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Iran: Trump verteidigt die Freiheit!

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Lucan-7
Themenstarter
Beiträge : 27454

Zur Zeit  toben einmal  wieder Demonstrationen im Iran gegen das mörderische radikalislamische und terroristische Regime. Die Menschen stehen auf und kämpfen für Werte, die auch wir in Deutschland immer wieder hoch halten: Freiheit, Gleichberechtigung, Menschenwürde.

Und was geben wir in Deutschland nicht auf unsere Werte! Wir haben ja auch sonst nichts Anderes... militärisch und wirtschaftlich haben wir nichts zu melden (also, wirtschaftlich schon, aber bitte nicht so, das wir selber dabei Wohlstand einbüssen würden!) - aber hey, die WERTE! Damit sind wir doch groß! 

Den Höhepunkt fand das Ganze mit der "Feministischen Aussenpolitik" von Baerbock... was konkret bedeutete:  Warme  Worte für alle, die es hören wollten - auch wenn niemand zuhörte. Aber egal - wir sind so moralisch, am deutschen Wesen soll die Welt  genesen! Kann man doch sicher so sagen... der Spruch ist sicher unbelastet, oder?

Nun, jedenfalls kämpft da im Iran ein Volk um seine Freiheit. Also, wirklich das VOLK. Menschen setzen ihr Leben ein, um sich vom Joch der religiösen Tyrannei zu befreien, auch im Namen des Humanismus, der Meinungsfreiheit, der Religionsfreiheit und der Gleichberechtigung! Befreiung der unterdrückten Frauen!

Und was  macht Deutschland? Mit seiner ganzen Moral? Mit seinen ganzen linken Feministen? Mit allen Idealen von Menschlichkeit und Freiheit?

Na ja... GAR NICHTS. Man druckst halt so herum.

Die Iranischen Revolutionsgarden auf die Terrorliste setzen? Ja nein... das will wohlüberlegt sein...

Iranische Gelder einfrieren...? Ja nein... die Wirtschaft... das will wohlüberlegt sein...

Deutliche Worte und Sanktionen...? Nein! Wirtschaft! Das muss wohlüberlegt sein... nichts überstürzen! Das Völkerrecht stützt auch Diktaturen!

 

Und was tut Donald Trump?

Poltert herum, macht viel Wind, tut gar nichts, markige Sprüche wie immer... ABER ER STELLT SICH KLAR AUF DIE SEITE DES IRANISCHEN VOLKES!

Und wer hilft ihm gerade...?

Elon Musk, der mit Starlink dem iranischen Volk weiterhin Internet zur Verfügung stellt, damit das Regime, welches das Internet abgestellt hat, nicht heimlich Menschen ermorden kann und weiter Information zur Verfügung steht...

 

Wenn Elon Musk und Donald Trump die Freiheit der Menschen im Iran verteidigen, während Deutschland schweigt und einzig Jens Spahn sich klar positioniert... dann stimmt hier gewaltig etwas nicht!

 

Ich finde es absolut beschämend, was hier gerade passiert... Deutschland ist nicht nur wirtschaftlich und militärisch, sondern auch moralisch auf einem absoluten Tiefpunkt angekommen.

Wie seht ihr das...?

Antwort
149 Antworten
1-ichthys
Beiträge : 835

@lucan-7 

Ich bin etwas verwirrt. Normalerweise würde ich sagen, dass Dein Beitrag Satire ist, aber in dem Fall ist es schwer auszumachen. 

Und solltest Du dies nicht satirisch meinen, dann antworte ich: Nein, Trump verteidigt keine Freiheit, sondern er lässt nur seine Moralvorstellungen gelten, und wenn es sein muss, mit militärischen Mitteln. 

1-ichthys antworten
6 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27454

@1-ichthys 

Ich bin etwas verwirrt. Normalerweise würde ich sagen, dass Dein Beitrag Satire ist, aber in dem Fall ist es schwer auszumachen. 

Nein, Satire ist es nicht. Und natürlich ist Trump weder ein Demokrat noch ein Freiheitskämpfer.

Und dennoch, so scheint es zumindest, tut er jetzt das Richtige. Ob das so bleibt wird man sehen... ich bezweifle, dass es die Situation dort verbessern würde, wenn es tatsächlich zu Bombardierungen kommt.

Aber die Regierung dort steht unter Druck, und das halte ich - in der jetzigen Situation - für richtig.

lucan-7 antworten
1-ichthys
(@1-ichthys)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 835

@lucan-7 

Er tut das aber  nur, weil es seinen Interessen entspricht.  Die Leute sind ihm doch leider egal.

1-ichthys antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27454

@1-ichthys 

Er tut das aber  nur, weil es seinen Interessen entspricht.  Die Leute sind ihm doch leider egal.

Wenn es aber nun den Leuten hilft... auch wenn es Trump egal ist?

 

lucan-7 antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4153

@lucan-7 

Irgendwelche Interessen von jemandem werden immer bedient. Die Frage ist, ob man anhand der Ansichten einzelner Personen, die alles aus ihrem eigenen Blickwinkel sehen, wirklich den "Erfolg" von Politik bewerten kann. Oder den Blick fürs große Ganze verliert.

Bestes Beispiel sind die Exil-Venezolaner, die über den Sturz von Maduro jubeln, während die Venezolaner vor Ort eher Skeptizismus aufweisen. 

 tut er jetzt das Richtige. Ob das so bleibt wird man sehen...

Eben. Das ist unklar ohne Ende. Aber wenn du verfrühten Optimismus unbedingt zelebrieren willst, bitte...

lg Tatokala

tatokala antworten
1-ichthys
(@1-ichthys)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 835

@tatokala 

Die Exil-Venezolaner werden sich noch wundern, wenn Rassist Trump und ICE sie aus den USA  schmeißen! 

1-ichthys antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27454

@tatokala 

Oder den Blick fürs große Ganze verliert.

Bestes Beispiel sind die Exil-Venezolaner, die über den Sturz von Maduro jubeln, während die Venezolaner vor Ort eher Skeptizismus aufweisen. 

Und was genau bringt der Blick für das "Große Ganze" an dieser Stelle für Erkenntnisse...?

 

Eben. Das ist unklar ohne Ende. Aber wenn du verfrühten Optimismus unbedingt zelebrieren willst, bitte...

Und was sollte Trump deiner Ansicht nach tun, wenn wir von einer pessimistischen Perspektive ausgehen...?

 

lucan-7 antworten


Helmut-WK
Beiträge : 9612

Nun, jedenfalls kämpft da im Iran ein Volk um seine Freiheit. Also, wirklich das VOLK.

Ein Volk ist selten monolithisch - nicht nur bei AfD & Co. lohnt sich die Frage, wer »das Volk« konkret ist.

1978, als der Schah gestürzt wurde, waren die Bazaris die treibenden Kräfte, die dafür sorgten, dass die Proteste nie aufhörten. Nach jeder Demonstration kam 40 Tage später der Tag, an dem traditionell an die verstorbenen gedacht wurde, und damit neue Demos und weitere Tote. Bei Protesten gegen die Mullahs haben sich die Bazaris eher zurückgehalten. Aber jetzt geht der Protest von ihnen aus.

"It's the economy, stupid!" (»Es geht um die Wirtschaft, Dummerchen!«) gilt eben nicht nur für US-Wahlen …

Aber wohin wird das führen? Entweder stürzt das Regime, oder es wird so schlimm wie in Syrien (und wie es dann ausgeht, wer weiß?).

Eine Erfahrung von 1978 war ja, dass es nicht automatisch besser wird, nur weil sich was ändert. Es ist völlig unklar, wer nach einem Regimewechsel an die Macht kommt - bisher ist nur der Schah-Sohn im Gespräch.

Wir können nur hoffen und beten, dass es am Ende ein besserer Iran wird. Und wer Einfluss hat (also insbesondere die Regierung), kann versuchen, die Entwicklung in eine gute Richtung zu beeinflussen.

Und was macht Deutschland? …

GAR NICHTS. Man druckst halt so herum.

Nicht nur die Regierung ist so. Bei »Frau, Leben, Freiheit« waren gefühlt 100.000 in Berlin auf der Straße (ja, auch ich). Und jetzt? Wie viele demonstrieren für Gaza, wie viele für den Iran?

Wenn Elon Musk und Donald Trump die Freiheit der Menschen im Iran verteidigen, während Deutschland schweigt und einzig Jens Spahn sich klar positioniert... dann stimmt hier gewaltig etwas nicht!

Ja, da stimmen zwei Dinge nicht. Einmal sind die Demokraten Europas untätig und zeigen (schon wieder …), wie viel die vielgerühmten »Werte« wirklich wert sind. Und zweitens hilft Trump dem Volk ja nicht, weil er die Menschen im Iran gerne frei sehen würde, sondern weil er die macht Russlands verkleinern will (kann Jack Black erläutern, wer noch verliert, wenn die Mullahs gehen müssen) und die Macht der USA vergrößern will. Ein Regimewechsel, verbunden mit einem Deal über günstiges Öl, oder so ähnlich …

Deutschland ist nicht nur wirtschaftlich und militärisch, sondern auch moralisch auf einem absoluten Tiefpunkt angekommen.

Stimmt, siehe oben.

Ich werd mal in der Versammlungsliste Berlin schauen, wann ich in der nächsten Woche mitdemontrieren kann. Und beten …

hkmwk antworten
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Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27454

@hkmwk 

Ein Volk ist selten monolithisch - nicht nur bei AfD & Co. lohnt sich die Frage, wer »das Volk« konkret ist.

Natürlich gibt es da mehrere Gruppen, sonst würde es da keine Kämpfe geben. Aber das iranische Volk ist wesentlich einheitlicher als im Vielvölkerstaat Syrien, insbesondere identifizieren sie sich größtenteils mit ihrem Land, seiner Geschichte und Kultur - das ist in Syrien  viel weniger ausgeprägt, wenn überhaupt.

 

Nicht nur die Regierung ist so. Bei »Frau, Leben, Freiheit« waren gefühlt 100.000 in Berlin auf der Straße (ja, auch ich). Und jetzt? Wie viele demonstrieren für Gaza, wie viele für den Iran?

Das finde ich eben auch sehr bezeichnend... gegen Israel ist die selbsternannte intellektuelle Elite ganz schnell auf der Straße, von wegen Unterdrückung eines armen Volkes.

Gegen das mörderische Mullah-Regime schweigt man lieber, von wegen... Völkerrecht, Islamophobie und, nicht wahr... kann man ja nicht machen.

Und das ist nicht einfach nur whataboutism, weil man halt nicht gegen jedes Terrorregime auf die Straße gehen kann... das hat schon System, dass hier einseitig USA/Israel in den Fokus genommen werden, islamische Regime hingegen nicht.

lucan-7 antworten
Meriadoc
Beiträge : 545

@lucan-7 

 

Noch beschämender ist, das Linke gegen Israel poltern, mörderische HAMAS Freunde (auch manch Iraner und Huthis) bejubeln. Den meisten Iranern ist es egal was mit Israel ist. 

Jedenfalls sind diese dreckigen Israelhasser Heuchler.

 

M.

 

 

 

Mit AfD und Anarchie, zertrümmert man Demokratie.

Lasst euch nicht von denen BRDigen.

 

meriadoc antworten
1 Antwort
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27454

@meriadoc 

Noch beschämender ist, das Linke gegen Israel poltern, mörderische HAMAS Freunde (auch manch Iraner und Huthis) bejubeln. Den meisten Iranern ist es egal was mit Israel ist. 

Jedenfalls sind diese dreckigen Israelhasser Heuchler.

Eigentlich nicht... sie zeigen eigentlich ziemlich deutlich, was von ihnen zu halten ist.

Wobei ich da natürlich nicht alle Leute über ein Kamm scheren will. Es ist absolut legitim, sich für die palästinensischen Völker einzusetzen, die unter der Situation leiden. Und auch Demonstrationen gegen das israelische Vorgehen sind berechtigt.

Aber wenn das nicht ohne Distanzierung von der Hamas  stattfindet, sondern diese ganz im Gegenteil noch bejubelt wird - dann ist da klar eine Grenze überschritten und man sieht sehr genau, was das für Leute sind und was sie wollen...

 

lucan-7 antworten


Blackhole
Beiträge : 1255

@lucan-7 

Vielleicht sollte man sich von Deutschland aus auch nach der "Drecksarbeit" besser zurückhalten. 
Man hat von hier aus ja auch Israels Bombardierung des Iran bejubelt. 
Kleiner Tipp: Auch Menschen, die in Diktaturen leben, mögen es nicht, bombardiert zu werden. 

Der Iran wurde acht verdammte Jahre lang bombardiert. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Golfkrieg#Ergebnis
Die Machtergreifung des Mullah-Regimes 1979 nahmen nämlich etliche Länder zum Anlass, den Irak und den Iran als Waffentestgelände zu benutzen. Beide Seiten wurden endlos mit Waffen beliefert. 
https://www.zeit.de/1985/13/krieg-iran-irak-bomben-auf-zivilisten

Ergebnis: 
Am Ende saßen beide Diktaturen nur umso fester im Sattel. Weder die Irakis noch die Iraner hatten mehr Kraft, ihr Regime zu stürzen. Sie hatten anderes zu tun. Tote betrauern, Invalide versorgen, Trümmer räumen, Minen räumen, Blindgänger räumen. 

Man kann kein Land in die Demokratie bomben. 
Im Bombenhagel haben die Leute mit Überleben zu tun, nicht mit Demokratisierung. 

Normalerweise bin ich auch ein Feind davon, daß die bundesdeutsche Linke gegenüber ausländischen Diktatoren traditionell sehr nachgiebig ist. 
Aber nach der "Drecksarbeit" ist es besser, sich von Deutschland aus erstmal zurückzuhalten. 
Dem Vernehmen nach hat man das mit der "Drecksarbeit" im Iran nämlich mitbekommen: 
https://www.tagesspiegel.de/kultur/krieg-gegen-den-iran-navid-kermani-kritisiert-merz-wegen-drecksarbeit-13894477.html

blackhole antworten
7 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27454

@blackhole 

Vielleicht sollte man sich von Deutschland aus auch nach der "Drecksarbeit" besser zurückhalten.

Man sollte an dieser Stelle allerdings schon sagen, dass es Merz wohl um die Verhinderung der iranischen Atombombe ging, nicht um die Bombardierung der Bevölkerung. 

Inwieweit die Bombe tatsächlich verhindert wurde lässt sich von aussen kaum beurteilen. Dass ein Iran mit Atombombe aber ein ungeheuer großes Risiko gewesen wäre dürfte wohl klar sein. Nicht nur wegen des Irans allein - ein atomar bewaffneter Iran hätte in jedem Fall ein atomar bewaffnetes Saudi-Arabien zur Folge gehabt... und wer weiss, was sonst noch.

 

Ergebnis:
Am Ende saßen beide Diktaturen nur umso fester im Sattel. Weder die Irakis noch die Iraner hatten mehr Kraft, ihr Regime zu stürzen. Sie hatten anderes zu tun. Tote betrauern, Invalide versorgen, Trümmer räumen, Minen räumen, Blindgänger räumen.

Man kann kein Land in die Demokratie bomben.

Das passiert ja gerade nicht. Das iranische Volk selbst setzt zu einer weiteren Revolution an. 

Jetzt Bomben abzuwerfen würde ich auch für einen Fehler halten - aber die Drohung der USA, möglicherweise irgendetwas zu tun dürfte das Regime gerade nach der Entführung Maduros ziemlich nervös machen.

 

 

lucan-7 antworten
Blackhole
(@blackhole)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 1255

@lucan-7 

Daß der Iran "kurz vor der Atombombe" gestanden hätte, darüber gibt es verschiedene Meinungen. 
Die von Roderich Kiesewetter, daß die Woche drauf mit Sicherheit eine iranische Atombombe Berlin getroffen hätte, ist eine Meinung. 
Die der IAEA, die zwar Verstöße, aber keine unmittelbare Gefahr sah, ist eine andere Meinung. 
Neben einem nuklearen Sprengkopf benötigt man natürlich auch eine Trägerrakete, und die hat der Iran noch lange nicht. 

"Das passiert ja gerade nicht. Das iranische Volk selbst setzt zu einer weiteren Revolution an."
Tja, vielleicht bräuchte das iranische Volk das Mullah-Regime jetzt nicht abzusetzen. Vielleicht sind die bislang 60 Toten im Iran völlig umsonst gestorben. 
Denn vielleicht hätte sich das Mullah-Regime niemals derart gefestigt, wenn der Iran nicht acht verdammte Jahre bombardiert worden wäre!!

 

LEICHEN! HUNGER! CHAOS! NOCH MEHR LEICHEN! ZERFETZTE VERBRANNTE VERSTÜMMELTE LEICHEN! ZERFETZTE VERBRANNTE VERSTÜMMELTE KINDER! UND HUNGER! DIE VERZWEIFELTE SUCHE NACH ETWAS ZU ESSEN! INVALIDE HEIMKEHRER VON DER FRONT! GEISTIG UMNACHTETE HEIMKEHRER VON DER FRONT, DIE DAHEIM AN FRAUEN UND KINDERN AUSLASSEN WORÜBER SIE NICHT SPRECHEN KÖNNEN! DAS WAR DIE VERDAMMTE REALITÄT DES IRAN VON 1980 BIS 1988! UND VIELLEICHT LIEGT ES IM BEREICH DES MÖGLICHEN, DAß DIE MENSCHEN DABEI ERSTMAL VERSUCHEN ZU ÜBERLEBEN; STATT ÜBER DIE ZUKÜNFTIGE STAATSFORM ZU THEORETISIEREN!! VIELLEICHT LIEGT ES IM BEREICH DES MÖGLICHEN, DAß DIE MENSCHEN ERSTMAL IHRE TOTEN BETRAUERN, STATT ÜBER DEMOKRATIE ZU PHILOSOPHIEREN! VIELLEICHT VERSUCHEN DIE MENSCHEN ERSTMAL, DEN GERUCH VON VERBRENNENDEM MENSCHENFLEISCH ZU VERGESSEN, STATT ÜBER DEMOKRATIE ZU THEORETISIEREN! 

blackhole antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27454

@blackhole 

Daß der Iran "kurz vor der Atombombe" gestanden hätte, darüber gibt es verschiedene Meinungen.
Die von Roderich Kiesewetter, daß die Woche drauf mit Sicherheit eine iranische Atombombe Berlin getroffen hätte, ist eine Meinung.

Das erscheint mir als ziemlich unsinnige Ansicht.

Für mich sind die technischen Voraussetzungen entscheidend: Also, wie viele Zentrifugen hatte der Iran, wieviele sind einsatzbereit, wieviel angereichertes Uran zu wieviel Prozent hatte der Iran zur Verfügung - und wieviel braucht man davon, um eine Atombombe zu bauen?

Zur Rechnung gehört dazu, dass die ersten Anreicherungen am längsten dauern und es gegen Ende dann mit sehr weniger Zentrifugen recht schnell gehen kann - und genau an diesem Punkt war der Iran angekommen.

Hinzu kommt der Umstand, dass der Grad der erreichten Anreicherung weder für Kernkraftwerke noch für medizinische Zwecke notwendig gewesen wäre.

Deshalb war es auch logisch, dass Israel losschlagen würde, nachdem sie das Abkommen nicht akzeptiert haben. Was ich übrigens vor langer Zeit hier auch schon mal geschrieben hatte.

 

DAS WAR DIE VERDAMMTE REALITÄT DES IRAN VON 1980 BIS 1988! UND VIELLEICHT LIEGT ES IM BEREICH DES MÖGLICHEN, DAß DIE MENSCHEN DABEI ERSTMAL VERSUCHEN ZU ÜBERLEBEN; STATT ÜBER DIE ZUKÜNFTIGE STAATSFORM ZU THEORETISIEREN!!

Entschuldige, aber was ist eigentlich los mit dir...? Sorry, ernst gemeinte Frage. 

Du schreibst von einer Zeit, die 40 Jahre zurück liegt. Und ich erinnere mich gut daran, ich bin im Iran zur Schule gegangen und hatte Freunde dort. Und ich weiss, was da passiert ist und wie das Regime den Krieg für sich ausgenutzt hat. Und ich habe mit Iranern gesprochen, die damals im Krieg waren, und was diese dort erlebt haben.

Das ist jetzt allerdings eine neue Generation dort. Eine Generation, die noch immer genau so fortschrittlich und modern ist wie ihre Eltern es einst waren. Die Mullahs habe es nie geschafft, die Iraner in ihrer Gesamtheit zu hasserfüllten Fanatikern heranzuziehen, insbesondere nicht in den gebildeten Kreisen der Städte.

Aber sie haben immer wieder Schergen gefunden, die Gefallen daran haben, ein Machtgefühl gegenüber anderen mit Gewalt auszuleben, so wie es alle Diktaturen tun.

Aber jetzt sind die Mullahs am Ende... nicht weil sie keine Schergen oder keine Waffen mehr haben - sondern weil ihnen das Geld ausgeht. Sie können ihre Bürger nicht mehr versorgen und auch kein neues Geld mehr beschaffen.

Und deshalb ist es auch richtig, jetzt über die Zukunft des Landes zu reden - und nicht die Vergangenheit zu betrauern... denn das wird so oder so geschehen. Aber es bringt das Land nicht weiter...

lucan-7 antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9612

@lucan-7 

Die Mullahs habe es nie geschafft, die Iraner in ihrer Gesamtheit zu hasserfüllten Fanatikern heranzuziehen, insbesondere nicht in den gebildeten Kreisen der Städte.

Am Anfang hatten die Leute Illusionen über die Revolution. Als der SPIEGEL beschrieb, was unter Khomeini zu erwarten ist, verteilten an der Uni Köln (und sicher nicht nur dort) iranische Studenten Flugblätter mit dem Inhalt: Der Spiegel lügt, das iranische Volk will so etwas nicht. Sie waren auch im Gespräch nicht davon zu überzeugen, dass das, was Khomeini plante, nicht das Gleiche war wie der Wille des Volks.

Zunächst konnten sich die Mullahs neben den Profiteuren der Revolution auf die Masse der ungebildeten Dorfbewohner (und einfachen Arbeiter?) stützen, im Gegensatz zur gebildeten Elite. Spätestens mit der aktuellen Wirtschaftskrise ist die inzwischen verschwunden.

Um die jetzige Revolution niederzuschlagen, wird ein riesiges Blutvergießen nötig sein. Vorausgesetzt, es gibt genügend »Schergen«, die bereit sind, es anzurichten. Interessant wäre auch, ob Iran Hilfe aus Russland bekommt (Stichwort »wie in Syrien«).

Und deshalb ist es auch richtig, jetzt über die Zukunft des Landes zu reden

Und dazu gehört die Frage: Wer wird nach den Mullahs die Macht bekommen? Was will Herr Pahlevi, für welche Politik steht er? Und welche Aspiranten gibt es sonst noch?

hkmwk antworten
Blackhole
(@blackhole)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 1255

@lucan-7 

Du musst jetzt ganz stark sein, ich habe dir etwas zu sagen, was für dich nur schwer zu ertragen ist. 
Es wird dich in deinem inneren Selbstverständnis sehr erschüttern. 
Hier schonmal die Nummer der Telefonseelsorge, die du vielleicht gleich brauchst: 08001110111. 
Ist übrigens kostenlos, auch wenn es eine 0800er-Nummer ist. 

Also, ich lasse dir Zeit zum runterscrollen. 

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Du bist ein Mensch. 
Du bist keine allwissende Gottheit. Du bist nicht besser, größer und wissender als wir anderen auch. 
Du bist kein Experte für alles. Jeder hat ein Fachgebiet, auf dem er/sie Fachwissen hat. Und die IAEA weiß über die iranischen Atomanlagen Bescheid. 

Auch ich habe mit Iranern gesprochen, die Iraner die ich persönlich kenne sind keine strenggläubigen Muslime, also garantiert keine Anhänger des Regimes, aber keiner von ihnen war über die jüngsten von Israel ausgehenden Bombardierungen begeistert. 
Sie hassen das Regime, aber sie hassen es auch, daß ihre Angehörigen bombardiert werden. 
Sie wollen nicht bombardiert werden. Weder von Israel noch von den USA. 

blackhole antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9612

@blackhole 

Jeder hat ein Fachgebiet, auf dem er/sie Fachwissen hat. Und die IAEA weiß über die iranischen Atomanlagen Bescheid.

Wie viel weiß sie über die Verschleierungstechniken des Irans?

Auch die IAEA weiß nicht alles und könnte sich irren.

Wie nah der Iran an einer funktionstüchtigen Bombe war ist nicht klar. Noch weniger klar ist, wie viel von der Anreicherungstechnik die Bombardierung überstanden hat nur »nur« ausgebuddelt und gereinigt werden muss, um weiter zu machen. Das angereicherte Uran ist jedenfalls noch vorhanden, vermutlich reicht Chemie aus, um es in den Zustand zu versetzen, den es vor der Bombardierung hatte.

hkmwk antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27454

@blackhole 

Du musst jetzt ganz stark sein, ich habe dir etwas zu sagen, was für dich nur schwer zu ertragen ist.
Es wird dich in deinem inneren Selbstverständnis sehr erschüttern.

Komm' mal wieder runter...

Du informierst dich über Dinge, ich informiere mich über Dinge, andere informieren sich über Dinge... und dann tauschen wir uns manchmal darüber aus, wie auch hier. Manchmal  liegen wir falsch, manchmal haben wir recht.

Manchmal bringt uns das weiter, manchmal auch nicht.  Und mehr ist es nicht.

Und mehr möchte ich an dieser Stelle auch nicht sagen, auch wenn mir da gerade manches durch den Kopf geht.

lucan-7 antworten
1-ichthys
Beiträge : 835

Wir müssen uns darauf einstellen, dass dieser Psychopath Trump Grönland, nach Art und Weise der Krim, einverleiben wird und die Europäer zu feige sein werden, dagegen vorzugehen.  Trump will keine Freiheit, nur Deals.

1-ichthys antworten
6 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27454

@1-ichthys 

Wir müssen uns darauf einstellen, dass dieser Psychopath Trump Grönland, nach Art und Weise der Krim, einverleiben wird und die Europäer zu feige sein werden, dagegen vorzugehen.  Trump will keine Freiheit, nur Deals.

Ich vermute, er wird eben deswegen einen "Deal" mit den Grönländern schliessen wollen.

Etwa eine Volksabstimmung, ob man zu den USA gehören will... und eine Geldprämie für jeden Einwohner, wenn sie dafür stimmen. 100.000 Dollar für jeden Grönländer stehen schon im Raum, vielleicht kann man da noch weiter hoch handeln.

Wäre mal etwas Neues... und was könnte man dagegen schon sagen...?

lucan-7 antworten
1-ichthys
(@1-ichthys)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 835

@lucan-7 

Die Grönländer und die Dänen gehören  seit langem zusammen und es wird keine Einigung auf finanzieller Basis geben.  Und dann wird Trump Grönland anektieren, wie Putin die Krim anektierte. Trump tickt wie Putin. 

1-ichthys antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27454

@1-ichthys 

Die Grönländer und die Dänen gehören  seit langem zusammen und es wird keine Einigung auf finanzieller Basis geben. 

Die Grönländer wurden von Dänemark kolonialisiert. Noch in den 1960er Jahren wurden von Dänemark Zwangssterilisationen bei Grönländerinnen durchgeführt... das hat nicht gerade zur Identifikation beigetragen.

Und Geld ist immer ein Anreiz. Warum auch nicht? Warum kein besseres Leben wählen, wenn es einem angeboten wird?

Klar, Europa hat den besseren Sozialstaat und alles... aber genau das wird ja irrelevant, wenn man Geld hat.

Die größte Schwierigkeit für Trump wäre es, seinen Wählern zu erklären, warum er wildfremde Menschen ohne US-Staatsbürgerschaft reich machen will...

lucan-7 antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9612

@1-ichthys (zum Beitrag)

Die Grönländer und die Dänen gehören seit langem zusammen und es wird keine Einigung auf finanzieller Basis geben.

Dänemark wird Grönland nicht verkaufen. Aber das Szenario von Lucan, dass Trump Grönland dadurch »kauft«, indem er jedem, der mit ja stimmt, 100.000 $ gibt (das wären ungefähr 6 Milliarden Dollars insgesamt), hört sich schon ziemlich realistisch an.

Ich hätte  durch jemand, der es nicht zu entscheiden hat, aber doch offiziell genug ist, um ein Signal zu senden, sagen lassen: Wenn ihr Grönland wollt, gebt uns als Ausgleich New England (NY State und alles Nordwestlich davon). Also Land gegen Land - über die Details des Deals (z.B. die genaue Grenze von Neudänemark zu den USA) lässt sich immer noch reden 😉 Und wenn sich Trump auf den Deal nicht einlassen will, bekommt er Grönland eben nicht.

Das wäre ein Verhandlungsstil wie Trump, so was versteht er sicher besser als die jetzigen Proteste.

Trump tickt wie Putin.

Putin ist viel rationaler. Und anders als Trump längst unbestrittener Alleinherrscher. Trump muss sich im Zweifelsfall noch mit dem Kongress herumschlagen. Eine Spezialoperation wie in Venezuela ist das eine - erinnere dich an Noriega! - die nicht willkommene Besetzung eines Verbündeten das Andere.

Als Island 1940 von GB und dann den USA besetzt wurde, hatte der dänische König wohl nichts dagegen einzuwenden, besser als eine Besatzung durch Deutschland war das allemal. Das ist keine wirkliche Parallele.

hkmwk antworten
1-ichthys
(@1-ichthys)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 835

@hkmwk 

In Wahrheit will Trump die Bodenschätze Grönlands auf Kosten der Umwelt und den Bürgern ausbeuten!

Ich glaube schon, dass Trump und Putin gleich ticken. Auch Trump wäre und ist bereit, Grönland militärisch zu anektieren.

1-ichthys antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27454

@1-ichthys 

In Wahrheit will Trump die Bodenschätze Grönlands auf Kosten der Umwelt und den Bürgern ausbeuten!

Das ist sicher auch ein Grund... aber deren Ausbeutung wird er selbst nicht mehr erleben, dafür ist das doch etwas aufwändig und wird etliche Jahre in Anspruch nehmen. Er hat also nicht mehr unmittelbar etwas davon.

Die Nordpassage zu kontrollieren, die für die Schifffahrt immer wichtiger wird, ist allerdings tatsächlich ein Grund, das Territorium der USA auszudehnen. Denn nur dann lassen sich dort auch Ansprüche geltend machen.

Für die Sicherheit der USA spielt das keine Rolle... da Grönland ein nato-Verbündeter ist  können die da Militär stationieren soviel sie wollen (Mit entsprechenden Verträgen, natürlich).

lucan-7 antworten


MrOrleander
Beiträge : 2404

@lucan-7 

Nun, jedenfalls kämpft da im Iran ein Volk um seine Freiheit. Also, wirklich das VOLK. Menschen setzen ihr Leben ein, um sich vom Joch der religiösen Tyrannei zu befreien, auch im Namen des Humanismus, der Meinungsfreiheit, der Religionsfreiheit und der Gleichberechtigung! Befreiung der unterdrückten Frauen!

Woher weißt Du das alles? Die aktuellen Demonstrationen haben sich daran entzündet, daß die Händler auf dem Basar nicht mehr wissen, ob sich ein Verkauf von Waren noch lohnt, da die hohe Inflation entsprechende Geschäfte zunichte zu machen droht. Wenn Du so möchtest, sind das rein wirtschaftspolitische Motive. Sicher wird es unter den Demonstranten auch solche geben, die für Frauenrechte streiten, aber wer mag die quantifizieren?

Und was genau ist eigentlich "seine Freiheit", für die das iranische Volk angeblich kämpft? 

Den Höhepunkt fand das Ganze mit der "Feministischen Aussenpolitik" von Baerbock

Wir wollen jetzt aber nicht die lächerliche Armbinde von Nancy Faeser vergessen... 

Und was macht Deutschland? Mit seiner ganzen Moral? Mit seinen ganzen linken Feministen? Mit allen Idealen von Menschlichkeit und Freiheit?

Na ja... GAR NICHTS. Man druckst halt so herum.

Was könnte Deutschland denn tun? Im Grunde genommen doch: Nichts. Und selbst, wenn es etwas tun könnte: Wäre das klug? War es gut für den Irak, von Saddam Hussein befreit zu werden, gut für Libyen, nicht mehr unter Gaddafis Knute zu stehen? Ich kann es nachvollziehen, wenn politisch Verantwortliche lieber das berechenbare Arschloch in Kauf nehmen, als die Revolution mit unbekanntem Ausgang. 

mrorleander antworten
11 Antworten
Blackhole
(@blackhole)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 1255

@mrorleander 

Wenn die Lebensbedingungen den Bach runtergehen, ist das meist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Wenn die Leute nichts mehr zu verlieren haben, finden sie oft den Mut, der ihnen vorher gefehlt hat. 
Dann kommt eine Kaskade in Ganz, bei der immer mehr auf den Tisch kommt. Die Zensur, die Korruption (die meisten Diktaturen sind bis zum geht-nicht-mehr korrupt), die Polizeiwillkür, die Folter. 

"War es gut für den Irak, von Saddam Hussein befreit zu werden"
Der Irak befreit??
Der Irak wurde EXEKUTIERT!!
Saddam Hussein verdient keine Glorifizierung. Er war ein brutaler paranoider Diktator.
Aber was dem Irak während der Operation Desert Storm und während des Irakkriegs 2003-2011 angetan wurde, haben die Irakis auch nicht verdient!!
Schon Desert Storm war ein entsetzliches Gemetzel gegen eine Armee, die längst kapituliert hat. Und nicht nur gegen die: Die Wasserwerke, Kraftwerke und Kläranlagen wurden zerbombt. 
https://www.youtube.com/watch?v=l0mF-Ahpgqs
"Civilian deaths resulting from the conflict are estimated at between 100,000 and 200,000." gibt sogar die britische Armee zu. Dieser Krieg hat nur eine Woche gedauert. 
https://www.forcesnews.com/news/remembering-gulf-war-key-facts-figures
Um eine sechsstellige Anzahl an Menschen innerhalb einer Woche zu töten, muss man wirklich mit einer überragenden Militärmaschinerie ohne jede Gnade mit äußerster Brutalität zuschlagen. NOCH härter als die israelische Armee in Gaza, und das ist schon kaum zu übertreffen. Uns wurde es als "sauberer" "Chirurgischer" Präzisionskrieg verkauft, aber es war ein barbarisches Gemetzel. 
Dann kam der Irakkrieg von 2003 bis 2011. Verschiedene Quellen kommen auf unterschiedliche Todeszahlen, aber die meisten liegen deutlich im sechsstelligen Bereich: 
https://en.wikipedia.org/wiki/Casualties_of_the_Iraq_War
https://www.bbc.com/news/world-middle-east-24547256
Hier eine sehr ehrliche ZDF-Doku:
https://www.youtube.com/watch?v=OVRlyb29_w4

Den heutigen Zustand des Iraks begreift man nicht ohne zu berücksichtigen, was diesem Land angetan wurde. 

Und hier der Grund, warum man den USA nicht das Urteil überlassen sollte, ob irgendein militärisches Eingreifen sinnvoll ist: 
https://www.youtube.com/watch?v=gGuv5AcR25E
Die US Army spielt in der US-Amerikanischen Gesellschaft eine überragende Rolle. Sie ist ein Kitt, der eine Gesellschaft zusammenleimt, die sehr sehr große innere Brüche hat. 
Eine Gesellschaft aber, die so sehr vom Militär abhängig ist, um nicht auseinanderzufallen, und um sich ihren eigenen Gespenstern nicht stellen zu müssen, Sklaverei und Völkermord, die ist nun wirklich nicht der Demokratiehelfer der Welt, sondern braucht selbst Hilfe. 

Nein, Saddam Hussein darf man nicht glorifizieren und nicht verharmlosen. 
Er war ein übler Diktator, ein brutaler Schlächter. 
Aber auch Menschen die in einer Diktatur leben, mögen es erfahrungsgemäß nicht, bombardiert zu werden. 
Man kann ein Land nicht in die Demokratie bomben. 
Im Bombenhagel sind die Menschen mit Überleben beschäftigt. Nicht mit Demokratisierung. 

blackhole antworten
AleschaMod
Moderator
(@aleschamod)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 594

@blackhole 

Hallo Blackhole

Ich finde es gut, dass Du Deinen Beitrag mit Belegen unterfütterst, gerade bei Videos sind aber kurze Zusammenfassungen angebracht. Das ist auch in den FAQ nachzulesen: 

Im Forenbeitrag muss auf das Video Bezug genommen werden, eventuell in Form einer kurzen Inhaltsangabe.

Gruß

AleschaMod

aleschamod antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27454

@mrorleander 

Woher weißt Du das alles? Die aktuellen Demonstrationen haben sich daran entzündet, daß die Händler auf dem Basar nicht mehr wissen, ob sich ein Verkauf von Waren noch lohnt, da die hohe Inflation entsprechende Geschäfte zunichte zu machen droht. Wenn Du so möchtest, sind das rein wirtschaftspolitische Motive. Sicher wird es unter den Demonstranten auch solche geben, die für Frauenrechte streiten, aber wer mag die quantifizieren?

Nun, die Händler waren es seinerzeit, die auch die Revolution gegen den Schah auslösten. Und es sind ja nicht nur sie allein. Die Demonstrationen finden mittlerweile im ganzen Iran statt. Da geht es  längst nicht mehr um Geschäfte.... auch wenn die Wirtschaft am Ende der entscheidende Punkt ist, der nun einmal jeden Einwohner betrifft. Und genau deswegen ist die Sache jetzt auch größer als zuvor.

Vor kurzem waren es in der Tat die Frauenrechte, die die Menschen auf die Straße brachten... denkst du ernsthaft, diese Leute von damals haben es sich inzwischen anders überlegt und denken sich jetzt: "Ach, das sind ja nur Händler... da demonstriere ich jetzt nicht mit, mir geht es ja im Frauenrechte, da warte ich lieber bis das Thema wieder dran ist"?

 

Und was genau ist eigentlich "seine Freiheit", für die das iranische Volk angeblich kämpft?

Nicht mehr von einem islamischen Regime unterdrückt zu werden, das einem vorschreibt, wie man zu leben hat wäre da wohl eine erste Idee von "Freiheit"...

 

Was könnte Deutschland denn tun?

Revolutionsgarden als die Terrororganisation benennen, die sie sind, Gelder einfrieren, Sanktionen gegen Einzelpersonen, Geschäfte mit dem Iran einschränken, Aktivitäten von Iranern in Deutschland stärker überwachen (Da weiss ich allerdings nicht, wie der Geheimdienst seine Prioritäten setzt, das könnte also schon der Fall sein).

 

Und selbst, wenn es etwas tun könnte: Wäre das klug?

Ja.

Wir kennen das von der DDR. Die fiel nicht, weil sie so böse war oder weil das Volk unterdrückt wurde. Die fiel, als es wirtschaftlich vorbei war.

Und an dem Punkt ist der Iran jetzt. Das könnte man noch verschärfen und dem Iran weiteren Handlungsspielraum nehmen... wenn man es denn wollte.

lucan-7 antworten
MrOrleander
(@mrorleander)
Beigetreten : Vor 23 Jahren

Beiträge : 2404

@lucan-7 

Vor kurzem waren es in der Tat die Frauenrechte, die die Menschen auf die Straße brachten... denkst du ernsthaft, diese Leute von damals haben es sich inzwischen anders überlegt und denken sich jetzt: "Ach, das sind ja nur Händler... da demonstriere ich jetzt nicht mit, mir geht es ja im Frauenrechte, da warte ich lieber bis das Thema wieder dran ist"?

Ok. Du weißt es also auch nicht, vermutest aber. Mag sein, mag nicht sein, mir ging es um die Quantifizierung. Und vom Humanismus und Religionsfreiheit, die Du behauptest, haben wir ja noch gar nicht gesprochen. 

Nicht mehr von einem islamischen Regime unterdrückt zu werden, das einem vorschreibt, wie man zu leben hat wäre da wohl eine erste Idee von "Freiheit"...

Du meinst, das wäre Deine erste Idee von Freiheit. Nun, das haben aufgeklärte Westeuropäer am Beispiel Afghanistans ja auch schon treffend vorausgesagt. 

Und an dem Punkt ist der Iran jetzt. Das könnte man noch verschärfen und dem Iran weiteren Handlungsspielraum nehmen... wenn man es denn wollte.

Der Iran wird schon in viel fältiger Weise sanktioniert. Klar, irgendwelche Schrauben kann man sicher noch mehr andrehen (angeblich geht das ja auch in Bezug auf Russland, wo man doch denken sollte, daß die Sanktionen der EU seit Kriegsbeginn umfänglich sind, doch nein, da geht immer noch ein wenig mehr). Aber was geschieht, wenn das derzeitige System kollabiert? Es gibt Stimmen, die sogar Israel unterstellen, lieber mit einem geschwächten Mullah-Regime zu leben, als mit einem Iran, der im Bürgerkrieg versinkt. 

mrorleander antworten
Blackhole
(@blackhole)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 1255

@mrorleander 
"Du meinst, das wäre Deine erste Idee von Freiheit. Nun, das haben aufgeklärte Westeuropäer am Beispiel Afghanistans ja auch schon treffend vorausgesagt. "
Landbevölkerung ist überall konservativer als Großstädter. 
Insbesondere da, wo die Großfamilie noch die Überlebensgarantie ist. Nicht in jedem Land gibt es für Arbeitslose Bürgergeld, wie bei uns. 
Die afghanische Stadtbevölkerung war ziemlich liberal und prowestlich, der Landbevölkerung ging das alles zu schnell, insbesondere weil auch noch eine schlimme Hungersnot im Land war. 
Die Sowjetunion wollte in ihren letzten Jahren noch die afghanische Landbevölkerung mit Sozialismus zwangsbeglücken. 
Es wurde ein Blutbad. 
https://russlandverstehen.eu/de/russland-krieg-graeuel-vladymyrova/
Die Sowjetarmee pflügte ganze Dörfer unter. 

Und so wurde aus einem Land, das in den 1970ern ein gastfreundliches angesagtes Ziel für Rucksacktouristen war, ein Land das keine Fremden mehr sehen wollte. 

Auch Afghanistan versteht man nicht ohne zu berücksichtigen, was diesem Land angetan wurde. 

blackhole antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27454

@mrorleander 

Du meinst, das wäre Deine erste Idee von Freiheit. Nun, das haben aufgeklärte Westeuropäer am Beispiel Afghanistans ja auch schon treffend vorausgesagt. 

Lässt sich nicht vergleichen. Das ist ein typischer westlicher Fehler, sorry wenn ich dir dergleichen auch unterstelle, aber: Ein "Land" bzw. ein "Staat" bedeutet nicht, dass sich deren Bewohner auch damit identifizieren. Das ist etwas, das auch hierzulande in der Integration viel zu wenig berücksichtigt wird.

Syrien etwa ist ein Vielvölkerstaat, am Besten vielleicht vergleichbar mit Jugoslawien... nur noch extremer. Kein "Jugoslawe" hat sich mit Jugoslawien identifizert... sondern sich als "Kosovare", "Albaner" oder "Serbe" betrachtet. Der Staat war ein künstliches Gebilde, das irgendwann logischerweise zerfiel.

Syrien und Afghanistan sind ähnliche Gebilde, nur dass die jeweiligen Ethnien nicht stark genug sind, um eigene Staaten zu bilden.

Mit dem Iran ist das etwas völlig anderes. Der ist ein "echter" Staat, auch wenn es dort auch Minderheiten gibt. Aber es gibt auch eine reiche Geschichte und Kultur, die eine echte Identifikation bedeutet. Sehr viel stärker als in Ländern wie Saudi Arabien, die dergleichen kaum haben... die haben natürlich auch Geschichte, aber nur wenig Identifikation mit so etwas wie einem Staat.

Der Iran hat moderne Universitäten und moderne Technologie, von der Afghanistan nur träumen kann. Wenn du einen direkten Vergleich willst, dann stelle dir die Türkei vor, und du bist nahe dran am Iran.

 

Der Iran wird schon in viel fältiger Weise sanktioniert. Klar, irgendwelche Schrauben kann man sicher noch mehr andrehen (angeblich geht das ja auch in Bezug auf Russland, wo man doch denken sollte, daß die Sanktionen der EU seit Kriegsbeginn umfänglich sind, doch nein, da geht immer noch ein wenig mehr).

Ja, das hat mich auch immer etwas gewundert... aber Sanktionen sind wohl komplexer als man denkt. Denn sie können immer wieder umgangen werden, und dann muss man diese Lücken mit neuen Sanktionen stopfen. Ist so eine Art Katz- und Maus Spiel, wie es scheint...

 

Aber was geschieht, wenn das derzeitige System kollabiert? Es gibt Stimmen, die sogar Israel unterstellen, lieber mit einem geschwächten Mullah-Regime zu leben, als mit einem Iran, der im Bürgerkrieg versinkt.

Was für ein Bürgerkrieg? Wer soll da gegen wen kämpfen?

Anders als in Syrien, wo es etwa Kurden und diverse Gruppen von Islamisten, Drusen, Christen und sonstwen gibt, gibt es im Iran nur zwei wesentliche Gruppen: Die unterdrückten Bürger auf der einen Seite - und die Schergen des Regimes auf der anderen Seite.

Ein "Bürgerkrieg" würde zwischen diesen Fronten verlaufen, so wie es eigentlich schon seit fast 50 Jahren der Fall ist... aber auch nur so lange, wie die Gruppe "Schergen des Regimes" sich einen Vorteil davon versprechen kann.

Wenn das Regime aber pleite ist und keine Vorteile mehr bieten kann... dann müssen die "Schergen" sehen, wo sie bleiben und haben keinen Grund mehr zu kämpfen - wofür  auch?

Wenn es nichts mehr zu gewinnen gibt, dann war's das halt. Dann zählt nur noch, was die andere Seite zu bieten hat... und wenn die sagen: "Wir wollen nur die Köpfe der Anführer, der Rest kann gehen!" - dann werden sich die Anführer ganz schnell auf einer Seite wiederfinden, die ihnen nicht wohlgesonnen ist...

 

lucan-7 antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9612

@lucan-7 y<

Anders als in Syrien, wo es etwa Kurden und diverse Gruppen von Islamisten, Drusen, Christen und sonstwen gibt, gibt es im Iran nur zwei wesentliche Gruppen:

Es gibt religiöse Minderheiten (Sunniten, Christen), nationale Minderheiten (Kurden, Araber, Aserbaidschaner, Belutschen), ganz so einheitlich wie du sagst ist das nicht. Klar gibt es eine klare Mehrheit von schiitischen Persern (60 bis 80%, vermute ich), aber eben nicht nur die.

Und sobald das Regime weg ist, geht es um rechts gegen links (oder wie immer man das Laben will). Anhänger und Gegner des Schahsohns, Sozialisten (Volksmudschahedin) und was es sonst noch gibt.

Ob das im Bürgerkrieg endet, weiß ich nicht, ausschließen kann ich es nicht.

und wenn die sagen: "Wir wollen nur die Köpfe der Anführer, der Rest kann gehen!"

Wenn zum »Rest»« auch die Schergen gehören, die deinen Vater (Ehemann, Sohn, …) umgebracht haben, wird es dir schwer fallen diesem Slogan zuzustimmen.

hkmwk antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27454

@hkmwk 

Es gibt religiöse Minderheiten (Sunniten, Christen), nationale Minderheiten (Kurden, Araber, Aserbaidschaner, Belutschen), ganz so einheitlich wie du sagst ist das nicht.

Ich schrieb ja, dass es weitere Minderheiten gibt. Aber die schiitischen Perser sind zum einen maßgeblich, zum Anderen gibt es im Moment wenig Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Volksgruppen, weil sie alle gleichermaßen unter dem Regime leiden.

 

Und sobald das Regime weg ist, geht es um rechts gegen links (oder wie immer man das Laben will). Anhänger und Gegner des Schahsohns, Sozialisten (Volksmudschahedin) und was es sonst noch gibt.

Richtig, das wird dann ein kritischer Moment. Wobei es schlimmer kaum werden kann. Insofern denke ich auch nicht, dass die Iraner jetzt konkrete Ideen haben, die sie unbedingt verwirklichen wollen... denen geht es nicht um ein bestimmtes System, sondern um persönliche Freiheit einerseits (also weg von der religiösen Unterdrückung) und vor allem eine funktionierende Wirtschaft. Ob das dann eine Demokratie oder Monarchie, rechts oder links sein wird ist erst einmal zweitrangig.

Und wer immer künftig an der Macht sein wollte wird sich wohl auf eine Volksabstimmung berufen müssen, alles andere würde wohl kaum akzeptiert werden. Auch das dürfte dann erst einmal für Beruhigung sorgen.

Aber so weit ist es noch nicht... auch wenn ich denke, dass das Regime am Ende ist bedeutet das ja leider nicht, dass es sich nicht noch eine Weile halten kann...

 

Wenn zum »Rest»« auch die Schergen gehören, die deinen Vater (Ehemann, Sohn, …) umgebracht haben, wird es dir schwer fallen diesem Slogan zuzustimmen.

Sicher. Deshalb wird man ja einige Verantwortliche bestrafen wollen. Aber nicht jeden einzelnen... das wäre einfach unrealistisch.

Bei so etwas muss ich immer an Hans Rosenthal denken. Der musste sich als Jude vor den Nazis verstecken und monatelang um sein Leben fürchten. Später hat er dann beim Fernsehen mit ehemaligen SS-Angehörigen zusammengearbeitet. Finde ich bewundernswert. Schafft sicher nicht jeder, aber es zeigt, was möglich ist.

lucan-7 antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9612

@lucan-7 

zum Anderen gibt es im Moment wenig Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Volksgruppen, weil sie alle gleichermaßen unter dem Regime leiden.

Klar, im Moment gibts da nichts. Aber was, wenn das Regime weg ist? Könnte es zu einem Bürgerkrieg kommen, wenn der Kitt des gemeinsamen Feindes wegfällt? Ich sage: Ich weiß es nicht. Und sich denke nicht, dass du genug weißt, um dir sicher zu sein.

auch wenn ich denke, dass das Regime am Ende ist bedeutet das ja leider nicht, dass es sich nicht noch eine Weile halten kann...

Wenn die Abschottung klappt (nicht jeder hat Zugang zu Starlink, ggf. kann man ein Gebiet nach dem anderen befrieden) und der Terror schlimmer ist als das, weshalb man demonstriert (jedenfalls für Teile der Bevölkerung), dann kann auch eine große Bewegung wieder zerfallen. Gabs ja schon mehrfach im Iran, und ich muss gerade an Bjelarus denen …

Bei so etwas muss ich immer an Hans Rosenthal denken.

Ist kein wirklicher Vergleichspunkt. Wir haben die Nazis nicht gestürzt, sie wurden von außen besiegt. Schon Ende 45 haben sich Leute beschwert, dass noch immer nur über Naziverbrechen gesprochen wird, kann man damit nicht endlich aufhören! Als Kind wusste ich schon früh vom Unrecht der Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten, aber Naziverbrechen? Ich war wohl in der Grundschule, als ich (beim Frisör???) eine Schlagzeile (im Stern?) las: »Kommen die Nazis zurück? Schon wieder wollen sie Deutschland erobern«, ich fragte, was Nazis sind, kann mich an die Antwort nicht mehr erinnern, aber allzuviel hat man mir wohl nicht erklärt, was an den schlimm war. Etwas später dann in einem Jugendbuch eine Andeutung, dass Juden in Theresienstadt »furchtbare Dinge angetan« wurden (eine Seite später war auch von Mord die rede, als die Frage eines Kindes abgewehrt wurde) - es hat was gedauert, bis ich deutlich mehr wusste.

Und das in einer Familie, in der es (und sviw in der Verwandtschaft) keinen Antisemitismus gab. Was auf ganz Deutschland nicht zutraf.

In so einem Klima (in der BRD) kann man eigentlich nur auswandern oder sich auch mit den mehr oder weniger ehemaligen Nazis arrangieren. Rosenthal wollte bleiben.

hkmwk antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 27454

@hkmwk 

Aber was, wenn das Regime weg ist? Könnte es zu einem Bürgerkrieg kommen, wenn der Kitt des gemeinsamen Feindes wegfällt? Ich sage: Ich weiß es nicht. Und sich denke nicht, dass du genug weißt, um dir sicher zu sein.

Nun, der Aufstand von 2022 wurde durch den Tod einer jungen Kurdin ausgelöst. Man hat sich mit dieser dann allgemein solidarisiert. In Syrien hätte man das ausserhalb der kurdischen Gemeinschaft wohl gar nicht erst zur Kenntnis genommen.

Ich denke das zeigt schon, dass der Zusammenhalt im Iran ein anderer ist - auch wenn man Konflikte in der Zukunft natürlich nicht völlig ausschliessen kann.

 

dann kann auch eine große Bewegung wieder zerfallen. Gabs ja schon mehrfach im Iran, und ich muss gerade an Bjelarus denen …

Natürlich. Aber das Regime ist nicht mehr in der Lage, die Ursachen zu beseitigen. Und dann gehen auch die Schergen von der Stange, wenn es für sie auch nichts mehr zu gewinnen gibt.

 

Ist kein wirklicher Vergleichspunkt. Wir haben die Nazis nicht gestürzt, sie wurden von außen besiegt. Schon Ende 45 haben sich Leute beschwert, dass noch immer nur über Naziverbrechen gesprochen wird, kann man damit nicht endlich aufhören!

Wie das mit Vergleichen halt immer so ist...

Ich möchte jedenfalls wetten, dass es keine Juden oder sonstige Opfer der Diktatur waren, die gerne damit aufhören wollten über Verbrechen zu sprechen... obwohl sich auch viele Opfer schwer damit taten und lieber vergessen hätten.

Man kann das auch nicht gleichsetzen, aber mein Beispiel mit Rosenthal zeigt, dass es möglich ist, weiter zu machen. Sogar unter diesen Bedingungen - denn Rosenthal hat an eine zivile Welt geglaubt. Und dass der Hass überwunden werden kann.

Es kommt dann darauf an, woran die Iraner in Zukunft glauben wollen.

lucan-7 antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 9612

@lucan-7 

Ich möchte jedenfalls wetten, dass es keine Juden oder sonstige Opfer der Diktatur waren, die gerne damit aufhören wollten über Verbrechen zu sprechen...

Das wollte ich auch nicht sagen - und ich dachte, das wäre klar gewesen. Ich hab das Umfeld versucht zu skizzieren, dem Rosenthal ausgesetzt war.

Es kommt dann darauf an, woran die Iraner in Zukunft glauben wollen.

Und die Mehrheit sind Leute, die wir nicht kennen. In Dörfern, oder Unterschicht in Großstädten, die kaum Gelegenheit hat, außer Landes zu gehen, das also nur tut, wenn echt schlimme Sanktionen drohen. Entsprechend selten sind sie bei uns zu finden, und im Netz vermutlich auch unterrepräsentiert).

hkmwk antworten
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