn er seiner inneren Stimme nicht folgen würde.
Er hat viel Gutes und wirklich Grosses bewirkt. Und wurde dennoch kurz vor Kriegsende ganz profan verraten und erschossen.
"Wenn du als Minderheit unter einer Regierung leben musst, die dich allenfalls duldet, ist es einfach klug, möglichst deinen Frieden mit ihr zu machen.Vermutlich wollte Paulus, dass seine jung gegründete Gemeinde wachsen und gedeihen kann."
Ich denke, dass Paulus sich genau von so einem Gedanken hat leiten lassen - Danke für diesen Blick, den ich sehr einleuchtend finde. Er zeigt dann auch, wie biblische Texte ihren "Sitz im Leben" haben und man daraus kein zeitloses und kontextloses Pauschal-Gebot machen kann.
L'Chaim
Danke für diesen Blick, den ich sehr einleuchtend finde. Er zeigt dann auch, wie biblische Texte ihren "Sitz im Leben" haben und man daraus kein zeitloses und kontextloses Pauschal-Gebot machen kann.
Moment, Moment. Nicht so schnell.
In meinem ersten Posting an Herbert schrieb ich von einer Grundhaltung.
Und die beinhaltet tatsächlich generell Gebet für die Obrigkeit.
Das erschließt sich aus dem Kontext im von mir bereits zitierten Timotheusbrief, in dem Paulus erklärt, warum wir für die Oberhäupter beten sollen: "Gott will, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen".
Und vllt dachte Paulus dabei auch an Sprüche 21, die da beginnen mit: "Des Königs Herz ist in der Hand des HERRN wie Wasserbäche; er lenkt es, wohin er will."
😉 ... Die zitierten Sätze finden trotzdem meine Zustimmung, weil sie meines Erachtens eine Erklärung bieten, warum Paulus in Römer 13 das Verhältnis zur Obrigkeit so darstellt.
Das "Gebet FÜR die Obrigkeit" ist ein glattes Terrain: Die Trump-Fundis um Paula White - wie abstoßend - ließen sich ablichten dabei, wie sie inbrünstig für den Präsidenten beteten. Auch die russchisch-orthodoxen Kirchführer beten für Putin um Segen und Gelingen ... Und die DC taten es, sogar im Dank für das "Gottesgeschenk" A.H.
Wenn wir dagegen dafür beten, dass Regierende von bösen Taten lassen, zur Einsicht in das Gute kommen, weise und verantwortungsvoll handeln - das sollten wir immer tun! Völlig d'accord.
Doch nun: Heisst für die Obrigkeit beten auch u.U. zu Gott flehen, dass er Mächtige vom Thron stürzt? Und dafür sorgt, dass sie ihren Macht verlieren? - Ja, ich denke, auch das kann geboten sein. Und Bonhoeffer wird sicher auch in Gottes Hände gelegt haben, dass es gelingt, das Attentat auf den Führer.
L'Chaim
Ja, es geht ums Dienen ... es geht darum, die Liebe, das Licht dahin zu bringen, wo es dunkel ist. Es geht darum, Jesus zu vertrauen und ihm zu folgen.
Großartige Geschichten von großartigen Menschen zeugen davon.
🙂
Veröffentlicht von: @herbertIst nicht sogar ziviler Ungehorsam Pflicht?
Klar doch. Ich zahle schon seit paar Jahren keine GEZ mehr.
Mit Wut im Bauch 😘
Die drohen schon seit Jahren, meine Tür einzutreten mit Hilfe der Staatsgewalt.
Jedes Jahr zum Geburtstag bekomme ich nen Drohschreiben von der GEZ.
Ich habe ihre Drohbriefe an die oberste Instanz weitergereicht 😊
Nee, bisher nix. Kann auch daran liegen, dass es jeden Tag mehr werden und die mit den Repressalien nicht mehr hinterher kommen.
Aber der Bademantel liegt schon bereit 😛
@herbert "weil ein Teil des Geldes in Waffen für...Israel fließen."
Hm, wie soll sich Israel denn ohne Waffen wehren? Und wie soll Solidarität mit Israel konkret aussehen?
Den Widerspruch, den Du da siehst, löst im Grunde jeder nach eigenem Ermessen auf.
Beispiel:
Wenn ich bei bestimmten Christen in meinem Umfeld (sozial)politische Themen anschnitt, trällerten mir einige die Arie "Jesus ist unpolitisch". Als die Obrigkeit die Ehe auch für Lesben und Schwule öffnete, gingen mehrere Posts in meinem FB-Feed ein, wo dazu aufgerufen wurde, sich an Unterschriftensammlungen gegen diese Öffnung zu beteiligen. Die Begründungen reichten bis zur Gleichsetzung von Sex und Fortpflanzung, diejenigen wussten, dass ich verwitwet bin und dass meine Ehe ungewollt kinderlos war.
Das zu wissen, hielt sie dennoch nicht von dieser Gleichsetzung ab.
Veröffentlicht von: @ichsen... die Arie "Jesus ist unpolitisch'
Diese Arie kenne ich auch und bin immer wieder fassungslos, wie viel Dumm-Zeug einem in politischen und gesellschaftlichen Gesprächen von frommer Seite hier und da begegnet ... 😉
Wäre Jesus "unpolitisch" (politisch nicht relevant) gewesen, hätte er die römische Staatsmacht, die politischen und religiösen "Machthaber" nicht zur Kreuzigung provoziert.
Alle Jesus-JüngerInnen haben die Verantwortung IN der Welt ihren Glauben zu leben und Weltverantwortung zu tragen.
Abgesehen davon, dass es überhaupt kein "unpolitisches" Verhalten gibt, denn "Wer schweigt, fördert was im Gange ist." (G. Heinemann). Und alle "politischen Abstinenzler - ob mit oder ohne Glauben - sind die willkommenen Mehrheitsbefürworter für alle Machthaber.
Und dass "die Welt sowieso untergeht", Jesus eh schon schon hat, dass es "immer Kriege geben" wird (vermehrt in der sog. Endzeit) - das hab ich noch als christlich Engagierter in der Friedensbewegung Anfang der 80er im Ohr.
L'Chaim
Dies ist ein schönes Beispiel dafür, dass ein unkritischer "Glaube an die Bibel" (im Sinne von: Alles, was wir da vor uns haben, ist "Gottes Wort") nicht zu halten ist. Und immer wieder stösst man dann auf solche Fragen und Zwickmühlen.
Jack-Black verweist richtigerweise (süffisant) darauf, dass Paulus in der Tat schreibt, dass es keine Obrigkeit gibt, die nicht von Gott eingesetzt ist - oder in der Umkehrformulierung: JEDE Obrigkeit ist von Gott eingesetzt.
Das ist gefährlich und eine Sicht des Paulus, die unhaltbar ist. Schon biblisch würde der Zyniker in mir sagen: Dann hätten die Israeliten schön weiter dienen müssen unter dem Pharao. Dann hätten die Israeliten nicht gegen andere Völker, Könige und Machthaber Kriege führen dürfen. Dann hätte Herodes Recht gehabt, einen anderen neugeborenen König nicht zu akzeptieren, weil seine von Gott gegebene Macht damit in Frage gestellt war. .
Dann wären wir noch in Zeiten des Absolutismus ... Und von den "Herren dieser Welt" im 20. und 21. Jahrhundert ganz zu schweigen.
Ich sage also: Nein, Paulus. So nicht ...
L'chaim
Nur kurz: eigentlich widerspricht Dein Argumentation sich selbst. Offensichtlich kann Paulus nicht so wörtlich verstanden werden, sonst stünden Deine Beispiele im Widerspruch. Also sollte man Paulus anders verstehen.
erste Aussage: dass es keine Obrigkeit gibt, die nicht von Gott eingesetzt ist - oder in der Umkehrformulierung: JEDE Obrigkeit ist von Gott eingesetzt. Ich verstehe dich so, dass Du Paulus wörtlich verstehst. Dann bringst Du Beipsiele, in denen die Herrschaft abgelöst wird. Wobei gerade die ersten ´Regierungswechsel` offenbart auf das ´Eingreifen` Gottes zurückzuführen ist.
Dann hätte Herodes Recht gehabt, einen anderen neugeborenen König nicht zu akzeptieren, weil seine von Gott gegebene Macht damit in Frage gestellt war. .
Herodes hat die Mitteilung der drei Weisen eben auch wörtlich verstanden und gedacht den König den sioe erwähnen, wäre von dieser Welt. War er aber nicht. Genau wir die Israeliten gedacht / gehofft haben, der Messias wäre ein politisch - militärische Macht, weshalb ja viele nicht an geglaubt haben, weil er kein Heer mitgebracht hat.
Im Übrigen sollte man differenzieren ob Paulus mit Heerschaft Personen oder die Institution Regierung meint.
Nb: Ein kurze Interpratation, die vielleicht auch zynisch klingen mag ist die: Jedes Volk bekommt das Regime, was es verdient hat. Halte diese allenfalls für ein Aspekt des ganzen Themas.
Mir ging/geht es vor allem um die Wirkungsgeschichte, die das "seid untertan der Obrigkeit" kirchlich und geschichtlich angerichtet hat ...
Weltliche und geistliche Hirten hatten da eine Keule gegen kritische Begehrlichkeiten - und wie viel Kirchenvolk war brav und untertänig ... denn "Es steht geschrieben!"
Ich selbst habe ja in meinen Postings gezeigt, dass ich Paulus nicht wörtlich und allgemein verstehen kann und will. Und in meinem Leben, Glauben und politischen Urteil eher "obrigkeitskritisch" unterwegs war und bin.
L'Chaim
Nur kurz: eigentlich widerspricht Dein Argumentation sich selbst.
Nö, nur Paulus widerspricht der Realität.
Offensichtlich kann Paulus nicht so wörtlich verstanden werden, sonst stünden Deine Beispiele im Widerspruch.
Es darf nicht sein, was nicht sein darf.
Also sollte man Paulus anders verstehen.
Oder einfach eingestehen, dass Paulus auch nicht alles wusste.
Jedenfalls nicht, über Politiker zu lästern und zu bedrohen.
Wie bei Christen die sich Christen nennen und Lügen, Hass, Verleumdung über Politiker, Medien und Facebook betreiben. Gerda die Christen die sich im rechten Spektrum befinden. Das Höllenfeuer für die wird schoon kräftig angeschürt 😉
M.
Veröffentlicht von: @meriadoc
Jedenfalls nicht, über Politiker zu lästern und zu bedrohen.
M.
Nur Gotteslästerung ist uns verboten 😉
Lästern ggü. "denen da oben"? ... Nun ja, Spott, Satire, offenbarte Lächerlichkeit dagegen war und ist ein legitimes Mittel - oft aus Selbstschutz, Ohnmacht und intentional aufklärerisch-offenlegend und Augen öffnend.
Allerdings gebe ich Dir absolut recht, dass es auch hemmungslose Unsachlichkeiten und ungehenmte Aggressivitäten gibt ... Da lästere ich mal die AfD und rechten Dumpfbacken ganz gehörig!
L'Chaim
Veröffentlicht von: @plueschmorsHm, 44 Millionen Ukrainer eben mal umsiedeln? Wohin mit einer so gewaltigen Menge an Menschen?
Ja, eben…
Da gabs ja dann quasi nur noch Kapitulation oder Kampf, also Verteidigung….oder Verhandeln (was völlig verrückt ist!! Stell dir vor, da kommt einer und klaut die Pedalen von deinem Fahrrad und du verhandelst mit ihm, ob du vielleicht wenigstens eine wiederhaben kannst 😂)
Da fällt mir eine Passage ein in der Bibel (keine Ahnung wo) : wenn dir einer den Rock klaut, dann gib ihm den Mantel noch dazu…oder so ähnlich…
wenn man das ernst nimmt, dann müsste die Ukraine jetzt Russland heissen und damit wäre die Sache erledigt…
Wehrlosigkeit wird schon an der einen oder anderen Stelle in der Bibel erwähnt als Handlungsanweisung auf einen Angriff…ob man das ausweiten kann vom persönlichen Bereich auf das Territorium…?… unser Völkerrecht tickt da halt anders, du darfst offiziell zurückhauen (angemessen, versteht sich)…alles sehr weltlich….Punkt.
@stern Ich denke nicht, dass sich Jesu Handlungsanweisungen jemals an die Politik gerichtet hätten.
😉
Im Reich der Welt braucht es eben Gesetze und Zwang. Und eine Obrigkeit, die das Gute eben auch mit Gewalt - dem Schwert - durchsetzt.
@plueschmors
Nein, du hast recht. Aber Politik wird von Menschen gemacht und ich hoffe, die/ wir haben dann alle den heiligen Geist und kloppen uns nicht mehr wegen so nem Stück Land
@stern So ein Stück Land ist eben auch Heimat. Und vertrieben werden bedeutet Entwurzelung. Ich kenne heute noch Menschen, die ihrer alten Heimat - vor 80 Jahren verlassen - mit großem Schmerz hinterhertrauern und nicht müde werden, davon zu reden. Das sollte man nicht gering achten.
@plueschmors
Das ist mir klar. Und es wäre schön, wenn niemand mehr von irgendwo vertrieben werden würde. Aber diese Realität gibt es leider (noch) nicht.
Ich wünschte, die Schreiber mancher Gedanken (wie diesen) hätten bewusst verschwiegen werden müssen. Bei manchen Glaube ich, das wurde mit Absicht so geschrieben...oder hineninterpretiert. Gott würde kaum einen einsetzern wollen, der sein ganzes Volk das leben zur Hölle macht und dessen Geist heute noch existiert. Ich rede hier von Hitler. Auch Stalin und andere. Dieses Holodomor, das Ausrotten von indigenen und deren Zwangsevasngelisation.
Römer 13,1-7 fordert Christen auf, sich der Obrigkeit unterzuordnen, da diese von Gott eingesetzt sei und der Ordnung diene. Dies bedeutet, dass Christen staatliche Gesetze und Autoritäten respektieren und befolgen sollen, solange diese nicht gegen Gottes Gebote verstoßen. Der Vers betont die Notwendigkeit, Steuern zu zahlen und Gesetze zu befolgen, um ein friedliches Zusammenleben zu gewährleisten.
Also, geht es auch um das beachten von Gottes Geboten. Hitler hat Morden lassen und hat Gelogen. Gebot gebrochen
Diktator Kim macht sich zum Gott. Gebot gebrochen
Putin erzählt Lügen und Narrativen und lässt Unschuldige töten und andersdenke auch. Gebot gebrochen.
Alldiejenigen und weitere , die andere Menschen belügen, ausrotten, ausrauben haben das gebot Gottes gebrochen. Also, iast diese Obrigkleit NICHT von Gott.
Meine Meinung
M.
Also, geht es auch um das beachten von Gottes Geboten. Hitler hat Morden lassen und hat Gelogen. Gebot gebrochen
Diktator Kim macht sich zum Gott. Gebot gebrochen
Putin erzählt Lügen und Narrativen und lässt Unschuldige töten und andersdenke auch. Gebot gebrochen.
Kennst du ein Beispiel für eine Regierung, die Gottes Gebote nicht gebrochen hat?
Eigentlich bezieht sich der Vers auf die Obrigkeit der damaligen Zeit, mit der man anscheinend im Großen und Ganzen zurechtkam.
Die Frage wäre, ob dem Ottonormalverbraucher von heute durch Allgemeinbildung mehr Negativbeispiele von Regierungen bekannt sind, als den Leuten früher. Schließlich gab es da keinen Geschichtsunterricht und auch kaum Bücher, in denen man sich diesbezüglich belesen konnte, sondern nur das, was man aus seiner Umgebung erzählt bekam.
Man könnte auch mal darüber diskutieren, inwiefern es Sinn macht, ihn heute verallgemeinernd anzuwenden.
Veröffentlicht von: @tatokalaEigentlich bezieht sich der Vers auf die Obrigkeit der damaligen Zeit, mit der man anscheinend im Großen und Ganzen zurechtkam.
...
Man könnte auch mal darüber diskutieren, inwiefern es Sinn macht, ihn heute verallgemeinernd anzuwenden.
Und man könnte - und müsste - unterscheiden, ob man den Vers in einer Demokratie (egal, wie gut oder weniger gut sie sein mag) oder in einer Diktatur diskutiert.