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Hausfrau u. Mutter, mit krankem Mann, keine gesellschaftliche Anerkennung

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Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Hallo,
Ich wusste nicht so recht, in welches Forum dieser Thread passt, da es einerseits und vor allem um etwas sehr persönliches geht, das aber andererseits eine sehr gesellschaftliche Komponente hat.

Zu meiner Person bzw. meinem Hintergrund: Ich bin schon immer und durchgängig sehr gut in der Schule gewesen, dafür erhielt ich viel Anerkennung. Nach meinem Abitur habe ich studiert und mit einem Einserdurchschnitt abgeschlossen (wobei, so muss ich ehrlich sagen, mit Einsern in dem Fach nur so geschmissen wird).

Nach meinem Studium habe ich kurz gearbeitet. Soweit, so gut. Die gesellschaftliche Anerkennung war mir gewiss.
Ich habe einen Mann aus wohlhabendem (nicht reichem!) Haus geheiratet. Ich bin Hausfrau und Mutter geworden. Das war einige schon nicht so recht und man kriegte Kommentare zu hören, dass heute die Mütter doch arbeiten würden und „Klar, mit dem wohlhabenden Mann hast du dich ins gemachte Nest gesetzt“. Mein Mann hatte und hat gesundheitliche Probleme, körperliche und wegen mehrerer traumatischer Ereignisse, psychische. Damit meine ich nicht, dass er sich für die Queen halten würde oder dergleichen Verrücktheiten. Etwas derartiges ist es ganz und gar nicht, aber er braucht Zuspruch und Liebe. Er ist nicht mehr in dem Beruf tätig, den er ursprünglich ergriffen hat, sondern ist in einem Beruf tätig, den er eigentlich nie gelernt hat. Sehr erfolgreich inzwischen doch es war eine Ochsentour und hat alles von ihm gefordert.

Wir haben uns dagegen entschieden, dass unsere vier Kinder eine Krippe besuchen, was uns allerlei negative Kommentare einbrachte. Nachdem alle unsere Kinder in Kindergarten und Schule waren, habe ich versucht halbtags wieder berufstätig sein sein. Es ist gescheitert und zwar daran, dass die Kinder dauernd krank waren und ich mir kein Kindermädchen für diesen Fall suchen wollte, da ich denke ein kranke Kind gehört zur Mutter. Keines meiner Kinder ist ernsthaft krank. Es waren und sind diese ganz normalen Infekte des Kleinkindalters. Ich weiß nicht, wie andere Leute es schaffen.

Inzwischen, ein Jahr später, bin ich wieder berufstätig von zuhause aus als freie Mitarbeiterin. Meine beruflichen Leistungen sind vorsichtig ausgedrückt, miserabel. Ich glaube, dass ich es aufgeben werden muss. Wir haben eine Putzfrau (zwei Mal die Woche kommt sie) trotzdem bin ich ewig mit dem Haushalt beschäftigt. Vielleicht bin ich nicht organisiert genug. Ich weiß es nicht.

Ich weiß, dass ich als Christin nicht so stolz sein sollte und um ein dienendes Herz beten sollte, aber warum macht die Gesellschaft es mir so schwer? Ich weiß, dass ich geliebt werde, von meinem Mann, meinen Kindern, aber für den Rest der Welt bin ich einfach nur die faule Frau, die den gut verdienenden Mann geheiratet hat. Eine, die es sich gut gehen lassen will. Dass ich sehr hart arbeite und bei vier Kindern, wenn man sie entsprechend fördern will und ihnen die Hobbies finanziert, auch von einem guten Verdienst nicht mehr viel übrig bleibt, sieht fast keiner.

Wenn ich nun tatsächlich das arbeiten wieder aufgebe, wird es für mich sehr schwer sein, mit der Verachtung, die viele für eine Frau in einer solchen Position haben, umzugehen.

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Anyway
 Anyway
Beiträge : 332

Hallo Anonyma,

du hast es hier jetzt schon mehrfach gehört und ich werde es auch noch mal schreiben: Wie man es macht, macht man es verkehrt! Es wird IMMER jemanden geben, der sich das Maul zerreißt und denkt, dass du es nicht richtig machst. Wir haben derzeit ein Kind, Nr. 2 kommt 2020 und wir arbeiten beide (75-80%), haben weder Hilfe von der Familie, noch eine Putzfrau oder einen Babysitter, aber eine sehr gute Kita. Aktuell bin ich Risikoschwangerschaftsbedingt zu Hause, aber nach Geburt und Elternzeit von voraussichtlich etwa einem Jahr arbeite ich wieder und beide Kinder sind dann ganztags in der Kita. Die größere war mit 13 Monaten in der Kita, mein Mann hatte vier Monate Elternzeit und ich bin nach zehn Monaten wieder arbeiten gegangen. Oh man, was ich mir da hab anhören müssen und mein Mann erst! Ich sei eine Rabenmutter und wie ich das nur verantworten könnte, ich sei karrieregeil, würde mein Kind vernachlässigen usw. usf. Meinem Mann wurde unterstellt, dass er faul sei, da er Elternzeit nehme. Er sei verweichlicht und stehe unter meinem Pantoffel, da ich ihn garantiert dazu gezwungen habe usw. usf. Wenn unser Kind krank ist, dann nehmen wir halt einen Kind krank Tag (davon hat ja jeder 10) - wir haben es noch nicht so oft gebraucht, da wir beide "nur" vier Tage in der Woche arbeiten und jeder einen Tag frei hat, d.h. wir müssen nur drei Werktage abdecken und das ging bisher immer. Bezahlt kriegen wir das in unseren Fällen dann zwar nicht, aber das ist dann halt so. Und bei vier Kindern wie bei dir hat man ja auch eine Menge an Kind-Krank-Tagen (also jeder Elternteil 25).

Ganz ehrlich... die "Gesellschaft" findet IMMER das Haar in der Suppe... daher... jeder soll machen wie er denkt, solange er niemandem damit schadet. Und das wichtigste ist doch eh, dass die Eltern zufrieden sind. Zufrieden und glückliche Eltern strahlen das auch auf ihre Kinder aus. Unsere Tochter geht super gerne in die Kita, sie ist auch super gerne zu Hause, aber dadurch, dass wir eine gute Mischung haben, passt dass für alle und keiner ist dahingehend unzufrieden.

Schau doch mal ganz genau hin, was DU wirklich für DICH und DEINE Familie möchtest. Wenn du ganz und gar erst mal Mama und Hausfrau sein willst, dann ist das völlig ok. Wenn du es anders willst, ebenso. Im Haushalt gibt es IMMER was zu tun... das ist halt so, damit wird man nie fertig, meiner Meinung nach und da gilt für mich mittlerweile die Devise "Jeden Tag das notwendigste" und dann passt das schon. Wobei ich gestehen muss, dass ich gerade nicht so sehr verstehe, was du überhaupt noch machen musst außer Wäsche waschen, aufräumen und der Basics wie Küche aufräumen nach dem Kochen und Geschirrspüler ein- und ausräumen, wenn zwei Mal in der Woche eine Putzfrau kommt.
Was die Welt denkt... ist egal! DU musst zufrieden mit DIR SELBST sein. Wenn du zufrieden bist und deinen Ausgleich für dich hast, dann kann dir reichlich egal sein, was die Welt von dir denkt. Das klingt stark nach einem Selbstwertthema. Manche beziehen ihren Wert über ihre Erfolge bei der Arbeit, über ihre Kinder, über ihre Hobbys, über ihren Glauben... woraus schöpfst du deinen Selbstwert?

Liebe Grüße
Anyway

anyway antworten


Simmy
 Simmy
Beiträge : 2518
Veröffentlicht von: @anonyma-70d98c9d4

Dass ich sehr hart arbeite und bei vier Kindern, wenn man sie entsprechend fördern will und ihnen die Hobbies finanziert, auch von einem guten Verdienst nicht mehr viel übrig bleibt, sieht fast keiner.

Wirklich keiner?
Ich finde das verdient großen Respekt Kinder großzuziehen. Und ich finde, man darf ruhig auch mal selbstbewusst sagen: Wir können gerne mal eine Woche tauschen!
Wäsche waschen, Essen machen, Einkauf planen, Hobbys etc organisieren, verkürzte Nächte, Haushalt mit 4 Kindern - viel Spaß!

Denke den meisten ist der Aufwand gar nicht so bewusst - ich war fast 5 Jahre jetzt mit 2 Kindern zu Hause und habe nebenbei nicht gearbeitet. Ausgelastet war ich trotzdem, aber ich habe mir diese Zeit auch bewusst genommen. Hätte ich 4 Kinder, wäre ich jetzt wohl noch nicht wieder arbeiten.
Sicher muss man auch an die Rente etc denken, aber wenn es finanziell passt?

Letztendlich haben auch oft die arbeitenden Frauen ein schlechtes Gewissen ihren Kindern gegenüber.
Mein Ratschlag wäre, dass du dich mit Leuten umgibst, die dich auch verstehen und selbstbewusst zu dem stehst, was dir wichtig ist.

Viel Kraft!

simmy antworten
Tagesschimmer
Beiträge : 1248

Ich könnte dir mehrere Beispiele erzählen, die dich bestätigen, das würde aber zu weit führen. Deshalb mein Rat: Bleib dir treu. Es dreht sich alles mehrmals im Leben. Die, die heute meinen, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen, sind übermorgen meistens beschämt.

Umgib dich mit Menschen, die dir guttun, wenn du mal unsicher bist. Viele Menschen reagieren mehr auf unser Auftreten als auf Fakten. Kannst du freudestrahlend von einer Guten Sache erzählen, die du getan hast, dann meinen sie, du lebst richtig. Meldest du selbst Zweifel an, bekommst du bei der ersten Schwierigkeit etwas auf die Rübe. Solche Leute helfen dir nicht weiter.

Wenn die Gesellschaft nur eine Schmalspurlebensweise als richtig anerkennt, ist ja klar, dass sich viele Menschen verdrehen und andere keine Anerkennung bekommen. Da möchte ich lieber zu denen gehören, die keine Anerkennung bekommen. Willkommen im Club. 😊

tagesschimmer antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Ich bin Mutter und Hausfrau seit 26 Jahren.
Wegen unserem speziellen Jüngsten musste ich eine Bewerbung für eine Teilzeitstelle in meinem Beruf in Grund und Boden stampfen, es wird einfach nichts (er ist 10 Jahre, aber wie gesagt sehr speziell und seit März diesen Jahres nicht mehr richtig beschulbar).

So what?
What's the problem?

Vor Gott stehe ich mit meinem Gewissen, vor niemandem sonst.
Ich habe Abitur, ja booh, kann ich mir was drauf einbilden.
Habe "nur" eine Berufsausbildung gehabt, die ich auch mit Realschulabschluß hätte bekommen können.
Kochen und Nähen hätte ich am liebsten gelernt im Nachhinein, das braucht man immer, egal ob Single oder Ehefrau oder Mutter.
Ich bin Krankenschwester, Ärztin, Beraterin, Therapeutin, Streitschlichterin, Putzfrau, Köchin aber das macht auch mein Mann oft, Lehrerin, Erzieherin, Freundin, früher auch ab und an mal Friseusin.
Nein, nicht irgendwo in gelernten Berufen, zu Hause in meiner Familie.
Was da an Flexibilität, Therapien (auch zu denen man fahren musste) und allem oben genannten anstand!

Wer verachtet Dich denn?
Wo "treibst" Du Dich denn rum', wo das so gesagt wird?
Finde ich gemein, unmöglich.
Oder es ist der Neid, weil keiner der arbeiten geht sich annähernd um seine (geschweige denn kleinen) Kinder ausreichend kümmern kann.

Da stehst Du doch drüber, Gott hat uns in Seinen Wort gesagt, dass es uns genügt uns um unsere Familie und Kinder zu kümmern, mehr als alles andere, mehr ist nicht nötig.

"sie (die Frau) wird aber selig dadurch, dass sie Kinder zur Welt bringt, so sie bleiben in der Zucht des Herrn".
Legitimation genug?
Wo steht da, dass die Frau noch irgend etwas Anderes schaffen muss außer ihre Kinder ausreichend (geistlich) zu versorgen?
In Gottes Augen, der um alles und daher auch den Stress mit Kindern weiß, ist es ausreichend in voller Form!

Das dürfen wir uns immer wieder sagen.
Du machst so viel und Du machst alles richtig und gut, lass' Dir da von niemandem irgend einen Unsinn aufschwatzen, ganz egal ob und wie lange Du gerade - außerhalb Deines Haushaltes mit Deinen Kindern - arbeitest oder nicht.

Fünfe gerade sein lassen, Böden müssen nicht immer blank geputzt werden, Kinder können altersgemäß auch sich um das Geschirr kümmern, Wäsche zusammen legen, Wäsche in den Trockner füllen (macht sogar mein 10-Jähriger schon öfter mal, der zum Abtrocknen noch so gar nicht zu bekommen ist), wenn ihre Zimmer im Chaos versinken dann ist das halt mal so (früher konnte ich jeden Samstag 2 Stunden lang ihr Spielzimmer zackzack aufräumen, saugen auch in Fluren und Wohnzimmer und Küche, Klo putzen und was weiß ich noch und hinterher noch fit sein, werde aber älter und bin gerade in den sogenannten Wechseljahren, die sich hinziehen).
Wenn wir uns eine Putzfrau leisten könnten, wäre nicht schlecht, da ich gesundheitlich so eingeschränkt bin inzwischen.
Habe heute den ganzen Tag schon linksseitige Schulter/Rückenschmerzen, mein Mann hat mich vorhin mit Voltaren eingerieben damit es nun endlich wieder besser wird, Wärmflasche, minimale leichte Übungen und Gymnastikball haben nichts gebracht.
Tja, so blieb das Zimmer des Jüngsten im Chaos, das Bad ungeputzt, das Wohnzimmer ungesaugt.
Mein Mann hat das Raclette vorbereitet, er kümmert sich da um das Fleisch, war alles sehr lecker.
So, und jetzt ist die Pause fast vorbei, er liest gerade dem Jüngsten etwas vor.
Dann wird etwas gespielt, mal sehen ob mit Jüngstem oder er lieber mit seinem Lego.
Er ist drüber die Tage, zu laut, zu frech, zu viele Schimpfwörter den ganzen Tag, Limit.

Das strengt so an, dass ich schon erschöpft bin durch seine ständige penetrante Lautstärke und ununterbrochene Aufmerksamkeitserheischung.

Was kümmert mich, was nun auch noch andere dazu alles sagen?

Liebe Grüße
Karibu

Anonymous antworten
B'Elanna
Beiträge : 1731

Hallo,

ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht.
Ich habe zwar keinen wohlhabenden Mann, und wir müssen an vielen Ecken sorgsam mit dem Geld umgehen (nein, arm sind wir auch nicht, Urlaub ist drin, aber nur einmal im Jahr und innerhalb Deutschlands, um mal ein Beispiel zu bringen) - aber auch wir haben uns bewusst für unsere vier Kinder entschieden, und dass wir sie nicht bekommen haben, um sie fremdbetreuen zu lassen.
Das ist es, was ich anderen immer wieder sagte, wenn sie mich darauf ansprachen, warum ich nicht arbeite. Und dass ich keineswegs NICHT arbeite, sondern dass vier Kinder und ein Haushalt genug Arbeit machen, so dass ich mich über Langeweile nicht beschweren kann.
In den letzten zwei Grundschuljahren war ich die einzige Mutter in der ganzen Klasse, die nicht (gegen Geld) arbeitete. Weil wir es so wollten. Punkt.

Ich habe jetzt im August wieder angefangen zu arbeiten - nach 20 Jahren Erziehungspause. Die Älteste hat inzwischen Abitur, der Jüngste hat jetzt auf die weiterführende Schule gewechselt und ist mit seinen 10 Jahren auch schon recht selbständig - sie sind wirklich "aus dem Gröbsten raus".
Trotzdem gehe ich nur 30 Prozent, und auch nur vormittags, wenn die Kids in der Schule sind. Ich möchte für die da sein. Sie zum Training fahren oder zu Freunden. Sie pflegen, wenn sie krank sind. Mit ihnen Hausaufgaben machen oder einen Spaziergang oder einen Einkauf.
Ich möchte nicht, dass sie in die Ganztagsschule gehen müssen, nur damit ich arbeiten kann, nur damit wir einmal mehr im Jahr in Urlaub fahren oder ein dickeres Auto fahren können. Wir haben da ganz bewust unsere Prioritäten ganz anders gesetzt als die "Gesellschaft" um uns herum.
Ich erwarte auch nicht, dass die das versteht.

Ich sehe nur, was meinen Kindern gut tut, und wie im Gegensatz dazu die Kinder drauf sind, die den ganzen Tag fremdbetreut werden. Die keine Zeit haben, sich mit Freunden zu verabreden, weil sie bis 16:30 Uhr in der Schule hocken müssen oder im Kindergarten. Die Mama und Papa noch kurz am Abendbrottisch erleben und dann ins Bett gehen.
Ganz bewusst dazu: Nein, danke.

Veröffentlicht von: @anonyma-70d98c9d4

Ich weiß, dass ich geliebt werde, von meinem Mann, meinen Kindern,

Prima. Was willst Du mehr?

Veröffentlicht von: @anonyma-70d98c9d4

aber für den Rest der Welt bin ich einfach nur die faule Frau, die den gut verdienenden Mann geheiratet hat. Eine, die es sich gut gehen lassen will. Dass ich sehr hart arbeite und bei vier Kindern, wenn man sie entsprechend fördern will und ihnen die Hobbies finanziert, auch von einem guten Verdienst nicht mehr viel übrig bleibt, sieht fast keiner.

Ganz ehrlich? Scheiss drauf.
Du tust Deiner Familie das Beste, was Du ihnen tun kannst, und die anderen sind nur neidisch, die solllen mal vor ihrer eigenen Tür kehren und Dich in Ruhe lassen.
Niemand kann es allen recht machen - mach es denen recht, die Dir wichtig sind, und vergiss die anderen

Das ist der Weg, den ich Dir empfehlen kann, um mit der Verachtung umzugehen: Lebe Dein Leben so, wie ihr es für euch beschlossen habt, mit erhobenem Kopf, stolz auf das, was Du jeden Tag leistest, achte auf Dich selbst und tu Dir auch ab und zu was Gutes (ich habe damals ein bis zwei Vormittage jede Woche für mich reserviert, bin wandern gegangen oder habe ein Buch auf der Couch gelesen - ich nur für mich. Heute arbeite ich an drei Vormittagen, und einer von den zwei freien ist immer noch nur für mich).
Und lass die Leute reden.....

Gottes Segen Dir, Deinem Mann und Deinen Kindern.

belanna antworten
4 Antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 19561

Starker Beitrag!
Grün 😊

tristesse antworten
cati
 cati
(@cati)
Beigetreten : Vor 2026 Jahren

Beiträge : 10

Unsere Gesellschaft tickt so, dass das, was die meisten für richtig halten, weil - die Politik, die Medien usw. genau das auch verbreiten (müssen) - als die Norm wahrgenommen und nach einiger Zeit für richtig befunden wird. Wer dann anders denkt und tickt... je nachdem in welchem Umfeld man sich dann bewegt.
Ich denke, dass zwar theoretisch alle möglichen Familienmodelle gelebt werden dürfen, wenn es aber praktisch wird, zeigt sich, was als Norm gehalten wird.
Und das nimmst du wahr, anonyma!
Sensible Antennen dafür zu haben, fordert heraus, damit umgehen zu lernen. Zu sich und seinem Lebensstil stehen zu lernen, ist Aufgabe eines jeden von uns.
Da wo du dir deiner selbst unsicher bist, bist du angreifbar, momentan an dieser Stelle.
Du darfst dir für dein Thema ruhig auch einen Coach an die Seite holen, oder eine Beraterin. Es gibt Leute, die das gern machen, Mütter genau darin den Rücken zu stärken, wenn sie nicht mit der (heutigen) Masse schwimmen oder nach der langen Zeit auch Kraft verlieren, sich zu behaupten und um im Gegenwind stehen zu bleiben.

Als ich vor 29 Jahren als Jugendliche in den Westen Deutschlands zog, waren die meisten Mütter zuhause, wenige nur arbeiteten voll, was im Osten andersherum normal war. Jetzt ist diese Norm hier angekommen und du erlebst das, was wir damals auch hatten. Alles schon mal dagewesen... ist kein Trost, ich weiß.

Ich möchte dich ermutigen, deinem Wert neu auf die Spuren zu kommen und dein Beziehungsnetz unter die Lupe zu nehmen, deine Ermutiger auszuwählen, damit du die anderen getrost überhören und stehen lassen kannst.

Gottes Segen im neuen Jahr!
cati

cati antworten
Anyway
 Anyway
(@anyway)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 332

Hallo BElanna,

ich finde deinen Beitrag für Anonyma sehr gut und empfehlenswert und habe dir auch ein "empfehle ich" da gelassen.

ABER ich möchte zu einem Abschnitt auch eine Anmerkung machen, da ich das nicht so pauschal stehen lassen kann und das gerade die Familien, die wiederum ein anders Lebensmodell wählen in meinen Augen "abwertet" und ich es schön fände, wenn Anonyma hier aus diesem Thread mitnimmt, dass jedes Lebensmodell seine Berechtigung hat, egal was andere sagen.

Veröffentlicht von: @belanna

Ich sehe nur, was meinen Kindern gut tut, und wie im Gegensatz dazu die Kinder drauf sind, die den ganzen Tag fremdbetreut werden. Die keine Zeit haben, sich mit Freunden zu verabreden, weil sie bis 16:30 Uhr in der Schule hocken müssen oder im Kindergarten. Die Mama und Papa noch kurz am Abendbrottisch erleben und dann ins Bett gehen. Ganz bewusst dazu: Nein, danke.

Jeder muss für sich das Familienmodell wählen, dass am ehesten für alle passt. Und es ist eben nicht pauschal so, dass Fremdbetreuung immer schlecht ist - das kommt ganz auf die Lebenswelt der Familie an und es kommt auch darauf an, was die Eltern brauchen um selbst ausgeglichen zu sein: Denn zufriedene Eltern ergeben meist auch zufriedene Kinder.

Laut Studienlage (ich habe leider gerade nichts was ich dazu verlinken kann) ist vor allem das erste Lebensjahr sehr wichtig, dass da eine stabile Eltern-Kind-Beziehung aufgebaut wird und keine Fremdbetreuung stattfindet. Es sei denn es handelt sich um sog. "erziehungsschwache" Eltern, die eigentlich gar nicht so richtig Interesse am Kind haben und sich nicht auf seine Bedürfnisse einstellen können/wollen. Nach dem ersten Lebensjahr gibt es keine Unterschiede zwischen Betreuung zu Hause und Fremdbetreuung in dem wie es sich aufs Kind auswirkt. Voraussetzung ist natürlich eine verlässliche und liebevolle Fremdbetreuung mit Förderung usw. usf.

Ich habe ja jeden Tag mit Kindern zu tun, natürlich eine selektive Stichprobe, da die meisten bei mir schon "in den Brunnen gefallen" sind (Manche sind auch völlig gesund und die Eltern haben das eigentliche Problem, aber das ist ein anderes Thema). Aber auch da (also bei den psychisch erkrankten Kindern/Jugendlichen) sehe ich keinen Unterschied zwischen den Kindern, bei denen Mama/Papa sich zu Hause kümmert oder die Kinder auch fremdbetreut werden. Viel gewichtiger ist der oben genannte Faktor, dass die Eltern zufrieden und ausgeglichen mit ihrer Situation sind und die vorhandene Zeit mit den Kindern qualitativ hochwertig miteinander gestalten. Ich glaube ohne dich zu kennen, dass du eben eine Mutter bist, die die Zeit mit ihren Kindern auch ganz bewusst und intensiv nutzt und das ist natürlich perfekt. Es gibt aber auch viele Mütter, die das gar nicht können/wollen und dann ist die Fremdbetreuung mit anderen Gleichaltrigen besser, als wenn Kind nach den Hausaufgaben vor dem Fernseher oder der Playstation geparkt wird.

Und jetzt auch noch mal zu mir persönlich. Natürlich eine Einzelfallbeschreibung und nicht generalisierbar. Ich liebe meine Tochter und ich freu mich bald auf Nr. 2 und in meinem Herzen ist eigentlich noch mindestens Platz für ein drittes und ein viertes Kind. Wieviele es werden, weiß ich nicht, hängt ja auch noch von anderen Faktoren ab. Trotzdem werde ich vermutlich nie (mit der Ausnahme, dass das erste Lebensjahr über uns Eltern abgedeckt ist) aufhören zu arbeiten.
Ich arbeite nicht, weil "die Gesellschaft" es so will oder weil ich denke, dass ich es muss.
Ich arbeite auch nicht, weil es finanziell zwangsläufig notwendig wäre.
Ich arbeite nicht für Urlaub (wir waren dieses Jahr kostenlos im Haus der Schwägerin für eine Woche in Deutschland, 2018 fünf Tage Leipzig, 2017 wenige Tage im Schwarzwald, usw.).
Ich arbeite auch nicht für ein dickes Auto.
Ich arbeite nicht für schicke Klamotten oder irgendwelchen sonstigen nutzlosen Konsumkram.
Ich arbeite, weil es mich glücklich und ausgeglichen macht. Ich arbeite, weil ich von Gott mit 19 Jahren ins Herz gelegt bekommen habe für die Kinder und Jugendlichen da zu sein, die nicht mit den besten Bedingungen ausgestattet sind und die jemanden brauchen, der für sie da ist, zuhört, mitgeht, schwere Themen bewältigt usw.
Ich bin super gerne Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und wenn ich nach Hause komme bin ich super gerne Mutter, Hausfrau und Ehefrau. Möchte ich irgendwas davon aufgeben? Nein! Wenn mein Kind krank ist, dann bleib ich auch zu Hause. Wenn es Termine hat, dann schieb ich meine Termine rum, damit ich ihre Termine wahrnehmen kann. Das gleiche gilt für meinen Mann - wir teilen uns alles 50/50. Wir arbeiten 75-80% und unser Kind hängt nicht jeden Tag bis 16:30 oder 17 Uhr in der Kita. Klar gibt es auch lange Tage, aber es gibt auch die kurzen Tage und die freien Tage und wir sehen auch regelmäßig Freunde und das nicht nur am Wochenende. Wenn es nicht gerade aus Kübeln schüttet, dann sind wir auch jeden Tag auf dem Spielplatz und spazieren und gehen bei den Tieren im Dorf vorbei. Wir gehen zusammen einkaufen, in den Zoo, in die Stadt usw. usf. Unsere Tochter sieht uns eben nicht nur zum Abendessen und geht dann ins Bett. Es mag Familien geben, die das so leben, aber die verbringen dann halt auch keine qualitative Zeit mit ihren Kindern. Fremdbetreuung ist nicht per se was Schlechtes, wenn sie richtig genutzt wird. Und unsere Tochter liebt den Kindergarten und ihre Freunde und die Betreuerinnen dort. Wir sind gerade in der zweiten Woche Weihnachtsferien und heute hatten wir zufällig das Thema, dass nächste Woche Dienstag der Kindergarten wieder los geht und da wurde gleich strahlend erzählt, wen man denn da alles wieder sieht und was man da alles wieder spielen mag. Meine Tochter ist zwar manchmal müde nach einem langen Tag im Kindergarten, aber absolut ausgeglichen und zufrieden und mein Mann und ich sind auch zufrieden und genießen gemeinsam den restlichen Nachmittag. Mal ist er früher zu Hause, mal ich, an manchen Tagen beide. Für jeden passt ein anderes Modell... es kommt ganz drauf an mit was man zufrieden ist und was alle brauchen und das ist für jede Familie anders.

anyway antworten
B'Elanna
(@belanna)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 1731
Veröffentlicht von: @anyway

und ich es schön fände, wenn Anonyma hier aus diesem Thread mitnimmt, dass jedes Lebensmodell seine Berechtigung hat, egal was andere sagen.

Ich denke, das ist ein sehr gutes Fazit, und ich danke Dir für Deinen Einwand!
Ich habe halt aus meinem Erlebnishorizont geschrieben. Man kann das aber ganz sicher nicht pauschalisieren, da hast Du Recht.

Ich wohne hier im Grenzgebiet nach Luxemburg, viele Eltern arbeiten dort, und oft auch schon recht bald nach der Geburt wieder, Luxemburg hat keinen so kulanten Mutterschutz/Elternzeit/erziehungsurlaub wie Deutschland, und sie arbeiten lange, da Teilzeitstellen dort nicht so gern angeboten werden - und dann kommen noch die Fahrtzeiten dazu, das sind lange Tage für beide Seiten. Eltern und Kinder.
Viele Schulen hier haben daher leider inzwischen das Model der verpflichtenden GTS, also entweder du holst Dein Kind IMMER um 12 bzw. 13 Uhr nach Unterrichtsende ab, oder Du lässt es IMMER bis mindestens 16 Uhr in der Schule. Ein "heute so, morgen 14 Uhr, und wenn ich früher frei kriege, komme ich auch mal früher" gibt es dann da nicht mehr. Und das ist dann halt echt Kacke.

Die anderen, die, wenn sie nicht in die Fremdbetreuung gingen, nur vor Fernseher und Spielkonsole hängen würden, gibt es zweifellos auch, und da bin ich ganz bei Dir, dass denen da die Hausaufgabenbetreuung und die AGs in der Schule eher gut tun.

Veröffentlicht von: @anyway

Ich arbeite, weil es mich glücklich und ausgeglichen macht.

Ist doch super! Herzlichen Glückwunsch!
Es klingt mir aber bei der TE so gar nicht danach, und dann passt das Modell eben auch schon wieder nicht mehr.
Und damit sind wir wieder bei Deinem Fazit von oben:

Veröffentlicht von: @anyway

Für jeden passt ein anderes Modell... es kommt ganz drauf an mit was man zufrieden ist und was alle brauchen und das ist für jede Familie anders.

belanna antworten


Anonymous
 Anonymous
Beiträge : 0

Du schreibst von Verachtung der Gesellschaft? Welche Anerkennung, bei Deiner Auslastung, benötigst Du denn noch?

Überdenke Deine Anklagen ruhig ... und lade als Christin Deinen Frust bei dem ab der sich dafür anbietet! Der Herr Jesus Christus ist besorgt um Dich und trägt Dich nebst Last.

[1. Pet 5,7] indem ihr alle eure Sorge auf ihn werfet; denn er ist besorgt für euch.

[Mt 11,30] denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

In Notzeiten und im Streß liest es sich nicht mehr so ganz leicht... rufe IHN an ... SEINEN Segen Dir.

Anonymous antworten
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