Geiz und Geldgier
Hi,
letzten Freitag war ich ausserhalb auf dem Weg zu einer Kantine. Musste über eine Ampel und sah mittendrin einen 50 Euro Schein. Hob ihn auf und schaute mich um. Fand niemanden der suchend herumlief und vermissen könnte. Ich steckte es ein. Sagte an der Pforte, ich hättte Geld gefunden und wer es vermisst, könnte sich da melden. Er meinte, ich solle es mit ihm teilen bzw. einstecken. Ich bin später ins Internet und laß, alles was 10 Euro übersteigt sollte zur Polizei oder Fundbüro gebracht werden. Gelesen und getan. Auf der Polizeiwache fand ich, ich wurde ein wenig seltsam angesehen.
Heute mal nachgelesen. Geldgier ist ein riesiges Problem geworden. Es zerstört vieles...vor allem die eigene Persönlichkeit.
Ich bin dankbar, das meine Fundsachen immer unversehrt zzurück kamen. Ich will weg von solch Belastungen.
Hättet ihr (auch Christen) das Geld behalten oder abgegeben? Auch Christen sind leider Geldgierig.
@meriadoc Geldgier ist ein riesiges Problem geworden. Es zerstört vieles...vor allem die eigene Persönlichkeit.
Geworden?! 😀 Mein schon länger verstobener Vater, der nie das Gymnasium besuchte und insgesamt von Fremdsprachen wenig bis gar nichts wußte, hatte dennoch die Angewohnheit, folgenden Vergil-Spruch, den ihm einst irgendwer in's Poesiealbum geschrieben hatte, bei jeder sich bietenden Gelegenheit anzubringen:
Auri sacra fames, quid non mortalia cogis pectora! (Verfluchter Goldhunger, wozu treibst Du nicht die Herzen der Sterblichen!)
Um allerdings die eigene Persönlichkeit zerstören zu können, müsste die Geldgier ja etwas ausserhalb dieser Persönlichkeit sein - womöglich etwas Erlerntes?!
In meinen Augen ist sie das Natürlichste der Welt und praktisch allen Menschen als Teil ihrer Persönlichkeit eigen: Die Tendenz, sich möglichst viele Ressourcen - und also Optionen zu sichern. Zur Selbsterkenntnis gehört es, sich diese Tendenz einzugestehen, und zur Selbstzucht gehört es, zu lernen, sie zu beherrschen - statt von ihr beherrscht zu werden. So, wie es allgemein zur Selbstzucht (Selbstbeherrschung) gehört, die eigenen Triebe zu kennen und ihrer Herr zu sein.
p.s.: Ich hätte den Geldschein behalten.
Hättet ihr (auch Christen) das Geld behalten oder abgegeben? Auch Christen sind leider Geldgierig.
Na ja... "Geldgier" ist halt auch so ein Begriff. Das hängt ja auch von der Lebenssituation ab.
Wer nichts zu essen kaufen kann, für den ist Geld schlicht lebensnotwendig.
Wer genug Geld hat, der kann sein Leben frei gestalten.
Wer Geld im Überfluss hat, der kann damit Macht ausüben.
Freiheit bedeutet mir viel, Macht strebe ich nicht an (Was nicht bedeutet, dass ich sie nicht nutzen würde, wenn ich die Möglichkeit dazu hätte).
Vermutlich hätte ich das Geld behalten. Nicht aus "Geldgier" (50 Euro würden für mich keinen großen Unterschied im Leben machen, die sind schnell wieder weg...), sondern weil ich es für ausgeschlossen halte, dass sich tatsächlich jemand meldet, der sie verloren hat. Ausnahmen hingen von der konkreten Situation ab - bei 50 Euro, die auf einem Schulhof liegen, besteht wohl die Chance, dass sich ein verzweifelter Schüler meldet... in einem Gebüsch irgendwo in einer belebten Innenstadt wohl eher nicht.
Möglicherweise würde ich das Geld spenden, das hinge aber wohl auch von der konkreten Situation ab.
Ausnahmen hingen von der konkreten Situation ab - bei 50 Euro, die auf einem Schulhof liegen, besteht wohl die Chance, dass sich ein verzweifelter Schüler meldet... in einem Gebüsch irgendwo in einer belebten Innenstadt wohl eher nicht.
Sehe ich ähnlich.
Bei verlorenem Geld (oder Gegenständen) spielen die Umgebung und die Zeit eine wichtige Rolle.
Wenn ich 100,- Euro vermisse, dies aber erst abends feststelle, dann kann ich das Geld getrost abschreiben.
Erst recht dann, wenn ich erst rekapitulieren müsste, wo ich an diesem Tag überall war, wo ich evtl. etwas eingekauft habe oder eingekehrt bin.
Stelle ich aber bei einem Spaziergang fest, dass ich meine Geldbörse vermisse, dann versuche ich mich zu erinnern, wann ich sie zuletzt in Händen hatte und mache ich wohl augenblicklich kehrt zum wahrscheinlichen Verlustort - und wenn ich da nichts finde suche ich Strecke ab.
Bei einem Wanderung im Dachsteingebiet fand ich mal am Wegesrand ein Smartphone. Ich traf niemanden, sprach aber beim Rückweg in der Seilbahn einen Mitarbeiter der Gesellschaft an - und tatsächlich gehörte es einem Kollegen.
Und dann fand ich mal 3 zusammengefaltete Geldscheine, insgesamt 50,- Euro (ebenfalls bei einer Wanderung). Nach etwa einer halben Stunde kam mir ein Mann entgegen, der seinen Blick so suchend über den Weg gleiten ließ - und da ahnte ich schon, was er suchte. Seine Erleichterung war deutlich zu spüren, als ich ihn fragte, ob er ganz zufällig einige Geldscheine suche....
Ähnliches erlebt man manchmal, wenn Familien mit kleinen Kindern unterwegs sind. Da findet man manchmal im Wald eine Kindermütze, im Wattenmeer einen Kinderschuh (sogar mit einer Socke), auch mal eine kleine bunte Tasche, sogar einen Kinderrucksack hatten wir schon mal gefunden. Alle Gegenstände, die an sich keinen großen Wert haben, die aber später von den Kids (und meist auch von den Eltern) schmerzlich vermisst werden.
@meriadoc Ich finde auch, dass Geldgier & Geiz schlimme Ausmaße beim Menschen annehmen können.. JA, man benötigt es eben zum Leben - aber ich persönlich habe schon so viele Erfahrungen mit Freunden/Verwandten gemacht, dass es, sobald es ums Geld geht, meistens sofort ausgesprochen toxisch wird. Vor allem, was Geiz & so betrifft.. (Und da sprachen wir noch nicht einmal über große Summen...)
Btw: Ich hätte das Geld auch abgegeben
Veröffentlicht von: @jack-blackIn meinen Augen ist sie das Natürlichste der Welt und praktisch allen Menschen als Teil ihrer Persönlichkeit eigen: Die Tendenz, sich möglichst viele Ressourcen - und also Optionen zu sichern. Zur Selbsterkenntnis gehört es, sich diese Tendenz einzugestehen, und zur Selbstzucht gehört es, zu lernen, sie zu beherrschen - statt von ihr beherrscht zu werden. So, wie es allgemein zur Selbstzucht (Selbstbeherrschung) gehört, die eigenen Triebe zu kennen und ihrer Herr zu sein.
Ja, klingt logisch.. Nur, denke ich, bei den einen ist diese Tendenz vermutlich weitaus stärker ausgeprägt, bei den anderen etwas schwächer.. Was wiederum auch unter anderem mit persönlichen Erfahrungen usw. zu tun haben kann...
Veröffentlicht von: @coffeeandbibleVeröffentlicht von: @jack-blackIn meinen Augen ist sie das Natürlichste der Welt und praktisch allen Menschen als Teil ihrer Persönlichkeit eigen: Die Tendenz, sich möglichst viele Ressourcen - und also Optionen zu sichern. Zur Selbsterkenntnis gehört es, sich diese Tendenz einzugestehen, und zur Selbstzucht gehört es, zu lernen, sie zu beherrschen - statt von ihr beherrscht zu werden. So, wie es allgemein zur Selbstzucht (Selbstbeherrschung) gehört, die eigenen Triebe zu kennen und ihrer Herr zu sein.
Ja, klingt logisch.. Nur, denke ich, bei den einen ist diese Tendenz vermutlich weitaus stärker ausgeprägt, bei den anderen etwas schwächer..
Was wiederum auch unter anderem mit persönlichen Erfahrungen usw. zu tun haben kann...
Diese Tendenz ist sicher unterschiedlich stark ausgeprägt. Komplett frei ist vermutlich niemand.
@chai Diese Tendenz ist sicher unterschiedlich stark ausgeprägt.
Gewiß.
...im Kleinen treu sein....
heute 2 Eurocent zuviel auf der Rechnung durch einen Übertragungsfehler. Die Meldung zur Korrektur hat dem Rechnungsersteller nun mühsame Stunden der Suche für eine stimmige Buchführung und Ärger mit dem Finanzamt erspart.
Meine Oma hatte ein Sprichwort, das vielleicht anders gemeint war, mir hier aber in den Sinn kommt:
Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.