Benachrichtigungen
Alles löschen

Iran: Trump verteidigt die Freiheit!

Seite 1 / 3

Lucan-7
Themenstarter
Beiträge : 27365

Zur Zeit  toben einmal  wieder Demonstrationen im Iran gegen das mörderische radikalislamische und terroristische Regime. Die Menschen stehen auf und kämpfen für Werte, die auch wir in Deutschland immer wieder hoch halten: Freiheit, Gleichberechtigung, Menschenwürde.

Und was geben wir in Deutschland nicht auf unsere Werte! Wir haben ja auch sonst nichts Anderes... militärisch und wirtschaftlich haben wir nichts zu melden (also, wirtschaftlich schon, aber bitte nicht so, das wir selber dabei Wohlstand einbüssen würden!) - aber hey, die WERTE! Damit sind wir doch groß! 

Den Höhepunkt fand das Ganze mit der "Feministischen Aussenpolitik" von Baerbock... was konkret bedeutete:  Warme  Worte für alle, die es hören wollten - auch wenn niemand zuhörte. Aber egal - wir sind so moralisch, am deutschen Wesen soll die Welt  genesen! Kann man doch sicher so sagen... der Spruch ist sicher unbelastet, oder?

Nun, jedenfalls kämpft da im Iran ein Volk um seine Freiheit. Also, wirklich das VOLK. Menschen setzen ihr Leben ein, um sich vom Joch der religiösen Tyrannei zu befreien, auch im Namen des Humanismus, der Meinungsfreiheit, der Religionsfreiheit und der Gleichberechtigung! Befreiung der unterdrückten Frauen!

Und was  macht Deutschland? Mit seiner ganzen Moral? Mit seinen ganzen linken Feministen? Mit allen Idealen von Menschlichkeit und Freiheit?

Na ja... GAR NICHTS. Man druckst halt so herum.

Die Iranischen Revolutionsgarden auf die Terrorliste setzen? Ja nein... das will wohlüberlegt sein...

Iranische Gelder einfrieren...? Ja nein... die Wirtschaft... das will wohlüberlegt sein...

Deutliche Worte und Sanktionen...? Nein! Wirtschaft! Das muss wohlüberlegt sein... nichts überstürzen! Das Völkerrecht stützt auch Diktaturen!

 

Und was tut Donald Trump?

Poltert herum, macht viel Wind, tut gar nichts, markige Sprüche wie immer... ABER ER STELLT SICH KLAR AUF DIE SEITE DES IRANISCHEN VOLKES!

Und wer hilft ihm gerade...?

Elon Musk, der mit Starlink dem iranischen Volk weiterhin Internet zur Verfügung stellt, damit das Regime, welches das Internet abgestellt hat, nicht heimlich Menschen ermorden kann und weiter Information zur Verfügung steht...

 

Wenn Elon Musk und Donald Trump die Freiheit der Menschen im Iran verteidigen, während Deutschland schweigt und einzig Jens Spahn sich klar positioniert... dann stimmt hier gewaltig etwas nicht!

 

Ich finde es absolut beschämend, was hier gerade passiert... Deutschland ist nicht nur wirtschaftlich und militärisch, sondern auch moralisch auf einem absoluten Tiefpunkt angekommen.

Wie seht ihr das...?

Antwort
107 Antworten
JohnnyD
Beiträge : 1705

@lucan-7 

Ich habe das vor ein paar Monaten verfolgt mit der Zerstörung des Atomprogramms. Da war schon die Hoffnung da, dass der Löwe aufwacht. Israel wurde damals von Trump nach kirzee Zeit zurückgepfiffen.

Gestern und heute schaue ich mir an, was dank Elon Musk (starlink) nach außen dringt und sehe mich an den Fall der Mauer 1989 erinnert.

Klar liegt auch viel an der Unterstützung Trumps für den neuen Schah als Orientierungspunkt und auch dank der  Entwicklung zuletzt in Venezuela, die zeigt, dass die USA einen wichtigen Verbündeten von Iran nun indirekt kontrolliert, Russland und China auf Abstand hält und schon damit auf einen Weg bringt, der Bevölkerungen helfen dürfte.

Die deutsche Politik ist überfordert und nicht daran interessiert Verantwortung zu übernehmen und irgendetwas zu verbessern. Was Günther, Wegner und Amthor sich in der letzten Woche an Ausflüchten, Gaslighting und Politikerphrasen geleistet haben,... mir fehlt das Vertrauen (kommunal ist es anders, da kandidiere ich auch selbst wieder).

Wir lassen es zu, dass unsere Industrie in andere Länder abwandert und fühlen uns noch moralisch gut dabei. Wir nennen das Dekarbonisierung, Energiewende, Klimawandel. Tja, so landen Jobs und Einnahmen woanders.

Beispielsweise Steinmeier hat eine allzu enge Verbindung zu den Mullahs und nach Russland. Das könnte bei einem Wechsel schwieriger werden. Andererseits ist Iran so heftig sanktioniert, da ergeben sich nach einer Befreiung ganz neue Möglichkeiten.

Und hoffentlich kommen die Mullahs nicht als Flüchtlinge hierher. Das werdne hier nur Märtyrer für Fanatiker.

johnnyd antworten
1 Antwort
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@johnnyd 

Wir lassen es zu, dass unsere Industrie in andere Länder abwandert und fühlen uns noch moralisch gut dabei. Wir nennen das Dekarbonisierung, Energiewende, Klimawandel. Tja, so landen Jobs und Einnahmen woanders.

Die deutsche Politik ist in dieser Hinsicht ziemlich naiv, weil sie ihren "Partnern" wie China und Russland (Aber auch den USA) immer unterstellt hat, das gleiche zu wollen wie sie selbst - nämlich wirtschaftlichen Fortschritt und Wohlstand.

Dass diese Länder auch noch imperialistische Absichten haben könnten und dafür auch bereit sind, den eigenen Wohlstand hinten dran zu hängen... diese Denkweise ist für deutsche Politiker offensichtlich völlig unvorstellbar. So sehr, dass sie selbst dann noch an ihren alten Vorstellungen festhalten, wenn die Absichten dieser Länder und die Nachteile für Deutschland völlig offensichtlich sind.

 

Und hoffentlich kommen die Mullahs nicht als Flüchtlinge hierher. Das werdne hier nur Märtyrer für Fanatiker.

Die Mullahs sicher nicht... aber etliche derer Schergen, die nicht über deren finanzielle Mittel verfügen, vermutlich schon.

Wobei eher nicht zu befürchten ist, dass diese Leute nach Zusammenbruch des Regimes hier Anschläge oder dergleichen begehen... trotzdem ist das natürlich nicht gerade die Sorte von Leuten, die man unbedingt im Land haben will.

lucan-7 antworten


lhoovpee
Beiträge : 3485

@lucan-7 Und was macht Deutschland? Mit seiner ganzen Moral?

Welche Moral hat denn die aktuelle Regierung? Du leitest das ganze mit der Ampel-Regierung ein. Warum? Die wurde abgewählt.

Mit seinen ganzen linken Feministen?

Wo sollen die sein? In unserer Regierung ganz sicher nicht. Wir reden hier immer noch über CDU und SPD. CDU war noch nie Feministisch und die SPD ist doch auch schon lange Profillos.

Na ja... GAR NICHTS. Man druckst halt so herum.

Kennt man es anders von der CDU? Abwarten und nichts tun ist doch deren Hauptbeschäftigung (+ ihre Lobby befriedigen). Klare Antworten und Ansagen gibt es da nicht. Ist ja alles so komplex und man muss erst drüber nachdenken, in der Hoffnung, dass dann keiner mehr nochmal nachfragt. 

 

lhoovpee antworten
32 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@lhoovpee 

Welche Moral hat denn die aktuelle Regierung? Du leitest das ganze mit der Ampel-Regierung ein. Warum? Die wurde abgewählt.

Die haben die überlegene Moral der deutschen Politik ja nicht erfunden... aber den Anspruch darauf zum festen Ziel erklärt.

Wo sollen die sein? In unserer Regierung ganz sicher nicht. Wir reden hier immer noch über CDU und SPD. 

Nein, wir reden über Deutschland. Natürlich gibt es hier linken Feminismus, und das nicht zu knapp.

 

lucan-7 antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 3485

@lucan-7 

Nein, wir reden über Deutschland. Natürlich gibt es hier linken Feminismus, und das nicht zu knapp.

Du hast über die deutsche Regierung gesprochen. Die schweigt. Ansonsten macht dein ganzer Beitrag keinerlei Sinn. Feministen kritisieren den Iran durchgehend. Und Reaktionen auf die derzeitigen Proteste gibt es auch zu genüge. 

lhoovpee antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@lhoovpee 

Du hast über die deutsche Regierung gesprochen. Die schweigt. Ansonsten macht dein ganzer Beitrag keinerlei Sinn.

In meinem Eingangsbeitrag steht "Deutschland mit seinen linken Feministen", nicht "Die deutsche Regierung mit ihren linken Feministen".

Wenn du was anderes liest als das, was ich schreibe, dann ergibt es natürlich keinen Sinn.

lucan-7 antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 3485

@lucan-7 

Du spricht in deinen Eingangpost eindeutig über Regierungen. Sonst wäre der Vergleich mit Trump auch vollkommen Sinnlos. Warum du dich da jetzt versuchst raus zu reden, keine Ahnung.

Nicht-Regierungs-Organisationen kritisieren das Iran-Regime durchgehend und äußern sich auch zu den aktuellen Ereignissen. Was erwartest du mehr? 

lhoovpee antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@lhoovpee 

Du spricht in deinen Eingangpost eindeutig über Regierungen. Sonst wäre der Vergleich mit Trump auch vollkommen Sinnlos. Warum du dich da jetzt versuchst raus zu reden, keine Ahnung.

Finde ich ja lustig, dass du mir jetzt erklären willst, worüber ich spreche. Wenn ich von "Deutschland" schreibe, dann meine ich schon "Deutschland", also alle möglichen handlungsfähigen Gruppen und Organisationen, nicht nur die Regierung allein. Und wenn ich dir dann auch noch erkläre, wie ich es gemeint habe... dann kannst du mir auch ruhig glauben, dass das dann auch der Fall ist.

 

Nicht-Regierungs-Organisationen kritisieren das Iran-Regime durchgehend und äußern sich auch zu den aktuellen Ereignissen. Was erwartest du mehr?

Ich finde es bezeichnend, dass beispielsweise an deutschen Unis sehr viel Aufhebens um die unterdrückten Palästinenser gemacht wird - aber praktisch nichts zu den unterdrückten Iranern stattfindet.

Denn das könnte man ja womöglich als Kritik an einer islamischen Regierung auslegen... ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

 

lucan-7 antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4140

@lucan-7 

Denn das könnte man ja womöglich als Kritik an einer islamischen Regierung auslegen... ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Eine andere Möglichkeit wäre, daß diese beiden Fälle einfach nicht miteinander zu vergleichen sind...

tatokala antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@tatokala 

Eine andere Möglichkeit wäre, daß diese beiden Fälle einfach nicht miteinander zu vergleichen sind...

Müssen sie ja auch nicht. Und es gibt genügend  Terrorregime, gegen die niemand hierzulande auf die Straße geht. Warum also ausgerechnet für die Iraner?

Was ich eben bemerkenswert finde, wie viele Menschen sich gerade mit den Palästinensern solidarisieren, obwohl sie selber gar keine kulturellen oder ethnischen Berührungspunkte haben.

Wenn das Menschen sind, die sich einfach generell für Menschenrechte in der Welt einsetzen wollen, dann sollte man doch meinen, das sich das irgendwie verteilt... den einen liegen die Palästinenser am Herzen, den anderen die Uiguren, wieder anderen die Native Americans, Somalier oder sonstwer. Leid gibt es ja genug in der Welt.

Aber es sind in der linken Blase immer wieder die Palästinenser, für deren Rechte man sich stark macht. Und das ist dann doch irgendwie etwas auffällig. Zumal die Kritik dann auch immer einseitig Israel gilt und die Hamas kaum in den Fokus genommen wird.

Sagen wir mal so: Hätten Israel oder die USA den Iran besetzt und würden die Menschen dort wirtschaftlich isolieren und halb verdursten lassen - die Menschen hierzulande wären sofort auf der Straße!

Aber es ist ja bloß ein islamistisches Terrorregime... bloß keine Vorwürfe riskieren, man sei islamophob...

 

lucan-7 antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4140

@lucan-7  Das hat auch was mit Dringlichkeit zu tun.

Aber es ist ja bloß ein islamistisches Terrorregime... bloß keine Vorwürfe riskieren, man sei islamophob...

Das ist völlig unsinnig. Die Frage wäre vielmehr, was das bewirken sollte, gegen irgendein Terrorregime auf die Straße zu gehen, das mit Deutschland nicht sonderlich viel zu tun hat.

tatokala antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@tatokala 

Das ist völlig unsinnig. Die Frage wäre vielmehr, was das bewirken sollte, gegen irgendein Terrorregime auf die Straße zu gehen, das mit Deutschland nicht sonderlich viel zu tun hat.

Immerhin finden sich ja etliche hier, die bereit sind, FÜR ein Terrorregime auf die Straße zu gehen - da sollte man doch mal Fragen stellen.

 

lucan-7 antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4140

@lucan-7 Wer tut das?

tatokala antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@tatokala 

Wer tut das?

Jene Leute, die Hamas-Parolen in die Öffentlichkeit tragen oder zweideutige Aussagen wie "From the River to the sea" skandieren.

 

lucan-7 antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8290

@lucan-7 

Was ich eben bemerkenswert finde, wie viele Menschen sich gerade mit den Palästinensern solidarisieren, obwohl sie selber gar keine kulturellen oder ethnischen Berührungspunkte haben.

Besonders bemerkenswert finde ich da die Gays for Palestine, die sich für eine Gesellschaft einsetzen, die nicht gerade durch Akzeptanz und Rechte für die LGTBTQ+ Community auffällt.

alescha antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 5646

@alescha Meinst Du vielleicht die "Queers for Palestine"?

jack-black antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 5210

@jack-black  Egal ob  es Leute sind die nicht wissen ob sie Mann oder Frau sind, oder Schwule.  Stell Dich mal in Gaza Stadt  auf einen Platz und rufe deine sexuelle Orientierung raus.  In Israel kannst du das machen,  würde ich jetzt nicht für eine arabische Stadt oder einen  Bezirk der Haredim empfehlen. Tel Avi ist aber dafür bekannt in der Richtung tolerant zu sein.  Illegal ist es nicht. Den Staatsanwalt der Auschwitz Prozesse Bauer hätte eine offene Homosexualität ins deutsche Gefängnis gebracht. Wobei sie nicht erwiesen ist.

jigal antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 5646

@jigal Stell Dich mal in Gaza Stadt auf einen Platz und rufe deine sexuelle Orientierung raus. 

Ich denke nicht, dass es irgendwen in Gaza City interessiert, dass ich heterosexuell bin - warum sollte ich das also tun?

In Israel kannst du das machen, würde ich jetzt nicht für eine arabische Stadt oder einen Bezirk der Haredim empfehlen.

Auch in Israel interessiert es vermutlich niemanden.

Den Staatsanwalt der Auschwitz Prozesse Bauer hätte eine offene Homosexualität ins deutsche Gefängnis gebracht. Wobei sie nicht erwiesen ist.

Aha. Na gut, das wiederum interessiert mich nun weniger, insbesondere im hier diskutierten Zusammenhang.

Wenn sich queere Leute auf Demonstrationen in Deutschland für Palästina einsetzen, dann tun sie dies womöglich aus dem Grund, dass es auch in Palestina queere Menschen gibt, die unter den dort herrschenden höllischen Bedingungen ein wenig Solidarität ganz gut gebrauchen könnten. Und womöglich setzen sich diese queeren Menschen sogar für nicht-queere Menschen in Palästina ein, wollen also unsere deutsche Regierung dazu motivieren, nicht die rechts-nationalistische  Nethanjahu-Regierung zu unterstützen, die dieser Tage sogar die Ärzte ohne Grenzen aus dem Gaza-Streifen rauswirft.

Dass queere Menschen sich für die Menschenrechte anderer engagieren, die nicht unbedingt selbst queer sind, sondern sogar eher sexuelle Diversität ablehnen - warum sollte das falsch sein?

Ich mag jetzt nicht die Argumentationslinien Schritt für Schritt nachzeichnen, die sich in dem in meine Antwort an Alescha verlinkten Artikel nachlesen lassen. Aber das sind sie, ganz grob: man kann sich auch für Menschen und deren (Über-)Lebensrechte einsetzen, ohne dass diese genauso sind wie man selbst.

jack-black antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 1173

Zum Beitrag

Betrifft die Bemerkung über "Ärzte ohne Grenzen" :

NGOs müssen hinsichtlich ihres Personals und ihrer Finanzierungsquellen teansparent sein.

Gemäß dem aktualisierten, durch Regierungsbeschluss erlassenem Rechtsrahmen stellen folgende Punkte ausdrückliche Gründe für den Lizenzentzug dar:

- Auszug! - 

Beteiligung am Bestreben zur Delegitimierung des Staates Israel; juristische Auseinandersetzungen mit IDF-Soldaten; Holocoustleugnung und  Leugnung des Massakers vom 7.10.23.

Organisationen, die an solchen Aktivitäten beteiligt sind, dürfen nicht unter dem Deckmantel humanitärer Arbeit tätig sein.

👇

Auszug aus einem Post am 31.12.25 von Amichai Chikli, israel. Minister of Diaspora and Combating Antisemitism, vollst. Text hier:

https://x.com/i/status/2006444246811947071

 

Eine Regierungsresolution Nr. 2542 (9. Dezember 2024) legt fest, dass die Registrierung internationaler Organisationen, die humanitäre Hilfe für palästinensische Bewohner leisten, nur nach Genehmigung durch ein interministerielles Team unter der Leitung des Ministeriums für Diasporaangelegenheiten und Bekämpfung des Antisemitismus erfolgen kann.

Quelle:

IL, Ministry for Diaspora Affairs and Combating Antisemitism

 

Seit März 2025 hatten die NGOs Zeit, ihre Registrierungsanträge mit den gewünschten Richtlinien  (Transparenzkriterien) zu erfüllen. 

Offenbar sind die Ärzte ohne Grenzen nicht aus dem Quark gekommen oder meinten, das nicht ernst nehmen zu müssen.

 

martha antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 5210

@jack-black  Es ging um Queer oder Gay vor Gaza. Ich weiß nicht was die Sharia dazu sagt, vermutlich Steinigung, was abschneiden wie bei Diebstahl geht ja nicht.

 

jigal antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 5646

@jigal Es ging um Queer oder Gay vor Gaza.

Das hatte ich verstanden und einen Link gesetzt auf einen Artikel, der die Frage, warum sich queere Leute in Deutschland für Palästina engagieren, etwas  - nun ja... - weniger oberflächlich behandelte.

jack-black antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8290

@jack-black 

Meinst Du vielleicht die "Queers for Palestine"?

Ja. 

alescha antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4140

@lucan-7 

gar keine kulturellen

Die palästinensischen Christen fallen mal wieder unter den Tisch... es mag stimmen, daß das für die meisten unrelevant ist.

Aber nicht für alle - nur, um mal den Verallgemeinerungen entgegenzuwirken.

lg Tatokala

tatokala antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 5210

@tatokala  Ich habe vor ein paar Jahren eine Aufforderung des orthodoxen Bischofs aus Nazareth gelesen, er vertrat die Meinung man solle sich freiwillig zur israelischen Armee melden und sich auch gegen die Bevormundung der Muslime wehren.   Ich werde aber jetzt das Netz nicht durchsuchen auf welcher christlichen Seite ich das gelesen haben.

jigal antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@tatokala 

Die palästinensischen Christen fallen mal wieder unter den Tisch... es mag stimmen, daß das für die meisten unrelevant ist.

Aber nicht für alle - nur, um mal den Verallgemeinerungen entgegenzuwirken.

Wurde denn speziell für palästinensische Christen demonstriert?

Mal abgesehen davon, dass es "Palästinenser" im kulturellen Sinne gar nicht gibt - im Gegenteil, die "Palästinenser" entstanden ja erst dadurch, dass man alle kulturellen Traditionen und Unterschiede der verschiedenen ethnischen Gruppen dort durch Zwang unterdrückte und durch einen radikalen Islamismus ersetzte, welcher dann eine scheinbare Einheit herstellte.

lucan-7 antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9597

@lucan-7 

die "Palästinenser" entstanden ja erst dadurch, dass man alle kulturellen Traditionen und Unterschiede der verschiedenen ethnischen Gruppen dort durch Zwang unterdrückte und durch einen radikalen Islamismus ersetzte, welcher dann eine scheinbare Einheit herstellte.

Das kann so nicht stimmen. Die Palästinenser entstanden, bevor der Islamismus sich flächendeckend durchsetzte. In der PLO waren vor allem linke Organisationen, z.B. die marxistische PFPL, deren Leiter »Christ« war. Auch die Fatah war ja ehe säkular.

Die Islamisten kamen später. Anfangs gefördert von Israel, das sich durch die Stärkung des Islams eine Entspannung erhoffte …

hkmwk antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@hkmwk 

Das kann so nicht stimmen. Die Palästinenser entstanden, bevor der Islamismus sich flächendeckend durchsetzte. In der PLO waren vor allem linke Organisationen, z.B. die marxistische PFPL, deren Leiter »Christ« war. Auch die Fatah war ja ehe säkular.

Die Islamisten kamen später. Anfangs gefördert von Israel, das sich durch die Stärkung des Islams eine Entspannung erhoffte …

Das ist wieder so eine Sache die etwas komplexer ist, als dass man sie in wenigen Sätzen zusammenfassen könnte...

Natürlich existieren die "Palästinenser" in dem Sinne, dass sie Bewohner einer bestimmten Region sind, die sich mehr oder weniger auf eine gemeinsame Abstammung berufen können.

Aber die Kultur der Menschen dort war ursprünglich sehr viel vielfältiger. Ich habe da einmal eine Dokumentation gesehen, die versuchte da einiges zu rekonstruieren... was heute kaum noch möglich ist, weil es da nicht mehr viel an Material gibt. 

Ich erinnere mich, dass da tanzende Frauen in bunten Kleidern mit offenen Haaren zu sehen waren - und das waren auch Muslime arabischer Abstammung, die da ihre Traditionen gepflegt haben. Das wurde dann im Namen des Islam alles unterdrückt und verboten.

Die verschiedenen Ethnien in der Gegend beschränkten sich ja nicht auf heutige Grenzen... daraus basieren ja auch viele Probleme heute, weil die Grenzen den Menschen dort nicht gerecht werden und teilweise völlig willkürlich gezogen wurden.

lucan-7 antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 5210

@hkmwk Die PLO ist gar das Problem.  Johannes Gerloff sagt das sind Leute im Westjordanland sagen "die Tunesier". Leute die aus Tunesien kamen mit Arafat, ohne wirkliche Beziehung zum Land und keine Kontakte zu den jüdischen Nachbarn.

jigal antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4140

@lucan-7 Wenn du so argumentieren willst, dann kannst du wirklich jede Kultur als solche bzw. jede Form des Zelebrierens irgendeines "Nationalgefühls" in Frage stellen. 

Ein bißchen mehr Niveau hätte ich von dir schon erwartet.

 

tatokala antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@tatokala 

Wenn du so argumentieren willst, dann kannst du wirklich jede Kultur als solche bzw. jede Form des Zelebrierens irgendeines "Nationalgefühls" in Frage stellen. 

Auf welche Argumentation beziehst du dich da? Ein Zitat wäre hilfreich...

 

lucan-7 antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4140

@lucan-7 Auf dieses hier:

Mal abgesehen davon, dass es "Palästinenser" im kulturellen Sinne gar nicht gibt - im Gegenteil, die "Palästinenser" entstanden ja erst dadurch, dass man alle kulturellen Traditionen und Unterschiede der verschiedenen ethnischen Gruppen dort durch Zwang unterdrückte und durch einen radikalen Islamismus ersetzte, welcher dann eine scheinbare Einheit herstellte.

 

 

tatokala antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@tatokala 

@lucan-7 Auf dieses hier:

Mal abgesehen davon, dass es "Palästinenser" im kulturellen Sinne gar nicht gibt - im Gegenteil, die "Palästinenser" entstanden ja erst dadurch, dass man alle kulturellen Traditionen und Unterschiede der verschiedenen ethnischen Gruppen dort durch Zwang unterdrückte und durch einen radikalen Islamismus ersetzte, welcher dann eine scheinbare Einheit herstellte.

Und was ist daran falsch?

lucan-7 antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9597
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9597

@tatokala (zum Beitrag)

Na ja, bei Christen, die zu über 90% antisemitisch eingestellt sind, fällt mir Solidarität schon schwer.

hkmwk antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4140

@lhoovpee 

Na ja... GAR NICHTS. Man druckst halt so herum.

Kennt man es anders von der CDU? Abwarten und nichts tun ist doch deren Hauptbeschäftigung (+ ihre Lobby befriedigen). Klare Antworten und Ansagen gibt es da nicht. Ist ja alles so komplex und man muss erst drüber nachdenken, in der Hoffnung, dass dann keiner mehr nochmal nachfragt. 

Gerade ein guter Denkanstoß für mich in anderem Zusammenhang, danke...

lg Tatokala

tatokala antworten
DerElch
Beiträge : 1776

@lucan-7 

Wie seht ihr das...?

Anders. Klar oder?

Wenn Trump irgendetwas nicht tut, ist es die Freiheit verteidigen. Es geht nur um seine geopolitischen Interessen und die Taschen weiter zu fülle . Die Leute im Iran sind Trump herzlich egal, genauso wie Recht und Moral.

 

derelch antworten
17 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@derelch 

Wenn Trump irgendetwas nicht tut, ist es die Freiheit verteidigen. Es geht nur um seine geopolitischen Interessen und die Taschen weiter zu fülle .

Natürlich ist das Zufall, dass ein Regimewechsel in Teheran seinen eigenen Interessen entgegen kommt. Die Freiheit des Volkes ist ihm so lange egal, wie es ihm nicht selber nutzt.

Aber genau das ist jetzt halt der Fall. Und deshalb handelt er - zumindest aktuell - ausnahmsweise einmal im Sinne von Freiheit und Demokratie. Während Deutschland sich zurückhält, obwohl ein Regimewechsel auch für uns nützlich wäre.

Aber es wäre eine Änderung des bisherigen Status, und mit Änderungen hat Deutschland irgendwie ein Problem...

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 1776

@lucan-7 

Aber genau das ist jetzt halt der Fall. Und deshalb handelt er - zumindest aktuell - ausnahmsweise einmal im Sinne von Freiheit und Demokratie.

Was auch immer den Iran erwartet, Freiheit und Demokratie ist es nicht. Ob mit oder ohne Trump. 

Während Deutschland sich zurückhält, obwohl ein Regimewechsel auch für uns nützlich wäre.

Überall wo sich andere einmischen (insbesondere die USA) bleibt verbrannte Erde zurück. Nichts ist in den letzten Jahrzehnten besser geworden durch die Kriege, die die westliche Welt geführt hat oder das Wegputschen unliebsamer Regierungen.

Deutschland hat ehrlich gesagt massiv andere Probleme, als den Iran.

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@derelch 

Was auch immer den Iran erwartet, Freiheit und Demokratie ist es nicht. Ob mit oder ohne Trump.

Der Iran ist nicht Afghanistan. Eine Garantie gibt es nicht, aber Demokratie wäre eine ernsthafte Option. Wobei im Moment so ziemlich alles besser wäre als das momentane Regime.

 

Überall wo sich andere einmischen (insbesondere die USA) bleibt verbrannte Erde zurück. Nichts ist in den letzten Jahrzehnten besser geworden durch die Kriege, die die westliche Welt geführt hat oder das Wegputschen unliebsamer Regierungen.

Vom 2. Weltkrieg hast du gehört?

 

Deutschland hat ehrlich gesagt massiv andere Probleme, als den Iran.

Deutschland hat immer "massiv andere Probleme als X*"

(X* = irgendein Problem)

lucan-7 antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 8290

@lucan-7 

Vom 2. Weltkrieg hast du gehört?

Kommt darauf an, wie weit Du jetzt die "letzten Jahrzehnte" ausdehnen möchtest. 

Wenn man jetzt damit nur jene nach dem 2. Weltkrieg meint ist die Bilanz doch tatsächlich eher ernüchternd, oder?

 

 

alescha antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@alescha 

Kommt darauf an, wie weit Du jetzt die "letzten Jahrzehnte" ausdehnen möchtest. 

Wenn man jetzt damit nur jene nach dem 2. Weltkrieg meint ist die Bilanz doch tatsächlich eher ernüchternd, oder?

Sicher. Aber es hat wenig Sinn, sich einfach nur die Kriege der letzten Jahrzehnte anzuschauen, ohne dabei auch die genaue Situation zu beachten.

Der Irak oder Afghanistan hatten völlig andere Voraussetzungen als Deutschland, Japan oder Südkorea. Man muss sich also fragen, welche Situation wir im Iran haben. Im Irak hatten wir keine Revolution. In Afghanistan gab es zwar Freiheitskämpfer, die waren aber weder Demokraten noch repräsentierten sie das Volk.

Im Iran haben wir ein modernes, gebildetes Volk, das trotz unterschiedlicher Ethnien weitgehend geeint auftritt, weil die Unterdrückung und wirtschaftliche Not alle Menschen gleichermaßen betrifft. Die Ideologie der Führung wird von einem großen Teil der Bevölkerung nicht geteilt. Es gibt eine starke Frauenbewegung. Und es finden auch regelmäßig Wahlen statt (Auch wenn die nicht frei sind).

Wir haben hier also ganz andere Voraussetzungen. Und natürlich ist die Gefahr hoch, dass etwas schief geht. Donald Trump würde zwar von einer neuen, den USA gewogenen Regierung profitieren... wie es dem Volk dabei geht ist ihm allerdings weitgehend egal. Das heisst: Auch wenn er jetzt wirklich die Revolution unterstützen sollte (Fragt sich natürlich, womit genau), wird er sich danach kaum noch einmischen. Und das kann gut oder schlecht sein...

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 1776

@lucan-7 

Im Iran haben wir ein modernes, gebildetes Volk, das trotz unterschiedlicher Ethnien weitgehend geeint auftritt, weil die Unterdrückung und wirtschaftliche Not alle Menschen gleichermaßen betrifft. Die Ideologie der Führung wird von einem großen Teil der Bevölkerung nicht geteilt.

Wie gross ist wohl der grosse Teil der Bevölkerung wirklich? Und was passiert mit der Einigkeit, wenn das gemeinsame Objekt des Hasses weg ist? Worin besteht die Einigkeit der unterschiedlichen Ethnien dann noch?

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@derelch 

Wie gross ist wohl der grosse Teil der Bevölkerung wirklich?

Groß genug, um das Regime zu stürzen. Wobei sich zumindest Teile der Polizei und Armee auf die seite der Bevölkerung stellen müssten. Das ist bisher unklar... allerdings leiden diese Leute letztlich ja auch, in jedem Fall unter den wirtschaftlichen Bedingungen. Das Regime traut der regulären Armee zu Recht nicht... weshalb es ja die Revolutionsgarden als die eigentliche Macht gibt.

 

Und was passiert mit der Einigkeit, wenn das gemeinsame Objekt des Hasses weg ist? Worin besteht die Einigkeit der unterschiedlichen Ethnien dann noch?

Das ist in der Tat ein kritischer Moment - denn genau dieser Moment wurde ja von den Ayatollahs gnadenlos ausgenutzt. Sie waren erfolgreich, weil die restlichen Gruppen glaubten, der Islam könne ein Symbol der Einigung sein. Womit sie ihr eigenes Schicksal besiegelten.

Jetzt glauben manche, der Sohn des Schahs könne so ein Symbol der Einigung sein. Das könnte mangels Alternativen auch funktionieren... und dieser hat keine große Macht, das heisst, der Fehler würde sich damit nicht wiederholen. Eine Rückkehr des ursprünglichen Regimes halte ich weitgehend für ausgeschlossen. 

Was dann genau geschieht lässt sich kaum vorhersagen. Die Opposition ist weitgehend zerstritten, es lässt sich kaum vorhersagen, wer genau da als stärkste Kraft hervorgehen wird. 

Aber eine Wahl wird wohl unabdingbare Voraussetzung dafür sein, das Land vorerst zu befrieden.

 

 

 

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 1776

@lucan-7 

Der Iran ist nicht Afghanistan.

Und auch nicht Syrien, Algerien, Libanon und Jemen. Es gibt trotzdem keine Veranlassung zu glauben, dass sich ausgerechnet im Iran eine Demokratie (die den Namen verdient) etabliert, wenn man die Mullahs wegputscht.

Vom 2. Weltkrieg hast du gehört?

Das ist 80 Jahre her (was nicht gerade der Bezeichnung "die letzten Jahrzehnte" entspricht). 

Ich hab auch gehört von der Einflussnahme in div. südamerikanischen Staaten, Vietnam, Korea, Afghanistan, Syrien ect. pp. Es kommt nichts dabei rum und man kann sich nicht die nächsten 300 Jahre darauf ausruhen, dass man beigetragen hat, Deutschland niederzuringen. 

Deutschland hat immer "massiv andere Probleme als X*"

Ja haben wir. Eins davon heisst USA, das andere Russland, die beide sich wieder ihren imperialistischen Ambitionen zu Lasten Europas hingeben. Das nächste gröbere Problem ist China. Iran kommt doch recht weit hinten. 

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@derelch 

Und auch nicht Syrien, Algerien, Libanon und Jemen. Es gibt trotzdem keine Veranlassung zu glauben, dass sich ausgerechnet im Iran eine Demokratie (die den Namen verdient) etabliert, wenn man die Mullahs wegputscht.

Im Moment findet dort eine Revolution statt, kein Putsch. Ein nicht unerheblicher Unterschied.

 

Das ist 80 Jahre her (was nicht gerade der Bezeichnung "die letzten Jahrzehnte" entspricht).

Und so etwas kann sich nicht mehr wiederholen, oder was genau möchtest du damit sagen? Jedes Land und jede Situation ist anders.

 

Ja haben wir. Eins davon heisst USA, das andere Russland, die beide sich wieder ihren imperialistischen Ambitionen zu Lasten Europas hingeben. Das nächste gröbere Problem ist China. Iran kommt doch recht weit hinten.

Der Iran ist Verbündeter Russlands. Wenn Russland das Regime nicht unterstützen kann und es ebenso fällt wie Assad in Syrien, dann verdeutlicht das die Tatsache, dass Russland keine Weltmacht mehr ist und seinen Verbündeten nicht beistehen kann. Und das ist sehr viel mehr als nur Symbolik, es stellt die Weichen für eine künftige Weltordnung.

Dass der Iran auch Öl nach China liefert kommt hinzu und erhöht den Druck, nachdem ja auch das venezolanische Öl weggefallen ist.

So nebensächlich ist der Schauplatz nicht.

 

lucan-7 antworten
BePe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 12 Monaten

Beiträge : 389

@lucan-7 

Aber es wäre eine Änderung des bisherigen Status, und mit Änderungen hat Deutschland irgendwie ein Problem...

... und das betrifft sowohl die Innen- wie auch Außenpolitik. 
Aber es liegt nicht nur an der Regierung, sondern Deutschland ist m.E. in seiner Gesamtheit und quer durch alle Bevölkerungsschichten sehr veränderungsunwillig. 
Alle reden von Reformen - wehren sich aber dagegen, wenn es sie selbst betrifft.

 

bepe0905 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 1776

@bepe0905 

Alle reden von Reformen - wehren sich aber dagegen, wenn es sie selbst betrifft.

Klar wehren sie sich, man sagt gern Reform zu Verschlechterungen. Es ist keine speziell deutsche Eigenschaft, dass man das nicht so schick findet. 

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@derelch 

Klar wehren sie sich, man sagt gern Reform zu Verschlechterungen. Es ist keine speziell deutsche Eigenschaft, dass man das nicht so schick findet. 

Nun sollen Reformen ja eigentlich verhindern, dass es noch schlimmer wird, als es ohne Reformen werden würde.

Leider geht es dann aber meistens um Verteilung... wenn man schon irgendwem irgendwas wegnehmen muss, dann doch bitte den Anderen, aber nicht mir!

Verblüffend finde ich in diesem Zusammenhang immer wieder, dass etliche Menschen der Ansicht sind, man solle in so einem Fall doch am besten den Ärmsten auch noch das wenige wegnehmen, was sie haben... denn die sind ja faul, sonst wären sie nicht arm, und verdienen deshalb keine Unterstützung. Während dort, wo wirklich etwas zu holen wäre, nämlich bei den Superreichen, erst gar nicht hingeschaut wird...

Aber gut, das ist ein anderes Thema.

 

lucan-7 antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9597

@lucan-7 

Während dort, wo wirklich etwas zu holen wäre, nämlich bei den Superreichen, erst gar nicht hingeschaut wird...

Die Reichen können ja mitbestimmen, was uns gezeigt wird, z.B. in Medien (klassische und moderne unsoziale) oder durch leicht getarnte Organisationen, wie die Familienunternehmer oder der Bund der Steuerzahler.

hkmwk antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 5646

@lucan-7 Verblüffend finde ich in diesem Zusammenhang immer wieder, dass etliche Menschen der Ansicht sind, man solle in so einem Fall doch am besten den Ärmsten auch noch das wenige wegnehmen, was sie haben... denn die sind ja faul, sonst wären sie nicht arm, und verdienen deshalb keine Unterstützung. Während dort, wo wirklich etwas zu holen wäre, nämlich bei den Superreichen, erst gar nicht hingeschaut wird...

Das erinnert mich an etwas, das ich heute über Klingbeil im Radio hörte, der die neuen SPD-Vorschläge zu Änderungen an der Erbschaftsbesteuerung begründete. Die wollen ja nun irgend so eine Art Obergrenze von steuerfreier Erbschaft bis 5 Mio. € einführen - bis sich da wirklich was tut, das nicht nur als verzweifeltes Wahlversprechen im "Superwahljahr" morgen schon wieder in der Ablage endet, will ich das jetzt erstmal nicht weiter auf Praktikabilität hin analysieren - und versuchen nun, die Idee zu begründen. Dabei fiel mal wieder das Stichwort "Leistungsgerechtigkeit" in dem Sinne, dass es nichts mit der zu tun habe, wenn die Reichen ihren Reichtum weiter vererben und deren Kinder also ohne Leistung immer reicher würden... Ich fand das insofern eine Ironie der Politik-Geschichte, als Leistungsgerechtigkeit ja üblicherweise das Buzzword der "Wirtschaftsliberalen" aka Neoliberalen aka Lobbyisten der Reichen und Superreichen war (und ist), um im sozialen Bereich an Zuschüssen zu kürzen, was nicht direkt bis übermorgen nachweisbar zu Hungertoten führt.

Und nun versucht ein SPD-Minister in einer Zeit, in welcher absehbar (AI-Revolution *hüstel*) menschliche Arbeitsleistung ihren Wert verlieren wird und also man sich mal langsam überlegen muss, welches Kriterium das der Leistungsgerechtigkeit im ethischen Diskurs wird ablösen können, dieses von der Technologie überholte Kriterium für seine Vorschläge zu reklamieren, die doch genaugenommen auf Verteilungsgerechtigkeit hinauslaufen.

Diese Inkonsistenz wird der SPD, so meine Wahlprognose, auf die Füße fallen: Wie will sie eine "Reform" der Erbschaftssteuergesetzgebung hinkriegen, wenn ihre Argumente von Anfang an widersprüchlich sind, beziehungsweise sie zu feige ist, zuzugeben: "Es geht uns um Umverteilung von oben nach unten!" ?

Vermutlich geht es der SPD aber auch gar nicht mehr darum, weil sie nicht mehr weiß, was ihre ideologisch-programmatischen Grundlagen überhaupt nochmal waren. ^^

jack-black antworten
BePe0905
(@bepe0905)
Beigetreten : Vor 12 Monaten

Beiträge : 389

@derelch 
Verständlich...
"Besitzstandssicherung" ist nun mal ein zutiefst menschliches Bedürfnis.
Aber die meisten Reformen bringen kurzfristig erst mal eine angespannte Situation, dann meistens eine Verschlechterung der Lage (zumindest für einige der Betroffenen) und ob die Reform wirklich zu nachhaltiger Verbesserung führt ist oft nicht abzusehen. 
Besonders dann nicht, wenn bereits im Vorfeld die Kompromisse jede echte Reform unmöglich machen. 

Bestes Beispiel ist die gerade von der SPD vorgeschlagene Reform der Erbschaftssteuer, wo die CDU/CSU bereits laut aufheult und Widerstand ankündigt, bevor alle Fakten auf dem Tisch liegen und die Vorschläge konkret benannt und beziffert sind.

 

bepe0905 antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@bepe0905 

Bestes Beispiel ist die gerade von der SPD vorgeschlagene Reform der Erbschaftssteuer, wo die CDU/CSU bereits laut aufheult und Widerstand ankündigt, bevor alle Fakten auf dem Tisch liegen und die Vorschläge konkret benannt und beziffert sind.

Finde ich auch fürchterlich, dass erst mal vorsorglich alles niedergemacht wird, wenn der politische Gegner (oder Koalitionspartner) es wagt, auch nur ein Schlagwort zu einem Vorhaben in den Raum zu werfen...

Natürlich kann es nicht darum gehen, dass Betriebe, wenn sie vererbt werden, aufgrund der Erbschaftssteuer geschlossen werden müssen. Und auch bei Häusern sollten sich Regelungen finden lassen.

Aber es werden eben auch große Geldvermögen und andere Werte vermacht, bei denen es die meist ohnehin schon selber reichen Erben nicht weiter belasten würde, wenn sie davon ein wenig mehr abgeben müssten...

Aber nein, lasst uns lieber die Sozialhilfeempfänger weiter schröpfen, die spenden eh nichts und gehen  oft auch nicht wählen...

 

lucan-7 antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9597

@lucan-7 

Natürlich kann es nicht darum gehen, dass Betriebe, wenn sie vererbt werden, aufgrund der Erbschaftssteuer geschlossen werden müssen.

Bei Betriebsvermögen gibt es eine einfache Lösung: Stille teilhabe.

Also der Staat bekommt einen entsprechenden Anteil am Unternehmen, darf aber nicht mitentscheiden. Bei AGs heißt so was Vorzugsaktien, bei anderen Gesellschaftsformen stille Teilhabe - und ggf. wird halt was Entsprechendes geschaffen, wenn es eine Unternehmensform gibt, bei der das zur Zeit nicht möglich ist. Ich bin kein Jurist, die können ja die Details ausformulieren, aber was ich wünsche dürfte klar sein.

Und die Erben haben dann alle Zeit der Welt, den Staatsanteil zurückzukaufen. Der Staat kann wiederum (nach einer Schonfrist?) den Anteil weiterverkaufen, wenn die Erben das nicht wollen bzw. können. Oder er profitiert von den Gewinnanteilen, die ihm zustehen.

Also ähnlich wie die Subventionen, die als Kredit bzw. Beteiligung vergeben werden.

hkmwk antworten


Tatokala
Beiträge : 4140

Sich an anderen Stellen heraushalten und gewährenlassen und dann hier auf einmal Stellung beziehen, wäre auch etwas verwunderlich - also, was erwartest du?

 

lg Tatokala

tatokala antworten
Jack-Black
Beiträge : 5646

@lucan-7 Wie seht ihr das...?

Ich bin mir gerade nicht ganz sicher: Ist Dein Eingangsposting ein - dann wirklich ziemlich gut gemachter - Satirebeitrag, oder meinst Du das, was Du schreibst, ernst?

 

Seit wann schert sich Trump um irgendwelche Volksinteressen? Wie sehr er sich um von Autokraten unterdrückte Menschen kümmert, hat er gerade im Fall Venezuela vor aller Öffentlichkeit klar gemacht: allein um's Öl ging es da.

Und wie die Mullahs im Iran an die Macht kamen - daran kannst Du Dich noch erinnern, oder? Mohammad Mossadegh wurde auf Betreiben von British Petrol und anderen Ölkonzernen gestürzt - mit freundlicher Unterstützung durch die CIA. Weil er die Dreistigkeit besaß, das iranische Öl als den Iranern gehörig zu betrachten. Die USA installierten den Schah und dessen Regime machte dann so gute demokratische Politik, bis das iranische Volk genug davon hatte, revoltierte und sich für diese Revolte Ayathollah Khomenei zum Führer wählte. Und dieses Volk revoltiert nun halt wieder, was ich sehr gut finde. Man möge es diese Sache selbst erledigen lassen.

 

Als ich gestern das Statement unserer Regierung zu den Vorgängen im Iran im Radio vernahm, dachte ich so bei mir: Upps, das sind ja starke und auf Freiheit, Völkerrecht und Friedlichkeit pochende Worte*. Aber irgendwie fehlten mir dieselben Worte letzte Woche, als unser Verbündeter und Führer der "freien Welt" Mafiamethoden anwendete, um an das velezulanische Öl zu gelangen und von den Epstein-Files abzulenken.

Im Moment arbeitet er daran, sich den Friedensnobelpreis von Frau Machado überschreiben zu lassen (und sie möchte da mitspielen um von King Karl dann das venezulanische Lehen zugeteilt zu bekommen - komisch, irgendwie fand ich schon, als ihr der Preis verliehen wurde, die Entscheidung fragwürdig...), den Militäretat um knapp 60% zu erhöhen, in Grönland, Kolumbien und Mexico einzumarschieren und die Ermordung von Müttern durch ICE zu Heldentaten gegen Inlandsterrorismus umzulügen. Und wenn, was nicht mehr so ganz unwahrscheinlich ist, Minnesotas Gouverneur seine Nationalgarde anweist, gegen die ICE-Gangster in seinem Staat vorzugehen, wird Trump vermutlich seine Super-Strategen erstmal damit beauftragen, diesen kleinen Bürgeraufstand niederzuschießen, bevor er sich wieder um die Freiheit der iranischen Bevölkerung kümmern kann. Schließlich hat er nicht für alles Zeit zwischen seinen Golf-Terminen.

Dein Hinweis auf Baerbocks feministische Aussenpolitik ließ übrigens bei mir gerade die Frage aufkommen, wessen Framingsbemühungen da gerade bei Dir Früchte tragen. Nicht, dass ich damals sonderlich viel von solchen aussenpolitischen Prioritäten gehalten hätte - aber hinsichtlich Irans sah die deutsche Aussenpolitik in den Jahrzehnten vor Baerbock und nun auch nach Baerbock nicht viel anders aus, warum muss sie also überhaupt erwähnt werden als angeblicher "Höhepunkt"? Fehlt nur, dass du der deutschen Iran-Politik noch in vorwurfsvollem Ton wokeness unterstellst.

Elon Musk, der mit Starlink dem iranischen Volk weiterhin Internet zur Verfügung stellt, damit das Regime, welches das Internet abgestellt hat, nicht heimlich Menschen ermorden kann und weiter Information zur Verfügung steht...

Ach ja, der ist damit nun also auch ein Held der Freiheit und des Volkswohls. Vielleicht kann ihn dann ja der Sohn des Schahs, wenn der demnächst mal an die Macht gepusht werden sollte, damit beauftragen, die iranische Verwaltung auf mehr Effizienz zu trimmen. Was als DOGE gut für Amerika war, wird sicherlich auch gut für den Iran sein.

 

 

 

*Wer glaubt, dass die Freiheit des iranischen Volks Trump und seiner Camarilla am Herzen läge, sollte seine Glaubensfähigkeit besser auf den Weihnachtsmann anwenden, da ist nachher die Enttäuschung nicht so groß, wenn man aufwacht.

jack-black antworten
3 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@jack-black 

Ich bin mir gerade nicht ganz sicher: Ist Dein Eingangsposting ein - dann wirklich ziemlich gut gemachter - Satirebeitrag, oder meinst Du das, was Du schreibst, ernst?

Wer kann das heute denn noch so genau unterscheiden? Die Satire von heute ist die Realität von morgen, da kommst du kaum noch hinterher...

 

Und wie die Mullahs im Iran an die Macht kamen - daran kannst Du Dich noch erinnern, oder?

Ja, ich war ja fast dabei damals... als es so richtig losging war ich allerdings nicht mehr dort, aber ich erinnere mich gut daran.

 

Seit wann schert sich Trump um irgendwelche Volksinteressen?

Dann, wenn es ihm nutzt, ganz klar. 

Und was meinst du wohl, wie es seinem Ego schmeichelt, dass ausgerechnet im Iran (!), die in den USA immer den großen bösen Teufel propagierten, das Volk nach dem US-Präsidenten ruft...? Stelle dir mal vor, wie sein (schon jetzt nicht unerhebliches) Ego schier aus allen Nähten platzen würde, wenn es dort zum Regimewechsel kommen und die iranischen Bürger dem US-Präsidenten Donald Trump zujubeln würden?

Ganz abgesehen davon, dass man sich das Öl dort dann auch noch krallen könnte... neben vielen anderen Geschäften. Auch wenn er sich wohl kaum zu einem Marshall-Plan für das gebeutelte Land durchringen könnte - Trump geht es ums kassieren, nicht ums Bezahlen.

 

Dein Hinweis auf Baerbocks feministische Aussenpolitik ließ übrigens bei mir gerade die Frage aufkommen, wessen Framingsbemühungen da gerade bei Dir Früchte tragen. Nicht, dass ich damals sonderlich viel von solchen aussenpolitischen Prioritäten gehalten hätte - aber hinsichtlich Irans sah die deutsche Aussenpolitik in den Jahrzehnten vor Baerbock und nun auch nach Baerbock nicht viel anders aus, warum muss sie also überhaupt erwähnt werden als angeblicher "Höhepunkt"?

Weil es Bearbock war, welche diese Haltung der deutschen Politik auf die Spitze trieb. Denn erhobenen Zeigefinger - das können wir, und das war ja nicht nur bei der Ampelregierung so, das zieht sich schon eine ganze Weile durch, bis heute.

Und ich fand das zunächst ja auch gut und hoffnungsvoll, was Frau Baerbock da so verkündete. Ich hatte damals schon den Iran im Sinn, als sie das sagte, und hatte große Hoffnungen, dass das dann auch Konsequenzen haben würde.

Hatte es aber natürlich nicht... sobald auch nur irgendwer in Deutschland wirtschaftliche Einbussen hätte erleiden können geht natürlich nichts mehr. Also halt warme Worte, mit der wir der Welt zeigen konnten, wie moralisch überlegen wir doch sind. Schaut nur, wie sorgenvoll  wir unsere Stirn in Falten legen können angesichts eures Leidens und Sterbens... das kann keiner so gut wie wir Deutschen! Das hat der Welt  natürlich imponiert!

Dabei ist eine wertebasierte Politik ja etwas Gutes... nicht nur aus moralischen Gründen (Moral in der Politik dient eh nur dem schönen Schein und ist ansonsten wertlos), sondern weil Verlässlichkeit und Regeln ein eigener Wert in der Wirtschaft sind. Das ist etwas, das den USA noch um die Ohren fliegen wird, weil Trump ja deutlich gemacht hat, dass auf diese kein Verlass mehr ist.

Und man kann auch ganz nüchtern argumentieren, dass ein Terrorregime auf Dauer ein Land wirtschaftlich ruiniert. Es ist also auch im deutschen Interesse, wenn der Iran ein freies und liberales Land sein wird - weil man damit viel besser Geschäfte machen kann.

Das sieht wohl auch Trump so - Wobei ihm die Freiheit relativ egal sein dürfte, hauptsache die Wirtschaft läuft und die USA können mitmischen.

Und so macht er eben die Politik, die Deutschland schon lange hätte machen können... mit Sanktionen, Erklärung der Revolutionsgarden zur Terrororganisation, Einfrieren von Vermögen etc... so wie man es mit Russland auch gemacht hat.

Es wäre ein Anfang gewesen...

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 5646

@lucan-7 Ich hatte damals schon den Iran im Sinn, als sie das sagte, und hatte große Hoffnungen, dass das dann auch Konsequenzen haben würde.

Was für Hoffnungen denn? Und dann noch: Große? 😮 

sobald auch nur irgendwer in Deutschland wirtschaftliche Einbussen hätte erleiden können geht natürlich nichts mehr. Also halt warme Worte, mit der wir der Welt zeigen konnten, wie moralisch überlegen wir doch sind. Schaut nur, wie sorgenvoll wir unsere Stirn in Falten legen können angesichts eures Leidens und Sterbens... das kann keiner so gut wie wir Deutschen! Das hat der Welt natürlich imponiert!

Vermutlich nicht so sehr. Und? Mich nervt eine moralisierende Aussenpolitik ja auch etwas, aber vor allem aus ästhetischen Gründen. Inhaltlich finde ich immer noch besser, sorgenvoll die Stirn in Falten zu legen und zu probieren, hinter den Kulissen Kleinigkeiten auszuhandeln, als Menschenrechtsverletzungen gänzlich zu ignorieren und dieses kalte Desinteresse auch noch öffentlich zu signalisieren.

Was Du hier an der Aussenpolitik gegenüber dem Iran kritisierst, wäre ja ebenso und noch stärker gegenüber Nordkorea zutreffend (China ist dann noch eine ganz andere Hausnummer und eigentlich nicht mehr vergleichbar), aber beispielsweise auch gegenüber Saudiarabien. Und wenn wir dann das Moralisieren kritisieren mögen und da Heuchelei vermuten - warum stellst Du uns nicht auch in Sachen Nordkorea oder Saudiarabien den US-Präsidenten als leuchtendes Beispiel hin?

Was soll die Bundesregierung denn tun - also was, das mit dem Völkerrecht vereinbar wäre und was nicht absehbar den deutschen Interessen widerspräche oder die Zivilbevölkerung im Iran stärker als die Machthaber träfe (ich verweise mal auf die so wunderbar funktionierenden Sanktionen, mit denen man seit Jahrzehnten den Iran belegt hat)?

 

Und man kann auch ganz nüchtern argumentieren, dass ein Terrorregime auf Dauer ein Land wirtschaftlich ruiniert. Es ist also auch im deutschen Interesse, wenn der Iran ein freies und liberales Land sein wird - weil man damit viel besser Geschäfte machen kann.

Ja. Darin sind wir uns sogar einig. Und nun nenne mir bitte mal den Wirkmechanismus, mit welchem deutsche Aussenpolitik da das "Terrorregime" des Iran wegbekommen könnte. Und bitte dabei im Hinterkopf behalten, wie supi der "arabische Frühling" funktionierte (von wegen: Elon Musk und sein Starlink werden's schon richten - Twitter wurden damals ja ähnliche oder sogar noch magischere Kräfte zugetraut...) oder die Erziehung Afghanistans zur Demokratie.

Das Mullah-Regime mag von mir aus gern fallen - aber den Job muss das iranische Volk erledigen. Wieviel Prozent der iranischen Bevölkerung nämlich hinter ihm stehen, ist ziemlich schwer von aussen auszumachen. Berichten aus Teheran, gern noch von Twitter/X-Journalisten, darüber, wie die Stimmung im Lande aussehe, vertraue ich persönlich wenig. Der Großstadt-Bias hat seit Jahrzehnten immer wieder mal den Eindruck vermittelt, Iran stünde kurz vor'm Umsturz. Und dann war's doch wieder nix und bei den Wahlen stand die Landbevölkerung erstaunlich massiv hinter der Regierung.

Na gut - das alles kann man aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und es liegt mir fern, ein theokratisches Regime schön und erfolgreich zu reden.

Aber Trump als positives Gegenbeispiel? Auch nur die Andeutung, das von Dir angesprochene "Leiden und Sterben" der iranischen Zivilbevölkerung könnte eins seiner Motive sein, ist lächerlich. Trump könnte, wenn er Leiden und Sterben von Zivilisten verringern wollte, an tausend Ecken viel bewirken, z.B. per Rückkehr zu US-AID . Aber ausgerechnet im Iran? Was könnte da neben der Gier nach noch mehr Öl denn vielleicht sonst noch dahinter stecken? Z.B. die Interessen der zwei Erzfeinde des Irans in der Region: Israel und - hoppla! - Saudiarabien? Könnten womöglich Rüstungsgeschäftspläne da eine Rolle spielen? Wie geil wäre es doch aus Perspektive der USA, wenn man sowas wie einen schön lang sich hinstreckenden Bürgerkrieg im Iran anzetteln oder zumindest tüchtig mit anfachen könnte? Na gut, der Irak taugt da gerade nicht als Proxi, aber die Golfstaaten haben doch genügend Geld und nachdem die Saudis sich gerade etwas aus dem Jemen zurückziehen und es ihnen womöglich langsam langweilig wird, äthiopische Flüchtlinge an den Grenzen abzuknallen...? Und na klar: China und Iran haben Verbindungen, und was den Chinesen schadet, kann ja nicht schlecht sein.

Zusammengefasst: Ich kann mir sehr gute Gründe vorstellen, derentwegen Trump jetzt so tut, als wollte er ernsthaft der iranischen Zivilbevölkerung (oder, noch lachhafter: den Rechten der Frauen im Iran...) beispringen. Empathie für die iranische Bevölkerung, dessen bin ich mir sicher, befindet sich nicht unter diesen Gründen.

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27365

@jack-black 

Was für Hoffnungen denn? Und dann noch: Große? 😮 

Was ich geschrieben hatte: Revolutionsgarden auf die Terrorlisten, Sanktionen auch gegen Einzelpersonen etc... da wäre noch einiges möglich gewesen.

 

Vermutlich nicht so sehr. Und? Mich nervt eine moralisierende Aussenpolitik ja auch etwas, aber vor allem aus ästhetischen Gründen.

Es ist auch praktisch völlig daneben. In China reagierte man ja recht verärgert auf die moralisierende Haltung etwa bezüglich der Uiguren. Und was tat Deutschland? Selbstverständlich nichts... was hätte  man auch tun sollen? Etwa auf Geschäfte verzichten? Dann doch lieber nichts mehr sagen.

Und dann hätte man es doch auch besser gleich bleiben lassen können. Wenn wir Saudi-Arabien Waffen verkaufen können, weil wir diese Leute als "Verbündete" betrachten, dann ist es lächerlich anderswo auf die Einhaltung von Menschenrechten zu pochen... und dann eilig zurück zu rudern, bevor es am Ende finanzielle Einbussen geben könnte.

 

Was Du hier an der Aussenpolitik gegenüber dem Iran kritisierst, wäre ja ebenso und noch stärker gegenüber Nordkorea zutreffend (China ist dann noch eine ganz andere Hausnummer und eigentlich nicht mehr vergleichbar), aber beispielsweise auch gegenüber Saudiarabien.

Richtig. Wobei man hier aber auch wirtschaftlich argumentieren kann: Bei Saudi Arabien drücken wir ein Auge zu, weil die viel Geld haben. Da muss man eben Interessen abwägen.

Der Iran hat aber nicht viel Geld. Also müssen wir da auch keine entsprechenden Interessen abwägen... bzw.: Ein freier Iran wäre viel besser für die deutsche Wirtschaft, also braucht man sich da auch nicht zurück zu halten.

 

Aber Trump als positives Gegenbeispiel? Auch nur die Andeutung, das von Dir angesprochene "Leiden und Sterben" der iranischen Zivilbevölkerung könnte eins seiner Motive sein, ist lächerlich.

Ich habe nicht über seine Motive spekuliert, sondern nur das angesprochen, was er tut. Und das ist genau das, was ich gerade schrieb: Trump weiss, dass es für die USA wirtschaftlich von Vorteil wäre, wenn das Regime dort fällt. Also stellt er sich auf die Seite des Volkes.

Wäre das Regime auf der Seite der USA, dann hätten die Mullahs jetzt sehr viel Geld und sehr viele Waffen, um weiter ihr Volk unterdrücken zu können und Trump würde der Regierung helfen... aber die waren ja blöd genug, die USA zum Feindbild zu machen.

 

Und nun nenne mir bitte mal den Wirkmechanismus, mit welchem deutsche Aussenpolitik da das "Terrorregime" des Iran wegbekommen könnte. Und bitte dabei im Hinterkopf behalten, wie supi der "arabische Frühling" funktionierte (von wegen: Elon Musk und sein Starlink werden's schon richten - Twitter wurden damals ja ähnliche oder sogar noch magischere Kräfte zugetraut...) oder die Erziehung Afghanistans zur Demokratie.

Ich hatte schon einmal auf den Fehler hingewiesen, dass wir "arabische"/muslimische Staaten (die Iraner sind keine Araber) irgendwie als ähnlich betrachten, mit ähnlichen Verhältnissen. Das ist aber nicht der Fall. Der Iran ist strukturell ein modernes Land mit einem hohen Bildungsgrad und einer sehr langen Geschichte, mit der sich die Bevölkerung identifiziert. Das hast du weder in Afhanistan noch in Tunesien oder Syrien.

Dort identifizieren sich die Menschen nicht mit dem Staat, sondern mit ihrem Stamm, ihrer Familie, ihrem Dorf. Der "Staat", das sind korrupte Menschen, denen die Bevölkerung egal ist, die aber das Militär haben und sich bereichern. Der wichtigste Unterschied zum Iran ist, dass jede Ethnie dort für sich steht und die Anderen misstrauisch beäugt.

Diese Situation hast du im Iran nicht. Dort hast du ein Volk, das sich mehrheitlich als "Iraner" begreift. Sie identifizieren sich mit ihrem Staat, aber nicht unbedingt mit ihrer Regierung.

Zudem finden dort auch regelmäßig Wahlen statt - wenn auch bisher vom Staat gesteuert. Die Menschen haben einen hohen Bildungsgrad, die Jugend ist modern und orientiert sich am Westen. Die feiern Partys wie auch hierzulande, Mädchen und Jungs zusammen, und natürlich ohne Kopftücher (natürlich nicht alle Jugendlichen... aber in den großen Städten ist das ganz normal). Und die Befreiung geht vom Volk selbst aus.

Das kannst du nicht vergleichen (Im Sinne von gleichsetzen).

lucan-7 antworten


Seite 1 / 3
Teilen:

Hey du!

Dieses Forum ist für dich kostenlos.
Das funktioniert nur, weil uns treue Menschen regelmäßig mit ihrer Spende unterstützen.
Bist du dabei?